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VTIN Action Kamera. Full HD.

Kamera Slider Stativ und das "Making Of" von Modelleisenbahnfilmen mit Kamera-Dolly

Ursprünglich entstand die Internetseite von Pennula, um über Möglichkeiten zu berichten, wie bei einem Sportflugzeug Kameraaufnahmen innerhalb und außerhalb des Cockpits erstellt werden können. Viele Jahre lang bzw. viele Flüge lang experimentierte Pennula mit der GoPro-Kamera und hat herrliche Blickwinkel mit Hilfe dieser kleinen Kamera erzeugen können. Mittlerweile nutzt Pennula jedoch die kleine JVC Adixxion Kamera (Typ 2), da diese vom Preis- und Leistungsverhältnis her wesentlich günstiger ist als die (leider) teure GoPro Hero 4 oder deren Vorgänger GoPro Hero 3 in der jeweiligen Black Edition. Abgesehen davon muß bedacht werden, daß sogenannte 4K-Aufnahmen, also Videoaufnahmen mit 3.840 x 2.160 Pixel im Ultra High Definition Television Format, wie sie die aktuelle GoPro u.a. bietet, nur dann sinnvoll erscheinen, wenn mit der wachsenden Videobildauflösung auch der Bildsensor vergrößert wird. In der GoPro steckt ein kleiner Bildchip (CMOS Sensor), der gerade einmal ein Viertel Eures Fingernagels am kleinen Finger ausmacht. Es leidet die Bildqualität bzw. alles, was da in 4K aufgezeichnet wird, entsteht aus der künstlichen Pixel-Shifting-Technologie heraus.


1. Einleitung
Aber bleiben wir beim Thema: Im Winter vor knapp fünf Jahren begann Pennula, weil er draußen nicht fliegen wollte/konnte, Modelleisenbahnen zu filmen, um mit der Kamera, insbesondere mit dem Schärfeziehen sowie mit dem ganzen Equipment, in Übung zu bleiben. Irgendwie ist daraus eine sehr schöne Leidenschaft geworden, nämlich Modelleisenbahnen verschiedener Spurgrößen und Maßstäbe zu portraitieren. Und bei Abrufzahlen von ca. 7,3 Millionen Klicks im April 2014 dürften die Modellbahn-Filme nicht ganz so schlecht sein. Es bereitet durchaus große Freude, das zu filmen, was ein Modellbauer in stundenlanger Feinarbeit geschaffen hat; ebenso ist es höchst interessant, die kleinen Details, die man erst auf den sprichwörtlichen zweiten Blick sieht, mit der Kamera einzufangen.


2. Das Filmen von Modul-Schauanlagen
Im März 2015 hatte Pennula die Gelegenheit, eine Modelleisenbahn zu filmen, die jedoch in einzelnen Modulen gebaut war. Es handelt sich um einzelne Segmente einer großen Schauanlage. Den Film hat Pennula "Die wunderschöne Modelleisenbahn vom Bahnbetriebswerk Hessen" genannt. Dabei ergaben sich gewaltige Nachteile, denn mal eben schnell einen Zug durchs Bild fahren zu lassen, war aufgrund der kurzen Modulstrecken nicht wirklich möglich. An lange Personenzüge war erst gar nicht zu denken. Zudem war da wieder das von Pennula verhaßte Hintergrund-Problem, das es bei Modul-Schauanlagen immer gibt, d.h. hinter dem Modul beginnt aus Sicht der Kamera in aller Regel der schmutzige Fußboden oder irgendeine unpassende Wandfläche erscheint im Videobild. Zur Erklärung: Filmt man eine Modul-Modelleisenbahn aus dem Blickwinkel des Zuschauers, also aus knapp 1,75 Meter Höhe, dann ist es möglich, den Kamera- bzw. den Bildwinkel natürlich so zu wählen, daß der Bildausschnitt später wirklich nur das Modul selbst zeigt. Doch dies entspräche im Modell der Vogelperspektive - und wer fliegt schon über eine Modellbahn? Will man hingegen aus der Froschperspektive filmen oder exakt aus dem Blickwinkel, den ein Betrachter maßstabsgetreu vom Boden aus haben würde, muß die Kamera zwangsläufig in gleicher Höhe wie das Modellbahn-Modul selbst geführt werden. Dann, und genau dann, ist natürlich kein Hintergrund vorhanden.


2.1 Der perfekte Modellbahn-Hintergrund für Kamera- und Fotoarbeiten
Die beste Lösung für das filmische Hintergrund-Problem, die man kaum für möglich gehalten hatte, bestand aus einer Investition von knapp 25 Euro, nämlich in Form einer einfachen Hintergrund-Tapete. Empfehlenswert sind die Hintergründe der Firma Auhagen GmbH aus Marienberg im Erzgebirge. Geliefert wurden drei Tapetenrollen, je 93 cm breit und 65 cm hoch. Dadurch, daß die einzelnen Rollen nebeneinander passend bzw. überlappend angebracht werden können, ergibt sich eine Hintergrund-Panorama-Breite von 279 cm. Das von Pennula gewählte Motiv "Hintergrund Erzgebirge 1" kann mit den Motiven "Hintergrund Erzgebirge 2" und "Hintergrund Erzgebirge 3" auf über acht Meter Breite vergrößert werden. Ob sich ein Modellbauer nun für diese Hintergrund-Tapeten bei seiner heimischen Modellbahnanlage entscheidet, weiß ich nicht. Aber für Film- und Fotoaufnahmen sind diese 25 Euro optimal investiert.

Modelleisenbahn ohne Hintergrund-Tapete
Modelleisenbahn ohne Hintergrund-Tapete
Modelleisenbahn mit Hintergrund-Tapete
Modelleisenbahn mit Hintergrund-Tapete




2.2 Belichtungszeit und High-Speed-Shutter
Nachdem das Hintergrund-Problem gelöst war, muß der Vollständigkeit wegen ein weiteres Problem angesprochen werden, nämlich die Belichtungszeit der Kamera. In der Fotographie heißt es "Belichtungszeit", in der Videotechnik bzw. im Menü der Videokamera wird es meistens in englischer Sprache als "High Speed Shutter" oder "Shutter" bezeichnet. Gemeint ist nicht die Bildrate, mit der aufgezeichnet wird, sondern gemeint ist die Belichtungsfrequenz der Kamera, also wie oft das Kamera-Objektiv pro Sekunde das entsprechende Motiv belichtet. In aller Regel ist in Video- und Fernsehkameras eine Standard-Belichtungszeit von 1/25 oder 1/50 vorgegeben. Diese Belichtungszeit entspricht der regulären Bildrate, also 25 Einzelbilder bzw. 50 Einzelbilder pro Sekunde. Doch wenn sich nun ein ohnehin sehr kleines Motiv recht schnell durchs Bild bewegt, beispielsweise eine Dampflok, reicht die Belichtungszeit von 1/50 nicht mehr aus, um jedes Einzelbild pro Sekunde bzw. jedes Miniatur-Detail gestochen scharf aufzuzeichnen. Das, was man später am Fernsehbildschirm sieht, ist ein unscharfes Vorbeiwischen des Motivs. Man erkennt zwar die Dampflok, aber die vielen kleinen Details verwischen einfach. Also gilt es, den "Speed Shutter" anzupassen. In den beiden nachstehenden Fotos seht Ihr, daß Pennula mit einer Belichtungszeit von 1/500 arbeitet, d.h. 500 Mal pro Sekunde wird das Videoeinzelbild automatisch belichtet. Im Ergebnis ist jedes Detail, wenn denn auch der Fokus stimmt, gestochen scharf im gesamten Bewegungsablauf zu sehen.

Modelleisenbahn mit High Speed Shutter 1/500
Modelleisenbahn mit High Speed Shutter 1/500
Modelleisenbahn mit High Speed Shutter 1/500
Modelleisenbahn mit High Speed Shutter 1/500


Wer nun mit seiner Kamera und den Einstellungen am "Speed Shutter" herumspielt, stellt fest, daß mit steigender Belichtungszeit, das Videobild immer dunkler wird. Das ist normal, denn die Kamera belichtet quasi übernatürlich oft bzw. viel häufiger als es unser menschliches Auge könnte. Um dieses Problem zu beseitigen, hilft nur Licht - und zwar viel Licht. Aus diesem Grund sieht Ihr auf den nachstehenden Fotos immer wieder zusätzliche Videoscheinwerfer. Licht ist ohnehin das Allerwichtigste beim Filmen und Fotografieren!

Viel Licht beim Filmen von Modelleisenbahnen
Viel Licht beim Filmen von Modelleisenbahnen
Halogen-Strahler beim Filmen von Modelleisenbahnen
Halogen-Strahler beim Filmen von Modelleisenbahnen


Bedenkt bitte, Eure Augen sehen nicht das Motiv und die Kamera filmt nicht das Motiv, sondern unser Auge und die Kamera erfassen das Licht, das vom Motiv reflektiert wird. Kommt zu wenig Licht, wird das Videobild dunkel und krisselig (Stichwort: Videorauschen). Kommt zu viel Licht, muß man die Blende herunterregeln. Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, daß Ihr vorsichtig mit LED-Videoleuchten sein solltet. LED ist prima und stromsparend und auch günstig. Doch die günstigen LED-Videoleuchten bzw. Flächenleuchten, die aktuell angeboten werden, liefern in aller Regel Kaltlicht, was regelmäßig im Zusammenhang mit der Kamera-Automatik zu einem verfälschten Weißabgleich führt. Holt Euch lieber drei (leider) stromfressende Halogen-Strahler, denn diese liefern warm-weißes Licht. Obgleich die Stative recht wackelig sind, ist das sogenannte "Komplette Profi-Fotostudio-Set" vom Preis-/Leistungsverhältnis her zu empfehlen. Wer ein bißchen mehr für gutes Licht investieren möchte, sollte zum "Walimex Studioset Daylight" greifen. Natürlich könnt Ihr auch mit LED-Leuchten filmen, dann aber bitte mit den hochwertigen LED-Videoleuchten, beispielsweise vom Hersteller Yongnuo, die es mittlerweile mit Kalt- und Warmlicht gibt. Doch unter Umständen müßt Ihr dennoch bei jeder Szene den Weißabgleich korrigieren.


2.3 Kamera-Slider-Stativ (Kamera-Dolly)
Im Gegensatz zu den gewaltigen Nachteilen beim Filmen einer Modul-Schauanlage, ergab sich jedoch ein perfekter Vorteil. Denn dadurch, daß das einzelne Modelleisenbahn-Modul von jeder Seite her in Augenhöhe zugänglich ist, bieten sich einmalig schöne Bildausschnitte. Die Videokamera läßt sich also direkt an die Modulkante stellen, so daß quasi aus der Froschperspektive in Höhe der Eisenbahnschiene gefilmt werden kann. Innerhalb eines gewissen Radius' lassen sich auch Kameraschwenks vom Stativ durchführen. Doch viele schöner wäre es, mit der Kamera in der Forschperspektive direkt an der Modulkante entlang zu fahren. Eine Lösung hierfür gibt es bereits seit den 1920'er Jahren, die bei Kinofilmproduktionen und bei jeder Fernsehproduktion eingesetzt wird. Entweder man bestückt das Kamerastativ mit Rollen oder man verlegt ein Schienensystem, auf dem wiederum ein Kamerawagen (Dolly) geschoben wird. Ein Stativ mit Rollen setzt allerdings einen halbwegs glatten Fußboden voraus. Doch im Fall von Modelleisenbahnen, wo die Länge der Kamerafahrt gerade einmal 20 cm oder 30 cm beträgt, führt das Anschieben des Stativs mit gleichzeitigem Einlenken der Stativ-Rollen immer wieder zu ungewollten Bild-Wacklern und Bild-Rucklern. Und ein Schienensystem á la Kamera-Dolly können wir uns nicht leisten.

Doch seit zwei Jahren werden sogenannte Kamera-Slider angeboten, vgl. Rollei Shark Slider. Dabei handelt es sich um ein waagerechtes Gestänge, auf dem ein kleiner Kamerawagen verschoben wird. Während bei der großen Kamera-Dolly im Fernsehstudio sowohl der Kameramann als auch die Kamera selbst auf dem Wagen sitzen, steckt bei den Kamera-Slider-Stativen nur die Kamera auf einem kleinen Wagen und wird entweder manuell oder mit Elektromotor angetrieben. Alles schön und gut, doch so ein Kamera-Slider-System kostet, wenn es etwas Gescheites sein soll, weit über 1.000 Euro. Und diese Unmenge Geld haben wir nicht.

Vielleicht sollten wir vorher noch klären, warum überhaupt so eine Kamerafahrt sinnvoll ist. Die meisten von Euch werden insbesondere das Zoomen oder Schwenken aus der Film- und Fernsehtechnik kennen. Dies sind alles Elemente der Film- und/oder Bildgestaltung. Auch kennt Ihr den Effekt, manuell die Schärfe auf die gewünschte Bildebene zu ziehen. Der Bildgestaltung sind damit Tür und Tor geöffnet, so daß beispielsweise eine Dampflok am Bahnsteig im Vordergrund gestochen scharf zu sehen ist, während der Bahnhof selbst im Hintergrund wunderschön harmonisch und weich verläuft. Ins Bild zoomen oder im Bild schwenken setzt dem Ganzen dann schon die Krone auf. Doch perfekt wird es mit einer Kamerafahrt, entweder horizontal oder senkrecht zu einer Bildebene. Denkbar sind auch Kamerafahrten auf ein Motiv hin oder von einem Motiv weg. Im Fernsehstudio wird so eine Kamerafahrt regelmäßig genutzt. Doch da wir eben nicht im Fernsehstudio sind, sondern uns an der Modulkante einer Modelleisenbahn bewegen, müssen wir dem Maßstab getreu kleine und kurze Kamerafahrten realisieren. Anstatt sich nun einen edlen Kamera-Slider zu kaufen, greifen wir auf eine zweite Modelleisenbahn, auf ein Stück Schiene und auf ein Bügelbrett zurück! Ja, ein Bügelbrett!

Nun gut, die Anschaffung einer Spur-1-Lokomotive, eines Güterwagens, der als Kamerawagen dient, und einer Schiene ist ungefähr genau so teuer wie ein neues Kamera-Slider-System. Doch ein Kamera-Slider-System mit elektronisch regelbarem, ruckelfreiem Kameraschlitten sprengt jegliche finanzielle Vorstellungskraft! Glaubt Pennula, der neuerdings lieber mit Bügelbrett filmt. Die nachstehenden Fotos verdeutlichen Euch den Aufbau der Bügelbrett-Kamera-Slider-Variante.

Kamera-Slider-Stativ via Modelleisenbahn im Selbstbau
Kamera-Slider-Stativ via Modelleisenbahn im Selbstbau
Kamera-Slider-Stativ via Modelleisenbahn im Selbstbau
Kamera-Slider-Stativ via Modelleisenbahn im Selbstbau

Kamera-Slider-Stativ via Modelleisenbahn im Selbstbau
Kamera-Slider-Stativ via Modelleisenbahn im Selbstbau
Kamera-Slider-Stativ via Modelleisenbahn im Selbstbau
Kamera-Slider-Stativ via Modelleisenbahn im Selbstbau




Das Bügelbrett, wer hätte das als Mann gedacht, bietet den Vorteil, daß es erstens sehr stabil und zweitens in der Höhe absolut variabel einstellbar ist. Es kann im Handumdrehen auf die gewünschte Höhe - passend zur Modulhöhe der Modelleisenbahn - aufgestellt werden. Zudem bietet die Bügelfläche ausreichend Platz, um diverse Stromkabel, Lichtquellen, Gleise und Trafos zu platzieren. Pennula nutzt die kleine, große Fernsehkamera vom Typ Panasonic HVX 200, die sehr schwer ist. Insofern ist die Spur-1-Antriebsvariante die beste gewesen. Doch wer mit einem kleinen, leichten Video-Camcorder filmt, dem sollte es sogar gelingen, die Kamerafahrten mit einer Lokomotive in Spur H0 zu realisieren, womit sich Eure Anschaffungskosten auf ein Minimum reduzieren.
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