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Aiptek PocketDV Z300 HD

Bedingt durch die geringen Platzverhältnisse im Flugzeugcockpit war ich auf der Suche nach einer Videokamera, die erstens ein Videoformat von mindestens 1280x720 Pixel aufzeichnet, zweitens nur geringe Ausmaße hat und drittens preislich in solch einem Bereich liegt, in welchem der finanzielle Totalverlust im Falle eines Fehlkaufes nicht all zu groß gewesen wäre. Meine Wahl fiel im Sommer 2007 auf die Kamera mit dem Namen "Aiptek PocketDV Z300HD", die auch unter der Typenbezeichnung "Model DAM Z5X" bekannt ist.

Die Kamera wurde zusammen mit zwei Akkus, einem USB-Kabel, einem Component-Out Kabel sowie einem AV-Kabel verkauft. Sie zeichnet die Videosignale auf einer SD-Speicherkarte auf und bietet beispielsweise mit einer 2-GByte-Karte eine Aufnahmedauer von einer guten Zeitstunde im 1280x720 Pixel Videoformat. Großer Nachteil: Sie zeichnet nicht mit den genormten 29,97 fps (NTSC), sondern mit krummen 30,006 fps oder mit 30,009 fps auf. Einstellungen für eine in Europa übliche PAL-Einstellung, also beispielsweise 25,00 fps oder gar 50,00 fps, sucht man bei dieser Kamera vergeblich; dies trifft übrigens für sämtliche Camcorder der Firma Aiptek Inc. aus Taiwan zu.

Aiptek PocketDV Z300 HD Aiptek PocketDV Z300 HD

1. Videomodus und Photomodus
Was soll man von einer Kamera mit einem Objektivdurchmesser von ca. 23 mm erwarten? Doch der erste Test überraschte: Die Aufnahmen sind äußerst klar und ausreichend detailreich. Der eingebaute, nicht deaktivierbare Autofokus sorgt für ein flüssiges Schärfeziehen und der dreifache optische Zoom, bedienbar über die Zoomwippe, läuft auch recht ordentlich. Schaut man sich das Ergebnis am Computerbildschirm an, kann man mit dem Ergebnis zufrieden sein. Schaut man sich das Ergebnis über das Component-Out Kabel auf einem Fernsehgerät an, so wird das ursprüngliche NTSC-Material elektronisch auf PAL konvertiert; mögliche Einstellungen im Kamerasetup unter "TV Ausgang" sind HDTV, PAL oder NTSC. Hierbei kommt der Aiptek allerdings zur Hilfe, daß fast alle modernen Fernsehgeräte die Formatkonvertierung geräteseitig unterstützen. Jedenfalls kann sich das Videobild unter Berücksichtigung der geringen Anschaffungskosten sehen lassen.

Mein erster Testfilm fand nachmittags bei herrlichstem Sonnenschein statt. Ändern sich die Lichtverhältnisse, beispielsweise Filmen in der Abenddämmerung oder Filmen bei starker Bewölkung sowie Innenaufnahmen bei normaler Raumbeleuchtung, ist das Videobild der Aiptek extrem mangelhaft. Bildrauschen, falsche Farben und alles das, was einen Fehlkauf ausmacht, kommen dann zum Vorschein. Ergo, die Aiptek ist eine Schönwetterkamera.

Wird die Aiptek in Bewegung genutzt, also beim Laufen, Autofahren oder auch beim Filmen aus der freien Hand, fehlt eine Bildstabilisierung. Es wird bei diesem Modell keine elektronische oder gar optische Stabilisierung angeboten. Entsprechend wirkt das Videomaterial "leicht" bis "total" verwackelt.

Wie die Stabilisierungssysteme der neueren Aiptek Camcorder wirken, entzieht sich meiner Kenntnis. Nutzt man die Aiptek jedoch auf einem Stativ (Gewindeanschluß an der Kamera vorhanden) und beschränkt man sich auf ruhige Panaromaaufnahmen (keine Stativschwenks, keine Zoomfahrten), liefert die Aiptek ein recht gutes Bild. Sobald jedoch Bewegung ins Spiel kommt, erweist sich die Aiptek leider als Fehlkauf, denn der eingebaute CMOS-Bildchip verträgt definitiv keine Erschütterungen und der Autofokus "pumpt" bis er das Bild scharf gestellt hat. Leider läßt sich der Autofokus nicht abschalten.

Was die Erschütterungen betrifft, so sind diese im Videofilm VFR Flug Siegerland ab der Szene 2.15 min deutlich zu erkennen. Obgleich die Kamera fest an einem Schraubstativ fixiert war und das Flugzeug in Warteposition stand, überträgt sich die Vibration des Triebwerkes ganz erheblich auf den Bildchip. Das Bild "schwimmt" mehr oder weniger. Weiter später im Film, während des Startvorganges ab Szene 2.52 min, ist das Videobild total verwackelt und dies unabhängig davon, ob das Flugzeug auf der Piste rollt oder sich kurz darauf schon in der Luft befindet.

Deutlich ist an der Tragflächenstrebe eine verkrümmte und schlängelnde Form sichtbar. Andere Aufnahmen, bei welchen die Aiptek fest in die Tragflächen montiert war (Außenmontage), sind völlig unbrauchbar, da sich sowohl die Vibrationen des Triebwerkes als auch die Erschütterungen in der Luft (Thermik, etc.) ganz massiv auf den Bildchip auswirken. Hier schneidet beispielsweise das Kameramodell "GoPro HD Hero" um ein Vielfaches wesentlich besser ab (vgl. GoPro HD Hero Erfahrungsbericht), obwohl diese auch einen CMOS Bildsensor nutzt.

In der Videofunktion speichert die Aiptek die Aufnahmen im *.mov Format. Als Videocodec wird vom Programm Canopus Procoder der Typ "mbarella AVC encoder" identifiziert. Die Tonspur wird im Audiocodec mp4a mit 48.000 Hz in 16 Bit Stereo aufgezeichnet. Neben dem Videomodus bietet die Aiptek auch noch eine Photofunktion an. Dabei werden Digitalbilder entweder mit 2592x1944 Pixel oder mit 2048x1536 erstellt. Diese Bildgrößen sind absolut ausreichend für die Einbindung als Standbild in Videofilme oder geeignet für Photoausdrucke. Aus den Exif Parametern gehen u.a. eine ISO Empfindlichkeit von 150 sowie die Kameramodellbezeichnung Z5X hervor. Auf die Photofunktion und - soviel sei noch erwähnt - auf den eingebauten Blitz soll im weiteren Erfahrungsbericht nicht weiter eingegangen werden.

Schlußendlich bleibt festzuhalten, daß die Aiptek PocketDV Z300 HD nicht für den Flugbetrieb geeignet ist. Vielmehr kann sie als kleines Vademecum auf Flugreisen zum Einsatz kommen, um den Start- und Landeort zu filmen. Nach dem Motto: Die kleine Aiptek nimmt nicht viel Platz weg und zum "Schnell-mal-ein-Bild-machen" ist sie brauchbar - letztlich besser als gar keine Photo- und/oder Videomöglichkeit.


2. Die Aufnahmen der Aiptek im Schnittprogramm nutzen
Für die Videonachbearbeitung gibt es zahlreiche Videoprogramme, beispielsweise seien die Programme Adobe Premiere, Sony Vegas, Corel Videostudio Express oder Ulead Mediastudio Pro sowie Magix Video Deluxe genannt. Die meisten Programme können das *.mov problemlos importieren. Wer jedoch Schwierigkeiten hat, dieses *.mov Format in sein Schnittprogramm zu übernehmen, dem wird mit dem Programm "TMPGEnc XPress" und den nachfolgenden Ratschlägen geholfen.

Die meisten Schnittprogramme können mittels Einstellungen ("Properties") so konfiguriert werden, daß NTSC-Material auf eine PAL-Timeline gezogen werden kann. Jedoch entstehen dabei in den meisten Fällen Ruckler, Schleierbilder oder sonstige Fehler, die sich schwerpunktmäßig in nicht flüssigen, nicht authentischen Videobewegungen äußern. Abhilfe schafft auch hier das Programm "TMPGEnc XPress", indem das ursprüngliche Videomaterial mit 30,06 fps auf 25,00 fps konvertiert werden kann. Es mag noch andere Programme geben, die eine Formatkonvertierung anbieten, beispielsweise das Programm "Nero Vision", das Programm "AVS Video Converter" oder die Freeware "SUPER" von der Firma eRightSoft, doch - zumindest bei meiner Systemkonstellation - hat einzig "TMPGEnc XPress" eine ordentliche Formatkonvertierung hinbekommen.

Hinweis: Die Formatkonvertierung von NTSC zu PAL ist nur dann notwendig, wenn das Videomaterial der Aiptek Camcorder (alle Modelle) mit Videomaterial von anderen Videokameras mit 25,00 fps oder 50,00 fps geschnitten werden soll. Wird nur das Material der Aiptek genutzt, kann dieses auf einer reinen NTSC-Timeline bearbeitet, geschnitten und nachvertont werden.

Es folgen nun zwei Arbeitsschritte in einem Durchgang: Erstens die Umwandlung vom *.mov Format in ein *.m2t Format, um das Videomaterial aller Aiptek Camcorder in jedem Schnittprogramm (HDV-Modus) zu nutzen, und zweitens die Konvertierung von 30,00 fps in 25,00 fps, also von NTSC in PAL unter Beibehaltung der Videobildgröße von 1280x720 Pixel. Das *.m2t (HDV-Standard) eignet sich als das zweckmäßigste Eingangsmaterial für die meisten Schnittprogramme.

3. Umwandlung Konvertierung
Ich nutze die englische Programmversion von TMPGEnc XPress, daher erscheinen die folgenden Screenshots entsprechend in englischer Sprache. Nach dem Starten von TMPGEnc XPress, muß zunächst die original Videoquelle ausgewählt werden. Dies erfolgt über die Schritte "Start a New Project" gefolgt von "Add File".


3.1 Clip Eigenschaften
Nachdem die Videoquelle angegeben wurde, erscheint das Menü "Clip Properties". Es wird anzeigt, wie die Datei heißt, welcher Anzeigemodus ("progressive" oder "interlaced") vorliegt und insbesondere welche Bildfrequenz ("Framerate") das originäre Material aufweist. Bei den Videodateien aus der Aiptek wird die Bildfrequenz automatisch mit 30,006 fps ermittelt.


3.2 Formateinstellungen (Format) NTSC/PAL
Die Eigenschaften auf den "Clip Properties" werden mit Mausklick auf "okay" bestätigt. Nun muß eingestellt werden, wie das Videomaterial konvertiert bzw. exportiert werden soll. Hierzu muß oben im Hauptmenü auf "Format" geklickt werden. Zu sehen ist, daß TMPGEnc XPress eine umfangreiche Formatvielfalt für den Import- und Export anbietet. Speziell für die Aiptek Videodateien habe ich das HDV-Format genutzt. Die Videodateien werden dabei später als *.m2t gespeichert und können mit jedem Videobearbeitungsprogramm verwendet werden. Wichtig in diesem Menü ist nun die Entscheidung, ob das originäre Videomaterial in NTSC beibehalten werden soll oder ob das Videomaterial in PAL umgewandelt werden soll. Mit Mausklick auf "HDV format MPEG file" und über das Auswahlmenü bei "Video system" kann zwischen NTSC und PAL unterschieden werden.




3.3 Einstellungen überprüfen
Mit Bestätigung auf "okay" in den Formateinstellungen gelangt man nun zu einer Art Zusammenfassung, welche Eigenschaften die gleich zu generierende Videodatei haben soll. Hierbei zunächst auf die Framerate sowie auf die Videobildgröße mit 1280x720 Pixel achten. Sind diese Eigenschaften alle gesetzt, gelang man per Mausklick auf "Encode" (oben im Hauptmenü) zum nächsten Schritt.


3.4 Fertigstellung bzw. Encodieren
Nun heißt es warten, denn die neue Videodatei wird berechnet. Während des Encodiervorgangs wird neben der Fortschrittsanzeige auch noch einmal eine Übersicht gezeigt, welche Eigenschaften, die neue Videodatei hat.


4. Der fertige Film
Das umgewandelte und konvertiere Videomaterial der Aiptek konnte ich nun problemlos in meinem Schnittprogramm Canopus Edius Broadcast nutzen. Die Aufnahmen wurden bei hochsommerlichen Lichtverhältnissen gedreht. Der Autofokus hat hierbei nur sehr schwach "gepumpt" und Erschütterungen wurden zum einen durch eine ruhige Kameraführung und zum anderen durch Verwendung eines Stativs gänzlich vermieden. Dennoch läßt das Gesamtergebnis der Aiptek - im Vergleich zu Camcordern aus der 300,oo Euro bis 500,oo Euro Preisklasse - zu Wünschen übrig. Im direkten Vergleich schneidet die GoPro HD Hero einmal mehr besser ab, wie im zweiten Videofilm zu sehen ist: Details, Farben und Kontraste kommen um ein Vielfaches besser zur Geltung.


Es bleibt abermals die bereits oben erwähnte Aussage festzuhalten, daß das Modell "Aiptek PocketDV Z300 HD" keine umwerfende Bild- und Videoqualität liefert. Inwiefern diese Aussage auch für alle anderen Aiptek Camcorder, insbesondere für die aktuellen Modelle "Aiptek AHD Z700 Extreme" oder "Aiptek AHD H12 Extreme" gilt, vermag ich nicht beurteilen zu können. Die kleine Aiptek fällt in die Kategorie "Fehlkauf", zumindest ist sie keine Alternative zu günstigen Camcordern, die wirklich mit 25,00 fps oder gar mit 50,00 fps aufzeichnen und preislich für rund 100,oo Euro oder 200,oo Euro mehr zu erwerben sind.
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