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Illustrierte aeronautische Mitteilungen: Jahrgang 1900 als digitaler Volltext

Eine der ersten Zeitschriften, die sich seinerzeit auf wissenschaftlichem und akademischem Niveau mit der Entwicklung der Luftfahrt bzw. Luftschiffahrt und Aeronautik beschäftigt hat, waren die "Illustrirten Mittheilungen", die im Jahre 1900 vom Münchener und Oberrheinischen Verein für Luftschiffahrt unter dem Zusatztitel "Fachzeitschrift für alle Interessen der Flugtechnik mit ihren Hilfsswissenschaften für aeronautische Industrie und Unternehmungen" herausgegeben wurde. Pennula bietet nachstehend den kompletten Jahrgang 1900 als digitalen Volltext an; aufgrund der Konvertierung mit der maschinellen Text- und Bilderkennung (Optical Character Recognition, OCR) ist es jedoch zu Format- und Rechtschreibfehlern gekommen, was allerdings bei insgesamt weit über 20.000 Einzelseiten aller Jahrgänge ein vernachlässigbarer Fehler sein dürfte.Die anderen Jahrgänge, die digital verfügbar sind, können in dieser Übersicht ausgewählt werden.


Illustrierte aeronautische Mitteilungen
Jahrgang 1897
Download: PDF, 300 dpi, 70 Seiten

Jahrgang 1898
Download: PDF, 300 dpi, 119 Seiten

Jahrgang 1899
Download: PDF, 300 dpi, 136 Seiten

Jahrgang 1900
Download: PDF, 300 dpi, 145 Seiten
Jahrgang 1901
Download: PDF, 300 dpi, 173 Seiten

Jahrgang 1902
Download: PDF, 300 dpi, 213 Seiten

Jahrgang 1903
Download: PDF, 300 dpi, 418 Seiten

Jahrgang 1904
Download: PDF, 300 dpi, 415 Seiten


Fachzeitschrift für alle Interessen der Flugtechnik mit ihren Hülfswissenschaften, für aeronautische Industrie und Unternehmungen.

Münchener und Oberrheinischen Verein für Luftschiffahrt

Vierter Jahrgang 1900 mit 112 Abbildungen, Figuren, Kurven, Plänen und 5 Kunstbeilagcn mit 8 Bildern.

Die Herstellung der Ballonstoffe.

Von K. Metel,

Die ersten von Montgollier hergestellten Ballons hc-slatideit aus grol»eiii LeiuwandslolT. welcher innen und aussen mit Papier beklebt war. Lange Zeit wurden rlic Aerostaten aus diesem Material verfertigt und die oft mit vieler Mühe hergestellten Gebilde trugen von vornherein den Stempel tler Gefährlichkeit und Unzweck-mässigkeit an der Slirne. Ein einziger Itegensehaiier zerstörte oft das Werk vieler Tage und Wochen. Zum Verwundern ist es. dass sich trotz der grossen l'nvoll-kominenhcit des Materials, zu der sich noch eine beispiellose Sorglosigkeit der Luft Schiffer gesellte, wenig oder gar keine Unglücksfälle« ereigneten.

Kurze Zeit nach Moiitgolficr benutzte der gelehrte Physiker Gharlcs das von Gavendish 1770 entdeckte Wasserstoffgas. Die ^Zweckmässigkeit des bisher zu den Ballons verwendeten Materials, die ganz besonders bei dem leicht dilfundirenden Wasserslolf zu Tage trat, brachte ihn auf den Gedanken, als Material die feste und leichte Seide zu nehmen. Nach seinem Vorgang wurde die Seide sehr häutig zum Ltalloubaii benutzt, wenn auch mittellose Erlinder und Geschältsactonauten noch den l'apicrhallon wegen seiner grossen Billigkeil vorzogen. Die Widerstandskraft gegen schädliche Kinllüsse suchten sie durch doppelten Lcinwandhczug zu erhöhen. Mont-golfier baute 1783 in Lyon einen Italinn, der aus zwei Schichten gröbster beinwand mit einer dreifachen Millel-lage von Löschpapier bestand. Die ernsten Acronauten jener Zeit, wie der Physiker Guytou de Morvean in Dijon, Pilulrc de Itozier in Itoulogiie, der Italiener Zuiubeccari in London, benutzten ausschliesslich Seide, und zwar meistens Ponghee-Seide. Bis in unsere Zeil gilt Seide wohl als der vornehmste Ballonstoff und wird immer da angewendet werden, wo es sich um Krzielung grosser Leistungsfähigkeit handelt. So bestand Andrt'e's Itallori aus Seide, ebenso der Itallon <Vega>, der im Oktober vorigen Jahres die Heise über die Alpen gemacht hat.

Wegen der grossen Kostspieligkeit der Seide war man schon frühzeitig auf einen Ersatz derselben durch die wesentlich billigere Baumwolle bedacht. Diesen Ersatz fand man in «lern feinen Kaliko und Perkaie. — Während die Anwendung von Seide immer mehr zurück-

ging und auf gewisse Ausnahmefälle beschränkt blieb, gewann die der llaumwolle immer mehr Hoden. Der Grund liegt, vom geringen Preis abgesehen, wohl auch tiarin, dass »Iii* Haumwollcninduslrie hinsichtlich der Herstellung feiner und doch fester Gewebe grosse Fortschritte gemacht hat. Ein grosser Theil des Ballons, man kann sagen der grösste, wird jetzt aus feinem Perkai gebaut, und eine Heihe grosser Staaten, wie Deutschland, Oeslerreich u. a., verwenden in tler Militäraeronautik ausschliesslich den Baumwollenballon.

Immerhin konnten weder Seide noch Baumwolle in Folge tler fliesen Stoßen anhaftenden Mängel als Ideal-sloffc gelten. Die Luftschiffer suchlen nach einem neuen Material, welches die Vorzüge der beiden bis jetzt verwendeten Ballonstoffe in sich vereinigen sollte. Diese Vor-theile schien die dünne, äusserst leichte und wenig poröse Goldschlägerhaut zu bieten. Schon im .lahre 1831 stieg der Luftschiffer Dupuis Dclcourt mit einem aus 200000 Hänichen gefertigten Ballon auf. Besondere Ausbildung fand die Verwendung der Goldschlägerhaut in England, woselbst die Ballons fies Militär-Luftscliiffertrains aus diesem Material verfertigt werden. Die jedoch tler Goldschlägcr-haul anhaftenden Nachtheile haben andere Staaten von deren Einführung in die Mililäraeroiniutik abgehalten.

Eine interessante Kombination verschiedener Stoffarten wandte GifTurd bei dem Kiesenbnllon der Pariser Weltausstellung im .lahre 1878 an. Er war aus folgenden Stofflugen zusammengesetzt: Musselin, Kautschuk, starke Leinwand, vulkanisirter Kautschuk, Musselin.

Auch die Metalle wurden schon frühzeitig ihrer sehr geringen Porosität wegen in den Ideenkreis der Luftschiffer hereingezogen. Der schon oben erwähnte Dupuis Dclcourt stellte IHM im Verein mit Marey-Monge einen Ballon von 10 in Durchmesser aus Kupferblech her. Das Experiment misslang jedoch gründlich, da die Lötstellen vollkommen undicht waren und ausserdem sich Kupfer als viel zu schwer erwies. Erst den ungeheuren Fortschritten der Wissenschaft und tler Technik in den letzten Jahrzehnten blieb es vorbehalten, auch das Problem des Metallballons zu lösen durch Anwendung des Aluminiums. War es auch zwar schon \H2't entdeckt, so konnte es

doch wegen der grossen Schwierigkeit der Herstellung und des hohen Preises ¡1 kg 1500 Mk.) nicht in Heträcht kommen. Die Entdeckung der Elektrolyse ermöglichte die fubrikmässige Herstellung aus kieselsaurer Thonerde, so dass jetzt der Preis bis auf ca. 5 Mk. pro kg gesunken ist. Nachdem auch das so viele Schwierigkeiten bietende Geheimnis* des Lötverfuhrens durch Anwendung einer Zink-Kupfer-Aluminium Legirung gelöst war, stand der Verwendung des Aluminiums in der Hallonlechnik nichts mehr im Wege. Besonders auf dein Gebiete des lenkbaren Luftschiffes schien in Folge der grossen Festigkeit, Leichtigkeit und Starrheit seine Zukunft zu liegen. Das vom Luftschiffer Schwarz konstruirte lenkbare Luftschiff bestand aus 0,2 mm starkem Aluminiumblech. Am 3. November I8D8 fand auf dem Tcin|>clhofer Felde bei Merlin der erste Versuch mit diesem Ballon statt, der insofern völlig glückte, als der Melallballon sich anstandslos in die Luft erhob. - Diese» Ereigtiiss, dessen Gelingen vielfach in Abrede gestellt wurde, kann wohl als ein Triumph der Ballontechnik bezeichnet werden. Aus dein grossen Interesse, das diesen Versuchen von Seilen der deiitsclicji Militäraeronaulik entgegengebracht wurde, kann man den Schluss ziehen, dass die deutsche Luftschiffahrt sich nicht damit begnügt, Althergebrachtes zu übernehme» oder Vorhercmpfundenes nachzuahmen, sondern dass sie bestrebt ist, selbstständig neue Bahnen zu wamlehi. Die Erfindung des Parscval-Sigsleld sehen Drachenballons, sowie das gegenwärtig in Arbeil befindliche lenkbare Luftschiff des Grafen Zeppelin werden als weitere Beweise für diese Behauptung angesehen weiden können.

Ausser den bis jetzt genannten Ballonstoffen kam in sehr vereinzelten Fälle» auch Leinwand zur Verwendung; Gummi und gedichtetes Papier haben insofern eine gewisse praktische Bedeutung, weil sie hei Herstellung von Piloteuballoiis in Betrachtung kommen. Eine Verwendung dieser Stoffe in grösserem Massstabe ist jedoch ausgeschlossen.

Anschliessend an diesen kurze» geschichtlichen L'eber-blick werde ich unter Benutzung der allerdings nur sehr spärlich vorhandenen Litteratur auf die einzelnen Ballonstoffe näher eingehen und die für den LuftschilTcr wichtige» Eigenschaften derselben einer kurzen Untersuchung unterwerfen. Eine spüler angefügte Tabelle wird über die Gewichts- und Festigkeitsverlialtnis.se einiger von mir vorgenommener Proben Aufschluss geben.

Für die moderne Ballontechnik kommen in Betracht: 1. Seide; 2. Baumwolle; 3. Goldschlägerhaut: 1. Aluminium.

Die Forderungen, die der Luftschiffer an ein gutes Material stellt, sind sehr grosse. Er verlangt l.eiehtig-keit, Dichtigkeit, Festigkeit, Elasticität, Unemplindlichkeit und, last not least, Billigkeit, und zwar alle diese Eigen-

schaften in mögliehst potenzirlem Maassc. Wie weit die einzelnen Materialien diesen Anforderungen genügen, wird aus dem Folgenden ersichtlich sein:

I. Seid».

Der Seidenstoff (gewöhnlich Ponghee-Seidci besieht aus dem durch Kette und Schuss vereinigten Scidengam, welches aus de» Fäden der Kokons zusammengedreht ist. Der äusserst feine Kokonfaden hat eine technisch verwertbare Länge von 300 - tiOO in. Er zeigt im Durchschnitt eine von zwei abgeplatteten Kreisen gebildete Form, seine Dicke beträgt 0,013—0,02h" mm. Besonders be-merkensWerth ist die Festigkeit des Seidenfadens. Erst bei einer Belastung von 13,02 kg pro Ojiadratmillimetcr tritt ein Meissen ein (ein Dritlel der Festigkeit besten Fhrllfl""'1""') Vielfach wurde zum Ballonbau der Seidentaffel verwendet, ein leinwandartig gewebter Stolf aus enlsehälter Seide mit Organsinkelte und Einschlag von Trainseide, Aus den Eigenschaften des Kokonfadens geht schon hervor, dass das Seidengewebe sehr leicht und fest sein muss. Den Vortheilen stehen alter auch grosse Naclitlieile gegenüber, welche vor Allem in der Höhe des Preises und in einer grossen Neigung zum Brüchigwerdeii bestehen. Die Atmosphärilien wirken auf den natürlichen Klehestoff des Kokonfadens in der Weise ein, dass derselbe in verhällniss-mässig kurzer Zeit verharzt. Die Folge davon ist eine gross*' Sprödigkeil, welche den Bruch der Fasern veranlasst. Ausserdem ist die Seide der Entstehung und Ansammlung von Elektrizität sehr günstig, so dass unheilbringende Entladungen nicht ausgeschlossen sind. Diese Nachthcile sind auch die Ursache, dass trotz der nicht zu verkennenden brillanten Eigenschaften der Seide vielfach dem BaumwoltenslofT der Vorzug gegeben wird.

2. Baumwolle.

Sie wird meist als Perkai bezw. Kaliko verwendet, welche Gewebe ebenfalls glatt, also nur aus Schuss und Kette gewoben sind. Das Baiimwollengar» entsteht durch Zusammendrehen der Baumwollfasern. Sehr gut eignen sich für die Zwecke der Luftschiffahrt die feinen indischen und aegyptischen Baumwolleiisorte». Die Baumwollfaser ist eine schlaucharlige, schraubenförmig gewundene Zelle, welche sich am oberen und unteren Ende verjüngt. Ihre Länge variirt je nach der Sorte zwischen 15 und 38 min, ihr Durchmesser zwischen 0,02 und 0,04- mm. Eine Beihe von Festigkeitsproben hat ergeben, dass zum Zerreissen einer Faser 2,5 1,5 gr erforderlich sind. Zur Herstellung der Ballons wird gewöhnlich eine doppelte Storilage mit einer dazwischenliegenden Gumiiiischicht genommen. J>ie guten Eigenschaften des Baiiuiwollensloffes sind grosse Festigkeit, Billigkeit und Geschmeidigkeit. Ein Nachtheil ist das verhältnissmässig hohe tiewicht. Da zu den im Vorstehenden erwähnten gulen Eigenschaften noch eine

geringe Empfindlichkeit gegen, die Atmo-sphäriliep kuuiuiL so ist die Verwendung der Haumwollc zu Ballonzweeken stetig im Wachsen l>cgriffen. Die 2 Slofflngen werden entweder parallel in Schuss und Kette aufeinander gelegt (parallel douhlirt) oder in der Weise, das» sich die Fäden in einem Winkel von 45° kreuzen (diagonal douhlirt). Im letzteren Falle nimmt zwar die Festigkeit gegen Zug um ein Geringes ah, aber man tauscht dafür den Vortheil ein, dass entstehende Risse möglichst lokalisirt werden.

3. Leinwand.

Benutzt wurde das feine Battistgewebe. Die Fasern des Flachses, aus denen in letzter Linie das Gewebe besteht, haben eine Länge von 30—40 mm und eine Dicke von 0,03—0,0(5 mm. Der Querschnitt ist rund. Nur in einigen wenigen Fällen wurde Leinwand verwendet, da dje feinen Leinengewcbe ebenso tlieuer wie Seide sind, ohne den grossen Vorzug der J^ekhtigkcit J5U_.bcsitffl?n.

4. Soldschlägerhaut.

Sie wird gebildet durch das feine Oherhäutchcn vom Blinddärme des Ochsen, welches gereinigt, aufgespannt, getrocknet, mit Alaunwasser gewaschen und mit Kiweiss überzogen wird. DicGrösse der einfachen Häute ist 90/27 cm. Selbstverständlich genügt die Dicke einer Iläutchenschicht bei Weitem nicht, sondern es müssen mehrere Lagen (6 — 8j aufeinander geklebt werden. Die Herstellung des Ballons erfolgt entweder nach dem patentirten Verfahren von Howard Lane mittelst Aufklebens der Häutchen auf eine Spindelform, oder nach französischer Art durch Aufbringen der Häutchen auf einen aufgeblasenen Modellballon. Zur Erziclung grösserer Fesligkeil und zur Lokali-sirung etwaiger Risse werden Bänder aus 5—öfneher Haut netzartig in Rhomben- oder Quadralform aufgeleimt. Die Goldsehlägerhaut hat bei geringer Porosität und genügender Festigkeil den Vorzug grosser Leichtigkeit. Diese Vortheile werden aber durch die Nachtheile, welche in der grossen Kostspieligkeit, in der schwierigen Herstellungsweise und der grossen Empfindlichkeit gegen atmosphärische Einflüsse bestehen, aufgewogen. Besonders der letzterwähnte Nachtheil verbietet die Anwendung der Goldschlägerhaut in unserem an atmosphärischen Niederschlägen so reichen Klima.

5. Aluminium.

Das geringe spezifische Gewicht 2,"M befähigt dieses Melall zur Verwendung in der Ballontechnik und es wurde schon erwähnt, dass es ausser zur Herstellung konstruktiver Theile auch als Ballonstoff benützt wurde. Die einzelnen Blechstreifen, aus denen sich der Ballon zusammensetzt, werden vernietet bezw. verlötet. Eine allgemeinere Verwendung von Aluminium wird nicht in Betracht kommen, sondern sie wird sich nur auf Spezialkonstruktionen erstrecken (Bnllonkappen oder bei kegelförmigen Ballons

der dem Winddriicke ausgesetzte konische TheilL Ist auch die Dichtigkeit dieses Materials eine sehr grosse und die Festigkeit des Stoffes an und für sich eine sehr gute, so muss doch ein solcher Ballon in Folge der vorhandenen inneren Spannungen mit der grössten Sorgfalt behandelt werden, weil durch ein leichtes Heben und Senken eines Theiles Risse entstehen würden. Ein weiterer Grund, der sich, abgesehen vom grösseren Gewicht, einer Verwendung entgegenstellt, ist, sofern nicht die Lenkbarkeil positiv erfunden isl, die Unhandlichkeit des Ballons vor und nach der Landung. Wie soll ein solches L'ngethüm, selbst wenn die difficile Landung ohne Schaden vor sich gegangen wäre, wieder heimlransportirt werden?

Vorgenommene Proben.

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Art dei Slnfli-i

Gewicht pro qm

Zbg-prube (lor-reiaien.i

Prurk probe

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Bemerkungen

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BaalDwollenetoff

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0.0-0,7 Atm.

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parallel douhlirt

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70 kg

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Kinforher Sfijeiiitoff mit Gummilage

1JB.& gr

3« kg

0.15 Atm.

0.M Atm.

Aellcrr. schon

länger gelagerte S<jrte,

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Doppelter SeMrmtoff mit doppelter Gutumllagu

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-

-

 

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GobUchligcr-buul «fai'h mit Firnis

1.15 |T

3b kg

-

-

 

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Raldwblli (erbaut »fach mit Fimi»

tW.» gT

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0.11 Alm.

0,13 Alm.

Aellerer SloH.

 

Aluminium 0,i mm »t&rk

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H3 kg

-

-

Da» Itetseen erfolgte au den

1 : !i 1 Ii i-

»teilen.

Zu den Heissprohen wurde die Perreau'schc Zcrreusmasrhine, tu den Druckproben die Dntrktromrael verwendet.

Andere Gewebe und Stoffe ausser den bis jetzl genannten kommen nicht in Betracht, theils wegen ihrer Rauhheit und Schwere (Hanf, Jute), theils wegen ihrer grossen Porosität und Hygroskopizität. (Wolle).

Auch eine Kombination verschiedener Stoffe wurde versucht und in der Praxis angewendet, hat sich jedoch als nicht lebensfähig erwiesen. Im Jahre 1894 wurden beider bayerischen Luftschiffer-Abtheilung eingehende Versuche mit einer Kombination von Seide und Goldschlägerhaut gemacht. Die Resultate waren negalive, da die Dichtigkeit nicht entsprechend war, ferner die Haut bei weit geringerem Drucke als die Seide riss und ausserdem eine dauerhafte Verbindung beider Materialien durch eine Gummilösung in Folge der durch die Fettsäure der Haut hervorgerufene chemische Zersetzung nicht möglich war.

Die aus Fasern gewebten Stoffe sind für sich allein

Hemerkung. Quellen für den Aufsatz waren: 1. Mordebeck, Handbuch der Luftschiffahrt und Taschenbuch für Flugtechniker, 2. Umschau. 3. Hoyer. Mechanische Technologie.

nicht im Stande, den Austritt der Gase, besonders des leichten Wasserstoffes, zu verhindern, und es erwies sich als unbedingt nöthig, die Poren der (iewehe durch ein Dichtungsmittel zu schliessen. Ein brauchbares Dichtungsmittel sollte: 1. die DilTussion möglichst einschränken,

2. durch Wärme oder Kälte nicht beeinflusst werden,

3. nicht ehemisch zersetzt (»der mechanisch zerstört werden und 4. die Biegsamkeit und Elastieität des Ballonstoffes nicht beeinträchtigen. Das in früherer Zeit am meisten verwendete Dichtungsmittel war Leinöllirnis (100 kg Leinöl, 4 kg Bleiglätte, 1 kg Einbra), welcher in mehreren Lagen und verschiedener Konsistenz aufgetragen wurde. Die grossen Nachtheile dieses Firnisses — Möglichkeit der Selbstentzündung, Klebrigkeit bei höherer Temperatur u. A. — Hessen die Luftscbilfer nach einem vollkommeneren Dichtungsmittel suchen. Gefunden wurde dasselbe im Gummi.

Die Liebenswürdigkeil des Herrn Konicr-zicnralhes Metzler, Inhabers der grossen Münchener Guumiiwaareii-fabrik, ermöglichte es mir, den Gummirungs-prnzess eingehend zu besichtigen.

Für die Giimmi-ruiig der Ballonstoffe kommt bester brasilianischer Paragiiinmi zur Verwendung, welcher in getrocknetem und stark

verunreinigtem Zustande in die Fabrik kommt Ein gründlicher Heiiiigungsprozess zwischen rotirenden Walzen befreit den Gummi von den l>ci-gemengten Holz- und Faserlheilchcn. Da der reine Gummi bei 0° schon hart und brüchig, bei SO— 50* aber schon sehr weich wird, so wird ihm ein Zusatz von Schwefel (10—15"/«) beigemengt, welcher sich lx'im Erhitzen aur 130—140° mit dem Gummi zu einer homogenen Masse verbindet. Durch diese Prozedur, das sogenannte Vulkanisiren, wird dem Gummi erst die für die Technik so werlhvolle Eigenschaft der Elastieität gegeben.

Für die Zwecke der Stoffguininirung wird der gereinigte Paragummi in einem Lösungsmittel .Benzin\ zu einer dicken, klebrigen, gallertartigen Masse aufgelöst. Das Aufbringen auf den StofT geschieht durch die Sireichmaschine (Fig. 1). Auf den Walzen a bewegt sieb der Stoff in der Biehtung der Pfeile. Der aufzubringende Gummi ist in Form einer länglichen Walze vor dem Messer b angebracht, welches sich in einem minimalen, sich stets gleichbleibenden Abstand von der Walze a,

t'ig. 1. Streichmaschine zum Dichten von Ballonstoff mitteUt Gummilösung.

befindet. Durch dieses Messer, unter dem der Stoff hindurchläuft, wird der Auftrag einer stets gleich dicken Schicht des sich von der Gummiwalze ablösenden Gummis bewirkt. Zur Vervollständigung des Prozesses läuft der Stoff auf seinem weiteren Wege über breite Platten C, Welche durch heissen Dampf (d Zuleitungsrohre| erwärmt werden. Während der Bewegung auf diesen heissen Platten erfolgt das Vulkanisiren. Da bei einem einmaligen Durchgang unter dem Messer nur ein unendlich [eines Gutnmihäutchcn aufgetragen wird, so wird dieser Vorgang 10—12 mal wiederholt. Hinter dem Messer b sind, in der gleichen Biehtung wie das Messer laufend, eine Heihc Metallspitzeu angebracht, welche die beim Prozess entstehende Elekricilät aufzunehmen bestimmt sind. Ein Kupferdrahl besorgt die Ableitung dieser Klektricität zur Erde. Die Stoffe, welche auf diese Weise gedichtet werden, haben sich in der Praxis als durchaus

zweckmässig bewahrt.

Einen Nachtheil halte der gummirtc Stoff, und zwar den, dass sich der Gummi unter dem Einfluss der stark chemisch wirkenden blauen und ultravioletten Strahlen des Sonnenlichtes bald zersetzte. Diesen Nacb-Ibeil hat man durch eine Gelbfärbung des Stoffes zum grösslen Theilebeseitigt, da hierdurch die schädlichen Lichtstrahlen absorbirl werden. Nach einer .Mittheilung der Firma Martini & Co. in Augsburg, welche die Färbung der Ballonstoffe für die bayerische Luft-schilferabtheilung bethätigt, geht dieser Prozess in folgender Weise vor sich: Der Ballonstoff wird, nachdem er die Weberei verlassen hat, einem EntschlichtungspTO-gern iintciWinten, durch den die zur Vorbereitung auf den Wehstuhl iiothwendigen, der Kette upplizirtcu Materialien, wie Stärke, Pflauzenleim, Fette u. s. w., zum Theile wieder ans deih Gewebe entfernt werden. Die so vorbereiteten Stoff" gelangen nun in die Färberei. Hier wird die Waare auf .ligger« gen imiten Farb-maschinen durch die Farbllotle passirl. Dieser Prozess nimmt für .'HtO in, welche sich auf je einer Walze befinden, ca. I Stunde in Anspruch. Die Farbllottc wird nach und nach zum Kochen gebracht. Nach der Färbung wird der Stoff in reinem Wasser gespült, abgequetscht und auf mit erhitzter Luft geheizten Spannrahmen ge-IrockneL Die zum Farben verwendeten Farben gehören zur Gruppe der substantiven Farbstoffe. Eine Gewichts-

zunahmt« findet nicht statt, eher das Gegentheil, weil wahrend des Durchganges durch die kochende Flotte die denn Gewebe trotz des Kntschliehtungsprozcsse.s noch anhaltende Schlichte entfernt wird. Der durch den Färbe-prozess hervorgerufene Kingang des Stoffes wird durch die Spannrahmen wieder ausgeglichen.

/.iiin ScIiIus.m; im'iehle ich nicht unterlassen, einen Frozess in kürzt?!) Zügen vorzuführen, der /.war schon frühzeitig entdeckt, aber lange in der Technik nicht die gebührende Würdigung gefunden hat, und der vielleicht auch für die Ballonstoffe eine Zukunft hat: es ist das .Mei-cerisiren. Während die weiter vorne angerührten Dichtungsmittel die Foren des Gewebes nur mechanisch überdecken, lindet beim Mcrce risircu durch chemische Kinwirkiing ein Verschluss der Foren statt. Durch einen Zufall kam schon im Jahre lHii- John Mereer auf die

fl*. 2.

Baumwollenfaaer

imilcro>kn[iai-h vcrur.i lumen i»l uml c.uti. nla . ■ 1 > uml |»i»r<-h« linllt ilurrh natürlich'.- ii.iumw»ll. liliui-r.

Kntdeekung, dass llaumwollenstoff durch Behandlung mit Natronlauge erheblieh einschrumpft, wobei derselbe aber zugleich bedeutend dichter wurde. Die eigenlhüinliche Veränderung, welche die Baiiinwollenfaser bei dieser Behandlung erfährt, kann auch di)fch Schwefelsäure und Chlorzüiklösung von bestimmten Koii/.entrationsvcrhäll-nis,sen hervorgebracht werden. Die im gewöhnlichen Gewebe zusammengeschrumpften, bandartigen Fasern (Fig. 2.1 i|iiellen gleichsam auf iFig. .*b, woraus ein Verschluss der Poren resiiltirl.

Die Kinwirkiing der Natronlauge (auf 100 Theilc jl—2f> Thcilc festes Act znalron ■ ist zunächst ein chemischer Frozess, indem das starke Alkali mit der Cellulose die sogenannte Alkalieellulose bildet. Wäscht man die Baumwolle nach der Behandlung mit Natronlauge in Wasser

aus, st) wird die von tler Cellulose aufgenommene Natronlauge weggespült: es resultirt jetloch nicht die ursprüngliche Cellulose, sondern es verbleibt ein Molekül Wasser zurück: es hat sich also ein Hydrat tler Cellulose gebildet. Durch diese Wasscraufnahme — dieselbe beträgt i-,5—0,5 'S — muss sich natürlich das Gewicht der inercerisirteii Faser erhöhen. Die physikalischen Acnde-rungen bestehen in der Kr/ieliing einer grösseren Festigkeit und in tler Krlangiing eines leinen seidenartigen Glanzes. Letzlerer entsteht dadurch, dass sich die äussere rauhe Haut (Cutieula) tler Faser aullöst, so dass die Faser durchscheinend wird. Die für den Ltiftsehiffer in Frage kommende wichtige Veränderung ist die durch den Frozess hervorgerufene grössere Dichtigkeit. Für den Färber ist es von Wichtigkeit, dass der Stotf nach dein Meicerisiren eine bedeutend erhöhte Anziehungskraft für die Farbstoffe

rrt» u

Mikroskopische» Bild der merceriairten Fasern

und durchai-lintu .lurvh ümsltm.

gewtinneii hat. Die Knlileckung Mercers fand zunächst keine technische Verwendung, da der l'ebelstand des Kinschrumpfens der Faser zu sehr gegenüber tleu Vorzügen tler Festigkeit und lies intensiveren Färbeverniögcus überwog. Die erste Anwendung fand tlas Verfuhren zur Krzeiigung der sogenannten Crcponarlikel, deren Herstellung nach dem bisher Krwähnten leicht verständlich sein wird. Zwei Crefelder Färber, Thomas und l'revost, suchten den Nachlhcil des Kinsehriimpfens abzustellen uml ihre Versuche wurden von Krfolg begleitet. Das Verfahren, welches sie anwemlen, besteht darin, dass sie tlie inercerisirteii Fasern unter Beibehaltung der Spannung auswaschen, bis tlie in der Faser vorhandene innere Spannung nachgelassen hat. Die Ausführung dieser Methode kann mit der Faser sowohl im versponnenen

lo

Zustande (Garn) als auch im verwehten vorgenommen werden.

Das Merccrisationsvei fahren wurde Iiis jetzt zwecks Dichtung von Ballonstoffen nur in äusserst heschriiiiktein Maasse versucht. Kine genaue Untersuchung inoreerisirlor

Sloffr hinsichtlich der Gewichtszunahme, der Fcstigkcils-uiid Dicht igkeitsverhültnisso, des Kinllusses der entstehenden Alkalicellulosc mit Firniss nini Paragiimmi wäre sehr erwünscht, um volle Klarheit über den Werth dos Morcrii-sirciis für die Itallnnleclmik zu erhalten.

Das Luftschiff des Grafen von Zeppelin.

Von

II. Moeuebwk,

M.iii|ilii).inn »i- Ki>m|>-•'lii'f im l'iixsnrlilleiic-lt^l. Nr.

Die Arheil der Gesellschaft zur Förderung der Luftschiffahrt in Stuttgart, der Dan eines Luftschiffes, beruhend auf Flauen nach den Ideen des Grafen v. Zeppelin, ist das bedeutendste Unternehmen, welches seil der Kründung des Luftballons in der Acronaulik verwirklicht woiih.Mi ist. Die Aufmerksamkeil, welche dasselbe allgemein linde), ist eine natürliche und berechtigte. Wir bewundern aber an ihm weniger die F.rliudiiug, welche doch immerhin sich auf einer grossen Hciho früherer Krfaliriingen aufbaut, noch die technische Ausführung derselben, die unseren Ingenieuren zur F.hrc gereicht, nein, Alles das ist nichts gegenüber der bisher unerreicht dastehenden Knergie, mit der es dem Grafen v. Zeppelin gelungen ist. eine Gesellschaft zur Durchführung seiner Pläne zu begründen. Ks war kein leichtes Werk, diese Aufgabe zu lösen. Fast unendlich schien die lleihc der Schwierigkeiten, die erst nach jahrelangen Kämpfen, nach vielen Misserfolgen, nicht nur ontmuthigonder, selbst deiiiiithigendcr Natur, überwunden werden konnten. Ks gehörte eben ein Charakter, ein fester Wille dazu, um unbeirrt durch alle ertragene Unbill «las vorgesetzte Ziel weiter zu erstreben und zu erringen: es gehörte dazu eine Persönlichkeit, die, idealistisch veranlagt, in der hohen Schule des deutschen Oflizicrknrps aufgewachsen war, wo besagte Kigcnschaften gepllegt und entwickelt werden.

Das Luftschiff steht heule fertig vor uns. In der grossen schwimmenden Halle bei Manzell auf dem Bodensee häng! der 128 in lange Aluminiumkoloss in Gurten und harrt der günstigeren Jahreszeil, um, mit Wasserstoff gefüllt, vom Stapel gelassen zu werden.

Das Gerippe des Itallonkörpers (s. Lichtdruck) ist eine aus Alumiiiiumgillerwerk hergestellte 21 flächige Säule von 11,115 m äusserem Durchmesser, die nach ihren beiden Huden hin spitz zuläuft. Die 21 Langgüter au den Säulenkaiilen sind durch lti Querwände, gleichfalls aus Gilterwerk und Spanndrähten bestehend, miteinander verbunden. Letztere (heilen den Baum in 17 selbstständige Abiheilungen von je H m Länge. Die beiden spitz verlaufenden Hndabtlieilungen haben nur je i m liinge. Alle Kcken sind durch diagonale Spanndrühle miteinander verbunden. Das Aluniiniumgerippe ist sodann

Innen und Aussen mit einem engen Mast hennciz aus Bauiicfaser versehen, um den inneren Gasballons bezw. der äusseren Schulzhülle eine weiche Aulagelläclie zu geben.

Die Gashüllcn. welche den 17 Ablhciliingen gemäss geformt sind, bestehen aus einfachem iriiminirlen Baum-wulleiisloff, der nach einem neuen Verfuhren durch Koiijakil besonders gedichtet wurde. Jeder Ballon isl mit einem metallenen Sicherheitsventil verschen. Manöver-venlile zum Auslassen von Gas haben nur 5 Ballons. Ks sind dies mittelst Federn geschlossen gchallcne Tellerventile: die Venlilleinen laufen ausserhalb der Ballons au den Querwänden entlang in Aluniüiiumröhrcn und werden nach Heraustreten aus dem Ballonkörper über Bollen muh den Gondeln (s. Fig. 1) geführt.

Aeiisserlich ist der Ballonkörper inil einer Sehulz-schichl umhiilll. deren obere Hälfte aus Pcgamoidleinwaml beslehl, während die liniere aus sehr leichter, weisser Seide gemacht ist. Diese am llallonkörpcr angeschnürte Hülle dient lediglich dazu, ihn äusserlicli glatt zu machen und die Konstruktion vor Willerungseinllüssen zu schützen. Nebenbei hat sie den Votlheil im Gefolge, die Wirkungen der Insolation auf die Gasballons durch den mit Luft gefüllten Zwischenraum von etwa 10 cm Dicke zwischen ihr und den Gashüllcn abzuschwächen, bezw. durch die in geringem Maasse bei der Fahrt dauernd durchmessende Luft fast zu beseitigen.

Der Gesammtiiihall des Ballonkörpers beträgt 11300 cbin (Ballon P. Hacnlcin 250S .bin, Henurd-Krcbs ISIi-t ebm, Schwarz H(H*7 cbnil.

Zwei Steuerpaare sind am Ballonkörper (s. Fig. Ii befestigt, das eine als Verlikalsleuer vorn oberhalb und unterhalb der Spitze, das zweite, ebenfalls ein Verlikalsleuer, hinten seitlich. Klwa l\ in unterhalb des Ballons und H2 m enlleint von jeder Spilzc belinden sich je eine Gondel aus Aluminium. Dieselben sind h* in lang, 1,8 in breit, 1 in hoch und mit dem Ballongcrüst durch 1 Slangen und 1 Streben starr verbunden. In jeder ist ein II» HP. Daimler-Benzinmolor monlirl. Die Pro|K'ller sind etwas unterhalb der Längsachse des Bulloukör|>ers rechts und links oberhalb der Motorc angebracht.

Der Transmission ist ganz besondere Sorgfalt zu-

gewandt worden, indem sie, mit Rücksicht auf die heim Versuch mit «lern Luftschiff Schwarz gemachten üblen Erfahrungen derart konslruirl worden ist, dass sie auch durch geringe De formal innen des Luflschiffkörpcrs nicht ausser Ret rieh geseLzt werden kann. Die Gondeln sind mit einander durch einen 5t) m langen Laufgang verbunden.

Jeder Motot ist viercylindrisch (s. Lichtdruck) und mit elektrischer Zündung mittelst Magnetinduktor versehen.

Hei 700 Touren in der Minute erreicht er seine Maxiinalleislung von 10 Pferdestärken: sein Gewicht beträgt 325 kg.

Die Propellcrschranbeu aus Aluminium sind vierflngelig und haben den verhältnisstnüssig kleinen Durchmesser von 115(1 mm: die Blätter haben luu mittlere Steigung. Der Antrieb geschieht durch Zahnrädcrüberselzung: sie machen 1100 Ilmdrehungen in der Minute, .lede Schraube wiegt 15 kg.

Fi*

Die Fertigstellung des Baues hat sich länger hinausgeschoben, als im Voranschlage angenommen war. Gegenwärtig steht der Bau nun fertig vor uns, und es wird allgemein die Frage akut, werden die Fahrversuche in der besseren Jahreszeit das erfüllen, was man sich von jenem Luftschiff verspricht? Man kann diese Frage nicht mit einem unbedingten - Ja» beantworten, weil wir alle hier vor einem Problem stehen, bei welchem unsere menschlichen Erfahrungen noch äusserst gering sind. Auch die früheren Versuche können keinen Anhalt bieten, weil, sowohl im Allgemeinen, wie im Einzelnen, sehr viele neue Ideen in jenem Luftschiff verkörpert worden sind, deren Erprobung im luftigen Element bisher niemals staltlinden könnt«'. Man muss weiterhin berücksichtigen, dass nicht nur die Sache an sich völlig neu ist. sondern dass auch wir Menschen, wenn wir solche Versuche vornehmen, sie zunächst gewiss sehr ungewandt und befangen machen werden. Solche Betrachtungen führen zu dem Schluss,

f

Planskizze de« Lnftschülca des Oralen

Motore und Schrauben sind zuvor auf einem Boote I auf dein Rodcnsce einer sehr gründlichen Prüfung unter-zogen worden ls. Lichtdruck'). Die allen Kapitäne der Bodcnseedampfer waren nicht wenig überrascht, als sie eines Tages ein Boot neben sich herfahren sahen, welches sich mit schrecklichem Getöse mittelst einer

Luftschraube forlhewegle. Seil j<.....r Zeit war ihr Glaube

am Gelingen derZeppelin'scIien Erfindung unerschütterlich.

Das Boot war 11 m lang, 2 m breit und hatte HO cm Tiefgang. Anfänglich war es nur mit einem, später mil zwei Duimler-Beiiziimioloren versehen. Der zweite Motor war in jeder Beziehung gleich denen des Luftschiffes. Der hinlere leistete nur lU Pferdestärken bei ötiO Touren in der Minute: er hatte Glührohrflummcnzüiidiiiig und Riemenantrieb.

Die hintere Schraube war dreiflügelig. halle 1250 mm Durchmesser und machte IHK) [Jndreliiuigeii in der Minute.

Das interessante Ergelmiss dieser Vorvcrsuchc war, dass die Fahrgeschwindigkeit des Bootes bei Einsetzen der hinteren Sehraube allein 11 km, mit allen drei Schrauben zusammen 15 km in der Stunde betrug.

v. Zeppelin in «einer Banansiährong.

dass sich noch mancherlei Friktionen einstellen können, und dass es sehr viel leichter ist, als Skeptiker Hecht zu behalten, wie als überzeugungstreuer Glaubender an ein Gelingen dieses grossen aeronautischen Werkes. Dem Letzleren daraufhin aber im Brustton der l'eber-zeiigung jedes Gelingen überhaupt abzusprechen, ist eine Verniessenheil, die der Intelligenz eines mil solcher Ansicht sich Brüstenden nicht zu besonderer Ehre gereicht.

Hat bisher ausschliesslich der Erfinder und der Ingenieur an jenein Werke gearbeitet, so tritt nunmehr der Luftschiffer hinzu, und es beginnen jetzt die viel schwierigeren und die gefährlichen Arbeiten. Was man nicht kennt und nicht kann, muss man jetzt lernen. Der Laie stellt sich den Versuch sehr einfach vor, er denkt, der Ballon wird gefüllt, herausgefahren, hochgelassen, und fährt nun, wenn das Werk den Meister lobt, nach allen Richtungen hin und her. kehrt schliesslich zur Bauhalle zurück und wird dort verankert. Misslingt der Versuch, so wird er abgetrieben, kippt vielleicht auch und fällt in den Bodenscc, oder strandet auf dem Lande, ähnlich wie das Schwarzsehe Luftschiff in Berlin.

Die Zahl der Zufälle, welche bei den Versuchen

«'itilrrU'ii können, ist bei Hein gänzlichen Mangel an Kr-lähruiigcu gewiss eine grosse uiiil vi in vornherein nielil zu übersehen«!«'. Daraus lolgt von selhsl, «lass ilie Versuche sehr allmählich nach einander ausgeführt werden und sich über eine längere Zeitspanne erstrecken müssen, wenn mau das Verlrauen zu jenem Gefährt und die Gewähr für einen endgilligen Krfolg erringen will.

Schon die Füllung dieses Ballons mit ll,.'J(Kt «bin Wasserstoffgas ist eine technische Leistung, die eine Beilic besonderer Krliudungcii und eine vorsichtige Leitung bedingt. Graf Zeppelin hat zu besagtem Zweck eine Langseile des schwimmenden Schuppens mit einem Bölncnsyslcm versehen, durch welches die 17 Ballons mit den aussen au die Bauhalle hei anzufahrenden l'oiitoiis mit Güstins« heu in Verbindung gebracht werden. Mau stell«' sieh mm vor, dass die Füllung aller Zellen ziemlich gleichmässig geschehen muss, da andernfalls der lange Hullonkoi|H>r stark auf Zerbrechen beansprucht wird. Dies durchzurühren, muss in jedem Ponton ein mit dessen Böhrensyslein vertrauter Mann sitzen, ferner ist bei jeder Ballonzelle am Zuleiliiugssehlaueh ein Mann uothig. Das Kommando über die Füllung muss eine l'erson haben: «liese hat wiederum mehrere l'ntcrboanttc uothig. um in dem langen Luftschiff und ausserhalb der Halle in den Foulotis alles überwachen zu können. Dazu kommt, dass das Gelöse des aiislliessendeu Gases ein derartiges ist, dass die mens« bliche Stimme nicht mehr zu verstehen ist. Man braucht demnach allein zur Füllarbeit lies Luftschiffes ein gründlich inslruirtes und geschultes Personal von etwa fo Mensehen. Die IW'g«'-lung der Belastung während dieser Arbeil Iwilurf einer weiteren besonderen Aufsicht.

Nach Beendigung der Füllung tritt eine neue, nicht einfache Aufgabe an den Kxperimeutator heran, nämlich die zweckmässige Befestigung des Luftschiffes auf dem Floss. In der vor Winden geschützten Ballonhalle vermag mau durch Belastung den Ballon nieder zu hallen. Ausserhalb der Halle ist eine Befestigung an Tauen durchaus geboten. Mcnschenkräftc allein reichen hierzu nicht aus und wären auch zu unzuverlässig. Ks müssen also am Floss Flaschenzüge angebracht werden, durch welche die Haltelinie durchzuführen sind Zur Bedienung derselben ist ebenfalls wieder ein sehr zuverlässiges, eingeübtes Personal erforderlich. Man muss berücksichtigen, dass «Iraussen auch bei ruhigstem Wetter st«ds etwas Wind vorhanden sein wird, welcher den Ballon bald von dieser, bald von jener Seile anpackt. Die nächst«' Sorge wird die Feststellung der Stabilität des Fahrzeuges betreffen. Dazu muss es an den Tauen genügend hoch gelassen werden. Ks muss unbedingt angestrebt werden, dass die Längsachse des Luftschiffes stets horizontal bleibt, sowohl beim Steigen wie beim Sinken. Die Lastvcrlheilung muss im Schwebezustand

geregell, das BN) kg schwere Laufgewicht vorher entsprechend festgelegt werden. Ks erübrigt dann weiter» nach llöhcrlusscu au ileu Tauen, festzustellen, ob auch das Km kg schwere lläiigelau keine Gleichgewichtsstörung verursacht.

Isl tu diesen Fragen Klarheit und Sicherheit vorhanden, so erscheint es uns praktisch, die Motoren zunächst auf dem am Floss au losen Tauen kurz befestigten Fahrzeug in Gang zu setzen, um zu prüfen, ob nicht «loch die Deformationen in F«>lg«' der Guslülluiig und der angehängten Last derartige geworden sind, dass dit* Transmission versagt. Man wird ferner, wenn «las Luftschiff an den llallclanen etwas höher gelassen wird, an seinem Aufsetzen beim Inhclrichsscl/.cn der Maschinen einen Anhalt über die Wirksamkeit <I«t Motor«' in der Luft erhallen. Kine weitere, nicht einfache Aulgabe ist das Ablassen des Luftschiffes vom Flosse. Ks wir«! in der Luft an den Ilallelauen pendeln, was zur Folge hat, dass ein Thcil der letzteren sich früher aus den Flaschen-zügcii herauszieht. Gelahren durch Veriiesleln des Tauwerks und Milreissen von Mensehen wären in solchem Falle nicht ausgeschlossen. Man muss also die Vorrichtungen helfen, dass ein allmählicher l'ehcrgaiig von den vielen seilliehen Haltestellen nach einer einzigen centralen am Ilängetau eintreten kann, welche ohne Gefahr schnell zu lösen isl.

Betrachten wir nun die Schwierigkeiten der Fahrt. Man wird ein recht ruhig«'* Wetter lür diesen Versuch auswählen und zunächst möglichst lief bleiben. Nach Berechnungen wiegt das Luftschiff mit Bemannung (ohne Ballast) etwa HUKXikg. Die Bemannung ist veranschlagt auf den Führer, zwei Ingenieure und zwei .Maschinisten.

Das Luftschiff ist ein Ballon mit allen seinen Votum! Nachtheileii und zugleich auch eine Flugmas« hine. Für «lie Letztere scheint uns die Bcinaimuiig ausreichend, für Krslcrcu nicht. Das Schwierigste bei der Fahrt ist nicht, die Molore in Gang zu setzen und die Steuer zu bedienen, das Schwierigste isl ganz gewiss, die Stabilität des Luftschiffes im Liillinceie zu erhallen, d. Ii. die andauernde aufmerksame Berücksichtigung der dabei zusammen arbeitenden Faktoren, nämlich Gasverluste. Gewichlsverscluebiingen und Windeinwiiknngcn. Das sind Ding«', für die eigentlich nur ein erfahrener Liil't-sehilTer vorgebildet ist, bei welchen vom scbnelh'ii und richtigen Knischluss Tod und Lehen abhängt. Wir glauben nicht, dass der Ingenieur sich zu gleich schneller Knl-schlusslahigkcit wird aufraffen können. Kine solche Kigeiisehaft isl nicht der Natur seiner täglichen Beschäftigung angemessen, Ks ist dies nicht allein Sache des Charakters, .sondern es gehört auch lebung und Gewohnheit, vor Allem aber «las nothige Selbstvertrauen dazu. Nun muss andererseits freilieh zugestanden werden, dass auch für den Luflscliiffcr beim

I.'S

Zeppelin* sehen Luflsi hiff Vieles vorhanden isl, was ausserhalb des Meirichs menschlicher Erfahrung liegt. Also auch er kann hier nur mit grosser Vorsicht zu Werke gehen, um zunächst erst zu leinen, was er noch nicht weiss. Ks ließt auf der Hand, dass die Gasverluste hei den 17 Malions mit der Zeil verschiedene sein werden: so lange ihre Vei thcilung auf heide Mallouhälften annähernd diu gleiche ist, oder so lauge durch Verschiebung des Laufgewichts oder Mallastauswurf der Ausgleich stattfinden kann, wird das wenig ausmachen. Nolliweudig wird es aber werden, dass in jeder Gondel, in jeder Hallte des grossen Waagehaikens sich ein Lullschilfer befinde, der ausschliesslich seine Aufmerksamkeit den Gassäcken und der Stabilität des Fahrzeuges zuwendet. Ein nicht gleich richtiges Zusammenwirken beider könnt wohl bei Kigen-bewegung des Luftschiffes durch ein Morizoiilalsteuer ausgeglichen werden.

Wir übergehen hier die Frage, wie man tnil solchem Luftschiff ralireu muss, um von einem Ort zum anderen zu gelangen, weil sie bereits ein vollendetes Luftschiff voraussetzt, und wollen daher nur noch das Landen desselben einer kurzen llctrachlung unterziehen.

Pas llcrahgchcu bis auf die Wasserfläche wird durch gleichmässigcn Gasauslass in beiden Lul'lschiffhällleit unschwer erreicht werden. Dabei wird iiuin die Vorsicht

gebrauchen, eine rechtzeitige Entlastung vorzunehmen, um nicht auf das Wasser aufzuschlagen. I'nserer Meinung nach muss das Luftschiff alsdann unbedingt durch ein Dampfschiff hugsirl weiden. Es wird Mühe machen, dasselbe so zu fuhren, dass es unter Zuhülfenahnic der eigenen Triebkraft richtig und sanft auf dem Floss wieder aufsetzt. Menschen auf dem schmalen Floss konnten hierbei leicht gefährdet werden, sie dürfen erst herankommen, wenn das Gefährt auf dem Floss, unter Wind gehalten, steht. Es muss also eine entsprechende Entgasung der Zelleit vorgenommen werden. Dass der Itallon schliesslich von demselben Dampfschiff gehalten werden muss, welcher das Floss zieht, ist selbstverständlich.

Hiermit wäre im Allgemeinen eine Vorstellung von den Schwierigkeilen der Versuche gegeben, aus denen sich Jeder klar darüber werden wird, wie leicht durch kleine Versehen das an sich grossarlige liniernehmen scheitein kann. Ks isl, wie erwähnt, nicht Alles zu übersehen und vorauszusagen, weil auf den neu gewonnenen Erfahrungen sich alle weiteren Massnahmen aufbauen werden. Das eine möchten wir wünschen, dass

ltällllich dieienii/en , welche Zej| .....t Kr

tiiit und beben an die Förderung eines so bedeutsamen aeronautischen Problems setzen^ iIi gor ech I er W eise gewürdigt werden.

Ballonfahrt des Oberrheinischen Vereins für Luftschiffahrt am 5. Oktober 1899.

Stolbcnr.

Wenn ich die Ballonfahrt am l>. Oktober und iIip L-indung in Sirassburg Iiier beschreibe, so möchte ich tKMWtg bemerken, dass es sich hier nur um den Bericht eitles Laien tnut Amateurs handeln kann und dass wir über etwa sicli daran knüpfende technische Kragen nur von den Fachmännern unseres Vereint befriedigende Auskunft haben können. Wenn wir sonst zu vornehmen gewohnt sind, dass ein Ballon oft in kurzer Zeil überraschend grosse Streiken, wie es selbst die Transpurtkunst der Eisenbahn nicht vermag, zurücklegt, so haben wir es bei diesem jüngsten Aufstieg des V'ereinsballnns mit einer überraschend langsamen Fahrt zu Ihiin, bei der in fast I 'i Munden kaum einige Kilometer zurückgelegt wurden. Dennoch ergab unsere Fahrt einige ganz besondere und seltene Momente, bei denen wir ein ganz eigenartiges Vergnügen ausgestanden haben und deren Erzählung, wie ich hofTe, auch Ihr Interesse finden wird.

Herr Hauptmann Knopf und ich hatten bereits im April uns für eine Freifahrt angemeldet. Bekanntlich erlitt unser Luftschiff aber Anfangs April bei Uindung nach einer meteorologischen Fahrt eine derartige Havarie, dass vorläufig, ehe der Schaden reparirt war. an einen neuen Aufstieg nicht gedacht wer den konnte. Die Reparatur ist während des Sommers geschehen — und jetzt — Anfang Ok tober stand unsere tadellos geflickte l.'rania wieder für Freifahrten zur Verfügung. Ich möchte hier noch bemerken, dass unser Vcrcinsballon bereits zu den grossen Kugelballuns zu zählen ist. Er fasst über 2iXK)cbm. die bei Füllung mit Leuchtgas i ii. 2<l. hei Füllung mit Wasserstolfgas -H) C.cntner beben. Die Witterlage des 5. Oktol war interessant und zur Verlegung eines Anfallt auf den ti oniniirend. Am 5. erstreckte »ich ein Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln und Italien, dazwischen zog sich von Südwcslfrank-reich in einer schmalen Zone über Europa nach Skandinavien eine Depression. Wir lagen an der Grenze dieser Witteriiiigsgcbicle. Ks bildeten sich einige lokale Depressionen, aber am Ii. war der Ihn lulruck mehr nach Mitteleuropa vorgeschritten und das Wetter für den Aufstieg direkt günstig und vielversprechend zu nennen. Wir schienen auf eine weite Fahrt hoffen zu dürfen unil bedauerte ich bereits lebhaft, meinen l'lan zu Hause liegen gelassen zu haben. Da Herr Knopf im letzten Augenblick verhindert war, an der Fahrt theilziiuelimen. so trat Herr Leutnant George an seine Stelle. Daher kommt es, dass speziell in französischen Zeitungen Herr Knopf als Theilnehnier au Stelle des Herrn Leutnant George genannt worden ist.

Die Füllung des Kations geschah auf dem Kxcrzirplatz vor dem Sleinlhor, wo bekanntlich der Vcrcinsballon stets aufgestiegen ist. Es war gegen 9 Uhr, als der llallon abgeschlossen und der Korb an die Auslaufleinen angckrichcll wurde. Der llallon wurde ab-' -.■■ii. d. h. es kamen so viele Sundsäckc weg, als das Gewicht

V1-

Barographenkurve d Ballonfahrt am 6. Oktober 1899

unserer inzwischen einge- ___

sliegenen Persönlichkeiten ~--' Vt ~

ausmachte, so dass der

llallon grade die List trug und schwebendes Gleichgewicht da war. Wir hallen nach dem Auswiegen im Ganzen noch tVi Sack Ballast h IM) kg und einen nicht unbeträchtlichen Frühstückskorb. Unsere Kleidung war ziemlich stark, was bei dein kräftigen Nordwest an der KrihilH-rlliiche angenehmer als oben in der Lufl war. wie wir später sehen werden. Die wissenschaftliche S«ile war für die verschiedenen Messungen durch Federbanmieter. Barograph, Aspi-laiioMslhermometer und Psychrometer zusammen mit dem Mo.ile-becVschen Taschenbuch und seinen beipienien Tabellen glan/einl vertreten Wenn (heilweise in den Zeitungen stand, dass wir beni Fall des Ballons die Instrumente über Bord geworfen hätten, so ist das falsch. Wir haben alle Instrumente gebraucht, verschiedene Ablesungen notirt und die Instrumente heil wieder mit herunter gebracht. Das Aspirationstheriiioinetcr ist allerdings beschädigt worden, aber erst im Augenblick der Landung Dies Instrument war eben nicht im Korb, sondern bekanntlich wegen der Strahlung ein paar Meter ausserhalb desselben. tJeberhuupl hat die Presse auch Anderes nicht ganz richtig dargestellt, was aber auch kaum zu vermeiden war. denn man kann nicht so leicht Berichterstatter hallen, die. wie Heer von der «Neuen Züricher Zeitung», in Freifahrten geschwelgt haben.

Doch zurück zur Abfahrt. Der Ballon rauschte, zerrte und zeigte sich ungebärdig, als ob er es gar nicht erwarten könnte, uns einen Possen zu spielen. 8 Ihr K Min. kommaiidirte Leutnant Fingorhuth «los» und langsam, bei ziemlich kräftigem Nordwest bebt sich der Ballon. Obgleich wir sofort Ballast warfen, blieb der Ballon — ich möchte beinahe sagen «der Tradition gemäss» — an den Telegrapbeiidrälilen am Glacis einen Augenblick hängen, kam aber bei erneutem

Sind werfen — die Auffahrt kastele uns im Ganzen -ts Sack

— bald wieder frei. Wallgraben. Iläiiservierecke tauchten unter uns auf und entfernten sich schnell, seilet das Münster senkte sich bald. Wir waren in drei Minuten bis zum Bahn-hofsplutz gefegt, dann stiegen wir rapid in dem dicken Grau des Nebels und nach wieder drei Minuten halten wir die hässln he nasskalte Zone hinter uns und standen im reinsten Sonnenglanz über den wallenden Nehelmasseii Im listen hoben sich der Buckel der Hurnisgrindc und einige hu. liste Punkte des Kniebis aus dem Dunst, im Westen, kaum merkbar, als dunkle Streifen ein Theil der Millelvogesen. Im Süden thronte majestätisch eine grosse Wolkenmasse. deren Konfiguration wohl mit dem Hochgebirge hinter ihr Aehnlicbkeit haben mochte. Hechts in der Tiefe

iirschicn auf dem Nebel wiederholt der li.-illonsch.ilInn, ein geisterhafter Schallen in dieser sonnigen stillen Well. Doch das Gefühl des Alleinseins im weiten l.ullozcan hoch über der Erde blieb nii'lil lange. Obgleich unsere Iiarometerhöhe Ii Ihr 2.H Min. bei K (Vlsius (»{-*> min U-trug. also Hchhrnliöhc, drang jetzt noch tleilllirli das Köllen der Kiseiibahnzüge 7.11 lins herauf, wozu sieh noch die inililärisi hen Signale wie Trommeln und Minsen gesellten Da zerreissl mal der Nebel: direkt unter uns sehen wir einen halhcii Wcllblci h< ylindcr. ilen Personenbahnhof, daneben offenes Fehl. Die Daroinelerablcsuiig - !» Uhr Min erhall einen Stand von IHK» mihi hei -(- 1.4 Celsius, unser höchster Stand, genau 21HK) 111 und hei mir LI Celsius eine durch die Slrahlung verursachte belästigende Hitze. Hei dem wieih'rhidteu Spiel des Nehels erschien auch einmal das Münster in ganz bedeutender Tiefe unter uns. Wenn man I7(X) in über seiner Kreuzblume isl. so il.irl es nicht Wunder nehmen, wenn er dem lies« haiier nicht grösser als ein Kuss*cheiiiel vorkommt. Nach diesem Ausblick vom iJullon einen Einblick in den Ballon! Die Wirkung der Sinne machte sich so fühlbar, dass ich einige winterliche Kleidungsstücke ablegte und die Kellschiihe abgelegt hätte, wenn es nicht zu umständlich gewesen Ware. Auch den anderen beiden Herren war es durchaus nicht kalt. Hüllen wir lan^e oben bleiben können, so wann wir braun gebrannt worden. Ich setzte mich nun auf einen Hallaslsack und ling an meine Henomuiierpostkarlen zu schreiben. Kür ähnliche Kalle gestatte ich mir eine kurze Bc-si hrcibiing der-sill.cn hier zu geben: Man lässt beim Buchbinder die Karten mit ca. 2 Iii langen Zöpfen aus buntem Scidenpapier oder besser auch aus gewöhnlichem rolhen Hand Versehen Und schreibt auf der Vorderseite vor dem Druck das Wort •Ballon» und die Karte isl fertig. Herr Hauptmann Mocdebcck weiss freilich eine andere noch bessere Methode, die man aber von ihm selbst hören muss. Ks sieht wunderhübsch aus, wenn die Karle mit ihrer rolhen Schlange in graziösen Schwingungen der Tiefe zuweht Ich kam nur zum Auswerfen von 2 Karten, die beide übrigens ihre Adressaten pünktlich erreicht haben. V Ihr Iii Min. hatten wir f>2i> nun Druck ca. Jlux» in Seeliöhe. Wir waren also ca, -{00 in in sechs Minuten gefallen, aber immer noch höher, als "20 Minuten vorher. Da die llomisgrindc, unsere Landinaike, noch in demselben Winkel zu uns stand, auch das Geräusch vom Erdhoden herauf noch dasselbe war, so konnten wir daraus schlicsscn, dass wir im Luftozean immer noch unbeweglich ülwr der Stadt standen. Wenn man den Klug des Luftschiffen) kühn und schnell zu nennen gewohnt ist, so konnten wir diesmal den unsrigen pomadig und aussergewöhtdich beschaulich nennen. Ich fand, dass es direkt gertiüthlich wurde, und da jetzt nichts nilher lag, als an unseren prächtigen Krüh-stöckskorb zu denken, der eine Külte von Humor in des Wortes bester Bedeutung barg — wenn -humor» eben «Flüssigkeit» Jieisst — so schlug ich vor. die Zeit während der aufgezwungenen Müsse durch frühstücken passend auszufüllen. Um ungestörter den Inhalt des feuchten Korbes prüfen zu können, bat ich, noch etwas llallast vorher zu weifen, Das Wort «Ballast- wirkte unwillkürlich unangenehm, da wir eigentlich bereits genügend geworfen hatten. Doch dieses Bedauern wurde zum Verdruss, als Leulnunl Ibldebrandt plötzlich sehr bestimmt sagte: -Wir müssen landen.. Da half kein noch so gut gemeinter Protest' Km Blick auf den Barometer — es war kurz nach Kl Uhr lehrte, dass wir uns sogar rapid abwärts bewegten, wobei ich bemerke, dass die Ventilleine überhaupt noch nicht berührt worden war. Der Zeiger des Aneroid» lief so schnell wie der Sekundenzeiger einer Uhr wieder nach vorwärts. Jeder der dichtgedrängten Theilslricbe elf Meter Kall! Die an einen Stock gebundene und ausserhalb des Ballons hangende Flaumleder - ein vorzügliche» Hilfsmittel, Fallen oder Steigen sofort zu l>eiiicrken — stand kerzengerade hoch; ausgeworfene Papivrschnilzel verschwanden über ans. Alles Anzeichen einer

sehr schnellen Bewegung der Erde zu' Ks wurde Weiler Ballast g.'Worten — derselbe ling bereits an knapp zu werden —, um den Ballon zu parire'), es half nullt« Wir fielen schneller als der Sand, der uns von oben nachkam Im Ganzen halten wir zur Landung ö Sack Ballast aufgehoben

Fataler Weise kam hierzu das Missgeschick, dass sich schon längere Zeil zwischen Ballon und Sonne eine dicke Wolke gestellt halle, wodurch das das in unserem Ballon dauernd stark abgekühlt und damit weitere Tendenz zum Fallen blieb. Das wäre nun gar nicht gefährlich gewesen, wenn wir in den höheren Schichten der Atmosphäre keine Windstille, sondern wenigstens einigen Wind gehabt hätten, der uns zum sicheren Landen in das freie Feld hinaus gebracht haben wurde. Die Ursache unserer dramatischen Landung lag lediglich in dem Kehlen dieses Windes. Der fortdauernd schnell näher kommende Lärm aus der Tiefe belehrte uns eindringlich, dass wir in unmittelbarer Nähe der Stadt oder sogar noch direkt über ihr waren. Plötzlich tauchte die Manleuffcl-kaserne unter uns auf oder scheint vielmehr auf uns zuzulliegen. und zugleich kamen wir in den lebhaften Unterwind, den wir bei der Abfahrt gehabt halten. Ganz nahe sehen wir einen kleinen Wahl, den Contadcs. Ich denke sein in na. da landen wir am K.mle gar hei meiner Wohnung. Bequemer könnte maus ja gar nicht haben, doch da sind wir auch schon über dein Bondel vor dem Kaiserpalast. Deutlich sehen und boren wir die Menschen-masseii unter Uns, die steh beim Auftauchen d<-s Ballons schnell gebildet haben, .letzt sind wir auch schon über dem Kleberplalz, dem Herzen der Stadt.

Wir Iiiegen über die alten Quartiere in der Gegend des Kleberplatzes und blicken indiskret in schachtähnlich enge Höfe herab. Mir will es so scheinen, dass es besser ist, hier darüber zu fliegen, als hier zu wohnen. Doch wir sind bereits bedenklich tief, das Schleppseil fängt an von rasselndem Geräusch begleitet über die Dächer zu ziehen. «Festhalten!» kommamlirt Leutnant Hildehrandt, da ein Huck - ein Krach: das Schlepptau bat ein Stück baufälligen Schornsteins zur Strecke gebracht. An solchen altersschwachen Schornsteinen ist üherhaupl Slrassburg überreich. Das haben die Störche früher als wir erkannt. Kein Wunder duher, wenn die Zahl der Störche von Jahr zu Jahr in Strassburg abnimmt. Ein solider Storch wird sich hüten, sein junges Eheglück einem so baufälligen Schornstein anzuvertrauen, den schon ein harmloses Luftschiff aus dem Gleichgewicht bringen kann. — l>och zu Betrachtungen und GcftihlsduBcIcien hallen wir keine Zeit. Leutnant Hildebrandt kommamlirt gleich wieder < Festhalten!» Diesmal gab es einen elementaren Ruck, da das Seil sich fest um die Telephondräbte bei der Schule am Gerbergraben geschlungen hatte. Leutnant Hildehrandt ruft: «Abschneiden!» Das Seil hatte kolossalen Zug und war zum Platzen straff gespannt. Da dasselbe aber immer noch mindestens einen Meter von meinem Standpunkt entfeint und Leutnant George der zweit-uächstc war, so legte er sich über den Hand des Korbes und brachte das Seil, bezw. den Korb an da» Seil so weit heran, dass ich es auch noch mit der einen Hand fassen und mit der anderen vermittelst meines unterdes» aufgespannten starken und scharfen Nickfängcrs, den ich zünftigerweise vor der Fahrt eingesteckt hatte, bis zur Hälfte durchschneiden konnte Da kam ein übermächtiger Zug, wir konnten mit vereinten Kräften das Seil nicht mehr halten und es entglitt unseren Händen. Der Ballon wurde scharf nach der Windrichtung getrieben, so dass der Korb gewissermassen nach oben (log und sich dabei so auf die Seite legte, dass wir hinausgeschleudert wären, wenn wir uns nicht so schön festgehalten hätten. In diesem kritischen Moment sah Leutnant Hildehrandt keine andere Hellung, als das Tau um jeden Preis zu lösen. Kr stellte »ich auf den Band des Korbes — wahrhaftig eine nicht gewöhnliche Situation — und es gelang

ihm, ilns T.Iii an der von mir nngesihniltencn Stell«' vollends durchzuschneiden. Das Seil II«« auf die Dächer, • ■ io Ende klatschte dicht lici einem erstaunten Kahnsehiffcr in der Nähe der Martilis-brücke in die III. Wie auch «ine grosse Gefahr durch geistesgegenwärtiges entschlossenes Handeln paralysirl werden kann, das sehen wir hier an Leutnant Ihldebraudl's Thal! Diesem moialiscliii» l.'ebcrgewicht Unsens Führers war es zu danken, dass wir zwei Laien auch noch in den folgenden Situationen völlig ruhig blieben. Das Rollen und Prasseln der Ziegel hörte sich zwar unheimlich an, aber wir hinten es nie lang", wie wir denn ein besonders unheimliches Gefühl bei der ganzen Schleiffahrt nicht empfanden und zwar ausser wegen der Zuversicht zum Külirer auch desswegen nicht, weil wir von Augenblick zu Augenblick vor immer andere Situationen gestellt wurden und dementsprechend auch immer eine andere Initiative haben mussten. Inser Löwciiritt ging weiter: die Dächer der Finkwcilcigegend waren unsere altersschwachen GirafTen. Hin Dach in dieser Gegend mit Dachdeckerhaken ist mir noch in lebhafter Krinneruug. Wir sliessen mit dem Korb auf dieses Dach, dicht unter dem Kirst. dass es nur so krachte! — Aber wir sahen auch uoleiis volens diskrete Dinge. So einmal zum Greifen nahe eine ganze Uelde von Wäschestücken, die hoch oben zwischen Knie und Himmel zum Trocknen hingen und dem gewöhnlichen Sterblichen von unten aus ein schönes Geheimniss bleiben mussten. Wir hatten unterdes* auch muh die Planen, leeren Särkc, den leeren Instrumcnteiikastcn — Jemand muss aus Versehen auch meinen Hat dabei erwischt gehabt haben — als Halbst geworfen — der Instrumenlenkasten ist sonderbarerweise dabei heil geblieben — und näherten uns nun, nach einer llüchtigen llekanntsi haft mit

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Ballonfahrt des Oberrheinischen Vereins für Luftschiffahrt zur Beobachtung der Leoniden

am 16. November 1899.

Vrnl

lllldebnuidt,

Leutnant im Fussartillcrie-Hgl. Nr. 1".

dem Thurm der Zinnskirche, zu unserer tiefriedigung schnell der l'mwallung Km uraltes Häuschen der F.lisahethwallstrassc wurde als letztes Hinderniss bei diesem Hennen genommen und bekam noch einen brüsken Hippcnstoss. der es um einen Tlieil eines Schornsteins und ein paar uuadralim-ter Dachfläche brachte, und nun hatten wir — dicht am Konrage-Magazin vorbcischiessend die Halm frei. Wir wann nun niedrig geniig, um die Heissleine in Thiitigkeil treten zu lassen. Wir zogen sie alle drei. !,< ultianl Hildebrandt ruft: - Jetzt gibt« eine kalte Dousclie'. — ich dachte eine kalte Ente wäre hesser — doch, obgleich die Hcissvorrich-tung sofort funktionirle, kamen wir grade noch auf das linke Ilhifer, wii wir, da sich der Hallon chikanöserweisc auf ilie Seite der Heissvorrichlung gelegt halle und so ilus Gas noch theihvise gefangen hielt, noch eine kurze Schleiffahrt über Hasen machten

— ein wahres Vergnügen, nur Herr l-eiitnaiil George war dal»-; in etwas unbequemer Situation — und dann an einem Artillerie-unlerstand .unweit des Elektrizitätswerkes; festhingen. Jetzt erst

— da das Gas wegen der Lage des Kations nicht örtlich durch die Itcissvoriiclitung allein entweichen konnte — ist auch de Vcntilleine gezogen worden, um die F.ntleerung zu beschleunigen Vorher ist die Venlilleine nicht angerührt worden. Vom Kleklr-zilätswei ke kamen zahlreiche Arbeiter herbei, die uns in dankenswert her Weise noeli behilflich waren. So — da waren wir wieder in Stiasshurg. Wir hatten den Eindruck, als ob sich während Unserer Abwesenheit nichts verändert hätte. I'nd wie der Soldat stolz seine Kahne aus der Schlacht heimbringt, so hatten wir trotz Drähten. Dächern und Schornsteinen unseren FrühsWickskorh in bester Verfassung gerettet!

Auf Anregung der Herren Janssen. Direktor der Sternwarte in Mciidon, und W. de Knnvielle in l'aris stellte Anfang November der Direktor der Sternwarte in Strassburg i. K .Professor Dr. Hecker an den Oberrheinischen Verein für Luftschiffahrt den Antrag, in der Nacht vom 15. auf den In". November eine Itallon-fahrt zu unternehmen, damit unter allen Umständen auch bei bewölktem Himmel der zu erwartende Slernschtiuppciischwarm im Sicrnbilde des Löwen beobachtet werden könnte. Getreu seinem Prinzip, die Wissenschaft immer — soweit die Geldmittel reichen zu unterstützen, beschloss der Vorstand, diesen Antrag zu genehmigen. Zur Freifahrt traf das Loos Herrn Steuerinspektor Hau werk er. zum Führer des liallons bestimmte der Vereins-vorsland den Schreiber dieser Zeilen.

I'iiverzüglich wurde nun an die Herrichtung unseres SODO cbm grossen gefirnissten Scidenballons «l'iania» gegangen. Hierbei war ganz besondere Sorgfalt geboten. Der Haiton halte in Folge verschiedener zufällig zusammentreffender ungünstiger Verhältnisse bei der letzten in dieser Nummer der Zeitschrift geschilderten Fahrt eine Schb'iffahrt über ca. die Hälfte der Stadl Strasshurg gemacht. Kr war vor dieser Fahrt gerade aus der Italloitfahrik gekommen und dir Führer jener erwähnten Fahrt nahm nach Mevision keinen Anstand, ihn zum Aufstieg zu benutzen. Es halte sich aber herausgestellt, dass der Firnissanstrirh und daher seine Dichtigkeit mangelhaft Waren Die technische Untersuchung des Stoffes, die Herr Oberleutnant Xcuinaiin von der Luftschiffcrabthcilung in Itcrlin in liebenswürdigster Weise angestellt halte, bestätigte dies«' Frfahrung. |

Weitere eingehende rntersueluingen durch die tkillon-kommissioiv des Vereins ergaben, dass derselbe nach zweimaligem Firnissanslrich wieder vollkommen gebrauchsfähig sein würde. I'm aber der Gasdichte absolut sicher zu sein, wurde auf Antrag von Professor Dr. Hergesell beschlossen, den Huilón, der nach Mitternacht aufsteigen sollte, bereits am Nachmittage zu ful/en und ihn von da an stehen zu lassen, um den Gasverlust feststellen zu können.

Das in den Tagen bis zur Auffahrt herrschende HegenweVtct machte sich hei dem Mangel einer llallonballe bei diesem grossen Hallon ganz besonders unangenehm I»biliar. Krst. nachdem durch das Entgegenknmmen Sr. Kxcelhnz des Herrn Gouverneurs, General-Leutnant von Silk, dem Verein eine Kxenirhalle zur Verfügung gestellt war. konnte an das Firnissen gegangen Werden und es gelang, den Hallon gerade rechtzeitig zur Auffahrt fertigzustellen.

Die Füllung begann am LY November IS Ehr .Mittags und war 1.1V\ Nachmittags beendigt. Durch Professor Heigesell wurde jetzt bereits der Hallon mit seinen Insassen und den uiilzulühreiuleti Instrumenten. Schleppseil pp. abgewogen. Es ergab sieh, dass der Hallon mit 2t» Sandsäcken ä 30 kg im Gleichgewicht war Kin sehr günstiges Resultat, das die Gewähr leistete, den Hallon die ganze Nacht über in einer Höhe halten zu können, die eine llcobac htimg «les Sternhimmels ermöglichte, und welches die Insassen nicht in die unangenehme Lage bringen würde, eine Nachl-landung zu machen.

Der Hallon wurde sodann verankert einer kleinen Wache

überwiesen. Die unten herrschende völlige Windstille hol hierfür günstige VerHällnisse. Die Wetterlage des 15. November war folgende: Hoher Luftdruck erstreckte sich von den Britischen Inseln nach MiltcA>uropa, während eine Depression über Osteuropa und eine andere Utier Mittelitalien vorhanden war. Die Gradienten waren im Alpengehiet und der weiteren Umgebung derselben in der Nacht vom 15./IÖ. beträchtliche geworden, sodass lebhafter«' Luftbewegung, vor allen in den Morgenstunden, eintrat. I>ie Winde wehten in den höheren Regionen aus Nordost, wie aus den Beobachtungen der meteorologischen Station auf dem Grossen Beleben hervorgeht.

Kurz nach Mitternacht wurde der Ballon freigemacht und von Neuem abgewogen. Der Gasverlust war nach H Stunden ein so geringer, dass er nur durch Diffusion bewirkt sein konnte; der Ballon zeigte sich noch als eine vollkommene Kugel. Die Gasdichte war damit festgestellt. Ein Nachfüllen brauchic nicht stattzufinden und der Ausführung der Fahrt standen keinerlei Bedenken) mehr entgegen. Der starke, äusserst feuchte Nebel hatte den Ballon aber derartig belastet, dass 1H Säcke ä 30 kg vom Ballast entfernt werden mussten. F.twas mochte auch hier noch beigetragen haben, dass die Fahrer sich reichlich mit schweren wärmenden Kleidungsstücken versehen hatten. Im 12,-Ht erfolgte die Auffahrt. Der Ballon trug ausser den beiden schon erwähnten Herren Herrn Dr. Telens als astronomischen Beobachter; ferner II Sack Ballast und 2 durch Akkumulatoren gespeiste elektrische Glühlampen. Die den Auffahrtsplatz um-

l)ie Vogesen wurden wahrscheinlich in einer Ballonhöhe von 1400 m, bei «Weisser See» (1200 mi. überflogen. Im 3.31) Vorm.') zerriss plötzlich der Nebel und in heller Mondscheinbeleuchtung fuhr der Ballon in einer Höhe von 1200 m nach Südsüdwest einem von einem Bach durchlhissenen Thale entlang, in dem ein langgestreckter Ort lag. Ks kann dies nur l.a Bresse gewesen sein. Die Bauart der Häuser erinnerte an die lothringischen Bauernhäuser und es wurde daraus der richtige Schluss gezogen, dass man über den Westabhängen der Vogesen sicli befand.

Höhere Bergesgipfel wurden umfahren, über niedrigere flog der Ballon glatt hinweg. Um 3.51 Vorm. war der Ballon so stark gefallen, dass das Schleppseil die Erde berührte. Der Führer beschloss nun, solange nicht Ortschaften zu kreuzen wären, am Schleppseil weiter zu fahren. Häutig schien es nun. wenn der Ballon direkt gegen einen steilen Berg heranfuhr, als ob die Gondel im nächsten Moment die Baumwipfcl berühren müsste, welcher Besorgniss die beiden mitfahrenden Herren auch dem Führer gegenüber Anfangs liüulig Ausdruck gaben Aber die Erfahrungen, die der Führer gelegentlich einer Ballonfahrt in die Karpathen hatte sammeln können, kamen ihm hier sehr zu Stalten. Im letzten Moment hob sich der Ballon mit der ihn tragenden Luftströmung und flog über den Gipfel hinweg, um auf der andern Seite wieder mit der Luftströmung den Konturen des Berges zu folgen. Nur liei sehr tiefen Thaleinschnittcu verliess das Schleppseil auf kurze /eil den Boden, den es an einem Bergeshang bald wieder berührte.

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Barographenkurve der Fahrt des

gebenden Telegraphen- pp. Drähte wurden diesmal mit dem Schlepptau nicht berührt.

Nach ca. 10 Minuten war der Nebel in einer Höhe von ungefähr IviO m durchschnitten und der Mond wurde sicldbar. Der Sternenhimmel war noch durch höher liegende, nur wenig zerrissene Wolken verdeckt. Da bald auch die Höhe der Nebelmassen zunahm, so wurde durch Bala.slaiiswurf ein weiteres Steigen des Ballons bis auf 1200 in erzielt. Das häulig abgelesene Aneroidbaromeler zeigte, dass der Ballon sehr oft Tendenz zum Fallen halte, die weiteres Ballastwerfen veranlasste, Mitgeführte, am llallonkorbe mit Seidenfäden befestigte kleine Gummi-Pilotcnballons zeigten durch ihre stetig herunterhängende Lage dem Führer aber bald, dass der Ballon fortgesetzt durch ab- bezw. aufsteigende Luftströmungen fortgetrieben wurde. Es wurde daraufhin um 2.45 weileres Ballastwerfen eingestellt und der Ballon seinem Laufe überlassen.

Ueber den Weg desselben war kein Anhalt zu finden, da die Nebelschicbl eitlen Ausblick auf die Erde nicht zuliess. Lange hörte man die Uhr des Münsters schlagen und das fortgesetzte Pfeifen und Fahren von Eisenbahnwagen gaben der Vermuthung Baum, dass der Ballon sich noch über dem Bahnhofe von Slrassblirg befände, Die völlige Windstille, die auf der Erde bei der Abfalirt geherrscht halle, unterstützte diese Annahme: von der auf dem Beleben beobachteten fortgesetzten Zunahme der Stärke des Windes war den Fahrern nichts bekannt geworden.

Um 2 Khr Nachts hörte man das Geläute einer Kircheliglocke. Es wurde auf eine Kirche in einem Vororte von Slrassblirg. Neudorf, geschlossen. Später hat sich herausgestellt, dass um diese Zeil in Krilth im Vogesenthale der Thür nordöstlich des Grossen Beleben die Glocken wegen eines ausgebrochenen Feuers geläutet haben.

— w*- \ 1 1

0. V. 1. L. am 16. November 1899.

Al1

Ks wurde bis 7.13 Vorm. in dieser Weise am Schleppseil gefahren, ohne dass auch nur ein Körnchen Ballast geopfert werden musste.

Inzwischen hatten die beiden astronomischen Beobachter nicht vergessen, tleissig nach Meteoren auszuschauen. Es wurden aber nur ca. 10 gesehen, von denen nur 5 den Leoniden angehörten. Die Berechnungen Über das Erscheinen hatten zwischen Mittwoch und Donnerstag variirt, bei einer Unsicherheit von 1 Tag. was bei der grossen Umlaufszeil von 33 Jahren nicht zu verwundern ist. Somit ergab die Fahrt, dass das Maximum des Falls bereits einen Tag vorher eingetreten war und bedeutend schwächer, als erwartet, gewesen war.

Gemäss den Aufzeichnungen über die Bodengestaltung muss der Ballon durch das breite Thal der Moselotte gefahren seiii. tlm 5.30 Vorm. befand er sich sodann bei V'csoul. Um 7 l'hr war man wieder über einem breiten mit vielen Wassergräben durchzogenen Thale. Es war das Saone-Thal.

Um 7.13 Vorm. hatte der Ballon einen Eiscnhahndamm zu Uberfliegen und der Fülirer warf Ballast aus, um eine Beschädigung der Telegraphcndrähle zu vermeiden. Der Ballon tauchte sodann wieder in den Nebel hinein und weiteres Ballastwerfeti brachte ihn bald über denselben.

Sonnenaufgang war nun nicht mehr ferne; im Osten glühte der Himmel bereits im Morgenrolh, aber Iheilweise halten sich Wolken vor die Stelle geschoben, wo die Sonne hervorbrechen musste. 6 Sack Ballast ä 30 kg waren noch zur Verfügung; da aber der Fülirer bei der Bewölkung befürchtete, dass abwechselnd die Sonne den Ballon erwärmen und die Wolken ihn abkühlen

l) Di« Zeit« uii.il immer iu.li M K. Z. .•mri-jvl .n.

Würden, demnach reichlicher Itallaslvcrhraueh zu erwarten stände. si> beschloss er. die InstniiiK'iili' Iii» auf 'las Aiuroidbaiomclcr KU vcrpa« ken, um jederzeit ehe I.muhing einleiten zu können. Im I 'i-ttrig<-n sollte «Irr Italien vollkommen sich überlassen bleiben, auch heim Fallen, ilamil jederzeit reichlicher Hallasl zur Landung sollest, zur Verfügung bliebe. Das war um so mehr gclmtcti, als man keine Alumni halle, in welchem Th«-ile von Frankreich man sich befand, und weil ausserdem heim Durchdringen der Nehel.iiliirht starke Abkühlung des Gases erwartet werden musste.

Trotz der s» ungünstigen Bewölkung brach bald die Sonne hervor und der Ballon sltog unter dem F.inllusse der durch ihre Strahlen erfolgenden F.rwärmung d«-s Gases ununterbrochen bis auf eine Höhe von .HlKH) m. Die Temperatur, die wählend der Nacht nur 2' unter Null gewesen war, sank bis auf - 20° ('..

Die Fernsicht war wunderbar klar. Die Alpen von der Jungfrau Iii* zum Montblanc lagen zum Greifen nahe. Scharf und zackig zeichneten sich ihre Konturen am Himmel ab. In gleicher Deutlichkeit war der Vorgelagerte Jura zu sehen; minder deutlich erkannte man die Vogcsen. Die Fahrtrichtung war nunmehr direkt nach Westen gerichtet.

Iin Ii) Idir begann der Ballon iti Folge sich vor die Sonne schiebender Wolken langsam zu fallen. Der Fall, der bis einige hundert Meier über dem Frdhodcn stets 10 m pro Minute betrug, wurde durch Ballastwerfcn nicht erniässigt. Zuletzt parirte er sich selbst, erneut durch die Sonnenstrahlen erwärmt. Da der Führer die Landung beschlossen halle und ein langes in der Fahrtrichtung liegendes Aekerlhat dazu ausgesucht halle, wurde Ventil gezogen und sanft stiess der liallon mit dem Korb auf die Knie. Die lieissleme wurde bereits I."» rn über dem Frdboden in Thätigkiit gesetzt. Nach dem ersten Stoss erhob sich der Ballon noch ca. Hüm und da inzwis« hen die Itcisslmhri völlig geöffnet war, gab es bpim zweiten Aulprall einen etwas heftigen Sloss. der durch Klimiiizüge unwirksam gemacht wurde. Hierbei halle sich nun aber die lleissbaliii, die vorher richtig oben war, nach unlen gelegt und bei dem lebhaften Winne begann nun eine Schleiffahrt, während

I welcher der Führer fortgesetzt Ventil zog. Ein kleiner IIa«!«.

■ Auxonne, den der Führer in Folge seines tiefen Helles und cD-s Gebüschs am l'fer nicht bemerkt hatte, wurde durchfahren. Wulm der Korb völlig unter Wasser tauchte. Ih-r 1 In Ihm hatte inzwischen durch das grosse Klappventil soviel flau verloren, dass er nur noch wenige hundert Meter weilerfuhr und dann anhielt. Zahlreich«1 herlx-igeedle Hauern der Ortschaft Franxaull. t> km von Sl Jean de l.osne südöstlich Dijon in der Cöle d'or, half n mit dem ITarrer an der Spitze, den Korb zu entleeren untl den liallon so zu drehen, dass das Gas aus der Iteisshahn v«">llr;r entweichen konnte Hoi der herrschenden Kalle und dem scharf« n Winde wurde das unfreiwillige liad unangenehm bemerkt un«l c-s wurde beschlossen, den Hallon vorläulig liegen zu lassen unJ erst «In- Kleider zu wechseln, zumal der Pfarrer Anweisungen gab. dass der Italloil Unberührt liegen bleiben sedtte. Die Aufnahm«- in dem Dorfe war äusserst zuvorkommend, trotzdem Jedermann sofort wusste, dass die Hallonfalirer Deutsche waren. Nach erfoljftetic Kleiihrwechsel wurde mit Hilf«1 der Hauern der liallon \erpa« kr und verladen; am nächsten Tag»- wurde er sod.inn in clor Italoi-slalion in Sl. Jean de Lnstic aufgegeben.

Am Abend nahm d«-r Main- ein Protokoll über Zweck der Fahr! pp. auf und lieSs sich die Fasse vorb-gen. Die Thalsaclce dass der Führer deutscher Offizier war, änderle an «h'r Zuvorkommenheit der Leute nichts. Am nächsten Tage wurde der gastliche Ort »Hassen und mit der Hahn von St. Jean de l.cisno nach Dijou gefahren. Km auf dem ersteren Hahnhofe anwesend« r DragoneroUizier regelle noch in sehr liebenswürdiger Weise eine Differenz mit «lein Wirt Ii ans Franxaull, iler kein deutsches Geh I annehmen wolllc — in Franxaull seihst halte zufällig mitgeführtes französisches und englisches («cid ausgeholfen , und veranlasste- denselben, zu warten. Iiis von Dijoti aus nach Km-werhseln auf der Hank per Post die Verpflichtungen eingobisl wurden. Der Offizier fuhr bis Dijon mit. Nach Besichtigung der Stadt wurde über Hcsanion, Vesonl und Helfort dir Hiickri-ise nach Strassburg angetreten.

ti

Kleinere Mittheilungen.

Engilaohe Luftschiffer-Abthoilungen im südafrikanischen Kriege. — Hercils um :t0. September ist ihr-Ilalhm-Scctioti der 11. K. mit dein Dampfer Kiiifauus der New Castle Linie nach Afrika abgefahren. Ils hat sich als erwiesen herausgestellt, dass General White, wie die spärlichen Telegramme der Tagcsblällcr berichteten, in I<adysinilli diese LuftscIiiuVr zur Verfügung gehabt halle. Kr sull pt rsönhch im Itallun aufgestiegen sein und die Stellungen der lioeieu erkundet haben. Offenbar war dies ilic Krkundung v<ir dein beabsichtigten Durchbrucli ivarh ( !olens<i.

spaterer Aufstieg wird mil KikiimUin^ der verdeckt aufgestellten und laiichsrhwach feuernden schweren Hattericn der lioercn in Zusammenhang gebracht Auch wird erwähnt, dass die li.MTi'ii ihr Feuer auf den llallon gerichtet hüllen. Aus allen diesen an sich unbestimmten Nachrichten gebt jedenfalls init Sicherheit liervur, dass eine englische Luflsrhifrcr-Abtheilung in l.adysmith bis Kndi- November in Thätigkeil getreten isl iKinc Depesche vom 2 t. Nun elidier licsagt eist: d'e Aufstiege hörten auf.) Auch von ihr Division des l^ird Melhuen wird hcriiblcl, dass sie in der Schlucht Lei Magrrstonlc in am 10. und 11. Itazi-mbt-r einen Italinn verwendel hahe. Kr soll nur einen kurzen Aufstieg gemacht haben, was darauf sehbessen lässt, dass das Kener der Ibiercn-All diene von der llal!onserlii>n gefürchtet wird, (ieleislel hat die Halloil-seclion offenbar gar liiclils oder wenig, denn anders lasst sich die l'likenntiiiss der britischen Truppe nfülirung bezüglich der Stellung der Untren niclit erklären. Iiier wäre eine (iclegenhcit gewesen, wo man sich hätte Lorbeeren verdienen können. An» I"». Dezember konnte der ltaMoii des Windes wegen nicht aufsteigen. Hier hätte unser Draclienballon sicherlich nicht versajil. Kist am 17. Dc-zemher ist es der Ilallon-Scklion am Modder-Itiver wieder möglich gewesen eine Krkumligiing vorzuiiebmen. welche nur das fall arrompll der Vollständigen Kiiischlicssting der Division Melhuen melden konnte, Hei ilen ungenauen und spärlichen Nachrichten wird erst die Zukunft uns befriedigenden Aufschluss darüber geben, ob die englische Luftsihifrcr-Ablhciluiig ihre Aufgaben erfüllt bat und richtig verwendet und ausgenutzt worden ist. Vorderhand sind wir besonders in letzterer Iteziehung von gewiss nicht unberechtigtem Zncift-I erfüllt.

Aus weiteren Nachrichten entnehmen wir. dass 10 liallons von II ODO cbfs : .10» cliin Inhalt nach der Kap-Kolonie und chcnsovielo nach Nalal gesandt sein sollen. Diese tlallons sollen auch mil drahtlosen Telegraphen-Apparaten versehen sein. Die Wellentelegraphie ist speziell dem Kapitän Kenedy unterstellt, welcher sich »eil längerer Zeit mit derselben beschilftigt und den Vorschlag gemacht hat. sie im Trnusv.-ialkriege in ausgedehntem Maasse zu verwenden. Ks erklärt sich so auch wohl die grosse Anzahl der nach Afrika gesandten liallons: vermulhlicb sind jedoch diejenigen liallons. welche am Kmpfangsapparnt den senkrechten 0.5 min starken Draht hochnehmen, bedeutend kleiner. Nach englischen Angaben kennen solche nur eine Person tragen. Die Knlfernung, auf welche man bisher mit Krfolg telegrapbirl haben will. Mrägt W Kilometer. Ks hätle sich also zwischen Kstcourl und Ladysmitli eine Verbindung herstellen lassen müssen. Da die

in Ladysmilh eingeschlossene Abllii ilung sich dieses Mittels nicht tiedient hatte, muss wohl angenommen werden, dass letztere diese Apparate noch nicht besass. Kapiläu Kenedy war Knde Oktober von Soiithliamplon nach Durlian abgereist. Was die (iesamiiilaus-rüslung des nach Afrika entsandten Armeekorps mit Luftschiffer-lru|>pen anbetrifft, so waren nach der ordre de balaille (Mihi .Wochenblatt} den Korpslruppen 2 Luftsehiffcr-Ziige in Stärke von im Ganzen Iis Oftiziercn und Mannschaften und 20 Pferden überwiesen Ausserdem sind den Klappentruppin für eine Luflschilfer-Kelitwerkslätle ö Oflizicre und Mannschaften ziigelheill.

Die nähere Organisation lässt sich hieraus zunächst nicht leicht erkennen. Der Luftschifferpark (►estchl im Allgemeinen aus:

I Itallonwageii mit Handwinde..... 2 Pferde

I Materialwagen............ 2 >

I Gaswagen ä f (von denen je :t zur Füllung gebraucht werden)..........I<> •

Sa I» Fahrzeuge..............20 Pferde

Die Ofli/.iere Werden sich vcruilithlich in den Pferde-Depols im Kaplantie selbst beritten machen. Für Krsalz des konipninirten Gase« wird die Keldwerkstälte in irgend einer hierzu geeigneten Klappenstation sorgen müssen. Moedebci k.

Graf v. Zeppelin» Luftschiff. — Das Luftschill isl nunmehr fertig gestellt und hat die Proben in Itczug auf Festigkeit und (lang der Triebwerke bereits bestanden. Ks versieht sich das in seinem gegenwärtigen Zustande, in der Halle ungefüllt in Hullen hängend. Die Versuche müssen Irolzdeiu auf die günstige Jahreszeit des kommenden Jahres verlagt werden, weil sich Armierungen an den 17 Gaslüillcn als nothwendig berausgestelll hatw-n und diese voraussichtlich erst im Dezember beendet sein können. Wir haben stets besonders darauf hingewiesen, wie nur ernslhch vor Uehcrcilung der praktischen Versuche gewarnt werden kann. Wir begiüssen es daher, dass die Direktion der Gesellschaft zur Forderung der Luftschiffahrt in Fr icd ric hsh alen auch zu dieser Leher/ctigting gelangt ist und bis zum Kintritt der günstigen Jahreszeit im Jahre 1!I00 mit den Fahiversuchen warten wird.

Allerdings treten hiermit andere schwierige Fragen, nämlich die der l'eberwilileruiig der Halle im Möllensee in den Vordergrund. Wir hoffen, dass letztere fest genug konslruirl ist, um auch im Falle eines Kiiifricrcns und eines Wintersluriiies sich intakt erhalten zu können.

Der neue Rekord für Weitfahrten. Man hatte bisher immer die Fahr! der ■ Ville d'Orleans», welche mit Ilollier und Hehler an Bord am 2L November 1X711 von Paris nach Lifjeld in Norwegen verschlagen wurde, als llekord für Wettfahrten aufgestellt. Wir haben bereits früher unsere Ansicht über obige Fahrt dahin zum Ausdruck gebracht, dass sie als eine unbeabsichtigte Weitlahrt nicht in lielruchl gezogen werden kann.

Am HO. September tKJKi isl nun Graf de ('.aslillon de Saint Victor zusammen mit dein LuftschilTcr Malici im

Ballon «Cenlaur» (MOO cbm; von Paris aus (Usine ili i-äy .> Abends f> I'hr 15 Minuten abgefahren und hat mit sriner Landung in Weslervik (Schweden) nach 23 Stunden IT» Minuten fahrt mit einer Entfernung von 1330 km in der Thal den Weltrekord für Weilfahrten errungen.

Dem Bericht des Grafen im L'Af-mnaute, Oktober lKtii), entnehmen wir folgende interessante Einzelheiten über dieselbe.

Der Ballon war ausgerüstet mit S Schlepptauen von ja !M>, ftO und 35 m Lange, einem Landungsanker und 4im kg Ballast. Seeanker und Schwimmer wurden nicht mitgenommen. Die Heise verlief wahrend der Nacht in midierer Höhe von etwa 54K) in in Dichtung gegen Nordost. Man passirte zunächst dir Stiidte Cnm-pirgne, Nnyon und Saint-Qurnlin. Die Fahrt ging dann durch Belgien und Holland, den snuiptigrn Norden von Hannover um) Oldenburg. Als man nunmehr dem Meere näher kam. wurde mi' Rücksicht auf den noch sehr reichlichen Dallnslvnrrath beschlossen, trotzdem die Reise fortzusetzen. Man passirte Breinerhafen, die Kl he und erkannte bald am Horizont als einen grauen, sich nach und nach ins Blaue verfärbenden Streifen, die Ostsee. Etwa HD km nördlich sah man einen grossen Hafen, in dein man mittelst Utas deutlich vor Anker liegende Kriegsschiffe erkennen konnte,

Comte de Castillon de Saint Victor

es war Kiel. Gegen 9Uhr früh erreichte der -iVntaurc- die Osl See. In Folge der Feuchtigkeit und Kälte über dem Meere senkte er sich bis auf ton in herab. Genügender Bullaslauswurf brachte den Ballon wiederum auf 15IK) m Höhr. Man überflog dann eine Insel iFalsterVi und sah am Horizont einen Okerstreifen, der nichts anderes sein konnte als Seeland. Auf dem Meere wurden mehrere Schiffe gesellen. Vor der Fahrtrichtung lag eine Nebelwand, aus welcher sich nacli und nach das Festlaml Schwedens entwickelte. Nach 3'/tslündiger Meerfalirl war letzteres erreicht. Hier traten Wnlkcnhildungcii ein, die man durch Höhergehen bis auf 8000 m überflog. Nunmehr war die Erde nur zeilweise durch Wolken-lüekcn hindurch zu erkennen. Kine weit entfernt erkennbare Insel, als Gottland bestimmt, gestattete wieder die Orientirung. Man stand vor der Knischeidimg, mit noch BD kg Hallast in Dichtung auf Finnland die Ostsee zum zweiten Male zu überfliegen. Die vorgerückte Zeit, die liingc des Weges, die Sümpfe und Einmlen Finlands Hessen jedoch solches Unternehmen als zu grosses Wagnis rr-rhrinrn. Es wurde daher beschlossen, zu landen Dir Kamlur... vollzog sich sehr ruhig in einem Walde nahe dem Hafen von

Weslervik, wo die Luftschiffer von den Herbeieilenden HMiKcImI für Andrée gehalten wurden.

Während der Fahrt war das Temperatur-Minimum — *>* ('. das Maximum ■•- 12° C Diese Weltrekord-Weitfahrt ist eine kühn-anerkennenswertlie Leistung.

Graf de Castillon de Saint-Victor, dessen Bild wir hier.bririg'-n können. Dank der Liebenswürdigkeit der Deduktion des «L'A- r--pliile», ist ein verhilUnissmässig neuer Luftschiffer. Der Gra' wurde am 17. September 1H70 im CM tenu de la Grève bei Nogenl-lc-tlotrou geboren. Er ist Licentiat der Rechte seit 1H!M un.! befand sich von 1KII3 bis 1H!»5 beim Auswärtigen Amt. Im Jahr. \H'.tH trat er in den Aeroclub des Grafen Dion ein. Durch Mall« wurde er im Juni Is'.is in die Acrimautik eingeführt. Am 12. Juni machie er allrin in einem 5HU ebrn - Ballon eine Fahrt. Sehl beachtenswert!! war ferner seine Fahrt zusammen mit dem Grafen de la Vaulx von Dans nach Cummerry, 1mm Welcher er SS SliiniD-n. 35 Minuten in der Lull blieb, von denen die letzten 2'.l Stunden ohne Zwischenlandung gefällten wurden. Sofern er nicht von dem

rider verschollenen Andrée ubertroffen worden ist, hält er nudi in der Dauerfthfl zur Zeil den Weltrekord. Möchten seinem FV-i spiele tuteli recht viele SportHlcute folgrn'

Zur Beobachtung der Sternsohnuppen der Leoniden

hat der Aéro-Club in Dans zwei Ballonfahrlen unternommen, Iw denen mitfuhren die Herren de Fonvirlle, tiraf de La Vaulx, ö-Castillon de Sairit-Viclor, Maltet, Frl. Khimpke, Herr Tlukriff uni Lespieau. Die Desultate dieser Fahrten sind dieselben wie in Deutschland gewesen. Herr dcFunvicllc schreib! in liebenswürdigst. Weise über die deutsche Fahrt im -Figaro. Folgendes:

■Ce malin, en rentrant chez moi, j'ai trouvé un lélégraain» par lequel le docteur Hergrsell m'apprend «pie le lieutenant HiM brandi, le docteur Telens et M, Dauncikcr. trésorier «le la S... n ! de navigation aérienne d'Alsaic-Lorrainc, sont descendus dans h-environs de Dijon, après avoir observé en ballon 1rs étoiles filante* D'après le désir i|iic m'a exprimé mon savant ami, je me rends au ministère de l'intérieur pour in'assiirer qu'aucun obstacle n'a entravé le retour des voyageurs et de leur matériel. Je suis persuadé qu'ils auront reçu un accueil digne de l'hospitalité française, et que tous les esprits éclairé* auront salué, avec plaisir, cette Coopération de deux grandes nations à une innre essenliellc ment srirnliliquc et, pari.ml. humaiiilaire Ou peut dire de la navigation aérienne, au point de vue international, ce Otts Thiers la dit de la République: -C'est ce qui nous divise le moins-. On ne sait même si on ne peut |Kiinl ajouter: ■ C'est ce «pu nous rapproche le plus».

Wir verweisen in Bezug auf die hier zum Ausdruck gelttacMen idealen Gedanken auf den Bericht des Leutnant HildebramU in dieser Nummer der Zeitschrift, aus dem in erfreulicher Weise zi enteilen ist, dass die Wünsche unseres verehrten Nestors W. d> Fouvielh- allmählich ihrer Erfüllung entgegen zu gehen scheinen. 4

Aeronautische Könstlerpostkarten. Kunst und Humor hatten sich längst auch auf dem tiebn-le der Ansichtspostkarten bethätigt. Vor uns liegt eine nach einer Aquarelle recht hübsch (•fertigte Karte der Firma Karl Lindetimnier in Biherach. welche, den Ereignissen voraneilend, uns den Aufstieg des Zeppelin'scben Luftschiffes zeigt. An die Ausführung des Luftschiffes selbst darf man allerdings nicht die Anforderung grosser Nalurlreuc stellen, der Maler hat es offenbar nicht gesehen. Dahingegen sind die Ballonhalle, sowie die Landschalt von Frirdrirhshafen am Bodtnaec recht hübsch skizzirt, sodass mau von den bis jetzt erschienenen

und uns vorgelegten Zeppclin'schcn Ansichtskarten diese als die schönste bezeichnen muss.

Der Pionier, Verein zur Währung der Erliiider-Intercsscn, welcher im Herbst iH'.tH gegründet wurden ist und an dessen Spitze die Herren It. Wiesetidanger, Dr. jur. Contin und Herr von Tucholka

stehen, hat die Absicht uns kund gegeben, sich auch mit Kragen der Luftschiffahrt, und zwar ausschliesslich mit denen der Luftschiffe und Klugmaschinen zu befassen.

In der Sitzung am 27. Juni IKir!) kamen die Projekte von Herrn Oscar Lange aus Mühlberg a. d. Kl he und von Herrn J. Haschejii zum Vortrage, welche günstige Aufnahme fanden. ^

Todtenschau.

Oaston Tissandler.

Am ."Mt. August UM verstarb zu Juram.mi bei Pau (Renas Pyrcnecsl einer der bedeutendsten Lultschiffer unserer Zeit, (iaston Tissandier. Wenn man von einem bedeutenden Manne spricht, so setzt das voraus, dass er Kl was geschaffen. Etwas gewirkt habe Tissandier hat das in vollstem Maasse gethan. Er war ein fleissiger und fruchtbarer Arbeiter auf dem wissenschaftlichen Kelde der Aeronautik. eine Erscheinung, deren Dahinscheiden als ein bcklagcnswcrther Verlust für die Sache selbst erachtet werden muss. Man liiulct selten so viele Talente, so viel Erfahrung und Eifer glücklich mit einander gepaart, um eine Erscheinung zu verkörpern, die, wie er, anregend und fördernd auf ihre Mitwelt einzuwirken im Stande war.

Was hilft unser Wehklagen, die Lücke ist da. und aus dem ■ Vorwärts'> was uns Weiler treibt, was uns diesen unersetzlichen Verlust zu vergessen und zu ersetzen befahlt, entnehmen wir zunächst die Pflicht, das Leben und die Thalen des Verstorbenen darzulegen, als < iedenkslein für die Lebenden und zur Nacheiferung für die Zukünftigen.

Am 21. November lKi:t wurde Gaston Tissandier als Sohn eines conseiller genenil ile la Marne zu Paris geboren. Nach dem Mesiii h des Lycee Honapartc widmete er sich dem Studium der Chemie. Mehrere Jahre arbeitete er unter Leitung von Bc-lier.'iin im t'oiiservaloire des Arls et Metiers. Nach llesiicb der Vorlesungen in der Sorbonne und am College de France bereitete er sich auf das Lirenlials-Kxamcn vor, als sich ihm die Gelegenbeil bot, als Präparator in das Laboratoire d'essais et d'a na I y ses chi ini i| Ii es de l'Union nationale einzutreten. Nach Verlaufeines

Jahres wurde (iaston Tissandier, damals 21 Jahre all, bereits Direktor jenes wichtigen industriellen Etablissements. Eifrig und strebsam entdeckte er eine neue gelblarbeude Substanz und wirkte anregend durch vielerlei Veröffentlichungen und Vorträge.

Seine erste Hallonfahrt inachte er am Iii. August IsiW mit dein LiiflschilTer Duruof von Cbalais aus. Er hatte die Absicht, meteorologische Itcnbachtuiigen im Ilalinn zu machen, und wurde von der Akademie der Wissenschaften darin, allerdings nur moralisch, unterstützt. Tissandier machte f t.lheilweise sehr interessante Ballon-fahrten und verschiedene aeronautische Versuche Kr vcrliess Paris im Hallen während der Belagerung 1*70 und versuchte wiederholt wenn auch erfolglos, auf gleichem Wege wieder in das belagerte Paris zurückzukehren. Seiler organisirle er im Verein mit seinem Bruder Albert eine Militär-LultschifTcr-Ablhcilung bei der Loire-Armee. Am 23. März lN7i> machte er zusammen mit Albert Tis-

üaston ^Tissandier

sandier, Crocé Spinelli. Sivel und Joberl eine 2:1 stündige Lufl-reise von Paris nach Arcachon. Drei Wochen später, am I.Y April, halte er das Unglück, nach einer Hochfahrt bis auf KlMN) m im llallon «Zenith» seine Genossen Crocé Spinelli und Sivel als Leichen herabzubringen. Im Jahre 1KKI stellte er auf der Kleklriciläls-Ausstellung ein durch Elektricität getriebenes Liiftschiffuiodcl aus, welches er später mil seinem Iiiuder zusammen im Grossen ausführte Mit diesem LuflschifT machte er am K. Oktober 1HKS und am 0. April IHrtf Versuche, die wohl einigen Erfolg aufwiesen.

indes* bald durch ihn Milil.nh.illon «La France • ubertroffcn wurden, liezeichnend für die Seeleiigrosse dieses Mannes sind die Worte, die er damals mit lle/iig auf diesen Versuch von llennrd und Krebs äusserte : « Ouaud il s'agit des intérêts sacrés de la science ou de la patrie, les personnalités doivent disparaître».

Von überraschender Fruchtbarkeit war Tissandier auf dein Gebiete der I.illcralur und vornehmlich der aeronautischen, für welche er allein 2t Bücher geschrieben hal. Die vornchiiihcbsteii sind die folgenden : Voyages Aériens. 1H70. — En ballon! Pendant la siege de Paris. IK71. — Les Ballons dirigeables. IS72. — La Météorologie et les aérostats, 1874. — Le voyage ä grande bailleur du ballon «La Zenith», 1K75. — Les Naufrages aériens, 1K7.Y Météorologie des bailles réglons de l'atmosphère, 1H77, — Histoire de mes ascensions. 1H7K und l«7i». — Le grand ballon captif à vapeur, 1K7H. — Observations iiiéléoi oh>-giipies on ballon, IS7'J. — Le problème de la direction des aérostats. 1XKM. — Application de l'électricité à la navigation aérienne, IMSi. — Les ballons dirigeables, 1SH.Y — Les aérostats el la navigation aérienne, I884Î. — La navigation aérienne, l'aviation el la direction des aérostats dans les temps anciens el modernes, lKHIi. — I« photographie en ballon, IK8U. — Histoire des ballons el des aér,mantes célèbres, 2 vol., I.HK7. — Bibliographie aéronaulupie. |KH7.

Man erkennt aus den Titeln, wie vielseitig Tissandier in der Aeronautik gewesen ist. Ausserdem veröffentlichte er zahlreiche Artikel in Zeitungen und Zeitschriften. Im Jahre IK7.I gründete er mit einigen Freunden die Zeitschrift ■ La Nature », welche heule mil einer Aullage von SO000 F.xcmplareu eine der verbreilels|en populär-wissenschschafllichen Zeitschriften geworden ist.

Es ist selbstverständlich, dass dieser Mann eine grosse Zahl von Ehrenämtern bekleidete und Hilter der Ehrenlegion sein musste. Besonders hervorheben möchten wir hierbei, dass er als erster Anreger internationaler meteorologischer Ballonfahrten auch Ehrenmitglied der internationalen aeronautischen Kommission gewesen ist.

Sein Leben war ein arbcitsvulles, gekrönt von Erfolgen. Tissandicr war vcrhciralhcl und halte 2 Kinder. Seine Gattin war ihm aber, kaum :■» Jabre alt, frühzeitig gestorben. Seine Freunde scbildern ihn als einen milden liebenswürdigen Charakter als zärtlichen Vater und guten hflIbbereiten Freund. In seiner Häuslichkeit trat seine Passion für die ADrunaulik durch allerhand dusbezügliche Kunstgegenstände und Bilder hervor., Fr war ein hervorragender Sammler, und seine aeronautische Sammlung, jetzt im Besitze seines Bruders Albert, steht in Paris einzig da.

Nach längerer unheilbarer Krankheit verschied er im Kreise der Seinigen in seinem 55. Lebensjahre. Er hat sieh .selbst sein ewiges Andenken durch seine nützlichen Schrillen gesellt, es würde aber auch ohne diese durch seine Tha-teii allen Luftschitfern unvergessen bleiben.

Moedcbeck.

ptlcher'8 Tod.

Von tiefem Mitleid erfüllt, müssen wir bekannt geben, dass auch Herr Percy S. Pileher, oin eifriger talentvoller Schüler Otto Lilicnthal's ein Opfer seiner aeronautischen Versuche geworden ist.

Am :io. September ist Pileher auf dem Felde der Ehre, dem Felde der aeronautischen Arbeit gefallen. Wir entnehmen den Verlauf des l'nglücks vornehmlieh dem . Acronaiitieal Journal- Xu Stanford Park bei Market llar-borougli halte er zahl

reiche Freunde eingeladen, Minen Versuchen beitn-

wohnen. Anwesend waren u. A. auch Lord Brnye und Major Baden Powell. Bas Weller war ungünstig, häutige Ii ,i hie Ite-gengiissc wechselten ah mit stürmischem Winde.

Zunächst wurden einige Versuche mit llargravc-Brachen gemacht, alsdann wurde Pilcher'i alle Plainnascliine rocgcftlbrl,

Hie Art der Experimente, die Pichler liieriuit ailsfülirte, war in-sulern neu, als er eine mim—(Oll Yards lange leine au ihr befestigte und sie durch ein Gespann mittels! ,■.....| losen Plan hen-

zuges gegen den Wind anziehen lies». Die Schnelligkeit der Pferde wurde in Folgt' dieser Vorkelirung vervielfacht. Beim ersten Male gfiig alles glatt, nur riss kurz vordem Aufsetzen die Leine; trotz-

Percy S. Pileher.

dein sank aber Mr. Pileher sanft herab, gleich einem grossen Vogel. Bei einem neuen Versuch bemerkte der Erlinder, dass >t* r Apparat in Folge seiner Beschwerung durch den Hegen schwer in die erwünschte Geschwindigkeit gebracht werden köflne. Dh-~< -zweite Experiment glückte indes» noch besser; der Apparat »tu-.-leicht auf eine Hohe von etwa 10 Meter. Da plötzlich vernahm man ein Krachen und bemerkte, wie das si hwanzruder zusammenbrach und der Apparat mit Pileher jäh nach vorn herabfiel, sich hierbei wahrscheinlich überschlagend. Im Wracke seiner Ftaf-

maschinc lag der Unglückliche regungslos, I" w ! i -- - ■ •> und wimmernd. Anfan. schien es, als habe er BN Ii nur den linken Oberschenkel gebrochen. Zwei glücklicherweise anwesende

Aer/.ie bemühten eich *o-lorl um ihn, nachdem er nulit ohne Schwierigkeiten au^ der zeislörlen Fiugttia-scliine herausgebracht war Pileher wurde in Stanford Hall untergebracht, unil »-schien. als diirfe man I»-züglich seines Zustandet Hoffnungen hegen. Leidet war das eine T.'iuschun; Am 2. November verschieb er, ohne sein DeWIUettH m zuvor wieder erlangt ; haben.

Als Grund des I n-glücksfallesvcruiillliel mm dass in Folge der NaSSi ihs SlulTes und der Stricte des Apparates Spannungen eingelreten sind, die die liambusstange des Schwaii-zes zum Bruch gebrach! haben. Sicherlich ist die Keaiis|irucliung dun h ileu Luftdruck beim Fluge IHM Ii hinzugekommen.

Percy SinclairPrf-cherl) wurde im Januar Ihm; gi-lmrcu. kr lt.il Anfangs in die Marine ein, zog sich indem iu;ch "jährig- t I iienslzeit zurück und wun* Civil-Ingenieur. Nach Ahsolvirungder Fachschulen zu Glasgow war er einige Jahre bei der Maxim Nordcnfcld Company Ihälig. !•>• er srhliesslich Theilhaber der Firma Wilson und Pileher wurde Seil dem März \S'.t~ war er eines der eifrigsten Mitglieder des AetO*

nantieal Society ofOreatBritat n. Seine Flugversuche begann

er im Jahre lH'.O, atigeregt durch Li Ii eilt hat, von dem CT su-ji am ii einen Apparat kaufle. den er Später lue h eigenen Ideen abänderte f£

•t sein itjbl verdanken wir item .a«r»ii*iili<al .iminuil.. ii. ii.

«aSfa».____

Vereins Mittheilungen.

Miinrhener Verein für Lnftschilfnlnl.

Sltzantr mm 31. Oktober 1R9».

Der • Miinrhener Verein Hir Luftschiffahrt (A. V.)> hielt am Dienstag, den 31, Oktober im Botel Staelins einen Vortragsabend ah. Der erste Vorsitzende. Herr General Neiireuther, hegr iisslc die zahlreich erschienenen Mitglieder und bat dann Herrn Prof. Hr. r'inslerwalder. mit dem angekündigten Vortrage zu beginnen. I>as Thema, das der Herr Vortragende gewählt halle, lautete: «Beanspruchung des Bulloniiiatcriuls bei Freifahrten».

Her Vortragende hes|>nich die Fjgebnisse einer Reihe von Untcntiichuiigeii über die Heanspriichiing des Balloiunatcrials bei der freien Kahrl.

Dieselben erstreckten sieh zunächst auf die Vertheilung der Spannungen in dem jetzt allgemein üblichen Itauterinetz, wobei der grosse Einfluss der l'eil.iing /wischen Hülle und Netz zur tielliing kam. Die grundlegenden Versuchsdaten, speziell der Heihiingse.icflizienl zwischen Seilen und Ballonstoff, waren von Herrn Oberleutnant ReHineyer iler k. b LuftsrhilTer-Ablheilung sorgfältig ermittell worden, Tin die Spannungen in der Hülle zu linden, wurde dieselbe als Kuppel von minimaler Wandstärke bc-Irächtet, welche von dem Gasdruck, dem Eigengewicht und dem Neudruck belastet ist. Im Gegensalz zu den sonstigen Kuppeln herrschen in der Hülle zumeist Zugspannungen. Die Hingspannungen im oberen Viertel der Hülle geben die grösste vorkommende Beanspruchung. Die Formeln zur Berechnung der Spannungen ergeben im Scheitel des Ballons und in der Gegend, wo das Netz die Hülle verlässt, Druckspannungen, die alier in Wirklichkeit nicht zu Stande kommen, da an diesen Stellen die Hülle sich fallet und von der Kugelgestalt abweicht.

Per Vortragende zeigte an Photographien, dass diese von der Theorie geforderten Deformationen Ihatsächlich vorhanden sind und sich durch polslcrföi iiiige Ausbuchtung des Hüllenstoffes in den Nelzmaschen verrathen. Die Sicherheit des Freiballons der heute üblichen Bauart isl eine sehr grosse; sie ist an kleinen, mit Wasserstoff gefüllten Mililärballons überall mindestens dreissigfach und scllist an dem grossen, :t2iX) cbin haltenden Wasserstoffhallon • Vega», der im vergangenen Jahr über die Alpen fuhr, muh über fünfzehnfach. Beicher Beifall, der dem Herrn Vortragenden zu Theil wurde, zeugte von dem Interesse, mit dem die Anwesenden dem Vortrage gefolgt waren.

Hierauf ergriff der zweite Vortragende des Abends, Herr Prof. Vogel, das Wort und gab ein übersichtliches Beferal über den Betrieb und die I-citnng des F'esselballons während der heurigen Sportausstellung

Die sehr interessanten Ausführungen gaben ein deutliches Bild der vielfachen Aufgaben, die an die einschlägigen Stellen herantraten, sowie der reichen Erfahrungen, die gesammelt wurden. IVn mit grossem Interesse und Beifall aufgenommenen Ausführungen kcIiIi ws sich eine lebhafte I liskUMWO HL

fcltzunir vom Hs. November, 8 l"br Abends.

Der Vorsitzende. Herr Genenil Neiireuther, gedenkt der hohen Auszeichnung, welche dem II. Vorsitzenden, Professor Finsterwakler

und dem Ausschussmitglied Professor Eberl durch die Ernennung zu Mitgliedern der Akademie der Wissenschaften zu Theil wurde.

Sidann referirt Direktor Erk über die wissenschaftliche Fahrt vom .'t. Okiober iK'.rll, welche ein Theilglieil der gleichzeitigen internationalen Aufstiege dieser Tage gewesen war. An der Fahrt halle sich ausser dem Bcrichtcrslallcr noch Herr Professor Dr. S. Finslerwalder helheiligl. um besonders auch pholo-grammilrisihe Aufnahmen zu machen. Durch die Ungunst des Welters wurde die Lösung dieser Aufgabe verhindert.

Hingegen war die Fahrt vom meteorologischen Standpunkte aus sehr interessant, indem sie durch zwei Wolkendecken führte, von denen die untere eine Mächtigkeit von mehr als l't km hatte.

Die obere Wolkendecke wurde erst wenig unter HXKI m Hohe durchbrochen. Die tiefste Temperatur war 7 Grad Kälte in ca. Utut m Höhe. Aehnliche Beobachtungen wurden auch bei anderen Fahrten dieses Tages gemacht, so dass aus einem grossen Theile von Europa äusserst wert Ii volle Angaben über die Höhenlage und die Temperatur dieser doppelten Wolkendecke vorliegen.

Der Abstieg ging wieder durch ilic Wolkendecke beider Schichten hindurch und fand die l-andtiitg im dichten Nebel auf dem Gipfel des Hirschensleins an der Grenze zwischen Olier-öslerreich und Böhmen statt. Der Ballon blieb auf den Gipfeln hoher Tannen hängen, doch gelang es denselben, ebenso wie die Instrumente und die Theilnehiner der Fahrt, wenn auch nicht ohne Mühe, sicher zu bergen. Schliesslich legte der Vortragende noch eingehend bearbeitete Karten vor, welche für den Abend des 2 , sowie den Morgen und Abend des :l. Oktober die Wetterlage über Europa zur Darstellung brachten.

Hierauf liericblele Freiherr v. Bassus über die am 1(1. Juni d. Js. staltgefundene wissenschaftliche Vereinsfahrt, die sieh bei einer Fluggeschwindigkeit von bis zu i>2 km in der Stunde bis nach Steiermark erstreckte.

Der Vortrag, den reichlichster Beifall lohnte, gestaltete sich besonders interessant durch Vorlage von ungefähr 70 Photo-grapbien, die zum Theil Einblicke in das wildeste Hochgebirge iGamsfeld, Zinkenkegel) veranschaulichten.

Der Dank des 1. Vorsitzenden. Herrn General Neiireuther, sowie eine längere Diskussion der zahlreich erschienenen Mitglieder schloss sich den Vorlrägen an.

gez. Cnselln

Leutnant, Schriftführer.

Oberrheinischer Verein für Laftachiffahrt.

Oclfentliche Sitzung am 16 Oktober.

Die zahlreiche Versammlung wurde durch die Anwesenheit des Protektors unseres Vereins. Sr. Durchl. Fürst Hohenlohe nebst dessen Hoher Gemahlin besonders beehrt. Der Vorsitzende, Professor Dr. Hergesell, sprach zunächst ein tiefes Bedauern über den Verlust aus, den der Verein durch Versetzung seines Präsidenten, Major von Pannewitz, erlitten hat. welcher als neu ernannter Chef des Generalstabes des III Armeekorps seinen Wohnsitz nach Berlin verlegen musste.

Darauf begann Herr Stolberg über seine am ß. Oktober

unternommene Freifahrt zu hcrichtctl, die in sehr romantischer Weise uiil einer l.amlun^ in Sirassburg endete.

Herr Prob-ssor Dr. Hergesell sprach darauf über seine am Oktolier zusammen mit l>r. Hersoti von Merlin aus unternommene Hochfahrt,

Zulct/.t berichtete Herr Hauptmann .Mnedebcck narh eigenen an Ort und Stelle gesammelten Anschauungen Ober <la.s Luftschiff des Grafen v. Zeppelin. Alle drei Vortragenden erfreuten sieh der andauernden AufimTksaink.il der Zuhörer und ernteten reichen Heifall.

Zum Schluss wurde auf Vorschlag des Vorstandes der bisherige Präsident des Vereins, Herr Major von l'annewitz vom Verein einstimmig zum Khrcnniitglicd ernannt. Nach < ingch<ndcr Ilcratliung der Freifahrtshcstiiiimurigcii schloss die sehr anregend verlaufene Vereinssitzuiig.

<lelTciitU«-ue Kltzan; am Moni*?, den II. Dezember, Ahrnd* s Uhr im Verehislokai.

Aueli hei «lieser Sitzung waren zahlreiche Damen zugegen: es zeigt dies, dass es ein ausserordentlich glücklicher Gedankt! war, die meisten Vortragsabende auch den Damen zugänglich zu machen.

Professor Dr, Hergesell eröffnete die Sitzung und erlheüte das Wort den Mitfahrend«'«! der llallonlalirt. die in der Nardt vom liY Iß. November zur Deobacbtung des Slernsrlinuppcnsehwarii.es der lA'oniden v«»in Vereine veranstaltet war. Den Vortragi-nden, Dr. Teteils von der Sternwarte in Strassburg, Leutnant llildebrand und Steuerinspektor llauwerkcr wurde seitens der aufmerksamen Zuhörer reicher Heifatl zu Tlieil. An anderer Stelle dieser Zeitschrift ist die Kallonfahrl, die mit einer Landung in Franvault bei Dijon in Krankreich endelc. eingehend behandelt.

Die in der Tagesordnung vorgesehene Hestinimung der nächsten Freifahrt musste verschoben werden, da mit dem I. Januar, dem Kinfiihrungstagc des Itürgerliclicti Gesetzbuches neue Fahrtcnstatutc erforderlich sind, Kin juristischer Ausschuss wird demselben eine eingehende Besprechung widmen.

Gesellschaft znr Förderung der Luftschiffahrt.

Dem letzten im November ausgegebenen llericlit der «(.«•Seilschaft zur Förderung der Luftschiffahrt • entnehmen wir folgende atigemein interessante Angaben über «las Zeppelin'sehe Luftschiff:

Das nach dem Kniwurfe des Grafen v. Zepp«>hn gebaute Luftschiff steht vollendet da. Ks entspricht bis jetzt allen gestellten Erwartungen: das Alumimuiiigcstänge erweist sich auch g<'gcnüber dem gewaltigen Drucke der vorzüglich arbeitenden Luflsehraiiben als unerschütterlich fest; dabei sind die Gewichte durchgehend« hinter dem Voranschlag zurückgeblieben. Auch die Hinrichtungen für die gleichzeitige Füllung der sämmthehen Zellen mit Gas haben sich vollkommen bewährt.

Alle Sachverständigen, welche das Fahrzeug prüfend besichtigt und von den zu dessen Aullassnng. zum Antrieb, zur Steuerung und zur Wiederbergung vorhandenen Einrichtungen und dem dabei beabsichtigten Vorgehen Kenntniss genommen haben, sind in ihrem Vertrauen auf einen guten F.rfolg der Flugversuche bcstärkl worden.

Aber wie nachstehend licgrUndet, dürfen diese Flugversuche nicht vorgenommen werden, bevor — für den eventuellen Fall ihres unglücklichen Verlaufes — ein das Vermögen unserer Gesellschaft zur Förderung der Luftsehiffnhrl dann vielleicht übersteigendes Gelderforderniss sirhergestellt ist.

Die Gesellschaft ist auf Grund des Gesellschaft »Vertrages vom ». Mai^a Juni lH'.IK mit einem Grundkapital von M. 8001HM) und mit dem Zweck errichtet worden, zunächst ein Luftfahrzeug

nach dein Entwurf des Grafen v. Zeppelin zu erbauen und tlarnil Versuchsfahrten vorzunehmen. Das Grundkapital ist voll eingezuliD

Die nach den Voranschlägen wohl begründet gewi-sent* Hoffnung, es werde das Gesellschaflskapital zur Durchführuntr «J«-s zunächst ins Auge gefassten Zweckes vollauf ausreichen, hat s-i« u aus einer Iteilie nicht vorhersehbarer Ursachen nicht erfüllt.

Andauernde und häutige Stürme zertrümmerten wiedi-rli.lt die Drücke, welche vom Ziii.uicrpl.itz am Ufer des Möllensee». I» • Manzell in den See hiiieingeliaut werden musste: Pontons urxl Schilf«; wurden schwer beschädigt: ein grosser Schuppen im P« -«• zur Herguiig von Gasllaschcii-l'ontons musste einen doppelt- o Wi'llensebiilz erhallen. Endln h riss sich die gewallige schwimmend«' liauhulh- von der Verankerung los, was zurs«-hr Iheiiren HescIi.iiTiin,; eiinr neuen Verankerung nölhigle.

Diese Unfälle verursachten schon altein gegenüber «h-iri Voranschlag im Itauverlrag über die grossen Hol/hauten — ttnuliall« für das Luftfahrzeug. I.andiingsbrücke. Schuppen für Gaspuntoiis und Schiffe — einen .Mehraufwand von über M. HUI IKK I.

Sodann hat seh eine Versicherung der mit dem -fti-itT'-m v. Zeppehn auffahrenden Ingenieure und Monteure nur in uanz geringem l mfange erreichen lassen. Hierfür ist deshalb eine Itii« k-slellung unerlässlich und es ist hierzu ausser der Verwendung «leider Gesellschaft im si hliminslen Falle vi-rhleihendcn Sachwert lie--ein Hetrag von etwa M. :VIMMH) in Iteclinung zu nehmen.

Zu den bereits «<rwiihnteii Mebreffordernissen Irelen weiter.-fiir Gehäller, Löhne und Unterhaltungskosten in der Zeit ,<iri Herbst IS'.ÜI bis zum Frühjahr l'.KXI hinzu.

Ks ist nämlich in Folge d«-r vielfach regnerischen Wittel iir._ und sonstiger ungünstiger umstünde dein Lieferanten der Gasliiil« n nii hl möglich gewesen, diese in der aiishediingenen probeinässig.' Güte zu liefern. In-zw. sie in diesem guten Zustande zu erhalte' Die Wiederherstellung und theilweise Neiianferligung dauert in der «las Trocknen erschwerenden Jahns/eil bis in den Wind-' hinein. Da alsdann die Kürze der Tage, die wahrscheinliche Kälte und die huldigen Nebel, selbst bei sonst giilein Weiler mclil di<-jenigi'n günstigen Umstünde erwarten lassen, welch«' für die ersten Fahrvcrsu« he gefordert werden müssen, sind wir gezwungen, dieselben bis zum nächsten Frühjahre zu verschieben.

Der finanzielle Stand der Gesellschaft am HO Oktober «1. J war nun folgender:

Die Summe aller Einnahmen betrug .... M, MtriW.YS;!

Die Summe all«-r Ausgalx-n hi-trug.....» ßHI 11112

so dass sich ein Verniögeiisstand in Hankgulhaben

und Dar ergab von ..............M. 17l.Stl.7l

Diesen liquiden Mitteln der Gesellschaft gegenüber stehen Verpachtungen auf (irund bereits gemachter Arbeiten und Lieferungen in Höhe von . M. 11MUV.V!

Verpllichtungeii aus küiitligen Lieferungen und Metrie bsausgahen lür Gehalte. Löhne, .Materialien bis zum 30. April l'.NHi auf (.rund eingehender Aufstellungen geschätzt zu.............'_ 11 fioUS*..Vl

Summe M. 2:ü.M;i!t.tt ab . I7txt17l

Das liipiide Aktivvermögen der Gesellschaft würde daher bis zum :tO. April UHm, bis zu welchem Zeitpunkt das Statthaben der ersten Fhigversuche und damit die Erfüllung des nächsten Gcsellsrhafts-zwecks mit llestiinintheit in Aussicht genommen

werden darf, eine Unzulänglichkeit von.....M. iW77«II

aufweisen.

Dieser Abmangel könnte sich inöglicherweise um einen Betrag für Unvorhergesehenes vergrossern. welcher zur iinssersten Sicherheit auf M. JiOOtK) zu veranschlagen ist.

Es sind ferner dio oben erwähnten M. »0000 als Rückstellung für die Lebensversicherung der Mitfahrer bei den Flugversuchen in Rechnung zu nehmen.

Im Hinblick auf diese Finanzlage sieht sich die Verwaltung der Gesellschaft gezwungen, für ein ausreichende:* Deckungskapital besorgt zu sein. Wenn ihr für den Nolhfall ein solches in Höhe von M. 150000 bis 800000 zur Verfügung gestellt wird, so wird sie gegenüber allen Eventualitäten finanziell hinlänglich ausgerüstet erscheinen.

Ks ist nun zwar nirht wahrscheinlich, dass dieses Kapital in Wirklichkeit mobilisirt werden muss, allem die Gesellschaft darf bei solider finanzieller Gebarung ihr l'nternehmen bis zur Vornahme von Flugversuchen nichl durchführen, wenn sie nicht über «Ich eventuell erforderlichen Zuschuss in garantirter Weise verfügen kann.

Die Gesellschalt muss mit drei Möglichkeiten rechnen:

a) Die Probefahrten ergehen einen vollen Erfolg des Gescll-schaftszweckes ohne Schaden für das F.igenthum der Gesellschaft und Leib und Leben ihrer Angestellten. In diesem Fall darf ohne Weiteres unterstellt werden, dass der Gesellschaft für den zweiten Gesellschaflszweck, die technische und wirtschaftliche Vcrwerthung der gewonnenen Ergebnisse durch Veräusserung und Nutzbarmachung der Patente. Helrieh und Veräusserung des Luftfahrzeuges hezw. Hau, Ret rieh und Veräusserung weiterer Fahrzeuge, weiteres Kapital zur Verfügung steht; eventuell würden jedenfalls bei Liquidation der Gesellschaft durch Veräusserung des Fahrzeuges im Ganzen oder der einzelnen Einrichtungen und Materialien sich die Mittel nichl nur zur Deckung der oben berechneten alsdann noch ungedeckten Verbindlichkeiten von etwa M. WXWO, sondern noch zu einer erheblichen Rückzahlung an die Aktionäre ergeben.

b) Die Versuchsfahrten ergeben nicht den erwarteten Erfolg, jedoch ohne Schaden für das Eigenthum der Gesellschaft und Leih und Lehen der Angestellten.

In diesem Falle wird die alsbaldige Liquidation der Gesellschaft eintreten. Die vorhandenen Werthe der Gesellschalt reichen auch in diesem Falle aus. nicht nur zur Deckung der noch ungedeckten Verbindlichkeiten von etwa M. 00000, sondern noch zu einer entsprechenden Rückzahlung an die Aktionäre. In dieser Richtung genügt es, darauf hinzuweisen, dass, abgesehen von dem Werth des Luftfahrzeuges seihst und seiner einzelnen Theilc und dem Holzwerth der iuj) einem Aufwand von über XI. StNIlXNI errichteten grossen Moiitiriingshallc. des Gassi huppen* elc.i jil|eiii_die «I« r Gesellschaft g«diörigi-n Gasflaschen, Pontons und S< Infle einen liqiiitln baren Mindestrealisationsweith von Ober M. NH<io haben. ri l);is Falnzeug und die bei der Autlährt bei billigten Personen lohnen Schaden; hierbei ist mit ein«-r Abstufung von buhten Schällen bis zu gänzlichem Untergang zu rechnen. Im letzten und schlimmsten Fall würde zur De« kling der sämmtln hen Verbindlichkeiten der Gesellschaft in weitestem l'mfang gerechnet einschliesslich aller Ansprüche der Hinterbliebenen ein Kapital von M. IAOO00 bis 2UD.IHIO erforderlich sein, für dessen Deckung der Mindeslreahsationswerth der der Gesellschaft noch verbliebenen Einrichtungen und Materialien mit etwa M. H.HHKX) zu verwenden und noch ein Kapitalzuschuss von M. 500110 bis 100000 erforderlich wäre. Aus dem Dargelegten ergibt sich, dass nur in dem zu c| angenommenen Falle und auch hier nur hei allers« hlimmslen Eventualitäten auf den noch zu creifenden Sicherheitsfonds zurück-

gegriffen werden müsste; dieser Fall, wenn auch in den Rereich der Möglichkeiten gezogen, «larf mit gutem Grund nicht als wahrscheinlich bezeichnet werden.

Sollte bei diesem Stande der Dinge das l'nternehmen nicht noch Freunde genug linden, die es jetzt nicht im Stiche lassen'

An eine Vermehrung des Grundkapitals kann nach den Er-fahrungi'n, di<- bei Werbung der ersten Zeichner gemacht worden sind, nicht gedacht werden; für ein keinen unmittelbaren Gewinn Bicher in Aussicht stellendes Unternehmen ist nur sehr schwer ein grösseres Kapital aufzubringen, wenn auch dem von der Gesellschaft verfolgten, der gesammten Kulturwelt zu gut kommenden idealen Zweck allseitiges Interesse entgegengebracht wird.

Wir haben uns daher zur Erreichung unseres Zieles nach einem anderen Ausweg umsehen müssen und glauben denselben in dem Vorschlage der Hildung eines Garantie-Konsortiums gefunden zu haben, welches auf der Grundlage ruhen soll, dass die Zeichner desselben nur unter der Voraussetzung einer Gesaiiimtgarantie-zeichnunß von mindestens M. löOOtxi und nur pro rata ihrer Zeichnung im Verhältnis« zur Gesamiiitzeiclinung haften sollen. Nach den oben zu Ziffer a) bis ci gegebenen Erörterungen ist die Inanspruchnahme der Garantie überhaupt nicht als wahrscheinlich zu bezeichnen, eventuell aber wird es sich in Wirklichkeit nur um einen bescheidenen Relrag der garanlirtcn Summe handeln können. Hierbei ist noch darauf hinzuweisen, dass unter I iiiständen im Falle der Liquidation eine Inanspruchnahme der Garantiesumme behufs Zahlung fälliger Verbindlichkeiten noch vor Versilberung der Einrichtungen und Materialien der Gesellschaft nolb-wendig werden kann; diesfalls ist aber alsdann aus dem hernach im Liquidationsweg zu versilbernden fiesells«diaflsvermögeii nach Deckung aller fremden Verbindlichkeiten in erster Linie das vorhandene Vermögen zur Rückzahlung der auf Grund der Garantieleistung bezahlten Ih'lräge zu verwenden, so dass den Garantie-Zeichnern gegenüber den Aktionären das Prioritätsrecht zusteht.

Heiitsrher Verein zur Förderung; der Luftschiffahrt (Berlin).

Die letzte Versammlung des „Deutschen Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt" am 2:!. Oktober begann mit verschiedenen gescliiiftlichen Miltheilungen. Wiederum hat sich eine grosse Anzahl neuer Mitglieder gemeldet, ein Iteweis für die forderliche Wirkung der vom Verein veranstalteten Freifahrten. Ein Winterfest ohne Damen soll im Januar oder Februar stattfinden; hierfür wurde ein Festausschuss gewählt. Leber die in den Tagen des Internationalen Geographenkongresses am H.Oktober ausgeführten Hallonfahi'ten berichteten die Herren Dr. Süring, der einen mit Leuchtgas gefüllten Itallon geführt, und llersoll, d« m die Leitung eines gleichzeitig iii höhere Luftschichten aufgestiegenen Wasser-stotThallons obgelegen halle. Die Gleichzeitigkeit dieser Fahrten erhöht das Interesse an den erstatteten Rerichlcn. Dr. Süring'» Rallen trug noch :i Tluilnehiiier an dein töiigrapheukongress, die Herren Prof. Ford-Lausanne, Prof. Dr. Wiechert-Göllingen und Dr. Thilenius-Slrassbiirg, während sii h Prof Dr. Ilergesell-Strass-burg «lein WasscrstolTballon angeschlossen hatte. Die Abfahrt des LcUChlgasballons ging ruhig von statten, ebenso gestaltete sich auch die ganze Fahrt, «lie keine aufregenden Momente bot. Von den Theilnchmern beschäftigte sich Prof. Wierhcrl mit lulleh klri-schen Messungen nach einein neuen Verfahren, Dr. Thilctiitis richtete sein Augenmerk auf die Erde und Prof. Forel, «-in angehender Sechziger, für dessen Wohlergehen während der Fahrt der Führer anfänglich nicht ohne Sorge gewesen, erwies sich als eine .sehr elastische Natur und als scharfer Heobarhter der meteorologischen Vorgänge uiul der ihn besonders inleressirenilen Wotkcngchildc. Der feinen Messungen Pr«if, Wiechert's wegen

musste während der Fahrt grosse Kuhe gewahrt und durfte nicht gesprochen werden. Der Ballon erhob sich um '/«lOUhr ziemlich schwerfällig von der Knie; erst die Entleerung eines Ballastsackes, dessen Inhalt leider einem hölfreich bemühten Soldaten über den Kopf kam, machte ihn schnell bis .r»t)0 m steigen. Schon nach K Minuten war man "IUI m hoch. Hier gelangen sehr hübsche Wolkenphotographien von der Seile, die instruktiver zu sein versprachen, als die gewöhnlich schräg nach unten aufgenommenen Wolkenbilder. Durch Dr. Thilenius wurde eine Reihe guter Messungen gemacht und die Flugrichtung genau festgelegt. Die Wolken wurden bei Otto rn erreicht. Da die elektrischen Messungen ein langsames Steigen nolhwendig machten, dauerte es verhält-nissmässig lange, ehe man bei 1(100—1200 m ein aus mächtigen ilaufenwolkeii bestehendes Wolkengebirgc überstieg, zumal die Abkühlung des Ballons häufiges Auswerfen von Ballast nöthig machte, um ihn nicht fallen zu lassen. Nach 2 Stunden waren bei 2t W m die höchsten (iipfel der Wolken erreicht. Um 12 Uhr wurde boralhen und beschlossen, am Bande der Wolken noch einige Messungen zu machen und dann den Abstieg vorzubereiten. Ersteres war schwieriger als erwartet, letzteres ging in Folge der Abkühlung beim Passiren der Haiifenwolken recht schnell von statten. In Sicht der Erde gelang!, sah man sich über einer Tiden liegend oberhalb eines Waldes. Bei der Srldeppfahrl fasste bald eines der Seile an einem Baum. löO in von dieser Stelle entfernt konnte man auf einem frisch gepflügten Acker landen, nachdem kurz vorher in Folge eines verfehlten Klimmzuges Professor Wiechert über Bord gefallen, ohne sich jedoch zu beschädigen. Es war 1 Uhr, man befand sich .'10 km von der nächsten Bahnstation auf den Acekern des Rittergutes Lewitz bei Tirschticgcl. Durch die liebenswürdige Hülfe des Rittergutsbesitzers von Hasa-Radlitz war der Ballon bald verpackt und befördert, und schon um Mitternacht war man wohlbehalten in Berlin zurück. — Dr. Thilenius' Aufnahmen haben die Fluglinie als nahezu gerade ermittelt, die Geschwindigkeit betrug HO km, die erreichte Maximalhöhe 2(01) in. Merkwürdig erschien es, wie bei so starker Luflbeweüung sich solche Wedken entwickeln konnten, auffallend war auch die beobachtete (jleichmässigkeit des Feuchtigkeitsgehaltes; selbst in der Nähe der Wolken war kaum eine Veränderung merklich. Interessante Aufschlüsse sind von den Wiechert'schen luftelektrischen Beobachtungen zu erwarten. Bisher war nur die Vertheilung der F.leklncität gemessen, aber über den Silz derselben, namentlich über den Antbeil der Luft an der Leitung, nichts ermittelt wurden. Diese Lücke auszufüllen, war die Aufgabe von Prof. Wiechert Es ergab sich merkwürdiger Weise, dass die Wolken direkt isolirten und viel Elektricität auf den Wolkentröpfchen angesammelt wurde. — Hiernach darf von dieser Ballonfahrt zusammenfassend gesagt werden: der Genuss war gross und die wissenschaftliche Ausbeule dürfte befriedigend ausfallen. — — Viel schwieriger gestaltete sich von Anbeginn die von den Herren Berson und llcrgcscll unternommene Hochfahrt mit einem Wasserstoffballon der Kgl. Mililärluflsrhiffer-Ab-theitung. Da der 12—1300 cbm messende Ballon mit Rücksicht auf die Absicht einer Hochfahrt und die schnelle Ausdehnung des Wasserstoffgases beim Aufstieg nur zu D's "f" V* gefüllt werden konnte, so wirkte der starke, böig auftretende Wind im Moment der Abfahrt auf den schlaffen Ballon wie auf ein Segel und es bedurfte der ganzen Unterstützung der von Hauptmann von Tschudi und Oberleutnant von Kleist umsichtig kommandirten (¡0 Mann, die mit aller Kraft und häufig blutig geriebenen Händen an den Schlepplauen hielten, um die schliesslich sehr eilig erfolgende Abfahrt zu regeln. Anfänglich hielt sich der Ballon unter der Einwirkung von Böen nahe der Erde, erst einer energischen Entlastung durch Auswerfen von viel Ballast gelang es, ihn zum schnellen Steigen bis zu dem bei 4300 m erreichten Punkte zu

bringen, wo er voll war. Zehn Minuten nach 9 hatte die Abfahrt stattgefunden, die 4300 m waren nach *!t Stunden erreicht. Von jetzt ab stieg der Ballon nur noch langsam. Im Augenblick der Abfahrt hatte man nur wenige Wolken am Himmel bemerkt und glaubte in einer grösseren Lücke zwischen ihnen aufsteigen zu können: doch schon bei HOO m begegnete man vereinzelte, bei KWH)—1200 m grosse Haufenwolken und sah bei deren Verlassen, dass noch höhere Wolken vorbanden waren, die bei 3001) m in drei Schichten lagen. Darüber hinaus war der Himmel ganz klar und besonders schön dunkelblau, ohne jede Spur von Cirrus-wotken. (Die von manchen LuftscbilTern gerühmte „Schwärze" des Himmels in den hohen Regionen hal Herr Berson niemals gesehen .1 Von 4Ö4K1 m ab wurde die Fahrt unter dauernde Kontrolle durch die mitgeführten Instrumente genommen, wobei es sich für den Leiter der Fahrt als eine grosse Erleichterung erwies, dass er in Prof. Hergesell einen erfahrenen Luflschiffer an Bord halte, der früher schon bis zu 5300 in aufgestiegen war. Rei 4000 m war die Lufttemperatur — 14" C. Man brauchte noch keinen Sauerstoff. Leider war die Erde vollständig verschwunden. Einmal, gerade beim Ueberlliegen der Oder, kam sie flüchtig zum Vorschein, sodass die Geschwindigkeit, die durchschnittlich liO km betragen hat, in den seither verflossenen »j« Stunden auf ßf> km ieschätzt werden konnte. Die Sorge der Luflschiffer war in diesem Augenblick, sie könnten in Folge einer Acnderung der Windrichtung der Ostsee zu nahe kommen. Bei &000 in wurde der Sauerstoffapparat klar gemacht. Man fror sehr an den Beinen Die direkte Strahlung der Sonne war nicht stark. Gegen 1 Uhr waren (StIOO m erreicht, zugleich erschien durch Wolkenlücken die F.rde wieder. Man sah grosse Seen; doch war es nicht möglich aus deren Gestalt zu bestimmen, wo man sich befand. 3000 3 über den Wolken zeigte sich eine lange schmale Wolkenlückr. die man gleich darauf überflog, als zu schmal, um einen umfassenden Ausblick auf die Erde zu gewähren. Dennoch vermochte man festzustellen, dass man sich über ausgedehntem Bruchland bewegte, und schloss zutreffend auf den Netzebrueh, man sah eint' Stadl, die Schneidemühl gewesen sein muss. Bei öKOO m schon hatte sich bei den Luflschifferti etwas Herzklopfen und Athemnoth eingestellt, Da sich in der Höhe von f.2i>0, dann OtnO und zuletzt Ii HM in dieser Zustand bei Prof. ilergesell zur Müdigkeit, dann zur Bewusstlosigkeit steigerte, hess Berson den Ballon fallen. Das Barometer zeigte an dem höchst erreichten Punkte 32X mm. das Thermometer — 2H° C. Auf der Erde herrschten bei der Abfahrt -f- l*i°, es betrug die Differenz also 4*i*, das Wännegefälle IMt—11,7° auf 100 m. Als in Folge starken Zuges an der Veiitil-hine der Fall elwas zu schnell erfolgte, wurde bei 3000 m llallasl ausgeworfen und damit der Fall auf I!—S m in der Sekunde cruilissigt. Endlich kam, erst zwischen Wolkenlücken, dann voll-;ländig die Erde in Sicht, und man gewahrte inmitten einer weilen, ebenen Landschaft einen schmutzig, grau erscheinen*:: Strom, der nur die Weichsel sein konnte. Als Bestätigung erschienen bald auch im Norden die bekannten Linien der Danziger Bucht. Diese Beobachtung gab den LuftscbilTern die Beruhigung, dass man genügend weit nach Osten abgetrieben war, um bei der Gestaltung der Küste elie Nähe der Ostsee nicht länger fiircht.-ii zu brauchen. Dennoch befand man sich, wie sich später herans-slellle, im Irrthum Über die Landschaft. Statt nördlich der Gabelung der Weichsel war man südlich davon am rechten Ufer <b-s Stromes Über einer sehr nassen, durch viele Seen und zerstreute Gehöfte stark coupirten Gegend. Eine Schleppfahrt war unter solchen Unisländen kaum ausführbar. So jagte der Ballon in geringer Höhe mit einer Geschwindigkeit von 21 in in der Sekunde landeinwärts, zunächst über die Fläche eines ausgedehnten Sees hinweg. Da der Ballast verbraucht war, blieb, um nicht in das Wasser zu geiathen, nichts übrig, als das letzte grössere

Gewichtsstück, die Sauerstoffflasche, auszuwerfen. Kndlicli war feste» Land erreicht und es gelang, nach dreimaligem Aufreissen der Hülle und einer Schleiftahrt von etwa 21)1) m den llallon zum Stehen zu bringen. Polnisch redende Leute eilten aus den nahen (o'hüften schnell herbei. Maid war der Ballon verpackt und der Eisenbahn im nahen Oraudenz übergeben, von wo auch die beiden Liiflschiffcr in gutem Gesundheitszustand über Nacht nach Berlin zurückkehrten, Prof. Hergescll, um schon am Vormittage des nächsten Tages seinen rühmlichst bekannt gewordenen Vortrag im Internationalen Geograpbenkongrcss zu halten.

Noch berichtete Leutnant de la Roi über seine am 7. Oktober in Begleitung der Grafen Monjoie und Königsmarrk unternommene Ballonfahrt, die bei leider sehr schwachem Winde (2,5 rn in der Sekunde! stattfand und als Maximalliühe ¿1150 in erreichte. Hei 2IÜNI in befand man sich in den Wolken und llog nach Ausweis des Kompasses in südöstlicher Richtung. Wilhrend die Temperatur an der Krdoberlläche -}• 15' ('. betrug, war sie bei 7(K) in -j- ;'»", bei 12l»0 in ^-tr-, ki 1500 m —'>-, bei 21KI0 m 5°. bei 2*10 m inabe den Wolken) -10°, bei gl MM) in (in den Wolken) 8°, bei .'050 in — 10«. F.ine erste Landung erfolgte in der Nähe von Pulverkrug bei Frankfurt a.ii')., wo einer der drei Insassen, durchs Loos bestimmt, ausstieg, damit der erleichterte flallon seine Fahrt fortsetzen konnte. Zugleich wurden mit Hülfe von Feldarbeitern die Ballastsäcke Wieder gefüllt Die zweite Fahrt in geringer Höhe wurde dann in der nächsten Nähe von Frankfurt beendigt; sie halte nur 20 Minuten gedauert.

Auch Hauptmann von Tsclnidi wusste von Ballonfahrten durch Offiziere der Luftscliiffer-Ablheilung in den Tagen des 12. und 17. Okiober zu berichten. Zwei davon am 12. endeten bei Spandau und bei Frankfurt a-/0., während die am 17. unternommene den Hellenen Kurs nach Westen nahm und die Kitte überschritt. Hei einer Fahrt wurde der nicht häutige Fall einer Temperaturerhöhung mit wachsender Erhebung festgestellt. Während das Thermometer an der Erde j- H° zeigte, war die Temperatur in 121 Kl m Höhe ( 12'»''. Die nach Westen gerichtete Fahrt erreichte 2H00 m Höhe

Kndlicli gab auch l)r Wollf, der eine der Freifahrten des Vereins im Laufe des Sommers milgemuchl, in sehr humoristischer Art Bericht über seine Erlebnisse hierbei. Da er sich beklagte, ganz wo anders lüngeralheu zu sein, als wohin zu kommen er sich vorgenommen, erzählte Hauptmann Gross hieran anknüpfend von einem scherzhalten Vorkommniss bei einer Schleppfahrt. Man hatte einem Jäger aus dem Ballon zugerufen: Ist die Stadt dort Müll rose? was bejaht worden war. Gleich nachher aber formte der Jäger aus seinen Händen ein Sprachrohr vor dem Munde und rief mit Stentorstimme berauf: ..Sie müssen besser nach links halten! —" Herrn Herson atier, welcher den Verlust der Sauerstoffflasche beklagt hatte, die sein Begleiter in der Noth des Augenblicks in den See geworfen, gab Hauptmann Gross den Trost, dass er selbst einst, um sich vor der Bekanntschaft mit einem mecklenburgischen See zu bewahren, den ganzen beweglichen und entbehrlichen Inhalt des Korbes, Kommissni.'lntel, l'aschinenmcsser u. A., zu opfern gezwungen gewesen sei.

Zum Schluss der Versammlung erklärte der Vorsitzende, Professor Assmann, unter herzlicher Zustimmung der Anwesenden seine Freude über das frisch pulsirende Lehen im Verein und sprach besonders den Offizieren der Luftschiffer-Ahlhcilung. vor Allein Hauptmann von Tschudi, dem eifrigen Förderer der Ballonfahrten des Vereins, verdienten Dank aus.

In der am 27. November abgehaltenen Monals-Versammlung des «Deutschen Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt» zu Berlin wurden zunächst 16 neue Mitglieder

angemeldet und aufgenommen, ein Reweis, dass »der Verein die Gleichgewichtslage noch nicht erreicht hat, sondern immer nocti mit gutem Auftrieb nacli oben strebt», wie der Vorsitzende mit Befriedigung feststellte. — Das Winterfest des Vereins wird am K. Februar im Künstlerhause stattfinden. — Den Vortrag des Abends hielt Professor Dr. Assmann über • Ü a s a c; r qji a. u t i s c Ilc, Observatorium des König). meteon> 1 o_^jj> £_fi_e_n „Iji-stituts am Tegeler Schiessplatze». Diese _nv.u.e_ Ansta ti bezwei'kl lukannilu-h, an Stelle der bisher gWe^etitlich allste-" führten wissenschaftlichen Luftschiffahrten eine feste Organisation mit bestimmten ihr im Budget zugewiesenen Mitteln zu setzen, um mil Hülfe von Drachenballons und Brachen regelmässig und ohne Unterbrechung meteorologische Untersuchungen der erreichbaren Schiebten der Atmosphäre vorzunehmen. Für diesen Zweck ist der neuen wissenschaftlichen Veranstaltung ein Grundstück von 200 auf 50 ra an der Grenze des Tegeler Schiessplatzes zugewiesen worden, auf dem sie spater Nachharin der vom Tempel-hofer Felde nach Tegel zu verlegenden militärischen Luftschiffer-Ahtheiliing sein wird.

Die Einrichtung dieses Gebäudes, welches zur Zeit nahezu vollende! ist. so dass der regelmässige Betrieb im neuen Jahr zu eröffnen sein wird, ist nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten vor sich gegangen. Prof. Assmann und Dr. Berson, die vor endgültiger Feststellung der Baupläne in Paris waren, um das dort vorhandene Vorbild zu sludiren, erkannten bei dieser Gelegenheil schon, dass die Nachbarschaft hoher Bäume und eines viel benutzten Schiess- und Kxerzirplatzes besondere Massnahmen nothwendig machen würden, um die Kabel der Ballons und Drachen vor Beschädigung zu schützen und Klagen wegen Störung der militärischen Hebungen zu verhüten. Es musste deshalb, abweichend von Paris, wo das Institut auf einer ringsum freien Ebene gelegen ist, ein Thurm von 27 m Höbe in den Bauplan aufgenommen werden, von dessen Plattform der Aufstieg unbehindert vor sicli gehen kann. Nüchsldem hat auf dem Gelände ein Dienst gebände mit den nöthigen Arbeilsräumen, sowie Wohnungen für einen Ballonwärter und zwei Ballongehülfen. eine Ballonlialle und ein Windehaus Platz gefunden. Letzteres, ein S'/i m im Durchinesser'hallendes achteckiges Gebäude mit Glasdach, enthält die Winde zum Aullassen und Einholen der Ballons und Drachen. Zum Betriebe dieser Winde dient eine im Souterrain des Dienstgebäudes aufgestellte Dampfmaschine, die nebst zugehörigem gefahrlosen Röhrenkessel aus der Fabrik des unvergesslichen Otto Lilientlial hervorgegangen ist. Die Dampfmaschine betreibt eine an derselben Stelle tielindliche Dynamomaschine, welche die Anstalt mit elektrischem Licht versieht und zugleich eine Akkumulalnrhalterie speist, von der nach Bedarf Elektricität zum Antrieb eines die Winde belhittigcnden Elektromotors entnommen wird. Die letzlere besitzt, ausser genauen Begislrirvorrichtungen, die in jedem Augenblick die Länge des abgelaufenen oder noch nicht aufgelaufenen Kabels festzustellen erlauben, als besonders wichtigen Theile, eine den Zug des Kabels aufzunehmende Rolle, wodurch bewirkt wird, dass letzteres in geringer und stets gleichbleibender Spannung von der Trommel ab- oder auf sie aulläuft. Dies ist nothwendig, unter der Erwägung, dass bis 10000 in Draht auf der Trommel Plalz finden, welche sich durch Hineindrücken der oberen in die unteicn Lagen verwirren würden, falls ein starker Zug auf den ab- oder aufwickelnden Draht ausgeübt würde. Natürlich ist auch für ein ganz gteichmässiges Auflaufen, Windung neben Windung, automatische l.'mkebr nach Vollendung einer Lage, stels gleichbleibende Umfangsgeschwindigkeit u. s. f. gesorgt.

Von der Winde aus geht das den Ballon oder Drachen tragende Kabel nach der Plattform des Thurms. Dort befindet sich die bei

anderer Anordnung neben <l<-r Wiluli' sti-l»«'iii|i_- sogenannte Erd-rolle. (Jeron Einrichtung gestattet, das* sie in jeder Dichtung cin-geslclll werden kann, die der gegebene Wind vorzeii biicl, Die Aufbringung der Acioiiaiilcu auf den Tlinrin, sowie beim Hinzielen iltre Hciahführiiug auf die lade liat besondere Vorrichtungen nüthig gcitiai Iii. welche indessen so zufriedenslellend funklioniren, dass eine Berührung hill dein Thiiruic, die leicbl Aufenthalte und Beschädigungen zur folge haben köiuile. ganz verriiieden ist Iii» Idingen ist durch naehliagliche Vcrbieitei ung des (iriindslni ks auf loo in ein Operalionsrauiii von nahe ."i0 m recht* und links des Tluirmcs gewonnen worden her zur Zeit vorhandene, mit Wasserstoll gefüllte Drachenballon hat euie Dange von III m. die Drachen sind lcichlc, mit Seidcnzciig bekleidete rechtwinklige Ihdz.-gestellc von 'J'i —'i '(in Als Kabel dient beim ersleren verzinnter Tiegelgusssiahhlrahl von nun Dm., bei den anderen solcher von tl.7 nun Dm. Der eislere besild eine Festigkeit von :UH) kg und wiegt pro 101 s» in 10 kg. der letztere hat die Heiss-fcsligkrit von !Mt kg und wiegt :t,7 kg pro I00II in.

Die mit Hcgistrirung versehenen Instrumente für meteorologische Heobaclitungen hängen vom Kahel et was iinlci halb seiner Befestigung am Hallon oder Drachen herab Aus den bisherigen Erfahrungen konnte der Vortragende einige interessante Finzellieilen miltheilen; Schwieriger als das Aullasseii von Drachen isl häutig das Einholen, nanieiillicli wenn inzw is< heu ,1er Wind abgcHant bat. weil dann, um das fallen zu verhüten, durch sehr schnelle Drehung der Windcnlmmiitcl künstlich Wind erzeugt werden muss Umgekehrt macht eingetretene Verstärkung, des Windes das l-'in-liolen, welches einer weiteren Verstärkung des Windes gleichkommt, öfters zu «■nur mit grosser Vorsicht und sehr tningsam zu bewirkenden, oft schwierigen Arbeit, weil für das Kabel die Hefa In der l'cbcranstrengung und des Bruches naheliegt. Welrlie Hohen mit Ballon und Drachen zu erreichen sein werden, wird du- Zukunft leinen.

Die Ballonhüllen wiegen immer noch zu schwer, stall ver-

sprochener 17 kg bei dein Tegeler Drai liollballoti z. 11. 2i"» k'-i Desseiuinge.it hlel erreichte er bei dem vor den Milgli>ml<rn des internationalen (ieographeii-Kongresses slattlintlelldeli Aut-slieg IHK) in.

In der an den Vortrag sich anschliessenden Debatte wurde durch Hauptmann (iross die wichtige frage der Ballonhüllen ans fiiltrlich erörlert, Ausser giiiiiiiiirlein Seidenstoff, der sich noch immer als das am meisten angewandte Material behaupte!, ol>-gleich der jel/.l gebräucliliclie einfache SlolT weniger zuverlässig gasdicht hergestellt isl, als der frühere schwerere Diippcl*t<i!T mit der Gummischichl zwischen den beulen Stofflagen, sind in neuerer Zeil Versuche angestellt worden mit dein bekannten leiclit-m japanischen l'apier. das zu Luftkissen \ lelseiiige Verwendung lind« t. Dies l'apier ist durili einen -t'-niijuku- geiiannleti Klebstoff io ili r Thal ganz zuverlässig gasdicht geniaelil und würde sich liei seiner Festigkeit sehr zu Ballonhüllen empfehlen, wenn l-niijaku liieh' die üble Eigenschaft Insasse, in trockener Wärme brüchig /n werden Wo sich aber Bisse, und seien sie noch su klein, in diesem febei/.uge einstellen, da ist es mit der Gasdicht ig;k.( il vnrbei, Solche Erfahrung hat es baupt-i< hin Ii verschuldet, da-» das Zi ppeliii'scbe Liiflsrhilf in diesem Jahre nicht zum Anfst:> ì gelang! ist. Als ein in jeder Beziehung vorzügliches, feste«, sehr leichtes und absolut gasdichtes Material dir Ballonhüllen eiiiiilich '.i Hauptmann (iross (•oMschlägcriunii, deren hoher Aiischalfungspt« durch Dauerhafligkeit aufgewogen wird

Wiener Flaptechnischer Verein.

Verein*-Vcrsiiuniiluiii. vom 2s. November.

T a g e s o rd n u u g : I (ieschäflhche Mitllieilungeii.

2. Vortrag des Herrn Hugo Nickel, techn. Assistent am k. I mihtär-geographischen Institut: lieber meine neuester D ra c ho ii v c r s u c Ii e.

Patente in der Luftschiffahrt

Deutschland.

mit 1 abbildung.

D. R. P. Nr. 107493. - Theodor Fritsch in (.antzseh b. I^'lpzl?. - Vorrichtung zum Erproben von flugapparateii und zur Erlernung des Fliegens iFliegschule). Patentirt vom 21. Juli 1H!»K ab.

Vorliegende Erfindung betrillt eine Vorrichtung zum Erproben von Flugapparaten, sowie zur Erlernung der Benutzung derselben Zugleich lässt sich die neue Vorrichtung zweckentsprechend dazu verwenden, um die für den freien Flug erforderliche Anfangsgeschwindigkeit zu erhalten.

Die Vorrichtung besieht im Wesentlichen aus einem auf hohem (iestcll um eine senkrechte Welle drehbar gelagerten Träger, an dessen freien Enden die Flugapparate aufgehängt und ganz oder llieilweise durch Gegengewichte ausgeglichen Werden können.

Fig. 1 zeigt diu uls Fliegschule dienende Vorrichtung in der Ansicht.

Auf dein hohen Gerüst G ist ein weil ausragender leichter Träger '/' so gelagert, dass er um die senkrechte Welle A bequem drehbar ist. An den äusseren Enden des Trägers sind Seilrollen /( ungeordnet, über welche ein zu beiden Seilen frei incdcihängendes Seil läuft. An dem einen Seilende wird der Flugapparat C auf-

gehängt, während das andere Ende cm einsprechendes liegen-gewicht il trägt. Durch Ziehen an dem Seil kann man den Flugapparat in jeth-r beliebigen Hölunl.ig" frei schwebend erhalten.

Vorrichtung zum Erproben von FlugmMchinon

ohne dass der Fahrer in die Gefahr des Fmkippens. Ucborschlag' n» oder dergt. gelangt.

Auf ii..... Gerüst ist unter dem Träger T eine Galerie i' an-

Uctirdnel, \on wo aus der Träger in Drehung vernetzt werden kann, sii dass sieh der Flugapparat in einer weiten Kreishahn vorwärts bewegt. Dadurch, dass man die Geschwindigkeit allmählich •steigert, hat man ein Mittel in der llaml, den Auftrieb des Apparales, die Steuerbarkeit u. s. w. bei verschiedenen Geschwindigkeiten und Luftwiderständen zu erproben. Vor allen Dingen kann der Fliegende sich in Sitz und Haltung sowie in der Handhabung der verschiedenen Mechanismen üben, das Gefühl des Schwindels überwinden u s. w.. ohne »ich grosser Gefahr auszusetzen Vermöge der beschriebenen Vorrichtung lassen sich die ersten Schwebeversuche vorsichligerweise dicht über dem Erdboden auslüliren, ohne durch dessen Nähe gefährdet zu werden. Durch beliebige Vermehrung oder Verminderung des Gegengewichtes if lässt sich der Auftrieb bei verschiedenen Geschwindigkeiten ermessen.

An dem Gegengewicht M ist eine llülfsleine L befestigt und über eine am Träger T befestigte Holle Ü zu einer Windetromiiiet II" geführt. Diese llülfsleine L verhindert das Aurstosseii des Gegengewichtes auf den Erdboden und bietet die Möglichkeit, das Gegengewicht von der Galerie aus ganz oder theilweise aufzuheben.

An einen freien Aufstieg wird man selbst, erstänillich erst dann denken, wenn der Fahrer sich mit dein Apparat auch ohne Gegengewicht schwebend erhalten kann.

Für den Aufstieg selbst bietet die beschriebene Vorrichtung ein äitsserst zweckmässiges llölfsiiiiltel Der Aufstieg eines Dra< beiilliegers inler sonstigen künstlichen Flugwerkes erfordert unbedingt eine gewisse Anfangsgeschwindigkeit, wie ja auch grössere Vögel heim Auflluge von der Ebene eines Anlaufes bedürfen. Zur Erreichung der Anfangsgeschwindigkeit hängt man den Flugapparat f an dem über die Hollen /' geführten Seil mittelst eines auslösbarcri Hakens i.'z. It. einer Art Karabinerhakens) auf. Mau treibt dann den Flugapparat mittelst des drehbaren Trägers so lange mit steigender Geschwindigkeit in der Kreisbahn vorwärts, bis die erforderliche Steigkraft vorhanden ist. Es genügt dann ein Druck mit der Hand, um den Haken auszulosen und so den Apparat vom tragenden Seil in den freien Klug übergeben zu lassen.

1* a l e n ( - A n s p r ü c h e :

1. Vorrichtung zum Erproben ton Flugapparaten und zur Erlernung des Fliegens (Fliegschulc). gekennzeichnet durch einen auf hohem Gestell um eine senkrechte Welle drehbar gelagerten Träger, der von einer Galerie aus durch Menschen- oder Maschinenkrafl in Bewegung gesetzt wird, an dessen freien Enden die Flugapparate an einem Tragseil frei schwebend und durch Gegengewichte ausgeglichen, aufgehängt und mit beliebig steigender Geschwindigkeit in einer weiten Kreisbahn vorwärts: bewegt werden, wobei jedoch zugleich der senkrechten und wagerec'hlen Sleuerbarkeit der Flugapparate ein weiter Spielraum gewährt ist.

2. An der unter I gekennzeichneten Vorrichtung die Anbringung einer Handwinde, die mittelst einer llüllsleiue auf das Gegengewicht oder unmittelbar auf das Tragseil einwirkt, so dass eine von der Galerie aus die Fhigübiing beaufsichtigende Person durch Verlängern oder Verkürzen des Tragseiles dem Fliegenden eine möglichst freie Bewegung gestatten und doch in jedem Zeitpunkte sofort die erforderliche lliiterslützung leisten kann.

8. Bei der unter I. und 2. gekennzeichneten Vorrichtung die Aufhängung des Flugapparates an einem auslösbaren Ilaken zu dem Zwicke, die Vorrichtung zur Erlangung der für den freien Auflbig erforderlichen Anfangsgeschwindigkeit zu ln-nut'eii, indem der schwellend aufgehängte Apparat mittelst des drehbaren Trägers in allmählich gesteigerte Geschwindigkeit versetzt wird, wobei er sich unter Wirkung des Gegengewichtes in aufsteigender Spirale bewegt, bis die Auslösung erfolgt.

Gelöschte D. K. Patente

in der Zeil vom .fit. August IS'KI bis 2S». November 1KW1

Hr. 98109. Dr. IL Beenen, Dresden.

limstcllvorriebtung für Fliigvorrichtiingen

Nr. 100276. Dr. Andrea» Ozetrowskv, Ostniwo.

Liillschilf mit aus Gasbehältern bestehenden Flügeln und Schwanz.

Bücherschau.

Jahresbericht des „Mlliirliriicr Vereins für Liifls« hiffahrt" <A. Vi

für das Jahr 1K"I8. Im Auf)rage des Vereins herausgegeben von Dr. B. Emden, mit I Beilagen und einem Titelhilde. Erlangen l««).

Der Bericht gibt uns einen Einblick in das eifrige wissenschaftliche und sportliche Streben unseres Münchener Vereins. Der Verein veranstaltete im Jahre 1S1W im Ganzen II Vereins» fahrten, von denen ■!• lediglich wissenschaftliche genannt werden dürfen. Sechs Vereinssilzuiigen wurden abgehalten, in denen die Herren Frhr. v. llassus, Flugtei hniker Koch. Dr. Emden, Direktor Dr. Erk, Professor Dr. Finsterwalder und Professor Vogel Vorträge hielten. Den Vortrag von G. Koch über das Thema: «Flugprinzip und Flugrnaschine> beehrte S. K, Hoheit Prinz Leopold von Bayern durch seine Anwesenheit. Der Kassabericlit sehliesst mit einem l'eberscbuss von -Hl»\ti2 Mk., der auf das Jahr IH'.Kl übertragen wurde. Ausser 8 Prinzen aus dem königlichen Hause zählte der Verein am 1. Juli lHit",) 3<Mi Mitglieder, von denen 39 uls Ballonführer ausgebildet sind. Den Vorsitz hatte IMiK Generalleutnant Bitter v. Mussinan. Excellenz, und Professor Dr. Finsterwalder. im Jahre IK'.W trat an Stelle des erstcren Generalmajor K. Neureuthor, Direktor des topographischen Bureaus. Diesen Mitlheilungen aus dem Vereinsleben schlicsscn sich folgende werthvolle Arbeilen an: Bericht über die Freifahrt am (»Juli 1H5W von Hauptmann Freiherr v. Uutleii-berg. An dieser Fahrt nuhm S. K. Hoheit Prinz Georg von

Bayern Tbeil; die Wiltcrungsverhältnisse in Bayern am ('». Juli D*!M von Direktor Dr. F. Erk; Ortsbestimmungen im Ballon von Prot. Dr. S. Finsterwalder; erste Wissenschaft liehe Vereinsfahrt im Jahre IHIW. am 21. Mai, von Dr. R. Emden und Frhr. v. Bassus; die meteorologischen Beobachtungen während der Fuhrt am 27. Oktober IHM von Dr. f.. Hemke

Prof. Dr Haas, Mirbach der Iatetmlreehnnnir. II. Tbeil Anwendung der bestimmten Integrale auf Quadratur, Hektilika-tion, Complanaüon und Cuhalur, sowie auf Aufgaben aus der Mechanik und Technik mit 2 Mi vollständig gelösten Aufgaben l<>3 Figuren und 137 Erklärungen nebst ausführlichem Formclverzeichniss. Zum Selbststudium und zum Gebrauch an Lehranstalten. Stuttgart, Verlag von Julius Maier. |!KK).

Vorliegendes Buch bildet einen Band der Kh-ycrschcn Encyklopädie der gesainmten mathematisch, technischen und exakten Naturwissenschaften, und es ist vor Allein derjenige Bund, aus welchem der aeronautische Ingenieur die Lösung vieler an ihn herantretender mathematischer Fragen lernen kann. Die l-°igenart des Kleyer sehen Systems beruht in einer leicht lässlichen Darstellung des Lehrgehietes in Form von Frage und Antwort. Hierdurch wird auch der weniger mathematisch sachverständige

Ingenieur bequem in das Versländniss der Sarbe eingerührt, und es können ihm weiterhin die zahlreichen Aufgaltcn mit Aullösungen für seine praktischen Bedürfnisse als Anhalt dienen.

Ks handelt sieh hierbei vornehmlich um die genaue Berechnung des Inhalts und der Oberfläche von I'indrehungskörpern, wobei insbesondere die Smipson'sche Kegel angewendet wird.

Wer sieh mit Krlindung von Luftschiffen und Fliiginasehincn beschäftigt, findet in diesem Buche die Elemente seiner ersten Berechnungen; es sei ihm daher Dr. Haas' Integralrechnung bestens empfohlen. $

„Der dynamische Flug", von l'rof. Georg Wellner i Sonderabelruck aus der Festschrift der k k. leelin. Hochschule in Brünn, zur Feier ihres fünfzigjährigen Bestehens und der Vollendung des Erweiterungsbaues im Oktober Brünn IH'.W. Verlag der k. k. technischen Hochschule. Drink von Hildulf M. Bohrer.

Mit der dein Herrn l'rof. (i. Wellner cigcnthümli« hen klaren und übersichtlichen Darslellmigsweise wird die Theorie der Flog lerhilik entwickelt. In einzelnen Kapiteln wird das Schweben und Fliegen, der Luftballon und die Aeronaulik. die Bedingungen für den dynamischen Flug, die tiesetze des Liillwiilerstandes. |.oft-widerstand ebener Flüchen. Luftwiderstand von g.kriiuimlen Flachen und Körpern. Luftwiderstand gewölbter Flachen, die fliegenden Thiere. die Flugmasehincnsystciiie, die Draeheullleger. Lilienlhals Gleitvcrsuch«-. die Schwingeiillieger. die Itadfiieger. das Keilprinzip, allgemeine Beziehungen zwischen dein Fliiggewicht und Molorgewicht bei dynamisehen Flugapparaten besprorheu.

Die praktische Folgerung, zu welcher Wellner gi langt, laolel:

«Sobald man es dahinbringt, dass eine TragschraulH-n-anordnung eine grössere Last iii«-hr«-re Stunden lang freischwebend in der Luft zu hallen vermag — und das ist mit einigem Geschick leicht eiziclbar —. dann würde das anschauliche Bild einer derartigen dynamischen Fliigerseheinung einen genügend kräftigen Ans|Nirn geben, um diese Kichliing schrittweise auf sicherem Wege weiter zu verfolgen, bis auch ein Mensch in die Höhe mitgenommen und schliesslich zum seitlichen Vorwilrlslluge übergegangen werden könnte..

Wie man sieht, äussert sieh Wellner sehr vorsichtig über die Möglichkeit der Aviatik und er auimirt keineswegs zu jenen grossen Unternehmungen, welche jetzt liehebl sind, sondern er empfiehlt ein langsames und schrittweises Vorgehen.

Es isl diese Zurückhaltung um so angezeigter, als die

Gleichung des Luftwiderstandes gewölbter Flächen W — F -1

v'-'m sin rj »Seile '¿11 zwar in ihrer vollen Dichtigkeit gewiss njehl bestritten werden kann, aber darüber köiinen und sind ernste Zweifel iiufgelaucht, dass der Faktor in nach Wellner mit 2 bis ä angenommen werden könne, welcher bei ebenen Flächen nur mit 1 festzustellen war.

Hat aber dieser Faktor m nicht die ihm von Wellner vindi-cirte Grösse, dann ist die Möglichkeit der Aviahk ganz in Frage gestellt,

Auch die Erklärung des Schwebefhige» der Geier durch Aufsteigen warmer I.uftslrömc scheint darum bedenklich, weil die Geier Ihalsiiildieh den S«hwvlielhig zu vollführen wissen, wenn solche Luftslröme eben nicht vorhanden sind.

Man wird die Wellncr'schen Darlegungen in den flugtechnischen Kreisen gewiss mit hoher Befriedigung aufnehmen, weil die enormen Schwierigkeiten, welche der Aviatiker zu bewältigen hal, unverschleiert dargestellt sind und der in der Aviatik vorherrschende' Sanguinisiiius dadurch gewiss eine wohllhälige Dämpfung erfahren wird.

Ganz richtig sagt Wellner iSeite Iii: «Je kleiner rv. je G

grösser ^. desto günstiger und vortheilhafter wird der Flug-, und

delilet damit an, das die Möglichkeit des lenkbaren und schnellen Fluges hauptsächlich von der Verringerung des Flugguwichtcs abhängig ist und bleibt.

Wir meinen, es ist damit den Flugtechnikern klar genug gemacht, dass das Haiiptbestreben auf Verminderung des dermalen allzugrossen Fluggewicliles zu richten wäre! Platte.

Aruseserungen von Fluirteehnlkeni über den Werth de» Prinziii« der tbrllwelsen Entlastung In der praktischen Luftschiff-

fahrt". Flugschrift. 1 Seilen gr. 4°. Wien, Nov. JK99. Anonym (Verf. A. Platte!.

A, Platte, von dein diese Flugschrift ausgeht, ist ein unermüdlicher Kämpe für das von ihm als allem richtig erkannte Prinzip der Verbindung einer dynamischen Flugmaschine mit einein Ballon oder, populär gesprochen, des lenkbaren, stark !><•-lasteten Ballons. Seil Jahren wiederholt er unerbittlich seine Angriffe gegen seine als reine Aviatiker geltenden Facljgenossen und seit Jahren sucht er auf eigene Kosten durch Schriften, wie die vorliegende, auf sie einzuwirken, oder sagen wir. sie zu bekehren Im Vorliegenden führt er eine ganze Reihe von Aussprüchen und Veröfl'enllichungen anderer Flugtechniker. gleichsam als Bundesgenossen seiner Ideen, an. Wir schätzet! gewiss die iiiiilhige. aufopfernde Vertretung der eigenen Uebcrzeugung hoch, aber wir sind seihst davon über/engt, «lass wir durch den Papicr-kampf nicht weiterkommen, sondern nur allein durch die Thal Alle die- angefühlten Autoren haben weder im lenkbaren Luftballon noch in einer Flugiiiasclune jemals zu sitzen das Glück gehabt. Sie reden, um uns trivial auszudrücken, doch mehr oder weniger wie der Blinde von der Farbe. Warten wir ab, was Zeppelin, was Kress jetzt leisten werden und vielleicht, wir sagen nur vielleicht, können wir darnach wieder etwas klarer und weiter in die Zukunft blicken. Moedebeck.

„Wrllgesehlrhte". I'nter Mitarbeit von dreissig eisten Fachgelehrten herausgegeben von Hans F. Ilclinoll mil 2t Karlen. 4'! Fartiendrucklafcln und J2T» schwarzen Beilagen. Leipzig und Wien, bibliographisches Institut

Her vor uns hegende eiste Bund dieser Weltgeschichte fesselt uns zunächst durch die ganz andersartige Behandlung «!«■< umfangreichen Stoffes, als wir es in alleren derartigen Werken gewohnt wann. Die Weltgeschichte isl hier mehr als eine allgemeine, die Well umspannende Kntwickelungsgesichle der Menschheit aufgefasst Im ersten Bande luhrl Uns zunächst der Herausgeber ein in den Begriff der Wellgeschichle. Es folgen dann die Kapilel • Grundbegriffe' einer l'.nttt irkelungsgeschichle der Mens« Ii-heil- von l'rof. .1 Wohler, «Die Menschheit als I.ebensersclieiniing der Knie- von Prof Friedrich lialzel und die •Vorgeschichte der Menschheit« \oii dem Müiieheuer Paläontologen Prof Job. Hanke Die eigentliche Geschichte beginnt nunmehr nullt etwa aller Tradition gemäss mit Aegypten. s«.n«lern mit Amerika. Der Herausgeber geht von der Anschauung aus. dass Kultur und Geschichle von Osten nach Westen entwickelt werden müssen Da sich heute mehr denn je die Blick«' nach Amerika richten, ist es erfreulich, auch von diesem Erdtheile nunmehr eine lehrreielie zusamininfassende Geschichte zu erhallen, wie sie hier von Prof. Konr Haehlcr aus Dresden im« geholi-n wird. Den Schluss blieb 1 als IVliergang zu Oslnsien und Ozeanien, das im zweiten Bande behandelt werden soll, die «Gcsehirhlhche Bedeutung des Stillen Ozeans- von Dr. Weull. Der Verlag «prb'hl genugsam dafür, da-s auch «Iii- Ausstattung des Werkes durchaus würdig ist

Briserem vielgehildelen Ia-seikreise können wir das Werl', von dem man nach «lern vo>hegenden I Bande «-in«- hohe Meinung erhallen muss, die bei IteliacMiing seiner Mitarbeiter sicherlich auch in den folgenden nicht erschüttert werden dürfte, nur auf das Wärmste' empfehlen. O

Dir Klektrleitltt, Ihre F.rzeuirmir, pmk tische Yerwenduur «W

MeweUllir. Für .Ii deriiiann verständlich dargestellt von l'v Dr. Wiesi'iigriind und Prof. Dr. Bussner. 4 Aullage ?>I At-biMungati. Preis Mk. 1 —. Verlag von II Bechhold, Frankfurt a. M.

Von den vielen Werken, die über Elektricitäl und ihre Verwendung geschrieben sind, zeichnet sich das vorliegende Hu« h ganz besonders durch ausserordentliche Klarheit und leichte Versländliebkeil aus. Seihst jeeler Laie is( sofort im Stande, den Verfassern bis in die schwierigsten Kapitel der Elektro ilät zu folgen. Zahlreiche, äusserst instruktive Abbildungen begleiten den Te.vl. Die Anwendung der Elektricitäl in der Medicin. die Röntgenstrahlen, Tehgraphie ohne Draht u. s. w. sind besonders behandelt Kurz, das Buch bietet alles, was Jeder von «ler Eh-ktricilät wissen muss, und ist bei seinem billigen Preise wohl geeignet, in den weitesten Kreisen verbreitet zu werden. Wir können die Anschaffung des Weikes wann empfehlen. Ht,

Zur Besprechung sind ferner eingegangen: Mii-Iiel BlUinelliuber, Ein lenkbares Luftfahrzeug, mit 4 Tafeln.

91 Seiten. 8*. Verlag Carl Stcinerl in Weimar, IH1K). II de Villlers da Temure, journal et souvenirs sur l'expédition

d'Egypte 1798—1801 mis en ordre et publiés par le baron

Marc de Villiers du Terrage, avec portraits, cartes et gravures.

8", 377 pages. Paris, Libr. Pion, 1899. Dr. Josef Tum*, Beitrage nur Kenntniss der atmuspbärisctien

Kiek trie i tiil III. LufteleklririUitsmcssungcn im Luftballon, mit

!» Textfiguren, 8«, 31 Seiten, Wien 1899. Kom.-Verlag Carl

Gerold'* Silin.

Ewald OmunbuKCh in Gevelsberg. Das neue lenkbare Luftschiff und einiges über Luftlcchnik. Eine Klugschrift. Selbstvertag des Verfassers, 12 S., 8°.

Karl Steffen, Windfluginaschine, 1 Tafel, 10 S., 8«.

A. Btedhiirer, Ballonfabrik. Der Drachenballon Parseval-Sicgsfcld,

4 Tafeln. I.» S.. 4». A. RJcdlnger, Ballonfabrik. Verwendung des Drarhenballotis zur

See. 4 S. 4».

L. Uurvrsve, Sailing birds are dependent on wawe power. Sonderahdruck aus journal and proceedings of the R. S. of N. S. Wales. Vol. XXXIII, 1899, 4 S., H". H. Weisse, Major z. D. Aufruf zur Herstellung eines dynamischen Flugapparates (nicht lenkbares Luftschiff). 1 S. 4". Flugblatt' Truvuax de lu Commission iicrimnutique internationale, jusqu'en mars 1899. Rapport de M. ilcrgesell, President de la Commission atfronauliquc internationale. 7 S. 4*.

Zeitschriften-Rundschau.

„Zeitschrift Mir Lnft^liItTulirt und Physik der Atmoaphnn".

Hefl 9. 189». September.

Herring: Die Begulirung von Flugmaschinen. — v.Gostkowsky: Die Irrlehre vom Wellentliige. • - Merlens: Leber die Höhenkrankheit — Kleinere Millheilungcn: Weisse: Ein Wort zur Klärung des Flugproblems. — Weisse: Noch einmal die Klugtechniker und die Mechanik. — Dienstbaeh: /um Capitel Wellenflug. — Vereins-naclirichten: Deutscher Verein zur Körderung der Luftschiffahrt zu Berlin. Protokoll der Versammlung am 21. August 1899. — Veri'insfiihrlen am 5., 11. und 18. August 185)9. Heft 10. 181)5). October.

Tuina: Beiträge zur Kennlniss der atmosphärischen Elektrizität.— Hullensledt: Perpetuum mobile und Schwerkraft-Spannung, — Kleinen1 Mittheilungen: Dienslbach: Zur Berichtigung. — Dienstbuch: Zu Herrn G. Koch's Erwiderung. — Platte: Der Weg zum Ziele ist den Avinlikern durch die Natur der Dinge für immer verschlossen. — Rutlenstedt: Zu Stentzel's Ausführungen. — Butlenstedt: Eine kleine Bemerkung. — Vereinsnachrichlen: Deutscher Verein zur Förderung der Luftschiffahrt zu Berlin. Vereinsfahrlen am 3. und 7. October 1899. Hell 11. 189t). November.

Tuina: Beiträge zur Kennlniss der atmosphärischen Elcktri-ritäl. (Fortsetzung.! — Nimfülir: Flugtechnische Betrachtungen. I.

Kleinere Mittheiloiigcn: Platte: Die Irrlehre von Wellenfluge.— Dienslbach. Zur theoretischenBeurtheilung desKress'scIien Drachenfliegers. — Weisse: Emil Jacob über Biiltensledl. ■ Vereinsnach-iichlen: Deutscher Verein zur Förderung der Luflsrliillahrt zu Berlin. Protokoll der Versammlung am 23. October 189» Vereinsfahrlen am 12. 17. und 24, October 189».

..TV» Aeronaatical Jonroal." Ociober I8!«i N» Ii

Nolices of Ihe Aeronnutiral Society. — Meeting oflhe Aeronau-lual Society. — The Zeppelin Air-Ship (lllusliati ¡1;. — Long Dishince Itallouning. — War Hallooning in Cuba. — Falal Accident to Mr. Pileher (llhrstratrd). - Notes: Prof. Langley's Mactune: The Peace Conference; BiiIIimiii Aceidents; Theory of llalloon Ascenl; Muri» Cruss Channel Trips: Kiles for Metcnrology; Aerounuls versus 1 ^yclisis; Imnortant (Ibservations. — (Ibituary - - M.Gasliin Tissandier. - Iteecnt l'iihlicaliniis. — Foreign Aeronautical IVriudirals. — Notable Articles. ■-- Applications for Patents—Patents Publishcd-Foreign Patents. Ac.

„L'Aeronante". Bulletin mensuel Illustré de In Société française de Narhratton aérienne. Septembre 18!)*). N° »

Nécrologie. — Gaston Tissandier. ancien président de la Société frani,aise de Navigation aérienne, avec portrait du défunt, liste des ouvrages édités par lui. — Compte rendu de la réunion du Comité Meteorologi.|Ue international à Saint-Pélersboiirg. — l.e record de la Coupe des Aéronaules, par MM. Karman et Hermite. — Ascensions de M. Eugène Gudard. — Kemmes aéronautes. — Coinmenl se fait un ballon.

Octobre 1899. N° 10.

Société Française de Navigation aérienne, séances des 5 et 19 octobre — Le Record dé la coupe des Aéronaules - • L'ascension du ballon l'« Aéro-Club». - - Lettre de )'• Aéro-Club». — Kaits divers. — Documents rétrospectifs.

Novembre 1899. N» 11. Eloge de Gaston Tissandier, par M. Janssen. — Société française de Navigation aérienne. — Séance du 2 novembre 185)9 (M. Wagner). — Expédition des I/éonides. — Ascension de la «Vie au grand air» iM. Vernanchetl. — Ascension tlu «Centaure». — Bécil de Mlle Kluinpke.

,,1/Aérophlle*4. Berne mensuelle Ulnstrée de l'aéronautique et des sciences qui s'y rattachent. Septembre 181)5). N" 9. Wilfrid de Fonvielle: Portraits d'aéronautes contemporains: M. Ernest Arrhdearnn. — G. Besancon: Résultats obtenus a l'aide des ballons-sondes de MM. Hermite et Besancon. — Ernest Blanc: De Munich a Vienne en ballon. — V. Cabatzar: La nouvelle traversée de la Manche. — A Cléry : Mort de M, Gaston Tissandier,

— Paul Ancelle: Le vélocipède volant.— Informations.— Bibliographie — Liste des brevets d'invention relatifs a l'Aéronautique.

Octobrc 1899. N° 10.

Wilfrid de Fonvielle: Portrails d'aéronautes contemporains: M. Maurice Farman. — Muurice Karman: De Paris au Golfe de Kos en ballon (le voyage; la route; les enregistreurs; observations météorologi<|ues: les nuages; l'arc-en-ciel; l'ombre du ballon; l'image du soleil: la formation de la neige). — Une nouvelle bouée d'Andrée (A. C.v

Novembre 1899 N" 11.

George» Besancon: Portraits d'aéronautes contemporains : M. le comte de Castillon de Saint-Victor. — Emile Strauss: Tombes d'aéronautes. — Gustave Hermite: Ascension de 1'« Aérophile Nn IV».

— Georges Besancon: Le record de la dislance parcourue en ballon. - V. Cabatzar: Bulletin des ascensions. — Aéro-Club (P. A.).

— Wilfrid de Konvielle: L'Aéronautique à l'Exposition de 1900 — G. Garcia: Les ballons dans PAfriijue ausi raie. — A. Cléry: Les pigeons-voyageurs au Transvaal. — W. Mon mot: Iaî ballon du comte Zeppelin.

„La France Aérienne". Du 15 au H0 septembre 1899. N° t8. V. Louet: Une ascension à Sarlrouvillc. •— Aéronautique au jour le jour: Vélocipédie et aérostation militaire (Al. - - Aéronautique rétrospeclive: Souvenir du siège de Paris [tutte et fin).— Turbiaux: Académie d'aérostation météorologique de Krance: Rap-port sur le ballon dirigeable de M. Anastasin.

Du 1« au 15 novembre 1899. N« 21. G. Guibourg: A propos du ballon dirigeable.

Du 15 au 30 novemhre 185)9. N» 22. G. Guibourg: L'Aéronautique à l'Exposition de tSIOO.

Du 1« au 15 décembre 185)9. N» 23. E. Crochet : Alea jacta rtt, fantaisie aérienne (tuHr rt fin). -Bévue de presse : l'Avenir de l'aviation. — Académie d'aéroslation météorologique de France: séance du li) juillet 185)9. Du 15 au 31 décembre 1899. N» 24. G. Guibourg : L'Aéronautique a l'Exposition de 15X10. — Victor Louet: l,cs sciences aériennes au jour le jour: Aéroslation civile et militaire, - Aéronal, système de l'ingénieur A. Rullìi.— biuis liesse; Revue de presse, ascension de Astéroïde». -- Académie d'aérostation météorologique de France: Séance du 15 novembre 1899.

Humoristisches und Karrikaturen.

Dr. ing;. und Dipl. ing.

Bisher ward nur Philosophie,

Juristerei und Medizin

Und — leider auch' — der Theologie

Der Hoktortitel zum Gewinn —

Als oh vielleicht der Ingenieur

Niehl gleichfalls ein Gelehrter wur'v

das hat mich lange schon gekränkt lind muss es Jeden, wenn er denkt. Was unsrer Technik Kunst und Kraft Uns Ihr Ke<|ueiiilichkeit versi hallt' Ich frage : «ihm- Ingenieur, Wo kam' man hin, wo kam' man her V

Kr bannt den Blitz in einen Draht

Und misst sogar den Slärkcgrad,

Kr schickt — eins - zwei • von Ort zu Ori.

Die Kran, das Licht, die Schrill, das Wort !

Beleuchtung, Handel und Verkehr —

Wo war' das ohne Ingenieur V

Wer schafft z. B. das Papier Kür diese schöne 'Jugend» hier' Wer sorgt for die Cliches von Zink lud für den Druck präzis und Hink? Und für die Schwärze und Couleur 't Natürlich isl's der Ingenieur!

Wer haul die Bahn, drauf, wie geschmiert. Der Kilzug dann die Post spedir!' Wer macht das Damplross, das ihn zieht ? Wer gräbt die Kohle, die d'rin glüht ? Wer baut die Strassen kreuz und ipier? Natürlich er, der Ingenieur!

Wer liohrl die riesigen Tunnels Oll in den allerhäilsten Kels ? Wer haut die Brücken, weitgespannt. So kunstvoll und so inlrcssanl ' Die IticsenschitTc auf dem Meer' Das Alles macht der Ingenieur!

Wer macht auf (irund der Wissenschaft Den Luftballon ans Seideiitatfl? Wer lost nach logischem System Vielleicht noch mal das Flngprobicm Und wird dadurch zum Millionär ' Natürlich nur der Ingenieur:

Das Hemd am Leib, der Schuh am Kuss.

Der Strumpf am Bein, der Hut zum Cruss,

Der Bock, die hose, das Gilet,

Die Uhr im Sack, das Portemonnaie,

Wer stellt das gut und billig her

Durch seine Kunst V Der Ingenieur :

die schönen Sachen macht er zwar

Nicht eigenhändig, das ist klar.

doch baut er Schneide-, Näh- und Slirk-

l'nd Säg- und Kräs- und Stanz- und Strick-

Und Web- und Spinn- und Druck- und Scheer-

masiInnen, er, der Ingenieur!

Die Wurst, ilie man zum Frühstück speist.

Das Gas, wovon der tilübstrnmpf gleissl,

Das massenhafte Hier im Fass.

Die Wasserleitung sauimt dem Nass

Und aus Kartoffeln den Likör,

Wem dankt man dnsV Dem Ingenieur!

Und dieser Mann, der Alles kann,

Den sprach man nie. «Herr Doktor!» an,

Womit man sonst so Manchen grussl,

Itcr's überhaupt nicht einmal ist!

Das war ein Missstand, gross und schwer,

Und kränkte sehr den Ingenieur!

Damm begrüss' irh's enrhantirt, Dass man ihn künftig promovirt. Ein äusserst zcilgcm.isscs Ding Heiss' ich den Titel: Doktor ing. Utid einen Ganzen trink' ich leer Auf den graduirtcu Ingenieur! (Jugend. Nr. tö. Is9ll.| Biedermeier (mit eil.

Nener Berat

Erster Arbeitsloser: - Na, hast schon a G'sehäfl v -Zweiter Arbeitsloser: > Ja. i belass' im Jetzt iiul Aiillindiing von Suunltanballons >

Neue Glülilichler, Wien. 2i;.;T0. IS'.it',

Bareaukratle.

■ Wollen wir unsere Hochzeitsreise in einem Aulomohiiw.i?'» machen. Mucki» •— - Nein, ich dachte in einem lenkbaren Luit schiff: bis unsere Hochzeitspapiere eintreffen, wird das längst erfunden sein.» (Simpln issimns.1

Die Redaktion hält sich nicht für verantwortlich für den uissenschaffliehen Inhalt der mit Namen versehenen Arbeiten Alle Rechts vorbehalten; (/teilweise Auszüge nur mit Quellenangabe gestattet.

Die Re da Aticn.

J-tiiik VMfi M. oumuiit-.**'hatil'urt* stra-s^hurc i k — ..t.mi

Aeronautische Photographie.

Ballonphotogrammetrie.

Von

K. t. BamaK, München.

Unter Photogrammetrie versteht man iiie Kunst, Gegenstände auf photographisehem Wege, d. Ii. dadurch, dass man die von ihnen gemachten Photographien benutz!, zu messen und zu rekonstruiren. Unter Ballonphotogrammetrie versieht man die Anwendung dieser Disziplin auf die Luftschiffahrt.

Die ersten Versuche auf photogrammelrischem Gc-biet reichen in das Jahr 17tlf» zurück; eine bedeutendere Arbeit nher wurde erst 1880—83 in Überitalien ausgeführt, woselbst mit einer photogrammctiisehen Aufnahme des: Gebirges begonnen wurde.

Die Ballonphotogrammetrie ist eine noch viel jüngere Wissenschaft: es wurden zwar schon Anfangs der nOiger Jahre vereinzelte Versuche angestellt, doch hat über deren Be.stillale nie etwas verlautet: erst seit 18!)0 scheint man sich pluumässig mit derselben zu beschäftigen. (Wer sieh einmal eine Karnevalsmiterhaltung auf diesem Gebiet leisten will, dem empfehle ich als Lektüre: l'izzighelli, Handbuch der Photographie. Md. II. Kap. 8, -Feber Luft-ltulloiinufntihrnen».i

Im Folgenden soll nun der heutige Stand der Dallon-phologrammelrie besprochen werden, in Bezug auf ihren Wirkungsbereich und in Bezug auf ihre praktische Ausführung.

Der Wirkungsbereich lässt sich in zwei lluuptlheile zerlegen, welche überschrieben werden können mit den Titeln: Hülfswissensehalt. Selbständige Wissenschuft.

Als Hill fsw issenschuft fallen der Ballonphotogrammetrie folgende Aufgaben zu:

1. Bestimmung des vom Ballon zurückgelegten horizontalen Weges:

2. Bestimmung der Ballonhülle au wichtigen Stellen der Verlikalkurve, z. B. an .solchen Zeitpunkten, wo Temperatur- und Feuchtigkeils-beslitnmungen oder magnetische oder elektrische Beobachtungen gemacht wurden, an Fmkehr-stellen des Barometerdiagramms u. s. w.

X Bestimmung der Höhe von Wolkenschichten, einzelnen Wolkenballen, Orten elektrischer l'.nl Lüllingen n. s. w. Die genaue Feststellung des vom Ballon zurückgelegten horizontalen Weges, also die Projektion der

Fahrt in die Karte, ist wichtig zur Bestimmung «ler Geschwindigkeit der Luitschicht, in welcher der Ballon jeweils flog, gegebnen falls auch zur richtigen Verwerlhung des Beohachtiingsmaterials über die Geschwindigkeiten benachbarter Wolkenschichten u. dergl.. ebenso wichtig zur Festlegung der Bichtungsändcrungen der Luftströmungen. Ohue die Photogrammetrie ist mau angewiesen auf das Anvisircn der Krdobei tlüehe: zugleich bietet die Photographie das einzige Mittel, die Fahrlkurve nachträglich zu lixiren, wenn die Orientirung im Gelände ganz oder theihveise verloren gegangen war. — Ks werden wohl auch n<xh andere Fälle vorkommen, in welchen eine genauere Kurveiibestimmiuig wünschenswerth ist, als die, welche durch das Anvisiren erreicht werden kann.

l'eber die Bestimmung der Ballonhöhe auf photo-grammetfischem Wege hat Professor Finslerwalder in seinem am 22. November 18l>8 im Münchener Verein für Luftschiffahrt gehaltenen Vortrag über Ortsbestimmungen im Ballon (vergl. III. Aeronntit. Miltheil. Nr. 2, lHHUj so eingehend relerirl. dass ich hier nichl näher darauf einzugehen brauche.

Die Feststellung der Lage von Wolkenschichlen u. s. w. lässt sich direkt nur dann bewerkstelligen, wenn der Ballon oiientirt in solche eintritt, oder ihnen wenigstens sehr nahe kommt, hin Annähern hat aber der Ballonführer bekanntlich nur in vertikaler Hichtung in der Hand, und auch von dieser Möglichkeit wird er nur dann Gebrauch machen, wenn der vertikale Flug seines Fahrzeuges schon 'so wie so> diesem Ziele enlgegenstrebl. Sonst wird auch er zur Schätzung seine Zuflucht nehmen müssen.

So sehen wir die Ballonphotogrammetrie als Hilfswissenschaft überall da in Verwendung, wo es auf eine genauere Lagenbesliintnung ankommt. —

Als selbständige Wissenschaft befasst sich die Ballonphotogrammetrie vorerst nur mit einem Gegenstande: der Geländeaufnahme in Bezug auf F.r-gänzung und Abänderung des vorhandenen Kartenmalerials, und auch hierin grösslentheils nur hinler den Kulissen; denn da krankt sie an dein l'mslande, dass es heule noch nicht möglich isl. einen pliotogranunelrisi hen Apparat

ohne weifers dort hochzubringen, wo eine photogmphische Aufnahme am Platze wäre, l'nd oh nneh einer Fahrt in den betreffenden Karten aus den mitgebrachten Photographien etwas nachzutragen oder abzuändern ist. hängt eben vom Zulall ah (bis heule hat der Schreiber dieses einen einzigen solchen Glückszufall zu verzeichnen: die Aufnahme einer Bahnhofsanlagc einer neu erbauten Lokalbahn).

Aenderungen gibt es im (ielände fortwährend: Strassenverlegungen, Bergregulirungen, Anlage neuer Strassen, brücken, Kiesgruben, Veränderungen in den Waldbestünden. Flusskorrektionen, Vergrösserungcn von Ortschaften u. s. w. Dieselben werden heute ausschliesslich durch die Kataster- und topographischen Hureaus in den Karten nachgetragen, mit einer Genauigkeit von ungefähr 1—2 Metern leine solche Genauigkeit ist in der Photogranunetrie durchaus erzielbar. selbstverständlich günstige photfigraphische Aufnahmen vorausgesetzt i. Welche Art der Kartenabändemng die raschere ist (unter der Voraussetzung der Möglichkeit, einen phologram-metrischen Apparat nach Wunsch hochbringen zu können), mag dahingestellt bleiben: es sei nur die Thatsache erwähnt, dass auf einer photograplusehen Platte 12 X 1" mit einem Objektiv von 15 cm Bilddislnnz bei senkrechter Aufnahme aus 1000 m Höhe ein Gelände von ungefähr 800 X l,>0,) "> abgebildet wird.

Ktwas ganz Anderes ist es aber dann, wenn das aufzunehmende Gelände aus irgend einem Grunde nicht nach Wunsch begangen werden kann, oder wenn die Aufnahmen rasch gemacht werden müssen. Hier ist die Ballon-1Drachen-)phütogrammetrie jeder anderen Auf-nahmeart Ihm weitem überlegen. Die Tagesblätter brachten Anfangs dieses Jahres die Nachricht, dass Kugland über Hals und Kopf 2 Genieofliziere nach Transvaal eidsende, um die dortigen Karten zu ergänzen. Hier wäre für die Ballonphotogrammet i ie ein Feld der Thätig-keit eröffnet gewesen, wie sie sich kein schöneres und richtigeres hätte wünschen können! -

Nun zur praktischen Ausführung der Ballonphoto-grammelrie. Ich betrachte diesen Gegenstand von zwei Gesichtspunkten aus:

1. Ausrüstung einer Freifahrt für die Phologranimetrie. 2. Grundlagen der geometrischen Bearbeitungen der Photographieen.

Das Haiiptinslrument ist selbstverständlich der photo-graphischc Apparat, richtiger gesagt der phot ogramme-trische Apparat: denn es ist ein Photographenapparat, der für die verschiedensten anderen Zwecke vorzüglich ist, noch keineswegs ein für die Photogranunetrie brauchbarer.

Da ist zunächst ein wichtiger Beslatidlheil das 01»-jektiv. Die I'hotogrammetrie verlangt ein Objektiv mit sehr guter Orthoskopie, eine Kigenschall, die mit der

sonstigen Güte des Objektivs soviel wie nichts gemeinsam hat. So ist z. B. der Sleinheirsche Grup|ienantiplnnci ein bekannt gutes Objektiv, mit dem ich selbst schon manche gute Ballonaufnahme zu Stande gebracht habe: und doch ist derselbe für photogrammetrisehe Zwecke nieht zu empfehlen, da er zu grosse orthoskopische Fehler macht; freilich sind das Fehler, die vom künstlerischen Standpunkte aus nicht henierkar sind, auch nicht bei architektonischen Aufnahmen. Ein photogramiiietrtscb ganz vorzügliches Objektiv ist dagegen der Steinheilsche Orthosligmat iL") cm Bilddislanz),*i auch der Goerz'isehe Doppelanasligmat u. A. — l'ingekehrt aber gilt der Satz; Ein phologranimetrisch gutes Objektiv ist ein ausgezeichnetes für alle anderen Zwecke.

Die Verbindung zwischen Objektiv und Platte stellt die Gauicru her. Dieser Theil des Photographenapparate-spielt in der Phologranimetrie eine nicht minder wichtige Bolle. Denn die Photograinmetrie verlangt eine Konstanz der llilddislanz (AO, Fig. (•), d. i. eine kmi-stimte Entfernung von Platte zu Objektiv, auf Zehntel-mi 11 i inet er genau, und dabei kommen doch nur Apparate in Betracht, die ein Wechseln der Platten während de: Fahrt zulassen. Ferner ist Krforderniss, dass jede Platte

•l l'nter Orthoskopie eines pholographiichen Objektivs v stellt man folgendes Wenn in untenstehender Figur O der « Brem punkt. des Objektivs ist. OA dessen llilddislanz. <|.\r die pho.<-graphisehe Platte, und sO ein auf dos Objektiv einfallender Strahl so sollte dieser eigentlich die Piatie genau in seiner «Verlängerung S treffen. Der Fehler nun, den das Objektiv macht, indem e^ den Strahl sO nicht nach :s. sondern nach S' wirft, ist ein Kelilei der Orthoskopie lorlhoskopisclier Fehler) In der Tabelle bedruS-r. — für den oben erwähnten (IrlhiHtiguiaten die Werte in de.-oberen Kolonne die Winkel AUS, unter welchen die Strahlen einfallen sollten, und die Werte in der unteren Kolonne die Wink.; ADS', unter welchen sie (bat such lieh einfallen

 

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Die Angaben wurden mir gilligst durch Herrn Dr. Ru>' Steinbeil übermittelt. Auch die anasligmatiachen DilTerciuwi ,.V-geiiannten Objektivs (Itildunsi härfens sind sehr geringe.

Vtg. I.

jedesmal genau in die gleiche Lage (Ebene) zur Objektivachse kommt, womöglich dass sie stets senkrecht zu derselben steht, ebenfalls auf Zehntelmillimeter genau, am Rand der Platte gemessen.

Diese beiden Anforderungen sind so schwer zu erreichen bezw. deren Ausführung an einem Apparat ist so kostspielig, dass hei der Bestellung unseres Vereinsapparates darauf verzichtet werden musste; dafür wurde eine Anordnung getroffen, die es ermöglicht, für jede gemachte Aufnahme nachträglich Bilddistanz und Platten-lagc aus der Photographie zu bestimmen: es wurde in der Camera dicht vor dem Plattenlager und in starrer Verbindung mit dem Objektiv ein Messingrahmen vorgesehen, dessen Dimensionen bekannt sind und der bei jeder Photographie am Rande mit zur Abbildung gelangt; aus dem Verhältnis* der Dimensionen dieses Rahmens auf der Photographie zu denjenigen der Wirklichkeit kann dann Hauptpunkt, Bilddistanz und Plutlenlage für jede Aufnahme berechnet werden. Es ist dies ein Behelf, mit dem man ja auch zum Ziele kommt, aber eben doch nur ein Behelf, der zeitraubend und eine weitere Quelle für Gcnauigkeitsfehler bei der Bearbeitung ist.

Der Grösse des Platlen-formals wird durch den Umstand eine Grenze gezogen, dass mit Zunahme der Grösse auch die Unebenheiten der Platte zunehmen. Als grösstes zulässiges Format dürfte ein Format 13X18 bezeichnet werden. Hiemit ist zugleich ausgedrückt, dass für die Photngram-inctrie nur Platten in Betracht kommen: Filmsaul'nahmcn lassen sich höchstens zur ausschliesslichen Bestimmung des projizirten Ballonorts verwerthen: über die Unebenheiten dieser Bilder geben die Abbildungen der Lote direkten Aufschluss.

Zur phologrammctrischen Ausrüstung einer Ballon-lahrt gehört nämlich — wenn man nicht auf eine sehr umständliche und zeitraubende Rechenmethode angewiesen sein will — noch eine zweite Vorrichtung, die es ermöglicht zu bestimmen, unter welchem Winkel

man photographirt hat. Prof. Finsterwalder hat dieses Problem in einfachster Weise dadurch gelöst, dass er an den Aequator des Ballon Schnüre hängt, die durch Gewichte gestreckt und in Buhe gehalten werden, — also Lote — die so lang sind, dass sie auch bei steil nach abwärt* erfolgenden Aufnahmen noch abgebildet werden, und die so zahlreich sind, dass auf jeder Photographie mindestens deren 3 vorhanden sind (zu den Konstruktionen würde un und für sich der Schnittpunkt zweier Lote genügen: doch ist das dritte Lot nöthig zur Bestimmung, ob die Lothe bei der Aufnahme ruhig genug hingen). Aus der Praxis hat sich als zweckentsprechende Anordnung ergeben (für einen 1300 cbm fassenden Ballon): KS Lote aus 1 mm starkem, gebleichtem Spagat, belastet mit (wegen möglichst geringen Luftwiderstandes) länglichen Gewichten zu je 100 gr; Länge der Lote derart, dass sie 25 m unter den Korb hinabreichen — Fig. 1. — Im l'ebrigen verweise ich auf den schon erwähnten Vortrag Finster-walders.

Die Bestimmung des Aufnahmewinkels lässt sich auch dadurch bewerkstelligen, dass man den Photo-graphenapparat mit einer Libelle in Verbindung bringt, die bei einer bestimmten Stellung der Camera einspielt; dieses Verfahren soll später einmal ausführlicher besprochen werden. —

So komme ich zum letzten Punkt meiner Besprechung, zu den geometrischen Grundlagen der photogram metrischen Konstruktionen. Ich möchte dieselben ^gemeinfasslich darstellen, und nehme daher jedesmal den einfachsten Fall an. Vorausgesetzt ist, dass auf den zu behandelnden Photographieen die Bilder von den oben erwähnten Ballonloten vorhanden sind.

L Projektion de« B&llonorta in die Karte

Die photographischen Bilder i und k von zwei Loten — Fig. 2 — konvergiren mehr oder weniger, je nach der Steilheil des Aufnahmewinkels. Zeichnet man diese

Linien identisch in die Karle und verlängert sie dort Iiis zu ihrem Schnittpunkt N, su hat man in X den piojizirtcn Ballonorl auf der Karle. Hei nahezu senkreiht gemachten Aufnahmen lallt X in die Photographie .»elbst: in diesem Falle kann man Punkt X direkt in die Karte» einzeichnen. Koiistruiil man von einer Fahrt genügend Punkte X. so hat man auf der Karle den vom Italloti zurückgelegten horizontalen Weg photograiiiiuetrisch kon-struirt.

2. Bestimmung der Ballonhöhe.

Ks seien — Fig. .*! — i und k die konvergireudeu Bilder von 2 Loten. Man vcrlüngerl dieselhen Iiis zu ihrem Schnittpunkt N und zeichnet Punkt X nach ZilT. 1 in die Karte. Ks sind nun auf der Platte bekannt: Punkt A »Hauptpunkt), das ist derjenige Punkt, in welchem die Objektivachse die Plaue trifft; die Linie AN, da A und X bekannt sind: die Linien aAb (Haiipthorizoniule)

und qAr illauptvertikalei. das sind die Koordinaten der Photographie zur Lolrichtuug OX i ANi der Aufnahme; ferner ist bekannt die Linie AO senkrecht zur Platten-ebene (Hilddistanz des Apparates, siehe Fig. 9i. In dem in Folge dessen koustruirbaren reiht winkeligen Dreieck NAO (Fig. r) ist somit der Winkel bei O der Neigungswinkel der Objekli vachsc AO gegen die Lolrichtuug ON der A ul'uahiiie. Stellt man nun nach Fig. ."> dieses Dreieck NAO mit der Spitze N auf eine Horizontale VW, d. i. auf die Kartcnebene, derart, dass die Lolrichlung OX senkrecht auf VW slehl. so ist (|Ar — dein i|.\r der Fig. iL die Huuptvcrtikalc der Photographie, in die richtige Lage zur Kartenebene VW gebracht, während a.\b senkrecht zur Zeichenebene durch A hindurchgehend gedacht werden muss. Ks .-ei ferner in Fig. .'( p ein aut Photographie und Karte idcritifizirtcr Punkt (auch Punkt A liissl sich gegebenenfalls liiezu verwenden, i auf der Photographie bestimmt durch seine Koordinaten x und

y. so habe ich die Ordinale y (siehe Fig. 5| auf qr von A aus aufzutragen und dieselbe auf VW zu proji/.iren Trage ich ferner auf dem zu dieser Projektion gehörigen Lot Y die Abscisse x des Punktes p aus der Photographie über, — die Kartenebene ist nunmehr in die Zeichnungsebene umgeklappt zu denken — so ist Np' der in die Karle einkonstruirte Kichtungsst rabl. aul dem, von X aus gesehen, der Kartenpiinkl p liegt, also ein Abschnitt der in die Karte unmittelbar aus der Photographie überlragbaren Linie» Xn isiche Fig. '.\\. Und somit kann ich — Fig. t> — di< gesuchte Itallotihrihe II direkt im Masstabe der Karte kouslruiren oder aus der Gleichung Np' Np — Y: H berechnen. H ist also die Hohe de-

Ki*. «.

I s-

v p p-

Ballons über der Kliene VW des Kartenpunktes p Führt man diese Konstruktion für mehrere Karten- und Phnto-graphiepunkle p aus, so sind sämmlliehe Kartcnpunkte p auf ein und dieselbe Gcländchöhe zu n-duziren, als«' iluv relativen Höhenunterschiede zu den jeweils für H erhaltenen Werlhen hinzuzuzählen liczw. von ihnen abzuziehen; falls man die Meereshöhe des Ballons hak*!1, will, sind zu den erhaltenen Werlhen für H die jeweilig»1'! absoluten Punkthöhen hinzuzuzählen.

3. Bestimmung von Wolken höhen

Xothwendig ist hiezu, dass auf der Photographie die Wolke und deren Schatten vorhanden ist. — Angenommen wird der Einfachheit halber hier, dass Sonn*'. Wolke und Ballon zur Zeil der photogruphischen Aufnahme in ein und derselben Vertikalebene lagen, und dass mit senkrecht nach abwärts gerichteter Objektivachse photographirl wurde. Ks seien nach Fig "

VW die Erdoberfläche bezw. Karl«-, A der Ballon, AE die nach Ziff. 2 IktimIs ermittelte Ballonhöhe, B ein Ratidpunkl einer Wolke. D clor Schatten die.««';! Punktes B, und C die schiefe Projektion de.s Wolkenpunkles B auf die Erde (also die Lage des Bildes der Wolke in der Photographie he/w. Karin. Dann geht die Verlängerung des Strahles DB nach der Sonne, und F ist der Ballonschatten (AF||BDi. — Sofern der Bnllonschalten F wegen zu grosser Ballonhülle oder aus einem anderen Grunde auf der Photographie nicht vorhanden isl, erhall man ihn dort nach Fig. H durch die Linien aa' und bb' (Verbindungslinien identischer Punkte von Wolkenbild und Wolkenschatten). — Man hat also auf der Photographie (Fig. 8) die auf ^

einer Geraden liegenden Punkte C, D, F., F. (Wie dieselben zu Stande kamen, soll der in Fig. 0 veranschaulichte SLrahlengang immuneren der Camera erklären.) Die ge-sui-hle Wolkenhöhe (¡11 (Fig. 7i isl nun beredten- bezw. konstruirbar, da in dem fraglichen Dreieck CDB (Fig. 7) die Basis CD aus der Karte, der Winkel )>oi D = dem Winkel bei F (Fig. 9) und der Winkel bei C (Fig. (I) Im kaimi sind.

4. Oel&ndeauinahmen.

Dieselben beruhen im Allgemeinen auf der Konstruktion von Bichlungsslrahlen l.Np' Fig. 5> für alle zu Punkte. Dic:

identischen Punkte f weiteren identischen man fort (i, 1; k, Kl,

;

Î

Vitt. "■

weise:: Man verbindet auf Photographie und Karle zunächst die 4 Punkte miteinander zu je einem Viereck (es sind dies identische Linien), dann zieht man die Diagonalen und erhält hierdurch zwei weitere identische Punkte e und K: der Schnittpunkt der Verlfingeningen von ad und bc sowie AD und BC ergibt die weiteren und F, die Linien fe und FE die Punkte g, h und G, II. So fährl bis man auf der Photographie eine Linie bekommen hat, die durch oder sehr nahe an dem fraglichen Punkt x vorbeigeht und v die zugleich auf Photographie und

\ Karte drei identische Punkte

• schneidet (c, x, k, i; C, K, 1).

, Und nun kann man zwischen Photo-

\ graphie und Karte, die Gleichung

(Doppelverhältniss) aufstellen:

ick: ik): (cx:ix) ,CK: IK). (CX: L\| oder

<ek: ik I: (cx : ix) - (CK: IK): l(CJ-IX): IX)).

In dieser letzteren Gleichung ist aber nur IX unbekannt, mithin berechenbar. Trage ich nun auf I \ der Karte (Fig. 11) auf Cl die er-

rechnete Strecke IX auf, so habe ich in X den gesuchten Punkt x der Photographie in die Karte übertragen. — Wie ersichtlich, \ ergibt diese Methode gegebenenfalls

\

\

\

¿1

il

bearbeitenden Bearbeitungsart erfordert das Vorhandensein von mindestens drei identischen Punkten auf Photographie und Karle. Kine eingehendere Besprechung unterlasse ich hier, da sich dieser Gegenstand nicht so einfach entwickeln lässt, wie die früheren. Dagegen will ich eine andere Methode skizziren, die in vielen Fällen ebenfalls zum Ziele führt und die mir gemeinfasslicher scheint, als die oben angedeutete: die Methode der Gebertragung mittels Moebiusscher Netze und des Doppelverhältnisses — die allerdings vier identische Punkte verlangt.

Hai man auf einer Photographie (Fig. 10) 4 Funkle a. b, c, d, und auf der Karte (Fig. 11) die identischen Punkte A, B, C, D, ausserdem auf der Photographie einen Punkt x, der auf der Karte nicht vorhanden ist und in

Fin. h.

nur einen Näherungswert!., sofern es eben nicht gelingt, eine identische Linie zu finden, die unmittelbar durch x geht: durch eine Abänderung derselben, die hier nicht näher ausgeführt werden soll, da nicht so kurz zu beschreiben, kann man stets zu Strahlen gelangen, die direkt durch den gesuchten Punkt x gehen. - -

Diese unter Ziffer 1 mit i angeführten Berechnungsmethoden sind nicht möglichen; vielmehr führen andere oft zu Besultaten. In der Praxis entscheiden eben

die einzig genaueren

über den einzuschlagenden Weg gewöhnlich die Eigen-

thümliclikeiten der vorliegenden l'holographie i günstige

oder ungünstige Schnitte der Lote, Lage der zu behandelnden Punkte zu einander u. s. w.) — Doch

ich sollte und wollte ja auch nicht mit dieser Ab-

diese übertragen werden soll, so verfährt man folgender- | handlang ein Lehrbuch der Ballonphnlogrummetrie

:;.s

Kiit.». Fi«-, i«.

schreiben, sondern wollte nur zeigen. Hass die theo- schätzten Leser anzuregen, selbst auf diesem noch retisrhen (.rundlagen dieser Disziplin seit Einfiih- ziemlieh brach liegenden Arbeitsfelde thütig zu werden, rang der Mallonlole iiiissersl einfache geworden sind, Wenn ich dies erreicht haben sollte, so bin ich medium vielleicht den einen oder anderen meiner ge- denn zufrieden!

--Hl*---

festzuhalten.*! Die Drehharkeit reiclit bis zu tö". dürfte also wohl den meisten Ansprüchen bei einer Hurizontalprojcktiun genü/rr: i Preis U Mark.)

Figur B hat dieselbe Verwendbarkeit, eignet sich jedoch wegen leichterer Ausführung nur für Apparate bis 18 X M cm i Preis t*> Mark.l Heide Instrumente können leicht mittelst Schrauben am Korb befestigt werden. Zu beziehen durch die Firma Emil Wünsche. Dresden, Heirk. Kieckeheer.

*i Das freihändige Halten — unter Benutzung des Korbrandes als Aullage — dürfte in den meisten Fällen vorzuziehen sein, um die Möglichkeit zu haben, nach allen Seiten zu photo-graphieren, und auch weil der Ballonkorb selten so ruhig schweben wird, dass eine Gewährleistung für vollkommen scharfe Bilder gegeben ist, wenn der Photograpbenapparal in fester Verbindung mil demselben steht. K. v. B.

Kugelfrelenkatativ. Für Aufnahmen vom Ballon aus. bei denen es sich nicht um genaue Feststellung des Neigungswinkels handelt, dürften beistehende Kugelgelenke sich als praktisch erweisen. Fig. B.

Figur A zeigt ein solches für schwerere Apparate bis zu M X 80 cm- Ei" leiser Druck mittelst dpr Flügelschraubc genügt, um den Apparat in jeder Richtung zu drehen und absolut

-**XC) Aeronautik. GH^*-Verbesserungen an der Ballonzerreissvorrichtung.

Vob

Krnst Klane,

Hauptmann u. Komp-Chet im bayr. 2. \r ussarlillene-Kegt.

a) Selbatthfctlffe Zerreiaavorrichtung.

Ein ordentliches, gewissenhaft untersuchtes Material vorausgesetzt, wird der Luflsehiffer die Gefährlichkeit einer Ballonfahrt, was die Fahrt betrifft, absolut in Abrede stellen; eine gesicherte Landung unter allen Verhältnissen vermag er nicht zu garantiren. Die Landung stellt an den Ballonführer bei ungünstigen Verhältnissen, insbesondere bei Wind, die grössten Anforderungen: es gilt, in der kürzesten Zeit Entschluss zu fassen und diesen rasch zur Ausführung zu bringen.

Die Gefahr der Landung liegt nicht, wie wohl der Laie glauben möchte, in einem zu starken Fall des Ballons. M sondern in der Möglichkeil einer Schleilfuhrt. indem der Ballon nach dem Aufstossen des Korbes, ehe er seine Tragkraft vollständig ciiigcbüssl hat, durch einen starken Wind jauch bei ruhigem Wetter durch eventuellen Buden wind) erfasst und horizontal mitgenommen wird, während der Korb hiebei nachschleift und an allen Erhebungen, Baulichkeiten. Bäumen etc. mit beinahe der vollen Windgeschwindigkeit anprallt.

Die Gefahr der Schleilfahrt ist, nachdem allerorten die Beissvorrichlung zur Einführung gelangt ist, nur dann

1) Die 'inl im ...i , iKarogrammci von ra. 200 Fahrten der bayer. LuflseliiffcrabtheiUing und des Münrhener Vereins für Luftschiffahrt lassen ersehen, dass die Fallgeschwindigkeit eines Ilalinns, selbst aus grossen Höhen und ohne dass die Fallgeschwindigkeit durch Hallaslausgabe vermindert wurde, nie mehr als ca. 4 m pro Sekunde betragt, da der grosse ijucrschnitt des Kations, sowie der Umstand, dass bei einem einigermaasseu raschen Fall die Kallon-hüllc schirmartig wirkt, ein Wachsen der Fallgeschwindigkeit verhütet

Diese Fallgeschwindigkeit ist demnach ungefähr gleich derjenigen, welch«- man beim Sprung von einem (l,K m hohen Tisch

erhält (c — JA} ■ g s für S .= O.H m ergibt c = |/2 • »,Ä"«,H c = t m). Hierbei wäre des Ferneren noch in Hetracht zu ziehen, dass der Fall durch das Auflegen d«-s am Korbe herabhängenden Schlepptaues von 25—50 kg tiewicht gebremst wird und dass die K«irb-insassen d«-n Stoss in den Tauen hängend iletzteres hauptsächlich wegen der horizontalen Geschwindigkeit des Hallons nothwendigj. also erst nach einer weiteren Entlastung des Hallons, d. i. nach Aufstossen des Kolbes, auffangen.

als lieslehend anzunehmen, wenn es dem Führer in Folge geringer Hebung oder geringerer körperlicher Gewandtheit hezw. langsamer Entschlussfähigkeit, oder schliesslich in Folge Zusammentreffens mehrerer ungünstiger Verhältnisse nicht gelingt, den gestellten vielfachen Anforderungen im Momente der Landung gerecht zu werden und den Ballon zur richtigen Zeit zu reissen.

Der Ballon muss, sobald er mit tiein Korbe aufsteht, .völhg gerissen sein, und muss der Ballonführer vorher

Klüt

Zeit

gewinnen.

sieh seihst

»stricke zu häinten. andererseits aber, tliirf der Ballon . nicht zu früh lrerissen werden, um nichl zu slark ins Fallen zu kommen

Ist der Ballon nichl oder nur theilweise gerissen, so wird, bei auch nur einigermaasseu Wind, die Schleiffahrl beginnen, deren Schnelligkeit von der Stärke des Windes abhängig ist und deren Dauer begrenzt ist durch den Moment, in dem der Ballon bei zunehmendem Gasverluste nichl mehr tiagfütiig ist, oder bis es dem Ballonführer gelingt, das völlige Beissen noch nachträglich durchzurühren, was allerdings während der Schleiffahrl sehr schwierig ist, besonders wenn ungünstig«' Verhältnisse mitspielen, welche beim Aufstossen den Ballon (Obrer eventuell unter einen der Balloninsassen zu liegen lassen kommen, oder die Beissleine bei dem Schock dem Führer aus der Hand entgleiten lassen.')

Eine Schleiffahrl unter allen Verhältnissen zu verhindern, indem der Ballonführer im Momente der Landimg entlastet und das Beissen in geringer Höhe über dem Erdboden sicher und unter allen Umständen ermöglicht wird, das ist der Zweck der selbst t hat igen Zcrreissvor-

I) Thatsächlich kommen auch bei völlig ausgebildeten Luft-schiffern ab und zu Schleilfahrten vor. wie die im Summer unternommene Fahrt zweier Oestcrreichcr. denn Schilderung durch alle lllätter gegangen ist, beweist.

In allen Fällen ist jedoch hierbei der Kation entweder gar nichl oder nur theilweise gerissen worden. Kine Scbleiffalut bei gerissenem Hallon gibt es nicht, sofern der Italien koiisliukliv richtig

richtung, welche, nur durch einen Druck des Ballonführer* ausgelöst, automatisch das Zerrcissen des Hallons vornimmt und somit unabhängig von der Gewandtheit etc. des Ballonführers fuuktionirt.

hVschreibiinir der selbatUlültiiren ZerrelssTorricliUnr.

Der selbstthätigeii Zerreissvorrichlung liegt der Gedanke zu Grunde, das Schlepptau in seinem obersten Theile auf-zusehlaufen, mittelst eines am Schlepptaue angebrachten Ringes in eine am Korbringe befestigte Zange aufzuhängen

und diesen King «les Schlepptaue* mit der Beissleine zu verbinden. Hei der Landung ist nahe über dein Hoden die Zunge zu ölTneti. Ks hängt dann das Schlepptau au der Beissleine.

Bei jeder weiteren Bewegung des Ballons (in horizontaler Bichtungi müsste die Reissleiue das Schlepptau |2.~> bis 50 kgl nachziehen, d. h. das Schlepptau führt das Heisscn des Ballons herbei.

Das Aufschlaufen und Kinlegen des Taues in die Zunge kann schon vor der Abfahrt erfolgen, das Verbinden der Beissleine mit dein Hinge zur Krhöliiing der Sicherheil erst beim Absliege.

Die Zange hat die in der Zeichnung ir'ig. 2a und 2bi ersichtliche Form und ist am Korbring liefestigt, so dass sich Sliisse vor der Landung im Koibringe fangen. Indern die Zange mit einem ca. 2 in langen Tau gegenüber dem Aufhängepunkt des Schlepptaues aufgehängt wird, verbleibt sie stets in einer für den Ballonführer gut zu erreichenden Lage, welch letztere noch dadurch mehr lixirl werden kann, dass man die Zange zwischen einen der Korbstrieke und eine Leine führt, welche oben am Korbring. Uli teil am Korbe befestigt und mit dem Korbstrieke mehrfach verschlungen wird.

Thrlle der srlbstlhlitiirrn Zerri'KsTorrlrhtanr.

Die Anwendung der -clh-ilhiiligen Zcrreissvorriehtunu erfordert demnach die Anbringung I

1. einer Zange, welche mittelst eines ca. "> in langen Taues von ca. Iti mm Stärke am Korbringe gegenüber dem Aufhängepunkt des Schlepptaues belogt igt wird;

2. einen Ringet (von ca. 8cm lichter Weite), welcher

am Schlepptau, je nach der tirösse des Ballons, X—20 in vom Aiifhängepunkt des Schlepptaues entfernt anzubringen ist.

Fi*. n>.

.1. eines vcischielihaien Karabinerhakens lea. 8 m lang/ au der Beissleine:

i. einer ca. 12 mm starken mal ca. .1 m langen Leine, welche an einem Korbslril k auf der Seile, an welcher das Schlepptau aufgehängt ist. hIm-ii

am Korbringe, unten tun Korbe befestigt und mehrlach mit den Korbet, icken verschlungen wird. Die liesamiiilanordiiiiiig ist aus Kigur I ersichtlich.

Hein erklingen: Zu 1. Die Zange ist derart konslruüt, dass sie sich um Mi fesler schliesst. je stärker der Zug an dem ein-

gelegten Ringe ist. Das Oeffncn isl durch Handdruck leicht zu erwirken. Zur Erhöhung der Sicherheit ist ausserdem noch die Klinke a (Fig. 2 a und 2b) angebracht, welche, zugeklinkt, ein vorzeitiges Auslösen des Ringes unmöglich macht.

Zu 2. Die Lunge des nufgeselilauften Theiles des Schlepptaues begrenzt das Reissen. Diese Länge ist demnach so zu bemessen, d. Ii. der Ring in einer derartigen Entfernung vom Aufhüngepunkt des Taues zu befestigen, dass die Reissleine ganz aufreisst, aber nicht weiter. Es muss demnach der aufgesehlaufte Theil des Schlepptaues um weniges langer sein, als der Theil der Reissleine, welcher nach völligein Reissen durch den Korbring herunterhängt — gemessen vom Korbring bis zum Refesligungspunkt des Karabinerhakens.

Der nulzuschlaufende Theil, dessen Länge leicht errechenbar ist, isl verschieden, je nach der Grösse des Ballons und ungefähr gleich dem Durchmesser desselben.

Zu Der Kurabinerhaken ist an der Reissleine derart anzubringen, dass er nach dem Lösen der Reissleine aus der Sicherung am Ventil in den Ring dos Schlepptaues an der Zange eingehüngl werden kann, wobei die Reissleine nur noch leicht durchhüngt: um besten verschiebbar, i Fig. \\).

Fanktlunirrn der «elbstthMIfrn Zerrel«verHelitanir.

Reim Ausrüsten des Korbes wird die Zange mit dein Tau am Korbringe befestigt, desgleichen die ca 3 in lange («eine am Korbring und Ballonkorb, das obere Theil des Schlepptaues \»inl aufgeschlauft und in die Zange ein-

gehängt, der Karabinerhaken in die Rcissleiue eingeführt und an einer leicht erreichbaren Stelle aufgehängt, so dass die Reissleine gut durchhängt. (Fig. 4),

Während der Fahrt hat keinerlei Manipulation stattzufinden. Enlsohlicsst der Führer sich zur Landung, so löst er auf ca. 200—40 in die Reissleine aus der Sicherung und hängt den Karabinerhaken in den Ring. Auf 20-5 in öffnet er die Sicherheitsklinke und hierauf die

Zange selbst durch Handdruck. Hierauf hangt sich der Führer im Klimmzug an die Korbstricke. (Fig. fi).

Will man den Ballon nicht reissen, z. B. bei windstillem Wetter, wobei mau denselben, unter Vermeidung von Flurschäden, auf einen zum Verpacken günstigen Ort verbringen kann, so unterlässt man das Auslösen der Reissvorriclitutig. be/.w. das Aufschlnufeii des obersten Theiles des Tauendes.

Die selbslthätige Zerreissvorrichlung lässt sich auch mit Vortheil verwenden bei ballons-soudes, bei denen eine automatische Gasentleeruug, wie Hauptmann Moede-beck gelegentlich der Konferenz der internationalen aeronautischen Kommission zu Strassburg ausführte und hierfür dreieckige Reisslöcher in Vorschlag brachte, aus

verschiedenen Gründen iVcimeidung von Gasexplosionen unil Besehäiligungen der Ballons durch eine Schleillährt i sehr wichtig erscheint.

Hierbei erhielte das Schlepptau nur die Länge des aurzuschlaufenden Theiles (einige Meten und au seinein Lüde einen Anker.

Die Zange würde am lustruinentenkorb angebracht und durch eine Feder derart geschlossen, dass sie das Gewicht des Schlepptaues, sowie des Ankers i beide auf das Leichteste kotislruirl i gut halten und sich nur, sobald der Anker lasst, öffnen würde. Der Karabinerhaken der Heissleinc wäre vor der Abfahrt mit dem Hinge deSchlepptaues zu verbinden.

b) Festere Verbindung des Reiiabandei mit dem Ballon durch Anwendung von DruokknApfen.

Für die Begründung einer festeren Verbindung mag der Einstand sprechen, dass bei Zusammentreffen un-

i-'iic. ;. - Pro. k-kii'>|»t von .Irr

Si'ilf.

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günstiger Verhältnisse die Möglichkeil vorliegt, dass sich der Reissgurt theilweise oder ganz vom Hallon schon vor dem Aufstieg oder während der Fahrt ablöst.

Ks möge hier zur Bestätigung ein Vorkommnis)1 Kr-wähnimg finden:

Bei einer Freifahrt, gelegentlich der simultanen Fahrten am H. Juni DSSIS, ölfuetc sich bei einem Ballon, welcher in Wien aufgelassen wurde, in einer Höhe von liOt» in, die Heissbahn. nahe dem Ventil, in einer Länge von ca. 2 in. Da die Insassen über einen reichlichen Ballast (Ober Ljo kg) verfügen konnten und die erreichte Höhe noch gering war, wurde durch ii-chtzcilige> Auswerfen desselben ein Fnfall vermieden.

Ais Gründe für das Lösen können, ausser der Witterung, dem Hauptlaklor. eventuell noch folgende Verhältnisse mitwirken: schlechter Schnitt des Ballons, der in Folge dessen an einzelnen Stellen stärker spannt:

I schlechter Gummi; bei gefirnissten Ballons unter Umstünden auch das Eclfcrliruisscn der Bcissbabn. wobei der Gltmmi auf dein Firniss nicht Ml kleben vermag

Die Druckknöpfe — ähnlich wie sie jetzt bei Handschuhen als Schliessen mit Vorliebe verwendet werden — werden in zwei parallelen, von einander ca. 10 cm. entfernten Beihen auf dem Hoisshand, mit Abständen von ca. lti cm Länge, angebracht. (Fig. Ii und 7).

Die Gegenstücke an den entsprechenden I'unkten des Ballons.

Diese Druckknöpfe sind ein verlässliches Mittel, «las Oelfnen der Heissbahn in Folge der angeführten Gründe zu verhindern, da sie selbst beim stärksten seitlichen Zug«' sich nicht ölfnen. Beim Zuge senkrecht zu dieser Richtung, wie er beim gewollten Zerreissen des Ballons mittelst der Heissleinc ausgeübt wird, ölfnen sich die Knöpfe sehr leicht und vergrössern desshalb den Widerstand beim Ablösen des auch hierbei (behufs dichten Gasversi-hlussosi guinuiirleii Beissbandes minimal, l'in ein Ausreissen der Knöpfe aus dem Ballonstoll' zu verhindern, genügen zwei parallele, ca. 2 cm breite. Lcin-wandslieifeti längs der Knupfrciheii. welche mit dem Ballonstoff fest vernäht werden. An der obersten Stelle des Reissbandes bringt man besser je 2 Druckknöpfe an. da hier das Gewicht des durchhängenden Theiles dei Reissleine getragen werden muss.

In Folge der Widerstandsfähigkeit gegen seitlichen Druck erscheint die Anbringung der Druckknöpfe bei Einführung der Zerreissvorrichlung am Dia« hcnballon schälzi'iiswerth.

Die Anbringung beider Vorrichtungen erfordert weder

hoho Kosten, noch besondere Arbeit, noch erhöht si«-h «las hierbei mitzutragende Gewicht in einer nenncnswerlhen Weise, und dennoch vermögen sie unter Einständen «las Leben einer oder mehrerer Personen zu erhalten.

Ich habe «Ii«' sclhslthätigc Zerreissvorrichlung bei mehreren Fahrten verwendet mid hat dieselbe stets aufs Beate funktionirl thei einer Fahrt zeigt«' sich «lie Zange zu schwach und wurde seither eine widere mit stärkeren Ausinaass«'ii, verwendet). Das Hcisscn ging bei mittleren Wind im Zeilraum weniger Sekunden vor sich, so dass es Ikmiii Lösen der Zange ganz nahe über dein Boileu na. "»ml noch vor «l«'in Aufsetzen «las Korbes beendet ist.

Die Anordnung der festeren Verbindung zwischen

Beissbaud und «lein Ballon durch Druckknöpfe — ebenfalls praktisch (an einem Beissbaud) ausgeführt rechtfertigte ebenso die Krwnrliingcn, indem einerseits ein seillicher starker Zug «lie tnicht geleimtei Beissvor-riihtiing nicht zu ölTnen vermochte, während andererseits die Bi'issvorrichlung (geleimt i «dm«' grössere Kraft-anstrengung mittelst des Reissbandes zu lösen war.

«a»

Die Auasichten lenkbarer Ballons.

Hauptmann Hermann Hoernrs.

In den nachfolgenden Zeilen will ich kurz darlegen, »am in ich glaube, dass in gar nicht ferner Zukunft der erste wirklich

lenkbare Luftballon über

dahinlhegcn wird und

warum dies bis heute noch iibbt geschehen konnte.

Betrachten wir den Entwicklungsgang der die Ballonbesland-tlieile liefernden technischen Quellen etwas näher, so bemerken wir nach allen Seiten hin ein kontinuirliches Vorwärtsschreiten. unaufhaltsame Entwicklung der einzelnen technologischen

■ine

und iiiasctünenteehnischen Elemente, Im nur ein Heispiel anzu-I Hilten, möge erwähnt werden, dass eine Pfenlps;liirkp pines x-pferde-slarken Motors im Jahre 1K.V2 muh 21H* kg wng ibei tiiffard's erstem Ballon). Ilaenlein's fiasmotor wog pro l'ferdesläjrJit.ilillL noch lüi kg

s Motor tSKAHf hatte 77 kg und derjenige von Daimler (von Graf Zeppelin IHi)!l verwendet; etwa 25 kir. Kress soll 1 WO gar cjnep Motor von ca. 12—15 kg jirn 1 HP besitzen. Man sieht, wie das (iewiebt des Motors kontinuirlii h kleiner wird. Diese Gewichtsverminderung dürfte in einer asymptotischen Kurve verlaufen. Hier soll betont werden, dass aber <ljr AiiMJriick; - .Gcwiehl pro 1 HP- ejn sehr ungenauer ist. Schon Popper weist in seinem llugtci hnisi lu-n Studium darauf hin, indem er auf Seite HO ganz richtig sagt, man solle diesen Hegrilf genauer präzisiren und sagen «diese Maschine zu Schiff wiege so und soviel».

Ich gehe noch einen Schritt weiter, indem ich behaupte, um ganz genau zu sein, und dies ist ja bei der in Heile siehenden Krage durchaus unerlässlich, müsste man das fragliche Gewicht pro I III' als das eines solchen V S.turjftoj. im Ballon arbeit« t.ib ii Motors deliniien,

Ks ist aber jetzt noch eines zu beachten. Oft findet man ganz unglaublich niedrige Zahlen für das Gewicht von einer Pferdestärke angegeben. Dies kommt daher, »eil bei der Gevviehts-I" st im »it'ui ig das Gewicht aller Gestänge. Luger. Triebsc.hrauben, Transmission und alle der zum Motor sonst noch unbedingt zuzurechnenden Heslaiidtheile iwie Pumpen. Speisetuaterial. Kondensatoren, Kühlwasser etc.) gar nicht berücksichtigt worden ist. Kerner ist bekannt, ^lass grosse Maschinen relativ leichter kon-truirt werden können als kleinere. Andererseits bedürfen aber diese wieder kleinerer Nebenbeslandtheile als jene. Ks variirl also das Gewicht mit der Grösse des Luftschiffes, worauf hier nicht näher eingegangen werden soll.

Man müsste also, um genau zu sein, nur von dein ■ Gew h hie einer Pferdestärke des x Stunden in diesem ganz bestimmten Luftschiffe arbeilenden Motors» sprechen.

Man sieht, wie müssig einerseits die Krage nach dem Gewichte einer Pferdestärke im Allgemeinen ist, andererseits, wie schwer die genaue Beantwortung dieser Krage ist, und wieviel Präzision sie erheischt.

Nach dem oben Gesagten wird man auch leicht ersehen, wie vorsichtig man die Daten über die verschiedenen Gewichtsangaben aufnehmen müsse, Ich gestehe ganz offen, dass ich all' diesen Angaben recht skeptisch gegenüberstelle, so lange ich nicht aus ganz genauen Plänen auf die vollige Dichtigkeit derselben schliessen kann. Von allen bis nun gebauten Luftschiffen sind nur leider, trotz eifrigster Nachforschung, nur verliältnissmiissig wenig Daten bekannt geworden, auch di<> von mir oben wiedergegebenen Zahlen können demnach nur auf eine approximative Dichtigkeit Anspruch erheben.

[lezüylicti der in Rechnung zu selzenden lechnologischcn Bestandteile liegt die Sache wesentlich einfacher. Hier handelt

es sich nur um absolute Zahlen. ))ie Erfahrung lehrte uns, da* es in technischen Fragen schier unmöglich pr.ie)lfini, for ||je Zukunft ein zutreffendes Prognostikon zu^ stellen — besonders zu sagen, jetzt sei die Grenze des möglichsten Fortschrittes erreicht — eine noch grössere Ausgestaltung oder Durchbildung dieser tech-nischen Sache sei nicht mehr zu erreichen. Wer hätte z. II. vor 20 Jahren gedacht, dass es der Eisenindustrie gelingen würde, F.tsensorten von mehr als 150 kg Festigkeit pro I („inadratmillimeter herzustellen. Andererseits hat man von der Verwendung des Al um ini ttms sehr viel mehr erwartet.

Der Bau der Hülle ist durcli die Verwendung besonderer Dichtungsmittel y.n emer grosseren \\>!lkoinnic.uuiaLj^u:Lui. lüto. der Falirldauer zu gute kommt. Ich bin überzeugt, dass die Chinesen in diesem Punkte mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Bolimateriale noch viel Bedeutendere**!!! leisten im Stande wären.

Der Hau des Traggerippes, der Gondel etc. wird durch Verwendung der auch in der Stahlradindustrie so vielfach verwerteten Stahlrohren mächtig gefördert.

Ich komme damit auf einen Punkt zu sprechen, der bis nun von den Luftschiffen) wenig beachtet wurde. Es ist dies der glänzende Aufschwung der Zweirad- und der Automobil-Industrie. Obwohl diese beiden Industrien scheinbar mit der Luftschiffahrt gar nichts gemein haben, so belehrt doch ein näheres Eingehen in ihre Bedürfnisse, wie sehr allen drei technischen Zweigen der Wunsch. Ihuulichst leichtes Bau- und Belriebsmaterial zu besitzen, gemeinsam ist. Das lli-dürfniss nach solchen weckte die Nachfrage, diese gab der betreffenden Industrie neue Impulse, und was jenen nutzbar wurde, war diesen willkommen.

.Nun bemühten sieh nicht mehr nur wenige Köpfe — wie CiL.

Ka 11 war — die leichten und immer neue

_ eren besseier Erzeugung zu ei proben, jetzt schafft Heer ausge/cn Imclir Tiiiienieilie vn.lag i\l Iu& liesscrc Waare. Die Konkurrenz der eln-Segen, sje i»t der Horn,

früher bei der l.uflschiftahrt leider der Hau- und Belriebsinalerialien herbei zu schallen

Methoden zu <b

jeiclitiTi- exipnsiteie y.elnen Werke gereicht ilci huluslri

ans dem auch die LulKctullahrt mit vollen Zügen für ihre Bedürf-_ tiisse schöpft.

Ausserdem ist durch das Emporblühen verwandter Industrien der Luftschiffahrt selbst eine grosse Zahl von direkten Mitarbeitern erstanden Deshalb bricht sich die l'eberzeiigung immer mehr Bahn, dass man sich trotz der bisherigen unleugbaren Misserfolge, wenn auch langsam, so doch Schritt für Schritt der gedeihlichen Losung nahe.

So schwer es gegenwärtig ist. wie ich früher schon betont habe, in technischen Dingen ein Prophet zu sein, so will.et mir doch scheinen, dass der Tag der reinen avialischen Flujgrriasrlunc poch nicht angebrochen sei. Diese erheischen noch viel leichtere Motoren, als sie nach menschlicher Voraussicht in den allernächsten Jahren von der Industrie geliefert werden können. Einzelne gelungene Vorexperimente auf diesem Gebiete beeinträchtigen nicht diese Mutlimassung. Diese Sache ist vom grossen Standpunkte aus zu beiirtheilen.

Anders steht es mit dem lenkbaren Ballon. Meine eingehenden Studien auf diesem Gebiete, von denen ich einiges in späteren Nummern dieser Zeitschrift zu veröffentlichen gedenk». Jjrachlrn mir die I leheryugnng hei t .lass es mit den heutigen

Hilfstnilleln der T-rbnik morlieh müsse, einen Ballon .mjj

einer Eigengeschwindigkeit von mindestens 12 m nrn Sekunde

herzustellen. Freilich war es kein leichter Weg, den ich wandelte

Kim- Unsumme von Rechnungen mussten gemacht und sahireiche Pläne durchkonstrnirt werden, ehe sieh das Resultat ganz ununi-stösslich vor mein geistiges Auge stellte.

Kwilirh isl der Halten nelcl.-n irl. mir im, G«.,ren«i.l/■■ /n den bis nun gehaiilen Inhensnthiy denke, ziemlich vemcLieil-n tm den hekar|m|rii Typi^ .Er stellt in gewissem $inne ein Heher. _jjangsg|ied zu einer Elugmasclnne dar. Ich stellt erinjb.li; For-¿1'Iii_P6 '*n ah die lenkbaren Ballons. Die Erfahrung lehrt, wie unbeholfen so ein Giffard'srhcr Itallon, der typisch für alle seine Nachfolger wurde, ist. Nur bei fast völliger Windstille vermag er zu fahren. Auf der Erde, ohne seine schützende Halle, die er ja nicht wie eine Schnecke mit sich tragen kann, ist er wo thunlich noch unbeholfener, als in der Luft. Er gleirht einem früh geborenen Kindp. das stets in Watte gebtllll werden muss. Anulngon in der Natur, ausser in den unbeständigen Wolken, hat er nicht.

II,, Halion Her /nViiinfl mn-s

"il'ir ilhliltt-

'■'•'II ik

darf nicht Amhos er muss Hammer sein' So vor alleni hüll ^ sich ohne motorische Eigenkraft nicht in die Luft erheben — dafjir wird er kein Spiel der Wijjdc iuehr_sjjjx_Jtk_-Se.ifie| VorgängeiI Er muss sich ferner ohne Ballastahgabe, was die Dauer seiner

Fali-t sehr beeinlrächtigen würde, im l.uftocean lieben und, senken und die I'em11ap-■ 11/- Z nt r Form bewahren können. Er muss sich nach dem Willen des Führers je nach Bedarf horizontal oder geneigt zur horizontalen Ebene einstellen und in dieser Stellung lixirt erhalten werden. Iter Stirnwiderstand ist auf ein Minimum zu reduziren-

Diese Bedingungen sind, wie ich bestimmt glaube, mit den heutigen Mitteln der Technik zu erfüllen. Freilich eine längere Dauer als etwa H- 1 Stunden und vielleicht eine ebensolche Zahl von Personen wird ein in bescheidener Dimension gehaltener Luftballon heute nicht fahren resp. mit sich hoch nehmen können. Es gilt hier noch das Wort, welches der Altmeister deutscher lenkbarer Ballons. Haenlein. sprach: - Der lenkbare Ballon wird zwar nie ein allgemeines Kommunikationsmittel werden, nie mit Bahnzügen oder Dampfschiffen konkurriren, aber für exceptionelle Falle, für wissenschaftliche und militärische Zwecke und für solche Länder, in welchen weder Eisenbahnen noch Dampfschiffe existiren, isl er ohne Zweifel von höchster Wichtigkeit <. iZeitsrlir. f L. I Bd. S. KP i

Ein neuer Abwurfhaken

Man ist häufig in die Lage versetzt, Registrirhallons. die einen starken Auftrieb erhallen haben, mit einem automatisch Ihäligen Hallaslsack versehen zu müssen, um den ersten Ghoc der Abfahrt, der sowohl für die Ballons als auch für die Instrumente verhäug-nissvoll werden kann, zu vermeiden. Derartige von seihst aus-Iiiessende Ballaslsäckc, die gewöhnlich mit llüssigem uder pulvcr-förmigen Material gefüllt sind, besitzen nun selbst ein ziemlich bedeutendes Gewicht, so dass sich das Bedürfniss herausgestellt bat, auch sie nach erfolgler Entleerung durch eine selbslthätlge Vorrichtung abzuwerfen.

Herr Oberst Kovanko hat bereits einen derartigen Abwurfhaken konstruirt und an anderer Stelle beschrieben, so dass wir hier nicht näher darauf einzugehen brauchen.

Vor einiger Zeit habe ich in Paris durch die Freundlichkeit des Herrn Oberst Renard eine Einrichtung kennen gelernt, die denselben Zweck verfolgt, dabei aber so einfach isl, da sie Federn und Klammern

U. s. w. völlig vermeidet, dass ihre Kenntniss in weiteren Kreisen obne_Zweifel nutzbringend sein wird. Hinzu kommt noch, dass dieser Abwurfhaken in jeder Grösse und von jedem Gewicht konstruirt werden kann, so dass er mit Bequemlichkeit auch zu an-

fttr Beffirtrtrballoiu.

deren Zwecken, z. II. zur Auslosung selbsllbäliger Mechanismen, wie Uhrwerke u, s w. nach Ablauf einer bestimmten Zeit, verwende! weiden kann

Herr Ass mann hat diesen Doppelhakcn bereit* in seiner Abhandlung: Kille neue Fo'ni des Ballon-sonde • erwähnt. Jedoch irrthUlnlifher Weise die l'ihi-berschaP Herrn Leutnant llllde-hrandt zugeschoben.

Ich lege Werth darauf, hier ausdrücklich zu erklären, dass die Idee von Herrn Oberst Kenard herrührt und mii seiner Zeit bei einer Anwesenheit in Paris mitgetheilt worden ist.

Die Vorrichtung besieht aus einem Doppelhakcn, dessen Gestalt die indienstehende Figur zeigt. Dersell>e besitzt eine Verlängerungsstange, die ein Gewicht von bestimmter Grösse in einem gewissen Abslande tragt Stellung und Grösse des Gewichts hängen von der Grösse der todlen Last ab, bei deren Erreirhen der Ab-wurf erfolgen soll. Der Doppelhaken funktionirt in folgender Weise: Der auslaufende Ballaslsack enlleert sich inplir und mehr, das oben erwähnte Gewicht bringt in Folgt" dessen eine immer stärkere Neigung des Hakens hervor, die schliesslich so gross wird, dass er mit seinem obpren Theile aus dem Halleringe heraushieltet und den Ahwurf vollzieht.

Die Vorzüge dieses -Ke nar d ' sehen Doppelhakens» bestehen in seiner Einfachheit, vor Allem aber in dem Ilmstande, dass er absolut sicher wirkt. Er kann, wie schon erwähnt, auch zu anderen Zwecken benutzt werden. Ich habe ihn beispielsweise verwandt, um einen Vspirator. der zunächst arrelirl war, nad< lh-stimiiiter Zeit auszulösen. Man kann so den Versuch machen wahre Lultlemperaturen auch wahrend der Gleichgewichtslage eines Begislrirballons zu erhalten. Prof. Dr. H. Hergesell.

Oraf von Zeppelin'« Luftschiff.

Hierzu awei bichiilrinki- uii'| jvr, ixum

Die Direktion der Gesellschaft zur Forderung der Luftschiffahrt hatte die Freundlichkeit, für unsere Zeitschrift besondere Aufnahmen des nunmehr in der Halle fertig hegenden und auf den Beginn der Versuche harrenden Luftschiffes machen zu lassen, die wir unseren Lesern in der Kunslbcilage dieses Heftes vorführen. Auch genauere Pläne sind uns zugesandt worden, von denen wir nebenstehend eine genaue Skizze des Luftschiffes mit Fortlassung des 1-auf-gewichtes wiedergeben i;*, Fig. 1).

Auf Grund derselben sind wir in der Lage, unsere Arbeit in llefl I dahin berichtigen zu können, dass die Spitzen des Lult-scbilfes eine l-änge von II! m bei lt.li in Durchmesser haben und aus je 2 Zellen bestehen. Die kurzen Zellen von nur 1 m Länge belinden sich über den Gondeln. I'nser Lichtdruck zeigt den Anblick des ganzen Luftschiffes ungefüllt mit theilweise darüber befestigter äusserer Hülle und ferner einen Blick in die Gondel mit dem Daimler-Molor.

Fragen wir uns nun. was auf der allein zuverlässigen <i r undlngc aeronautischer Praxis dasZeppchn'sehe Luftschiff voraussichtlich wird leisten können, so kommen wir zu einem un-erholTt gunstigen Resultat.

^berltenard. Ilire Versteifung wird ilirpn KoefTicienlen voraussichtlich noch günstiger gestalten. Ferner spricht für günstigere Verhaltnisse bei Zeppelin's Luftschilf die seitliche Anbringung der Schrauben in Hohe des Widerstandsniittelpunktes. Dje Störungen,

4fk

Fig. 1. AssicatuMlII

Wir müssen die Versuche von Tissandier und von Renard-Krebs in den Jahren 1883 bis 1K85 zu Grunde legen. Das Luftschiff Renard-Krebs konnte 1 Stunde 3« Minuten fahren und hatte

Fig. - Isiridwlti «srcli Zapssba'i LsNmsII.

einen Motor von 8,23 PfcrdekriifUn 1 Ks erreichte bei der letzten Fahrt am 22. Sepieniber 1885 eine Geschwindigkeit von m per Sekunde und leistete dabei eine Fahrzeit von .VI Minuten- IVr Querschnitt de» Luftschiffes betrug 55, t <|m; die Treibkraft auf 100 qm Querschnitt belauft sich demnach auf 11,87 Pferdestärken. Die üallonform wurde nur durch einen inneren Luftsack gesteift

■ i UeiiarJ hol <lle Arr-eil mif <!>> Si'hr;iiih"ii«vHI»> »hclcilrl »«..Irr llrrms. IrMnng m-iner Dynsmcnawliia' :7IH»> Watts), »n ileren WHle und >w «ton» AmiiI-■irark -»irn-r l.aflsi hmnhr («I Vfi. tlti» «T ilnri'li Anliiriipiiig von (lewn-hlen W-»timmtt Kivui* ilr rm'Ti>nanli<|iif IS*», p. 97i Dir rngrnsaiiikrit dirmr Al' Intim* aaxer rVIrirM In.wnd, .-rmilMt«. «r «IT nikf — UM l'.S *nl iti» Sehrauli«nrell*\

Dir in frühr-ren Arbeiten Hrnsnl'i' vfl. Hrviio >lc I arrunauliipi* Inns, f. 4S) anfi'gcbtnr A«Vil«l«a»tuiu; tun 'J l'S mu»» ilcmnmii »I» ilwvh die ^ili-Irrr Publikation h«rb:htif1 »uf S,»3 larOikji'fUhrl wrruWi.

ms Zsysslis'i Ufachlf.

(■Mll form der Spitzt; i^L bt:l j£up,p<;]iu AimäUeind die $U-ti Im uini/" yvejehe ^eiKird's v'iii ats^i It<i'Iii,' >chr;iiibc durch die hei der HoUUh.u li*tv(»rj£<niletieii Liiflivirhcl der I cbeiwindutV des Luftwiderstandes verurs.iclien messten, faflett fi<-[ Zeppelin'« Ltiflsclufl fort. Del' Oiiei-scbnilt • des Ralbuikörpers beträgt 10,'l.MI <|m, der tiesammlqnerschnitl Itfl, il qm (s. Fig. 2'. Von den 32 Pferdestärken der Motore lierechnen sich also auf WO qm — 29 Pferdestärken.

Wenden wir das von Renard aufgestellte Gesetz an, welches lautet: .Die Eigengeschwindigkeiten ähnlicher Luftschiffe sind proportional den Kulnkwurzlen ihrer auf gleichen Querschnitt berechneten Triebkräfte >, so ergibt sich für Zeppehn's Luftschiff eine Eigengeschwindigkeit 3

20

J.'£r_ ^rk»ni.le

11,87

Diese Gcsctiwindigkeit wird Zeppelin's Lüfl&cJjiR_{l)>cr mindestens 10 Stunden bindiircli behalten und diese Zeit kann.

wenn es anstatt Ballast, der überreichlich inJ2U0kjj_\-_ojJ]anJen sein soll, noch weitere t> Benzintanks mitnimmt, sich ve,r.VJ.ejiXar.h_en.

Das wäre für die aeronautische Praxis eine Leistung mit vorläufig unabsehbarer I'erspeklive.

Bezüglich des Wertlies der Geschwindigkeit von 8,12 m per Sekunde bat der Verfasser die mittleren Geschwindigkeiten aus seinen eigenen 12 Luntiallonfahrten. ausgeführt zu allen Jahreszeiten, bei jedem Wetter, in Höhen zwisctien 500 bis 4000 in, in den Jahren IK85 bis 181)8 berechnet und ist dabei zu folgendem gewiss lehrreichen Resultate gekommen.

Von 12 Freifahrten war die mittlere Geschwindigkeit: bei HO unter 8 m p. S. - 71,4 •/.

» 12 gleich oder über 8 .... -. 28,(1 *;,

Diese Erfahrungen zeigen uns also, dass wir das Zeppelin'sche Luftschiff mit vollem Erfolge hei 'ia aller Fahrten, mil Beherrschung von 180* bis Hli0° vom Aufflugortc ah, hätten verwenden können. JSttÜcksichlijjt man dazu noch die lange Dauer der Verwendung^ welche uns in den sland setzt, auch nnjiünslujc meteorologische Vorgänge bei IQ Stunden Aufenthalt in der Lufl zu überstehen, so können wir nicht umhin, ollen zu gestehen, dass das Zeppehn-sche Luftschiff, wenn unsere Voraussetzungen nicht Iiiigen, uns einen grnssnrligen Fortschritt bringen muss.

Ks soll übrigens nicht unerwähnt bleiben, dass neuerdings im l„-iboraloiiuni zu Kottweil auch ein neuer Dichlungsstoff für Hallons gefunden worden ist, welcher an Dichtigkeit alle bisherigen übertrifft und mit welchem die Zcppelin'schen Gashüllen gegenwärtig behandelt werden. Moedebeck.

Hauptmann und Kompagniechef.

Maifnallum. — Kur die Zweckt- der Luflsclultahi t si Imffl die nimmer rastende Technik fortgesetzt neue Vorllieilc. Vnn der •Deutschen Magnal i u m-Gcse 11 schaf I in. I». II in Berlin -wird seil einigen Monaten eine neue bemerkenswert!!«' Leguung in den Handel gebracht. Kieses Pmdukt. eine Hrlindung des Herrn Hr, Mach, bestell! aus 111(1 Theihn A In ini nin in und Ii»—12Tb«-ilcn Magnesium und ist. als Legiriuig. widerstandsfähiger, fester, dichter und weil bearheitungsfäliiger als Aluminium, Ha überdies das spezifische Gewicht des Magnesiums 1,74 ist. wahrend das des Aluminiums — 2.ß" belrägl, so erweist sich das Voluiugcwichl des Magnaliums nueh kleiner als dasjenige des Aluminiums, das neue Metall dürfte daher gerade für die Fingier huik. sowohl der aeroslalischen als auch der aviatischen Dichtung, vnn hohem Wertbe sein. Das Magnalium liissl sich walzen, häsen. stanzen, prägen und pnliicn. verbindet sich auch unter Druck mit lieissen Metallen, wie Kisen, und isl geeignet, überall an Stelle des mechanisch hinfälligen Aluminiums zu treten Die Festigkeit und Härle des an der Duft unveränderlich bleilieiiden Melalles gegenüber reinem Aluminium geht daraus hervor, dass mau mit einem scharfkantig bearbeiteten Blagnahumstüek reines Aluminium zu schneiden vermag. Die Gest-llscluill, welche sich zur Verwerlliiing dieser leichtesten aller Melall-l.egirungen gebildet hal. beabsichtigt, das neue Produkt in grossem Stile in einem eigenen Hüttenwerke herzustellen. Her Preis des Mago.ihuiiis kann, obwohl an sich hoch, doch im Hinblick auf das geringe Volumgew ich! des Metalls als angemessen gellen, sodass mau sogar hofft, in vielen Fallen mit Messing zu konkurriren. - Die mir von der hiesigen, an dem Unternehmen belheiliglen Firma G. Henkel. Ingenieur-Durcaii. in liebenswürdiger Weise vorgelegten Proben (rappirten. in die Hand genommen, ausserordentlich durch ihre Leichtigkeit, welche fast diejenige vieler Holzarten illuehe l,2ii, Kühe 1,28 Vnl.-Gcw i erreicht, ferner durch ihre Festigkeil und saubere Kearhcilung scharfe Kanten. Gewinde etc. Stahl, Dell a-Meta II und Magnalium - das sind die drei bemerkenswerlhcstcn unter den Metallen, welche neben ihrer unendlich mannigfaltigen industriellen Verwendung auch vor allein iiiideien für den Flugtecbniker unschätzbaren Werth besitzen.

Arthur Stenlzel, Hamburg.

Ueber den Vog-elflug. — F.in ungemein fesselndes und reizvolles Bild liot sich nur unlängst bei einem Spaziergange am Allunaer • Fischmarkt-. Neben und hinter der mächtigen Fischhalle, in welcher täglich die von Altonaer. Hamburger und auswärtigen Fiscbdampfern, .lagern, Fwern und sonstigen Fahr/engen in der Nordsee gefangenen Fische zu öffentlicher Auktion kommen, gewahrte ich Tausende von Mövcn, sammtlicli Exemplare der hier heimischen Silbermöve. larus argentatus.

Zahlreich wie die Mücken umspielten sie die hohen Kwer-unil Seglermaslen, die Dampferscbornsleine und die Landungs-brürke, bald ilirhl über der Klbe lünstreicherid. bald sich in dus Wasser niederlassend, um gleich darauf wieder aufzulliegrn. bald mit bewundernswerter Geschicklichkeit bis zum Slminniveau sich senkend und so einen Augenblick über dem Wasserspiegel verharrend, um sich hcrnicilcrziihückcn und mit dem Schnabel einen Gegenstand aufzutischen. Das inlcressantesle Sh hauspiel zeigte sich aber in der Nähe des grossen Dampfkrabns. Während im freien Wasser. unlH-kiuniiierl um die fortwährend vorüherfahrenden grossen und kleinen Dampfer, die kreuzenden l'elr-deumhark.issen. ilen llnaiifliörlii Inn Lärm der Dampfpfeifeii. ruinier einige Hundert der eleganten Flieger umherschwainineii. nun Ilten sich wohl an lausend dieser Langflügler das sichtliche Vergnügen, mit allgemeinem gänsearligen, doch iiiiiiierbin - etwas gebildeter- klingenden Geschrei, sich in und auf die zahlreichen aneinander liegenden

Schuten (grosse kahnartige Transporlfahrzenge forden Hafen- und Stailtlletliverkehi) niederzulassen, und zwar derart, dass immer einige Hundert gegen den Westwind sich niedersetzten, einige Hundert steh in den Schuten leihenweiso aitiÜMiten und einige Hundetl gegen den Wind auffingen, um nach mehreren graziösen Kursen im llanpNchwarin sich wied- r in du- Schulen zu verkriechen, sodass ein ununterbrochenes XiclciSelzCli. reihen weises Vorrücken und Auffliegen stattfand. Da die Thiere Iiier sehr zutraulich sind, weil niemand sie verfolg!, kümmerten sie sieb gar nicht weiter um die Zuschauer auch niclil um diu in ihre Mille geworfenen Schneebälle einiger Jungen, sondern wichen ihnen einfach aus. Sehr lehrreich war iibri-gens diese Deobachtiing vom flugtechnischen Standpunkte. Konnte man doch bei der grossen Zahl der Möven und bei ihrer unmittelbaren Nähe so recht deutlich wahrnehmen, wie verschieden die zum Flogen aufzuwendende Krafl ist, je nachdem der Vogel gegen den Wind fliegt, auffliegt, oder mit dem Winde abstreicht, je nachdem er segelt und kreist, oder rütlell. Wer konnte, nachdem er solche Beobachtung gemachl. noch behaupten, zum Fliegen bedürle der Vogel nur ganz geringer Krafl- Selbst von dem Segeln und Kreisen wäre es unrichtig anzunehmen, dass es mühelos- für den Vogel sei: denn wer je einen Haubvogel (Weibe. Bussard. Adler etc.i hat stundenlang ohne Flügelschlag in der Luft Spiralen beschreiben sehen, muss sich doch nnlhwendiger Weise die Frage vorlegen: bedarf es keiner Anslreiigung. so lange Zeil die Flügel, an denen das ganze Körpergewicht hängt, wagerci hl ausgespreizt zu ballen/ l'nd wer sich diese Frage noch nicht vorgelegt haben sollle. der halte einmal seine Arme, die ja doch den Vogc-Mügeln entsprechen, ohne jede llelastung auch nur Dl Minulcii in gleicher Höhe ausgestreckt «agcrechl, und er wird ganz sicher nicht mehr von • mühelosem' Segellluge sprechen. Wenn wir ul»o enteil seglet — sei es nun eine Möve, ein Albatros, ein Habit hl oder sonst ein Vogel — still und majestätisch seine Kreise in des Höhe ziehen sehen, dann mögen wir uns an jenes l'\pet iiueiit erinnern und uns klar machen, dass die -Mühelosigkeit - nur eine scheinbare isl und der Vogel zu dieser in Wahrheit sehr bedeutenden Ktaftleisliing nur durch seinen anatomischen Bau, d. Ii. seinen grossen Bruslmiiskel. seine starken Schwingen und sein krallig entwickeltes Herz, im Stande ist. Eigenschaften, welche uns Menschen leider alle fehlen und die nur eine mit dem überlegenen Verslande ersnnnene Maschine zu ersetzen vermag. Arthur Stent zel, Hamburg.

Eine Lerche In 1900 m H6he. Am I" März IWci unternahm ich mit den Oberleutnants Sämiuer und Horms diesseitiger Ablbeilung eine dienstliche Freifahrt, Ih-i dieser Fahrt dürfte ein kleines Vorkoinmniss niclil alltäglicher Natur vielleicht bemerkenswert!! erscheinen.

Wir hatten um etwa t Dir die Donau über der Bcfreiiutfs-halle bei Kclhcim überflogen und näherten uns mil gutem Winde um ca. 2 L'hr Nitlenau in der Oberpfalz. Plötzlich sehten uns in einer Höhe von rund liHlo m ein schwarzer Punkt in der Luft zu begleiten, der unsere Aufmerksamkeit auf sich zog und fesselte Ich dachte zuerst an eine etwa aus dem Korbe gefallene Meldekarte, die gelegentlich des Fallens unseres Ballons gleiche Hobe mit uns hielt, ein Blick auf das Anemul belehrte mit Ii aber, dass der Ballon nicht hei, sondern stieg. Wir tauschten noch unsere Meinung über dies.- nicht erklärte Erscheinung ans. als ein lautes erschrecktes Gezwitscher uns darüber belehrte, dass wir eine Lerche vor uns ballen, welch«- in dics<-r erstaunlichen H«die von l'.HM» in durch unseren Ballon m Schrecken veisei/l worden war Wir legten sofort Zeil. Ort und Hobe fest, um du-se gewiss nicht alltäglich«- Erscheinung allenfallsigen Interessenten zuführen zu k-inrieii Ilasella. Leutnant.

Englische Luftschiff er-Abt he Hungen im südafrikanischen Kriege

Ks sind inzwischen netierf zuverlässige Nachrichten über die englische Lunscliiffcr-Abtheilung am Moddcr-Ri-Vcr eingetroffen. Unser sachverständiger Gewährsmann Major Baden-Powell schreibt von daher am II. Dczcmhei an Mr. K. S. / Bruce: -Wir haben hier eine Balliin-Ablbeiiung 'lind eine andere in Natal) unb'r Kapi-tiii Jones K K. mit Leutnant Grubb und Karle. Beim Angriff auf Magcrsfonlein am II. Dezember wurde aufgestiegen und der Ball.in war alle Tage oben und gab werthvolle Nachrichten über die Wirkung lies Gesrhützfeuers. Am lö. sollte er am Tan gezogen an einer Erkundung theilnehmen; es herrschte jedoch ein sehr heiliger Wind, welcher eine Aiillahrl unmöglich machte. Während er am Boden niedergehalten wurde, verursachte ein besonders starker Wind-stoss einen grossen Biss, aus dem alles ti.is entwich.'

Wir erkennen hieraus, dass die telegraphisehen Meldungen im Allgemeinen richtige waren. Gleichzeitig erfahren wir aber die Werlhschälzung der Nachrichten des Ballonbeeibacbters. Nach englischen Zeitungsnachrichten hat auch der Kesselballon in Ladysinith durch Auflinden der Batterien der Boeren und durch Korrektur des Artilleriefeuers den Engländern sehr gute Dienste geleistet.

Von der Ballon-Abtheilung bei General Buller's Armee am Tugela liegen zur Zeil nur einige zusammenhanglose Depeschen vor. aus denen aber das Eine bestimmt hervorgeht, dass sie andauernd und mit Erfolg Ihalig gewesen ist. Km Beuter-Telegrumm aus dem Hoereiilager vom Dl. Januar theill mit, dass Mährend der Nacht vom 1«. zum DI. Januar die Engländer Bukelen und Ballons aufliesseii. Sie standen damals mit ihrer schweren Artillerie auf dem Zwarlskop südlich des grossen Tugela. Knie nächtliche Erkundung mittelst Ballons und Itaketen kann sieh nur auf das nächste Berggelände beschränkt haben.

glauben, dass dieser Versuch kaum einen ■n Zweck als den der Sicherung vor einem n l'elrcrläll gehabt halten könnte, der bestimmt oder befijn biet wurde Wir erfahren dann ferner vom -Daily Telegraph» vom bruai, da-s ein Ballon durch Graiialfcui-r der Buren zerstört ■n ist und am Montag den ."i. Kebruar ein neuer aufstieg,

10. F wind

der beim Niedergehen die Zielscheibe der Buren wurde. Damals gingen die Engländer gegen Vaalkrautz vor: sie wurden, nachdem sie Anfangs mit Glück vorgedrungen waren, von Seiten der Buren-stellungen auf dem Spionkop und Doonikloof aus llankirt und nach längerem tapferen Ausharren schliesslich zur Aufgabe aller errungenen Vortheile gezwungen. Von der Ballon-Abtheilung während dieser Kämpfe berichtet die Exchange Telegraph Com-pugny: «ihre Thäligkeit war höchst werlhvoll. l.'nlcr schwerem Arlilleriefeuer versorgte sie uns täglich mit Information'.

Es ist höchst wahrscheinlich, dass sogar die Ballon-Abtheilung entscheidend war für den Entschluss des Generals Butler, die Stellung auf dem Vaalkrautz aufzugeben, denn nach einer Meldung der «f'.enlral News, aus dem Hauptquartier des Generals Buller bei der Brücke von Springlield vom 9. Kebruar machte der Ballnn-beobachtcr mit Hülfe seines Kernglases die überraschende Entdeckung, dass die Buren auf den Abhängen und dem Kamme von Do.nrikliKif wenigstens ein Dutzend schwerer Kanonen verdeckt aufgestellt hatten, die die Strasse nach Ladysrnilh beherrschten. Die Käiimung der Vaalkranlz-Stellung vollzog sich in der Nacht vom 7. zum K. Februar.

Auf dem südlichen Kriegsschauplatz erfahren wir ferner vom Auftreten einer Luftschilfer-Abtheilung bei der Armee des Feld-marschalls Hoberts am 21. Februar vor dem angegriffenen Lager des Burengenerals Cronje. Das Reuler'sclie Bureau meldete, dass der Beobachter verschiedene neue Verschanzungen der Kuren entdeckt habe, auf welche sofort das Artilleriefeuer gerichtet worden sei. Der Ballonbeohachtcr hat ferner den l'inziig des beschossenen Lagers der eingeschlossenen ('.ronje'schcn Bürens« haar dauernd beobachtet und dafür gesorgt, dass jede neue Aufstellung desselben vom Feuer der englischen Artillerie begleitet wurde.

Die Verhältnisse liegen für die Verwendung des Ballons im Kriege in Afrika besonders günstig aus folgenden Gründen:

1. Vorwiegend gute Witterung mit klarer Luft, daher gute Sicht auf wein- Entfernungen:

2. Mangel an richtigen und guten Landkarten:

H. gänzliches Versagen der englischen Cavallerie im Aufklärungsdienste :

4, schwierig zu erkundende, geschickte Anlage der Buren-stcllungcn;

ö. numerische Schwäche der Burenartillerie und anscheinende l'nkenntniss derselben, Ballons milteist Schrapiiels berab-zuschiesseii:

Ii. rngewandtheil der schweren Schiffsartillerie der Engländer, schwierige Ziele auf dem Lande beschiessen zu können:

7 die gebotene Möglichkeit, die Erkundung und Hi-obachtung verhällnissmässig nahe dem Feinde vornehmen zu können:

5. die Charakteristik der Kämpfe als eine Kette von Position«-kriegen.

Wir zweifeln daher nicht mehr daran, dass die englischen Luftsehiffer-Abllieilungen mit allen Ehren aus diesem Kriege hervorgehen werden und dass die Anerkennung ihrer Verdienste eine vollberechtigte sein wird. Moedebeck.

Fahrt de« Ballon« „Versailles" dar Feitunfci-Luft-schifferabtheüunK Nowogeorgiewsk am 14. Juli 1899.

Von

Peter Tomllowsky,

lliiiiplmann ■■ ti-I Koiiinininliiiit .Irr K<-»lrnic" l.iift-i'hi(Trriit.lli<>i!unr .«'iHMi^Bu. i-r Clttrr»«-til von IlMtiplnmmi IlUIhvr.

Am Schluss einer Ktägigen lebung der Abtheilung wurde

die Füllung des Ballons von liHI cbm auf loOO ihm gebracht und

Alles für eine Freifahrt vorbereitet, wozu besonders die genaue

Bestimmung des Windes mit dem Instrument des (liierst Pouiorzew

(31»*) gehörle. Der Ballon wurde mit fidgendeu Beobachtung».-

instrumenlcn versehen: Psychrometer Assinniin. Barograph Richard für SUXI in. Anemul für .KlKNi m, Anemometer Fuss, einem Kompass, Sekundenen-sscr unil Karlen. Die Instruktion für ilie Fahrt lautete, sich auf einer .'cioü m nicht übersteigenden Höhe zu hallen und si) Weit wie möglich Ixet grosser Sparsamkeit mit dem Rallast-auswurf zu fahren. AN Landungsort wurde die Gegend von Dorf Tumaschew (Tomaszöw poln |Lubliner Gouvernement |i bestimmt. Die meteorologischen Daten vor der fahrt waren llaro-meter 7til.<>. Temperatur -f 2l.si* C, Bewölkung - t>. Wind NWT. Ilm !!'" I'hr wurden nach Feststellung eines Auftriebs von 4ü0 kg als Hallast 2h Fud*i Sand aufgenommen. Die Orient irung über die Fahrt nach der karte übernahm Oberleutnant Kossjiski von der Bauahtheilung des Eeslungsslabes. der Kommandoführer der l.uflsehifferabtheihing. Leutnant 'fomilowski, führte den Ilalinn und übernahm die meteorologischen Heohachtungen

Glalt sich auf eine Höhe von H7n in erhebend, llog der Hallon genau in der vorher bestimmten Dichtung und änderte die ganze Zeit seinen Kurs nicht mehr Der wolkenlose Himmel gestattete eine ausgezeichnete Orienlirimg. Die meteorologischen HeohacMungcn erfolgten nach dem Programm für internationale Fahrten iwährcnd der 11 ständigen Fahrt mo), wobei als geringste Temperatur - 2-l"G und als unterster Haromclcrstatid 5:11.0 mm gemessen wurden. Gegen 7 Ihr Abends kam der Italien in die Nähe «les Landungsortes iDorf Toiiiaschewi und es wurde zur DelTnung der Klappe geschritten, welche aber, ungeachtet der grösslen Anstrengungen beider Luftschiffer, sich nicht öflnen liess iGruud: zu starkes Talgen der Klappenfliigcl;, sodass, ob nian wollte oder nicht, die österreichische Grenze bei Hialjez l'Ilelzec nach Andree's Allasi überschritten wurde. Infolge der Abkühlung der Gase sank auf der weiteren Fahrt ihr Hallon immer niedriger und bei Hawu-Russka lag er fast auf der Erde. Durch ein Signal herbeigerufene Hauern konnten ihn aber nicht niederholen- Angesichts des hohen Kammes der Karpatheu bei Itawa-Husska, welcher durch Wald verltorgen lag. entschloss man »ich. Hallast zu werfen und den Wald zu Uberfliegen. Nun wurden die ilussprsten Massnahmen zur OelTiiuug der Klappe getroffen, nämlich am oberen Ende des Klappcnseiles l> Pud Hallast angehängt. Mit Hülfe dieser Last und der Kraft beider LnltschilTer gelang es dann endlich, die Klappe zu öffnen; der Ballon senkte sich in Richtung auf ein Gut des Grafen Lokzerbinski. Em x"> I'hr Abends erreichte der Ballon die Erde bei Magiruw (Magierew nach Andree |Kreis Hawa-Husska!i, nachdem er in II Stunden h2h Werst zurückgelegt hatte.

Die Aufnahme der russischen Ltiftschifler hei den österreichischen Hehörden und Offizieren war eine äusserst zuvorkommende und herzliche

Dm Landen,

bezugnehmend auf Artikel: „Was ist das Wichtigste bei der Landung?" Reit 1 der ..lllustrirten Mittheilungen dea oberrheinischen Vereins für Luftschiffahrt" 1897.**»

Vun

Ernst Biene.

Iluilplmann im kitniyl. 2. ikiycri*. hi-n Fu..url Iti-fl. I nlsi hlicsst man sich zum Landen, so kann man im Grossen das Gebiet, in welches man voraussichtlich gelangen wird, errechnen, indem man die Zeil für das Heruntergehen inline Hallastausgabe, ganz im Allgemeinen ca. ö Minuten auf jtkjo m)

• i fiel Imt »■ PM. *°j Iii«1 Trinleii/ ile* aufrrofonen Artikel» ial, ila.. man für« 1.muten l>r iliiiimlc Von», tirift'-it mclil yrli-em kann Wfnn item muh im Mlyene-mi-n wulil Uriruiiflii litin i»l >.i müfi'ii ihn h im \j, lolehfiilrn .-iiij^e l)iiin.ln/<ln ...v»>c di-r allf*-liiriiit' Vrrljuf rutrr iinf nullen l.ur.duh? He-|,rr, |,iiiif lin.|.-it

enlspiechend der Fahrgeschwindigkeit und Richtung in Weg umsetzt. Erscheint dieses Gebiet passend, indem weder grosse Fliissläure oder ausgedehnte Waldungen etc. sich dort befinden, so wird der Hallon durch Ventilziehen zum Sinken gebrecht. Je näher man zur Erde kommt, umsomehr lassen sich obige Erwägungen beireff der Landung anstellen und um so richtiger wird auf die genannte Weise die Landungsstelle zu errechnen sein Em bestimmter Entschluss wird sich aber, zumal, wenn das Gelände vielfache Waldparzellen aufweist, erst wenige l(Ki m hoch fassen lassen, da sonst häutig ein anders gerichteter Bodenwind im letzten Momente zur Aenderung des ursprünglichen Entschlusses führen muss.

Der Führer wird, am Schlepptau die Fahrtrichtung des Ballons stets verfolgend, sich von einem anderen Halloninsassen von «in zu 5t l m die relative Höhe zuiufen lassen (während dieser, bezw. wenn verfügbar, ein Dritter auf Zuruf Ventil zieht oder Baltasl auswirft) und, wie schon oben erwähnt, die voraussichtliche Lande-stelle, welche er unt dem weiteren Sinken mit stets grösserer Wahrscheinlichkeit zu bestimmen vermag, suchen.

Erscheint ihm die Laridungsstetle passend, so lässt er den Hallon fallen. Handelt es sich darum, noch vor einer Ortschaft oder Wald herunterzukommen, so beschleunigt er den Fall durch Ventilziehen, handelt es sich darum, ein derartiges Hindernis* zu überschreiten, so wird der Fall mittelst Hallastnusgabe vermindert bezw. aufgehoben.

Beim Aullegen des Taues ersieht der Führer an diesem die jeweilige Ballonhöhe, sowie die Fallgeschwindigkeit. Er wird nun nochmals das stets erneute Aufsuchen der verniiithlichen Lindungs-stelle wiederholen und kann dementsprechend die Fallgeschwindigkeit noch durch Ventilziehen bezw. Hallastausgahe beeinflussen, eventuell kann mittelst Schleppfahrt noch ein Hinderniss überwunden werden. Bei ca. 2t) in über dem Boden reinst der Führer i'cs ist hier und im Folgenden stels eine Landung bei Wind gedacht, herrscht Windstille oder sehr ruhiger Wind, so wird man zuerst den Hallon an eine zum Zusammenlegen geeignete Stelle verbringen (Vermeidung von Flurschaden', ehe man ihn enlieeili den Ballon völlig auf und hängt sich, wie sänimtliche übrigen Halloninsassen. denen er zuruft: in die Korbst ricke! wenn möglich an die Seile, an welcher das Schlepplau befestigt ist.

Ein Aussteigen erfolgt erst auf Refehl des Ballonführers, wenn der Ballon völlig seine Tragkraft eingebüssl hat.

Ein Ausgeben von Kallast bei der Landung in grösseren Höhen, also elwa schon auf 20(H> oder 1.'SXI in. dürfte unter keinen Emsländen zu rechtfertigen sein, da einerseits von dieser Höhe die Verhältnisse noch nicht derart zu übersehen sind, dass mau durch Verlangsainung des Falls eine günstigere Landungsstelle mit einiger Sicherheit anzustreben vermag; andererseits eine Verlangsamung des Falls zur Verminderung der Fallgeschwindigkeit unnöthig erscheint. |S. Anmerkung I bei sclhslthätiger Zn-reissvorrichtnng über Grösse der Fallyschwindigkcit :

Desgleichen dürfte ein Heisscn nach dein Aufsetzen des Korbes als fehlerhaft ZU bezeichnen sein, da die Insassen ausser der erslen l-andiing, welche bei guter Kallonfiihrung dingiit werden kann, eine /.weile Landung zu gewärtigen haben, indem der Hallon. momentan erleichtert, nochmals einen mehr oder weniger grossen Sprung ausführt, welcher sich aller Führung entzieht.

Hierliei ist dem Fühler des ferneren das Reissen selbst mehr erschwert, als wenn er dasselbe vor dem ersten Aufsetzen vollzieht, da er beim ersten Aufsetzen gewöhnlich in den Korb geworfen wirr), eventuell noch einer der Halloninsassen auf ihn. und ihm dabei die Leine entkommen kann, bezw er in einer Stellung »ich befindet, in welcher ihm das Einhol.-n der Heissleinc (ca. m nicht möglich ist

Aeronautische Meteorologie und Physik der Atmosphäre.

Die Beziehungen zwischen Meteorologie und Luftschiffahrt.

Dr. E. Sllrlnr in Potsdam.

Als zwei vcrhältnissmässig junge Zweige der Forschung haben Meteorologie und Luftschiffahrt in der letzten Zeit Achtung gebietende Erfolge errungen; die eine immer mehr von statistischen zu rein wissenschaftlichen Methoden sich durcharbeitend, die andere von pluintasievollen, theoretischen Spekulationen zu praktischen, auf Erfahrung gegründeten Versuchen übergehend, beide aber in ihren neueren Fortschritten darin übereinstimmend, dass sie auf physikalischer Grundlage aufgebaut sind. Nur indem sich .Meteorologie und Aeronaulik ergänzen wie Theorie und Praxis, wird es ihnen gelingen, ihr gemeinsames Arbeitsfeld • die Luft — gründlich zu beherrschen.

Die Beziehungen zwischen Meteorologie und Acro-nautik sind nun zwar gerade im letzten Jahrzehnt sehr viel engere geworden, aher vielleicht doch noch nicht so enge, wie es wünschenswert!, ist. Die Meteorologen machen mit grosser Freude von den Hilfsmitteln Gebrauch, welche ihnen die Aeronaulik bietet, ohne jedoch selbst immer den rein aeronautischen Fortscbritten genügende Aufmerksamkeit zu schenken, auf der andern Seite unterschätzen die Aeronaulen noch vielfach die Vorzüge, die ihnen aus den meteorologischen Arbeiten erwachsen können. Ein Bindeglied dieser vielfach nur nebeneinander her-, nicht ineinander übergehenden Bestrebungen zu sein, soll fortan auch eine Aufgabe dieser Zeilschrift bilden. Dieses Ziel ist vielleicht nicht einmal schwer zu erreichen, da es gilt, nur die Kräfte zu sammeln, nicht Neues zu schaffen. Der .Meteorologe suchte bisher vergebens nach einer Zusammenstellung der Arbeiten, die sich nur auf die Physik der Atmosphäre bezichen, und für den Lufl-schilfer war es eine mühselige und schwer durchführbare Aufgabe, die meteorologischen Ergebnisse, welche ihn interessiren, zu linden. Eine Uebersichl ül>cr solche, beide Gebiete berührende Arbeiten, theils in Gestalt von Kurzen Berichten, theils wenigstens als Titelangabe, soll fortan neben Originalbeiträgen gebracht werden. Von der Unterstützung durch Fachgelehrte wird es abhängen, wie weil hier Vollständigkeit zu erzielen ist.

Ks ist nicht schwer, die oben ausgesprochene Behauptung, dass gerade im letzten Jahrzehnt die Beziehungen zwischen Meteorologie und Luftschiffahrt sehr viel engere geworden seien, zu begründen und zu zeigen, dass gegenwärtig nicht mehr allein die .Meteorologie Vor-

Iheile von der Luftschiffahrt hat, sondern dass auch umgekehrt die Meteorologie schon bis zu dem Stadium vorgerückt ist, dass sie der Luftschiffahrt von Nutzen sein kann. Fel»erblicken wir zu dem Zwecke nur die Arbeiten im letzten Dccennium des 19. Jahrhunderts. In plan-mässiger Enlwiekelung sind in dieser Zeit der Drachen, der Fesselballon und der Freiballon in den Dienst der Meteorologie gestellt.

Die Enlwiekelung der Drachen-Meteorologie hat so rasche Fortschritte gemacht, dass noch einmal daran erinnert zu werden verdient, dass noch nicht sechs Jahre verflossen sind, seitdem der erste Drachenaufstieg mit fortlaufend registrirenden meteorologischen Instrumenten ausgeführt wurde. Am i. August 189i erhob sich auf dem Blue-Ilill-Observatorium des Herrn Botch der erste Thermograph mit Hülfe von fünf Eddy-Drachen. Mit bewunderungswürdiger Energie und echt amerikanischer Schnelligkeit, dabei aber doch nach streng wissenschaftlichen Methoden, setzte Boich, unterstützt von Glaylou und Fergusson, die Versuche fort. Bis Mitte Februar 1897 waren 112 Aufstiege gelungen, und dabei war eine Maximal-hohe von 2tjt35 m über dem Blue Hill, der 200 m über Meeresniveau liegl, erreicht. Die Ergebnisse sind in der grossen Abhandlung von Clayton und Fergusson: Exploration oí the air by nieans of kiles <Annais of the Aslron. Observ. of Harvard College, vol. 12) niedergelegt. Die Arbeiten sind seither eifrig fortgesetzt und in zwanglos erscheinenden Bulletins niilgetheilt. Durch Verbesserung der Drachen und der Instrumente ist sowohl die Höhe wie die lläuligkeil der Aufstiege gesteigert. Die Zahl der Aufstiege hat jetzt 200 schon überschritten: dabei wurde rund iODÖ m Höhe erreicht: es wird dies schon annähernd die grösslmögliche Leistung von Drachen dar-slelkjjjjjjg. Die Erfolge von Boich ermuthiglen natürlich orscher zu ähnlichen Arbeiten. Teisserenc de igann im Herbst 1897 au seinem Observatorium für dynamische .Meteorologie auf einem kleinen Hügel bei Trappes in der Nähe von Paris seine Drachenaufstiege und erreichte ungefähr dieselbe Höhe wie Botch. Sein werthvolles Beobachlungsmaterial ist zum Theil in den Berichten der Pariser Akademie diskutirt. -- Diesen privaten Unternehmungen folgten bald staatliche; in gross-arligstcm Maasse wiederum in Nord-Amerika. Nach sehr umfassenden Vorarbeiten von Marvin hat dus U. S.

Wcathcr Bureau Anfang- 1808 17 Stationen inil Drachen ausgerüstet, lim womöglich täglich aus der Höhe von einer englischen Meile flKOO im Aufzeichnungen vnn Temperatur, Feuchtigkeit und Wind zu erhalten. Hegel-müssige Beobachtungen sin«! von Kndc April bis Oktober 1808 gemacht und dann einstweilen aul 2 bis :l Stationen beschrankt. Die Krgchnisse vnn 121" Aufstiegen sind bereits von Frankeiitield bearbeitet. Neuerdings haben in Kuropu ihk'Ii Dracheiiversuehe zu meteorologischen /wecken angestellt: l'rol". Koppen an der deutschen See-wniie in Hamburg, Kgoroff am Observatorium in I'aw-lowsk bei St. Petersburg, das aeronautische Observatorium hei Berlin unter l<citung von Prof. Assimilili. Weitere Drachencxperimcnle zu wissenschaftlichen Zwecken, z. B. für luflelcktrisehe Messungen, sind theils in A nitri IT ge-noinmen, theils vorbereitet.

Aelteren Datums als die Dracheiiversuehe ist die Benutzung des Fesselballons zu meteorologischen Beobachtungen, aber die Fortschritte sind hier erheblich langsamer. I>ie unifangreichsleii Versuche dieser All hai l'rof. Assillanli mit seinem Fesselballon -Meteor- in Gharloltcnburg 1801 und 1)2 angestellt: manche neue, inzwischen anderweitig bestätigte Krgebiiisse .sind gefunden, aber das llauplrcsultat blieb die Herstellung brauchbarer Begistririnstriiinenle. Kurze Bcnhnehluiigs-reiben im Fesselballon, z. B. von l'rol. Küp|>cii bei Gelegenheit der Hamburger Gcwerbcaiisslellinig 1880 oder von Prof. Hergesell mit lutei Stützung der Mililär-Liill-scIiilTerabtlieihitig in Slrassbtirg. sind mehrfach erhalten, aber im tianzeii ist die Handhabung und Ge-hrauchsfühigkeit des kugelförmigen Fesselballons doch ziemlich beschränkt. Fin wesentlicher Fortschritt isl erst durili den Siegsfeld- l'arse vai lieti Drachcnhallon erreicht. Ks unterliegt keinem Zweifel, dass dieser Ballon in Zukunft eines der wichtigsten Hülfsiniltel der .Meteorologen sein wird: die praktische Aiisluhrung der Versuche befindet sich alter noch in den ersten Ktilwicklungs-Stadien. Fin von Prof. Hergesell und Hauptmann Moede-beck für meteorologische Zwecke hcrgei ichteler Drachen-ballon wurde schon bei (ielegenheil der aeronautischen Konferenz im April 18118 in Strasshiirg vorgeführt. In grossem .Massslabe werden die Versuche am aeronautischen Observatorium bei Berlin vorbereitet | vergi, diese Zeitschrift 1. S. 27, lOOOi. Die Kinfiilirung des Qllfatin-ballons isl ein schlagendes Beispiel dafür, wie 9 wickhmg der Meteorologie Hand in Hand gehl irti Kotuickliing der praktischen Aeronaulik.

Die Kinfühning von Drachen und Drachcnbannns droht die Benutzung von Freiballons für meteorologische Zwecke erheblich einzuschränken. In mancher Beziehung isl dies zu bedauern, denn noch so vollkommene Bcgistrir-iiislrumenlc können die direkten Beobachtungen, z. II. diejenigen von Wnlkciibildimgeii. nicht vollständig er-

setzen. Aber die Beobachtungen im Freiballon whIhviuI der letzten Jahre haben ein so reiches Material geliefert, dass es für lange Zeil eine wichtige Fundgrube Ifii Meteorologen bleiben wird. Allen voran stehen die durch die Gnade Sr. Majestät des Kaisers ermöglichten wissen-schaftlichen Fahrten des Deutschen Vereins zur Forderung der Luftschiffahrt. Die 75 Freifahrten, welche in den Jahren 1888—1*951 unter Leitung von Frof. Assiminn und mit Fnlerslülzung des Kgl. piciissiscben metenm-logischen Instituts ausgeführt sind, sind sehr gründlich verarbeitet, und das dreihändige Üerielitswcrk wird in wenigen Wochen erscheinen. In Deutschland Italien wissenschaftliche Fahrten ausser in Berlin auch in München (ca. Ii) Fahrten seil 188'J) und in Slrnssburg (etwa I" Fahrten seit 1805) .stattgefunden. Vom Auslände haben sich besonders Frankreich, Bussland, Oesterreich und Schweden an meteorologischen Beobachtungen im Freiballon he-theiligl. Kinc neue Kpochc wurde durch die Gründung der inlernaliimalen acroiiautischeii Kommission eingeleitet: die Frucht dieser Vereinigung sind bis jetzt 8 inlei-nalionale Fahrleu gewesen. Kinige Krgebiiisse sind von l'rol. IIcrgesell in der Meteorologischen Zeitschrift*! veröffentlicht. Insgesimnil werden in den letzten In Jahn n 250 bis .'{OO streng wissenschaftliche Fahrten uiilci-uoiiimeii worden sein: die geringe Zahl der hierbei vorgekommenen Unfälle isl ein schöner Beweis für die Sicherheit und Vollkommenheit der heutigen LullschilTalu'

Die neiiesle Fhasc der aeronautischen Meteorologie i-: ilie Benutzung von iiiilM'iiiaiiiitcii Ballons. Solche Hallon-uiit meteorologischen Begisliir-lnslriiinenlen wurden ztiei-i in Frankreich it'.h. Benard 1802, Hermile und Besau« cti 18011 verwendet, und Frankreich hat auch die fiilircii'lc Bolle in dieser Forschiiugsnielhode behalten. Die systematische Untersuchung der Luftschichten bis zu lälMlin, welche Teisseieuc de Bort in den letzten beiden Jahren durchgeführt hat (00 Aufstieget, wird in diesem Hefte an anderer Stelle besprochen.

In Krgäiiziing zu dieser Darstellung der Fortschritte in der aeronautischen Meteorologie müssen nun auch iIm* Voilheile hervorgehoben werden, welche die Aertmaulil. aus diesen Forschungen gezogen hat oder noch zielien kann. Verhältnissmässig häulig wird der indirekte F.-n-lltiss der meteorologischen Freifahrleii auf die praklwk Luftschiffahrt betont. Versclueilene Verbesserungen an den Ventilen, der Meissbabn, dein Anker, welche von Hauptmann Gross ersonnen sind, wurden erst durch 'l'1' Berliner meteorologischen Fahrten veranlasst. Die Fa-plosioii des Ballons •Humboldt' hat zu Versuchen übt''' die elektrische Ladung der Ballonhülle geführt, welche in dem Siegsfeld'schcn Verfahren, die Hülle mit einer

•< Meteor. Zcilschi. Hand 14 ilW). S. 121 und 14t; Itol 17 iltlOOi. S. I

IC) procentigon Ghlorealciumlnsting zu imprügnircn, einen ebenso befriedigenden wie einfachen Abschluss gefunden haben. Die französische ßallonteclmik war durch die Andree'sche Polarcxpedition und die Wegafahrt über die Alpen vor neue Aufgaben gestellt.

Die wissenschaftliche Benutzung des Ballons brachte auch munche Fragen der Navigirung in eine mehr wissenschaftliche Beleuchtung. Der Einfluss der Wolken, der Sonnenstrahlung und damit der Gastemperatur, des Gebindes unter dem Ballon u. dgl. sind wissenschaftlicher verfolgt als früher, die Bedingungen zu Gleichgewichtsstörungen sind vollständiger studirt. Das Fahren mit theilweise gefülltem Ballon ist erst in den letzten Jahren systematisch ausgebildet. Auch die Vervollkommnung in der Ortsbestimmung vom Ballon aus ist zum Theil wenigstens mit den wissenschaftlichen Bestrebungen des letzten Jahrzehnts in Verbindung zu bringen. Wir rechnen dazu den Versuch einer magnetischen Orientilling (Eselien-bagen und Hoydweiler), die astronomischen Ortsbestimmungen (von Siegsfeld), die automatischen Apparate zur Photographie der unter dem Ballon liegenden Landschaft (Caillelel, Assmann) und insbesondere die phologramme-trischen Ortsbestimmungen von Prof. Finsterwalder und von Bassus. Prof. Finsterwalder hat die Photogrammctrie mit grossem Erfolg auch zur Bestimmung der Ballonhöhe benutzt.

Der Flugtechniker wird andererseits die meteorologischen Drachenexporimenle nicht ausser Acht lassen dürfen. Die Studien an Drnchenllächen von Claylon, Marvin, Nikel, Koppen u. A. enthalten wichtige Versuche und Klarierungen über Luftwiderstand und Reibung, Klasticität und Festigkeit, die auch dem Avialiker von Nutzen sein können.

Schliesslich verdient noch ein Punkt hervorgehoben zu werden, welcher bisher wenig berücksichtigt ist, nämlich der direkte Nutzen der meteorologischen Kr-gebnissc für die Aeronautik. Allerdings muss man hier mehr in die Zukunft als in die Vergangenheit schauen, denn die Auswerthimg des umfangreichen Beobachtungs-

materials aus den höheren Lultschichlcn hat ja eben erst begonnen. Die LuftsehilTer klagen manchmal nicht ganz mit Unrecht darüber, dass die Betrachtung der täglichen Wetterkarte ihnen wenig nützt. Aber die Meteorologen haben natürlich auch studirt, wie sich die Fahrt ihrer Ballons bei verschiedenen Witterungslagen mit der Höhe ändert. Wichtige Untersuchungen über die Aenderung der Windrichtung hat der russische Oberst PomortzelT vor zwei Jahren veröffentlicht, während Glayton und Teisserenc de Bort mit Drachen die Schwankungen der Windstärke verfolgt haben. Kinige neue und gerade Tür die praktische Luftschiffahrt werthvolle Besultate halsm auch die bald veröffentlichten Berliner Ballonfahrten geliefert. Die Krgebnisse werden also bald vielseitig genug sein, um in einer für die praktischen Bedürfnisse des Luftschiffers geeigneten Form zusammengefasst werden zu können. Desgleichen werden das Entwerfen von Wetterkarten für die Höhe von einer englischen Meile auf Clrund der Drachenversuche in den Vereinigten Staaten und das intensive Wolkenstudiuin — namentlich die Krgebnisse des internationalen Wolkenjahres 18116,97 — praktische Krfolge haben. Es ist wohl zu beachten, dass es sich hier nicht um eitle Hoffnungen betreffs der Vcrwerthung der Meteorologie handelt, sondern um nahezu abgeschlossene Arbeiten, deren Ergebnisse sich schon zum Theil übersehen lassen.

Die Meteorologie, oder genauer gesagt die Physik der Atmosphäre beginnt also, sich für die Dienste der Aeronautik dankbar zu erweisen. Aber beide Theile müssen ihre Leistungen noch erheblich steigern, um sich zu der Bedeutung aufzuschwingen, welche man heutzutage bei einer Vereinigung von Technik und Wissenschaft erwarten darf. Eine eng»' Fühlung zwischen Physik und Aeronautik, die Berücksichtigung jedes einzelnen Fortschrittes auf beiden Gebieten wird die weitere Entwicklung erleichtern. In diesem Sinne mitzuarbeiten soll auch eine Aufgabe der Illuslrirlen Aeronautischen Mittheihmgen sein.

Meteorologischer Lttteraturbericht.

Ii. TebtKetrne de Bort. Sur Im a»cfnsiani< dann l'utmOKfthfre i/Ym-rfgifitrettrit ntrtruralvt/tattfx /wr/cx jntr de» crr/V-ro/fln/*. (•.omplesHciidus Ac. Sc. Paris P2SI. 131 1:12. IH'KI.

L. Teb#*rene de Bort. Sur In tcm/tri atme et ses Variation* dann l'atmwjdtrrt libre, d'aprfn \t4 vinrrrntion» de quatrt-ritt'jt-dix ballons-sondr». Cuinples Itendiis Ac. Sc. Paris lüü 417-120. lS'.W.

Von den Resultaten der Draclien-Kxperimente wird bezüglich des Windes hervorgehoben:

I. Dass bei klarem Wetter und hohem Luftdruck die Windgeschwindigkeit im Allgemeinen abnimmt bis zu einer Hohe, welche zwischen 1500 und 3000 m schwankt;

üs-s dagegen bei bedecktem Himmel und niedrigem Drnrk er Wind mit der Höhe erheblich zunimmt, besonders in der Nahe ib-s untern Wolkenrandcs-Die Diskussion der bei den Aufstiegen der Sondirballons •^ist'irtcn Temperaturen hal ergeben:

1 Die Tempi ntluren in Höhen bis zu II km zeigen grössere Sein,anklingen, als man bisher angenommen hat. Die imperiiNlisi he Tempcralurschwankung ist in allen Höhen-sfliichten ziemlich die gleiche: sie schwankt nur zwischen '■>:/* und ii.tr.

2 Ks scheint, dass selbst bis zu 10 km Höhe eine deutliche jährliche Periode der Temperatur vorhanden ist, derart.

dass das Maximum am Ende des Sommers, das Minimum gegen Ende des Winters eintritt.

('. Abfc*. The avernge Icmpcralure of the atmosphere. 1". S. Motitlily Weatlier Review 27. Nr :», p 115-119. 1890.

Im Anschluss an die oben milgethcdten Veröffentlichungen von Teisserenc de Bort hat der Verfasser einige allgemeine Betrachtungen über Temperatiirvertheilung angestellt Zunächst leitet er aus den von Teisserpnc de Bort aufgestellten Diagrammen die mittlere Monats- und Jahrestemperatur für je 1 km Höhe bis zu 10 km ab. Diese Zusammenstellung kann natürlich nur als erste Annäherung an Nornialwerlhe der Temperatur der obern Luftschichten gelten und ist ausserdem beeinllusst dun Ii die klimatischen F.lgenthümhehkeiten des Aufstirgsorles. Mathematisch tierechnet ist der wahrscheinliche Fehler der von Abbe iiiilgetlieilten Jahrestemperaturen der einzelnen Höhens«-dichten nur gering il.t" bis 1,7*1: diese Rechnung setzt aber voraus, dass keine systematische jährliche Periode und kein systematischer liistrumentalfehler in den Beobachtungen enthalten ist.

Ein längerer Abschnitt ist eingeschaltet über den Triigheils-koeflizicnlen der Thermometer Diese Frage ist ja neuerdings durch Prof. Hergesell ausführlich studirt; es verdient aher darauf aufmerksam gemacht zu weiden, dass die Trägheit eines Thermometers rechnerisch und experimentell vielleicht zuerst von Abbe l«t>5 untersucht ist. Referent fügt hinzu, dass Abbe IHK.» speziell für Ballonfahrten ein Sclileildeilhertiiomcter auf seine Trägheit geprüft hat. Die damit ausgchihi-tcn Balhmhcohachlnngcn sind in Europa wenig beachtet, zum Theil wohl deshalb, weil man glaubte, dass die Messungen mit Strahlungsfehlern dcliaflel seien.

Die von Abbe berechnete Temperatiirvertheilung gestaltet nun. interessante Schlüsse zu ziehen. Die Lufttemperatur hängt hauptsächlich ab von der Abkühlung durch Strahlung und von der Erwärmung durch Leitung und Konvektion. Die Strahlung strebt dahin, die ganze Atmosphäre in einen Zustand stabilen statischen Gleichgewichts zu bringen, wohingegen durch Konvektion (Abkühlung bei Aufsteigen. Erwärmung bei Absteigen der Liiftmasseu) die Tendenz zu einein tbermod.vnamischen Gleichgewicht, zu einer Verminderung der Temperatur mit der Höhe hervorgerufen wird, Der durch Strahlung bedingte vertikale Tcmpcraturgradient ist also positiv nach oben und unbegrenzt, der duri Ii Konvektion bedingte negativ und nur zwischen 0.2* und l.O" auf 100 in schwankend. Der allgemeine Durchschnitt zwischen stabilen statischen und unstabilen dynamischen Bedingungen gibt einen -Glciehgewichls-Gr.idienten > von ungefähr 0.5" auf 100 m als nahe Annäherung an den jährlichen Durchschnitt tür die ganze Atmosphäre bis zu der von Sondirhallons erreichten Höbe. Nach den Beobachtungen sind hei Paris die untersten -4 Kilometer etwas wärmer, dagegen die Höhen von 7 bis 10 km entschieden kälter, als nach dem tileicbgewichls-Gradieiiteii; das würde heissen. dass die letzteren Tendenz haben, herabzusinken. Diese Tendenz isl zwischen 8 und 10 km in allen Monaten ausgesprochen, jedoch am stärksten im Sommerhalbjahr; hiernach muss also die jährliche Temperatur-änderung in der Höhe entgegengesetzt sein «h-r am Erdhoduh. Diesen t'nterscbied müssen wir fasl ganz dem Jährlichen Wechsel der Luftzirkulation zuschreiben: die warme Luft, welche in den Sommermonaten in weit entfernten warmen Gegenden aufsteigt, wird, bei ihrer langen Wanderung in der oberen Südweslströmiing durch Strahlung so weit abgekühlt, bis sie in unsprn Breiten auf den Boden berabgedrückt wird.

Verfasser stellt noch eine sehr interessante Betrachtung an über die Temperaluräiiderung im Laufe de» Tages, wie sie allein durch Radiation und wie sie in Wechselwirkung mit dynamischen Vorgängen beeinllusst wird. Wir beschränken uns mit einem Hinweis auf die Originalarbeil, da über den Strahlungskocflizienten der Atmosphäre, auf den die Betrachtung aufgebaut ist, keine einwurfstrcien Messungen vorliegen.

Zu dieser Arbeil bemerkt Referent, dass Professor v. Bezold analoge Betrachtungen auf ähnlicher Grundlage, aber mit weiter gehenden Schlussfolgerungen auT Grund der Berliner Ballonfahrten angestellt und darüber in der Berliner Akademie der Wissenschaften und im Berliner Zweigverein der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft vorgetragen hat. So schwierige Fragen können durch Beleuchtung von verschiedenen Seilen an Klarheit nur gewinnen, und wir werden daher später hierauf noch einmal zurückkommen müssen. Sg.

Meteorologische Bibliographie

(Ks wir-l l-i.'*l"-i< Mitft, UDtrr dirii-r lliihrik eint mi»cHi'hst vullnländift LVbT-sU lit illi.r Jk'ji'ingvii Ail"*it«-n *u f<-lt«-n, lAi'Ulir rntwc-ih-r die Krhir-tliuiig .Icr triam .\lmi«i>li»"- l'i'lifltVli »il« l'l' l.uflK liiflnr und Flu jKvhniker von Inter-!■-■»« i-i-iii k •innen, i

W. J. ran Bebber: Wissenschaftliche Grundlage einer Wettervorhersage auf mehrere Tage voraus. S. A. aus dem Archiv der Deutschen Seewarte 22. Hamburg 1899. J. Kister u. II. Gellei: l'eber die Existenz elektrischer Zonen in der Alniospbäie. Terrestrial magnetism and Alm. Electricity •1. p. 2M. 181«). Auf diese für die Erklärung der Luft- und Gewitter-Elektrizität wichtige Abhandlung werden wir im nächsten Heft zurückkommen II. ('. Pranltenfleld: Vertical Gradients of Temperature, Humidity and Wind Direction A preliminary report on the Kitt-observations of 181)8, Bulletin E. I". S. Weather Bureau. Washington 18!«», G. llellmann: Zur täglichen Periode der Windgeschwindigkeit

Meteor. Zeilschr. Hi, S. 5-K5. 185)".). II. Ilenresell! Ergebnisse der internationalen Ballonfahrten. II bis IV Meteor. Zeilschr. 17, S 1, l!l. ¿1 Tafeln. HNMI. IL Neue t'ntersuchungen zur Bestimmung der Genauigkeit von Temperaturmessungen bei Ballonfahrten: III. die Temperatnrver-haJtnisse der höhern und höchsten Luftschichten; IV. die internationalen Fahrten am 111. Mai 1897. am 24. März 1899 und am :V Oktober 18!«)

V. Konrad: L'eber den Wassergehalt der Wolken. Meteor. Zeilschr

Hi, S. hm. 1899, Verfasser fand bri Versuchen auf dem Schneeberg und auf dem Schafberg bis zu 4't gr flüssiges Wasser (ausschliesslich der in Gestalt von gesättigtem Wasserdampf enthaltenen Feuchtigkeit-in einem Cubiknieter Wolke und nimmt an, dass in wirklich dichten Cumuluswolken cn. fl gr in einem Cubikmeter zu erwarten sind. ('. F. Man in: The kite as an instrument of meteorological research.

Journal of the Franklin Institute, Philadelphia. 118, p. 241.

18!«l.

C. F. Marvin: The sluggishness of thermometers Monthly Weather Review IT. S. A. 27, p. 458. 1899. Darstellung der Methode, nach welcher im Wellerbureau der Vereinigten Staaten die Trägheit der zu den Drachenversuchen benutzten Thermographen geprüft wird. Die Benutzung der graphischen llülfsmiltel scheint recht zweckmässig zu sein.

Todtenschau.

Oottlleb Wilhelm Daimler -fr.

Während der Drucklegung dieses llefles iilierrasclit uns die traurige Kunde von dem am ß. März zu Cannstatt erfolgten Hinscheiden des Kommerzienralhs Daimler.

Der -Vater des Automobils, ist auch der hervorragendste Förderer der I. n f t ■■ i h i f fa Ii r i olb- Zeit gewesen. AK er im Jahre 1HJMS) sein Mol or-Slahl ross, seine Moi ord roschke und Win Motorboot fertig gestellt halte, trug ei sii h lebhaft mit dem fiodanken, nunmehr seinen Benzinmotor auch zur Lösung des Pro-hloms des Luftschiffes zur Verfügung zu stellen. Sein erster Gang war damals zur Luftschiffer-Abthei lung nach Sehöncberg bei Berlin, dessen Offiziere seiner F.rlindung das grösste Intensse entgegenbrachten. Leider konnte dieses Interesse nur ein rein

eoiilibb wiltidk Oalaltr.

<i|i|inalaiiln.ihmi- 4tt zrilmhrlft in-r aotomululist , miniihrinv

ideelles bleiben, da das Kriegsmiuisleriiim zu kostspieligen Ver-sllrllen mit LuflschitTen keine Mittel gewähren wollte. Als er auch nni seinem Automohilfahrzeuge in Deutschland nicht ihn erwarteten Anklang und Absatz fand, wandte er sieh an Idas Ausland und fand hier besonders in Frankreich grosses Knlgegcn-kommen. Den Vorsprung, den Frankreich heute in der Aiilomobil-induslrie hat. verdankt es lediglich der frühzeitigen Krkennlniss ihres Werllies [und der selbstständigen Weilercntwickehiiig des Daimler'scben Motors.

Lieber Daimler's I.ebensgang erlahren wir aus dem • Automobilisten. Folgendes: Kr wurde am 17. Marz IHM zu Schorndorf geboren und widmete sich nach Verlassen der Schule dem Mechaniker-Beruf. Von IBM—1868 war er in der Werkzeug-mascliinem.il. ik in G ra fensl n de n im Elsas« beselig fliffl; m den Jahren lKf>7 18öll besuchte er das l'uljlechnikuiii in Stuttgart.

1KK0 kehrte er nach ti ra f e ns I ade il zurück. Nachdem er IXßl bis IHtüi eine Zeillang in verschiedenen englischen Maschinen-Fabriken lliälig gewesen war, nahm er in Deutschland zunächst tine Stellung in Geislingen und Reutlingen an. bis er zum V.itsland der Werkställen der Karlsruher Maschinenbau-Beeellechafl lM-rufen wurde. Im Jahre 1H72 übernahm er die Einrichtung und Leitung der Aktiengesellschaft Gasmotoren-Fabrik Deutz, woselbst er lo Jahre hindurch verblieb. Diese Fabrik entwickelte sich unter seiner geglückten Leitung äusserst glücklich Aus ihr ging damals der bekannte Odo'sehe Gasmotor hervor. Im Jahre 1KS2 grflndete Daimler alsdann in Cannstatt eine Werkstatt für aulomobilislische Versuche, aus welcher bereits im Jahre ihsö der von dun erfundene und uns so werlhvoll gewordene Benzin-Molor hervorging.

Pai niler's Leben war voll von Arbeil und voll von Erfolgen. Ihm wird dereinst überall die Menschheit ein Denkmal setzen, eine schwache lleth.'itigung ihres Dankes gegenüber dem ewigen Denkmal, welches er ihr im Aliloniobilismus hinter lassen hat.

Daimler hatte noch die Freude, seinen Molor auch in die l.nli seluffahri .11 Deutschland and Frankreich ringeJIbri ra sehen I..11I11 war es ihm nicht mehr vergöiinl. seine Motoren auf dem Zeppelin'schen Luftschiff in Thätigkeil zu sehen, ein l'nternehmen, das er übrigens aus ideellein Interesse thatkräftig unterstützte

M oede he c k.

Coiwill f-

Am Ii Januar verstarb zu Toltenliiim der In soiid. is durch seine Auffahrten mit Professor James Glaisher berühmt gewordene Luftsclüffer Henry Coxwell.

Am 2. März DSD) zu Wouldhaui als Sohn eines Marine-

Offiziers geboren, widmete er sich zunächst iler Zahlihcilkundc ypn Jugend auf für Luftschiffahrt inleiessirl, gi-lan^ «-s jlno nicht.

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vor den Augen des in seiner Jugendzeit in England hü litis auffahrenden Lutisi liitfers (ireen dasjenige Wohlgefallen zu linden, was er zur kostenfreien Einführung in diese hohe Kunst l»cnöihigtc. Als regelmässiger Besucher aller liallonaufstiege halte er indess die Aufmerksamkeit eines anderen Luriscbiffers Mr. li a m pioti erregt, den er 1837 persönlich kennen lernte und bei seilten späteren Auffahrten eifrig unterstützte. So erreichte er am l'l August IHM endlich seilen sehnlichsten Wunsch, bei einer Auffahrt in

l'enlniisill von 11.11. i [t 1 «i Ii milLXlUinimcu zu werden. Man bat hier Ih-i Coxwell einen der schönsten Iteweise für das alte Sprüchworl; 'Beharrlichkeit führ! zum Ziel!. lim imu- Angehörigen nicht zu beunruhigen, sliey " «I« -»Ii- W..IU, n»f Dieser in englischen Schrillen öfters auftretende Luttsi-lulternaine ist also mit Coxwell idenlisch. ]*<■ r Anfang war genta', Iilf bald reihten sich andpre Fahrten mit llamplou daran und Beziehungen mit anderen Luflsc hifTern, wie Leutnant (iale und Mr, Gypsnn, führten Cox we11 initiier mehr in die aeronautische Praxis hinein. Schon im Herbst 1815 fasste er den kühnen Plan, eine Zeitschrift -The Balloon or Aerostatic Magazine, herauszugeben, aber sie ging leider, trotz guter Aufnahme seitens der Presse, bald wieder ein. weil, wie Coxwell sich selbst ausdrückt, ■der Drang nach Aufklärung über diese Sache nicht ebenso gross war, als sein Enthusiasmus tür sie».

Seine Karriere als LuflscIiilTtT begann, als es ihm 181* ge-

lang, von ta-ultiatil dal« billir den ILilhui . m I:, Ii , zu erwerben. Nach wenigen Fahrten in England fuhr er jKfS nach Belgien Lind Deutsc Ii land. Ganz besonders in letzterem, wo er bis lK'il verblieh, hat er sich zuerst durch Auffahrten in vielen Städten, unter anderen in Elberfeld, Cöln, Berlin. Hamburg.. Leipzig, Wien und Prag u. s. w.. tiekannl gemach;.

Er begann dann bald für die militärische Verwendung des Luftballons Propaganda zu machen. Schon bei seinen Auffahrten in Cöln und Berlin hatte er zu zeigen versucht, wie man Bomben hiis einem Ballon herauswerfen konnte. Zu diesem Zwecke halle er In f nnlm iii-in Korbe >co)i s Ballurej cur. ;i zwciLcu

Korb Ulli FclIorvyerJcSKurj^ejji illlgl 1"\p llt Beide K.'.rhe willen imilli-lxl

einer Strickleiter ■ait'.'inimo.c.r. vcitiutcl1.:!^. So vi rmmlile er ohne (iefahr die Feuerwerkskörper anzuzünden und henibzuwerteii

Kr erfand ferner ein System optischer Telegraplüe vom Ballon aus, beruhend auf verschiedener Stellung von Flügeln zu einander, die am Baltonkorhe befestigt waren.

Berühmt wurde er schliesslich in Folge der meteorologischen Ballonfahrten, welche er im Verein mit James Glaislier in den Jahren tKli'J -I8(m ausführte, und die für Jahrzehnte liindutch unser gesamtnies Wissen von den wirklichen Zuständen in den höheren Schichten der Atmosphäre darstellten. Während der Fahrt am 5. September 184)2 verlor Glaislier in 2!)000 Fuss Höhe

88.15 in das Bewusstsein. Froslerstnrrl bot Coxwell, wie v<m ihm berichtet wird, seine letzte Energie auf. kletterte in den Hinc erfasste die Venlilleiue mit den Zähnen und zog das Ventil. Während des Falles nach L't Minuten kam Glaislier wieder zu sich. Er berechnete nun seine wirkliche Höhe, indem er sagte die Sleiggeschw iiidigkeil betrug .tOö in per Minute, die Fallgeschwindigkeit Ulli m. Als ich wieder zu mir kam. waren IM Minuten verflossen. Ein sehr emplindliches Miiiitnumtherim-meter zeigte —21.1* C. und Coxwell sah, als er vom Ballon-ring lierabglill, dass der Zeiger des Aneroids in Hichtung derselben geraden Linie wie ein Haltetau am Korbe sich befand.

Aus allen diesen immerhin sehr unsicheren Beobachtungen zog Glaislier mittelst Berechnungen den Schluss, dass er eim Höhe von 1127" in mit Coxwell erreicht haben müsse. Der erste Zweifel an die Dichtigkeit dieser Berechnung wurde laut. al< im Jahre 187" die Franzosen G. T issa n d i er, Sivel und Croct' S p i n c 11 i ihreuiiglüi-klicliedenk würdige Hochfahrt unternahmen liei welcher, trotz mehrlaeh gebrauchter Sauersloffallimung. von 771« in Höhe herab die beiden letzleren Luftschitlcr als Leichen hcrab-katnen. Seitdem erscheint es besonders durch die Berliner Ihvli-fahrten von Berson erwiesen, welcher von fiOOO m ab stets mit künstlicher Athmung arbeitet und eine Höhe von 'IIöDtii errpiclit hat, dass hier in den Angaben Glaisher's ein Irrlhum vorliegen musste, wie er durch den bewusstlosen und halhbcwuss'-losen Zustand der beiden Korbinsassen sich gewiss leicht erklären lässt.

Coxwell hat sich jedenfalls bei allen diesen Fahrten .ib furchtloser zuverlässiger Luftschiffer erwiesen und seinem Namiti unvergängliche Eine gemacht.

Im Jahre lWiH wurde er auch von der englischen Armee zi Versuchen für militärische Ohungen mit dem Ballon lnAlder^-bot herangezogen. Die Versuche führten jedoch damals noc: nicht zur Einführung des Ballons in die englische Armee.

Kür uns besonders interessant ist es, dass im Beginn de* Krieges 187071 das preussische Kriegsniinisterium mit Coxwell in Verbindung trat und in Cöln durch ihn eine Luflscliiffertnifip< technisch ausbilden hess. Die Abtheilungen, nur je I Offizier 20 Mann stark, wurden unter Oberleutnant Joeslen mit i«'<" Co.xwcll'schcn Ballons zur Belagerung nach Strassbure f-sandt, wo sie kurz vor dessen Kapitulation einen Aufstieg beweri-stelliglen, ohne irgend welchen Erfolg. Das damals gcsrlulfen' Provisorium hatte sich also nicht bewährt und wurde aurli bakl wieder aufgelöst.

Coxwell machte seine letzte Auffahrt am Jahrestaje der Schlacht von Waterloo, am 17. Juni 1885. Er zog sich »]»!■'r in das Piivatleben zurück nach Totteiibam, wo er syinc rrin|lt: riingen in einem zweihändigen Werke -My hfe uftd balrwB exiierieuces- in -Tili» hier, einlacher Weise niederschrieb.

M o e d c b c c k

•■'ti'*-

Vereins-|ljt1h_^ü.yMfitL,

Oberrheinischer Verein ffjr Liiftechlffahrt.

Ilaupliersainmhiiig am Hl. Februar BUIO, ".ito Abends Im Clvllkaslno. Hturmeekstadeii I.

Vorsitzender: Professor Dr. Hcrgesell. Zutun ht wurden die aurtirtind der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches abgeänderten Satzungen und Bestimmungen für die Ausführung von Freifahrten von der Versammlung genehmigt.

Nachdem sodann der bisherige Vorstand den Bericht idic das verflossene Vcreinsjahr gegeben und dem Kassirer durch «n* ordnungsgemäss dazu eingesetzte Kommission Deeliarge erllx'iä worden war, schritt mau zur Vornahme der Neuwahl de* Standes, die folgendes Besultat ergab.

Vorsitzender: Professor Dr. Hcrgesell,

Stellvertreter: Hauptmann MiM»debeck,

Schriftführer: Leutnant Hildebrandl.

Kassirer: Steuerinspektor Bauwerker.

Die Gewählten nahmen die Wahl an.

Professor Hergesell hielt sodann seinen Vortrag: 'Die Ergebnisse der internationalen Ballonfahrten.» Seine interessanten Ausführungen gipfelten zunitrbst in folgendein Resultat. Die Atmosphäre zeigt in allen Höhenlagen bis zu 101)01) m und darüber Temperaturschwankungcn, die innerhalb eines dreijährigen Zeiträume« in samnitlichen Niveaus den Retrag von M> Grad erreicht oder überschritten haben. Von einer Abnahme der Grösse der Veränderlichkeit mit der Höhe lassen die Zahlen der Talielle nichts erkennen und scheinen eher das Gegeiitbeil anzudeuten. Ein weiteres wichtiges Resultat ergab sich aus der Besprechung der SiuiultHiifahrten. An der Hand der Beobachtungen konnte der Redner narhweisen, dass zu gleicher Zeit, oft noch nicht 100 kin von einander entfernt, in den höchsten Schichten Temperaturen evistiren. die um mehr als 30° von einander verschieden seien. Die wichtigen Kolgerungen, die sich in meteorologischer Beziehung aus dieser Erkenntnis» ziehen lassen, entwickelte der Hedner dann durch eine eingehende Besprechung der Simultanfahrl am 13 Mai. die einen gewissen Einblick in die Xalur der Maifröste gab. In 10000 m und noch grösseren Höben fährt ein gewalliger Luftwirbel, von dessen Existenz die Isoharen des Meeresniveaus nichts erkennen lassen, auf seiner Bückseile im Westen die eisigen Liifliiiassen der Polarregionen, über West- und Mitteleuropa bin und erregt hier so die tiefen Temperaturen der Eisheiligen: auf seiner Vorderseile, im Osten, dagegen brachte ein von Süden herkommender Luftstrom die warme Luft der südlichen Beginnen nach Osteuropa bis in die höchsten Breiten des Kontinents.

Nachdem Redner auf die übrigen Simultanfabrtpn eingegangen war, sprach er zum Schluss die l'eberzeugung aus, dass auch die Vorhersage des Wetters in Zukunft aus den Ballonbeobacbtungen wird Nutzen ziehen kommen.

Beicher Beifall lohnte den Vortragenden.

Nachdem Professor Eu 11 ng einen interessanten chinesischen Drachen, der auf seine Veranlassung aus China verschrieben war. vorgezeigt halle, gab Hauptmann Moedebeck seine zeitgemässen Darlegungen über das Zeppelin sehe Luftschiff.

Gelegentlich eines Vortrages über die Erbauung von l'nlcr-sefhoten war von Professor llusley auf die Schwierigkeiten Inn-_n wiesen, die dann bestehen, den genannten Booten du- milbige si.itidiiät in Beziehung auf Schwankungen um die Längs- und \nier,'uhse zu erlheilen. Hauptmann Moedebeck zeigte unier Vorlegung von Modellen und grossen Plänen des Zeppehn'schen Luftschiffes eingehend, dass dies«- Bedenken so gut wie ganz bei dem Luftfahrzeug fortfallen. Weitere Vergleiche mit dem Unterseeboote galten Gelegenheit, die Vorlheile. die der lenkbare Luftballon in vielen Beziehungen vor den Wasserfahrzeugen besitzt, eingehend darzustellen. Hauptmann MocdehiM k betonte dabei insbesondere, dass dei GeJ.u_au.Ji. dvj L'llt^fiv'i'lwk-j'u K'ttii,-. gewässer und Mxjjji; beschränkt an und da** sie bei "■■'■«•ffirfir __im hungstiefe aK 'M\ in dem '/,■ rdnn 's:wenl_n_;iu.s_csc!_]_ sind

Luftscliille hingegen könnten für wissenschaftliche, militärische und maritime Zwecke verwendet werden. Ihr Bewegungsraum umfasse den gesammten Erdball, und hier dürften sich Menschen ungefährdet bis zu einer Höhe von ÜOOO m mit dem Luftschiff bewegen.

Die Ucbcrsicht, die Unterseebooten fast gänzlich febllj hallen J.uUschilTe in vollkommenste^ .Miiassc^und wenn man annehme, dass dereinst Luftschiffe gegen Kriegsschiffe einer feindlichen .Marine Verwendung finden konnten, so wären solche den Unterseebooten auch noch darin überlegen, dass sie selbst ungefährdet eine feindliche Armada mittelst Sprengstoffen und Feuer vernichten könnten. Man solle daher weniger dem Bau von Unterseebooten. sondern besser demjenigen voll laillsclnllen seine erhöhte Aufmerksamkeit zuwenden

Man höre oft Einwände wie den «Ja wenn der Wind nicht da wäre!» Das sei ein unüberlegter Ausspruch. Der Wind sei ebenso oft Verbündeter eines Luftschiffers. wie er sein Gegner werden könnte. Das Vollkommenste. Wind und Wetter vollständig zu beherrschen, könne man nicht mit einem Schlage erreichen. Sei es doch erst in den letzten Jahren den grossten Oceandampfern möglich geworden, die l'eherfahrlzeit von Europa nach Amerika pünktlich innezuhalten, Dabei schaue die Si-nillfalirl auf eine iiiehrlauseiidjahrige Fnltvi» kclnng zurück, während die Luftschifffahrt die ihrige erst auf 117 Jahre beziffere. In dieser Zeit hätten nur wem» ernsthalte Versuche mit Luftschiffen stattgefunden und \on ihnen wiese jeder einzelne einen Fortschritt auf.

Das Zeppelin'sche Luftschiff aber berechtige vor Allem zu der Hoffnung, dass zum ersten Male etwas praktisch Brauchbares herauskäme.

Diese lloflnung beruhe auf dem kleinen Querschnitt von dessen WiderstamUllä. h. n' im V. ihallmaa _Uf tir..S.s_____a.r Triebkraft und h.^iiil.fs auf der langen Arbeitsdauer seiner Maschine d... »..im. -diindig- j.inAiL durch weitere XU.___u__ yojaJ_i:U_l_____,r-,_i_j Stelle von Ballast, der im Uebcruuas von 1200-1000 Kiliirraanin noch vorhapden _ej. au} T*___ hin?U!f ausgedi-hnl vierden f^.in.le

Ein Luftschiff, wehlies einen grossen Aktionsradius besitze und lange in der Luft verbleiben könne, biete aber die beste liewähr dafür, dass es ungünstige Welter überstehen werde.

Interessanle Darlegungen ülier die Art und Weise, wie die bevorstehenden Versuchsaufstiege am besten anzustellen seien, bildeten den Schluss iles gedankenreichen Vortrags.

Professor Hergesell, der neuerwählte Vorsitzende des Vereins, nahm nunmehr das Wort, um zu erklären, wie interessant gerade beute gelegentlich der Anwesenheit des Grafen Zeppelin die Darlegungen des Hauptmann Moedebeck gewesen seien. Es gereiche ihm zur grossen Freude, hier noch einmal in liegenwart des nicht erwarteten, aber um so freudiger begrüsslen Erbauers iles Luftfahrzeuges uutlheileu zu können, dass der Verein in der Vorhergegangenen Geschäfts- und Haupt Versammlung sirh des Näheren mit den bevorstehenden Aufstiegsversuchen iles Grafen Zeppelin beschäftigt habe Angesichts der vielen MitlhcHungen und Ansichten in verschiedenen Zeitungen habe der Verein es für seine Plhrbl gehalten, noch einmal besonders darauf hinzuweisen, mit wie grossem Interesse gerade die Luftsrbifferkreise dem bevorstehenden Experiment entgegensehen. Es sei einstimmig folgende Resolution gefasst worden:

• Die Hauptversammlung des Oberrheinischen Vereins für Luftschifffahrt hcgriissl die Vollendung des Zeppelinschen Luftschiffes mit den besten HolTnungeti und herzlichsten Wünschen filr dessen Gelingen. Die grosse Arbeil und Mühe, die der Erfinder beim Bau desselben aufgewandt hat, die technischen Erfahrungen und vielfachen Probeversuche, die unter Aufsicht und auf Veranlassung des angesehensten Ingenieur-Verbandes in Deutschland bei der Konstruktion des Fahrzeuges und seiner einzelnen Theile gemacht wurden, lassen die Erwartung des Gelingens vollauf berechtig! erscheinen.

•Der Verein spricht die Huffnung aus. dass den Versuchsaufträgen, die mit Recht nicht übereilt und aus technischen Gründen auf den Frühling dieses Jahres verschoben wurden, nunmehr keine Hindernisse irgend welcher Arl in den Weg gelegt werden. Dei Verein ist der l'eberzeugung. dass die Flugversuche des Zeppelinschen Luftschiffes eine neue Slufe in der Entwicklung der Luftschiffahrt bilden werden.»

Mit der Mittheilung dieser Resolution, die von allen Anwesenden noch einmal freudig lm-grüsst wurde, schloss der ofliziclle Theil des Abends. In angereglein Gespräch Weilten die Mitglieder jedoch noch lange um den liebenswürdigen und sympathischen Erbauer des Luftschiffs.

Gesellschaft znr Forderung der LnftHrliiffahrf.

Wir erhielten bezüglich de» neuerdings erfolgten Intalles der Halle folgende Millhcilung:

Am 14. Februar, Morgens '/• f Ihr, wurde durch einen ausserordentlich starken Weslsturin die Halle von den nach der Boje führenden :l Slahllrossen (eine llauptlrossc und zwei Hoservotrtissen ■ abgerissen, indem dureli die (iewait des Zuges du- F.ndeli der Trossen aus ihren zugehörigen extraslarkon Kausehen herausgerissen winden. Die Verankerung hlieh im l'ebrigeu vollständig intakt, ehenso die Boje, an welcher noch die vorerwähnten :< Trosse«! fest hängen. Trotzdem sofort einer der grossen Anker fallen gelassen wurde, konnte die Halle nicht mehr aufgehalten werden und Ineh gegenüber der Kgl. HoMouiilne Manzell an den Strand, wo sie vollständig restgerathen isl; da sie jedoch so ziemlich in der Dichtung des Windes liegt, so ist bei ihrer starken Konstruktion erheblicher Schaden nicht entstanden. Ks sind nur einige lecke Pontons konslalirt worden, das Luftfahrzeug selbst hat keinerlei Schaden erlitten,

Damit die Halle noch sicherer au ihrem l'lalze veibleibt, sind die l'oiitons vidlge|iiiin|il worden

Mil ileinnäcbsl erfolgendem Steigen des Sees «ml die Halle, welche bis dahin wieder in Sland gesetzt ist. wohl ohne Schwierigkeit au ihre frühere Verankerung zurm kverluaehl »erden können.

Deutscher Vorein zur Förderung der huflaiOiDTajirt (Berlin).

Die Hauptversammlung des •Deutschen Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt- am 2'J. Januar wurde mit der Aufnahme vnn 4l> neuen Mitgliedern eröffnet Es berichtete sodann der Vorsitzende Prof Dr. Assmann über den eigentümlichen Noujahrsgruss, welchen das meleorologisi he Institut in Gestalt eines von Trappes Lei Paris am .'11. Dezember aufgestiegenen Registrii'ballons empfangen habe. Dieser 87 cbm haltende Wasser-slolTballoil war am Tage Sylvester des Mittags bald nach 1 l'br bei Rahnsdorf am Müggelsee niedergegangen, bald aufgefunden und von dem Gemeinde Vorsteher von Kahnsdorf in sichere Verwahrung genommen worden. Das meteorologische Institut erfuhr erst am Neujabrsinorgen davon durch die Presse und that sofort die nötlugen Schritte zur Sicherung lies dein Ballon angehängten Instrwiientcn-Knrbes. bestehend aus einem init Korkplalteu bekleideten und ausserdem noch in Fries eingehüllten tieslell, in dessen Innerem sicli ein Barograph, ein Thermograph und ein Haar-Hygrometer liebst zugehörigem Hegislnrapparat in gulem. unverletztem Zustande vorfanden. Angehängt war ein Zettel, auf dem als Absender des Ballons Herr Tcissorouc de Borl, der wohlbekannte Leiter des Observatoriums für dynamische Meteorologie in Trappes, genannt war. Aus dein späteren Briefwechsel mit diesem Herrn ist Folgendes über die Ballonfahrt ermittelt wurden: Der mit den Instrumenten etwa DI kg sihweie Ballon besass einen Auftrieb von etwa DK) kg. stieg somit, um 7 Ihr In Min. i.M.-E-Z.) in Trappes aufgelassen, sogleich in grosse Höben. Nach öd Minuten waren nach den Aufzeichnungen des Barographen 1(1-127 in. nach KD Minuten die grösste regislrirte Höhe von 120l>l m erreicht In dieser Hohe muss der Ballon sehr starke Windstrüinungcn angetroffen haben, während an der Erdoberfläche geringer Wind, in Hannover sogar Windstille herrschte; denn der «Ballciu-sonde- bat die ITiö km Luftlinie, genau in der Biclilung der Isobore, in reichlich 1V/4 Stunden durchmessen, d. Ii. er isl mit der orkanartigen Durchschnittsgeschwindigkeit von HK.l m m der Sekunde gellogen. IM-r Thermograph verzeichnete, während in Fans an jenem Morgen I 4,:V*C. abgelesen wurden, bei 241 Kl 111 bereits 0,2°. bei jVKK'Ini 2:i,«i", bei Hl:«! 111 - |:t.:l in, bei '.»77» 111 - fHl". d 1 eine Wärme-

abnahme, welche den anderweil gemachten Beobachtungen und der Erfahrung entsprichl, dass die Temperatur in den groscsereri Höhen in stärkerem Verhällniss fällt, als in den niederen, ntttnlu-ti pro hundert Meter Erhebung über dein Erdboden anfünglicli 0.4", dann 0..V, 0,6°. 0,7* u. s f. Bei lOOUOm Höhe begann die Temperatur wieder xu steigen und erreichte bei 12000 m —32,6', w&lirend sie nach dem Desetz der Abnahme ungefähr ¡"18" sein niuxste Dies erklärt sich dadurch, dass um die Zeit dos Temperalurweclisels die Sonne aufgegangen war, deren Strahlungswirkungen erfahrungs--mässig trotz kräfligsler Aspiration und sorgfältigsten Schutzes dor Instrumente in grossen Höben so mächtig sind, dass die Aufzeichnungen des Thermographen unzuverlässig werden. Die I.ult-temperalurmessuiigen im Ballon bei Tage gellen de«halb seil lange den Meteorologen für unsicher, so dass sie nur den bei Nacht und beim Aufstieg erzielten Messungen Vertrauen schenken. Im Febrigen haben die Begistrirungen mit ausserordentlicher Genauigkeit stattgefunden. Sie erfolgten durch Mctallstifte auf eine von l'hrwerk angetriebene Bolle von Nickelpapicr, das kurz vor Aufstieg des Ballons berusst worden war. Es darf als ein glückliches Zusammentreffen gellen, dass der Ballon im Bereich des Berliner meteorologischen Institut-, landete, weil selbstverständlich die wissenschaftliche Ausbeute einer solchen Ballonfahrt aant wesentlich von der schnellen Sicherung der Aufzeichnungen 11. A durch einen alsbald zu bewirkenden IVbcrzug derselben mit Spiritus-lack abhängt. Früher verwandte man Tinte, die aber gar zu lei< hl einfror. Der Vortragende schloss mit dem Ausdruck voller Anerkennung für du- Nützlichkeil dieser von achtem wissenschaftlichen (reiste getragenen, internationalen Ballonfahrten, deren ersle Anregung der dänischen Akademie der Wissenschaften zu danken ist, welche bereits 1800 einen damals allerdings nicht zur A11--llieilung gelangten Preis für Beantwortung der Frage ausschrieb oh es nicht möglich sei. zur Erforschung der Atmosphäre nur Mi. Instrumenten versehene Ballons aufsteigen zu lassen. — In den nun folgenden geschäftlichen Theil der Hauptversammlung wurd* imlgelheilt, dass der Verein am Jahresschluss sich einer Mitgli-iJei-zahl von :14-S (22t! einheimische, 122 auswärlige) zu erfreuen hatte, dass sich die Vereinsfinanzen im besten Zustande befinden, die Einnahmen im Vorjahr um Mark 242H grösser waren als die Ausgaben, und dass in das neue Jahr mit einem Baarbestande von Mark (iHHö eingetreten wurde. Besonders günstig gestalteten sich die vom Verein unternommenen Fahrten, deren im Ganzen :<1 ausgeführt wurden, H wissenschaftliche, |H Vercinsfahrteti i67 Mitfahrende zu MI Mark für die Fahrt) und 10 Extra fahrten (32 Mitfahrende zu 100 Mark für die Fahrt) Wie sorgfältig diese Fahrten, welche 111 den meisten Fällen östlich von Berlin endeten, geh-itel worden sind, geht daraus hervor, dass an Flurschäden im Ganzen nur 10 Mark zu zahlen waren. Im neuen Jahre sind 4(1 Falliten in Aussicht genommen, 20 Vereins-, 20 Extrafahrten. Es hegen dafür bereits Kll Anmeldungen vor. Die weiteste bei einer der I Steiler Fahrten erreichte Entfernung war 507 km von Berlin, die kürzeste-14!km. Die giusste dabei erreichte Geschwindigkeit war III km in der Stunde, du- längslp Fahrt währte ¡1 Stunden —. Die in der ersten Hauptversammlung 1111 Jahre statutengemäß vorzunehmende Neuwahl des Vorstandes und Heiralbes für da» Jahr DKM) wurde von der Tagesordnung abgesetzt, bis Uber die Aenderung der Vereiiissatzimgen entsprechend den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbin lies endgültig beschlossen sein wird Der in diesem Sinuc bereits ausgearbeitete neue Entwurf der Satzungen wurde vorgelesen und paragraphenweise einer begutachtenden Vorbesprechung unterzogen. Die Schlussberalhuiig wird auf die Tagesordnung der nächsten Hauptversammlung gesetzt werden. A. F.

Der -De u Ische Verein zur Förderung der l.ufl-sebif f .i h 1 i iiiTleiliu- geholt mil Minen etwa HIHI Mitgliedern zu

«ton stärksten Wremen ii;r Rcirhfi|ray|its'j il-.ne Zift-p\M liiin.il ■ tu- Itili'btheit lies Vereins mit rlem Interesse zusaninuii. Jas z. lt. namentlich in »1er deutschen Jagend alle Arten v<yn_J^nort, Lt. A- im h iler Luftscliiffahrtsporf, erregen. Renn das grosse Anwachsen der .Mitgliederzahl begann, als von Vereinswegen Kiillonfahrten veranstaltet wurden, an denen Mitglieder gegen eine Kxtragebühr von 50 Mark Theil nehmen durften Jedenfalls hat die Voreinstellung hiermit einen sehr gescheidten Gedanken verwirklicht, der ihr für die ernsteren, nicht sportlichen Zwecke hübsche Mitted zuführt. Sie darf mit grösster Befriedigung auf das Erreichte blicken, und einem so blühenden Verein steht es wohl an, sein jährliches Stiftungsfest vergnügt zu feiern, wie es am 8. Februar im Künstlerhause geschah. Erschienen waren Mitglieder und Gäste in der ungefähren Zahl von 150, etwa zur Hälfte in Uniform, -zur Hälfte in Civil. Der mit Wahrzeichen der Luftschiffahrt geschmückte Saal entwickelte sich bald zum Schauplatz einer Oberaus fröhlichen Geselligkeit, namentlich als eine Reihe eigens für den Abend gedichteter Luftschilferlieder launigen Inhalts .gestiegen» und die sehr witzige Festnummer der « Zeitschrift für Luftschiffahrt » zugleich mit dem vorjährigen Menu «verdaut • worden war. Beim Kaffee wurden dann verschiedene lustige Mimiken vorgeführt, ii. A. eine, deren Schauplatz der Korb eines über Berlin fliegenden Luftballons war und die mit Schleppfahrt und gefährlich aussehender Landung endete. Sehr grosses Interesse erweckten zahlreiche, durch den Bildwerfer vorgeführte Lichtbilder, im Ballon bei verschiedenen Erhebungen über dein Erdboden aufgenommen, u A darstellend die Kolonie Grunewald aus der Vogelperspektive und mehrere Stadltheile Berlins, • hier gebaute Häuser», wie der erklärende Herr scherzhaft bemerkte, ein Zusatz, der übrigens für manche Bilder ■ von oben» nothwcndig war, da man bei aller Schärfe der Aufnahme Nnth halle, die dargestellten Gegenstände als Häuser zu erkennen. Vorzüglich schön waren einige Aufnahmen Uber den Wolken mit dem Blick theils auf ein wogendes Meer, theils auf ein Hochgebirge mit phantastisch gestalteten Gipfeln.

Em Mitternacht wurde ein l'latz für die nächsle vom Verein zu unternehmende Ballonfahrt unter den Festgenossen verlost. Der Gewinner war zur allgemeinen Heiterkeit der als Erlinder des Drachenballons wohlbekannte Hauptmann v. Sigsfetd. — Es soll ziemlich früh gewesen sein, als sich die letzten Theilnehmer von dem gelungenen Fest zurückzogen.

Die Februar-Sitzung des Deutschen Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt in Berlin, am 20. Februar Abends abgehalten, war eine reine Geschäftssitzung, da es sich ausschliesslich um Beschlussfassung über die in der letzten Sitzung berathene Abänderung der Satzungen und um Neuwahlen auf Grund der veränderten Satzungen handelte. Vor der Tagesordnung berichtete der Vorsitzende Professor Dr. Assmann über das glänzend verlaufene Winterfest, das am H. Februar in den schönen Räumen des Künstlerhauses unter Thcilnahme von etwa 150 Herren gefeiert worden ist und allseitig die freundlichsten Erinnerungen hinterlassen hat. In der Debatte über die Satzungsänderungen wurden alle 25 Paragraphen nach der Vorlage mit unerheblichen redaktionellen Abänderungen glatt angenommen. Die wichtigste Bestimmung der neuen Satzungen ist die beschlossene Eintragung des Vereins in das Vereinsregister, gleichbedeutend nach den Festsetzungen des neuen bürgerlichen Gesetzbuches mit Erlangung der Rechte einer juristischen Person. Dem Fahrtenausschuss ist eine grössere diskretionäre Verfügung über ßaarnuttel des Vereins zugebilligt worden. Ebenso wird fortan der Vorstand über einen wesentlich erhöhten Geldbetrag aus Vereinsmitteln selbständig verfügen dürfen. Bei der Neuwahl wurden gewählt: Professor Dr. Assmann als Vorsitzender. Hauptmann Gross als stellvertretender Vorsitzender, Oberleutnant v. Schultz <an Stelle des ausscheidenden Dr. Hasrhin, dem ein Dank volirt wurde) als erster, Berson als zweiter Schriftführer, Hauptmann v. Tschudi als Vorsitzender des Fahrtenausschusses. Fiedler als Schatzmeister und Ijirras als dessen Stellvertreter. Zum Schluss wurden noch Ii Herren als Mitglieder neu aufgenommen, so dass die Zahl der Mitglieder jetzt 300 überschreitet. A. F.

Patente und Gebrauchsmuster in der Luftschiffahrt.

Deutschland

Mit 6 Abbildungen.

DJU. Sr. 108214. A. Jäger In Werder bei Daber-KotC. Anfahrvonichtuug für Fhiginaschinen. Palenlirt vom 18. Juni 1838 ab.

Um eine Fluginaschine, die sieh nach dem Prinzip des Vogelflnges durch Heben und Senken vorwärtsbewegt und diese Bewegung durch eine Kraftmaschine bewerkstelligt, in ihrer Bewegung zu unterstützen, sowie jeder mit einer Kraftmaschine ausgerüsteten Flugmaschine sowohl heim Aufstieg sowie beim l-andcn behilflich zu sein, dient die vorliegende Vorrichtung, welche die Motorkraft in Gestalt von Pressluft nach Belieben aufstapelt und wieder freigibl.

Fig. I und 2 verdeutlichen die Vorrichtung zur Erzeugung und zur Zuführung der die Motorkraft hemmenden bezw. unterstützenden Pressluft

Eine Flugmasi hine, die sich nach dem Prinzip des Vogelfluges durch Heben und Senken vorwärtsbewegt und zweck-enlsprechend sich nur durch Motorkraft hebt, wird beim Senken die Motorkraft ganz oder zum Theil erübrigen und zweckentsprechend in Gestalt von Pressluft aufstapeln, um dieselbe beim Heben mit zu verwenden, so desto kräftiger sich wieder zu heben und eine möglichst gleichmässige Vorwärtsbewegung zu erzielen.

Das lässt sich nun dadurch erreichen, dass der Motor mit

einer Luftpumpe, mittelst welcher Luft in einen besonderen Behälter oder in die Gestellrohre gepresst wird, gekuppelt wird, In diesen Luflbchällcr wird die Luft beim Fallen hineingepumpt und komprimirt. Beim Aufsteigen der Flugmaschitie hingegen lässt man durch eine einfache Hahnumslcllung die Druckluft auf den Kolben der Luftpumpe als treibendes Mittel einwirken, wodurch diese als Motor zur Vergrösserung der Arbeitsleistung dient.

In den Fig. 1 und 2 ist diese Einrichtung zur Regelung und Zuführung der komprimirten Lull dargestellt. Die Luftpumpe, die mit dem Motor oder mit der Antriebswelle verbunden ist, schöpft Luft durch das Ansaugerohr // und durch das Liiftzuführungsrohr A des Hahnes /' und presst die komprimirte LuO durch das Liiftabfilhrungsrohr Ii in das Luftrohr C (Fig. Ii. Beim Aufstieg wird durch eine Drehung des mit entsprechenden Bohrungen versehenen Hahnes /* das bisherige LuftahfUhriingsrohr Ii der Luftpumpe, durch welches die komprimirte Luft in das mit dem Röhrcnsystein in Verbindung stehende Luftmhr V gepresst wurde, zum Luftzuführungsrohr A, das unten in den Hahn mündet iFig. 2 . Es strömt nun die komprimirte Luft des Rohres C in das Luftzuführungsrohr A und von dort in das frühere Ansaugrohr H und wirkt antreibend auf die Luftpumpe und durch diese auf den mit ihr verbundenen Motor und die Antriebswelle. Das LuftahfUhriingsrohr B kommunizirt nach Her Drehung des Hahnes P nicht mehr mit dem Luflrohi (', sondern mit der freien Luft. Die aus der Luftpumpe kommende Luft kann also frei abstreichen. Ist die

komprimirtc l.ufl verbraucht ««1er Imi ili»1 Flugiuas« dine die gewünsclile Höhe erreicht, so wird der Halm 1' in dir ersle Slvtluiijc (Fig. 1) zurückgedreht, so die l.ultpiimpc wieder in

das l.iiflrulir C und danni in die Bohren l.uli hineinpresst. Der hierbei steigende Kraflverbrauch der l.iifl|>um|ie wirkt wie nnr allmählich angezogene Uremse. Die Fliigmaschinc fällt und die tag. i.

in der koniprimirtcn l.ufl aufgestapelte Antriebskraft wird durch abermaliges Dreben des Halmes /' als Antriebskraft verwendet, worauf die Maschine wieder steigt oder schliesslich beim Landen .im Aufstos-en verhindert wird

D.R.P. Nr. 108 360. The /immei inali KD im? Machine Co. Iii Frederick (Mar}Und. V. St. A.» — Drache ohne Schwan/.. Palentirl vom 3. Mai I«!»!» ab.

Fig. *

D.is wesentliche Merkmal der Erfindung besteht darin, dass p'i Dia-Iien mit einet Anzahl von Flögeln versehen ist. die in

verschiedenen Rhenen angeordnet sind, welche sieh einander in der Achse des Drachens schneiden.

Fig. 3 zeigt den Drachen in perspektivischer Ansicht. Kig i leifl einen heu mit einer Tasche »ersehenen lliarlien

(iewö|inh< Ii ImsiIzI der Drachen vier Flügel, die in nei l-.benen angeordnet sind, welche sich in der Achse des Drachen* schneiden Hei der in Fig :i veranschaulichten Ausführungsfnn sind die Flügel durch zwei Arme A versleifl. die nahe dem oberen oder vorderen Fnde des Drachens angebracht sind ihm von welchen sich jeder von der Spitze des einen Flügels bis zur Spitze des gegenülM'iliegenden Flügels erstreikt und den ai<>| , Arm im Mittelpunkt kreuzt. Diese Arme können aus kleinen Stinken oder leichten Drähten bestehen und werden in passend.-Weise au ihrer Stelle befestigt, indem man l'apierslreifen /> ilariihcrklcbt. die durch den verwendeten KlebeslofT oder durch Stärke versteift sind und gleichfalls dazu beitragen, die F|ii;i| zu Versteifen und zu stützen.

Bai grosseren Drachen iFig. "o ist es wUnschenswertli. du Ver-Iarkiiugs,ii ine .1 an beiden Kmltheilen des Drachens zu verwenden, und wenn der Drachen aus SlolT besteht, so empiici Ii es sich, ihn an seiner Achse mittelst eines geeigneten Stocke« Drahtes od CI Donni D in der l-ingsrii htung zu versteifen, drr in der Spitze des Winkels zwischen zwei Flügeln angeordnet »nl Dieser Stork kann entfernt weiden und wird von Sehlingen rf an Kig. t. Fig. V

seiner Stelle gehalten, die auf dem Drachen sitzen und mit drn Fiidlheileii des Slorkes in Kingriff treten Iti-r Stork kann aber auch auf jede andere Weis«- derart festgehalten werden, das* >■« beapiein losgelöst und der Drachen gerollt oder zusamiiielifefjlt'l werden kann.

Hei Slolldrachen kann man aucli die Arme an ihrem Krcu-zungspunkle mittelst eines Stiften 'i verbinden, der die Ann. verhindert, - ch in einer F.ndriclilung /.u bewegen.

Die im obigen bcnrhricbcnefi Drachen kann man in itn \ ei si liiedeneli Stellungen Iiiegen lassen, näiiihrh enl weder in bot Stellung, bei welcher sich die Flügel in Form ciru»s X in srhrJf'ri Rhenen kreuzen und die oberen und unteren Winkel srharf« sirvl oder in einer Stellung. Ihm welcher die Fliigel senkrecht auf einander stehen oder die Form eines aufrei htslehcnden Knun-bilden. Im ersteren Falle, der vorzuziehen ist. ist die Drachen-sclinur mit einer kurzen Schnur verbunden, die Uber dem unler.n Winkel «les Brache« ••in«- Schlinge bildet und deren F.ndcn mit den Annen A an Punkten etwa zwischen der Achse des Drachel», und den Spitzen der Flügel verbunden sind. Werden die Kndi-i dieser Schaar n nahe der Achse befealift, s.« werden die Hüsrl da* Bestreben haben, sich beim Fluge horizontal auf einander tu legen, während, wenn die Schnur zu weil von der Achse cnnWnl

li«dVslig( wird, die Flügel (Ins Bestreiten haben »irden, sieh vertikal auf einander zu legen, da im ersteren Falle der Luftdruck die Spitzenlheile der unteren Flügel liehen und die nheren Flügel niederdrücken wird, während im zweiten Falle der Luftdruck den axialen Theil des Drachens heben wird, worauf der hieraus resiilliiende Zug auf die Dradicnschmir bestrebt »ein wird, die Flügel zu einer vertikalen Ebene hin zu ziehen.

Lässt man den Drachen in der Stellung tliegen. in welcher sich die Flügel in schrägen Ebenen belinden, so sind diese Ebenen einander derart entgegengesetzt, dass ein Seitwflrtsgleiten des Drachens im Winde verhindert wird und der Drachen vorwärts gehen muss. Infolge der Biegsamkeit der Flügel auf beiden Seiten der Arme A und des von ihnen gebildeten Winkels wird ein Umschlagen des Drachens hezw. ein Vornübersclucssen desselben verhindert- Der auf den Drachen ausgeübte Winddruck ist beständig bestrebt, die Flügel horizontal auf einander zu klappen, während der Zug der Drachenschnur, vorausgesetzt, dass dieselbe richtig befestigt ist, bestrebt ist. dieses Zusammenklappen zu verhindern. Heim Flug werden demgeuiäss, je nachdem der Winddruck sich ändert, die Flügel in mehr oder weniger starker Schwingung sein.

Zu weiterer Sicherheit gegen ein Vornülierschlagen des Drachens kann in seinem unteren Winkel eine Tasche I vorgesehen werden {Fig. Ii. Diese II« ist jedoch nicht erforderlich, da die Drachen auch ohne sie richtig fliegen werden.

Die Anordnung der Flügel gihl dem Drachen schon eine beträchtliche Versteifung in Qiierrichtung und axialer Richtung, doch empliehlt es sich, bei grösseren StotTdrnchen einen axialen Streifen zu verwenden, um jede Neigung des Drachens, in der l-äogsnchtiing zusammenzuklappen, zu verhindern.

Ertheilte Gebrmnrhsmustor

in der Zeit vom G. Dezember IKIt'.l bis 2M. Februar 1H0O. Hr. 137338. Lenkbares Luftschiff, gekennzeichnet durch einen keilförmigen Ballonkörper mit aus Aluminium bestehender

unterer konkav eingebogener Segelfläche und je einem am vorderen und hinleren Keilende angeordneten l'ropellcrpaar. 0. A. Rihsler, Hamfali n. JL Angemeldet 12. Dezember lK'.KI. Aktenzeichen R 7550.

Nr. 128008. Aluminium-Drache Friedrich Keliult», Hemer.

Angemeldet !l Dezember 1WR» Aktenzeichen Sch Htf'.M.

Hr. 129 336. Drachen mit Steg zum Zerlheilen der Luft nach beiden Seiten. K. Dnlebow, Berlin. Angemeldet 2'.». Januar l'.HXI. Aktenzeichen D 4H2K.

Zur öffentlichen Auslegung gelangte Patentanmeldungen

in der Zeil vom Ii. Dezember IK1HI bis 2K. Februar l'.wo. Einspruchsfrist zwei Monate vom Tage der Auslegung an.

Aktenzeichen:

Z 257!>. l/enkbares Luftschiff mit durch l'lanelenräder angetriebenen Wendclliigeträdern. Edward Zarskl, Lille. Angemeldet 31. Mai 1KW. ausgelegt 14. Dezember 1K1W.

B 25313. Anker hir Luftscliiffe. Henry Bolnet & Cie., Pnrls. Angemeldet 10, Mai IS'Kt, ausgelegt 14. Dezember 1W«>.

II 20550. Luftschiff mit einer zum Ballon um ihre senkrechte Achse drehbaren Gondel Bichel Hesrirh nnd Franz Bielefeld in Haas;. Angemeldet 23. Juni 1*!>H, ausgelegt 14. Dezember 1««».

.1 1X07. Vorrichtung zur Vorwärtsbewegung von Körpern in der Luft durch die Schwerkraft mittelst nach vorn geneigter, zusammengesetzter Segelflächen. Internationaler Verein zur rationellen VerwertÜM* von Ertl n dun spaten teo. E. G. w. b. H., Berlin. Angemeldet 20. Juni IWW, ausgelegt 14, Dezember Dtittl.

Sch 1-1312. Verfahren und Maschine, um Flugmasrhinen von der Erde aufsteigen zu lassen. «1. W. SehUe, Hamburg. Angemeldet 27. Dezember IHM, ausgelegt 22. Januar 1(100.

B 2473«. Starrer Ballon mit Querwänden. Henry Bolnet A Cie. (Lun^blfTfahrt'.iresellschsn „Rozr">, Paris. Angemeldet 10. Mai ISlrli, ausgelegt 12. Februar liKKI.

Bücherschau.

.tIHe Fllisslirkfltssi-Iiraiilx— von faul l'iiehfr. Verlag von IV. Atim-nesta. Wien. 1 '■!'*}_ Nachdem der Verfasser unter Hinweis auf seine eigenen Erfahrungen, insbesondere heim Turhinenhnu, die Konstruktion seiner durch Lichtdruck dargestellten Schraube rechtfertigt und deren Anwendung sowohl im Wasser uud der Luft empliehlt. da nach seinem Dafürhalten durch sie wesentliche Leislnngs-Vortheile zu erzielen sein werden, geht er auf die Besprechung des lenkbaren Luftschiffes über.

-Vi' Ii seinem Dafürballen hat die «rnsvu i ijj angelegte I'nler-nehmung des Grafen Zcnuehn den ersbji S hrilt gclban* der zweifellos den lang gehegten Wunsch der technischen und nichltechniscben Welt, nicht nur auf festem Hoden, sondern auch im blauen Aelher an Schnelligkeit und Ausdauer alles zu übet bieten, was die Natur an Lebewesen tiervorgerufen hat, auf alle Falle angebahnt haben wird,

Schon heule kann als sicher angenommen werden, dass der einstweilen in den Wellen des Bodensees verankerte Ballon von 125 m Länge und 12 in Durchmesser vielleicht nicht iit>ergrosse. aber doch bisher noch nicht erreichte Geschwindigkeit der Fortbewegung erreichen wird.

Wenn auch die ersten Versuche noch mit manchen schwierigkeiten sich abwickeln werden, so ist doch zu gewärtigen, dass

tiei der vorauszusetzenden zähen Ausdauer der Unternehmung die Mittel sieb selbst aufdrängen werden, um die Konstruktion zu vervollständigen.

Wahrscheinlich wird sich, insbesondere der Landungs-

si Ii« iorigkei'i-ii wegen, welchen der koloss zll l«-gegneu hat. eine e-iisi biäiiknii-. -1 (iii iin."c ;uv elwa ¡0 in länge als nhUWh /»•igen, und. we:ler wrd es von voil.hed fu •.d•.'.!i.-in-üi u .»cüicu.

i]:-nseij..... in, hl alh-:i dem gasdruck /.u öhci lassen, sondern du

milwiikiing m.ii hehesrhmibe.il livwi/iiziejicii. ebenso wird die aul,-111 _1111:, veii -'e-je:ilä. heu nur. da d;i- S- infi ei-t iliinn. wenn es schwerer wie die verdrängte Luft ist. den schnellen Gleit-segelllug in geneigter Bahn ausführen kann, iiothwendig sein.

Auf die Mitwirkung der an horizontaler Axe arbeitenden l'ropellen sei kaum viel zu zählen, da der durch die schwere des Objektes herbeizuführende Gleilllug eine viel ausgiebigere Fahrgeschwindigkeit, als diese zu erzeugen vermögen, bewirken mussetc

Der ursprüngliche Wahlspruch der Aviatiker « plus lourd que l'air > sei hiebt verfehlt. Nur ein Körper, dessen auch in der Luft zum Ausdruck kommendes Eigengewicht ihn vorwärts bringt, wird Iiiegen können'

Das spezifische Gewicht des gesammten Flugkörpers muss .grösser sein als 0,0013. nur darf es nn hl. wie die avtatiter nieinten. das liewichtdor Lufl um nahezu das Tausendfache übersteigen.

«•riif Zeppelin"* Fahrzcug wird abei aneli in seincr heiitigcn Gestalt und Ausrùstting da» Prohlem der Lcnkharmachung des Luftschiffes gelosi haben. Wenn aneli hi» znr Grenze des Erreirh-baren mieli ein welter Weg zìi durchwandern isl. wird dodi aneli schon dieser erste aus Mcnschenhand eiilslandene Itiesenvogcl rrclil namhalìen Windcn zu trotzen vermdgcu,

lied dem Hahnbrecher !

Wien, 2:. Fehruar UH»). Pialle.

„Der heullgc Slanil der Luftschiffahrt und i||r y..e-ln.a^irl..n jlrr Gründung eines A)'rn-< liihs In Wien." Vortrag am 15. De/, lhllü im lliijileeb, Verein in Wien v«m Viktor Silberer. Wien. 1!km). Verlag der allgem. Spoi I-Zcitung.

Herr Viktor Silberer hat sieb im Verlaufe des letzten \ leitet-Jahrhunderts anerkannt sehr grosse Verdienste um die Aeronautik erworben und in hunderten von ihm ausgeführten Freifahrten sieh als mulhiger und scharfsichtiger Mann erwiesen, auf dessen Urtheil von Vielen mit Reehl grosses Gewicht gelegt wird

Die von Silberer gemachten Krfabriingen haben ihm die individuelle leherzeiigung beigebracht, dass dermaleii die Aeronautik schon ilie wiinschenswerthesle Ausbildung erlangt habe und alle weiteren Anstrengungen, auch die Mallonlciikung durch Anwendung von maschinellen Einrichtungen zu erzielen, auch ernerhin resultatlos verlaufen müssen.

Von dieser Auflassung ausgehend, hat er auch in seinem mit HciTaH gelohnten Vortrage den sogenannten flugtechnischen Bestrebungen manche Satyre gewidmet, und das HolTnungslnsc ihrer Arbeiten zu beweisen versucht; nur eine Ausnahme macht er: das im Bau begriffene Schiff des Herrn Kress kann vielleicht gelingen, obwohl das Misslingen der Masiin'scben und Ader'schen Versuche, mit ähnlich gebauten Vehikeln, die auf sie gesetzten Hoffnungen aucht nicht entfernt zu erfüllen vermochten.

Seine Broschüre liest sich angenehm und ist sehr unterhaltend geschrieben

Was aber das von Silberer ausgesprochene abfällige Urtheil über die anderweitigen, die Lenkung bezweckenden Bestrebungen der Flugterhniker anbelangt, so ist es absolut sieher. dass dasselbe über das Ziel hinausschiebst.

Als Professor Hessler in den technischen Hochschulen in Wien in den vierziger Jahren zum ersten Male die damals sogenannte mogontisehe Maschine seinen Schülern in sehr unausgehildeter Form und mit lächerlich geringer Wirkung vorführte, mahnte er seine Zuhörer ernstlich, sich nicht dem Glauben hinzugeben, es könne diese Maschine nicht weiter ausgebildet werden, denn — so sagte er — aus kleinen Keimen entstehen Hiesenbäume. Auch diese jetzt belachte Maschine werde einstens zu einer Ausbildung gelangen, die sie Wunder leisten lässt. — Die Techuiker uius-o n aber in ihren tastenden Fortschritten mit \oßiejul wcilcrgcl|ctit nicht alarr «" aihiiriial..n und M. omm/gi. l.-^i>■ :■ 11sondern jhhj-Ij andere Ansichten heiirlheileii und annehmen. j^dj3Ji]_ JiC-JJ4VI1 reilln her Prüfung Werth zu lieben scheinen,,

In der Flugleclinik wird es sicherlich genau so verlaufen. Man deckt schon jetzt die Grunde auf. warum alle bisherigen Versuche nicht zu Erfolgen führten.

Sobald man aber die gemachten Felder einsiebt, dann ist auch Hoffnung vorbanden, sie in Zukunft ausmerzen zu können.

Die Fhigtechnik marht_ nur darum so schwache Fortschritte, \vimj_ilu- lilindjj^ an llchnpptunecn festhalten, die sie iul1i| he-ii i l.ii .. - r 'i ■ ■ -.i. . ergi .seil da-» dei f. . :.rnki i die Selbst Überwindung haben muss, nicht nur seine Gedanken festzuhalten, sondern die Stichhaltigkeit der ihm gemachten Einwürfe zu prüfen.

I'nsere Flmileclin^ikiiMjjben.abejlJlur.iQ ihren kühnen 11i.ni-tasieu und \i ladilcu ¿1:111 WuJkiitliktikit^dic uul ersten'» nicht

in rebeieinsliinmiing zu bringen sind, und darum schreiten «ir nicht voiw.iits, soiiili 1 n ?7|cilJcu s|e|i'.:i.

Heu- Silherer kann, da die eigentliche Flugleclinik thatsäch-liclie Erfolge von einiger Bedeutung wirklich nicht aufzuweisen hat dieselbe ungestraft mit Hohn und Spoll überschütten; er macht sich damit ein recht billiges, ihm angenehmes Vergnügen — aber ei wird schon die Zeit kommen, wo seine vermeinte Unfehlbarkeit durch neu auftauchende Thatsaclien, auch seinen jetzt sehr zalil-reiehen Anhänger und Glaubensgenossen als lächerlich erscheinen wird. Vielleicht rinden sich selbst in seinem neu zu gründenden Aeio-t'.lub Leute, welche schon heute weniger pessimistische Ansichten Ober die Möglichkeit der Ballonlenkung hegen.

Nun, wer zuletzt lacht, lacht am frühesten!

Wien. 25. Februar 1900. Platte.

Ein lenkbares Luftfahrzeug von Michel Blumelhuber. mit 4 laiilii Weimar. Verl:..; larl steinerl is'ril (^Hi.Z^tfO.J

Der Verlasser bat sich offenbar viel und mit grossem Inlen-vtr mit der Luftschiffahrt befasst. Er zeigt sich 111 seinem Buche ober Alles wohl orientirt und sucht durrh logische Spekulation dir richtigen Weg zur Konstruktion eines neuen Luftschiffes. Er bemerkt sehr richtig, wie hei allen bisherigen Luftschiffen, dir er • Gondelllieger • nennt, der Krafleinsatz nicht mit dem Luft-widerstandsmittelpunkl zusammenfiel, sondern tief unter dem letzteren lag und in Folge dessen ein störendes DrehmotneiT

te' «trirtifillnilion valltfifloftr

gab. Er will diesen Febelstand vermeiden und legt uns daher im I. Abschnitt, -Mein lenkbares Luftschiff., seine diesbezüglichen Gedanken dar.

Sein Luftschiff ist linsenförmig, die Schraubenarh»e H1' mitten durch den grössten Durchmesser der Linse Vorn belinHri sich an ihr die Luftschraube mit Elektromotor, hinten das Steil'-V hl der lief uiilei de- Liu-i'lik'iipi ' har-g' r.deii ie.iidel s«m • 1,1 die Schraube mittelst Akkiimnlatoreii rotirt. Die Gondel dienl »»-gleich als verschiebbares Laufgewicht, um Neigungen 11111I Senkung des llallonkörpers vorzunehmen.

Man erkenn! aus diesen Vorschlägen, dass der Verfass« «'!l mit der Praxis der Aeronautik noch nicht genugsam vertraut V macht hat. Die Notwendigkeit der Linsenform begründet er a A.. damit, dass'auch seitlichen Windströmungen gegenülier jeilf MI annähernd vertikal gestellte Flärbeiibegreiiziing des Ballonkdr^"1 vermieden werde»

Seitliche Windströmungen existiren bekunnllicb für b""" schiffe gar nicht. Sie treiben im Liiflstrom und haben, sobald sie sich in Eigenbeweguiig zelzen. ihren Luftwiderstand i innier vorn, ganz gleichgültig in welcher Richtung zu dem nur We* hewohnern fühlbaren Winde sie fahren. Damit fallen aber alle der Linsenform nachgerühmten Vortheile 111 sich zusammen

Das Buch enthalt viel Lesenswert bes. und wir glauben, tlas» der Verfasser, wenn er sich erst mehr mit den Eigciitli'i"'1''1'-

keiten der aeronautischen Praxis vertraut gemacht haben wird, uns noch manche neue nützliche Idee bringen dürfte. q

VTeltireiwbtebte, heransreerben von Dr. II. Helmult, Band IV.

Der nunmehr abgeschlossen vorliegende IV. Hand der llel-molt'sehen • Weltgeschichte >*) ist in der Iteihe des Erscheinens der zweite des Gesammtiintcrnchmcns. Obwohl seit der Ausgabe des I. Bandes nur ein reichliches halbes Jahr vergangen ist, lässt sieht doch heute schon übersehen, dass der Grundgedanke des Werks eingeschlagen und gezündet hat.

Der einleitende Abschnitt über die Millchneervölker stammt noch vom Rciehsgrafen Eduard von Wilczek her, dem am 17. Oktober IKH7 der Tod die Feder ans der Hand genommen hat. In dieser vom Heransgeber selbst überarbeiteten Abhandlung wird der Beweis geliefert, dass das Meer nicht bloss trennende Eigenschaften bietet, sondern besonders deshalb historischen Werth liat, weil es die Gegensätze mildert und die Massen eint. Wilczek-Helinolt's Einleitung bat den Beruf, die Brücke vom Orient /.um Occident zu schlagen; sie will in einem Zuge genossen sein.

Danach hat Dr ('.. G. Brandis (Charlottenburg) die Randvölker des östlichen Mittelmeers und des Schwarzen Meers in ihrer historischen Entwicklung verfolg!: eine schwierige, aber vortrefflich gelöste Aufgabe. In den Rahmen des Randes fügte sich ferner des Roslocker Professors Dr. thcol. Willi. Walthcr aussergewöhn-hch interessante Schilderung der Anfänge und der östlichen Entfaltung des Ghristenthiims ungezwungen, wie ganz von selber, an der allein richtigen Stelle ein, Von der Südküste des Mittelmeers, die in der Geschichte Nordafnkas durch Dr. Heinrich Schürt/ eine sehr ansprechende Behandlung gefunden hat, gehl es dann über das Wasser hinüber nach Mideumpa.

Der streng durchgeführten Anlage des Ganzen entsprechend, halle die Schilderung der geschichtlichen Entwicklung Südeuropas

•1 unter milarlwtt vmi hrriii«i* «-r.teu fn, hfvli-hrli-n lwrini>i:»-i:»"l'*'n ven man» F. helmoll. Mit xt karlen 17 farlh-n.inii klatelii urei 1*7 >.hvi»r»eri belligeri, s tlnn.lr in halmrdi-r s<r.iin.|i>n tn jr ni mark u.ter hi liroubirle lliill>. t>ann> /a ]n 4 mark vi*rt«r burnì. ih» kanhlhi»ler <l<-s mitthire-crf. von t lituani or«f wilrxek. tir. ilnn* F imm»lt, llr karl l„„,t brande., l'rnf. i>r. wilhelm wallhi-r, tir. heinrich s.lniri/. fr..l. tir. il.i.lnlf vmi .s,il«. e,of dr. karl paull unii l'rul l»r. julni. .inni;. mll h knrl, n 7 karhemlrurkulrln unii 15 ■•:h«arz»ii keilacrn, x. .*>7l s.; gros* mn.

auch ihrerseits wieder die ostwestliche Richtung: von der Halkan halhinspl über die Apenninenhalbinsel nach der Pyrcnäisrhen Halbinsel, einzuschlagen. Hier flössen nun für die beiden Gebiete der Kalkanhalhinsel und Italiens die Onellen so reichlich, dass, um die Handlichkeit des Buchs zu bewahren, ein Schnitt vorgenommen werden musste, der, weil er ja nur praktischen Zwecken dient, den Strom der Geschichte selber natürlich nicht heiinnl-Dem zu Folge ist nur das «klassische Allcrthuni»: Alt-Griechenland von Prof. Dr. Rudolf von Statu (Innsbruck) und All-Rom von Prof. Dr. Julius Jung il'rag . dem IV. Rande noch einverleibt worden, während die weiteren Schicksale von Ryzntiz. Griechenland und Italien im V. und VI. Bande zu ihrem Hechle kommen werden. Die spanisch-portugiesische Geschichte, geschrieben von dem schon oben genannten Bremer Ethnographen Heinrich Sehurlz. konnte dagegen in ununterbrochenem Flusse zur Darstellung gelangen Mas ülw-raus fleissig gearbeilele Register umfasst auch dies Mal wieder I ''» Rogen des grossen Formats,

Die vielgenihmle Sorgfalt, die das Bibliographische Institut seinen schönen Verlagswerken angedeihen lässt, sprirbl deutlich auch aus der Ausstattung des vorliegenden Bande«. Des Neuen und Eigenartigen, des Zuverlässigen und Interessanten hescheert uns dieser Band so viel, dass er seinerseits wieder dazu beitragen wird, dem Internelunen zu der Menge von alten Freunden zahlreiche neue zu gewinnen.

Da» Loesslsrhc l.unwMersterMbigrselx und dessen Aawen-diniir In der Flurtechnik, besprochen von Hauptmann Hermann lloernes. Prag l!kki Verlag des deutschen polytechnischen Vereins in Böhmen.

Vorliegendes Heft ist eine klare sarhgeniässe Besprechung der Arbeit lies Oheringenieiirs Friedrich Riller v. Locssl <Die l.uflwiderslandsgeselze. der Fall durch die Luft und der Vogel-llug«. eine Besprechung. Im-i welcher zugleich auf die Anwendung des Luftwiderslandsgeselzes auf Luftschiffe Bezug genommen wird, lloernes berechnet für einen Ballon in l'.igarrenform von K m Durchmesser unter Benutzung der v. Loessl'schen Formel

T HH teil" H • v

H - i v' sin a und N = —u-—

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den Widersland II für v — III m auf 2.'>1.2 kg und die Arbeits-leistung N auf .11 Pferdestärken. 1J>

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Zeitschriften-Rundschau.

„ZcR*ehrift für Luftschiffahrt und l'hjsik der Alraosphllre*'

Heft 12. \H'M\. Dezember. Assmann: Eine neue Form des Ballon sondd. - Tiiina: Beiträge zur Kenntmss der atmosphärischen Eleklrieitäl. 'Schluss i

— Niinführ: Flugtechnische Retrachlungen. II. — Kleinere Mit -theilitngen: Die weiteste Euftreise. — Goslkowski, Irrllniin und kein Ende. — Platte; llelinholtz über die Avialik. — M., Fcrcy S. Pilcher's Todesst urz — Silberer: G Tissandier t- ■ Vercins-nachrichlen: Deutscher Verein zur Förderung der Luftschiffahrt zu Berlin. Protokoll der Versammlung am 27. November IH!t!'.

— Umschau.

Heft I. l!Wn. Januar, Herring: Einige sehr leichte Benzin- und Dampfmotoren — Jacob Fortsetzung der Retrachlungen über eine kinetische Theorie der Luftbewegungen. - Niinführ: Flugtechnische Betrachtungen. II. (Schluss) — Kleinere Miltheilun^en : Koch. Entgegnung. —Butten-stedt: Aus einer Patent-Anmeldung Neue Schriften. Vereins-narhrirhlen: Deutscher Verein zur Förderung der Liiflschidährl zu Iti-rlin. Vereirisfabrteti am 2. und 7. Dezember IWril — t'iirsi hau

„T1ie Aeronautical 4 on mal." jannar |!w»i N" |:t. Vol. IV

Notices of the Aeronautical Society. — The tlepailiire of Major Baden-Powell for Siulh Africa — The Ballon at the Front.

— Dr. K. Danilewsky's Aerial Experiments i Illustrated i - The Valveless Balloon Voyage, Hy a Fellow of the Royal Meteorological Society. — Scientific Research in Aeronautical Problems. Ry II. A. B. — Photography From Balloons, Ry Perceval Spencer lIllustrated). — The Forthcoming International Aeronautical Congress. By Eric Stuart Bruce, M A, Oxoil, — Notes: Lord Rayleigh on "Flight - A Possible use of Montpellier Balloons in War The Application of Wireless Telegraphy to Balloons—The Duke of Argyll on the Zeppelin Air-ship. — Obituary: Mr Henry Coxwell. Foreign Aeronautical Periodicals. - Notable Articles

— Applications for Patents—Patents Published- Foreign Patents Sc

,,L*Arron»uteu. Rullrlia mensuel Illustré de la Société française • de Navigation aérienne. Décembre lKfW. N" 12. Société française de Navigation aérienne — Séance du 2.S novembre, M. Leloup, secrétaire. — Séances du 7 au 21 décembre, M. Wagner, secrétaire. — l'éle arlistupn-de l"Aéro-Giuh - 2' lisle

<V2

(1rs Membre* itil t .ongles aéronautique (le limi. |,i-de alpha-bétii|Ue des communications publiées dans l'Ai rnnaule |iemUnil l'année tKir!) Liste alphabétique des Vignettes

Janvier l'.mu. N» I. Géographie physique. — Leçon aux élèves de l'Eride française de Na\igiilion aérienne, par M. Ilanvel. — Assemblée générale de la Société française de Navigation aérienne — ltapp»rt du secrétaire général et rompt es du trésorier — Séance du II janvier |!H«). — Note sur les lils d'acier pour <erfs-\olants, Faits

divers — Troisième liste des membres du Congres aéronautique. — Carte des marées océaniennes

ml.'aéri>plilb—. iterac raensuelle i must ree de raéioiiautiqnr et des srleaers qui s'j rattaelienl. Iléremhre |«'.)!!. X" l'i.

l'orlraits d'aiioiianles coiiteniporains: M. le conile lleniv de l-a VatiK (Wilfrid de Kollvielle — La Conférence de l,a HaVe et Ics Itallons it'.barles Fuinel;. — Sur l'ulilisalion du veni relalif polir s'orienter en ballon iGustave Hcrnnlc. -- l,es Itallons à la guerre du Transvaal ili Ulani beli. — l.e ballon dingeable du Comle Zeppelin Gcoiges llesanconi. — l,'<Jliservalion des Léonides iw, Moiinioti. — C.ongres inlernational d aéronaulnpie Wilfrid de Konvielle . — l.e Nouveau ballon dirigeable de M. de Santo»-Domimi (l'ani Amelie». — la-s SpoHs en l'.hm) (A. Clciyi. I.'Aéronaiiii'pie a l'Exposilion de liKM .1. Nuvillci. — llulletin des Ascensioni (Georges Jucluiu'-si. — Infortnatiuns : L'Aént-Club ; Tnmbes d'Aéronautes; Établissemenl centrai d'aéroslation. — Liste des brevets retaiifs a l'aérunaiitique. Janvier imi N» 1.

Portraits d'aéronaules contemporains : M"c IVuolliée Klumpkc (Wilfrid de Fonvicllcì. — Ine Station d'aérostation méléorologique

à Berlin iGustavc llerinile •. - lin- Asi elisión à bord de l'A»'* Club line débutante). — Xécrologie : Henry (ai.xwel et lY-u S. Pilcber g. Blanrheti. - Bévue des Moteurs légers : LaMinem A. Oléry — 1/■'.elipse luíale de soleil du 9( inurs 1!*k> geor;i. Besancon l lue Ascension de Xavier de Matslre il'aiil Atirellr -- L'Aéronautique ¡i l'Kxposilion de iihk). — Société française,'. navigation aérienne I. Nuvillei

„Ln Frunce aérienne". N" I. Un l'r au l."> Janvier lia m.

les expériences d'aviation au jour le jour; à Montmartre « sommet de la Butte sacrée : Docteur Ox. — Académie d'afrn. station météorologique: élections du 211 décembre IKirt; d15n.11-. de M Victor l-oiicl, président la-s pigeons voyageurs et

Boers. — Brevets d'inventions concernant l'aéronautique et !< colotnlmipbibe en ikiki : Marillier et Hobeb-I — Académie •d'air.• station météorologique : pro<■ès-verhal de la réunion du Fi il, c.inbre IKÎIÎL

X" 2. Du lu an :U Janvier likk>.

Colombophilie militaire : Les pigeons et les armes a feu l-cs pigeons voyageurs dans le Sud de l'Afrique. N° H. Du Dr nu 10 Février DM».

L'Aéronautique à l'étranger (avec figures! : Expériences ■ ; comte Carelli en Bain-. —■ l'n nouveau dispositif aérien Apjiarc! de M. Firiiiin Bausson. — Les Expériences d'aérostation à Imposition — Hevne de presse: l'n navire aérien en Suisse Académie daérostalioii météorologique : Procès-verbaux des Av semblée générale du 211 décembre (Htlit et séance du H janvier V"1 X" t. Du l."> au 2K Février DUtO.

L'Aurore du xx'" siècle : ('.. .loberi. — Le ballon «Zeppelin - Société lionnaise d'études aéronautiques : Statuts.

humoristisches und karrikaturen.

die welt seht unter!

(Ein Zukiinftstraum.)

Es war spjit am Abend, als ich gestern den Heimweg antrat. Wir hatten uns am Stammtisch in das tiefsinnige Thema vertieft, ob die Well jemals «untergehen» werde und Veranlassung zu unserer ulkigen I nterhaltung gab uns die Befürchtung einiger alter Weiber, die bekanntlich bereits für den iii. oder den LI November dieses Jahres diese unangenehme Katastrophe prophezeiten. I'nd wir hatten, angeregt durch manchen guten Tropfen, immer leidenschaftlicher die Frage erörtert, ob der rastlos schallende, ertindei-ische Mensrhengeist jemals Mittel finden könne, um 1111 Falle einer vorherzusehenden Weltkatastrophe — die irdischen Lebewesen der elementaren Verheerung zu entziehen , . .

Meinungen schwirrten hinüber und herüber, ohne dass die überreizten Phantasien an einer halbwegs befriedigenden Oisung einen Höhepunkt gefunden halten.

So schrill ich denn grübelnd meinem stillen Juiiggesellenheim zu, und dort angelangt, Irat ich in Ermangelung andprer Sorgen der Frage naher, ob denn eine vervollkommnete Flngtechnik nicht etwa das Mittel wäre, den Menschen für kürzere oder längere Zeit der morschen, bruchigen, dem l'nlergang geweihten Erde zu entziehen ... I'nd befriedigt über diesen fabelhaften Einfall philo-«ophirender Wemlaune, aber auch abgespannt und ermüdet. Imss ich midi 111 meinen l/chn«tuld nieder, schloss die Augen und traumte mich in eme ferne Zukunft hinein

Merkwürdig, wie leer und öde sind doch die drosrhkcnplitk geworden! So weil das Auge reicht, kein Bosslein auf der Strass sogar das GelÄulc der elektrischen Strassenbahn ist verstummi Vergebens siebt man sich nach einem Einspänner um. der tn:i fülle und Gewalt seinen lendenlahmen Gaul in Bewegum; bringen sucld: auch kein Lastwagenkutscher llucht das Blau« vir Himmel herunter. Nur Luftschiffe, lenkbare Luftschiffe. Liit!-schiffe in allen Farben, in allen Formen, in allen Grossen

Da steht ein . Gcsellschaftsluftsi hilf •. Ich will einstellen -Wohin-- fragt der Schaffner. Ich hinkte ihn an, er kommt rr. r so bekannt vor.

• Verzeihen Sie •. sage ich schüchtern, • hatte ich mrli! <h-Vergnügen, Sie wo anders schon zu sehen''-

Er lächelte schmerzlich, wischte sich eine Thrline aus Auge und sagte: .Jawohl, einstmals war ich Verwaltung*^ 'Süddeutschen Eisenhahngesellschaft - Aber seitdem inaa darüber klar ist, dass die Welt am Iii. .November lifciH mm im iml einem Kometen zusaiiiuienstossen muss und die Bettung Menschen nur durch einen Massenauslliig in unserem lenkh>r?ri LuftschilYe denkbar ist, gingen die Geschäfte immer (lauer u>t Hauer. Alles übt sich im Fliegen. Nu ht einmal die Fnikarten-besitzer wollen in unserer alten Erdeisenhalin fahren Wozu au*ii' Wir haben ja die lenkbaren Luftschiffe, die, hermetisch verschieden bei künstlicher Knlatnios|diilreerzeugiing die Menschen Millii|0pn Milieu von der Eule entführen können .... Das srlilerlitesl-LiifischifT (liegl achtzig Kilometer in der Stunde, die ExprcisliaUt"1* sogar dreihiinderlzehn. Alle Welt Ihegt also.» Er zuckt« il»'

Achtln und sagte: -Was will man machenV -- Ritte, wohin wollen Sie Wegen?»

• Ich kenne mich in den Tarifen noch nicht genau aus, wie weil reicht die erste Zone' Iiis zum ■ Rlieiiiblick > oder bis nach Hicbrich? >

Kr lächelte. »Sic sind noch ganz im allen Stil, lieber Herr: •he ersle Zone reicht bis an die Grenzen Deutschlands »

■ Das genügt», erwiderte ich, »denn ich will in Biebrich aussteigen. Was kostet das?»

• Fünf Pfennig. Aber da müssen Sie in ein anderes Luft-schifl steigen, in ein LokalluftschitT, ich fahre entlaug der Erde nach Ostindien via Persien. Dort drüben steht ein Lokalluftschill. •

Ich klettere also aus der einen Eiliggelegenheit heraus und in die andere hinein. »Nehmen Sie Platz», sagt mir der neue Schaffner. < Stehplätze gibt es nicht, der Sicherheit wegen.. Ith vlze mich also, und sah mich im lenkbaren Luftschiff um. Alles fMinfortabel, eingerichtet Tür längeren Aufenthalt. Zwei Tafeln mit ■ler Inschrift: »Das A ussji ri ngen während der Ealirt isl verboten» und • Es wird ersucht, nicht über Bord zu spucken!» fand ich vollkommen gerechtfertigt. An den Wänden klebten unzählige Plakate von konkurrirenden l'nfallversicherungsgcscll-srli.iflcn, Fahrpläne von Iransirdisehen Sphärenseglern und Ankündigungen wirksamer Insektenpulver, letztere waren das Einzige, was mich im lenkbaren Luftschiff an die gute alte Zeil mit ihren iTpe-lslerlen Slrnssenbahtisilzen und flohreichcn »Omnibussen» erinnerte. - - Plötzlich drängten sich alle Passagiere an das Geländer und blickten hinab in die Tiefe.

•Was gibt's?' fragte ich einen Nachbar.

» Da unten pendelt ein Radfahrer hemm •. erwiderte er. • rein lächerlich «.

Vor uns tauchte ein Ration auf. der in Hiesenziffcm die Nummer IM trug. Er wurde unten am Strassenpllasler durch einen eisernen Hing festgehalten.

• Was ist das für ein Ilalton-Captif? » Traute ich den Schaffner. «Ein Polizeiballon. Er ist so eingerichtet, dass er jeden

Augenblick die Verbindung mit der Erde lösen kann, um irgend Jemandem nachzulliegen. l'ebngens gibt es auch noch patroul-lirende Pnlizeiballons Da drüben llicgt ein Kinanzballon. Man wird uns gleich anhalten, um nacli Steuerbarem zu forschen.»

Richtig! Der Kinanzballon hisste an einem Mäste eine grüne Flagg«. Wir drehten her und zwei uiiiformirte Steiierbeamle untersuchten unser Luftschiff.

»Aber erklären Sie mir, was der eine Steuereinnehmer bei jenem Kastilien dort zu tliun hatte. Er guckte dort hinein und Mine sich etwas!»

«Er kontrolirte, wie viel Luft wir heule zum Fliegen brauchten. ►

•Was geht ihn das an? ■

»Aber, bester Herr, die Luft ist doch besteuert! — Liifl-tunsiirnsteuer! •

Ich schlug die Hände über den Kopf zusammen. < Die Luft Iwsleuert! Ach, heiliger Miipiel. warum hast Du das nicht erleben kennen!.

• Nun sind aber doch die Gehälter der lychrcr schon aufgebessert? Wenn die Luft schon besteuert ist? . . .»

• Die Gehälter der l«ehrer sind noch nicht aufgebessert» antwortete mein Nachbar, • Dafür aber dürfen sie unentgeltlich Luft schnappen' Bei der hohen Steuer auch etwas!»

■Biebrich!» rief der Schaffner. Ich kletterte aus dem Luft-s«"h>IT und blickte empor in die Lüfte. Ein Heer von Luftschiffen und Ballons zog in majestätischer Buhe auf dem Firmament hin und her. Elegante Privalsehiffe mit livrirten Dienern, schwerfällige Cescllsclinftsliallous, iiumerirte Miethballons, deren Lenker

aus der allen Gilde der Droschkenkutscher hervorgegangen, ungeheure Ferntliegcr. dazwischen Polizeiballons-Captives, sich hie und da einen < t'nnunierirten » oder • l'nlreleuebteten ». eventuell auch einen Scbnellllicger nolirend. um ihn zur Verantwortung zu ziehen. Wo ich hinsah, üble man sich für den grossen Massen-wegllug am liY November |!i:Ct. Da ertönte hinter mir plötzlich ein Buf: »Die Wachablösung, die Wachablösung!» Ich sah die Sirasse hinauf, ich sah hinab, ich konnte nichts sehen.

■Aber, aller Herr!» sagte ein Scbulknabe neben mir. »die Soldaten Iiiegen doch auch'. Schnell wandle ich meinen Kopf aufwärts. Richtig! Da kam eine Schlosswache herangcllogen. Voran in einem grösseren Haiton die Kapelle, dann in Viererreihen geordnet eine Anzahl blauer Ballons, jeder von einem Infanteristen besetzt. Es war ein ganz prächtiges Schauspiel. Wie Sphärenmusik tönten die Klänge eines Marsches aus den Lüften nieder: rasch inielhele ich einen Droscbkenbnllon, er kostete per Stunde bloss »VT) .J, und llog der Wachablösung nach Immer höher und höher Iiiegen wir. Die Luft wird immer dünner. ■ S> halten Sie doch ■, schrie ich ängstlich. «ich kann ja kaum mehr athmen! >

' Ich kann nicht!» erwiderte der Ballonlenker erbleichend, • ich kann nicht' Die Bestie geht mir durch!»

•Aufhallen, aufhalten!» schrie es von allen Seilen entsetzt. Eine Unzahl von Ballons jagte uns nach, aber unser scheu gewordenes Luftschiff stieg mit rasender Geschwindigkeit empor. Immer höher und höher! Schon konnte ich den Gipfel einiger Mondkrater sehen, als der Ballon mit furchtbarem Krach platzte. Nun ging es abwärts mit rasender Schnelligkeit, ich fühlte, wie mein Kopf an mehrere Schornsteine anschlug .... endlicli festen Boden unter mir. Merkwürdiger Weise war ich unverletzt geblieben, Ich sah mich um . . . Irh war in meinem Zimmer geblieben, nur vom I.ehnstuhl war ich heruntergefallen .... als ich in Gedanken über die vervollkommnete Klugtpehnik allzu fest eingenickt war.

Ich dankin dem lieben Himmel, dass wir noch nicht so weit waren, wie mich meine wilde Phantasie geführt hat; ich war nicht nacli Biebrich, nicht gegen den Mond, sondern nur vom Sessel gellogen! l'nil das war gut. Ich will nicht Iiiegen, auch wenn mir die Möglichkeit gehoten isl, vor item nächsten Welten-zusammenstoss wegzulliegen und die Caramholagc mir aus der Luft anzusehen. Wir Menschen brauchen nicht Iiiegen. -- Wir haben Lenkbares schon jetzt genug Wir haben lenkbare Dichter, lenkbare Abgeordnete, einen lenkbaren Ministerpräsidenten, wir brauchen kein lenkbares Luftschiff! v. N.

«Wiesbadener General-Anzeiger».)

Eia sonderbarer Heiliger! Vor einiger Zeit wurden von Lcipzig-Schleussig aus .Flugblätter- in die Welt geschickt, welche die vielsagende l'nterschrift: » Patent- II oll -Manu fak tu r. Moecke & Co >. trugen und zum Gegenstände ihrer Beschreibung ■ Das Luft-Fahrrad» halten. Dieses von der genannten Firma geschaffene neueste atmosphärische Vehikel beruht auf der Wirkung der Gyral-Bewegung eines Kreisels, die aber der Erfinder selbst nicht kennt, da er. zu Folge seiner eigenen Angaben, sich kräftig genug dünkt, ein viele Zenlner schweres rotirendes Schwungrad im geölten Handteller herumzutragen' In Folge dessen glaubt Heir Moecke auch, mit seinen »ungeheuer schnell röhrenden Turbinen-Schraubenrädern», welche er rechts und links in Kopfhöhe horizontal anbringt, etwa das Problem aller Perpetuum-niobiU-rnglllck-lichcn. nämlich die Aufhebung der Schwerkraft, entdeckt zu haben. Doch hören wir ihn selbst ülx-r sein ■ unaufhaltsam rollendes Had-. Dieses ist: .Fahrbar in jeder Höhe in der Luft, ob 1 «Hier DHU! in, mit ungeheurer Geschwindigkeit von Mk>— öOll km pro Stunde,

leirhl lonkhar, sellisi gcgcn Sturm. soforl zìi wendcii (dieso F.ig on-sohalt fchit Ionici dir Kroiselaohsc ganz unii gar!. Stillslchcn in iIit Luti, Wasscr, F.rdc idas Slillstehcn in iIit F.nle isl onl-sohieden glaiibwurdig). (ir.isstc Sieherheil! l)as iiber allo lirenzcn, Lilnder unii Meere. iiber llorh unii Xicdre, Palaste uni) Hiilten imi uiigehcurer Wirhelsturmskraft unii (ìesrhwindigkeil hinweg-rolll unii fcgt und zerbrichl die irdisohen Fesscln. uns erbebl iiber die Miséren, Drangsale. liefahren zu einer lioheren. schoncren Wellansebauung. zu einem ungchinderlen. fricdliehen, inter-nalioualen Vcrkcbr unii Vnlkerverhriidciuiig ubile alle tirenz-plackeroien. zu einer bohemi Kullui, llumunitut. lavilisulinn unii

Aus anderen

Die Umschau, Nr. i>, 2t. Febr.

Die Fluginasrbine <Aiinilmnie des Prof S P. Langlcy vom Smilhoniun-Instititt in Washington, von ll-d. ( Spalten, 2 Abbildungen.

Nr. 10 Das aeronautische Observatorium des Kgl. meteorologischen Instituts zu Kerlin von H-d. 2 Spalten. Tele-photograpbische Aufnahme von Dr. v. Hohr. .*> Spalten. :l Abbildungen.

Nr. II. l'cber liegegnungetl mit Thielen Uli lalltballotl.

Notiz.

Der „Ru«ib*clie Invalid**, Nr. 1 IM. enthält eine heinerkens-Werllie Abhandlung über « Die Frage der Luftschiffahrt vor der Friedenskonferenz im Haag • von (iribnjodow. Letztere zog das Verbot des liehiaurhcs von WinIgescbossen aus Hallons in F.r-

F.rforschung bis in die entferntesten dunklen Welttlieilo uns trägt. den Ituhostörcr aber von oben herab, trotz aller Heere und Flotten und sonstigen vorgeschobenen ihn schützenden ttüslzeiigr im Cenlrum bedroht, verfolgt, straft, zum Frieden zwingt.« — Solcher Phantasie können sich ja kaum die allen Vedeii und der Baga-vadain der Hrahininen rühmen! -•-

Arthur Slentzel, Hamburg.

HAchate Verahcung*. ■Leutnant Weinberg von der Lull scbiirer-Abtheilung macht öllois bei mir l'eiisterpronieiiade .

..Im Ballon.'''» iMünch. Ilum Matter Nr. Tiw

Zeitschriften.

wäginig Verfasser wendet sich gegen das Verbot, indem er als massgebende Heurlheiler dieser Frage den Franzosen de Konvteile und den Kommandeur des russischen Lehr-Luftsc hift'erparks. filierst Kowaiiko, hinstellt, die sich für eine ausgiebige Verwendung vun leiikbaien Luftschiffen im Feslungskainpf und zur Vernichtung von Blokadisrbiffen durch Herabschleudern von Sprengstoffen ausgesprochen haben.

SeirntlBe ameriean, Ii. Jan., S. ."> Aimnaulio* Notiz: 2»V Jan S. 4H. The Danilewsky Flymg iiiacbine, I Spalte, Abbil-diiugcii: 2t. Febr.. S. II". The progress of practical aei.-nautics iluring iH'.f.i. 1 Spalte. Abbildungen.

Kllirinerrhlg, Di. Febr. The lifling power of air propellers tv William 0. Walker. <• Spalten. IK Figuren

Briefkasten.

Dr. D. Charkow. Hosten Dank fili die guten Photographien

Ihrer neueren Versuche. Nun ahm!! in Wien.

Wenn Sie eine Ahnung davon hätten.

was sich Albs als Sachverständiger aufspielt und sich ausserhalb ihr Fachpresse hülstet Und Invil macht. Willdell Sie uns nichl den Bericht der Wiener Zeitung niil so bösartiger llobci schliff eingesandt haben, Wir maasseil uns niemals an, unfehlbar zu sein, unsere Kritiker aber stehen einige Klagen höher als diejenigen, welche sii' Ulis vorhalten. Sie Werden sieh bald zu uns bekehren '

Herrn K. F. Im Itaatr. Sie fragen, warum wir die Beschlüsse der Friedenskonferenz bezüglich der Luftschiffe so gänzlich unbeachtet gelassen haben? Ja glauben Sie denn, dass wir überhaupt je daran gezweifelt hallen, dass jene' Beschlüsse, denen wir im Interesse der Menschlichkeit unsere höchste Anerkennung und Verehrung Zollen, eine gräuliche Theorie bleiben würden, so lange wenigstens, bis Sie das lenkbare Luftschiff erfunden haben werden:" Mein verehrter Herr, für so thörichl dürfen Sie uns nicht halten. Vorläuhg hallen wir das Herabwerfen von Lyihlil- und Benzin-boinbeii von Luftschiffen aus noch für das Ideal der zukünltigeii Kriegsfiihrung, und Wenn wir nicht öffentlich Protest einlegten gegen die Beschlüsse der Haager Konferenz, so Ihalen wir es in der Lrkeiinlniss, viel schlauer zu sein als jene Herren am grünen Tisch Ihrer Haagei Konferenz. Wir wissen nämlich ganz genau.

«lass Sie in .') Jahren noch nicht ganz fertig sind mit Ihrv: Erfindung' Später wollen wir uns einmal wieder sprechen, at»T dann bitte «Hut ab-' Daun treten wir schon etwas anders auf und wir hoffen dann Ihrer Zustimmung sicher zu sein.

Dr. med. X In St lass In Uff. 1 ebm Wasserstoff trägt I te I cbm l<ouchtga.s durchschnittlich IM.;'» kg, j cbm. erwärmte l.uft bei einer Ausseu-Luftleuiperatur von V.. bei Erwärmung auf ;>ir ^ 0,20 kg, 100" 11. = 0,:,.-> kg. Wenn Sie diese Zahlen betrachten, werden Sie zur Einsicht gelangen, welche koll«s».il»-'i Itallons und wie umfangreiche gewichtige Heizanlagen Sie ana-euiln: müssen, niil llne lenkbare Monlgpllicio _ii yerw irklicben. Im Allgemeinen stiebt man doch mit Hecht darnach, kleine Widri-slandsllä« ben dem Winde zu bieten. Ihr Monlgollier-Ludsclulf wurde kollossale Dimensionen annehmen müssen und selbst dann noch winde es ein trauriges Fiasko erleiden,

llerra K. S. Berlin. Ihre Kallniihahn von Berlin ujc-1 Brüssel und Paus isl allerdings noch nicht dagewesen, ob»».!1 die Idee der Ballonbahneii au sich eine uns wohlbekannt jlicse Idee wird hälilig von aön«nautis. heu Neulingen frf^ipdttL Das schadet aber gar nichts" Wir freuen uns immer wieder, solcl? einem alten Bekannten zu begegnen, n'l"1" s"* ''Hill 1 *Y1t*"~ lieber Luits« Intfer geworden sind, pioj.ktiren Sie keine liallon-habnen mehr

/V«' Redaktion hält sieh nicht für verantwortlich für den zvissenschaft/ichen Inhalt der mit Xanten versehenen Arbeiten Alle Hechte vorbehalten; theiltveise Auszüge nur mit Quellenangabe gestattet.

Sit Redaktie*.

Ifru.'k \<*u M- |tiiM1>til>rri^nt>i'T^ strir,*tiurtf i t\ - f\'*£,

Aeronautische Meteorologie und Physik der Atmosphäre.

Studien cyclonaler und anticyclonaler Erscheinungen mittels Drachen.

Von

II. Helm Clinton.') Mit 4 Flffuren.

Tin die Veränderungen hoi dein Vorübergange von l.yclonon, Anliovelonen mi'l anderen Witleiiingscrsi ■hci-nuiigeii zu sliidircn, werden die Drachcuuiifslicge auf dem Kino Itili— i jetzl gruppenweise ausgeführt, ij. Ii. ein Aufstieg oder mehrere worden täglich während einer bestimmten Periode gemacht, und dann folgt eine Ruhezeit zur Reduktion der lleobaclitungeii und zur Kricdigung anderer Arheiten. Wird ein Drachen versuch am Tage gemacht, so erhält man zwei ineist um einige Stunden von einander getrennte Soiidii ungcn der Atmos|ihäre: die eine im Aufstieg, ilie andere im Ahstieg. Sind die Ihaehcn sichtbar, so findet mau iliro Höhe au.-, der an einem Zählwerk abzulesenden Länge der ausgegebenen l-cine und aus ili'r Winkelhöhe lies rtraehens. fliese Zühlwerk-aldesungeii und Theudolit-Mi'sMiugon werden während des grösseren Tlieiles des Versiielies jede .Minute gemaelil. Dil« wegen Durehhaiigs der Leine anzubringende Korrektion wi-ehsell mit der Winkelhöhe des Drachens. Durch direkte Hölii'iiiiiossimg von zwei Slaiid|>iuikteii aus und diireh Raroiiielei n-gisti -innigen ist diese Korrektion bestimmt und im Mittel sind folgende Werlhe gefunden:

Winkelhöhe

2.V1:.! it>"i.v il- öl"

Milli. Ilöhenkorr. in " o :

o •>

2,0

I.Ii

I :.i

Zülil der Kalle: . . .

Hl

11

11

!l

Milli. Fehler in .

<M

0,1

0.2

IUI

Die beiilen Methoden dieser Restimmiingen geben getrennt behandelt fusi genau dasselbe Resultat. Diese Korrektionen gellen dir eine Leine mit Tandeiuilraebeii. wobei die grösslen Drachen an der Spitze stehen. Rei einer einzelnen llölieiibeslinuniing belriigt hiernach der wuhrseheinlii he Kehler rumi l'v*. Da die.-er Kehler sieh aus der Korrektion für Dureliliaiig und dem Kehler in der Konli-olliiiessiing /.usaiiiiueiiselzt. so erhall man unter der Annahme, dass beide Kelileii|iiellen gleich gross sind, als minieren Kehler für Iliireliliang allein (Division durch "|/ 2 )<K~ "Kür den praktischen (.iebraueli isl folgende Tabelle aufgestellt :

Winkel;........17" 20" 2:5" 2H° ¿11° .12° :!.')"

.Vigative Ilöhenkorr. in ".'!.2 .1.0 2.H 2.C. 2,i 2,2 2.0

'i Diisii' Ilei ii hi jsl cimi ih in Itemi Wrfasser fiir ilie III A.ic.n Militi /.ii .iiiiiÉi. u-.'-l.lll inni vni i|nr llnhiUon lihcisil/l. '-) 'Ihrci\al<iinini vnn A 1.avviene»- Itnlch

Winkel:........SS0 il" U° 57° 5o0 53° 5ü°

Negative Ilöhenkorr. in «,o: 1,8 l.fi 1,1 1,2 1,0 0,8 0,(5

Sind die Draeheii nicht sichtbar — also bei wolkigem Wetter und in der Nacht —, so werden die Höhen aus den Aiieroidregislririingeu bestimmt. Die Korrektionen des Rarogniphen sind unter der Ltifl|)iini|>e durch Vergleich mit. einem Oiiccksilbcrharomolcr ermittelt.

Die Meteorographen sieben linier der Aufsieht von Mr. S. I'. Korgusson. Resondere Sorgfalt wurde darauf verwendet, die Instrumente leicht und fest zu machen und den regislrireiiden Thcileii eine freie Aufstellung zu geben. Das Thermographengefiiss ist gut gegen die Sonne gi'sehützl, ohne die Liiftzii kiilalion zu hindern, und ist durch schlechte Wärmeleiter gegen den Kasten isolirt; die llygroinelerliaaro sind ebenfalls slels beschattet. Vor und nach jedem Kluge wird der Meteorograph in der Thermometerhülle mit den Noruialinstruuiouteii verglühen. Von Zeit zu Zeit werden auch Amplitude und Trägheit der Apparate geprüft. Im (iebraueli ist das Instrument vielen Unfällen ausgesetzt, so dass Reparaturen und häutige Noubcstimmimg der liislrumentalfehler niehl geringe .Mühe machen. Nach Anbringung der Hölingen Korrektionen dürften die Temperatur-Angaben innerhalb weniger Zehntel eines Grades genau sein. Diese Ansicht scheint durch folgende Umstünde bestätigt zu werden:

1. Au Tagen mit Cumuluswolken folgt die Temperatur über .100 tu den Gesetzen ailiabalischer Aondcriingeii so genau, «lass einzelne Ablesungen selten um mehr als wenige Zehntel Grade von den theoretischen Werlhen abweichen (unter .100 in scheint bei starker Sonnenstrahlung die vertikale Tcniperaturabnahine den adiabali-si-licn Retrag etwas zu überschreiten).

2. Wenn Regisli innigen vor und nach Sonnenuntergang über ITitH) m graphisch eingezeichnet und durch eine Linie verbunden werden, so zeigen sie stetige Aenderun-gen in derselben Richtung vor und muh Sonnenuntergang. Z. lt. wird die Temperatur, wenn sie im Steigen begrilfeii ist, auch nach Sonnenuntergang fori fahren, zu steigen, und zwar in demselben Grade wie vorher. Wir geben als beliebig ausgewähltes Ueispit'l die Tciii|>craluren am 20. .Iiiiii IK'.IH in einer Hohe von 2(i<l0 in:

Zeil tXachinitt.): iV'.'.o f,'<:{2 ti,l12 7,'2t 7l'.Vi Temperatur (C): —2..V —2,4° —2,1" «mm*up*, —2.3°

liti

i\. \VYnn — was häufig vorkommt — «las Instrument mehrere KH» in iiher einen Punkt, wo die Temperatur lH'stiniint ist. empor steigt und nach einigen .Minuten wieder l>is zu dieser Schicht sinkt, so stimmt mm die Temperatur im Allgemeinen Iiis nur wenige Zehntel mit der zuerst aufgezeichneten übcreiii. Kommen grössere I llleixhiede Vor, so geschieht dies stets unter Bedingungen, welche w wahrscheinlich machen, dass die Temperatur sich in der Thal geändert hat, z. It. an der Grenze zwischen einein kallen und einem darüber hiiislreicheiidcii warmen Luflslromc. Hier treten starke vertikale Tciuperalursehwaiikuiigcn auf, Iheils in Folge von Wogenhildungeii, theils in Folge der Trägheit der aufsteigenden Ströme, welche mir auf kurze Kulfernung -gelegentlich loo bis 2UU m — in die wanne Schicht eindringen.

I)as llaarhvgi'omeler isl nicht so zuverlässig. In gesättigter, nebliger laill zeigt es zuweilen Hm"'", iiiaiichinal aber auch |ofin'« und nmli mehr an. Nach Vergleiehungen mit dein Psychrometer scheint es bei sehr geringen Feuchtigkeiten ebenso ungenau zu sein. Ausserdem isl es träger als das Thermometer. Hei einem plötzlichen Wechsel von lein hier I.ufl zu trockener sinkt die He-gi-tiirlcdcr zunächst rasch, dann immer langsanier und braucht IT» in extremen Fällen sogar .*M> - Minulen, um zur Hube zu kommen. Solch rasche Ai'iidet iiiigen der Feuchtigkeiten kommen baldig vor. So kann sie zwischen H:U und |OlV.i zwischen dem Gipfel eines Gumiilus und einer loo m daiüher gelegenen Schicht schwanken. Zuweilen gehl die Megislriileder unter O" » herab. Das Hygrometer ist am Observatorium für eine Amplitude von etwa 70"'« geprüft,

Das Anemometer wird durch Dru-chculliige in geringer Knlleriiung übel dem Hoden untersucht, um die Drar-hen-Aliemomeler nahezu in derselben Höhe wie die Itbscivaloiiiuii-Aneinonieler zu hallen. Die Vergleichung er.»lreckl sich digkcilcii von ") bis Iii in i». s Die ful geben ein Beispiel solcher Prüfung:

3fm

FIG.2 3

'°i 3\ SÄSPl 70 PER C

■77/f so

\1 il risi A

OO SO TO so

■uiTrt^ «« str.omo M 19.

Zeit (Nachmittags): 2''i7 2'':V)_3"o.i Drachcn-

Aneinoineter: Hi.;{ l.'t.timp.s. Normal-

Aneuioiiiclcr: lli.o li.ñnip. s Wenige Minuten später wurde du Drachen von einem kleinen WirMwind am Boden gefasst und das Inslruiiieul so beschädigt, dass Prüfungen Ix'i derartigen f ¡eschw indigkeiten nicht wiederholt wurden. Geschwindigkeiten von über 2~> in p. s. können in grössotvi Höbe noch mit Sicherheit rcgisltirt werden ohne Schaden für das Instrument; z. B. liess sieh feststellen, danni t». Febr. HIUO ungefähr 2 Stunden lang 11 2\) in p. s. Windgeschwindigkeit in 201«) in Ibihe herrschte. Hirse Zahlen sind nahezu wahre Geschwindigkeiten, und nicht, wie die gewöhnlich Veröffentlichten Aneinoiiielorangabrii.') 1S--2oxii zu hoch. Nach znldrcirliiti Proben lässt sich aniiclimen, das.- du-rcgislrirendeii Gcschw'iiidigkeilen seilet um mehr als I m p. s. falsch sind: o>n den NormalweiIben weichen sie dtircS-schiiitllieh mir um wenige Prozente

Die Diacbenaufsliege. wcU-lic u: dem neuesten Hullelin des Blue 1 Iii! Observatoriums (\r. |, 1 ! M « » : \r. Til-r ganzen Heihe) bearbcilel sind, sind die vom 23.— -2H. Februar, 21.—-'7

Mai, r. — Ii. Scplelnber lllld JH. OkloUl

bis 2. November Isit'.i. Die griissle» Höhen, aus denen dabei Hegisli innigen erhallen wurden, waren:

2.'». Februar:

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auf Gesellwiu- I geiuleli Zahlen ■

l. .1 Ii .1..

gellliilli lillelicll Ii'

mit dem an il.-i I mielen I II.seri al"' ten «■» iliinsimrakl.il .1 etlialleiieli \ii;-;iIe-li

Tin f ieschwindigkoiten, welche Ihm den Fohriiar-aufsliegeii nicht regislrirl waren, zu intoipoliren, wurde der Versuch gemacht, «Iii- (ioschwindigkeit aus der Zugkraft der Drachen zu berechnen. Dabei ergab sich, dass clü- tieschwiudigkcit in einem annähernd konstanten Ver-liältniss zum Drachenziig sieht. Theoretisch sollte hei glei< her Winkelhöhc und gleichem Druhlgewicht die Ziig-krafl proportional dem Ouadrat der (ieschwmdigkoit sein, die Versuche zeigten aber nur eine einfache Proportionalität, ausgedrückt durch die Formel p - a v. wo a eine Konstante ist. Ks rührt diese Abweichung offenhnr von der Iteniilzung der elastischen /"iigel und von der llinzufügiing von Drachen, tun das vergtüsserle Ocwichl der Leinen zu Irauen, her.

Hei den Druchciiuufstiegcu im Mai hliehen die Drachen und Instrumente drei aufeinander folgende Nächte in der hilft, indem die Drachen Nachmittags oder Abends aufgelassen und Morgens wieder eingeholt wurden. Diese Versuche waren besonders zum Studium der lügliehen Perioden wichtig. Die Aufstiege vom .51. Oktober und 2 November winden auf der Vorderseite und im Mücken einer tropischen Cyelone angestellt, die sieh längs der atlantischen Küste fortbewegte. Dabei wurde eine Windgeschwindigkeit von 2"> m i». s. in 2."><H) ui Höhe regiMrirl.

Das Studium dieser und der vorhergehenden Aufstiege hat zu folgenden Schlüssen gehihrt :

1. Die Atmosphäre ist durch scharf ausgeprägte Gebiete mit Toniperatur-rmkebr in ülrereiriaiider liegende Schichten gelheilt, von denen <lie obere Schicht potentiell wärmer ist als die darunter befindliche. Potentiell wärmer wird hier eine Schicht genannt, wenn sie bei dein Herabsinken durch Konipressionswärine wärmer wird als die liniere- Schiebt, (iewühnlieh sind zwei, zuweilen sogar drei Schichten zwischen dem Hoden und .1000 in Hohe vorhanden. Die Cienzschiohtoii zeigen in vertikaler Dichtung einen scharfen Kontrast in Heziig auf Temperatur, rViiehtigkeil (sowohl absolute wie relative) und zuweilen auch Windrichtung. Diese Üchietc zeichnen sieh durch •las Maxiniuui der Windgeschwindigkeit und häufig durch Wulkenbildung aus.

Die täglichen Temperatur- und Fenchtigkeits-•\eiiilcrungen. wie sie au der Krdoherlläeho beobaehlel werden, linden sich nur in der untersten Luftschicht und erstrecken sieh selten bis zu mehr als KUX) in Hohe.

:\, Von den uiipeiiodisehou Aeiiilerungeii tritt das Miiiiiiinin der Temperatur und der Feuchtigkeit gleichzeitig in allen Schichten ein, nur in den iintei>len ."M.N» in

verspätet sich zuweilen das Temperatur-Minimum in Folge von Hodcnslrahlung.

h Die Luftschicht bis zu .1000 in ist in der Nähe der Centren der C.yclonen «hirchsehnilllieh ö" wärmer als im Centrimi der Anlicyelone.

5. Alle Verhältnisse, welche die Cyelone und Anlicyelone an der Krdobci lläche charaklerisiren a!-.. Windzitkiilation, Wolken. Niederschlag — erstrecken sich durchschnittlich nur bis zu .UHR) in Höhe. Darüber herrscht eine vollständig andere Verlheilnng in Heztig auf Druck und Windziikiilalmn.

ti. In den tiebicleti niedrigen Druckes isl in den obern Schichten die hilft kalt, klar und ausserordentlich trocken, während sie in Hochdruckgebieten oben warm und häulig feucht ist. Hei den Diachenaufstiegen auf dem Hlue Hill am ¿1. und 25. November 18HH liesseu sieh drei Windzirkiilalioncn deutlich unterscheiden. Die Oherllächencyclone hatte eine Dicke von nur N00 in, darüber befand sich eine 2000 in starke Cyelone mit warmem Ontrum, dichten Wolken und Niederschlügen. In 3000 m Höhe webte am 2i. November der Wiutl aus Süd und dreble sieh um ein tichiel nicdeni Druckes mit kaltem trockenen Ceiilrum, während gleichzeitig Hillen Nonlwind herrschte, der sich um eine < Iberllachen-cyclonc mit warmem (.entrinn bewegte.

Im beifolgenden Diagramm zeigt Fig. I die Lage der Isothermen über dem lllue Hill vom L, T>. und Ii. Sop-tember. Die lleobachliitigeu sind riunii Dunkle gekennzeichnet. Die schraffirlen tiebiele zeigen die Schichlen mit Teinperalui-I'nikehr. Hin barometrisches Maximum zeigte sich am Hlue Hill am ö. September früh Morgens und ein Minimum am Morgen des I». September. Fig 2 zeigt die Linien gleicher retali ver Feuchtigkeit für dieselben Tage. Die einfache Schraffii ung kennzeichnet die Hebiele mit mehr als 70"mi Feuchligkeit. ilunklere Seliralfirung bedeutet Wolkenbildung. Die unioni Wolken, welche sich an jedem Tage Mittags zeigten, waren Cumuli, während die hohe Wolke am '>. September ein leichter Nimbus war.

Fig. 3 zeigt die Linien gleicher Dampfspannung und Fig. i ilie Linien gleicher Windgeschwindigkeit für die Tage vom V. bis i». September.

Der hier besprochene Fall isl ein typisches Heispiel und zeigt die grossen Veränderungen, welche in der Atmosphäre auftreten in der Zeil zwischen dem Vorübergange eines barometrischen Maximums und eines barometrischen .Minimums.

Ein neues Barometer (..Luftdruckaräometer-)'

i>r. Knrl T. kimiht.'i

mit :t rlguron.

Fi.-l vor Kurzem Herr Professor Dr. Fiiistcr-walder in -einem Aufsätze über • Ortsbestimmungen im Ballon- (III. aeron. Millheil. 2. Jahrg. IHIK), S. I IT.] von Neuem eingehender itiisgclQhft, dass baionielrisi-lic llöhen-

messungcn hei sorgfältig ausgeführten Ballonfahrten mit einer mittleren Genauigkeit von In in liei ¡000 in Höhe ausgeführt werden könnten, wenn die dazu i

benutzbaren Barometer l>is mir *h nun Queek-sillier.s'iule genaue üiftdrueknngaoen im Gallon

liefern winden: denn die Felder, welelie aus der Unkenntnis* der Temperatur der Luftsäule und des Hummelei slande- der üasissla-tion herrühren, lassen sieh gegenwärtig Ins zu einem Betrage herabmindern, welcher für Kmo m Mühe nur eine l'nsii herheil von 10 in hervorruft. Es fehlt aber an einem Instrumente, welches genügend richtige Druckbcstimintingen erlaubt: denn das oitccksilherburoincter, wol-elies als slaiuliiistruiuimil Ins auf '.'io mm genau die otieeksilherlnilieii an/.eigl, einer llühcn-dilTcrcnz von 0,6 m im obigen Talle entsprechend, gibt nicht mehr riebtige l.uftdruck-angabeii, wenn der Gallon mit zunehmender Geschwindigkeit nach auf- oder abwärts bewegt und zwar bringen die gewöhnlich im Mallon vorkommenden llesehlcunigiingeii von l'O ein pro Sekunde Fehler bis zu Genliinctcri» Quecksilbersäule hervor und damit l'ehler in der llöhenbesliiniiiung, welelie weit über looni hinausgehen.'! Das Arictoidbaiotiieler ist zwar ein ausserordentlich bequemes und empfindliches Instrument, allein es sind .-eine Angaben naht mehr genau, wenn es sehr ra.seben Dnickündeiungen ausgesetzt ist, wie dies im Gallon unvermeidbar geseheben muss; die Fehler des Aueroids liegen hauptsächlich ilarin, da.-s die Kose, nachdem sie einmal deformirl wurde, nach Wegnabine der detormirendeii Ursache nicht augenblicklich wieder in ihre alle Form zurückkehrt, sondern erst allmählich, und zwar dauern diese Nachwirkungen lauge Zeit fori und überlagern »ich in koinpli/irter Weise: die Aneroidangabeii sind au.»

'i Vergl. meinen Alfwitl hierülier in ilcr physikalischen /cilscliritt Nr. H7. S, :VM IT., 11)00.

*i Siihncke uiiil V i nstervv.i hier. Hemel klingen über die bei Italliinfatirlen erreichbare Genauigkeit, Zcilsctir. fiir Luftschiffahrt uml Physik der Atmosphäre, 18t»l, S. 177.

diesel» Grunde oft bis zu i mm Hg falsch und vereiteln so durch diese uoknntrollirbareii Nachwirkungen eine grössere Gennuigkcil als 5o bis Uni m hohe.

Obwohl nun mieli den Fnlcrsiieliuiigen von F in.-tei-w a Idei plioliigraimnelriselie Aufnahmen im Gallon eine beträchtliche Krhöliiing dieser Genauigkeit ermöglichen,1) so muss dtm'b ein llanunuler, welehes im bewegten Gallon unmittelbar die Höben prtw-, rieht ig anzeigt, ein verfolgciiswei the.- Ziel der Mes.-kunde bleiben.

Ausgebend voii der dreifachen Forderung, danti ein solches Barometer I. unabhängig von der Gesebleiuügiing des Ballons, 2. so empfindlich wie das Ihieeksillierbaronieler und .1. frei von elastischen Nachwirkungen sein müsse, bin ich selbst mehrere Jahre lang damit beschall igl gewesen, ein Koustruklions-' prinzip für «'in solches zu linden, und gelangt-'

schliesslich zu dem im Folgenden bescarie-

i benon Instrument, dein l.uftdrtiekarüomeler .

das sich am kürzesten etwa als Slielaräa-

nieler bezeichnen lassi, in dessen unterste'.

ausgebauchten Thcil am unteren Ende eine

OcITiiung angebraelil ist. ho das.- nach Kin-lauehen dieses Aräometers in eine Flüssigkeit je nach dein über der Flüssigkeit laslcii-1 den Druck verschieden viel Flüssigkeit in den Hohlkörper eindringt und das Aräometer somit sein Gewicht ändert.

Hcschrcibting de* Ve rs ti eh sinst rumente*. Ber Garomelerkoi|m'r (Fig. I) besteht au-eitiem ariiometerformigen Gelas.» aus (ilas. Pigili i. an dem 3(1 CHI laugeii Sliei schlie-st siili

Cine Krweileriing an, welche tinteli cine 5 inni weile (hlfuting 0 cnlhall und in eiue mil Otieek.»iuVr zu milendc Kttgel cndigt. Die Erweiterung ist gpgen don Haum ini Sliclrohre au der Stelle '/' berineliscli dui eh (ila- ahgcschlosscn. l'itili man die Krweileriing mil \\a--er, elwa -o weit, dass der Gannì F voli Flit-.-ig-keit Irei bleibt, und briugl man in die Kngel cine ge-eignete Minge Hg, so wild dei Aiaouietcl kiirper ili eiiieui niit Wasser gefulllen Gclìis- .1.1 -idi in cine

ti Vergi, die oben «il, Arbeit Kinsl crwa liters in dieser Zeitschrift.

Iii)

ht'stimniie (ileiehgewiVhlslage einstellen, welch«' dadurch b«'«liiigt ist, dass tut' Min dem ganzen Körper verdrängte WasKeninuige gerade soviel wiegt, wie «las Ariioineler. Du «Jas Volumen V sieh ändert, wenn «ler auf «Jas Wasser in .LI wirkende Luftdruck sich veranderl. so ändert sieh atieli «Iii* diueh V venlräiigle Wasscrmeng«, und so stellt sieli bei verschiedenem Luftdruck das Aräometer verschieden tief ein. Hält man die Teniperaliir konstant, .-i» lässt sich vermittelst einer in dem Sliclrohre angebrachten Skala das Instrument zur Messung des Luftdrucks verwenden.

Das («dass .1.1 ist aus einem min starken Messing-relire hergo^lellt, welches bis an den Kund mit dcstillirlem Wasser gefüllt ist. J.l ist in ein ähnliche* zweites

anschlug A', am Hoden von .LI und ein in das Glasrohr einsetzharcr Guininipfi-opfen (P) — punktirt gezeichnet—, und schlk's.slieh ist noch zum Schulze des (das roh res eine Messingrohrkappe S.S in IL eingeschraubt.

1 in den Innenranm von AA auf konstanter Temperatur zu hallen, wird zwischen .LI und IM, ähnlich wie heim Utinsen'schen Kiskalorimeter, ein Kismantel eingefroren und dieser Kismantel seihst wir«! durch das mit Kis gefüllte tiefass ('(' gegen Schmelzen geschützt. Für «lie Zeit der Ablesung wird (iVfüss ///* etwas emporgehoben. ('(' ist durch ein weiteres Klechgclass 1)1) thermisch geschützt. Oer Zwischenraum *" - /> ist entweder mit Kis oder trockener Schafwolle oder sonst mit Isohrmalcrial ausgefüllt. Die drei an hl> angelöteten

                                   

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.*♦»' ne IV Pv ftr»r>n Queck* ilb*r - 3a r o/H.

Fi«;ur :

Geläss Ml eingesetzt. Oben is| IM in eine ringförmige Halle /•, eingelötet, und in der Milte «lerselben eine "«'llnitng ausgespart, welche getade gestallt-!, «len Gylindcr • II in IM ciiiziisclzcn. Auf /.', wird mittelst l.eder-zwiselienlage und Schrauben eine ähnliche /.weite Scheibe '<', aufgesetzt und zwar so, dass .LI gegen //// hin «asfcrdiehl abgeschlossen ist. Mit /■'_, steht die Ablese-"taike in fester Verhindiing. indem in /•'.. zwei kurz«' Ib'lirsttilzen Kf-J eingelötel sind, die /.wischen sieh ein ülasmlir HU mit Siegellack oder Mleiglältekitldielitiiug ■uifiiehiiien. Auf UU \A eine leine l'iiigtnarke MM ein-geätzt, an welcher tlie Stellung der Ai-äoineterskala ah-e«'k>sen winl. Dem Zwecke, <l«»n («htskiir|>«T während des Transportes gegen Stuss zu schützen, «licnt der Kork-

Ilaken dienen dazu, das Instrument im llallon aufzuhängen.

Das Schmelzwasser wird durch «Jen in F angesel/teii Schlauch abgelassen oder es wird, falls «lie Anssen-letn]ietatuf unter <f sinkt, durch den Schlauch Schmelzwasser wieder zurücklaufen gelassen. A',, A's, A'„ stellen Korke vor.

Nach den hei einer Ballonfahrt am Kl. Juni 1800 mit diesem Instrumente gema<htcn Krlährungen blieb die Innenli'in|icniliir während der Fahrt währeml tJt>r Ii Sliinileti von Früh "> bis Vormillags II Ihr, in denen Tem|iei-aliirme-simg«'ii gemacht wurden, konstant.

Die («leicJigewichlslag«" «les Aräometers ist dadnri h gegeben, dass «las Gewii-ht tlcs AräonicU'rs (= (iewu-ht der (tlasthiile -j- Gewicht des MiiceksiIbers -|- dem der

Cingesdilussciieii Lull) bicicli i>| linn 4 » • • \x i • -1 ■ ■ der dindi

die ciotauchetHlen Theiki vrrdrilngteii VVn^OTmciige.

I'.- Iiilirl diesi- (ilcii hung /lir lolgi-lldi'll '.lllj.'i'liiilii'ili'ii i

Rcxiehting swhtcneu der taindruekdilTereiix (/< /<„i und der Venehlebung n ./J dr> SUdrolirett.

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wo <•„ dun zu etileni besttinnilrn Hunk /<„ im Inmin des

Tnuchcis geilTirige Voltimeli des eiii-jesrldio-ciieii liases isl,

7 mid if hc/.w. die Onci scintille des e\ lindi ìm Inn Slicliohrcs inni di - h.....tirniimo der Ki weilcitang I',

s mid o hc/u. die s|n/„ Ucwiehle UHI Wasscr und I_ nei -k-ilbcr liedciili'U.

Ahs der Iilcii-hgi'\viiliis|iciliii_iin_ gititi hiTvnr, dans dan Iii-iiiiiiiciiI iini-hii>fiii<11ielt gegun rertikalc Bc-si thlentligungcn isl: es In-sl snh dies soluti tinnii den Vctstieh hcslaligoti. wcuii man es in ciucili I'nlir-sluhlc wuhrend de* Anl.ilueiis nilcr Aiiliallcns benhai hlt-l. udir mIuui. wciiii man es dirckl mudi hehl und seitkl: e- Melili daini die Kili.slcllliii» utivclaiidcit. I he I,,-iiliaclitutij' «Ics l.iilldiinkaraoiiiclcis withiciid der Ila I lot t-

rahrt v..... Hi. .limi IK!.!> dutch I lenti Prof, Kiusler-

waldcr licss elienfalls erkennen, ria». da» liislnnnetll siili a|ici indisi li und unabllSngig von den liallon-

lie.-elllfilllil'UllJ'cn cillslclll.

I'm zu erkennen, oh das Instrumenl Nadiwirkungen Wrfgt, die namcntlii h daini /a hii • lili-n >ind, wcmi die

Kiilllliissi'.'kcii Icichi vciilamiilt. Indie idi im Lalioraloriuin iiichr.aoh Versoi he aiig'cslclll, bei wcldicu em Une. k-sillieiliaiomelcr. cin kiim|icii-iiles Iloloslciic-Ancroid und incili l.iillili'iK'kai'anmclci in Kiimmunikatinii mil cincin gnisscii an die l,idi|>iini|ic angcsi hlo-sciieii GlosbaHon Min mi I Inhall slaiidcu und Ihiickiiudcningeu voti ò XU .*. .Mimmi (ti \ m gettonimeli wurdeii. rìg. 2 xeigl dw Ueber-

legeilheil des ImiiuI/Icii lii-lnmicnles |Fig. I) gcgcniilier liuiII Anellini sdir delltlich.

Die l'.iii|'liiidlichkeit des l.iiltdiuokaiàoiiielers lassi

Meli cilnliliili Bleigcrn, wrnn man die Volo mainici uni.' dcr im 'l'anehci abges|>crrten Lufl V nielli auf die Volum-

lllfsslllt!' des cinlailelielldcli Slide- /iii i.ekliillll, sondcril

ani VVtigung, itidein man ilen Tauda*rkfirper bei 2*ab-

sehmil/l. au eineii fcincii l'Ini indiali! knQpfl und etwa uni I Itili»! del- Mohr'si lieo Wltge uicgl. Ili dic.sem

Palle licircii man sieh voli den knpillaren Slurungen,

u eli he siili imi Slide gelteild mai lieti, und hai die Temaci,iltll-lcilllli;' nudi «lem Imicieii des ani il" ('.. zu hallendcii Kainite- atti cui Minimiuu redii/iil.

l ine eiiiychciidc Bescbrcibung diewes Lufldruek-

ai-iioiiieleis .-ovvie andcici ahnlieher l.ul'tdrui kiin— iiisliumciilc und dcr mil iliiien BUHgefilhlicn Vcrsinhc wild ut delti iiiidislcii lidie dcr Metcorolnj-ischcn Zcil-

schrilì, hcraiiagegcl.cn roti Hauti und (!. Hollmann

erschciiien.

Miiliehcli, l'aule Mai ÌHINI.

riivsikalisehcs luslilul der Tediti. Iloclis. luib-

Vòa einer intereisanten Wolkenbildung-, «ebbe in Hamburg ani Naehinillage de» I.V Mai il. .Is. am imi.lli. In-u Mimili I zu lie.iliaelileii uai, |;elM-ii «ir l.i ^telnn.l Skaz.n

l'in + Dir uliersnannle den mudlii Inn limi/.nil em gleirlmiXlMiger selimaler Cirrusslreden, Welclicr «lenii dem Naelilliosen eilie durehaus regelmiissige, der Krdrunduiig ini,i.ie. bende Wi.lbiin. besass und in seiner gn.ssleii lb.be mi N.inli.iinkle et»a 20"

weilerem Vorri'nken ib-s die «anzi' Spliiire uberbriirkenden Cirnis-Im.gens inimer z.ililren ber wiirilen. dabei durrbaiis |iarallel blu lin d<ui ut sie bineuisidialleli.leu Auge alno naeb dem N .i-l( i.>'

xn railnren silnenen Als eliditeli gegen li t'br das Wolkenbild

Kiwiir i.

Im. li sland. Dia Windm bliing »ar bei klarem Sonnensebem und un lebrigen Tasi wi.lkonle.soin Firmameiil .islltcli. (Kig. I Ha ih don iiIh-ioii Si hi. Idoli der Aliin.spbriro niirillicher Wind taf berrsiblo. so ril.'klo der ganzo C.irriisslroif.n allinàbliib aiti lliinmel naeb Suilen ompor. sicb slelig \erbioi|. rnd. .Naeb ungefalir einer Sliinib- beganu der Nordwind aus dem ( rsl-\Vest-r.irnisslreifon an violen Slellen kleine Slrabbn beraiis/iiweben, welebe bel

Fitrur t.

bis M einer Ih'.ho voti lo' ini Nordon vorgesrlirillen war, glirb es frappanl oiiiem slrableiimrinigM Xordlii Id, fiir das man es zur Naehlzeil ballo ballon k.innen. W.dil sellen diirften so regel-mftssige Wiilkenf.irmeli beobaeltlel worden. (Fig. 2.)

Arlliitr Stentaci, Hamburg

Meteorologischer

II. llergcsell : Ergebnisse der internationalen Halloiifuhrh-u. Theil II IV. Meteor. Zcilschr. 17. S. 1- 2fS IIKKI

Mie Ansammlung von ücobachlungsuialcrial der internationalen ¡siniiiltanfalirlcn musste den Verfasser als Präsidenten der internationalen aeronautischen Kommission in erster Linn- zu einem eingehenden Studium veranlassen. Eine líeihe von Abhandlungen III der Meteorologischen Zcilschrilt zeigt in logischer Eolge den (iang dieser Studien. Im .lahre 1SÍI7 erschienen -die Ergebnisse der ersten internationalen Ballonfahrt in der Nacht vom LI, zum 14. November |H*.M>>, dann ein vorläufiger Iteriehl über »die zweite lnternalionale Kali ri am IH Februar 1 K5»T - und in Folge der dabei sich zeigenden Mängel der Thermographen: Theoielische und experimentelle l'nlctsiiehiingcn ülier das Verhallen von Thermometern, insbesondere solchen, die schnell wechselnden Temperaturen ausgesetzt sind ■ (Metcorolog Zeitschr. 14, S. 121, 141. lH:ti. In Ergänzung zu der letzteren Abhandlung erschien IW)M eine Mittheilung über den Tiägheilskocflizienti-n eines Thcruio-ineters i Meteoro!, Z'-ilschr. IS, S. .Ht.'lt. IKÍÜI wurde mit einer zwanglosen lteihe von Aiifsalzin linier dem Titel: < Ergebnisse der internationalen Ballonfahrten - begonnen, von ihnen der erste Theil. die Beobachtungen im Slrassbtuger Fesselballon am 7 und K. Juni IS'.lS i.V. internationale l'aiuti einen Beitrag zur Keiiiilniss des täglichen und nächtlichen (¡auges der Temperatur lielerte iMeleor<d. Zeilschi. 10. S. 4!h. Mit den näilisten drei Tlnihn haben wir uns hier zu beschäftigen.

Theil II behandelt: Neue t'iitei'sllchungen zur Best i.....muglici

Genauigkeit von Tcmpcraturtiicssuugen hei Ballonfahrten Ks mag daran erinnert wenb'ii. dass l'rof Ilorgc«ell für Soiidiihallotis an Stelle des Boiinlon-Tlierniogiaphen sogenannte - Laiiicllcn-Thoimo-ineler • Iscnulzl, welche als wiiliiiccmplindln hin Körper eine weniger als ' 10 mm starke Lamelle von 2.Vi mm l.iinge und II min Brede aus Neusdbi-rhlei Ii besitzen de-eri Ili Folge der Te ni peral in 'Veränderung eint rei ende Längenitnderiuig gemessen wird, Die Lamelle ist in einen Bock aus Giitllanuics«-lien Xiekel-slahl gespannt, dessen Ausdehnung so gering ist, dass sie völlig veriiachlässigl werden kann, so dass sich die Ausdehnung der Lamelle ohne jede DilVereiiz auf ein Hebelsyslem überträgt, das die durch die Tciiiperaluräiideriiug bewirkt«- Ih-negung etwa 2>Ht Mal vergtösserl. Das lleli>-lsysleiii trägt eine Srhreihfcdci, die die Temperatur auf einen I'hrcyliiider iiuf/i-ichnet. der sich in nahezu zwei Stunden um seine Achse dicht Die gründliche Intel sllf billig dieses l.auielleufhei uioioelei s und seine \ ergleiebung imi dem Bourdon-Theiiiioiiieter rührten zu folgenden wichtigen fleslllt,iteli

1. Die bisher bei den unbemannten Falliten verwandten Kegislrirlheruioineter, die im Wesentlichen in Ihiluite-llesaticon-s« her Art gegen die Sonnen.traillen geschützt waren, geben nur während des Aufstieges die Temperatur mit einiger Genauigkeit an. da dann die dun h die vertikale Bewegung verursachte Ventilation im Allgemeinen genügenden Schutz gegen die Sonnenstrahlung bietet.

2 Die Angaben dieser Thermometer bedürfen jedoch auch unter diesen Einständen einer Korrektion, die sich aus zwei Theib-n zusammensetzt. Der erste Theil rubri von Sliahliiugs-ipielleti der umgehenden Körper her und ist für jedes Instrument und jede AufhängiiiigsinI besonders zu bestimmen. Im Hcriintc-sclien Korbe beträgt der Fehler im Maximum hir das Laiiiellen-Therinoiiieler — La", für das Boln'don-Thei inonieter 2..V. Der zweite Theil der Thei iiiomel ei 'korrekt ion rührt voll der Trägheit des Instruments her und ist nach einer in der Arbeit abgeleiteten Formel zu berechnen. Für das Lamellen-Tbeiniioiieler ist der

Lttteratnrbe rieht.

Trägheilskoi flizient so klein, das: er veiiiar-hlässigl Herden kann .'S Nur iiul grosser Vorsicht düileii dii- Theile der Thermo-iiielerkurveii. welche dein Al,-lug de« Ballons «Mitsprechen, zur Ahleiliirig von Teiiipc.ratuicn hetiülzt Herden, da in vielen Fullen der Tin ■iiiiotueterk<"irper durch eiru'li Beschlag von Wassel dampf am noiuialeii Fnnklioiiiren verhindert ist.

Der drille Theil der - Ergebnisse - bespricht die Temperatur-Verhältnisse der höheren und höchsten l.iiltsi hohlr-n, indem auf Grund der im vorigen Abschnitt enlhalleneii I nteisiichungeii da-. Material, welches die bisher ausgeführten llochfalnten mit Hegistrir-ballons geliel'ei'l halu-n, in einheilli« her Weise bearbeitet ist Es sind die Tempeiiilureii von .'il Balhuifahrleu von .VIO zu JUKI m bis zu KKtiin m Hohe zus.iic.inengestelll. obgleich dabei für einige Fahrten «'ine recht weitgidiemle Extrapolation iiothwendig war. Ihr Verfasser gelangt auf Grund dieser Zahlen zu folgenden Salzen:

1. Die Alniospbare zeigt in allen Höhenlagen bis zu llltHK) in Tiiiiperal nrschwank il Ilgen, die innerhalb eine« .'tjähngen Zeitraumes in sneiiiillli heu Niveaus 40» erreicht oder iilierschiilleil hallen. Von einet Abnahme der Grosse der Veränderlichkeit mit der Höhe lassen «he Zahh'ti nichts erkennen.

2. In den höheren Schuhten ist eine Abhängigkeit der Temperatur von der Jahres/eil (Verschiebung des Maximums auf den Herbst viel weniger ausgeprägt als eine Abhängigkeit von der Wetterlage. Die Beweglichkeit der Temperatur in zi-illicher Beziehung besteht auch in öHlicIlcr Hiilsii hl. Auch in ihn höchsten Sciiiclilen können einige 1<KI km Von «-iuander ctilloitil TompciatUr-llolei :-i h rede von ;4l> — 4*J° vorkomineii.

'•\. Ebenso wie die Temperatur zeigen auch die Teinperaliii-graiheiileii regionale Verschiedenheiten, welehe in erster Linie von den veränderten meteorologischen Verhältnissen abhängen.

Geradezu übci ra«< bind ist das Ergebniss lies vii-rlen Ab-sihnittes. in welchem dri-i inlct nationale Fahl Jen ll.'l. Mai lrt',17, 24 März IN!«.. :i. Ilktoher IKÜM. untersucht sind. Für jeden dieser Tage sind Isobaren und Isothermen im Mcc re sniveau, in ¿"11)00 und Indult in Hohe gegeben, bezüglich denn Abteilung und Genauigkeit auf das Original v«-rwie«-n werden muss Der Irl, Mai brachte in Millel- und Wesleiirojia typische Källerückfälle; die Balhiiiaufstii'gi' zeigl«-n nun. dass die Temperatimcrthcilulig bei diesen Mai'röslcu keine lokale, an die Eldoberllä« he gebundene Erscheinung war. sondern ein Phänomen von weitgehender Mächtigkeil und Bedeutung, das -ich auf die ganze über Europa lagernde Luftsäule bis zu den Ihm listen Schichten ersliei klo, Es hel.ind sich über Europa in wislöslhclier Biihliing von den Weslküslen bis lief nach Itusslaml. in iionl-.tidlicher liichlung von Skandinavien bis jenseits der Alpen sich erstreckend, ein miii Migcr Luft-Wirbel, der mindestens im Niveau von HMK81 in begann, wahrscheinlich aber viel hölicicii l'rspriings war. und mit abnehmender Intensilat bis nah«-an die Erdoberfläche reichte In dieser Myelone Waren die l.iiftiiias-eii eulsprecbeuil dem barisi Inn Windgeselze bis zu den höchsten Höhen in Bewegung, und zwar derart, dass ihr- Siroinbahiicli fast genau den fsi.b.o.n ihr höheren Niveaus folgten. Berlin lag ungefähr im läiiliiim dieses Wirln-ls und halle von l.'iim in an in allen Sehn bleu itrmier die niedrigsten Teinpera-Inieii. Merkwürdiger Weise licssi-n sali auch bei den anderen beiden Fahrten ähnliche Lnlfwirbel. wenn auch in nördlicherer liiclilnng. nachweisen. Verfasser gelangt daher zu folgendem I! ■sidlat.

■ Die geschilderten drei inb'inali'inalen labilen fiihren ilein-geiu.lss säliimllii-h zu ilelnselbeii nieleMtologisehen Phänomen.

Jedesmal flogen die Ballons in einem ausgedehnten Lufluirhi I

Von Itedeub-nder vertikaler Mächligkeil, dessen Intensität um »i mäc htiger wird, je höher«- Schichten » i> in «h-inselben hetrachti-n. Dir Tcinpcraturvcrthcilung war in diesen Cvcheiicii stets *<c he-sdhallen. dass die tii-fstcn Tempi -ralurcii sich bei allen S< hu hb'ii in der Nähe der vcrlikatdti Achs«- dies Luflwirhcls v<u 'fanden. Wie habe n als«« in all« n drei hallen Lullwirbc I mil aii-ge-pnn bell kaltem Cent min vor uns » Zeichnet man «Ins«- Wirb« I in eine Polarkai le cm, so gewinnt man den F.iinltin k. dass die- l.ufimasscii in einfachen, wenn au« Ii nielil kieislorinig«'ii l!aluic-n den l'ol umkreisen. Ist diese Ergänzung bere« hligl, dann hallen die internationalen Aufstiege zum ersten Male den grossen IVird-sc lien l'idai wirliel nicht nur nachgewii-sc u. sondern am Ii seinen Aufbau in vci»cbicd<-iien Km/. Hielten eilor««hl,

J. Kister und II. («eitel: Kelter die F.\islenz eleklrisc her .huien in d«-r Atlu(is|ibäre, Terrestrial Magin-tism and Alm Kleetr. 4. S. >VA 'IM. \HW. Hei «ler Wichtigkeit, welebe Versiieb«' im Hallnil oder lull Drachen zur Klärung luflclcklrisclu-r Probleme haben. vcnlienl auch hii'r eine neue, auf dApcritucnlcl!«' Grundlage aufgebaute Tbeoiie der I.ufleleklrizilül Krwähniillg. Ks unterliegt kenieni /.Weifel, «lass auf (irilllil l-llier h.'friedlio'lliloll Theorie, selb-l w« im

du—«■ in Kinzclht-ilen noch ahgcändei I wnd. di<- Aiisli-Ihiii-.: und Anorclimng neuer V«-rsuc he kündig mit weit mein Au—u hl aui' Krlolg vorgeiKtmrneii werden kann.

Klsler und Geilet knüpfen an die Vorstellungen an. welche sieh die Physiker in den lel/.len Jahren über «he KIcktt'i/.itälsIciliing der Gase gebildet haben, Hiernach ist ein i.asiiiolekcil selbst unfähig, eine elektrische Ladung anzuiiehiuen oder zu ubi-i trag«-i>. dagegen kann es durch gi-wi-se 1.111«fkungeii — ähnlich wie b«i dd-m Vorgang der Kleklmlyse — 111 zwei cntgegeugi -elztc lleslainl-tbeib- zi-rlegt werden, deren Ladungen d'iiorm viel höher sind, als did-jenigen, welche den bc ti *-TT« nihil TbeiUheii ..Ionen «blich Ite-rübrung mit elektrisch gc-ladeiieu Körpern linlgetlnilt werden können. Gibt mau zu, dass «Iii- aluios|ihäi is< he Luft 1 du iwi wie ein Gas in gewissem Itelrage joiiisul isl. so bände II es sich l>ei der Krklärung lufh-Iekli i»c hei Fi »< heitiungeii nur um die Kenntnis-dd-r lledingungi-n. Uliler denen eine Trennung ipoti-iiliabliffereiizl oder Ik'weguiig n-leklr. Strom 1 jener schon piäexistiremleii Jonen erfolgen kann Die Hauptfrage, ob «In- Luft als llu ibveisc joinsirt angesehen werden darf. d.h. ob sie die Kähigkeit hat, eb-kli isrhe Ladungen forlzuh'ilcn, ist fiiiber schon bejahend beantworte t, neuerdings aber «Inn Ii «Ii«- Verfasser in einumr-dicu-r W«i-«- mittelst eines lür /erslri-uungsine->suugeil abgi-änih-i 1e:l Kmici'si Inn F.lek-Iroskopsli ebenfalls in positivem Sinne gelöst.

Keiner galt es zu untersuchen, ob jene Leitfähigkeit «ler Ihiupl-sai'he nach dem Volhanibliseiu Von .Ionen zii/lisilueihcil sei. Experimente in Vers« luedcncn Höhen ■ \V««lfelihiill> I. Ilre.ikcii. Sälitcs. Zcriiiatl. G«irnergrat■ führten zu f««lgi-lid«'li Itesiillalen: Die Zerstreuung d«-r Eh-kli izitäl isl nicht -- wie man früher wohl annahm — in nebliger oder slauhhaltiger l.ufl am goissleii, somlein gerade hier am kleirisli-n. und die gr.isstcn Kh-klrizilälsvi-rhisle wiirden hcoh.11 blcl, wenn ehe Luft von abnoiiuei Dui'chsii■htigki-il war. Nebel und Staub wirken also so. dass sie-die |!.\v, gln-hked der Jollen lähllien lind dadurch die r'.ntl.'liluugsgcsrhw'iiiiligkcll eines eh-kli ist heil Körpers herabsetzen. In Hochlh.il« 111 und in cl.-i Ebene-ist die Zerstreuung für positive Kleklrizilül ebenso gross wie für negative, die« Ii nimmt ihre Meng«- mit ihr Höhe zu Aui Iteig-gipb'ln Uberwiegi-n die positiven, an Wasserfällen che negativen Jonen.

«i Di.'wr Ap].-r.it j-ur M,--inip .Irr I Ii l»le mint:- ,•« -tr. uim^ uii.l t.c.i >!••< liixiikef di-ltar (iiliith<r cic liriiiin-. Ioae-i-r mit;. I. «rtgl

Zur Kiklarung ilies.r Tlialsadon miiss man sicli znnadist , l: Vi'isin he voti J. J. Th'iiii-on. Zehii\. W1N011 >-rinnern. n,u li «Ieri. 1 Unler ibi Kinwirkillig derselben «•lekti isr.hell Kr.'ifle cln- < cesi hwirid:. keil i-ines negativi ii Jutis gin-se 1. dire Masse also kleuni i-l al- In cine* positive!!. Ili Kolge ib-ssen liniss su li ein Voli jonisirtei Li : iimgebem. ; K«crper al-o aio h die lidi - voli selbst m-g.i' . ladeii, bis das dui« h s«-iii<- Ladung uni din elicgli- elekliisi-he F- il dell Untei-i loci der Heweglichkeil der J««ii«-n aii-gt«-ii bt. Hieina. I-c'ilt-iHH ht der koiislanleti iiigaliven Laduiig dei Krdi die 1 tl.«c In . .1 positive der unteli! L«ills< luclitcn. Trilt Nebelbihlung ein, so blcdn die voli «chi 11 luralikoiiiiiniitleri posiliven .lonen in der \c diel-« li 1 :,' siedici!, unii «-. bildd-t sudi .111 dei ohern tireiize cine p-di oN-k I liscio- Si liie hi mit hoheiu, aber mieli ohen si hllell n I «Il i-I 1 lucri I" l'olelltlalgefallc.. Liegi die kollllell-.ltn disse lui bl ili glcis-er'-r Ile [ .

so sinken che positivi it .loiii-u in il ' ri ca I le iter S< din Id lutei hindi-'" ,1 llotleu. die aufsteigeinleii negaliveu werdeu cl,ig< geo atl elei un'ei-i: Widkeiigreuze h-stgehaìten. In Fcdge ile--eu sinkl das Potenti.d-g« 'filile an der 1 1 •lolurllai he. vvàbrerul es oberhalb dir iint. 1 11 tirenzllaehe elei W«dke gru-sei wird. l'iir die Krklitrnng <l«-r gnes.c. I- leklrizililsineiigi 11 bei Icewiltern sind die Veisiiehe voli J. J T.-i 'ini son vviihlig. vvoiiai li bolide 11-.ition in m-gativ jonisii lei Full I. g«-i ingc i.'i Abkiihlnng «-nitriti, als 111 p>.-itiv«-r. S>»l«al«l ilw .•ieg..in ebklri-i beli Tneple Ivii liei an-l.lllen inni sii li vini iter eli<- VV,, [. iiiiigelu-iieb-ii. lini posilivd'ii lonen gclad'iieii l.ufl i-iilf<-riien. Vu".: d-iiii- sehr betrac lillu li<- l'oleiiliablilferenz ani Kosleii «ler Kri■ r. dei fallendeii Tropfeii 1 iitstehen liei vviterer Alikiililung wni- . aiuti dio p«e-divin .benen al- Koudens,'ili>>iiskern< , unii es eikvui su li clar.ius, da-s Nn dei-e-bla•.:«■ positive unii negative' Ladiei 1 uni su h (uni 111.

liefen-lll llioe lite Un Anse hltlsse atl «Ile-li Iterid II) lloch ein' 1

lieivorhidien, vvedeh il.inl.haie Aufgabe es fui die Acronauhk -an eleni vv«ilereii Auslciu «Iteser Thi-orii- ni il/.mv irkeii. l-s isl s« •■: il.iiiul Ingonnen. indilli Ppif. \\ lei 'lu-vl-Goll uigi n ani ;ì. tlklcebi r I* bei «'iiid-r Freirahrt gelegenllich <h-» inlei'iintion.ilen lo-ograpl.c'i lages in Ilei Ini Heob.n hlungcn uni «l«-iri A|cparal voli ll-lei i:n Geilel nngesld'lll hai

F. KuCsler: IHe Gesc-lze des Drae heiithijes in Dai-telluni' i-is! H.-re.•biillllg. Hc-rlili -.dh-li-il.igi 1 >< S. {*

Da «ìie v«ills.tan«ligd- l>i>iing des obigen Tbeuia- die die ni---si hnillic he Vervv l'iidung eh - I nacheri- eiil-c huibn vedi gru---Ih-deittung isl, so verdn ut je.ler lleitrag dazi! au« h un Kre:-«- l'i Lnft-i biffer und Meteocologen Heai hlniig.

Die KlllWleke-llingetl be/lchi'll sicb Zlllliii h-t lllir ailf ili"' l'I'e «1 klge. als Splelzellg b'kainile Unii ■|iclll|3< he. decedi bill e- An Vei fasser fOr l«-i« del, di'-e Klnggesetze ;uif deli llarggrave srl.di Drailn-n und den v«cii Siegsleld s« ben Di ai Icitihallou auszailel'ci. n Al- ciste Itediugung far ruliigen King vvml das /usaiiimeiifalV■■ vi m FUcIh tisi lnv ci punk! unii Gevv ichl—hw«i pnnkl i.ilem Pliv-d' vverden die Ausili ii« ke Mitlelpnnkl dir Paiallilkiartc-unii Mi'>'l; iiiillelpiinkl vii-lh'jd'ht gel.iiihger -e:ii' gefurilerl. Ih-' elici anl'l'1' Drailull wiikemleii K rafie: \\ indili iii k. S<h«.'ikrall litui K il" ' l.is-cn siili clami v 11 h.illrii-sinassig einlac b. oline lliii/ti; •',',I""J voli Drebkrafleii kouibiniren. ls vvi-nlc ri als.lami 1 unge r r-ig1'1 tiber Meigkraft, Kabelzng unii Kabelueigiing eroi te ri. 7. M-Fragcii wie bodh und vvn- -l<il stelli su li ci 11 Dr.ichen « in. *>"'' die Winilgesi 'hwimligkeil s:<h verd>cpp«-ll. oiler bei Wide beli! Ncifiin--winke I i-l die l'ragfalngkeit cui Maximum. An- den Furiinl"-' u. A. .un h die rapide Miigerung «ler bd-nothigleii Dr.n iK'i'li-1"" uni erhichte-iii Slellsl.in.le hervor: bei Auislii-gen in gru»-e I•'■'"r' isl ilaher DikIhii- inni Apparatgevv u hi Ihiinliehsl zìi veiring'"1

llclnerkelISVVi'lth isl. «la--. Velfa—ei .Hls the..1c-ll-1h.il Urinili"! «lazo gefiihrl wird. ein -«la-lise li geiuar hi. s line kgial ■ «bs Due-li' 1-

zu empfeldon; oin Gedanke, wclehcr — offcnhar «lini- Wisson dos Wrfassers — in «lem o|n«tisrhcn Ziigel Lei Draohenvcrsuolien ja jrwisxiTinas<«'n schoti zur Aiisfuhrung geknmtiion 'st.

Dio Artici! indiali zahlrcichc imi ski/Zenliafl ungi-ih-Utcte Ausliluke zur Anwoiidnng dor Fornichi, z 11. auf don Schwehclhig : dodi nuisscii «ir iins hegniigeii, in Bezug hicrauf auf das Originai i"u verweisen Wonn aui.li dio Zoil dos Verfassors. narli desson «•igouoii Angaboi), zìi Versuehon auf Grumi dor Iheorelischen Basi* nn!il ausronht. sui «aio dodi zu wiinsolun. dais doiscll.e zìi oinoin vvoil.n-ii Aushati dir Bn»is. z. li. Anwendung auf dio geboaiichliclioii I >ra< li.iifm inoli, Gelcgniiheil fiindo. Iloin Befeienleii si heint ohi m di Ini Ausi).ni nielli ganz leieJil z-i siiti, a ber orsi otne derartigo f-'rweilerung wiiidc omo volle Ausnlltzuilg dor abgclcitctoii l'ornielli «-rindgln lieti,

K. Wenx. Obscrvutnire-Sondo enlevé par eerfs-vnlants. L'aéro-

n.iiiie 3!l. p. ;ir>—:is. i Taf. Pino.

Fan lieslell. auf iveloliem verse liieiletle inetenrolngisohc Inslrll-inenle angehraoht sind. wild jede Mimile voti eiuer ' » m enllerllten E a mera pimi og rapili ri.

Speziell flir Uraelien, donni Hohonamlcning langs.im crfolgt inni dorili Bcnutzung aneli in cler Naelil wiehtig isl. wild dei llleluird'selle Barn-Tlli'lmo-ID glDgr.lph solimi alleili «egoll semes

•/eringcron llewielits il - I' « kg '. vorziiziolien sein. I>>r Weuz "sebo Apparai iKamcra. Iie-I.inge und Instruiiicnlci wicgl .'i'ikg. wonn aneli bczilglich iler Instiuiinnle — doren Znsammeiìslolhing unii Ari i inslweileii willkiirlieli ausgcwiiblt isl und ilalior liier nudi nulli kntisiit werilen soli olwas ani Gemelli gesparl wordon kann. Das Prinzip einer soleheii Hcgislriruiig isl ubrigens selion Didier praklisih eiprobi: vergi, z. II.: Die orsle wtssensdiiifllielio Naohtf.ilirl dos Munrhcucr Vereins Dir Luflschinahrl voli Prof

I. Solini ke limi Prof. S. Fin.slerwaldrr. Jahresber. des Miinehener Wreins fiir l.ullsi lulfahrl, IH! l'I Assmaiin. AulTabrleii dos Hcgislrir-balloiis .larrus . Zeils.br f. I.uflseluiralirl. 13. S. 172. IH»!.

Meteorologiche Bibllogpraphie.

Kris: Die «issi iiseliallln Leu Itallonlaliileu ani :! OkloLor IN'.W. Meleor. Zeilsehr. 17. S. 171-17:1. |!WH. Kurze Zusammcu-sldliiiig dir vou Paris. Slrassburg. Miinebeti. Derlin. Wun linei SI. Pctoishurg aws iinlernommeiieu l'alirlen Conile ll.de la VunK: Aseension eu ballon l'Aern-t iluli le J.i mais Punì Anniiaire Soo Mot. de Franco IX S. ;». IHUI. Beobaohlllllgen illx-r Dolio und Bildllllg del Si hneellocken ; aiissenlem genauo Bahiilioliinmung nnlle|>| aus»e«orfener l'osi-kart on.

Conile de Cast il Imi Suini-Vlelor : (Ibservalions failes pendant

l'asretision du 2>> mars Antiiiain' Su', Mèi. de Franee.

•IX. S. 7. DM si. Il,filiali-. Itoohachtiingcn ni) Sebneoivolkeii. J. Finire: Aseension du l*r avril Dm». Auiimiire >oe Mèi, do

Fraine IK, S. K. p.Mki. L. Tel<w»erene de Bori : Flude de l'atumsphi re dans la vorlii ale

par i erfs-volanls et ballons-.sondes Joiirn de Pbys. M II.

S. 125» Bt*. PUH Sdir interi-* sante l'el-er-iolit iiber die dicshczugtii ben Versili he imi Itosi «mieter Beriieksii htlgUU'.f ilei' l.llirielilllllgell lles Ohscrva-

loriuius in Tiappes.

J. Vlaeenl : Leii-ploi do» eerls-volanls eli iiieli'<irolu|;ie. Alllliiaue olisorv. de Bel(5i.|Ue polir pimi. IIiUmIIis USUI il» |,|. 1. Taf. Bereial ni N.itiin- «I S 177 l'.Hitl.

II. Ilelm Chi)t»n Keeetil expioialion m Ile- upper air aud ils

hearint! oli Dio llieon <d evi buios. Nature CI. S. III. MS II

II. llrlm Claytzm: Sludies of eyelonic and antieyelnnic phenomena wilh kites. Second meinoir Blue Hill Meleor. Observ. Bulletin Nr. I. Da Kl. :«) pp. <! Taf. V.

Bapport du Conille meleoroloaiiiue Internalioiiul. Deiinioii de St. l'elersboiirj; IKII1I Paris DHU). Kol halt folgende aeruuaiil isrho lierichle :

IV. Arbeiten der internationalen aeionaulisohen Commissioii nis März lHUD Voll llergesoll

V. ('nlersiieliungi'ii mit Balbins-Sondes und Drachen in Trappes von Teisserenc de Borl.

VI. I nlcisiichiiug der Atmosphäre mittelst Drachen in Amerika von Kot eh.

VII Die wissenschaftlichen aöionanlisohen Arlw-ilen in Berlin von Ass mann.

II. Assniann: Beiträge zur Erforschung der Atmosphäre mittelst l.uflbnllon, unter Mitwirkung von A. Bersun, II, (iross, V. Kremser und It. Sürini;. Berlin iMayer u. Müller) DKJÜ Dil pp. ö Taf.

Zusainiuetistellung einer Beihe allerer Aufsätze aus der Zeil-si Drift für l.uflsoluffalirl.

V. Bjerknrs : Das dynamische Prinzip der ZirkulatioiisbeWeguilgell in der Atmosphäre. Meteor. Zeilschr. 17. S. tl7- lüli. S. Ii."»—In«. DHK) Diese hochlM'deulsame, rein thenrolisohe Arbeit wird voraussichtlich noch eine lebhafte Diskussion erregen, da sie in ihren Konsei|iieiizeii sich den amerikanischen Verbiillnissen besser anzupassen scheint, als den europäischen,

F. W. Blgelo» : Sonic of tlu resulls of Ihe iiilernalional cloud

work for Ihe I"Iiited States. Monlbly Wcalher lleview. I". S. A. 28. S. x_ll. DHiii Fnlhnlt mehr als nai Ii dem Titel zu erwarten isl. nämlich allgemeine theoretische Betrachtungen Uber die Veränderung von Temperatur und Feuchtigkeit der I.uflmassen bei Verlikalbewogutigen und über die Anhaltspunkte, welche Wolkeiunessiingen hieiTiir liefern können Ks werden auch die Dewegungeii der Atmosphäre auf Grund der Wolkenbeobachtiiugen liespiiMbeii. ü. Müller: l'eher Fuihildillig Von (äiiuiiluswolket), Meleor. Zeitschrift 17. S. 17U 177 Dun). Theoretische Betrachtung über die Behinderung aufsteigender I.ullbcuogung,

It. Slirlllg: Versi'hioilene Arten von llr.ufenwolkeu. Meteor, Zeitschrift 17. S 177- I7!i. ItiiHl. Anknüpfend an Ballnn-Benbaolilungen wor<leti ähnlich wie bei

Gewiltern Wärme- und Wirbel-I'aimuliis nntorsehieden.

Itrlllotllu: (Irigine. Variation ol perlurhalions de IVIectricite almns-phöri.pn-, .loiirn. de Phys 0. S. !l|. DHK)

J. Klstrr und II.Gellel: Beiträge zur Kenntnis* der atmosphärischen Elektrizität. Phys. Zeilschr. I S. 2 In. DNK),

.1. M. Boeon: The audilulily of sound in air. Naliiro «0 S {Hl

IKO'I.

Verfasser ahmte die Verhältnisse von Meleor-F.xplosionen dadurch nach, dass er am Ballon hängende ToiiitPalronen elektrisch

abfeilei le.

G. 11. Itrjan: The resislanee of air Nalure Ol S 107, 15110.

Besprechung der zur F.rlangillig eines Preises von der Soeiele d'Eiicimrageiiient pour l'lniblslrie Nationale eingelieferten Arlieileii von fa- D.uilec und Ganovelli Die Aufgabe war speciell im Hinblick auf Luftschiffahrt gestellt. Wlreless Toleirraphj. Nalure Iii S. .Cin im).

Auszug aus einem Vortrag von Marcoiii vor der Boy.il Insli-liiliou. in dem ii. a auch die Verwendung von drahtloser Tcle-«rapliie in Vorhindung iiiiI Drachen und Ballons im südafrikanischen Kriege besprochen wurde

-^K9 Aëronautik. (çN-f-

Luftpropellerversuche auf dem Wasser und der erste Vorschlag

der Luftschraube im Jahre 1784.

Kine geschichtliche Studie.

Von

II. W. L. Moeiebetk.

hie Methode, welche Graf von Zeppelin zur Prüfung seiner [.ul'l|tr«>|>cllcr dureli Anbringung «Icrsolhcu Uli einem Hool auf «lein Hodciiscc niigewi'Uilcl lial. liesil/.l bereits, eine Yorgoschiehe, «leren Kl Widmung grade deute von besonderem Interims«' sein wird.

Ihn enden ernst zu nehmenden Versneli «Ion ITs.'l erfundenen Luftballon h-ukliar zu machen, veranlasste I78i der Herzog von (Iharlrcs, indem er den Hrüilern HoIxtI den Auftrag «•rlheille. aul seine Kosten daliui Kielende Versuche im Park von St. Cloml anzustellen. Die Gebrüder Hoberl waren sehr geschickte Mechaniker iintl standen in engsten lieziehnugen zum Physiker GhurleH, nach dosen Anweisungen sie auch die ersten Wn-serslollballons gebaut hallen und welcher ihnen auch bei dieser neuen Arbeit mit Haid und Thal zur Seile

stand. Auf Uliarles Veranlassung nahmen sie sieh den Fisch zum Vorhilde Ihr «las Liiflschilf, denn, entgegen den wirreu sinnlosen Anschauungen ihrer Zeil genossen, welch«' zahlreich«' Projekte von Luftschiffen mit Segeln hervorbrachten, hatten sie erkannt, «lass der Halloii in «ler Luft schwimmt, wm «ler Kiscb im Wasser und dass ilri I nlersi luiil um «I irin liege, da-- da- neue Medium, das Wasser, auf welchem «las Schilf schwimmt. SSO Mal dichter ist, als das Me«liuiu, in welchem sich die Segel belindeu >.

So drücken sie sich wörtlich aus in dem heute sehr sehen gewordenen - Mrin»iir tut im wyw'ivMrwttfroRtnthjutA fiiitr* war MM. liiJmi frriv*, inytmt■■«<•.<-/»rtuwtnntitre» «7« /.'<»/', /'»/7s //*/ , |«ag. .1.

Dieser «lein Hau zu firunde gelegte Gedanken ver-nnliisslc die tidirüilcr Hubert nun muh genaue Versuche dniübcr anzustellen, welcher Unterschied vorhanden s«-i zw is« hen der Krafläussei iiiig von Hiidcrn im Wasser und in <I«t l.nfi. hie Kigibnissc liicröber, sowie Oberhaupt die ganze Ari und Weise, wie sie den Versuch anstellten,

siml so inleri'ssanl, dtws wir hier iinleii ilen Originalte.xl «l«-r sellenen Schrill anfiihren wollcn. Sic schreilx'ii:

. X.iiis déridâmes ,|«> construire en taffetas deux rames rir-culiires «te li pieds de diamètre, et par conséquent -JM pieds de surface, nd<i|il«'-es à un levier «le II. pieds (i pouces; après avoir fait transporter sur le grand réservoir de Saint-Cloiid un bal.-lit «lont la surface et la résistance nous éloient connues. rv*« essayâmes «•omliien il nous faudroit de temps aver «•••« ram--pour parcourir une espace donné comparativement ;ï relui «fjil nous faiidioil avec les rames ordinaires d'un haletet plonge -dans l'eau. Nous seulimes .pie leur résistance ahsorbcrint U force de deux hommes, et «pie leur longueur n-ndoit pénible U manoeuvre; nous les diminuâmes donc progressivement jusqu'à ce qu'elles employassent un peu plus «pie la force ordinaire d'un lioiiime: leur réduction de surface oui lieu JUs.pl à T2 pieds, i-t jllsipi'â lo pieds la longueur de leur levier, dont le |Mtint d'appui éloit auv .piatre cini|uièmcs de la surface résistante,

\ples i es dillérenles |'\p.-i . i-. . •. i.....- VOUlulM s . -.e.p.i-t

l'action «les rames ordinaires avec les nôtres. Nous essayante* avec un halelet et des rames ordinaires de parcourir un espace donné de .'iO0 pieds, et nous y employâmes au secondes Non» remontâmes noire halelet au même endroit, et nous répétâmes la même Kxpénence avec nos rames «le taffetas, nous vîmes avn plaisir qu'elles «voient dans l'air l'avantage d'un sixième sur celles plongé-cs dans l'eau

Nous essaya.....s ensuite de mettre une rame odinaire dan-

l'eau et une de taffetas dans l'air: ces dernières a voient toujours un avantage bien supérieur.

Nous ne nous sommes pas lenus à ces résultats satisfaisant.» «h- nos KxpériciH es mullipliées wtus différentes form«-s pendant deux mois: nous avons suspendu noire gondole nu bout de ipialn-cordes de HO pieds, ce ipu nous donnnil un pendule très long et un frottement insensible: nous avons ajouté deux «le nos rames à celte gondole, et ensuite li\é horizontalement à la partie inférieure d'une «le ses evlreinités une romaine arrêtée par un point isolée de « elle gondole.

La manu-livre «le «lenx de nos rames nous fit prendre un point d'appui dans l'air égal à !HI livres, et la manu-uvre de

.piatre n......s nous donna depuis 1211 JUs.pl a ISO livres alt«-r-

naliveini'iit et sans laligue. d'où nous conclûmes «pi'on poiivnil établir la foi ce moyenne à 110, et .pi'un aérostat conduit par

Der Brief Jefferson's laute! folgendermasson:

«I wont some time ago tu wr a macliillc which offers sonielhing new. A man had a|i|>lie<J to a light Ixial a very large screw. Die thread of which was a thin plate, two feet broad, applied by its edge spirally around a small axis. It somewhat resembled a bottle brush, if you will suppose the hairs of the Ixiltle brush joined together and forming a spiral plane, This turned on its axis in the air, carried the ressel across the Seine-It is in fact, a screw which takes hold of the air arid draws itself along by it. losing, indeed, much of its efforts by the yielding nature of the body it lays hold of to pull itself on by. I think it may be applied in the water with much greater eifert, and to very useful purposes. Perhaps it may be used also for the halhh>n. >

Wenn man vorliegenden Hriof ohne den Zusammenhang mit der Zeit und mit den Verhältnissen, welche Thomas Jelferson hceinllussten, wiedergibt, dürfte man leicht geneigt sein in ihm den eisten weitsichtigen Hinweis aul die Verworthung der Schraube für Schiff und Luftschiff zu finden Soweit es sich um die SchilTs-soltraube im Wasser handelt, vermögen wir obige Anregung des Amerikaners als die erste uns bekannte nicht abzustreiten. Andererseits aber gebührt die Priorität des (hvhinkens der ersten Verwendung der Luftschraube und damit wohl auch der Schraube als Kortbewcgurigsmillel im Allgemeinen dein französischen (ienieollizier Mousnier'i, derselbe welcher auch den inneren Liiflsack des tiashalluns erfunden.hat.

Mousnier halle die Versnobe der (iobriider Hobelt nach Angabe von K. Tissandier iHevue de l'aeronaulii|ue 185S8. ]>ag. 1 Hl) anfänglich pulronisirl. Kr stand also darnach in direkten lleziehiingen zu den Krbauern jenes

• i Jean. Itaptisle. Murre, Charles Blcusuter. wurde geboren zu Tours am Ii). Juni IT'il. wurde als General wahrend der Belagerung von Mainz I7i):i am Knie verwundet und erlag seiner Wunde nach einer Amputation.

Luftschiffes des Herzogs von Charlies und man kann hieraus den Schluss ziehen, dass ihm alle Versnobe, also auch diejenigen mit den Liiftpropollcrn bekannt geworden sind. Sein Kiiilluss auf das IJileinebnion war so gross, dass sein Liiflsack bei jenem Luits« hilf zur Ausführung gelaugle. Letzlerer war dazu heslimnil, durch Kompression der Luft mittelst eines Ventilators ein Fallen dos Hallons herbeizuführen, um so joden Kasvorliisl zu vermeiden; beim Alllassen des Folierdrueks sollte der Halloti wieder steigen. •)

Die Auffahrten des Hallons des Herzogs von Charlies fanden am lö. .luli und am Iii. September 17-Si stall. Kurze Zeil darauf, am Kl. November ITSi, las Mousnier der Akademie eine Arbeit vor über die Verbesserung der aerostalisehen Maschine . in welcher er zum erslen Male ein liiiiglisehes Luftschiff mit drei an einer Achse hintereinander angebrachten zwei Hügligen Schratibeiipro-[lellorn in Vorschlag brachte. Kr wollte einen kralligeren Propeller als jene Uuder von Hoberl eingeführt wissen: ihm stand die Knergio der Wiiidmühlenflügel vor Augen. Seine Propellerschrauben benannte er ■ ratiies toiimanles..

Ks isl wohl anzunehmen, dass zwischen jenen Versuchen von Luflpmpellerii auf dem Wasser von Hoberl und jenen bekannt gewordenen Ideen von Mousnier ein ursächlicher Zusammenhang besleheii wird mit jenem von Thomas .lefforsoii in dein folgenden ,lahre I/Hö und zwar wenigstens Mitte 1785 i soine titne ago i auf der Seine beobachteten geglückten Vorsuch, diesen Fluss mit einem Liiftsoliraubeiibool zu befahren.*)

Was uns aber nicht weniger wichtig erscheint hiermit festzustellen, das isl die geschichtlich nachgewiesene That-saehe, dass das wichtigste Forlbewegungsorgan unserer Schiffahrt, der Schraiibeupropeller, seine F.rlindiuig ledig-liob der beabsichligten Förderung der Liiftschilfalul verdank!, welche wir könnten noch zahlreiche Fälle anführen • sich als werthvoller Faktor unserer Kiillor-entWickelung initiier mächtiger hervordrängt.

¡1 llethiiys hat nachgewiesen, dass die praktische Ausführung nicht angängig ist, weil sie einen Slotl erfordert, der um haltbar zu sein :i bis i kg pro Quadratmeter wiegt is. revue de l'aero-naulii|ue IfsHS. png, t-'t.'ii.

-\ Vielleicht trägl dieser Aufsalz dazu bei. für einen oder den anderen unserer Leser. Ulis Näheres über jenen uns bisher unbekannten KxperiIiieulator init/.ullieilen.

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Der Doppelfallschirm.

Voll

Fräulein Küthe Paulas in Frankfurt a M Mit 1 Abbildung.

Der Doppoll'allsohirm.Jsl. eine Ktliiiiliing ilos Luft,- suchte und leider zu früh hierbei in Krefeld im .labro 18111 >' In 'fers Latteniami. welcher mit grosser Hührigkcit stets seinen Toil fatui.

neue Ideen der Luftschiffahrt dienstbar zu macheti vor- Der dem Kunststücke zu Krümle liegende Kcdunkc

i-t flic V\Tiederho)iing eines Full.-chirmahsturzcs rom Luft-ballon durch ciñen weitercn Ansiara vom entfalteten Fall-i Intuí mil l<-l>l cines mttgcflHirlen zwcilen Fall-schirmcs. Man konnte dieses Expcrimenl auelí mehrmnks

wiedcrholen. wettii man «lie Vor.-it lil 1 »<•«il>;■• -1■ 11-I. dic

érate Absturehdhc sehr boch zu wáhlen uml din xtinüt'hsl Bar Enlfaltung gehuigenden Fnllschinne eiilsprochcnd grosser und sliirker zu hnucn. damil sic ¡ni Stnilde sind. dic grossere La-I zu Iragen. und «lie ticlahr vcrminfjpfl wird, ila-- Bie l>«'¡ der

Knllallung. die das Material natürlich in hohem Ma asse beansprucht, nielli zerrcissen.

Die Technikdea Doppel-

lall-chiiiiis erselieinl atti

den ernten Wiek als eine

sehr einfache. Wenn man ober beröeksichtigl, dass hierbei von Kleinigkeiten

die Frage über Lehen und Tod abhängt, wird man zugehen müssen, dass jeiles Kinzelne .»ehr gemiti überlegt und mit grosser Sorgfalt vorbereite! werden muss.

Im Allgemeinen hängen beide Fallsehirme zusammengerollt nini mit einander verbunden an einer am llallonriiige hefesligten

Trapezstange, Der zuerst zur Entfaltung bestimmte Schirm hängt über dem anderen. Heide sind an der Trapezstange gemeinsam befestigt durch ein um das Packet und die Stange laufendes starkes Gurtband. Das Gnrtband endet in zwei (lesen, diese ( lesen werden durch einen

kleinen Ring in der Milte meines untersten Falb* hirm-tiiiges durchgezogen und hierdurch einen durchgesteckten konischen llolz-lill festgehalten.

Jeder einzelne Fallschirm wird lang gefaltet und mit seinem obelen Theil sehr sorgfältig in einen Sack hiiieingebiai hl. der ihn wie ein Schirinlitllcial beinahe

vollständig bedeckt. Sodann weiden die Fallschirmleinen geordnet und in zwei Hälften gclheilt, Diese Leinen werden darauf Jede Hälfte für sich mit Zwiachralage von Papier, um jede Vcrnestelung der Leinen mit einander

zu verhüten, aul dem Sack nach der Spitze de- Fil -schirm* hin ordnungsmtlssig hingelegt. I>a die Leinen lieiletileiid langer sind als der Fallschirm selbst, legt man

sie zweckmässig in Wellenlinien. Der Sack wird bienni vom Kude noch der Spitze zu zusammengerollt.

In dieser Weise wird zunächst jeder einzelne Fall-

schifili behandelt.

Nutunelif wird für den Doppell'all-clurm der Sack des ober-leti Sehirnies mit -einem geschlossenen Kiele

an der Trapez-lange i|. -

L

Frtuleiti K. Pauliit In Tripli «itti- ttm 0«pp«lfalicMrni

Halli intinge.- festgebiinden nachdem zuvor noch ein breites tiummigiirt über dieses Sackpacket gezogen worden ist. um sein nie beabsiehligles Fittrollen 211

veri lindern. Die aSckf haben zur Krleiclilcnirtg <lc> Fes (bind ens au ihm ge.-i hlosscncii Kaden (hw eingenähte starke N.m.i

mit t lesen an deren Enden An dieser Stange des linieren Fallschirmes Wentel darauf die aus dem obffl l Fallschirm etwas herau-Imngendcn Leinen bete-

ligi. Der zweite unten Fallschirm ist nun in g>-tiau derselben Art niilhl-' Hurt und I lol/kneliel ¡111 seinem Sack befestigt, welchen der oliere Fallschirm trägt, wie es eben bezüglich der Hi-festigim, der noch ziisaiiitiieiigi'wik-kellen beiden Schinne ;tm llallonriiige beschrieben ist, Heim lleraiiszielien des llolzslifies ans km Hing löst sich das (.uri, der Sack mit Schirm a* auseinander, der Sli'i" fällt aus dem Sack heraus und entfallet sich im Falten.

Am Hing des Fallschirmes ist eine Schling» II gebracht, in welche ich mich beim Absturz bineiaseW Den Dop|h-llallschirinalisliirz pflege ich nur d*W anzuwenden, wenn ich in einem Hallon ohne Korb all» 1« auffahre. Hat der Hallon einen Korb, sn wird Ihippelpaeket an einer Trupe/slaiigc ausserhalb des Ring* befestigt Idi setze mich alsdann auf den Korbrand W* Aussen gekehrl. Der ersle Sack ist dann an der Traf** statige festgebunden, während der zweite in einem Au*-

Iiisungshaken bàngi un<l siili bei meinein Ah-pi'ting diirch

infili Koi'pcrgew ieht VHII sellisi ailsli'isl.

Irli werde liiiulig geliagl iiber die (lefiihlc, wehhe ieb beiiii Abstur/. ini! dem rallsebirni cuipl'iude. .Ic-iler-iiianii wetss es. was viclleicht «leni zusehancndcii Piiblikiini weniger /.uni Mcwusslseiu kouiml. dass dus kleinste Versehen bei den VorbiTeilungcii «ine Kalastroplic zur Kolge baben kanii. Ks tolgi daiaus, da-s ieb Alles persotilich init einein (ìeliillen he werkslelligcn mus-, uni' .-<• kanii idi init (lem (icliihl, dass Alles iti t hdtiiuig isl nti<I /.uni •,'iilen l'inde l'iiliren mus», mieli in die gtàssliehe Tiefe liiiiabslijrx.eu. Ieb babe dieses Muiiover jelzl

I.lu111. l'JOOs bereits lif> Mal mit gutem Krfolge, verlrauend auf tiiilies schützende Hand, unternommen. Immerhin gestehe ieb gern, dass der Knlsehluss zum Absprung in den liefen Abgrund jedes einzige Mal eine bedeutende lebet Windung koslcl. Hleibl dodi der Gedanke stets lebendig, dass dodi irgend wo eine Kleinigkeit ül>er-sehen, vielleidit auch das bisher sieh stark gezeigte Material Sehwäehen bekommen haben und der neue gewagte Sprung der letzte sein köiiule; es erzeugt ein gruseliges lielühl, über welches mau nur hiiiübergelaiigt in der Ki'iuiieriuig au das wahre Sprücliwort : dleiii .Millingen gebort die Well ' •

J.nftachiffab.rtBVerinohe in Mailand. M^»itt^t<U^

I!■■!><• r die neueren F.\pcniiicnle in Mailand

•r ili»- neiiercn r.Npcriuicnle in Mintami s<'Inviti! I.eulu.int Viaiardi. der Leder dei-.cllieii uns Fiilgciules :

Der Versili li mil dem Aèrokurve", land seil dem Iclzteii Augnsl 11 K'i'.li nlle. Miniale hindiirch siali und ergali zufricdeii-slcllcmlc ((esultate.

Iter Aèrokurve liestelit aus einein ll.iiiiblisgcslcll. web hcs uni Kauihrn liedeckt ist: es wicgl it kg und lini ti ■)tu (Ibertliiche.

Zwi'i Seliraiiiieii, e i ne vi un die audere lutiteli un der Drachcn-llàche Angcbraclit, von ,|e O.KU in Hiircliiiiesser und 0,:ti> kg I lev. idi! luldendie Propeller /all' Fituillllllg desi de li hg.-wicht-. dionl cine Kteis-si hcilie v»n O.SI» in Din chincsscr. an denn IVriphcrie 12 lìaketeii v«>n U.O.'S.'i kg liettiilil und àTi Sekunden lirenn/cit befestigl sind.

Ani 27. Juli inailil■ - irli den ersi li Versui'h. indeiii idi dell Aèrokurve v<m der Sfilze eiuer .'tlliii langeil Slange fallili licss, nae Iute ni irli die Kakctcn un der Kreissilnilie und leruer i grusse 0.12.'»kg schwerc ltakeleii. die an din Sciteli der Drachoiillurhe angelu ai )it waren, eutziindet halle. I nglil< klielieriveise «elite ìndess iter Wiud su sfark, da*s die Ahlassvoi i ii lilutig versagle. t.s war unii selir gclàhrlicL fùr den Mcclianikcr, die Itakeleii zìi ent/.iindf n und die l.euie zu duri ìiselmeideii, an dei der Aoiokurvc lling. Tmt/ileiii gldekle dieses Maiinvvi indess trat cine kleinc Verzogerung ini Aiiflrieh der gros-cn li.ikeletl cui. sinlass der Aèrokurve nur 20 in wcit Dog und dami in gulein /(istallile herab-liel auf die Fide, wn die (takeleii noi h welter lirannleii.

Ik-r Aèrokurve imi den i Kuketcn voli 1.TOH kg und eim'iii ganzen liewicht voti 0,800 kg batte fin GesninintgewicM voti "..Vili kg; er war vici zu schwer.

lui Angus! wiederholte irli dieseti Vcrsuch. indem ieh den Aeiokurve an Schtiurcn hochhoh. diesmal oline jenr ( gtossen l'.nkeli n. Nachdein dami die tlaketen an dei Krcissi heihe ent-ziindet waren. liess uh ilie Masehine vun eiwa IO m lir.i|c fillen Sic ftog imi einer bis auf IH ni steli sleigerndcn Gcst bwindigkeit und kain selir santi /.ur l-'.rde In-rah. nachdein sie in 2 Minuten iiiiiii Wcg voti ii-X' in. d.nj\h"Ji,s ha tic.

Die liesultate wann si-In ei iniillii;re!id und zeiglen uns cinen s-dir okonoinisi lien Wcg in ilei Anwendiing dei tlaketen als Molnr fllr Versili he in kleitleiu Massslulie

A In 2rl, Noveuiher wullle idi eitieli Veisllch iiuicIk-ii uni lineili t'i.illnn voli IlOcluii. uni Dezug lini die zu erwiirtetiden liesultate, Wenn man an dir (ìoiidel dcs^ellnn zwei Aluiriiniuin-l '.) Imder voli 1 m Duri liincsser und O'iilm ||>'>l>< anluingt.

Die l'.y li rider drehten sich nut einer (ieschwinihgkeit M>n 200 Toiiren in der Minute und H S. hraulu n drehii-n sich gleii h-

•| Viilar.li h»?et'lin<:t iIjihìI .leu in nn^erer Z^iIm tiriti )-i'hnn nn'hrtiu h ht'^liriithewu unii im lli!J<- vurgi-fuliftcì» Itrai-li.-nilii1 vt ile lif.irtii Catelli.

ilig linl den tyliielein Die Itol.i I u nisgesi Invindigkfi I. herrührend von :l Keileriin-toreii Von grosser hiafl, war inde-s zu schwach.

Xichlsilesloweuiger ging ihr llallon. sflir gut sich im Gleichgewicht hallend, vorwärts, indem er ein II kg schweres Schle|»|ilau nach/., ig.

Haid darauf machte ich einen neuen Versuch mit einem grosseren Modell von ISO cliiu mit einem llcir'-iiimntor von 2 Pferde-starken. 2 Schrauben von I.'iOiii und 2 G)lindern von 1 m Durchmesser und 0,.'>0 in Höhe.

Ilei diesen Versuchen ina« hliti die l'ylmder 2IKH.I Touren in der Minute und die Schrauben !2'I0 Touren. >

Soweil unser diese Versuche leitender und mil seiner eigenen tlrlindungsgabe liefniclileiider (iewährsiiiaiill

Aus den Milllieiltiugen unseres geschätzten Mitarbeiters Grafen Garelli. auf dessen Kosten alle diese Versuche -talllinden, können wir zur Ergänzung des Obigen noch folgendes hinzufügen.

Der kleine, von Vtalardi erlmute llallon hat (ieschossform mit kugelförmigem Filde und ist 1 { in lang, bei .'i.S m Durchmesser. Jede Feder hesass eine Arbeitsleistung von elwa ÜO Kdogramm-ineter. Der Versuch halle lediglich den /weck, praktisch zu er-proliei». ob die von Carelli vorgescldiigene Methode, röhrende Scheiben oder l'.y linder, im Staude ist. zur Erhaltung des Gleichgewichts bei langen llallonknrpern beizutragen.

l'nlerlmlb des Hallollkörpers hangt an einem Netze ein länglich viereckiger liamhiisrahmen In der Milte desselben ruht auf Ouersläben die Achse, welche vorn und hiuleii je einen Gylinderreifen und an ihren iiusserslen F.ndeti je eine Schraube trägt. Hinten belindet sich ausserdem ein Steuerruder.

liiaT Garelli is! der Ansicht, dass er durch seine rotirenden fMmdi-r einen festen Sliilzpunkl für seinen llallon in der l.ufl erhalte. Der Gallon dreht sich nicht um die durch seinen Schwerpunkt gedachte vertikale Achse; seine Längsachse verbleibt in der Stellung, in welcher die l'.y linder in Drehung gebracht wurden und verschiebt sich hei Wind zu dieser Stellung parallel

Gibt man einem solchen Fahrzeug nun ausserdem noch eine F.igciilh'wcgiiug durch l'ropellerscliraiihen. so muss hei Schräg-slelluug -einer Längsachse zur Windrichtung der Winddiiick an der in ihrer schlagen Stellung beharrenden Hallonseile abgleiten und das Liiulsi hill hierbei seitwärts treiben. Da man die Winkcl-stellimg der Llings.u hse des Fahrzeuges zur Windrichtung gänzlich in der Hand hui. kann ni.iii selbstredend verschiedentlich auf dies« Weise mit dem Fahrzeug manövriren und es kommt lediglich auT da- Kraftvcrhältniss des Windes ^ur eigenen motorischen Kr.ifl an. oh man hierbei mit dem Winde fortgelriehen wird oder gegen ihn Ilaum gewinnt, «j»

988087

IH

Zwanzig Stunden im Ballon von Berlin naoh Utrecht.

Al» eine wichtige Vorstudie für die von Herrn Zokclt-Pnl.sdani geplante Dniierballniilähil kann die Fahrt gelten, welche nun Sonnabend, den 2. Juni, Abends bis zum Siinnlag Nachmittags dir Herren Zckcli, Hersi.n und Hr. Süriiig mil einem für diesen Zweck zur Verfügung gestellten Kation des deutschen Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt (12«) rbui Inhalt ausführten. Der Itulhui stieg am Sonnabend um !<',» Ihr Abends von der Kgl. Mililür-Luftsi hiflot-Ablliei|unr> ¡11 Berlin auf und landete genau nach 20 Stunden in Holland bei Tiel, in der Nabe von Utrecht. Ks wurde in dieser Zeit eine Weglänge voii ca. .Vitt km mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 7 m p. s zurückgelegt. Das Wetter war sehr günstig. Am Sonnabend balle es bis Mittags stark geregnet, dann klarte es langsam auf; 111 der Vicht war der Himmel theilwei-e bewölkt, und es folgte ein warmer, sonniger Tag mit leichter Gumulus-Bildiiiig.

Der Dallon llog zunächst fast genau nach West über die Altmark, dann, etwas nach Süd umbiegend, vertikal über Draiiu-schweig, Hihlesheiiii. dicht bei Pvrnmnl und Detmold vorüber über den Teutoburger Wahl nach Westfalen Die holländische Grenze wurde bei t mmol loh erreicht, und um .Vi zwischen I.ek und Waal gelandel Die Di lonliriing ging nie vollständig verloren und konnte namentlich in uVr Nacht durch Anruf mehrfach kontrolut worden, obgleich dies nicht unbedingt noihwetidig war. Die Fahrt war in jeder Weise hervorragend genussreich: Die Nachtfahrt in geringer Hohe «her grosse Wälder und — keineswegs immer in stille tu Schlafe liegende Dörfer, das langsame Erwachen der Naltir. das l.'eberlhegen der landschaftlich bevorzugten Gegenden von Brauiischwc ig bis zum Teutoburger Wald, der Dlick auf die weitverzweigte Hhouinnindung, die Landung 1111 • Auslände, boten Momente genug zu bleibender Erinnerung. Für die Führung war in erster Linie der Grundsatz gellend, den Ballon mil möglichst geringem Ballaslverbraiuh im Gleichgewicht zu hallen. Es zeigte sich, ila-s bei ununterbrochener peinlicher Beobachtung der Veilikalbewegungen des Ballons die Sparsamkeit im Balt.istauswurf unerwartet weil gelrieben werden konnte. In der Zeit vun !•',» bis H Ehr früh blieb der Ballon stets unter HÖO Iii. und es wurden dabei lohne Benulzung des Schlepptaus 1 nur HO kg Sand verbraucht; sehr günstig hierfür war die Zunahme der Temperatur von etwa Di" am Erdboden bis auf 21" in 2Mt m Hohe. In den nächsten H Stunden von .'t bis !l Ehr wurden nur Li kg Sand geworfen: der Ballon stieg in dieser Zeit, durch die Sonnenstrahlen erwärmt, bis auf IM Kl m. Es folgte von '.» bis "A Ihr eine sehr unruhige Zeit, die Tast II«) kg kostete: ein stabiles Gleichgewicht wurde erst oberhalb der Wolken in etwa 221X1 in Höbe gefunden. Nach'linttags liess sich natürlich ein langsames Fallen mit ganz geringen Balhislmengeli reguliren. *

Meine freie Fahrt am 13. Janaar 1894.

Lang war sie nicht, hoch ging sie nicht. End doch bot sie. wie ja jede freie Fahrt, dem Beobachter ein paar In-miikcns-wertlie .Momente. Fun- gefrorene Schneedecke und eine ca. IM» 111 hohe eisige Luftschicht lagerten über dem Boden. Ein II-"' Vormittags ging ich mit dem IU'jH ihm fassenden Ballon A der haiorisi heu LuftschilTorablheiliiiig hoch mil l'reiiuerleulnant Pb. Meier und !»ß kg Ballast. In der ersten haihon Stunde mussten schon 21 kg Ballast verausgabt werden, um den Ballon auf einer relativen Höhe von (ü> IM» 111 zu hallen Em 2'° Nachmillags wurde unter Ausgabe von IM kg Ballast glatt gelandel. nachdem ein Weg von etwas über ;V.I km zurückgelegt und eine Max11n.1l-hobe von lütti m über München oireichl w.u. Wahrend der ersten 2H km ertoichte der B:ill<ui kaum IM) tu lelalive Hoho, während er

des öfteren drohte, den Boden zu berühren End gerade diese: I'lieil der Fahrt war nach zwei Itichtiuigeii hin inlctessant. Merkwürdig und in hohem Grade komisch war da zunächst das Verhallen des Wildes. Bebe und Hasen wurden aufgescheucht duri: das über ihnen schwebend« EngelIn im. Aengslliohc Blicke trafen uns von union Starr wurde der Ballon von den Vici lüstern zu-nächst beäilgl. Ins sich des kleinen Volkes ein heilloser Schrei Inn bemächtigte. Planlos, kreuz und ipier rannte es, sprang es in unglaublich verrückten Sprüngen, um dann wieder Hall zu mailicn und den davoneilenden Koloss anzustarren. Wie geschwätzi;-Weiber versammelten sieh die Hasen und horalhschlagten «t<ltl-licli in ihrer Hiisoiisprai he den Untergang der Well. 1%4/hih stob die Horde wieder nach allen Windrichtungen ausoinainlt < überall Deckung suchend. Sehr bebe hl war dabei, lettiere un Ballonsi'hallen zu wähnen, und mussten «ir Ballonim-asson imballi lodi lachen iibor die sichtbare Enttäuschung, mil der ili-Tlueielieii dann merk leu. dass die Deckung sieb bewegte. Wfi>r schrill und in erneuter Angst suchte man wieder im Kall-no schalten Deckung. Mit rasender Kile reiten einige Hasen den Ballon voraus, um von Zeit zu Zeil Männchen zu machen end den Verfolger anzuglotzen. Weiter geht's' Da -- ein breiler Wassergraben' Die Dasenfüsso unter den Hasen stutzen, kchnr um und — sind gerottet Klatsch' Klatsch! liegt da ein Hase, dort einer in dem nassen Element ; wenigen gelingt es. das Hinein-ntss zu nehmen. In der Ferne noch hören wir den Angstschrei der Helle

Unser Ballon iiberlhegt dicht über einem DuhtlW'ärlerliäusrl ■ -die Bahnlinie' München- Mühldorf bei dem Orte Unter-lh'-rltiM Plötzlich sinkl er rapid bis auf ca. .'10 m vom Boden, lliegt in dtevn Höhe langsam iingelahr ;Vi in der ursprünglichen Fahrt™ Min. genau entgegen, um dann rasch zur vorherigen Höbe om;.f zusteigen. Nun zeigt er den anerkeiitienswerllien Eifer, dis* ilnppell so raschen Klug wie anlüitglu Ii das durch seine Kinkor lilzchen Versäumte nachzuholen. Doch nach IMI—ISO m i-ilautl er sich doli gleichen Spass wie vorher. Wuslet' fällt er. II-:' zurück, steigt 11. s w. Im Ballonkorbe macht sub ein energi»':»" Rütteln fühlbar. Wenigstens « Mal dieselbe Erscheinung '<i k Ballast bewegen ihn erst wieder, diese Fahrt in Vertikalsclilm;«n zu verlassen und höhere Beginnen anzustreben.

Der Ballon hatte »ich also offenbar in horizontal »citir-rollenden Vertikalwirbeln befunden.

Zwei Erklärungen lassen sich hiefür finden. Entweder wunl-die oheislo Schicht einer auf der Erde wenig bewegten LuflsiliM'1" diu 1 Ii eine darüber hinlegende obere Luftschicht in rnlloiide Iii-wegung versetzt, oder die ganze bewegte Liiflsehiohl ilber-ohluj sich in Folge Deibung an der Fidoberlläoho LelztiTo Annal'ii'-' erscheint deshalb als glaubwürdig, w<-il Im-i oben erwähntem Bahti-wäcleiliaiischen wir von einem hoher gelegenen Plateau in liete' gelegenes Gelände gelangten. Letzteres aber, obwohl im A"t'-meineii oben, svizio durch Bebauung mit Häusern und Wahl unteren Thoile der vom ersten Plateau borabgeghltonen W" scinchi eine bedeutende Itnhung entgegen,

Freiherr von WoinburK

Die Hubkraft von Luft-Trelbflügeln.

Uliler der Ih zen Inning The lifting power nf air propello sind im Engineering vom Iii. Februar PIMI Ergebnisse veli suchen verollenllichl, die von William George Walker in Wesl-imtister und Patrik Y. Alexander in Hat Ii gemeinschaftlich Wj Herbst dos Jahres ]H!)«J in einer Ii:» m langen, 20-1 m breiten un-IK in hohen Halle zu Weslmiilster vorgenommen wurden l'« Troibllüg.-I maassen von Spitze zu Spitze über die A»e weg "'

Im das gleich«- Maass war ihre Drehungsebene von der einen Stirnwand entfernt. Die Axe selltHl lag 5,1 in hoch über dein FllssbcMicn in der Ldngs-Mitlelchcne des Gebäudes. Die I.ufl wurile souiirh etwa 50 in weit gegen die andere Slirnwand der Mulle gelrieben, kehrte an den l^ingswihlden hinter die Treibflilgel zurück und wurde dort von neuem angesaugt ii.fi in vor und hinler den Tn-ibllügeln an den verschiedensten Stellen frei auf-geslellle Anemometer gaben ttechenschatl ülicr die Ifewcguiig der l.ofl, Ks würde zu weil führen, die im KngiHeering i-utlialleueu Tulietleii und Diagramme hierzu wiederholen, und es soll nur auf die Treiblliigel selbst naher eingegangen werden.

Fünf verschiedene Konstruktionen wurden versucht, die zum Thi'il durch verschiedenen Bezug ein- und desselben auf der Eliigelwclle sitzenden Gerippes hergestellt Waren. Das Gerippe bestand ans einem räumlichen Kachwerk aus Stahlrohren und Prahlen mit der für Gasleitungen u. dergl. üblichen Knolcubildung. Die auf je einer Seite der Welle unter sich parallelen Fachwe rks-wilnde. welche den Baumwollbeziig nufnaltmeu. halten von der Welle aus eine Länge von -Li» tu. eine Breite von l.H in und standen um O.Jt.'> m von einander ab. Die Kbeneii der Kaih-werkswände waren zur Drehungsebeiie 12't" und in einem Falle 21 • geneigt. Die Farbwerke waren fest auf der Welle, die Welle selbsl aller konnte sich in ihren Lagern axial so weil verschieben, als für das Dynamometer nölhig war. Lel/.teies zeigte für eine gr-issle Axenverschiehiing von HS mm die Zugkraft von 454 kg.

Ks wurden nun versucht; Treibtlügel A mit 4 vollständig bezogenen Fachwerkswänden,

somit rund :t2,5 ipn Driicklläclie. Treibtlügel B mit 2 vollständig bezogenen Fachwi-rkswanden.

somit rund D!..t <|in Driicklläclie. Treibtlügel C mit 4 halb 0.!1 m hreili liezogeticn Fachwerkswänden.

s'iniit rund Di.;! ipu Drin klla.be Treiblliigel D mit 4 an den FlOgelspitzen >2,7 m lang. D.II in breit i bezogenen Fachwerkswänden.

somit riilid tili <|in Driicklläclie. Treibtlügel K inil 4 wie bei A bezogenen, aber unter 21 • gestellten Treihlläclien, somit rund il2.5 i|iu Driicklläclie.

Bei dem Versuche ging man bis zu lit) Umdrehungen in der Minute, also einer Fliigelspilzeli-tieschwindigkeit von 27 l'in aus den Versuchen einen mittleren Werth herauszugreifen,

. r-i . i i - (,. l1>»'lr<'l.lllieiii

sei Iiier angeführt, dass Ix-i -MI ..

Minute

Treibtlügel A eine Zugkraft von öO kg ergab unter Aufwand einer

Maschinenleislung von 10''» Pferdestärken. Treibtlügel Ii eine Zugkraft von 2:t kg ergab unter Aufwand einer

Maschinenleislung von 5 Pferdestärken. Treibtlügel fl eine Zugkraft von 45 kg ergab unter Aufwand einer

Maschinenleislung von 5'» Pferdestärken. Treiblliigel D eine Zugkraft von LI kg ergab unter Aufwand einer

Musrhiiienleislung von f> Pferdestärken. Treibllügel K eine Zugkraft von *2 kg ergab unter Aufwand einer

Maschinenleislung von 1(1 Pferdestärken, und das Trcibllügclgerippc, d. Ii. das nicht bezogene Farbwerk.

den Aufwand einer Maschinenleislung von 4.5 Pferdestärken

erforderte.

Schon dieses eine Beispicd zeigt, wie vorllieilhaft schmale, doppelt oder mehrfach neben einander angeordnete Treititlächen wirken, und wie sehr man bestrebt sein muss, das Fliigelgerippn einfach zu gestalleil. Denn der Arbeitsaufwand, um das leere Gerippe zu treiben, isl ja «rosser als die verbleibende Nntzai'bcil, Es sei Iiier daran erinnert, dass Wellner mit seiner auf Vorder-und llinlerseile glnllen l.iiflschraube von 4.25 m Durchmesser und einer von .U* bis 1" ahnehiuende Flärhcnncigung mit 200 bis

MOo rmdrehungen in der Minute etwa um die Hälfte höhere Zugkräfte erhielt. (S. Zeitschr. d. Oesterr. Ing.- und Arch.-Vereins IHilii, Nr. 35 und 3«.i

Die Versuche ergaben auch eine Bestätigung der Sätze: 1. Die Zugkraft sieht im quadratischen Verhältnis* der Umdrehungszahlen. 2. Die aufzuwendende Arbeil für die Zeiteinheit steht im cnhischen Verhältnis* der Umdrehungszahlen. Wenigstens ist der (äiiiraklcr der Kurven, die ohne Zwang zwischen die einzelnen Versuchsreihen in den Diagrammen gelegt wurden, deutlich in diesem Sinne ausgeprägt, wenn auch die Clirven mit einem je nach der fieslall der Treiblliigel verschiedenen Koetizienten be-laslel erscheinen. So z. Ii. gibt das günstig wirkende TreibtlUgcl-werk I". bei 2(1 rmdrehungen 30 engl. Pfd. - I3fi kg Zugkraft und bei 40 Umdrehungen DM engl. Pfd Zugkrafl istatl 2* 30 = 12il Pfd. - 54,5 kgi; und es erfordert zum Betriebe bei 20 Umdrehungen 1.2 Pferdestärken und bei t0 Umdrehungen 5,5 Pferdestärken i.slall 2:ll,2 it.li Pferdestärkeni. In dem Maasse. wie die ersten beiden Sätze zillreffen, folgt dann mit Notwendigkeit der Salz: :t. Die Zugkrafl in Bezug auf den Arbeitsaufwand sieht im umgekehrten Verhältnis* der Umdrehungszahlen.

In Summa bilden die Versuche eine höchst werthvolle Bereicherung des auf diesen» Gebiete für den Ginstrucleur vorhandenen Zahlenmaterials. J Hofinann.

Dar Prala „Heinrich Doutsoh".

lt. .|.i<„ tun \nn

II. W. L. Mocdebeck.

l-aile recht erfreuliche Erscheinung ist die, dass immer zahlreicher der Luflschilfahrt Mäcene sich zuwenden und deren Knl-wickelung durch die Kraft ihres Kapitals zu beleben und zugleich zu fördern versuchen. Wenn dabei vielleicht auch zunächst nicht ganz das Bichlige getroffen wird, den guten Willen müssen wir loben. Wo uns Erfahrungen fehlen, greifen wir Alle oft daneben. Hier auf unserem Gebiete fehlen uns. sobald wir von Luftschiffen und sonstigen Flugapparaten reden, die Erfahrungen an allen Ecken und Enden. Wir nehmen gern an, dass Herr Deutsch, der Stifter des Grossen Preises des Aeroclub's von 100 000 Eres., die besten Abstehlen und den guten Glauben an die praktische Bedeutung seiner Stiftung hat. Wer hat den Namen Deutsch vorher jemals gehört- Ist es ein Luftschiflcr? Nein. Ein reicher Mann, verinulhlich völlig unbekannt mit den Verhältnissen der Aeronaiilik überhaupt, bekommt in einer wahrscheinlich durch Mitglieder des Aeroclub\s angelegten Laune die Idee, uns mit der Kleinigkeit von IHM DUO Frcs. auf die Beine helfen zu wollen.

Wir schätzen eine solche Summe durchaus nicht gering, sie kann viel helfen, es fragt sich aber, ob sie neblig angesetzt ist und das glauben wir bedauerlicher Weise verneinen zu müssen.

Warum werden nur so wenig Versuche in der Aeronaiilik gemacht V Weil eben Versuche sehr viel Geld kosten und die für solche Versuche geeigneten Menschen meistens nicht das erforderliche Kapital besitzen Der Preis Deutsch verlangt aber etwas Fertiges, er setzt also Ausgaben voraus, die ihn selbst vielleicht viele Male übertreffen. Wir fragen daher zunächst vom nüchternen geschäftlichen Standpunkt aus, wird es sich lohnen, öOOOOOMk. auszugeben, um ohne sichere Aussichten auf Erfolg mit vielem Bisiko HO000 Mk. zu gewinnend Wir düifen ausserdem es nicht unberücksichtigt lassen, dass die gestellten Anforderungen recht hohe sind. 11 000 Meter in 30 Minuten hin und zurück zu fahren isl eine bisher unerreichte 1-eislung. Theoretisch betrachtet müsste hierfür bei Windslille das Luftschiff schon eine Geschwindigkeit von li.l m in der Sekunde fahren. Der Preis baut sich also auf I der in der Praxis bisher von Henard-Krebs eireichlcli M.iximal-

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leis'.uIH' (genau li.òm p S .inf. ■in- ah<T ini voi hegenden Fallinoci! gar keine r.hanceii zu trgei.dw eli hem Frl'ul:: e bietet Absolut«* Windstille gibl et nielli, wir si< Ii >I| Hew erhäng Inn ileii l'iels deli F.rfolg sichern will, milsslc eitle WlOilgcs. bwilldlgk.-i; Voll Ii in >ein«-n llcrcchiiungcii zu lirutiüe legen und hei sehr gutem Weiler zu einer Zell fahren, in der der liiglielie li.nej tier \\ mdgi si liwindig-keit in der Fahrlhöhe sein Miniuiiini erreielit.

Diese /eilen sind bis zur Hobe des Fillellhiinns. :KKl m. ails den allT letzt. Ion llolirll'l) Anelliollietel-Allf/cleliiuiiigen der bei reift-II.Irl!

Mainale Api il und September im Veilauf tier t'niln mi l.ihre cinigcr-mnssen sieher zu bestimm«!!

Ini ermessen ZU kolmt-n. Unter viel, hell Figeiigesi hwui.lig-keils- unii Windstärken-Verhältnissen ein l.ultsi lull" die Wcllhc-werbuiig überhaupt nur eingehen kann. geh. n w ii (nei iinleu eine Fi Im rsichlstahi Ile. Hemel kl ~el. d.iss diesel Tabelle «he Annahme zu in linde liegt d.iis der Wind m lliehluug mihi H.illnuaUtsli.-gm t nach dem F.iffellhnrm wehe oder umgekehrt, jedes and.-ie Witid-vei halliiiss kotupli/irt die Fahrt wesentlich.

Uebereicht über die für ein Luftachill nöthiqe Zeit (in Minuten), um eine Schleife von 11 00© Meter zu fahren

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Man lu-deiike min. da*« jeder ga-w i-.sciili.ifle Fvperuiienlal.it Seiiiell \ppaial zonadisl (Ur «irli -elbsl wird pnifeii w.dleii. llier/u gehórt cine Werkslall hc/w ini |,iitl:,cluil'->i liiippen und ein l'eliiiiigsfel.l. l'in dei arliger Mangani wird .nuli auf di-in Alilsln g--urte tu del N.ilie voli Salili l'Imiti lei l'aris ei baili werdcii mù-seii. danni d.is l.uRschilT V'ir I llliihlen del Wilti-rung gè«ehut/l stelli lllld jedelvelt hereit Ilegl , dell m diligi II Moment /ali l'alili

zu l.enutzen, Web'he I nkosleii s|iK| a|so imi li aiisserdeui uni dell Voi Ixieiliingt'ii ((ir cine \ ersiii hsfahrt verhimdeny

Ilie Wahrscheinlichkeit, ilass dir l'reis Denis» li un .labri- l'.ni.'i seiiiem Sltfler w leder zurii. kgegi ben «ini, iveil diesel Fuis.itz in keineni Verh.'iltniss zu d-n zu seiner F.rreii luing anf/iiweinlenden

I llkosten stelli. Isl dalliT cine hcllialic sji bere Man jsl min geiuigl zu Iragen, «a rum liat iler Aeroclub cimii s,,|, lieti l'reis augelliIIIIIIM li V

Seme eigeiieii (iriiinle hi.rfiir siml un, unhckaiint und wir konileii ni Natlif.-!gend> -in nur misere eigetien Mulhiiiassiiugc u

Wietlei g'Iieil Ilei' Aeroclub heslehl ails ciuci gr,irseli An/alil selli llCglllerlel Jllllgcl Ialite alls dell beslett halli.Ih II Soli Fi a llk reic II.

Mil grnsseiii Filer inni unleiigbar imi vielem lieseluek babeli dio«e siili der ibneii nodi moen Aeronaulik ergeben. Di«-sc .lugeinl «flit imi frisi beni F.lau voran. sic (ragl keinen, «i«> vveiss sellisi alhs am beslen. wie die .Ingenti elien isl und seni muss. Is «aie ihoiicht, ilir Ineraus einen Vot'Wtiti zu macinai l>:e-e Fri--In dei Jngeiid. | die jeder voli niis .'in sidi idb-l eifalireii bai, .lialM uni ilneoi ] lllgestlilil meli malli Ile. gllle Wel'k HD'I es lllll^, -iebei III 11 noi Fri mieli l-i-iTos-l «irdeii. 'le Mi li m tla-'.-iii Falle auf .lie |

l'uni, rung eines kulturellen fobici."- geivorlen hai. das dir Ii., friedigiiiig inni der Men-ildnit Nul-en billigen kann, v» dneii.l :: S|uelli.(h und im I'.hauibr.- sèpaiée eine venule Jngetul .ni ut- i lii'issigcs Dasein Klint.

Hei Impuls, zur /eil der Wellauss'elliuej etwa» ganz IU.it:-ilcies zu inaclien unti du' Aufmerksamkeit auf sich zu i.\< in : hat sii-lierlieli sein' viel zum F.hlsteiien tlinl zur AiuialiliH' ili-I»ti-i.se« Dent,.Ii .lurch den Aeroclub Im«.getragen.

l-'s erscheint auch nicht aiisgesi blossen, da ss aus ih-n l.t e-t. der Milg'le.ier de. Ac:im lull sidli-l soll lletteilicr liieJ.n. i:.'i-es um einige l< M11 » ii i f i. ; A ii «¿.11'•• ii Senear aiikomiiil al- .1.

die Filli', di T Siegel' /Ii ue-.ie|l l.-l lloill i le r Heg I lllltll I «l.s \, : ... i lllli seiht, l.ial de Hl..11. He-ll.-er einer grossen Mulm ila:-II falirik, weh he sdir «adii in die ISeivei hung Hin den Fna« ti: Inten konnte.

F.'ne gewisse liar.inlic daliir, tl.iss inchl allzu unsu ur-. Versili lie zur Aii«l uhi ang koiiimeii, begl in den An n;t ti in e-\ i schrillen, welche die l.i.mini" um d A è rosi a I i on Siieiil.l. linier ihr Ih hil hrliii I.eilniig ti. « Physiker li.iillelcl lie.ol.iii hat. lau Schaden wild ;i|«o (in die Ael nliililllk kaum din ir» a. li « i ' 11.

Wir mochten aber holten und wünschen, das« der (t<- g I' Minen. Herr II. Ileitis« Ii. wann im Jahre HHl.'i seme S'iljn. an ihn zäum kl.iltl. dieselbe von Neuem tier laifl-cliillalal .am-'i u:cbl wied<-l'iliii dem I.mischiti, smnlein einem (iebietc, '.t.. linn lenliler die Fieli.le der fiel« vei 1 hei lung g.-».iliri"i u ' nämlich lOr ganz he-iiiiilcr« d i Hegende \ <■ i Ii e « se r u ug t-ii jic dem 11 e lue t e der W I « s e II « e 11 ,1 f t I I i hell I .II I I.« e It I I fa II I t . leihe ei von ileii Milgluslcrn der Inleni.ili.malen Aenmaali■ •

I oliillilssloll III Fall« je.lerzell Al.-klllll; erhalten wild

Aeronautische Wettbewerbe wahrend der Weltam Stellung; 1900 in Parin.

Wahrend der Weltausstellung ÜHUI in Fans linden im H tle Vincennes nach hierunter ati-eTulnlem l'lan aei«<i.«u:i«t*. Wettbe« t-i he um vei scine.lene .-msgesclzte Preise statt Iii.-s. I sind hauptsächlich auf dir- Zeit während der Tagung des aewww-ti «ben Kongresses ilo bis 2.1. Seplembei lind -palet Ins m IUI. Se|ileinl.er verleg! worden l'ie l Irganisal n 'Ii tltrs«lli.n in der Hand der s-cklnm X l.llflst hlffaln t Das leitend.- • "i ■!• sd/.l mi h 711 .mimen aus fulg.iiileil Herren Major Faul Iti-nard. I'rasideiil : I.miis (iod.inl. \ iee-l'räsidenl : .Major Hu schauer. I(erichter«lalter: llaii|>linann l'e/.tl. Sehriflfiilirer: Coaf Henri tle la V.aulx. Sctiatzineisler

Der Weilheweih und die -hin sunt inlernational l'i-- I" Werber erhallen un Hois de Vintemi, s Fnlerklinflsräiinie fu- 1 Mati-iiat liald natii ihrer Ankunft in der Ausstellung bis .YH Auffahrt. Für pholo-gi-a|.lii«<"lie Ai heilen sind l.aboraloi ao hau.leti Du Itallons können mit Leuchtgas oder mit W.i--t' !l geli.III wer.h-n laslen-s liefert die Verwallung kosleiib*. |«l-''«:-> Inn si n die Indrc Menden Iii Werber «n Ii selbst beschaffen I'1' eihalleti -ie unless eine Fntsrh.itligiiiig von :m üenlinns fin )' I'" zur I lilluitg vi I Inaliditeli Kubikmeter Wa«scrstnff

Ilie Kosten der Huekreise der Konkurrenten und • '*■ ■ -'r hüllen bei I ieilalnleu. die für ltud.tianspi.it ihres Matcri.il-Landungsplatz bis nach Fan«, bezahlt die \> i wallung

I in zugelassen zu werden, halten die Ile Werber den Anl'i-•/.u stellili heim Major F llenai.l. I'iäsnh-Iil des llrg.irn-.itiei'-Ci.mil.'s. 7, Avenue .!•' Tri\.hin in Meudon iSeine-el-Ojm". Fi leti iruieihab welch«-! di.'.e Anni. Idilli-, n auge-ced '• ' '■'

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müssen, sind im Reglement der aeronautischen Wettbewerbe, Artikel l.r>. Titel I, angegeben.

Rie Kinsrhreihcgebühr kostet:

."ili Kranken Tür den Wettbewerb bei einer Rauerfahrt oder

Weilfahrt un Freiballon: ~2-> Kranken für andere Freifahrten und für ^holographische

Wettbewerbe :

5 Kranken für jeden anderen Wettbewerb. Diese Kinsehreihegebühr wird wieder zurückbezahtl an alle diejenigen Kandidaten, welche am Wettbewerb Theil genommen und sich nicht vergangen haben.

Die Rewerber erhallen auf ihr Ansuchen das vollständige Reglement des Wettbewerbs, in dem für Kreifahrlcn, Titel II. für Photographie im Freiballon Titel III, nachzulesen ist.

Ueberaichtaplan über die Wettbewerbe, deren Daten und Preise.

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Wi Hin w .-it. um I-tIi-u, hllllip-ii für Niii'tilttllirli'ii tur t-(uri, lilini^i'ii rum Füllen v..n

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Ibi.-Iifuhrb'ii mit bemannten

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K r k l Ii T il n f der I ) e li k m d li i e Ii : V. r= Vermeil iSillmr v erfühlet !, f. - Silber. B. si. — Br.iii/e, wnilbert II. ** Itrivime.

St-rur I 1h--!^IiI an* Freiballon* veu au iiahcriiil uleiihflm Vnlniuen mit aus-ii'Klu dienern HallriHl. II best,-hl aus l-'rriballiiit-* von In lirlii£f m Yoliimen mil tuli.. £•'hele-ll-m BnlU-1. . III b,'H(,-||t au. |-'ri'it'iitluri- vn beliebig,?!-! Volumen »hm' llul-Ia,1Ih'Jiii|*uii|ii li.

Her fto>*r Treis der 1- n f 1 Ii i 11 • fuhrt «ir.l itenij--niiii-n l.ut!s,'hifT«-r .*utr»'-|.rii,dieii, wi-lrlii-r in iter rie--amiiil/alil der liau-r-. Ilnili- inni VAVilfiihrli-n mit lii-niainili-iii Kr,*ilialbiii J<|» Iii*. I»«|.'li W.rlli 3» Preisen erhallen hat.

Kleinere Mittheilungen.

Knsmin's Flugapparat.

Von einem neuen Flugapparat koiunil aus Russland Kunde. Als Krlindcr wird Herr Kiisiuin in Kslj-Dwinsk genannt, der seinen Apparat bereils im Miirz d. Js. dem Kommandanlen der dort garnisoniienden Triippentheile deuionstrirl hat, wobei er auf die I Inzuliiiiglicbkeiteii der bisherigen Flugapparate hinwies und darth.il. dass diese hauptsächlich in nicht genügender Krafl-ent iv icke hing der bewegenden Maschinen zn suchen seien. Herrn Knsinins Modell hesilzl eigenartig konslruirle Flngel-Aeroplane und einen lieiiziiimotur von H.'i III*, welcher der Maschine eine licscbwindigkeit von Ilrl) Werst -— DM! km in der Stunde >ca. ;tl) m pro Sekundei ertheilen soll i!'l. Das (ierippe <les Aeroplan bilden aus bestem vernickelten Stahl iNickelslahl'» angefertigte Rühren von I—l.'iii cm Dun liniesser. Das (iewichl des ganzen Apparates eiiischhessln h des Motors hetr.'igl ;t..*i - f. Pud - "i",:t—li-i.ö kg. tiir die Flügel soll Aluminium oder M.ignaliuui vervvaiull werden. — Ob der Apparat des Herrn Ktismiti. wie man in I'stj-Dwinsk glaiibl.

• einen grossen Schritt vorwiirls in der Geschiebte der Luftschifffahrt' bi'deutel, muss vorläufig noch dahingeslellt bleiben; soviel wenigstens ist sicher, dass ein ca. litt kg schwerer Apparat mindestens Ii- S IIP entwickeln müsste, uni ein Totalgewicht linci. Avialeui'i von etwa DMI kg durch die Luft zu treiben - die :l,."i HP des Kusiiiiiiscbeu Flug:i|iparales bedeuten dieselbe L'nzu-länglu hkeil, welche Kusmin lx-i den anderen Fhlguiiisi hiiii-n ladelt. Solange man nicht einen ebenso einfachen wie leistungsfähigen Motor lür den Flugapparat si halft, kann an irgend welche Aussicht auf Krfolg nicht gerechnet werden.

Arthur Stenlzel. Ilambiiig.

Major Baden-Powolls Kriegsdrachen.

I'eber Major Raden-Powells Kricgsdiatben tbeilt uns das Aeronautica! journal mit, dass es zunächst grosse Schwierigkeilen bereitet hat, dieselben nach dem Kl iegsschauplalz mitzu-

nehmen. Nachdem sie als persönliches Gepäck zurückgewiesen worden waren, ist rs nur möglich geworden, sie unter iler Bezeichnung von ■ ärztlichen Ziibehörstücken > nach dem Kaplande zu befördern Major Baden-Powell hat sodann im Laser am Modde r-lt i ver verschiedene Versuche gi-uiai hl. tiesondcrs mit Phntographircn vom Drachen ans grossen Ihdien. Diese Versuche sollen erfolgreich gewesen sein.

Weiterhin ist der Drarhe zufällig sehr nützlich gewesen für die Tclegraphie ohne Draht, weil die damit beauftragten Militärs bei ihrer Ankunft nichts vorbereitet fanden, um die Fmpfangs-drähle hochzunehmen l'tiler diesen Verhältnissen sind die Daden-PowellVhcn Drachen von unschätzbarem Werlhe gewesen, denn sie erlaubten, bald ül«-r Kfi Meilen | 187 Kilometer) weil die Telegraphie aufzunehmen, während die Markoiuschcn Apparate andernfalls vollkoiiuuen nutzlos im Lager gelegen halten.

Bewerber um den Qra>nd prix de l'Aeroclub.

Wir erfahren aus Paris, dass als erste Bewerber M. Salitos-Diinionl mit seinem Ballon augeiiouiinen und ein gewisser M Schmutz, mit einem «Flugapparat- C ') in Aussicht stehen soll. Von ihn bisher wenig glücklich verlaufenen Versuchen des Knileren haben wir bereits früher berichtet'Jahrgang IH'.l'.t, S l~i, Die schlechten Lrfahruiigcn. die M. Sanlos-Dumont damals mit dem Zusammenknicken seines länglichen Hillens gemacht hat. haben ihn zu Wiederholungen mit einer anderen Spindelform von T,.'i m Durchmesser und 211 m Länge geführt, d. h- seme liallon-forui gleicht jetzt mehr derjenigen von Dtipiiy de Lome und von den Gebrüdern Tissandier. Als Motor liat er eine Petroleum-Maschine, System Ihon-ltouton. von 11'« Pferdestärken. Nach Paul Amelie, dem Berichterstatter des l.'Aerophile. waren die (iewichts-

verhallliisse folgcndo:

Ballon lótlll chini in getiruissler Baumvolle. mit Auf hangung

uml Venlih'ii.................. kg

(ìoiidel uml Motor.................. 7f» .

Haltevorrichtungen |2 Srhleppl.iiie von tilt nnd .'Ili ni l.iingei 2(1 ■

Iter LutlschilTer. llerr Sanlos-Duinont......... r»Cl

Ballast in Sand................... lift »

Mimma ... H|o kg

Die am Iii. und am 21. November mit diesem Fahrzeug in Paris angestellten Versuche waren ganz resultatlos, der Ballon soll sich Siels um seine eigene Verlikalachse gedreht haben

Aus diesen Versuchen hat llerr Sanlos-lliimont aber jedenfalls Manches gelernt, denn wie uns milgetheill wird, lässt er sein neues L'iflschilf liei Lachanibre in Paris in einer (irossc von nur :t.'tf (Inn erbauen und mit einem Motor von angeblich In Pferdestärken i'.i versehen. Der Ballonkör pc r s-dl 2~> in lang sein und ft.li in grosslcn Durcbniesscr haben. Iliiuii.nl hat eine leichte Kielgondcl .ms Bambus und Metallli.indern konstruirt von M,.*i m Länge. In dieser tiondel sitzt er, zur Erhaltung des Gleichgewichts, auf einem Bad-faluersallel. von dem aus er den Gang d<-s Motors und Stetten leitet. Die Schraube von I m Durchmesser besteht aus einem tnil japanischer Seide überspannten tusteü nus Aluiiiiniiiiii und Stahl: sie macht 12fr Touren in der Minute. Das hinten befindliche Steuer bat 'ine fläche von I» (Quadrat Inder. Der l'etroleum-luiilor hat zwei C.vtiiiiler und elektrische Zündung Die Ballonhülle ist aus japanischer Seide, die Füllung soll reiner WassersloIT sein, sodass mit einem Auftrieb von HH> kg gerei hiel wird. Da aber lleir s.iiilos-Duinoiit den Wasserstoff ii.ii h dem Toiiueri-svstein selbst fahri/irl, glauben wir nichl. dass er diese Ueillhcit des l'üllgases eileicheii wild. fj

üeber den Stand der Luftschiffahrt In Schweden

wird uns folgende Mitlheiluug gemacht:

lla es die Leser der «llhisti irten Aeronautischen Mit-Iheilungcii • vielleicht illleressueii wird, zu hören, da-s auch wir Iiier im hohen Norden für die aeronautischen Fragen nicht ganz interesselos sind, erlaube Ii h nur eine kleine Notiz über den gegenwärtigen Stand der Aeionaiilik zu gelten.

I'ir i I1- IC ;l|e '._ III ) ,.....Ii' Ii.i.11'.eili![e l"li lliilciileüf »'^efl

jut.v-r'-c sende Lutlacbillcr.. litixUu. '■" '■ - " ■'diel, h.iä. n Preis I 'ism; .-re .;i.i.i.l.._il'l'-l'.. ..Ui:'^1:! ■ .•::J.:i.thllltU- Da dieselben seht ii!i;'.'ii:lund It-ilhm* zu ' Iii-- .-ii l'.-i i.i'n- g:.nz im alug waren, endeten die Belsen gewöhnlich mit einer Katastrophe. In Folge dessen wurden diese Luflreiscll mit Misstrauen angesehen. Jl.r erste fachmännisch gebildete schwedische LuMst-hiller war Ai.iln Kr hatte viele glückliche Fahrten gemacht und in Folge dessen kam man bei uns mit mehr \ erlrauen als früher diesem neuen Verkehrsmittel entgegen. Ausser Andre halleij_ sn Ii ,n>c|| einige .schwedische ()Ui/.:ere mit der ,\i r.uiaiilik veitraut gemacht. Heute sind sie ..in- einzigen, die sich mit ihr Iwsebätilgen. Im vertlnssenen Sommer' stieg hiei im fuuli ein Luftsctulfer Xaiiieiis l'.elh auf. l'.r uiachle Fesselfah:teil, miliililer auch Freifahrten: im Febriian linden bei uns nur milil.'iiisehe dienstliche Ballonfahrten statt,

lall gewisser Ingenieur Itoshorg und Fabrikant Nyherg sunt feiner seil einem Jahr mit der Konstruktion einer Flugmasi liine beschäftigt Dieselbe holte ich zum nächsten Mal den Lesern vorstellen zu können tiross isl der Betrieb hier nichl. was die Liif!-si hill.ihrl anbeirilTI. h..Menth. N aber wird es bald etwas Im'--er werden

Sl im kbolni. den .11 März IIHMI S.

Museum der Aeronautioal Sooiety in London.

Der Verein bat auf Wunsch von Major Baden-Po well ein Museum eingerichtet, welches die Herren Wilson und PilcloT durch Schenkung des Nachlasses des leider zu früh verunglücke Ingenieurs PiIcher bereichert haben Die Ausstellung desselben beiludet steh im Kr\slallpal.lst Sydenham. dessen Direktion in enlgi-genkouiineiisler Weise dem Veiein einen Baum zu freier Verfügung gestellt hat.

Die Sammlung besteht aus: 1. Lilienthals Flugapparat, und zwar diejenige Type

desselben, mit welcher er verunglückte. 2 l'ilchers Flugapparat, und zwar derselbe, mit dem er

seinen unglücklichen, zu Tode führenden Fall hatte. :i l'ilchers neuen, noch unvollendeten Flugapparat, bestehend aus einer grossen Anzahl kleiner, üheivin.in.hr angeordneter Fluütlfiehcti. wXcronautical Journal i

Unsere Knnatbeilage. Dasersie Photogramiu. i;<ilUi>-hausen und ein Stück des Chiemsees, wurde aufgenommen während einer Fahrt, die bei kräftigem Winde grösstenteils über einer zerrissenen Wolkendecke verlief. Kin Durchblick durch dieselbe gestattete die Aufnahme des Seespiegets. der durch den Wind zu kräftiger Welb-nbildung veranlasst worden war. nebst einem kleinen Stück iieläiidc. Die lilan/lichter der Sonne auf den zur Fahr-richtuiig senkrecht stehenden Wellenzügen sind im Hilde deutlich erkenntlich: sie verursachen die feine Streifung des durch die Wolke .sichtbaren Theiles der Seeoberlläche.

Her Fesselballon der Münchner Sporlaiisstellung im Sommer iM'll» gesl.itlele ilie Aul'nahiiie lies 2. Hildes. Ansicht auf den Aiisslelliingsphii/, die MaMiiiilianbi itcke und die Isar tu Itichtung , nach Norden. Ihatabw.nl>

-Ja-*-

Photo)?™

imetrisoher Apparat fnr die Luftaohifffahrt, bei welchem die photographiache Camera in einem bestimmten Neigungswinkel an einem Sohulter-Anschlag mit Libelle aitst.

Veri konriet Fri-Üicrr von lUsseis, Miuicln-ti.

Mit l Abbiiduixr.

Die photograiiimetriscben Aiirnalimeinelhoden vom Luftballon aus leiden bisher an dem Nnchtheil, dass hierbei der Slcllungs-winke) der phnlograpliischcn Apparate zur llorizontalebene und Yertikallinie von vornherein unbekannt ist.

Die Gründe hierfür liegen in der Cnsirherheil der Operatieuis-basis. da der Ballon fi»=»t nie vollständig ruhig und senkrerhl schwebt und selbst eine Aufliängung der Apparate in Folge der verschieden wirkenden Luftwiderstände eine konstante Stellung nicht gewährleistet.

Durch vorliegende Konstruktion ist nun ein Apparat geschalten, der es ermöglicht, unter gewöhnlichen entständen im Italioti unter Ire s t im in t ein Horizontal- und Verlikalwinkcl zu |>hologra|diiren. so dass die bisher notbwendige. komplizirle. nachträgliche VVinkel-bestimutung auf <•riniti der erhalteneu Photographie wegfälll.

Dieser Zweck ist wie folgend erreicht :

Hierauf visir! man in doli Spiegel (t'j. Zeigt derselbe das F.inspiehn der Libelle ins Mittel, wodurch die Camera gegen die Horizontal« h< ite und Verlikalliuic oiienlirl ist. so zieht man ah. der Moiiientvers« bloss wird lielhüligt und die Aufnahme ist nun unter dem Winkel gemacht worden, welcher der Stellung der Camera dem Libellen-Spiel gegenüber zu tinnirle In-gl

Da nun dieser Winkel laut Gradbogen oder Fixslaud der Camera bekannt ist. so ergeben sich fur die photogramiiielnsche Verwerlhuiig der Aufnahm' folgende Wesentliche Vereinfachungen ; 1. Ks fällt die nachträgliche Hestiiniiiung des Aufnahme-Winkels voltständig weg. 'J Da alle Aufnahmen unter konstantem Winke) erfolgen können, so ist eine nur einmalige Konstruktion des Moehiils's« hell reberlragiiligsnelzes nolhwendig, und die pholograinmellische Verwendung der Aufnahme, m erster

Wie die Zei.

ist dem Apparat :•-.». im- h-l .b- an--cie Fnr eim-s i.eWehr-« geg. l-.-u. um ihn an der In, ||. ,- ■., \u-, . I .ii hj. 11 zu «■ n -, ■ 11. ninl *o von der liasis des Opeiilecnieii unabhängig zu machen, wobei «ler Apparat siebend, freihändig oder siebend bezw. knieend aufgelegt, gebraucht werden kann,

An dem vorderen Ende dieses Anschlages oder Schaftes («i ist eine pbotograpbisc he Camera i/n in einem bestimmten Winkel zur wagrii Ilten Visiracbse des Schaftes angeordnet, resp sie ist so angeordnet, dass sie mit Hülfe eines Gradbogens o und eines festen Drehpunktes i«l) in diesen bestimmten Winkel gebracht »erden kann. Dieser Winkel kann irgend welchen Grad besitzen und richtet sich praktisch nach den optischen kigciischaflcn der zur Verwendung kommenden Camera iA'i.

[d\ ist eine Dosen-Libelle, über web her ein unilegbarer Spiegel in in einem solchen Winkel liegt, dass die Libelle im Anschlag gegen das Auge gespiegelt wird.

Der Moment verschluss |A| der Camera ist durch einen Zug <i mit dem Abzugsuiei hanismus des Schaftes :ui verbunden.

Der Gebrauch dieses Apparates ist folgender:

Man bringt den Apparat so an der Schulter in Anschlag, dass die Camera über den Hallonkorb hinausragt und dem aufzunehmenden Gelände

I i v | i I , I. ■ in 11 ; i , '

baile-, cilolgt reni ine-halli:.» Il dindi Ailf- i '

Micheli der idenlischen Vniecke alif Photo- ( '

graplue litui Karle. '

Lui sich iiImt die Itichtiing der oplischcn 4

llatiplaebse der (laniera besser oricnliren zu *

koiiuen, kann auf der Camera, wie in der Zeub-

iiung punklirl. etti Visir im, ni angebracht werden, das diirc-h

eirieii Spiegel («• gegeii das Augi- gcspiegolt winl.

Wettbewerb um die besten Objektive fnr die Luftaohiffahrt in Hendon.

Die Genie - Ahlheilung des lacrostation mililairei französischen Kriegsiinnisteriuiiis hal tn-ii Gelegenheit der jetzigen Weltausstellung einen Wettbewerb um die besten Objektive nid grosser Hrennweite für die Photographie im Itallon veranstaltet. Den bezüglichen Vorschriften gemäss werden nur Objektive zugelassen, die eine Hrennweite von l'.'HI bis 1.410 in besitzen und

tllenden mit einer MtnimalolTnung von mehr als ^ haben. Die

liitrf fTendon Instrumente wcrdon in dor Miliiiir-Liiftst hifler-la-ntral-an«tall tu (Tialais-Mewlon geprhft uml inusslen bis /.uni 1 .lunj l'.im «Insellisi cingclich rl sein. Die Voisin hc mit don Ohjeklivcti uberwaohl ciiii' vinii Kriegsmjinster eingesolzlo Kniiimissimi. 1«.-slehciid ans: Major Htcchaucr, Adjulanl îles Direklni s dir Miiilar-Liiflsihiffor-C.enliat.install. .ils Prasidctil : llaii|ilmanii Hoiiil.iilh■. k.iiiiinaii'lirl /.uni Ministcrium dor Kohini.'ti. ali Bendili rslalloi iln- Haupllcutc Jardinet, allai lini (leni gengraphis.hen Dicnsl. Bmitlieaiiv. altnrhirl dor Versuc liskoiiiniissinn «les Geniowi sens-Fezel. altaohirt «hi Militai - Lurtschiffcr - Genti alanslnlt, als Mil-glieder.

|lie achl <-rs|.'n Objcktive bcrcchtigeti zu eirnT Premo Min ■Jim Fis. Dieailbi'ii werdcil prnktischin frullili d.r Foinpholit-graphie zunàohst miii «1er Ktdc. spalcr vnni l'esselball..n ans, iinlerwirreii.

Dh-jonigon «Irei, wo|ehe ilie he sten Itestillale ergel-'il, or-halleii naeh Bcih.'iifotge ihrer Giilo Médaillon Von Gold. Vermeil tSilhcr vergolth'tl oihr Silher,

Je naeh ili'» Versiiihsresnllaleii kann die Kotiiimssion iiher du: Art und Anz.ilil iler Pi eisnicdalllen ciitsohoiden.

Photographlioh.es Regiatriren.

Herr Knill Wenz beschreibt in L'Acronaiite. lieft 2. l'IHI einen von ihm konslruirteti Apparat für meloorol<>gi-oh«' Beobachtungen mittelst llraehen. der den Zweck hat. den Stand der verschiedenen Instrumente photographisch zu lixircn.

Auf einem Itahiiien sind Hygrometer. Thermometer. Anemometer. Aneroid, Ihr it. s. w. untergebracht; in starrer Verbindung mit diesem befindet sich eine phntographische l'ilniscaineia Hie r'ilnisriille wird durch ein einfaches l'hrwerk mit einer Gesihw iio digkeil von Mo min min abgerollt, der Momeiilversohluss durch das gleiche l'hrwerk alle Minuten in Thätigkcil gesetzt. Der ganz-Apparat wird einem Draeheiisvslem angehängt ; sein Gewicht beträgt bei Anwendung gewöhnlicher Instrumente ungefähr I kg.

Ihr Gedanke, die Photographie zur Begistrirung zu benutzen, ist nicht neu, Kin derarligcr Apparat in erster Linie dir wissenschaftliche Nachtfahrten von Pud. Finster«ahlei conslruirt — war schon auf der vorjährigen Moni heuer Sporlaiisstclliing zu sehen; dieselbe pbotographisc he Hegislrming wurde auch schon bei Tage mit iHinanntem Ilalinn in Anwendung gebracht Sie ist auch hier von grösslem Nutzen, indem sie es ermöglicht, wirklich gleich/eilige Beobachtungen verschiedener Instrumente zu liefern Dass hiernach ein Bedlirfniss ist, weis-, jeder wissenschaftliche Beobachter, noch mehr vielleicht derjenige, welcher sich schon mit der Verwerthiing des heimgebrachten Materials in Bezug auf genaue Höhcuhcstiinmungi-n an l'tiikehi stellen des Baioiooleidiagranims. an Wolkcngrin/cn it. s w beschäftigt hat, oder der die Angaben mehrerer Barometer mit einander ver-glen ben will. Vcrgl. Solini ke und Finslerwablor. Die Naehtfaluten des Milinhener Vereins I, l.iiltschilTalirt. Berichte d. k. b. ineteor. r.enlralslalloii fK!l;t.

Ich uioclile daher Herrn Wen/, den Vor ,< hlag machen, -«inen Apparat auch bei fahrten mit bemannten Ballons nus/upii.hircii llas ITirwerk zum Bewegen des Films und Auslosen des Verschlusses konnte bieibei wegbleiben. K. v, Ii

Sohriftvermerke auf Negativen. Ks empfiehlt sich, auf den ans dem Ballon gemachten Aiiliiahuien Vermerke anzubringen

libi r dasllhjekt, die Bobe inni Willerlingsvorhalliiisse Wi Aofnahme. Leichl ist dies zìi orreiebeii. wetin man die* \, merko ani <ler Piatte, die ualurhch enlwnkelt seni niiis*. untre timi sic somit uni pihn Abzug uni copirt.

Her -Amaleui-Phologiapli- gibt hierzu folgendes Itezeat

A. W.i-s.r.......... lini etili,

Glycenii ......... S g

(icwohnln lie Tinte..... 2*> g

II. Alkohol .......... imi ci in.

Salpetersäuren Ouecksilhor . L'i g.

line, ksilbcrchlond . ... Kg.

Man liil-i he gleicbe Theile dle-er l.n-illlgcn.

Dumi ani .lem Negaliv spn gelsi hnll und anT di ni Aiuti! die rnlitige eiilslehl. mi Libri man fo|geudenoasse*l

Man heschieiht citi gialle, . gut geleimlosl Stiuk l'iif ■.. '. dir gertidinln lien Woisc uni ohiger Misehiing. Illese InsclirJ man aul das Nogativ und ilcinkt sic daiauf kurze Zeit h-st II man das Papier nini ah, so bai sich die Silirtfl auf deia .V , r abgi'Zeii'Imol.

Ilas V.ifahreii heniht ihir.nif, dass das OuccksihVrt li das molalhsi he Silher in Gblorsilber verwanilolt. Ls istil.i. scllistverstainlhcii. dass man dio S.hnft ani' omo dunkl. des N'galivs anhli iickeii iniiss. Auf doni Abzug ersi ti> ir.l daini schwarz. auf wi-iss.-hi Grundo. Bieclol i

Cailleteta Panorama Apparat fttr militärisch« Erkundungen.

Im l.iiftsi hitlcrpark der französischen Manne zu U;-. hat M. Caillctel. Mitglied des Instituts, einen auf Staat-k"- ' li.iiileii photogiaphisi hon Apparat versucht, welcher gh "'-ilas Gelände in einem l'mkreise von 10 Kilomeier Badun nehnien lahig ist.

Her Apparat besteht aus eillem l'.yhnder noi neun Ol.;-'. Derselbe «Urde all Stelle de-. Köllns unter einem klein, n > - ■•■ ballon be!"<'sligl. laugsain auf 2-'iH bis :llHI m hoch geimirin:--ili diesi-r Ibdie iiilllelst elektrischer Leitung die Motnetilvi'.'- ' geöffnet und gl schlossen Deniiiäch-t wurde der Halle. • geholt, die Platten winden entwickelt und in Knistorn. ani • Karton geklebt.

Man erhielt auf diese Art die Topographie auf /wv\ Mi im luikreise von Lag..librali mit einem Gesammlumfa:i; '■ ' tül Kilometern

Die anwesende Kominc-ion von Manne-, Artülern- un.; ' genieur-l Iflizteren war sehr befriedigt von dem Hesnlt.it I l'litilogiaphie gab alle Details der Forts. Ballerien, Strassen. l;-i bahnen, Wohnsitze it. s. w. klar wieder. 9

Entwickler für Momentaufnahmen, iv m i

Inhteleii Moinenlaiiliiahme'n auf gewöhnliche Platten nun'' " Balloiiphoti.graphieii ¿11111 Kulan kein l'olgoiido ZusamiiKus'••■■» slels iiiil l.ifolg angewendet :

Html Gl.imiii ileslillii tes Wasser, 7ö - s..'bw<dhgsaures Nalroii, Ii ■ llydioi tili Ii in. 1011 > kohlotisauros Kali. 2 > llromkali.

Otto Bernhard, Miittrheiv

Todtenschau.

IVfer vnn Gallischen* t. I'. von Hai.i>< hoff, ein in Paris

lebende! Rotte, der daaeJbcl vieles für die AVruomlik gelban hat.

starb am II März ehemlorl im Alter von ."«II Jahren. Italasehoff "■•horte zu denjenigen seltenen Förderern ihr Lul'lsi InlT.ihrl, welche ihre reichen Mittel gemeinnützigen Zwecken auf diesem llelüele gern zur Verfügung stelllen. Auf seine Kosten liess er ls'.i| zu >|Mirtsz\vecken einen llallou von K2HQ m. die ■ Fralice-Ilu -n-erbauen. Noch kurz vor seinem Tode war in seinem Auftrag zur Erforschung der höheren Luftschichten für die Com in i s»i o Ii

icientifiqne d'aerottation in l'aris ein L700 eins grosser Itallon gelertigl worden.

Sein Hinscheiden ist für die aeronautischen Kreise in l'aris. welche seiner tlülfeleislnng stets sicher sein durften, ein schwer

empfanden« Verlust.

Oberst Ktsdale t. IVr Begründer des englischen •Halloon Eslahl ishetu<• nt •. welches im Jalue iNSt zu t'.halam einleuchtet wurde, Uber-d Elsdnle It. K.. ein in der Milit.Hr-Luft-vhdTahrl erfahrener und woIiIIh kannh-r Oflizier, ist auf einer Heise von Ho'igkong nach England verslorlicn.

Anntole Hriss4»iiet t. Am 2">. Eehruar starh A. Ilrissonel, ein bekannter llallonkonstrukleiir zu Paris im Aller von tili Jahren Durch Xadar auf die Acronaillik geführt, begründete er sein

bekannten Haus im Jahn Ikjiv Besonders einträglich war dir ihn die von ihm ausgehende Erliiidung des kleinen Kaut-. Imk-IMIaiiu-Hallons In den letzten Jahren freilich hatte er biltci

darüber ,11 klagen, dass die Geschäftswelt diesem Artikel nicht mehr rechi zusprechen wollte.

Die Firma Itri. itoli net bot den lle-uilieru von Paris die Annehmlichkeit, jederzeit eine Italloiifahrt unternehmen zu können, je nach Üel.eben, lud llallons von verschiedener Grösse, bei freier Gestellung des I kl II oii fiih rem und gegen Ik-zahhmg der Gasfiillung.

ö\« Aluiiii.iiupikanten des Material* und der Konten der Heise.

Ilrissonel war Pr.tsidenl der .Ecole d'Aeronauti^ de la Société Franca ise de Navigation .W-rienne>. Wählern' der Heiagerung von Paris 1870/71 linlcrsliil/.le er die llegierung

bei liest'......uilg der Abf.ibrtsriebliin| der PuatbaHOM und erhielt

hierfür die bronzene Medaille des Kriegsmiiiisteriiims für • Communications aér icnnes >.

Der Verstorbene tialle eine besondere Zeitschrift « Le Ballon » gegründet, in der in letzter Zeit vornehmlich säiiiinlliche ihm bekannt gewordenen liallonfahiten registrirl wurden. In früheren Jahrgängen enthielt dieselbe ausser sehr eingehenden Protokollen der französischen Lllflschilfer-Scbule auch kleinere Aufsätze. Feiner hat Rrisaonei ein chromolithographisches Itlatt herausgegeben, betitelt: -Tableau des llallons sortis de Paris pendant le siege 1 «70/71 ».

Ilrissonel war als Sdm einer Notarsfamllie zu Chaitviguy bei Poiliers am 20. April IKU geboren. Er war sehr beliebt im Knie aller seiner Gekannten. Eine längere Krankheit ging semini Ilm scheiden voran. Fr hiiilerläs-t einen Sohn, der sich gleichfalls der Aeronaiilik gewidmet hat, und eine als Künstlerin bekannte Tochter. %f

VereinsMittheilunrjen

Oherrbrinischer Verein tur Ln l'Ischi (Tuli li.

Vereiiisiersiiiiiiiiliing nm I i citar deli t. Mai IMO, A benda H l'hr, un kleineii Saale des Civilkasinos, Sturiiiecksladeii.-

Der Vorsilzelide. Professor Dr. Hergesell. croflnrte die sdir zahlreich Ik'siicIiIc Vcrsaiumhllig imi der Milllieilung. dass der invile Vorsilzende. Ilaiiplmaun Moedebeck. in Folge Versetzung narli Swiiiemuude. aus deui Vorslalide ausgeschieden «are. In Anerkenniiug de; gn<ssen Vcrtlieiisle. die derselbe uni die Griimlung llll'l das llestehell des Vcreills habe. sei volli Vorslande besehlos .e|i. di'iise||»-n zulù Ehreilimtglied ZÌI ernennell. Mll grossem Ilei la Ile mirile dieser Vorsehlag angeii.iiiiuien. inni der Verein hai uiin-lui'hr zwei Ehrenmilglieder. Ohcrsllculnant v. Paiiiiewilz. Chef «e» (ieilcralslahcs <l,-s HI. Aruieekorps. limi llauptm.inii Moede-tn-'k a la suite Fiis-arhllerie-KegiiueiiI 111, Arllllerieollizier Volli I". ,•• in Swinemiìnde.

l'rolessor Hergesell erllieille sodami ziinachst das Worl Herrn Leiilnaut George, der in sehr inleressanler Weise eineii Irritili pah fiber die llalloiifnlirt nm !t. Aprii, bei der die Lamhiug ini Schwarzwald bei Gernsbach erfolgle.

Sodami benditele l.eutuanl Lnhmullc r iilsr die l'alni ani

211 Mar/, bei der zum /.weilen Male eine Landung in Frankreich stattfand, in Fresse, Haut-Sanne.

Zum Schills:- wurden zahlreiche photogiapbisi he Aufnahmen aus dem llallou mittelst Skioplikous durch Pbolograph Hauer vorgeführt und durch Leutnant II i I de brand t erläutert.

Heidier Beifall lohnte die Vortragenden. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, im Herbst den photograpbischen Abend

ZU Wiedelholen.

Munrhener Verein Tur Liil'tsi Iti Mali 11. (a. V.)

Dirn-I.i-•. dell 1». .Lumai. H L'hr Abends, im Il.-1.-1 SlaellUs.

Der Miiiiciiener Verein fin Lnflachillalirl (o Vi yersammelle

siine Milglieder am DX .lanuar im Vereilislokal Hotel Slai bus /u einer Gciiernlvcrsammluilg. die nacb niellifaclien llichliingen bill vici Inleressanles Imi inni Zeugniss ahlegle. «deh intensive wissen-schaflliche Thaligkeit der Verein un abgelaufenen Jabre betbaligle. Der erste Vorsilzende. Herr General Neurenlher. hegrussle die in slatllicher Anzalil crschicncncn Milglieder. In die Tagesordiiung eiiitrelend. gedachte er der erspriesslicben wissenscliafllidien

hi

thiiligkcil eli-. verciti un v ci gangi ncii j.due nini .pr.icb ilen mil glicibrn lui miri- mirw ii kiiiig. soun .1. i iv \ii)ii n-i.iiiìm ìnlb i -ahllieiliing unii il.r l're- e hit due l'iitei-lul/iing i»: leu [tank ails llicrauf benditeli- ahlhcihiiigsinf-tuiid. h.ir privaldii/.eiil ili. V indeii. ubcr (in h is •< ii rhiltli. ih- thuligkcil des vit.-iiih l'i >l«ra<li iiher (tic « ihiciid ili-- -i ;« tt i • — gi-maditcìi \vi-scusi hall in ben h'irhl.thrli n uni ilinn /.firn unii ivriulgen inni sdito-..-, uni ilmn deridile iìut rniii-. min ll'ini l'iole--"! llr i-'.im-ii knii -ti ulrl<-a|i|iarali- /ut kriiiiiiiig ili-», cnlmagiicli-' imo l.cf.illcs il<-r altnn-sph.iie an diesi- debrai >• hh>-- m<-|i j<ti. - de- an si.il- <b -crkrauklili vi -r -l.iiiile- il.-t ahlbcihirig ii. <i< - lli'rni ll.iiipliii.iiin^ irlir vini (•iill< nhi-ig. vorlragendcn lli-rrn • the r li-ulna nls mietei.

in ci'si'T litui- wuidc nini .in- /ahi dir geniaiditeli fi• • i• -11 v'ahrleti. iili.T ibicti zivi-rk und tt i •< - r ili.- tintici eiiigeliileim n -.pe-zm-11. il vcthallliism- imi-n blindi dil dei daiiilung, g-c—-le i-trenhle lidie limi i ticillichmc rzald in iirlili-l. diluii,ti li twi<ih ri volli venirli' di f'icilahi ieri geoiucht. vi.iriuilet ilrei .111^1 |iinil»n « i-.'-n-i li.ui-lielie /iir \ ni naliiue plmlieti anirriel n-i ber aiiliiuhincn. /in ri..r-m ■lumi; iler incieliti.[ngi-< in n ve rhal(tnssc inni ile. > -1.11 ■ ^. i - -11 > 1i-. in n

lielulles <i"T al iihinpli i le

die wl' iii igell l.rgebnis e «in i «irei l-'.l 11l'i• -11 \v i-i ili-ll /ih'

mcnrcrnng ile- al i s« 11 •• ri s .1 — -i i r f -11. i •• ■ 11111 ■ 11 \. i.iii- ilrr uh aneli ail--el ii.ili. ili'l' ( > i >-ll/t-ll llllscies eri,'eieri llll'l ttcll.-rell valeri,unii s illlr.il -cine eill-lell vi 1- i usi diali li< in 11 ziclc l.crcils cillit] .n .111 irli

rrvinrli'mi hai. ive-.enl in !i beilragi-ti in zucit.-r [.ime lamlen die diai |]<uvei>ueli'- l'rw.i luiurig. vvelrlie anfangs ri.n li ileni vm hihle vnn dine hill imi ciiifadn n nini gckoppcllcn dtacben .'iiisgt-'uhrt uimleii. zur vninaliine weitercr vctstidie sldien gegcmv.ìrtig ilem vereine drer iddy- snvvic zwei ll.irgravc-prai ben zlir vi:r-fiigung. ferrier eme nudi dea angabcn des llerrn l'mr.—i.rs dr. l'inslerivalilcr kon-tt tiirle kabcl.viride uni ioni m stahlilrahl. l'alien weitercn punkl des itit'.rales hddete die tlieiltiaiiim- des vereins hczvv. -ciner milglnder an d'i >\»>\-l.iiis-|.-ìlung su hai ilerr miijiii urne ii a cine an.'alil ililen - -unii r siche limi eme heilie vnn aiideien auf die l.n:1-i inllalirl heziiglirlicn licgeii-l.iiiden. ilerr l'mli smir di. kni-lenvald< r vvciitivnlle plmtiil!rjiiim<'li-is> lie k<in--lriiklninen. ileri itarxn h.i>mi> oneii vini 111tri erfunden.-n

plii>|ii>,'rtllllllielri--e||eli appaiai all-cge-leill aeu>-efl vellllellt hill da* »o <:e]iill»i'lle ziistandi-kimum 11 ibi ahllieiliirig x fiir i.iiiim iiiii-falirt. die wnld «ieri clini der aus>icllung luldele, mai lilen meli ilerr dr. w'gel mi vercin imi llerrn ilaiiptiiiann diane

ks erdilglen min mitllniliingeii ni..t ileii zu^land des llall.in-rnalcrials unii die dadtircli dir die zukinifì irediiillell alisiiclik-n.

n.u li«l< in iler halh>n di- verein-. miiuii die -.lattln lic ati/niil vnn :tl freicil l'alirleu gemaclit lial, limi un l.aiife der iiacìisfen .ladre dn- n'eulum li.illung euier dallnnliiille uiiaiisbleiblnl] seni. zmii sellinosi- llieiili- hi'dihi lini, da ss in dir l'er-mi <les i d'i rn llarnn llassus die deilie lieiralirlei itallunfiilurr iles vereins neinn zuvv.icli-i li-k.iiunieii lial der vm'stand der alillieilnii- iii (ieri l'i iv aldozent dr ileinke. liei ■uditele liliei die ail-glelngc unii er-spriesslrdu- ari dei r'ordenmi; der vereins/ive. ke mi verllu-^enen jaliic

dir linan/.ielle stand des verini- i-t n.i< li ile in d'i n liti .|<-s sei hit z li ii ■ i --i i-i - lli-irn llii[liiicliliiiriill'-is stali) più . cui »i> giiiisliger. dass in dalile a ti deli dan emes «eitereii llall"iis gesi iti illeu «crdeii kanii. nili li itevi-imi ibr llileln-r vvurde dei barge erllieitt.

ili rr lieni-ral n'eiireutlier dankle ,|en lleneil vmirageuden unii -cbrilt bieranf /ur ni invaili, die [i.lgcii<b-s l!<'snlt.il ergali: cister vie >|izeiidet : ilerr 'i. neiireutlii r, (.eni r.iiiii.i ii>r. diieklnr d<-s liipiigrapliiscbeii i lineali-, des k. h t enei nm :ihe-: zwi iler vi.i-silzender : ilerr dr s. kinsterwalder. l'rnds-"r allibi- lei imi-.'beli ibiclisi liu!e unii iiiisserimlentlirlies milglted dei akadcmie der wisscrisrluiflen; scbntlfiibrer : lleii leu ina ni tb. casella. .1 la siiilc

«b ■ ii. inlarilerie r.egimenls. stanimi iftizier der l.iifl-cliillerabllniliiri, scbat/.nieisti-i ||err |v stalli jun , ll-'fbik lih'indler; lli-isit.—t ji, ibrien c lirug. majnr mi k li. i b-iieraulabe. dr. m. si bri:i.:i l'nd'.-cr .in ilei' k. ieclmiscliiii 1 |nr liscbllle, julius kllir. llalli-v. dallei-i. in, mainr a d limi iv dielel. ( ibci leulnant a la hiedes k. ingenieuikinp-, slamiiedtizter dir l,u[t-<lnlteiabllii'iluii;

i inr.i nt lindi den l'abi ik.ml di" kliin emeii yi.ri alien \it-me.iridi ii llllt gnis-'lll heil.lll ailigelv'iiihielleri vollrag ilbi-r un

ani ih. (ikl'.ln'i \ «rigen jabie> erb-ble mici e-sante vereiiulibii dei voi'irageiule g ili in b liendiger spr.o bc- em aiiscliauliidie- l!i ,1 der zalilien ben, liei «lieser voli vvuiidei-vollein hecbstweltei tigno .-.tigteii l.ufllaliil gewiiniieneri r.mdrilcke als ailssirgeiniiii lidie- \ 01 komiiiiiiss liezeicliuele er das reberlliegeii l'in» nesh-dm fe- mil ib'hi i.u fi tía mini ak.ideiiue- l's hallen daliial- .d a-cliantc- i11r<- wnlinslallen in dei sporlailssieltunk aiifgcschia^n

vnn dei ails dir aiil-lieg erfoigte, dn- stadi mnnchen ers.......

lh-n linll'lellll.ls: en «le eill 11 111 is-l i !• ' - m illiallll llloilell «11- 'i: n. il ioli, lllllll -•.'uhi- dir sl.ll llbi'l gel-, wi-rlll- ulld allllllelsl'l' g.i:.-

sluff zìi lauil-i bafllicbeii sebimeruiigeu. und die in die allg.ii: ■ vorberge sub binblaitlg hiiieiiisi-luebi nde nehelsehii til mil ■' su li da voli rililnsi-hileii, hai li wes|eii zieheiiden wolki ben -ein piai litiges nordlandsbild. die bei kaiirtieiiern aus ein»i ii.li villi Sl'il ih llbllgle. ziemlicll plolzhche llll'l llllfl'ei» llllge i

ilung ani (¡runde des l.ui'tozcan*. wot>ei die drei lutl-cbiili r n-r din uingesl iilpteii dalbiriknili v, le linter cine tallitici glml sii/cu k.lineo und hill iniige/ogeii vvurden. erregle grossi- ii' kilt. — nn l<t ninnici iiilei' >-.int »ar der llerudil des he ira i -les.snrs dr. v"gel líber die vvisseci-cbafllii !ie l'alni ani '1 i liicn : - -is1h». die ir un vi-rcai mil dr. knideti nini lite. Uhi er<jiiiagih: hoibai liliingeii in giii-sereu llobeii ailíustelu'il. der i». vi t'iie-s miini ben im-i leidlicliem welter uni ti 1 br vere . kiiiii al.ier babl in cine schneeuolke, die din so lieetiill;-ila-- ci lr..tz aiisgaln- voi» 17 s.ii ken dallast nur auf sm1" ll'itie k.im die [junlutig fami gliicklieh bei aulialtendem >>!m-gcl'iber in der natie der station hedl-zipf der lime in siil.'biirg in olierostet'ieseh stati, l.s gelaug eim-ii satz r-'lu1 liingen zìi trinchen, «eb te- die itraurhbarkeil des instrumenls den in der liondel beir-etn-nden schwierigen umsláridcn ermi--n die l'vage der aenderuug «ter luti n-ila( uní der iinhc muli --gegen unentsehiedeii. weil der ur!, líber wetchen die iteubaudi'.ir:■' geiiiaclil wurdeli, nielli geniigend srharf konslatirt weiilcil l da die iteoli.iililer er-l kurz vor der l.anbing den linden *¡» 1 /il (¡esn |,t bekaincii. iteielter d'itali, smvie dei dank des iterili vorsilzendeii, sclibiss sub diesen \ilsftihriingen ari s. diltisse e i-grill noi li ini ñamen ib-r aiiwesi-mlen se. l.v"'' ib'ir l.eiieral vnn saner das woit und dankle in warmen m "•' li-i ni liein ral neiii cui bei liir seme miüievolte und -n sta'-leu in- tlialigkeil dir deli vetein. in das aiisgeluaclite lìrrili ii'kii -liininleii alle allhcsenileii begee-terl ein.

Sltzuiur am 13. Frbraar I1KK).

der mun. lenir v.-rein tur i.ult-i inllalirl ia v.i li': ' dn ii-lag ileti l'i l'ebiuar un hotel stai bus emeii vi'.'trl'r's"1 ab der ei-le \ m-il/.ende. ilerr i ieiieialmajor seurellllut. l"v'"" die in grosser all/.llil ersehieiieiien mllgliedei, woriillf ile;r h -inalili a. d. v poni et nel sei netti aiigekiindigten vnrtrac ls\ •" der vorlra-jeitde besprach das liiluet der ttngleclimk ini'' » die kihebiing des l'iugappatates iotti 11dboibii dadurc'i l-*|v «la-s cr die ai beli eiller kteineii leiehteil maschine zurli' i 11 ' in li znr ll'scliletinigutig der i iiidti diiiug des srh»-|ingiid,-s b"1 und die kuppeliiug der kratlinascliine uni den liebeiidcn mbtajl» i-t-1 datm vomtiiiuit. «i-tin das an kiiiflcspeictiei l«»f

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Schwungrad ein ausreichendes Maas» von Arbeitsvermögen a»r-•_*''H«>minpn hat.

AK zweiter Villi ragender des Abends crgiill Herr Privaldozctil l>r. Höh. Kindel) das Wort und besprach die I nliisu« hungern von ''•.iilier, Ailken und Kiesshng, die ileii Nachweis cihringi-n. dass >i<*h in der Atmosphäre feinste Stauhtheibiieii in gross, t Anzahl vi irlinilcu. Durch ein sinnreiches Verlahreit gelang es Vitki-ti die im einem bestimmten laiflvuluinen enlhalleneii Sl.iilbtheilcheti zu zahlen. Ihre Zahl lieträgt auf Bergen einige Tausend, in grösseren Studien iouu0o Iiis 2.'i4t(ltn>. in ahgeselilosseneu Wohnräumen bis zu viiden Milliunen per Kubikcentiliieler.

Sie sind irdischen rrspriings und werden geliefert durch den K.im Ii der Vulkane und Sc honisleine und den Stauh der Iroeketien Krchdicilläe he. Diese Stauhtheihdien sind für die Lebensbedingungen ili'i organischen Well von fundamentaler Bedeutung, denn es lässt ■sieh, wie der Vortragende durch einige Expoiirnetite erliiulerle, /.■•igen, dass in Luft, die «Iure h Kill inen durch Watte hindurch von ihrem Staubgehalt betreu werden kann, eine Verdichtung •genügend abgekühlten Wasserdampfe* zu llüssigein Wasser nicht eintritl; ein Wasserlröpfe hen seheidel sich tun da ab. wo es ein Staiildlieilchen als Stützpunkt votiindet. filme den Staubgehalt der l.ufl würden Nebel- und VVolketihililniig. Regen und Schneefall ausbleiben llcr häutige und dichte Nebel der l!russslä<ile limlet seine Erklärung in der grossen Anzahl hier vorhandener Staub-lloilihell aui h diesen spailllelub'll Ausfühl llllgell, die wohl auch weitere Kreise inlerissiieil dürften, wurde der verdiente Beifall zu Theil, Line längere Diskussion schloss sich den Aiisfiihrungen der Isc-iden Vorlragenden an.

Silznnir am 13. Mlirx IWM),

In der ausserordentlichen (iencralvc-rsammlung am li. März wurden die durch da> Inkrafttreten des bürgerlichen Gesetzbuches ii.'.thigi-n Staluteilänili-ruiigen einsliuiuug angenommen. Hierauf hielt Herr l'rivatclozcnl Dr, Hub. Knieten einen sehr interessanten, durch zahlreiche Experimente unterstützten j^^m^ì^juuj^^jjjij^ vV.sen «ler Wärme und die Temfe.-ahir der Sonne

Inler Zugrundelegung der auf geiiain-sten Ih-ohac htiingcn liasirendeu Solarkonslanteii von 1 Gr.iinni-C.aloi i«-n fand Angstrom mit Hc-nützung Von Stefans Theorie die Tcmiicralur der sitmij. diese als schwarzer Körper vorausgesetzt. Tum' Wird das

Ausstrablungsvermögen der Sonne gleich dem lies geschmedzenen Platins angenommen, so betrüge die Soniieideinperalür nach Pasehen 1:1.mo". Aus ihn bisherigen Arbeiten auf diesem Gebiete ergibt sieb, dass das Problem der Messung der Sonncnwäriiie sich der Losung nicht mehr so unzugänglich zeigt als angenommen wurde: jedenfalls betragt die Sonneilhuipci alili' nubi Millionen «elciiliindcrl-lailsenile von Graden, solubili dürften sich hei« hslens zwischen liOtlo bis hihki« bewegen Anschliessend all diesc-n Vortrag, der von den Ki-schienenen. darunter Prinz Leopold, mit warineui Bci-fall im-gnisst wurde, zeigte- Herr Dr. Emilen mit Hilfe des Projektionsapparates eine Heilte überraschend gut gelungener phoin-graphiseher Aufiialuneii vom Luft ballon aus und zwar aus Hohen von 'UM Ins l.'iOtl in. Die Deutlichkeit erstreckte siili soweit, dass man auf den Projektilnisliildcrii die Ku iiienaiifsc hriflen einzelner Häuser sehen konnte. Einzelne Bilder waren kolorui. eine Methode, du- zu ganz inleressanlen Effekten fiihil

Sitzung am 8. Mai 1900.

In der Sitzung am H. Mai DUM hielt Herr Oberleutnant Diete I der Königl Ini ver. l.ufl siTiitfcr-Ahlheiluiig einen Vortrag iilier Die Ite issbuhii. ihre Eiitw n khiiig und Bedeutung hu ihn Luft-chillei .

kt

Der Voiiragi-nde bemerkte, dass dem Kugell.-al'on. dem in physikalischer und meteorologischer Hinsieht dorh so wichtige Ergebnisse 7.u verdanken seien, in den lclzt.-n li.l.ren fast y....-ki'ine llcachtiiiig mein geschenkt werde

lue- aeronautische Weil lille gegenw artig wieder von d"n Hillen .Hie Schtaiibi'iilluger. lue Drachenflieger, lue polsünheher Koiisillug, hie lliiileiisledt. Ine Kress. hie Zeppelin» -- mit einem Wort, der llhck sei ausschliesslich in das verheissungsvolle Land des willkürlichen und bewussten Elnges im l.iiflozean gi-rn htel. Auf diese Weis«- sei jetzt schon «bis ersehnte und erhoffte ■ Bessere-der Eeind des heceils voihandeiien ■ Guten • geworden.

Da alter die Be.ihsiruiig de-r Wünsche und lloffniingeii vii-lh-ichl noch längere Zeit auf sieh warten lassen diiifle. so sc-i es vielleicht gar nicht iinzeitgemäss und unpraktisch, wenn mau dem Kugel-balloii hezw. seinen Einrichtungen wieder einmal etwas Augenmerk ziivveiide.

Die wichtigste Hinrichtung des Ballons sei neben dem Yeniii die n.cissvorriehtiiiig. Von ihrem richtigen Kunklionireii hängt bei stürmischen Landungen Wohl und Wehe cb r l.uflse lncT»r ah.

Die Srhh-ilTahrl Silbercrs halle die I nvollkommenheiteii der damaligen Itallotieiiiricbliingeii deutlich erkennen lassen. Der ei^le Gedanke war. durch Hebel- oder Zangenwukung im kritischen Moment ch'ii Korb vom Ballon abzulösen. Allerdings ging hi«-r das werlhvolle Ballonmaterial verloren. Weitere Vorschläge waren noch, den Ballon mit scharfen l'feilen wi,pp| z,u «ct.i«-...^^ dm mit J'lalznalneuen zu zc-i reisse-n, "der durch ein Messer mit langem Slock zu zerschneiden. All diese Gedanken dürren als .he' Voi-läiller der heulö'^p He|ssbahn angesehen werden Kim- andere Bichtnng in Lultsi hilhrkreiseti sucht die i aschesli- Hill l«s- rung des Ballons bei stürmischer Landung dadurch zu erreichen, dass mit einem Exhauslor «las Gas ausgepumpt oler durch ein grosses Lailevc-ntil dem Gas rascher Austritt gewätirl weiden sollte. All diese Vorschlüge garantirlcn jedoch nicht den gewünschten Erfolg. Da tauchte Milte ihr achtziger Jahre zuerst in Krankr<-ieh der Gedanke der Beissvorrichtung auf Die Kousli iiklion bestand darin, dass mit einem Gurt vom Kolbe aus eine Balm «los Ballons in iiieridionaler Dichtung gerissen würde. Als Valer der ersten brauchbaren Beissvorrichtung ist jesloch er-l Hauptmann Gioss in Berlin rnizuschfii, Die mit Bei hl von den Luftschiffen! so g«Türiiitc|eii Si hleilfabrten halten durch diese segensreiche Einrichtung in den letzten zehn Jahren fast ganz aufgehört, du« Ii nicht völlig. Der Hedncr fcihrli» zum B«-wetsi- einige von ihm seihst erlebte SrhleitTahiten an und suchte die l'rs.iihe-n dann, dass dc-r Kührer bei sehr raschem Kalle mit dein He issi-n der ac hl bis zehn Meier laugen Bahn nicht fertig wird, o«ler dass «lurcli den Wind hezw. clc-n Nelzdrnek die- Bänder der zerrissenen Bahn übereinander gelegt weiden. Zur Verhütung des ersten Nachtbeils bat vor Kurzem Hauptmann lllanc eine sehr sinnreiche selbslthäligo Yiirrichlung kimslrunt. che aber iinmerbiii den zweiten viiiillic-il iin-'.l in-':...:. lim- _■ 111: ■. :■ i- 1.. ■11 r:d.c -e Lr.ije win de •iiiich der. vi.- iiagemh-ii : i f 11 r: 11 • -11. sie l»»-«l.'h' d.i.-ui,. djiyi dein juicl -hi-i beij-.-.it c; i j Itali,. Ulgj i .mj d ■ id.). - ji-.i um | cm

hielt » iir. 11 e.11 um i l ■ i i e ke»| iji .'!£; .^,c i.c'j liilj i luk 'l li.lji u.tuul,-.

v i:i ö'1 ,in basi- •»»icj'vii villldc, Ulli zwei- in. d'.-llii.lllg»-s /. i-'i- ii ;i [ii \ ,e. ■ s „ ii i i ::elle-| !|l|ie je völ'-i-,lel /e.l eine iii 'inline

von über 1 epn. herzusli Ihn. Bei iler grossen Midec ularge schvvinebg-keil des Traggases VVassc-rslofT IKl.'i ui. Lc-uchlgas «-iw'a smki m)

erfolgt das AUsslreimill des gilses fast auglllhlickll.il Bl-l zwei Landungen hat sich diese neue l'eiirii hlciiig vorzüglich bewährt. De-r Itedner lühite weiter aus. dass mit Kinfiihiiing der neuen Beissveiri ii htnng jede gef.ilo vei'sr hvviinilen sei. Der Gelehrte könne- trotz vorhandenen starken Bodenwindes sich mit Buhe seinen wissenschaftlichen Beobac iilungen widmen, che übe igen

ss

I miltdeip.1-s.l.>ioio su li aln'l odilo Sorge llllil Itiicksicht iiuf (li'll Srliluss der haliti «leni i iizv.iIIcii /aulir etnei liallniu lisi' Ime

gl'Ile n.

Mlt «lei Iteliyllpl llflg. ll.'lss elle Mallollt.lllll lll'lll/lll.l.e lui

klilldliitigkeil inni lìulie Jes l'ubi. , . koinè gin,-eie (tel.ilu Imi le nls eine Klsellballll- miei M..|i>| « n-e|i!;ilit I, -ehlo-- ile, Yoilnigoildo

seme uiti ressanteii An«liilu ungoti

Ilpiitarher Vorciii zur Fììnlprung; der LnrisrliilTalirt (ItVrIln).

In ilei- ani -¿(1 Mar? iiul.i ili-m V>ir»itz lori l'iole--.>t .\»«manii

illlgoballetlon Muli tisi- l-nm.iiilllllg do» - lli'llt-i lieri Vereills zio Imi.liuii- iter l.nll-ilnlliln ! in Merlai spraeli ileidisattivali Iti. lìoorg lu-i nd-ig iihcr da» Theina : liie end- un.l sliiilret 1,1-lielie llallung <les Luflseliillet » Ilei Vor'iyg, nu <ien - n li eoi lohhaftoi' Mi'iuilllg lllsi.iUsril kt)ii|.llo. etltliiill »-i a ii -». n -i-,lei: i '.li ii vili nelle Utili intere-»,lille (.o»l(llt»|.unite, ila .» er eiller all'.fllSll-lleller-'ll liei lllllersl, illune dedali". ili» llllll ali llleser Mollo ,'u 'Milli

wenlen Lami. W;r nordeii ilnu daln-r un tuo l»len lieti ini. n

soltilei-AltlLel \\ nlli.ell .Vii d-l<telil l.lll.j eliti' I »e i .111iui t - tali

iilier wiinselienku'ri Ibi- |,. •! ./eilicl.i II. si.minuti . n liu Itala -u ylirl.n. I - wild iluri li il"u \ • .r il. endeii il- Falli laussehusses. II.milito.uni ioli Tsollil.ll. del Vei-llell gelili!. Ili ueol-'ll, ila- |. ili:' \l .1 su li in iter llel.ytle ;,l- allgeuicin elupliilulene» Indurili! -, li.iall---telile, in euieni evi lilu.ll -in f lureu limi- .1-1 ti le lieti.e ile le--limuilen lailiviui zusiiniiienziilas-en /uni Sibili,» «ind. n n.-i 1« M nene Miliilieiler ani lenonuiien.

Ili ilei A|>rll-veis.iuuiiliiiei iles • | le u i s i li e n Vereins ?u r FiirdelUUg ilei 1,1111 si li 111 a li ri • ani .'IO Aprii wiinle Millhoi-lilllg ilavoil «eiuailil. ilass «allietili ilei lievorslelieiuji-n l'orinile iler sogeiiannlon ilrei fisticiligen Mamerlus. l'.inkr.iliiis mul Ser-vatius. II.. IJ inni II Mai. .uif fìiuml einer durili ileii internai i< iiinli-i) tiengraplieii-ki-ngross geg« beiieu Aiiroguri-'. ti.ite inler-naliotiale. gloielizeili-e l'ali..ni.ilu leu staltlimlen iietd.n. mas uni

lletll Hilrkselilag iter Telu|ierallli uni ili.se /eli lui v.illz Nolil. F.ilropil geslellle iueleom)o',.|si l.e I'i.iIiIiiii |st voli semel l.-.sullg noeli wl'll enlferlll. llli|e»»cll ll.ll ellie un J.lllr |SH7 itili lo. Mai vl'IUllstalleli- « ls»ens. dalli'. Ile Hall uilalirl su ivi. litigi' nelle |je-nhaclitung.-n g. hr.n di, ila», es eriviinselil ìsl. ani diesi r II.lini lieliufs en.llu tur giungendo!' Aillkl.it mi", iilier .Ile Wilteriing»-|iliai|ollll- wellerzusi liicill'll I.» isl 111 All-sii 111 getiiillllliell, .Unii in «len ll.ii listili Jalireti zìi dieser /eli si delie ivissolisi hafllii do Itali.iiiliilirl-ii iin W'.-ge ini. i tialionab i Veri indai'ung iilier /.il unii l'rograiiiiu staltlinden zu lasseti. l'in Ani rag iles Vorsland< s

.'illf Hetdeiliglllig lles Vel'eills ilei dell lllterimliotiali'll s|.orl in 'lieti Wctlkaiiipfon «alireliil dei l'ariser Wi'llniis»le|lniig rief liMinfle l'ini lernngen liervor, fallii ;il<er Anliiiliuie lini ilei mas-gain-, iln-s die Itellu-iligung nur imi eiiii-ui litui zivar einem neneii llall-.u erfnlg.. di s-ell Aliselialfung dein s.ulix erslaiiiluen I'.rinessen ile-f alirlen.ui-»i liiisses liherlassin Idi il.I. !•'.< >■ ilu-n ver versi ine. lene Wi'tllu'iverl-e veranslallel wenlen imi lie/ug .inT Dailel dir l'alni i Mi. Se|iteinlier , elreii lite llolie S.'pletnl.ei■., fingete l'iilfer.

liiing iti Sejiteinlieri iiihI gt'.'-'-sle Annalienuig an eiu vorlier lieslimniles /ut Coneoiirs dV-elairage. 2n se|.ieuil»r . lln- l-as

lullllllg wild kostellllis gi-lil'fcrl. mie l'i.ilulell lieslellell ili w'.'lll.-

gegenslaiulen mler (iel.l lus zn Iimni frano /ugelassi-n nini deiilselier-eils nur. «ir al» I lieilni lune! duri li eiiten dir ileillsi In ii I,l|f|si'lllll.ltirls-Vi'reuie .ing. lui Idei isl Iterili illter. »s.llll laillel. il die liiru lile illur funf iii lelzler /eli ausgeliiln le l'ieif.dii l.-n 1^. uhi.ini v, Sl.'|i|iani kteu/.te auf einer l'alni «In- l'll-e : omo zwi-ile unii M M.'irzl rii litele siili uni n su' dir lì;.Iloti II..-'

«•lji-r Leipzig unii laudi tr il km siullieli voti f'nlmhaeli ini frànki-lien Jura. I. Ih r Leipzig irai oline i-rsieldlielien tìrund r.n st.ukes Fallen des lus daliin »n li in dumi liis I2<»l in Inhen.U-i Halli.ti- e in und es niu-ste \ u-l llalla»! au»g< « or leu u'erden. dm

• in ¡110 in «le.ler zu gelvnilien. ivi ielle lenii J.iiien Fall ver!..i. i gegaiigen vv.n.ii. Spilli r sin-: ilei Italioti uli.'i die Wnlk.-n.i.-i l, limaiis In.» zu '.'.'.no tu. ai li! Tage sp.'iter ftilir L-ulnant v. kr-.g1 in ii'iriliveslln lu-r lìnlitung iilier das weil ausgi-ili lmle I et. t-se|iu-emilllln,f»gelliet der FI lie und l.llld'-te. iiai'lllliln «lei Wii. I

oU i hall) I»......Iz ditekl ivi-stlii'li gewiinli'ti. naeh !>»liin.lig< r Fai ir.

iti del' Nahe voli Ill.'liu'il. Allill Lltltll.nil II.itili ilo; ni no l.is lihht in II..he jiher l.-'ipzig ull.l L.-ili.n l.lele 11en-1 ìh-'ii tinir...'--iii i. ti inni pi .• 'li. In ri l'.iil des K.illoiis uni ."«ikl u, Xui li il.tr.

l'i-si-ell voci Leipzig stll'.! de' Iklllnll villi selli»! « ieiler iti o..

I lolle. Mie Fali-l elidigli' ie<ht hi »eli\i ei ludi unti.'ti ini !.. |,uj. ili llls»holielil Si lelee Fndlieh koiilile I .•-il 111 il fi I v. hllllirli I,. i einer ani L'i. Apri! au»gefnlui.-n l'ahrl i-in ).|..lzhehes Iti ral diinlett do» hill,.li- imi i •■•In al» Imi u, l>eun l'as»iren ih» (il uh. «.lides li. iilia. 'litoti. sj.al.l crfl. Uto er su 'Il l«-l '.*lh>i li 11, ),i.

••i:v.'i riihtgi n l'ahrl lil.er Nailon n.irh Fm-saok. In der Ih.in- n •-s.i;l.' dei Wiml (.isl vollslan.lig. Die l.andung giug ni wall!-selli heipioiu vor sil. Dio I leo|>,n l.l uiig plol/ln lieti Fall'-ns d—

li-lll.hi» henil l'.lssliel) l'imi' glo»».|l Staili gali dell aitivi 'si le!' i. Mele.....lo iteli Alila--- ihli'll ll-'l.'l Illlglen Z«el|e| .111-.'il.t.'tu k-li.

dass es mei- uto inelir al» il.....me/ul.ilhjki il han.Ilo. Allo ih- -■

li.kaleii Linllii-»,'. aioli dio ailsHiiiiileil.li m.n Si h> uiistem. ti mi st...! i-olle ti Verlirellluing-las-', soli 11 so veisehwillilend in <f : gr.-»eti l.tiltin.ir und g. -gru din ni-rivo getiilen l'inlhis» il. • Sonno, da-s Wllkllllg-tl «io die he..ll.ll hielen uls ailsge». '(dm ■• ■ bel rai htel wordeii iniissen. — /uni selduss ni.iehle ilo. li H.iu-:

munii v SigsfeM lolgoiido Milllioililllg iilier •• 11 o ' i-r»| mt ;,it ■.

la-.n aiisgi luln le Maini l'alni, die. «eil sii- Naiht- und T.i;'j: «ai, voli ungenohnlii Inni lnteio»»e ist

An dei Fallii nahiim'ii aiisser doni g.naiint.n hewlilil.: Fii'iiei dio ) .ni it ila ut ». v. mi phanv litui v. Ivonig Tlietl. Mie at-»i. hi «ai. aliw'i ii h.tiil lofi ileiu iihln lun l'i<-gìainiii. ime zoili i luoghi list ,'iusgi-dehnle Lultreise. mu zu einiitloln. «as in dio• lieiiolnuig einem ll.illon zuziiiiiiilhen isl. Iler Ani ti.g erf. il-ir :. I tei Lui ani S-nin.ihend doli 'ÌX. Api il. Aheiuls gog.ti \< Flu dir Laudiing aiti -2!l. Api il. MiKag» I Fin ¡0 Min. in dir X.ilie in. Mai-leiuvorder, itnlliin n.uh elwa 17»1 tiiidiger Fahrt. F.s lierr»ii.t> Lei der Ahfahrt omo aiis»eroi d'iitlu ho Windslille, s.slas» ilo- H--«eginig dos Hallóos in honz.i-utaler Hulilung kaiim sehiioller a ■ die entes Fussgiingei s war. Ais Folgo lueivon Inoli sul. (In Halli.n ii[i.'i« allei látigo iiher Merlin und zuglii. h in so geriti;" II.ilio, dass nel l'diasi aiisginorfen weiden inii-ste. uin ihn mi agen zìi he«e;on Trol-iloin lii'iiahilo der I (allori, ausavi», i. li des l!aiugr.i|.lii ii. dio Nii.'iing zuñí Fallen m »..|. I.. m load., iì.-euniial si.gar cine Heriilirung uni .leni Frill-iHi.n slallland idi. ' In li.rivolse l.iliiil' dio \ erlikalgesi h« nnli-ki il in dieseiu .\iife'-hliek nur oliva "i't in die St-kun>iV. sodass die li.riiluung zi--1'1 s.ulll erfol-le Ull.l suforlige \\ ledei"! hi hlllo: dio I ,llll»l luti't '~ iitl-'l' t nie-e|iimg olii Ili luto, vii-lehe siili .lui ili schai lo I ioni, i-

Un sellel-l - inikiindigle. Di-' N.uhl «.ir oline M..h.I-. Inni .il-.■in desnudéis si lii'tiu-r Stoi'iionhiuimel, .in doni gioì, hzeitig \.'-n-und Jupilor in lioeli»|e|u lilanze slrahlleii vii In-il.lo gelili:.di'" Lo hf. uni i-ini li ileiillu lien Si hiiiiiuer de- lii-laildes zu geheii l'eh-r und in dei Nahe uni Iterliu ioli Mie sud lei sdir kl.u-' Luti ido Slr.i-soiib. Iciiildiitig ni ungen ..liiiln lu-r HelligLeil g.-lreful Man lenii..ilite ileiilluli zi: uiilei s( 'hoitlon. d.iss iiintt «uh ni dn

Voi llillgel tlllg del Luullll. di' Fi-l 11 z...» i »1 le • il m rasse l'io, hl'lt'l'll'

Ululo ili.' Noi'.'iuig de» lialliuis .'imi Fallen nudi ileroll utiaii-!'eset:'to lì. ka iiipfull-, don ii An-ii i ríen voli Italia-i tv-lhi'.- genici li'-

so würde man des grnssartigen Anblickes der Illumination in der Tiefe noch froher geworden sein. Mit der Entfernung von Merlin hörte allmählich auch das ungewöhnliche Verhalten des Ballons auf, als dessen Ursache eine während der Nacht anhaltende. Milikale Luftströmung von oben nach nuten ermittelt wurde, kenntlich an unaufhörlichem Gasgeruch und am schnellen llinah-fliegen ausgeworrener Papicrschnitzel. Allmählich steigerte sich auch die horizontale Geschwindigkeit des Ballons; sie betrug zuletzt U> ."it» km die Stunde. Bis zu Sonnenaufgang waren Iii Sack Ballast ausgeworfen, von da bis zum Schluss der Fahrt wann nur 4 Sack nothwendig l'm 4 Uhr, kurz vor dem Erscheinen der Sonne, war die erreichte Höhe 1200 in. Sie stieg von 4 Uhr :üt .Min. bis 7 Ihr .'Hl Min. langsam bis zu HOmi m und blieb vun da ab rnnstant Am Erdboden herrschte beim Aufstieg eine Temperatur von -f-7°. bei 120H tu waren es nur noch 1° <'.., in grösserer Höhe stellte sich wieder gelinde Erwärmung ein. l'iibcsclireiblich schön war bei der durchsichtigen Luft der Sonnenaufgang, wenn auch ganz ohne voraufgehende Morgcnrölhe. Mafür erschien in besonderer Klarheit der Gegenschein des Morgenroths am westlichen Himmel. Während der Tagesstunden blieb die Aussicht aul das Gelände von seltener Schärfe, in einzelnen Höhlungen mochte man 7tf 10i>km weit blicken. Glanzpunkte waren die Tucbeler Ilaide. das Silbcrband der Weichsel und das Gelände jenseits der Weichsel. Als im Rath der Lufl-schiffer die Landung zwischen Marienwerile r und Marienburg beschlossen und ins Werk geselzl war. dauerte es 27 Minuten, um ilen Ballon aus Ml KM in Hobe hinunterzubringen. Inzwischen halle man sich von dem für die («indung ms Auge gefassten Terrain wieder um 20 km entfernt und befand sich über ungünstigem, coupirlem Gelände. Hoch gelang es. den Raiinn in einem Erlen- und üirkengebiisch ziemlich sanft zu Boden zu bringen. Jetzt aber ereignete sich ein glücklicherweise bei Landungen seltener Zufall. Schon war die Entleerung des Ballons eingeleitet und eine weit klauende Rcisshahn vorhanden, als infolge eines heftigen Windstosses der Ballon plötzlich wieder bis auf 2ö in in die Höhe ging, natürlich nur um im nächsten Augenblick beinahe mit Fallgeschwindigkeit herunterzuschiessen. Nun war die Landung keine sanlte mehr; aber sie verlief doch ohne l'ährliclikeiten. Die Itergung des Ballons ging normal von statten, und du- Heimkehr out der Hahn konnte so prompt erfolgen, dass die LuftschilTer Montag Morgen pünktlich im Dienst waren, ja, Leutnant v. König gewann noch die Zeit, seinen in Marienwerder wohnenden F'ltcrn einen llücbligen Besuch abzustatten.

Letzter Punkt der Tagest»rdnung war die Aufnahme neuer Mitglieder, welche dem Verein wiederum 27 Theilnehiner zuführte.

In der am 88 Mai d. Js. abgehaltenen Monatsversamiiitiing des ■ Deutschen Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt• wurden fünf neue Mitglieder angemeldet und vor Fintiill in die Tagesordnung einige interessante Millheitungen gemacht, von denen folgende von allgemeinem Interesse sind : Nach einem vorliegenden Schreiben des Pariser Organisation*-!Jotnites für die im September st.'ittlindeiideii Ballonfahrten sind demselben von einem Franzosen, eifrigem Forderer der Luftschiffahrt, Iimikm Franken zur Verfügung gestellt worden, welche als Ehrengabe demjenigen Frlinihr eines lenkbaren Luftschiffes zufallen sollen, dem e* gelingt, damit vom l'iffelthurm nach Long* liauip oder einem anderen gleich weil entfernten Punkte und zum Eiffellhiirm zurückzufahren. Die Bewilligung gilt vom 15. April DNNI auf ö Jahre, und wird erst zurückgezogen, wenn bis dahin die Aufgabe ungelöst bleibt. Während dieser ö Jahre gewi'hrl der Stifter des Preises alljährlich 4000Franken zur Vcrlhcilung als Piämien an Eitiuil-r auf dein Gebiet der Luflsehilfalul Darüber soll das Paiiser (lomite die uneingeschränkte Verfügung haben. - Am 12. Juni werden

(¡0 Herren aus Schweden, den besten Gesellschaftskreisen ange-liöiig. auf der Rückreise von Paris in Berlin eint reifen, und bereit sein, einer eingeladenen Gesellschaft, vielleicht auch anlässlich eines Sportfestes, einem grösseren Publikum hervorragende turnerische Leistungen zu zeigen. Da auch der Aufstieg eines Ballons geplant ist, wird den schwedischen Gästen ein Ballon des Vereins zur Verfügung gestellt werden. — Die deutsche Mutuskop-Gesell-sebaft wünscht die Landung eines Ballons zu veranschaulichen und hat sich an den Verein mit der Bitte gewandt, ihr Gelegenheit zur Aufnahme zu geben. Es wird ihren Wünschen durch Anordnung eines Aufstieges mit sofort folgendem Abslieg auf dem Tempelhofcr Felde entsprochen werden. -— Innerhalb der nächsten zwei, längstens drei Moiialevvird von Berlin aus eine seit langem geplante l! a 11 onda Ii e r f a Ii rI ausgeführt werden. :im festzustellen. was An In- vor seiner unglücklichen Nordpolfahrt hätte eriniUcJn sollen, wie lauge bei dem heutigen Stande der aeronautischen Technik, ei-, Halioii hintereinander benutzbar ist. Unternehmer i-l der der. Berlinern vun der 18'Joi-r GewerbeaUsstcIlu.ig her wohlbekannte damalige Inhaber und Unternehmer dc^ Ke,ssej||;i^iinj., jI»;n Zekelir dem es nach unsäglichen Mühen gelungen ist, sich der materiellen 1'nterstüli.ung weiterer Kreise und der Theilnahme hervorragender Luftschiffer an der Dauerfahrt zu versichern. F'.s werden sich an dieser Fahrt mit einem HHM Witw cliin haltenden Ballon ausser dem Unternehmer vier Herren belheiligen. darunter die Herren Berson. Dr. Sflring und Alexamlcr-Lomlnn. Als Vorbereitung <ler llaiiptfahrl beabsii hligen die Herren Berson und Dr. $ Dring künftigen Sonnabend mit einem kleineren Vereins-halloii eme Orientii'uiigsl.ihrl, bei der es sich um Fragen der Führung des Ballons handelt, da bei einer möglicher Weise Tage lang währenden Dauerfahrt eine Ablösung in der Führerschaft in Aussicht zu nehmen ist. — Erster Punkt der Tagesordnung war der Bericht des Herrn Berson über dl.'Ergebnisse seiner mit Herrn Elias am 12. Mai unternommenen wissenschaftlichen Ballonfahrt. Dieselbe erfolgte bekanntlich auf Grund einer internationalen Verabredung und gleichzeitig mit Fahrten, die von Paris. Strasshurg. Friedrichshafen, München, Wien und St. Petersburg aus stattlanden. Von Berlin aus stieg zur selben Zeit auch ein Ballon-Sonde und ein Draebenhallon. Zweck der Fahrten gerade an diesem Tage war die Ergründung des von den K lilirücksi hlägeii im Mai. während der Tage der sogenannten Eisheiligen, gestellten meteorologischen Problems, eine Aufgabe, wofür die am Lt. Mai |M!I7 von Berson ansgeldhrte Fahrt bereits wichtige Beiträge geliefert halte. Der Aufstieg erfolgte früh f- Uhr 21 Min. von dem Platz der Ltiflsclnffer-Ahtlieiliing am. Der Auftrieb war anfangs sehr gering, es gelang völlig, den Ballon lange Zeit in wenigen hundert Meiern Röhe zu erhallen: UNK) Meter wurden erst nach zwei Stunden erreicht. Es wehte bei der Abfahrt ein schwacher SSO. der Himmel war bedeckt, die Lull sehr dunstig. Das Weichbild von Berlin verliess der Ballon üIht dem Friedrichshain. und

bald bemerkten die Luflschiffer zu ihrer Freude, dass eine Rechts-

dreliung des Winde.- stattgefunden halle, die s.....rsl nach NNO.

dann nach NO und schliesslich ganz in östlicher Richtung trug Ohne diese Aeinleriing der Windrichtung hätte der Ballon vorzeitig du- Ottsee erreicht. Bei Wll m sah man im Norden eine si hvveie Wolkenwand, aus der einzelne Wolkens. Iiwadeii liernriterhmgen, und befand sieh bald mitten in diesen Wolken, so dass die Oder, die ostlich von Wriezen Überlingen wurde, nur eben noch schwach durch du- Wolken zu sehen war, wenn gerade ein Blitz der vom Wasser rellektiiden Sonnensi lieilie den Ballon traf. Endlich gestände auch das Dicbierwerden des Nebels diese einzelne Ans* blicke nicht mehr; die Erde entschwand dem Auge völlig. Dagegen befand man sich jetzt inmitten eines stundenlang anhaltenden, du bleu Schneegestöbers, aus sehr feinen Flocken bestehend.

die den Ballon bald dicht bedeckten und dm niederdrücklen. (Merkwürdigerweise ist vitn diesem Schnee nichts, über Her Iii) gleichzeitig nur sehr wenig zur Knie gelangt.* Hie Geschwindigkeit des llalhms war unterhalb der W<dken auf 21 km festgestellt wurden, in den W<dken versagte jede Messung. Em schneller zu fliegen und den Hallen v«m seiner Sehnet last zu befreien. beschloss man. trolzdciu 11 Sack Ifatlast schon bei <lei Drehung des Itallotis nach 1) zur Erreichung grosserer Höhe verbraucht waten, hoher zu steigen, um ans den Wolken herauszukommen, Von einer scharfen Wnlkeiigieii/.c zu sprechen und den Moment des Verlassens der Wolken festzustellen, ist gewöhnlich unmöglich; es erwies sich so auch hier und in solchem Grade, dass zwischen IfiOO und 2önn in Erhebung die Sonne nur ganz allmählich heller und heller aus dein Nebel hervnrlral. wobei der Ha Hon, seine Schneelast verlierend langsam zu trocknen begann, und ohne neue Erleichterung durch Auswerfen Von Ballast bis Hiton m stieg. Nun war man vollständig aus den Wolken heraus und hatte die lulle Sonne über sich, mit der Wirkung, dass der ll.ilbui wie 21) Kessel dampfte. Jetzt begann auch das Wiilkeiuneei in der Tiefe sich etwas zu lichten, man sah eine ausgedehnte Stadl — Eandsbcrg an der Warthe — und üherllog spater den See von Deutschen. Doch war die Erde immer nur nach grossen Pausen sichtbar. Die Aussicht verdeckten mächtige Haufenwolkeii. deren Zwichenräiiiue durch Sclmeewolken ausgefüllt waren, so dass es so schien, als schwämmen die f'.iimuli in letzteren. Allmählich verschwanden die t'.uiuuli, als seien sie aufgelöst oder ausgelöscht. Inzwischen war die Höbe von l.jOO m erreicht und der Hallast bis auf ö Sack verbraucht worden. Von IM 10 in ab bedienen sich die Luftschiffe! des S.iiierslollschlauches, bei CUM) in wurde die für diese Höhe ungewöhnlich liefe Temperatur von — 28* festgestellt, :tlv* Differenz, gegen die beim Aufstieg am Erdboden hei rächende! Es wurde beschlossen. Hoch höher 211 steigen und in den Halbsten I Stunden -I70O in erreicht. Jetzt war der Hallast aber Ins auf .'t1'» Sack verbraucht, deren man sich für die Landung nicht eiitäussern durfte. Man beschloss also, durch das Wolkeiimeer hinabzusteigen, was mit der überraschenden Wirkung geschah, dass sich die untere Grenze der Wolken minder verschwommen zeigte, als die obere, und man fast plötzlich die ganze Landschaft unter sich erblickte. Die Landung erfolgte hei einer \<-iIikalgeschwiniligkcit von .'< in so sauft und sicher, dass man auf dasselbe Ehnhfeld niederkam, das bei 101 MI m als geeigneter Landungsplatz erspäht worden war und sich keine 2 tu weil geschleppt fand. Nach dem Aufrcissen lag der Ha Ihm bald flach wie ein Handtuch am Hoden. — Aufdii- mcleurologis« hell Ergebnisse seiner llalhnilahrt übergebend, glaubt Herr Berson als das Merkmal der kalten M.iilage die ungewöhnlich starke Abkühlung der Atmosphäre in den grossen Höhen bezeichnen zu dürfen. Zur selben Stunde, als er bei i:'.o0 in Hohe 2H* ablas, war am Erdboden die Temperatur -|- II. eine Dilfereiiz. Welche die sonst heobai biete Tcmpcratiirabiiahmc von 7- s" auf 100(1 in bedeutend übel schreitet. Selbst III den Wedken. Wo sonst die i'eiiipeialurabnabme sich verlangsamt, zeigte sich die gleiche Beschleunigung der Abnahme. Auch die sonstige Hegel, dass oberhalb der Wolken die Temperatur umkehrt, fand diesmal keine Bestätigung Als der Ballon das zweite Mal HO km südlicher als beim eisten Mal die Höhe von iWO in passirte. fand er nur eine 2—st* höhere Temperatur als bei der ersten Beobachtung III L'leiclicr Höhe. I'iofessor Assmaiiii gab hierauf eine kurze fleher-sicht über das Gesauniilergebniss der jüngsten internationalen Ballonfahrten, soweit das vorliegende Matena! dafür ausreichte Der in Tegel um Ii Iii Abends am 1 I. Mai aufgelassene Draehen-ballon stieg Im i der herrschenden Windstille fast senkrecht bis zu l.'iOO in auf, wurde später bis auf lOOO in angezogen und nach

Einbruch der Nacht mit dem Scheinwerfer beleuchtet. Erzielt wurde eine l—listütidige sorgfällige Begistrirung. Im 2 l.'hs Nachts ivoiii 11. zum 12. Mai) hess man einen ans den Besten des -tarnis» tiergestellten Bullon-Sonde mit anhängender, mit Luft gefüllter Ballonelle steigen, der bis liOOO in gekommen 1S| ,m,| hier eine Temperatur von — 2!>* verz.en hnel hal. Seine ver-Irauenswcrtlieii Aufzeichnungen, welche nach siiiiireirbei Methode ■lie Möglichkeit der blentdizirung gewähren, obgleirh eine Ehi dem Ballon uiedit mehr mitgegeben wird, sind sehr interessant. An diesen Halloll schloss sich zeitlich die Berson'sche Auffahrt. In l'ans stiegen zwei Ballons mit dein Kurse nach DSU. ein Ballon-Sonde um 1 Ihr Nachts, der um S Ihr des nächsten Morgens im Departement Häute-Marne niederkam, und ein bemannter Hallnn. der um M',4 l'br früh aufstieg. .'Uli 10 in erreichte, eine Temperatur von S.K" ablas, während am Erdhoden -j- LV waren, und Ihm .Mali-m landete. In Sirassburg wurden zwei Ih-gislnrballnus aufgelas..n die etwa 10«) km nach listen Hilgen, tliKIO und SOIM) in Höhe et-reichten, und wovon der eine —22' bei KOMI m verzeichnete, ui-dess am Erdboden + Ii* herrschte. Der von Ei ledrichshafeii angestiegene Ballon, welcher Professor Hergesell an Bord lulle, üherllog die .'lofkl in hohe Zugspitze in mehr als PKKI m Höhe urel verzeiclinete hier — 12". Er landete um II'» Uhr bereits m Si harnilz • Oesterreich . Ebenso (log der Miincbeiier Hegislnrball-m östlich und landete bei Wien. Em in Wien um 4 Ihr früh aufgestiegener bemannter Ballon nahm nordöstliche Dichtung umi erreichte 27lKlin; ein Bcgi-Üi irbalhiu erreichte +1.'»0 m. verzeiclinete in dieser Höhe - 17'' und kam bei Gödöllö in I jigarn nir F-ide. In St. Petersburg stieg am 12. Mai um 7 I hr i.'t Min. Iriik ein B.illon-Sonde, iiiu H Ehr ( Min. ein bemannter Ballon. V>n ersleieiii fehlen Nachrichten, der letztere llog aus SW und er reichte .'I7*iu in bei einer Temperatur von - 27.l>". IVberen sliiiimend bei allen diesen Ballonfahrten zeigte sich in der .Nihr des ErdlMKlctis eine nach Norden gerichtete Strömung, die srlmii in geringer Erhebung sich in eine nach NO. O auch OSO je-in biete verwandelte. Dies weicht ziemlich erheblich von den ;im Lt. Mai IS.I7 beobachteten Erscheinungen ab, wo überciiistimiiieiu: über I entraleiiiopa bis in die höchsten Höhen ein kalter Neird-slroin. über Osteuropa dagegen ein Siidstroin zu konstatircii n.ir Da trotz der Verschiedenheit der Wellerlage beide Periislcll Kilte-rücksrhlagc brachten, wird mau uai h diesen Ergebnissen ziuiiic Iisehr vorsichtig im Ziehen von Schlüssen sein müssen, I>r Theorie, den Noidslrnm für die Kälterückschl.'lgc veianlwoitln-zu nun heu. ist jedenfalls nicht eiiiwiirfsfrei und kann nicht verallgemeinert werden, da auch in Westdeutschland Källeri'n k-«elil:ir und Frost eintraten, obgleich es dort, abweichend von 1*W7. vi«l wärmer war, als gleichzeitig in Biisslaml. Der Vergleich der Temperatur in -IM Hl m über dem Erdboden ergibt für den 12. Hu Folgendes: Paris — II". Slrussburg — I2.*iv, Alpengebiet — f.»!. Wien — l.'..f". Herlin — 2t". St. Petersburg — :UV. Bemerkens«.'Ii bei diesem starken Teiiipeiaturgcfälle von Westen nach Osten ist. dl« die Temperaturen bei HKH) tu im Westen nicht bloss erheblich l>d*r sind, als im Osten, sondern dass sie auch ausserge wöhnhrli hcV für die Hobe Von iOOO tu sind. Es wird also sorgfältig Weite: u beobachten sein, um dem anscheinend recht verwickelten l'rcdiletn der kälb-rückscblilge im M.-n auf die Spur zu kommen. Lic-lingen« ist es nicht unwichtig, festzustellen, dass am Tage der ni|,[' nationalen Ballonfahrten der schärfste Frost, der in die Nachl vom 10 zum II liel i {* in Berlin), schon hinter uns lag- — Es berichtete hierauf noch Leutnant v. Kleist Uber zwei von ihn* geleitete Ballonfahrten, wovon die eine am II Mai. Abends Mbhr ¡"»5 Min., angelielen wurde und sn Ii bis in die Nabe von Kein erstreckte. Wo um H Ehr Morgens gelandet wurde, die zweite dagegen sieh zu einei wunderlichen Hundfahrt gestaltete, da m»n

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am 2K. Mai. früh K lihr, in westlicher Richtung abfahrend, Jüterbog Ullerting und später oberhalb der Wolkendecke, ebne es zu merken, in östliche Luftströmung gcrielh, »ebbe den Hallen nach ('Html bei Potsdam zurücktrug. Die Nachlfahrl war insofern inleressanl, als man sich ohne Barographen hehelfen musste der schon oberhalb Spandau versagte, und aus diesem Grunde so niedrig flog, dass man von Zeit zu Zeil Menschen anrufen konnte, um sich zu orieiiliren. So unterhielt man sieh bei Brandenburg, wo man gleichzeitig die von der nächtlichen Beleuchtung herrührende Helle Über Berlin und Brandenburg sah, mit einem einsamen Badfahrer, über Wolfenbüttel mit dem Nachtw&chter-utterhalb Wolmirsledl vermochte man gleichzeitig am Lichtschein die Lage von Stendal, Brandenburg und Magdeburg zu erkennen. Im Morgengrauen wurde das Wesergebir^e tiei Hameln in Schleppfahrt überflogen, — Zum Schluss sprach noch Hauptmann v. Sigsfetd Uber eine neue, von Trockenelementen gespeiste elektrische Lampe, welche sich vorzüglich für l.uflsehilfer eignet, weil dabei jede Beschädigung durch auslliessende Saure ausgeschlossen ist.

Wiener Flugtechnischer Verein.

Protokoll der PlenariersainailunK des Wiener fluelechnlschen Verdes am 2v November 1H99,

im Vorliavgssaale des Wisscnsi haltl. f'luh. Vorsitzender: Her Präsident, Herr Direktor Dr. Pernler. Sc h r if t fü Ii re r: Wähtler.

Ausgestellt: Ein Hl ipn grosser neuer Drache; Bestandtheile eines Älteren Drachen; ein Happel iWindei: Alles durch Herrn Hugo L. Nikel. bezw. nach dessen Angaben angefertigt. Auch einige meteorologische Instrumente und sonstige Behelfe sind ausgelegt.

Beginn: 7 Uhr 10.

Der Herr Präsident. Direktor Dr. Pernter. eröffnet die Versammlung mit einer herzlichen Begrüssting der zahlreich erschienenen Mitglieder und (iiiste; er gibt der HolTnung Ausdruck, dass auch im neuen Jahre unser Verein eine erfolgreiche Tliätigkeit zu entfalten vermöge — Dann Iheill der Vorsitzende mit, dass ein für den 2!l. d. M. anberaumt gewesener Vortrag des llpirn Victor Silberer auf den 15. Dezember verschoben wurde; weiter, dass die Herren Dr Willi Traherl und k. u. k. Oberleutnant Hud. v. Schrodl in <len Ausschuss kooplirt worden, und zwar Letzterer an Stelle des zu folge Domizilwechsels ausgeschiedenen 2. Schriftführers Herrn I (berlculnanls (ieorg v. Schriinpf; endlich dass Herr Ingeuieiir los. Popper auf allseitiges Ansuchen die erfolgte Anmeldung seines Austrittes aus dem Ausschüsse zurückzog. Herr llauralh v. Stach entschuldigte sein Fernbleiben und gab seinen Dank bekannt für seine Wahl zum Klireii-Präsidentcn. bezw. Khtenmilghcdc.

Hierauf erhiilt das Wort Herr Hugo l.tidw Nikel zu dem angekündigten Vortrage; -l'eher meine neuesten Dt:n li.ui . versuche., t'nler Bezugnahme auf seine früheren Vorträge und Veröffentlichungen schildert der ingeniöse Hemonstrator die interessanten Verbesserungen und Fortschritte in der Konstruktion der von ihm • Fcssellliegcr ■ genannten Drachen. Er hält die Beschäftigung mit solchen Apparaten für eine ungemein wcilhvollc Vorschule für alle Flugtechniker, vor Allem aber erklärt er. dass die Drachen bald ein unentbehrliches Itcquisit der Meteorologen aller Länder bilden werden. Herr Nikel schhesst dies nicht nur aus den Erfolgen, die er und Andere mit der Hochnähme von selbst-registrirenden Inslriinienten erzielten, sondern auch aus der erlreii-lichen Thalsachc, das» er bereits von mehreren Seiten ersucht wurde, so ans Deutschland und Frankreich, einige Exemplare seiner

vielversprechenden ■ Kegistrirdrachen nacli dem System Krens ► zu liefern. Es muss der Hand des Vortragenden überlassen bleiben, seine Ausführungen in extenso wiederzugeben, speziell eine genaue Beschreibung des ausgestellten grossen Drachens zu bieten; es sei nur noch erwähnt, dass er einerseits der nun fast erschöpften Subvention der Kaiserl. Akademie der Wissenschaften, anderseits der Ihalkriiftigen und entgegenkommenden Förderung durch den Jalousicnfahrikanlcn Herrn Schubert, vollen Dank zollt. Herr Nikel linterliess es nicht, auch der Schwierigkeiten, Kinderkrankheiten und kleinen Unfälle zu gedenken, die sich trotz angewandter Sicherungen u. A. auch durch cleklrisrbe Entladungen ereigneten; heute vermag er die vorgekommenen l'ebetslände hiiitaiiztibalten. und er hofft das Beste von den baldigst durchzuführenden Experimenten mit Draelnii-Tandein-Sysleiiien. und speziell mit eitlem von ihm erdachten Duplcx-Tandcm-Systcm mit zwei Haspeln. Weilers knüpft er grosse Hoffnungen an den beabsichtigten Bau eines Drachens von 120 <im Fläche.

Unter grossem Applaus schhesst Keduer, und auf Anlegung des Herrn Oberleutnants Hinlerstoisser druckt ihm der Vorsitzende den Dank auch dafür aus. dass er mit seinem Vortrage so rasch für jenen des erkrankten Herrn Sillierer eintrat.

An der folgenden nmmirleu Diskussion betheiligten sich die Herren1 Präsident Direktor Pernter. Ingenieur Popper, Oberleutnant Hinlerstoisser und Ingenieur Kress. Insbesondere Herr Direktor Pcrntcr gibt seinem Erstaunen Ausdruck über die beobachtete gute Funktion der russischen. Drachen ä la Hargrave und bemerkt, dass die durch Teissereiic de Bort mittels Drachen bestimmt erreichte Huhn 401)0 in betrug Herr Nikel entgegnet, dass die Maxiuialliöhc seiner Drachen bisher wohl nur 1IHO in war, es aber zweifellos sei, dass er hei grösseren Mitteln und hei Anwendung von Drachcu-Kouihinutioticii ebensolche oder noch bessere Destillate erziele. Auch Herr Teisserenc de Bort habe bei ihm einen Drachen bestellt.

Schluss um H l'hr 45. Wäliner in.'p. J. M- Pernter m/p.

Protokoll vom l">. Dezember ISJW

im grossen Saale des Ingenieur- und Architekten-Vereins, Vorsitzender; Der Präsident, Herr Direktor Dr. Pernter, Schriftführer: Wahner.

Ausgestellt im Saale. Diverse Ballon-Adjustiriings-Besland-thede. Tabellen. Pariser Ballon.Post.Briefe von 1K7"71. ein Modell eines angeblich lenkbaren Ballons des Sohne» Hessels.

Ausgestellt im S11 < ge nh.i us e : Ein neues Ballonnelz,

das von der Mansarde Ins ins Parterre reicht. Beginn: 7 l'hr V>

Der Herr Präsident eröffnet die Sil/ung. hegrüssl die Versammelten, dankt für den zahlreichen Besuch, bemerkt, dass geschäftliche Mitlheiliingeii nicht zu machen sind, und ladet sohin

Herrn Victor Sillierer ein, sogleich den angekündigten Vortrag: - Filier den geg e n w ä r 11 gen SI a nd der Luftschiff-lahrt und über die Zweckmässigkeit der Gründung eines Aero-Clubs in Wien> zu beginnen.

Die allhckaiinlu und beliebte Persönlichkeit des Vortragenden, des 'Vaters der Luftschiffahrt in Oesterreich. wird bei Betreten der Estrade allseitig lebhaft akklamirt. Herr Silberer gibt zunächst eine gedrängte- Febersicht der Geschichte des Ballons; daraus wäre als Novuin und von besonderern I.okalniteresse hervorzuheben, dass der Erste, der in Wo-n eine Ballonfahrt unternahm, der I rgrossvater des sprichwörtlich gewordenen Pyrotechnikers Sluwer war. der am 2.Y August 17Kt eine Fesselfahrt beabsichtigte, die sich jedoch in eine unfreiwillige Freifahrt verwandeile.

IW Vii,h.1 "emlr là*.-*! «lami die wi-itfi»*n Mugici hnisi lini Eieigmsse rax li Itemi- passinm, uni zìi <|Viii Ichmii lun K.i f n I <-1 der initiliiler kiiuiim ben Schw ici igkeilcn /li gelatigli). iln' iliin m-ileni mainili r llili'Tiliii In nitri wtirdcii. Fr heriihrt de- voli limi mi Jahrc Ikws v eratislalletc su l'iTnl-jm'ii'lit* oi-lc airnnautiM'In' Au-slilliing. inni die si lialtiiu;* des iiiilitiraiTiiuantis< In il kutscs, de-seti Ite-li uklnr or war. .Milinn- l'rojcktc der Lenkliai m.i' hiing di-. Ballmis br-i.|ili-< lii'lnl. gtbl ir s,-inor auf pl'akllsi lini Hi Iahi ungili basircndcn l'obei/riigiuig .Ialini Ausdriii k , da ss alle di» «bczugln Inu II--drehungon. ain li dei n.in-lr Versili li dcs (natili Zeppelin, ki'in irgcnilvvic bram libare- llcnltal babeli koiinen. Dagegeii si-h-u die Aiismi htin fiii ii in dvmimi: i In- Apparali „elu guiislig iiishosoiulerr alh-t fili' da- Pmjckt di-- Urlili lllgelllellls Ki<~- I»t• • r und iliT VVictier Mugli'hiusi hi- Vcr< in vverderi v um lìi-dru-i -/.« dir iiuumclir etngesi hlagi-iii-u tu diligili Calili bogiin kvviinsi lit. Ilerr Silhercr helmil « icilerlioll. da-s i-i- In.dici al*- erlalin hit l'ai limatili spici he, dir e ine gmsse /.ahi voli Dall'-iiluhrlcn Imiti r su li ha he, nini da-s

il il'il Hill del lelllge ilbet die l'iage dir Zllkllllll liei l.lltl - clllll'.lllt I eiri rtchliges I ri liei 1 ah/.tlg'-be ti verni, ige. dir vn-le prakllsrho

l'rlaliningi n un Italloiivve eli ........Il h.ihe. |l.-r V'orlragi-mh-

lu'klugl seln. da-**, vvcileren kn i - n si selli n lìelegeiiheit /ai Halloii-falliteli gelmti n sci. uiid gl.iuhl da-s ain li ut W'icn Veralistallurigen plir-pcl troll kolllllell. die 11.li II liciti Vorhilde ile- l'ari se r A.-ro-l llubs. oder dir Ilalloiil.iliilen-Al.theiluiig dcs Ilei liner Veteins /in lor-ilcruug del l.uflm hltf.ihrl. cingoli» htel vviinleii; er fonlecl siine Zllhori r auf, siili ciuchi /il glltlldeiuleli Speziai-! dilli lue ieg<-|. mu-sigc Ita11<•ufiiliiteli, dir Wiener Ado-Club zu Mentirli vviire, rei ht /ahheii'h aiunsi hliessen'

Minuleiilanger Vpplaus liililite die iuarkig.cn und lllliilgell Daih'gimgcn des \ orli avellili n.

Elide, uni '.• I lic. VV .i h tur m p. .1. il. l'ernler in |>.

Aeroclub in Paris.

Ilerr Heinrich Deulscli .voti dei- Meiirthei hai nardi Herathuii'g uni tieni Grafiti de la Vaici le und dami intt detti \ crwallungsrnlli dcs Véror -luhs fnlgeiideri lìnef an din tua leu de Dion. den Voisil/emlen diesel' liesellst Imfl. geni Idei :

Ilerr l'ràsidi ni !

Heseelt vun dein Eifer. zttr Losiing «Ics l'nthl<*ms der Lutisi Infralir! etwas bei/.iltragen, verplhchte uh mieli, ritte Siimmc vnn HMHUNI Francs zur Verfugiing dei Acrwlubs zìi slellen. M'elette als Prcis dcs Aeroclub*, ih-nijriiigm Erlindcr zugesprochen werden soli. der. ahfahrend volti LuflscliilTcrpark von Saint-t'.loinl oder von den Ihigeln voti l.nnge ha tups, oder von irgend emetti andereil Ptllikle, wclcher cine ebensoh he Entfci llllllg volti Eiffel-tInirin hai. innei'halh einer halhcn Mimile zwcimiit diesi- Slrei ke grluhren und zuriii kgekehrl selli wild, turi an se incili Ail[slieg»orl zu landi-n.

Ilie Hetheiligung zur l'.rringung diesis Preises soli inler-liatloll.'ll sein, irli gehe dariiher tiur folgende all;;eineine (iesirhls-punkle :

.ledes lahr, zu Zeiti-n. die hi stimmi werihii. sollen die Er-hlliler voli Piopkteii. Welche lelzlere /.urlìi khi lialtell werden. 3!u-gehissen werden zu praktisi h<-ll Versiti heii imi iliren Apparateli.

Hit* Apparate illallons oiler l'Iligmasi hini-iil werden aufge-slelll. gehaiiilhahl oder hewegl iliireh die Konkurrciilen ani eigene Kosteii und lirlaht

Sobald eiilsihiedill w irti, ilass einer ihiselln li das ailfge-

stellle Prograinui erfiillt hai, vvir.l ili.....ni der l'n-is zugesprochelt,

Und li h merde solorl diri! Prasideli'eli do lauiilis des Aèrin.lnlis

HKHMNi Francs au-liandigeii.

Wenn hei demselben Wettstreit das aofgestellli Pi..gr,iii,n, durch melitele Expertmenlaloieli •Titilli wild, wird >l-r Pie:» imi. ihnen vi-iIIhuII. wobei .laiauf lünksnhl geiioioiueti wird, wh- h Zeit .ledei zu» Ausfüllt mi", des Piogiainiiis gì braucht hat

Ulis ('outi'é ile:- Aérm luhs soll der alleinige ibi Itter ei Wctlslieiles se.ll

Es soll cui lìegleiiunl ani-teilen, da- zu v er.ilfeiilhihi'ii und Hl weh heiii die all der Kiiis.-uihing tler Projekte. Dalum ni, ordiiuug-iiia<siger Veilauf ihr Versuche. Zulliei hing und \i rll.r. luii:r des Preises etilhalteii sein —dl.

Seim Entscheidungen sind iiiuiiu los-ln h und lassen k-11 ■ Ilei Ulme.- zu. was auch immer Im ein (11111111 vorliegen mag.

Dafür, ihlss die Ki'llklli ri lileti am Wetl.slrell tlieilu.ini.. ■ ilurfeii. suiti sie verpllichlet, sich der Entscheidung des Omni. -Zti uni e rvv erteli.

Wenn ,|er preis nicht innerhalb eines Zeitraumes ».* ."1 .1.ihren, hegiuiieitd vom lö. April ltlKI. veigeben ist. ziehe meine \ erplln hlung zurück.

Während dieser Zeil und solange als der Preis noi di ml: ausgelheill sein wird werde ich alljährlich dem t'ornile des Ve. cliibs eine Summe von llKSI Kranes ziivveliilen. Welche dassell.-nach eigenem Ermessen ani die l.vpeninenlatorcii. w• l< Ite • dessen lur würdig erachtet, veillieilen wird.

Heinrich Deutsch von der Mtuilln

L place des I lals-l iiis l'iiris, den ¿1. März l'.XX»

Da-* t!• •hille des Aeioelubs erhielt dieses Schreiben in s. 11 Vei-aiumlimg am 21. Mar/ l'.HK) unter dem Voisilz de» Oralen •!• la Viiulx. naclidein es zuvor den loiids des Herrn Heinrich De«'*.'. IVoll ihr Melirlhei .ingeüiiieni'tl balle und be.sehloss darauf, 'I läiiiimissioii d Ai'-roslalioii si ientilnpie um die Organismtti; <■-' lievverhong zu bitten und das Preisgericht des Grossen IV des Ac-roclubs zu bilden.

Die C.otiiinission d'Aérostalinn si ieulilii|iie nahm in w" Vers.iiiiinlung am 2. April, unter dem Votsilz des Punzen linI «h■! Ilona |>a r I e. die ihm vom Comite des Aeioelubs angeli"! Mission an Und erllatlille cine I nli 1 ■Kiiiiiiuissiott. In-ste.'iend ..«• den Herren Caillelel vom liislilut, (irai ll-nri de la V.vil. Graf de Casi il Ion de Sa i 111 - V i< tor, Graf de la Haar.. Pluvinel limi E ut tu a 11 ue 1 Vinte zur Bearbeitung eines II'-*' inenls für die Preishewcrhnng LeUtere kooplirle als Titillar"'1" «lied Hern» Heinrich Deutsch ;von der .Meli 1 I her Dielne-Kommission vereinigle sich am 7 April, unter Herrn (!ailti!| im Sekretariat des Aeroclub* und verfasste nachstehende«, do'c die Kiimmissionssilzung Voai II April getiehiingles Itegleiiienl

Reglement über den Grossen Preis des Aèroclsbt.

Ü 1. Die Bewerbung um den Grossen Prei« des .VW'•" wird alljähilii Ii vom 1. Ins Li. Juni und vom là. bis H». Sepie'«1"1 stattfinden in ihn Jahren t!NKl. 1!KH, D«»2, HKK». DKG. sul»!1-" Ins der Preis gewonnen ist Die letzte Periode der l!c»f,iunf beginnt am 1. April limò und endet mit der vom Stifter Ii*1-'-selzlen letzten Frist am 15 April Datò.

s; 2 Zur I heiliiahiue an den Versuchen müssen nV "'" weiber sich wenigstens II Tage vor KrollnmiL' jeder IVriixle b*"" Geiieralsekielarial des Ai'-ocluhs. IM, rite du Colis.'i*. eintragen

S :i. Die Kinlragung erhall ersi Gültigkeit, nachdem Kommission durch seine Delegirb-u die zur B<*m erbung geslell*' n Apparate geprüfl hai, ohne im übrigen damit eine Vemn'***1'1 In hkcil zu übernehmen, wie g II besonders betont. Die l«1 tragung iiiuss von einer Kinsiliteibegcbühr von .VI Francs U-jb'11"

werden, die zu jeder Periode erneuert werden uiuss.

zu wel'hei

der Experimentator zu seinen Versuchen zugelassen wird-

S l. Die Abfahrten linden, mit Ausnahme besonderer Dispositionen, vom Luflschiflorpark des Aeroelubs an» stall, der sich bei Sainl-t.luiid icntcaux de Longchanips, auf dem linken Ufer der Seine, in der Xiihe des ai|uedue des eaux de l'avrei betmdet Sie können von Ii I hr Morgens los Ii Ihr Abends vor sieh geben. Hie zu durchfliegende gesummte Wegstrecke beträgt hin und zurück otw a 11 Kilometer.

8 5. Jeder Experimentator kann während jeder Periode so viele Versuche machen, wie er wünscht, Kr muss sich jedoch allemal sellrsl der ofticicllcii Kolilrole versii hei n. indem er mittelst Telegramm jedes der Mitglieder der l'.oiumissiou d'Aoroslalinii scientiliipie wenigstens "21 Stunden vor seiner Abfahrt vom Park hiervon benachrichtigt. kr erhält hierüber eine besondere Instruktion gleichzeitig mit der Bestätigung seiner erfolgten Eintragung ausgehändigt.

S Ii. Hie Bedingungen für den Versuch sind durch die Kommission wie folgt genau bestimmt :

Abfahrt vom luits« Inflcrpark des Aeroclulis (ixler anstatt trau diesem Park von einein anderen Abfahrtsplatz. der in der Nahe bestimmt wird'; Beschreibung einer geschlossenen Schiede ohne Berührung der Eid«', allein durch au Bord Im bildliche Mittel in der Arl. dass die Achse des KilTeltliurmes im Innern der Umfahrt gelegen ist; Hiiikkchr zur AullahiIsslellc in der Zeit von höchstens einer halben Stunde.

g 7. Sofort nach Schluss einer jeden Peiiode für den Wettbewerb wird nach Krfüllong der prograiiimmä.ssigcn Bedingungen ulier den Preis von lntimm Krams entschieden und derselbe von ilcr Kasse des Aeroelubs. 4M. nie du Üolisee. ausliez.ildt.

S K. Wenn im Verlaufe einer Periode mehrere Bewerber die vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt haben, wird der Preis unter dieselben verlheill in umgekehrtem Verhältnis* zu den Zeiten, welche für die t anfahrten gebraucht wurden, gemäss nachfolgenden Kor mein:

Wenn 2 Konkurrenten die fahrt in a bezw. b Minuten vollendet haben, so werden die ihnen zukommenden Anl heile na und VH wie folgt gefunden:

IIMOM» ■ b

nie«») . a

* B — • + k

Sobald M Konkurrenten die Bedingungen m a. b, c Minuten erfüllt haben, erhalten die jedem hin/einen zukommenden Theile XA, Vit. Z<: folgenden Ausdruck:

lui mm . he

^" ~" äi~+mc~+ Fe

v_ _ leoiwo ■ ac

*™ — äb^j-« t- bc

~ »l> + •<• -f- kr

Das in diesen Könne In niedergelegte lleselz fuhrt zu folgendem allgemeinen Ausdruck :

Wenn ii Konkurrenten den Bedingungen des Programms in der Zeit von höchstens .'Ml Mumien genügen, so wird der einem jeden Ei meinen zukommende Antheil ausgedrückt durch einen Bruch, dessen Zähler die Zahl HH ku M ist, multiplicirt mit dem Produkt der Zeilen der n —I anderen Konkurrenten, und dessen Nenner eine Summe darstellt um n Summanden, deren jeder aus einem Produkt von n—1 Faktoren besteht, welch letztere dttfch die unterschiedenen Verbindungen der n Zeilen von n 1 zu n—i gebildet werden.

$ ¡1. Wenn am 15. April jeden Jahres der Preis von HKimri Francs nicht gewonnen ist. wird die Kommission denjenigen Ksperimenlaloreii, deren Versuche ihr einer Unterstützung werlh erscheinen, fei »Ott Kranes im Ganzen oder Iheilweise zusprechen.

S UV Die Knischeidungen der Kommission sind ohne Berufung Die Bewerber verpflichten sich allem schon durch die Thatsacbe ihrer Eintragung, sich denselben zu unterwerfen, wie auch zur Befolgung des vorliegenden Beglements und der etwaigen späteren Aeiiilerungeii, die die Kommission vielleicht machen könnte, insbesondere in Bezug auf Kleinigkeiten in der Organisation des Wettbewerbes.

S It. Die civil- und strafgesetzlichen Verantwortlichkeiten verbleiben zu Lasten der Bewerber, ihnen sie zukommen Der Aerolind verwahrt sich gegen jegliche Verantwortung, welcher Art sie auch sein möge.

Patente in der Luftschiffahrt.

Deutschland.

mit 12 abbildungen

d.r.p hr. 110 660. edward zar-kl in lille <nord>.

— Lenkbares Luftschiff mil durch Planetenräder angetriebenen Wendellügelntdern. Palentirt vom 1. Juni IWW ab.

Die Weiidellugi trader haben eine doppelte Bewegung in der

1 in

u

getriebe versehenen Flügelräder Fig 5 ist ein vertikaler Querschnitt nach Linie 1-2 von Fig 4. Fig Ii zeigt die (äirvennutliscbeibe in Ansicht.

Auf jeder Seile des Luftschilles ist ein Flügelrad (' angebracht mit beispielsweise sechs Flügeln c, welche einmal um die Welle d im Kreise herumgeführt werden und ausserdem eine Drehung um ihre eigene Achse ausführen.

Fi». «.

fi*. -.

....

Weise, dass sie beim Niedergehen die llorizontallage einnehmen, »ährend sie Im-j ihrem Aufw.lilsgange vertikal gestellt sind, um der Luft möglichst wenig Widerstand zu bieten.

Ein derartiges luftschiff is( in Fig 1 in Scilonansh hl und ui Fig 2 in Obeiaiisi« hl dargestillt. Fig. :l zeigt die Abwickelung der die Bader hei hängenden l'.urvciuuilhsrhoihe. Fig. I zeigt in grosserem Massstabe eine der Siilenwandungeii der mit Planelen-

Auf jeder Scitcnwandun? des Luftschiffes ist mittelst der Träger c ein Zahnrad f befestigt, in welches sechs Planelenradei <j eingreifen, Die Wellen h dieser Planetenräder sind in dem Bad i drehbar gelagert. Her Durchmesser der Planelenräder ist gleich der Half le lies Durchmessers des Zahnrades f, so dass sie sich bei einer Umdrehung des Flügelrades, zweimal um sich selbst drehen.

iti

Auf jeder Welle h ist cine dir venu n Iti -.< heibe <■ (Fig. :! nini fi) befestigt, welche auf einem Sechstel ihres l.tinfangcs mit zwei Srhiaubrngäiigen verseilen ist.

In jede •'.urveiiiiulhsrhcibc k greift ein Zahnrad Ì ein. dessen Zahlte aus drehliaren Hullen licslelieli Jedes Zahnrad Irägl acht Hullen und ist auf der Welle >« eines der Flügel c ln-fesligt

Wahrend fünf Sechstel der Umdrehung der l'in Vi minili-si heibe <• dreht sieh das Zahmad / nielli, weil cm Zahn in der in drr Drehungschcrie ihr Scheibe liegenden Nullt liegt, während das Rad auf dein leí ¿leu Sei hstel der Fiiidichting durch die beiden

Na-, i.

Schraobciigäiige um zwei Zahne gedreht wird, ahn eine Viertel-Umdrehung macht.

Ihr mit dem Zahnrad / fesl verbundene Flügel wird also In-i dieser eine Sei lislelunidleluing, der I älrveiisi heibe <• eine Vierlclumdrehiiug machen, also wahrend eines Zwölftels der l'in-drehung des Flügelrades i. da das Itad »/ bei jeder l'mdrehung des Flügelrades zwei FmdrehuriL-en macht.

fliese eine Vierteldrehung wahrend einer Zwölftcluiinlrehiiiig des Flügelrades bildet bei jeder halben l'mdrehung des letzteren statt.

I>ie Wellen «i der Flügel c «md auf Spitzen gelagert, und

zwar mit ihrem einen Rude in Schrauben », die in einem ,iu. der Welle </ des Mntors befestigten Kranz » angebracht sind, uml an ihrem arideren Fnde auf Schrauben, die am L'i»fati;e des Flügelrades < angeordnet «ind.

D.BJP. Nr. 110813. - Henry rhilnel «V (le la Parí».

Anker für. I.iiflschiffc, I'aleiilirl vom II Mai IS**!» ah.

I»ie Form lllld FlllrirlltUllg des Verliesserlen Ankers geslalii". die feste und selbslIballjie Verankerung des Luftschiffes, glr.-r-i-giilltg, an welchem Urie siili dasselbe befindet.

Fig. 7 ist ein senkrechter Sibilili durch den Anker in '.<■■ schlosseiier Lage und Fig. H ein ehensoleher Schnitt durch den gi-oflneleii Anker

Ihr Anker bestellt aus einem Stahlrohr 17. welches in um volle Slahlspitzc IS endigt die in das härteste Frdreirb eindriugm kann. Ila der Schwerpunkt dea Ankers im seinem unteren Tin iF liegl, so wird der Anker immer mil seiner Spitze auf den Unl-iMiileu Ireifen. Ilie vasenförmige '•«■stallili*;: des oberen Thrik -verhindert ein gänzliches F.in-inkeii des \nkers in den F.rdbuiivn

Fi«. ».

In deui Itohre 17 wild cine bewegliche Stange li» gefijhrl. welche ani oberen. aus «lem Rubre heraiisragemlen Knde eilir (lese zur Hefestigung des Seilendes bat. vvahrend an den-n linierem Fnde zwci oder niehr g.-kriimmle Arme 21 auf einen gemellisi haflln ben Dreh/apfen angclcnkt sind. Ini Hiilieziistande belindcn su h die l'.ndrii der Arine Oelfiumgen 22 gegetniher, die ini SUhl-rohr voigesehen sind.

Per vnrri Ifallon atisgeworfene Anker fiillt mit seiner Sp;i/« auf .leu F.rdhoden lllld dring! tief in diesa-n ein. Ist dies gi-srliulVa. so zieht der llallon mittelst seines Ankerseiles an iter Staniti I" und hebl dieselbe. so dass die Arme 21 duri li die f leffniinfrii des Slahlrobres liinilur. Idretcri. inlolgc dessen der Anker un Kn> ren.li vollkommen sicher hefestigt wird.

Fm den Anker aus di'ti) Frdr. uh zu liisen. geniigt e*, a»' die Slauge l!l z.u <liuek.li. vvoihirch die Arme 21 geliolbigt wrrl'-n. hi das Stahliohr zmiiekziitreleii. wonach man den Anker an vVn an seinoin olH-ren Theile angeordne|-ii llingen herauslichen k*Mi

D.R..P. Nr. 110 832. Internai hnmler Vrreln zar ndiV nellen Ycrwertutiir imi ErBuduii^palcuteii^I^TjV.'m. "16-Ti-Jlellill. Voirii hlting zur \orvviii tsbevvegung von Kurpcin in «Ivi I.nlr duri h die S.-hwerkrafl milh'lst naeh vorn geneigler, zusanilti li-geselzler SegellIJichen l'.itentirt volli 21. .Inni 1H9H ab

F« is! bi-kannt, die Schwerkraft voi) Kiirpern (Aeroplani'. Drachenllicger ti. s. w.'■ ztim Vnrwurtshewcgen in der Luti mitici*' lindi vorn geneigler Gb-illlacbcn zu henutzen.

Abweichend von diesen bekennten Hinrichtungen besteht rli-r Schwc-br-tlugapparat der vorliegenden Krfindun« ans einem System von S«-«cllh'ichen in fächerartiger Anordnung, Welches durch die im Flüchensi hwerpunkte aufgehängte Belastung den erforderlichen Widerstand der unteren Luftschichten derart wirksam weiden lässt, dass die im Buhe-zustande s(ddalfen Segellläc lu-n in trei-hender Bichlung angespannt weiden.

Kig. !> zeigt den tirunilriss des Apparates, und zwar ist auf der linken Seite die Schichtung der Segelrippen und Segelliftrhen naeh oben, auf der rechten Seile dagegen die Schichtung derselben Konstruklionstheile nach Hillen ersichtlich. Natuigein.'iss kann von der Anordnung beider verschiedener Segelschichtungen in ein und derselben Segolgruppe wegen ihrer verschiedenartigen Ablhithtingsspannung keine Heile sein, doch soll z. II. für die Flugsegelgruppe Oberschichtung. für die Steueisegelgruppi- Etiler-sehn htung bezw, die umgekehrte Anordnung nirhl ausgc-Hclilosscn sein. Die Anzahl der Segel kann beliebig angenommen werden

Fig. 10 zeigt die Seitenansicht der linken Scgcluaehtcnseile von Fig. t' in der Dichtung von A nach B gesehen mit durch den Luftdruck gespannten Segelrippen und Segellläc hen. Fig. II zeigt eine scheinatische Ansicht der gleichfalls in Spannung helindlichcn vorderen S-gelgruppen beider Scliichtuugsforinen des Apparates in der Scbniltidiene A-Il von hinten gesehen unter Fortfall der dahinter liegenden Konstruklionstheile.

Fig, s.

Die Achse des Flugapparates bildet die Langslange S mit dem auf ihrer Spitze sitzenden festen Oesonkopfe O. dein vorderen Kreuzstück k. dem imitieren Kreuzstück J.-I. dem hinteren Kreuzstück k- und der am F.nde befindliche Oese In den Uuer-srlienkeln von k sitzt die vordere Ouerstange Si mit den seillichen Oesen u und den vorderen Oesi-npaaren »•:1/-4l-r>. In den mit dem Oesenpaar r versehenen Oiicrseheiikcln von i-' sitzt die mittlen- Oucvstange St mit den seilliehen Oesen o- und den vorderen Oesenpaarcn /•' In den (üierscbenkeln des Kreuzstückes 1-1, welches auch drehbar auf der Lenkstange S gelagert werden kann, sitzt die hintere Qnerstange .S'-'i mit den seitlichen Oesen «XX. Die l^uersi hinkel der Kreuzstücke /.- und k- erhalten entweder die vertikal aufwärts gerichteten (ielciiUwdzcii yyl für Oberschichtung, wie auf der linken Seite von Fig. S dargestellt, oder die vertikal abwärts gern bieten (olenkbolzeii ftfl für l'nterschii blutig der Segel, wie auf der rechten Seite von Fig. 8 dargestellt. Auf der vorderen Ouerstange .s'i silzl das Segelpaar *. die" Schic htung der Segelrippenpaare 1 bis Ii mit den Oesen ol bis oß und mit ihren Segeln *' bis »e erfolgt nach oben oder nach unten auf den zugehörigen IIi lenkbotzen.

Hei der ersten Anordnung liegen die Segel * ins ** mit den < lesen ihrer äusseren Kcken cc bis f und i und mit den tlesen |

ihrer inneren Kcken I bis VI stets unter der nächstfolgenden Segelrippe und Segellläche. Hei der zweiten Anordnung läuft jede SegelflBchr spitzwinklig mll dem zugehörigen Uelenkpunkte ihrer Segelrippe zusammen und zeigt demzufolge nur je eine äussere Segelecke Die Segel * bis «• liegen hier mit den Oesen dieser äusseren Kcken n bis f und i ttell über der nächstfolgenden Scgelrippe und Segelfläche. Diese mit dem Kreuzstück k der vorderen (luerslange Si verbundenen Segel * bis *• bilden in ihrer Geeammlheil die vordere Segelgruppe oder das Flugsegel.

Die Spreizung der Segelrippen erfolgt durch gegenseitige Veraclintirung der der Langstange .V zunächstliegenden Hippen Ii und von clort aus mit den Segclrippeiipaaren fi, 4. 3, 2, I nach den Uesen der vorderen (juerslange SI, Die auf der linken Seile von Fig. X strirhpunktiite (äirve. beginnend bei der mittleren Oese >-4 der vorderen Ouerstange .S'L endigend bei r. giebl ohne w eitere Hinvv eisungshue hslabcn die Lage und Bichlung dieser festen Versehnürung bis zur Langstange Dieselbe setzt sich in entgegengesetzter Dichtung nach der minieren Oese H von .VI fort. Ks wird hierauf nullest der Schnüre I bis r"> der gegenseitige Verband der (lesen o der Ouerstange mit den Oesen-paaren o1 bis «• der entsprechenden Segelrippenpaare 1 bis G vorgenommen, bis die tlesen durch die Schnüre /" mit den Oesen e des mittleren Kreuzstückes A-i verbunden sind. Der gegenseitige Abstand der Segelrippen ist alsdann gesichert.

Die Oesen c<Sei3w4<i"> und u* der Segellippen 2 bis »J werden nunmehr zum Abfangen der Segelrippeuenden durch die Schnüre t • t»(*p und i« mit den Oesi-n r< r*d und r der initiieren Qner-

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Stange 81 ibezw. dc-s Kreuzstückes /■') in der Weise schlaff verbunden, dass die Schnüre erst durch die .infolge der Belastung des Apparatesi auf den Luftschichten eintretende Spannung der Segel straff Werden Sind die so abgefangenen Uesen säliimtlicher beim Fingvorgange gespannter Segelrippen als feste Punkte zu betrachten, so dienen dieselben nunmehr zum gegenseitigen Ablaugen der beim Flugvoigange in noch höherer Spannung befindlichen Segelec keti, indem du- Uesen ab nie f mit den tlesen c»i bis o« und die Oesen i gegenseitig verbunden werden. Diese Verbindungen werden durch die Schnüre c/ hergestellt und gleichfalls erst beim Flugvorgange straff.

Bei dpr für Ohm Schichtung dargestellten linken Flugscgel-hälfle von Fig. !l werden hiernach die (lesen I bis IV der inneren Segelecken miitclsi Zngachar naeh der Oese r des Kretntstlckes fr1, die Oesen V Ins VI dagegen mit den gleichnamigen Oesen der anderen gleicbgesi hu hli-len Fhigsegelhälfle fcsl vem liniirL Während bei dieser Anordnung die als .«• I bis VI bezeichnete Du htung g«-gen übermässige Ahlluthung dei Luftströme durch die inneren Segelecken selbst erfolgt, bedarf che für l'ntci Schichtung dargestellte rechte PlugeegelMIfle von Fig. il zu demselben Zwecke eines besonderen Dichhingssegels x. Dasselbe wird unter dein ersten Segel * der vorderen Qnerataoge 5' befestigt und durch seine Oexen L bis IV initlelsl Schnüre in den Oesen eXr>H und r der IJuenlange h-sl angezogen. Die Oese \" kann mit ihr entsprechenden Oese des Dicliliingssegi-Is für die linke Flug-segelhälte verschnürt werden Diese beiden Arten eh-r Dichtung«-

Vcrschnürun<: vermögen die Spannung «ler Segelrippen mit ihren Segeln fiten so wenig zu hindern, wie die oben hesehriehetle feste Verschnürung dieser T heile zum /werke du er Sprciziiug.

Diese Erklärung über Konsiraklinn und Wirkungsweise des vorderen oder Klugsegels ist in allen wesentlichen l'uiiktcn auf die gleichartige IleschalTcnheit der hinteren Segelgruppe anwendbar, ltie mit dem Kreuzstück l"1 der hinteren ijuerslangc »S3 gelenkig verbundenen Segelrippen 1' bis ;Y mit ihren zugehörigen Segeln bilden in ihrer fiesainiiithclt die hintere Segelgruppe oder das Steueisegel Die Spreizung der Segel erfolgt in derselben Weise wie beim Klugsegel auf deren 1'nlcrscilc durch feste gegenseitige Verse hrmruttg der Segelrippen in ihn Mittelpunkten ihrer Lange, wie durch die Strichpunkt.~tc lüchliingskurve angegeben. Links sind die Segi I in Ohcrsrliichluiig. rechts in I jitersclin htting dar-gpstelll . die Segelrippen silzeil auf den (iclcnkhol/.cn f/l Itczw. >ß Der gegenseitige Verband der Uesen o bis »I wird in der für das Flugsegel beschriebenen Strallhcit mittelst der Schnüre t* bis t" hergestellt, alsdann erfolgt die Verbindung der ausseiften (lesen « mittelst »1 nach den (lesen /.•'. der hinteren < Hicislaiigc ,s"t. sowie die fernere Verbindung der äusseren Segelecken durch die Schnüre fc1 zwischen den (lesen «I bis «M und »1 bis »*. Die der Langstange S zunächst liegenden gleichnamigen Segelrippen .">' tragen ein gemeinsames Schlusssegel. Ilet I nlersc hie htiing der Steuersegelgruppe wird die Segedöse d1 rechte Seilei mit der gleichnamigen (lese der anderen Seite verbunden

Ferner hat bei (Ibers« liichlting der Segelrippen die feste gegenseitige' Veischniirung der inneren Segele-cken durch die 'lesen 1 bis IV (linke Seite). Ik-i Unters«diichlung die Verse linüiung des unter 'der S«gelrip|ie U befcsliglcn Dii'hliingssegels mittelst der (lese '" irechte Seitei nach der Langstange S' zu erfolgen.

.Vird das hintere Kreuzstück ki auf der Langstange .V drehbar 'T .gert. so sind die S« bw ingungswiiikel der zugehörigen Oui-i sl ngi- S> tlurch die Schnüre t zu bestimmen, welche zwischen den O'Scn u'". und <>■'■-■'. von fit und .>» angeordnet werden. Itei fester Lagerung von <s auf .s' kann auf die Anordnung der liinleren Ouerslangc .S'11 verzichtet werden. Die äusseren Scgidrippenösen «< des Steucrsegids sind alsdann mit o der Ouerstang«1 .SS zu verschnüren. Das Erforderniss gr.'.sster Widerstandsfähigkeit kann ailsserilem die Anordnung der Uiicrsl.ingc ,s'-i clwa nach der Ebene <»<> des Sl«-u«'rsegels heilingen. gleichgültig, oh dasselbe fest oder s«hwingbar gelagert wird.

Die ltullereiiiri«'htung besieht aus Schnüren jyl bis i/', welche durch die (lese O des Kopfes der Langstange .s' mit den Ocsett «. »•!< H und cr« der vorderen Ouerslange verbunden werden. Die in Fig. H> gegebene Darstellung /«-igt die Seitenansicht des Apparates in der Höhlung von .1 nach Ii gesehen, mit durch den Luftdruck gespanntem Flug und Steuersegel. Die Segelrippen Hut ihren Segeln befinden sich, so weil dieselben in dieser Projektion verkürzt sichtbar sind, nach der für die linke seile von Fig. S gegebenen Darslelluug und Heselneihiing in Oberschicbliing. Unter der Langstange N ist der millelsl zweier Itol/en an d« n Kreuzstücken i- und X-l befestigte Slali rc dargestellt, auf dem die Fin-slellung des zur Spannung des Apparates beim Ulugvoigange erforderlichen (iewiehles (J im Fläscliensi hwerpiinkte des Apparates zu erfolgen hat.

Wirkt durch die Iteljislung des Apparates die tragende Krafl der l.ufl-liömc unter «ler Klug- und Sleiiei»gelgruppe in Dichtung der senkrechten Pfeile spannend auf deren Segel, so kann die ,\b-llulhuiig dieser Ströme und damit denn Spannongsaii' gleich nur Iii schräger hczw kurvitiartiger Ituhlung nach oben stall linden. Dose Ablhithungsrn htiing ist .hin h zwei schräg aufwärts gerichtete Pfeile angedeutet.

Die Hinw eisuiigs/ei.hen ihr in Fig |ü -ii htbareii Segeli ip|„ti.

Segelllaclien, 0c-.cn, Verbindungsschiiiiri- und sonstigen Konslru1,-

tloliStlli'lle entsprii hell delljelllgen Voli Klg \\. Die Ili l'IJ 11 sdii Mintisi' Il dargestidllen gespannteli Flugsegeth.llften bcid-r Screchtiingsforiiicn siud in der Anso hi voli lutiteli gegebcu. wi,. dnselbcn atis dir Si linittebeiie Min .ili unler Forlfall ,ier d,i-biuter liegeiiden Ktmslruktionst beile sicblbar suol. IHeeiiigi'tr.igei» . Pfeile erkl.in ti «he Abllutlnitigsi-irhlung dir Lufl nini ist .lereti I jg.-ini tiruntiriss so ;;t denken. dass die Federti der Pfeile unler di r Hill «ter Oiicislange N' vi rhundeiieil Segcltluchi'll * liegeii, w«« ih-SpaniiungsWitkuiig der Iragenihii Luflschiihl,n beginnt. wìiht-im die Pfeilspilzen die hinter dell hochgcspannteii Segelllat ben v./l-zogetie Ablltitliting d«-r Lultslroiiie lrczcichneu.

Wahrotnl dureh die aussen-ti Pfeile die schnellete Abllulhuri ; der trag'-uden Lultscliichten gekeniizeichnel wird, dilrfh- aus .1-: — duri-li die Indie Spauutiiig und gegcnsclligo Lage d«-r Kotrslruk-tioiistheile — hedingteii lìirlitung der mnereii ITeile oline Wcitcr-e. herv.itgehen, dass unler «leti «lei Langstangc .S' ziinacbsl gì legnar Sig.dlliicheii durch ibis /.us.imiucidln--cn «ler l.uftstroiiii- «—i stiirki rer Ltifldruck -lattlmden mass

Die gesleigcrl. W'irks.imkeit der l.ultstriiine in dn'-«T S-v.1-zoiie bililet unler doni F.intlusse dei Kelastung des Apparate- die l'nl« r.stiil/.ungs|iiinkle zur Herstellung d« r 01eicligewichlsl.ig<- d.-Apparate» hcnii Flugvorgange.

D.R.P. Wr. 111522. Michel Heinrich und Franz Ili.le felli Itti lliinir. I.uflschilf uni cm.t zumi Italloii uni din -,ik recide Achse drelibaren (iondel P.iteiitirl voto -J(. .Inni IS'.IS ali

Die vorliegende l'i tnidiing bel n ITI «-in Lutisi hilf. bei widili-i die (i.iiidi l in bekannler Weise um due seiikreihl» A« lise jm Hallon drelibar ist, bei uehhein aber der Itallon mit fesl'i; Flosseii Versehi n oder auf andere Weise ziini Aiigrill'sptmkle il-• Las', utisyiiinietnsch geslaltel unii dei die Drehilug der li.rul

Pur. i-'

gesl.itleiide Tragring ani Hallon mitlelsl eines eiidloseii in.rS aufgehängt isl. Hierdurch soll erone hl wer.b'ii. dass der llal'"'1 sich sellisi in die Itiehliri» ihr Scluaul'enac h-e einstellt und auch in jeder Dichtung zur (önnlel und zur Schraubenachse ein-

ge-telll «All «le II katlO

Die Figur l'i zeigt ein elerarliges Liifts« hilf Die (ii.odel a hängt nudelst eile-s l'Ianlsi lies h Ilet ilrclif.u-zweckmässig Uliler /wisehellsehallung voll Kügetn. Hl einem Hinge c. und zwar so. dass si<- nncli oIhii heraiereliobi n wir1'1'1 kann. Di>-ser Hing t ist midelst eine- über Holleli hndiiid"1 endl>iseii Taues an dem Italioti .1 aufgehännl

Der Rallon A ist sei ««»stilltet, «lass er sicli unter dem Einflüsse des Windes selbstthätig gegen die Gondel drehen kann. Dies wird dadurch erreicht, dass der Italhm entweder, wie in der Zeichnung dargestellt ist. ZU der Drehachse der Gondel eine unsymmetrische Gestalt hat oder bei an sich symmetrischer Gestalt an dem einen Ende mit einer feststehenden Fischllosse ausgestattet ist.

Die Wirkungsweise des beschriebenen Luftschiffes ist folgende:

l'm eine bestimmte Dichtung einzuschlagen, wird der durch einen belicbig«»n Molor angelrieliene vorn an der Gondel angebrachte Propeller in die erforderliche Dichtung gestellt, inileni man, an «lern Ringe r sich festhaltend, die Gondel dreht, bis der Propeller die gewünschte Dichtung einnimmt la-ilet man nun die Kraft ein. so dass sich die Gondel samtiil dem Ballon in einer bestimmten Bichliing in Bewegung setzt, so stillt sieh diT IIa Ihm A nach Art einer Wetterfahne in die Bichliing der Kraft ein. so dass er der Bewegung möglichst wenig Widersland bietet.

Ilas endlose Tau il sichelt die Lag«» der Gondel gegen vertikal«' Windstösse. welche den Ballon A Ireffen. Die Gondel behält infolge der Aufhängung am endlosen Taue stets ihre horizontale Lage bei, wie auch der Ballon sich um seine horizontale Achse drehen mag.

Kin Segeln soll mit dein beschriebenen Luftschiffe dadurch ermöglicht worden, dass mittelst des endlosen Taues'der Bation. der eine entsprechende Gestalt erhält, zu der Gondel bozw. zur SchraulM-nacbse in einer beliebigen Bichliing verstellt wird. Die AngrilTsIläche des Windes kann hierbei mich durch «-in verschiebbares Steuerruder «' vergriisserl mlor durch Drehung desselben in der Dichtung verändert werdim.

Die Anordnung der Gondel derart, dass dieselbe sich nach oben aus dein Tragring ausheben kann, hat den Vorlheil, «lass iM-iin Aufslnssen auf den Boden beim landen der Ballon von einem Theile seiner Last befreit wird. Diese Wirkung würde

zwar auch dadurch eintreten, dass beim AuflreftVn der Gondel auf den Hoden die Taue schlalT werden. Letzteres soll aber bei der voliegeiiden Erfindung vermieden werden, weil beim Sohlaff-werden das endlose Tau von den Bollen herunterfallen würde, wenn mihi etwa das Tau auf den Podien durch besondere Vorrichtungen gehalten wird, welche eine erhebliche Gi-wichlsver-mehrung bedingen. Die Aushebbarkoil der Gondel bewirkt also beim Landen eine Entlastung des Ballons, ohne dass das endlose Tan schlaff wird und herunterfallen kann.

Zur iiftent liehen Aiisleurnin; ire in iurte Patent-iiiniieliluimeti

in der Zeil vom 2S Februar bis :4l». Mai l'IOl) Einspruchsfrist zwei Monate vom Tage «1er Auslegung an.

Aktenzeichen :

N ilHO. Rad mit beweglichen Schaufeln für Luft- und Wasserfahrzeuge. Paul Xlpkow, Iterila. Angemeldet Lt. Sep-loinber IH1I7, ausgelegt I. März 1!KK1.

B 211:1:1. Luits-hilf. .loh. Mich, »reiner. U'lpzlf-Coiinewltz. Angemeldet 17. März 1M5W. ausgelegt 12. März Ith».

C JCiSW Luftschiff mit Jalousii'klappi'iillügelii. Herrn, t'iimpr, Berlin. Angemeldet 2.Y Oktober DM. ausgelegt 25 März Hum.

tielfeclite 1). It. Patente

in der Zeit vom 2« Februar HM*! bis "ID. Mai DHU».

Nr. 96 288. Dr. Helnrieli Rudolph in Goarshausen a. Rh.

Fesselballon nul Drai ln'iilliohe,

Br. 94893. l'ari F.lebler In Berlin. Verfahren zur Veränderung «les Auftriebes von Fesselballons mil einem als elekj 'is-her Zwi-ileiler ausgebildeten llallesei).

-Hst-

Zeitschriften-Rundschau.

„Zeitschrift für Luftschiffahrt und Physik der AlmosphHre".

Heft 2. H1WI. Februar. Vorboiuerkliiig des Bedaktionsaussi-Iiiisses.— Victor Silberor: Der heutige Stand der Luftschiffahrt und die Zweckmässigkeit der Gründung eines Aero-Cluh in Wien. — Willibald Karos: Das KreiseI-prinzip und der rnivi-rsal-Flugappnr.it. — Vereinsnai'hricblen: Deutscher Verein zur Förderung «ler Luftschiffahrt zu Berlin. Protokoll der VereinsviTsauimliing am 2!l. Januar ÜNkl Bericht des Kalo lenauss( tiiisses über die Ballonfahrten im Jahre IH'.KI. -Wiener Flugtechnischer Verein: Prolokolle der Plonarversamm-Inngen vom 2H. November und 15. Dezember IHM!). Heft X HU». März. Victor Silberer: Der heutige Stand der Luftschiffahrt und die Zweckmässigkeit d«»r Gründung eines Ai-rn-Glub in Wien, (Schluss.i — Willibald Karos: Das Kreiselprin..lp und «ler l'niversal-Flug-apparat. (Schluss.) Kleinere Mittheilungen : Kreiss: Dei 'Wollen-Hag. (Erwiderung.) — Vereinsnachrirhlen- Deutscher Verein zur Förderung der Luftschiffahrt zu Berlin. Vercinsfahrtcn am :t.. I!). und 22. Februar. 24. und .11. März, ö. und 7 April 1!HH). — Prolokolle der Vereinsversaninilungen am 211 Febr. und 2li. März HHKI. rinschau.

..Tue Aeronaatlrnl Journnl". April I!hk). N» Ii. Vol, IV.

Xolices of Ihe Aeronaiitical Society — Lord Ravloigh oll • Flighl». — Major Buden-Powell's War Kxporionees. — Aoro-naulical Soiree at tbe Boyal Institution - The Pilrhcr f".o|lection

i.r Soaring Machines. — The Balloon Work of the lato Mr. Co\-w« II (Illustrated) By Eri< Stuart Itruco. M A.. O\on. — A Theory of Flight, By D. M. Bowyer Sinylh. — Berenl Publications: • Sailing Birds are Depeinlenl on Wave Power., with Beview by Mr. Hiram Maxim. — Notes; The Grand Prize of the Paris Aeroclub—The Triumph of the Balloon in South Africa Men of the Moment Electric Balloon Signalling at the Paris Evbibilion - A New Living Mai bini'—Novel I'se for Balloons The Number of I'oxweH's and Godard's Ascents—The First I'se of the Balloon in South Africa. ■— Ohituaiy: Professor Hughes Colonel F.lsdale. — Foreign Aeronautical Periodicals. — Notable Articles. — Applications for Patents- Patents Published. — Notice lo a Cor respondent.

„L"Aéroanni4'u. Bulletin mensuel illustré de la Société française de Nu» lent bu aérienne. Février HUH). N" 2.

Société française «le Navigation aérienne: séance du l"r février l'.'OO, M. .1. la-loup. — Ci m h-1 once de M le conile de la VauK. — Observatoire-sonde enlevé par eerls-volaiils '2 planches . Communication «le M. Wetiz. — Formuli' pour la puissance spériliipic minima n.'« essa ire à un volaleur. — M. le capitaine Marcotte. — Communications diverses. — Nécrologie: M. Maui and. — M. A. Brissonnet. — »•• liste du Congrès ac,onait(h|Uc de I1HKI. Communications y relatives.

Mars l'.lim. N" :i

Sm lélê français.' de Navigation aérienne, séante du lu février

iikto, présidée par M. h prince Hnhind Bonaparte — Séance iln l>'r mars. M K. Wagner, secrétaire. - Communiqué de M Kmma-nuel Anne sur la thermosphère dolll il ■■si l'inventeur, - Concours d'ohjccltfs à Ion;; loyer pour la léléphoiiigraphic en ballon, dérision ministérielle du !» (éviter l'.hki — Concours d'aéroslalion a l'Exposition de Vitii eûtes, eiii-arlape dans le prcsi ni numéro. — Aéro-Club. --■ l/e ballon • POricnt. • - l.e grand-prix de l'Aéro-Chil. l.a bouée d'Andrée. Lettre de M Su cdciiberg. Noie sur les ballons-sondes. — loi I ilicatioii —• »V hslc du Congres aérotlan-tupte de P.loo. — Iblégin's «J».s ministères de la Marine et de la !• lierre.

Avril l'hh) N" l. Soetétè (raïu. aise de Navigation aérienne : séances des ,'i mars et fi avril. M. E. Wagner Le vol des oi-caiix expliqué par M Houx, architecte, résumé des Cuinniuniealioiis faites dans ces deux séances (a suivre, i - i!- liste du Congres aéronautique de PHM). — Notes relatives ■ ce Congiés: M. Garni, délégué prin-ilp.il pour les Congrès «le l'Exposition,

Mai l'.ioo. N'' f». Société française de Navigation aérienne: séances des lit avril et H mai, M. K. Wagner, secrétaire. - Le vol des oiseaux expliqué par Al Houx, architecte i suite et lin:. - \a s asi élisions de l'Aéro. Club et divers — nécrologie. Madame V vi- llttr-au île Villeneuve.

— 7'' lisle de- Congrès aéronautique* de l!*Ki.

,,L'Aéroplillc". Itriuc inensiielle Illustrée de l'aénmanllqiie et

des sclenres qui s*) rntlaebelit. Février l.mi N" 2

Poitrails d'acronaulcs conleiiipoiunis Fugéne (indard II iWtltinl de Fonviellei. — l.'aèioiiaulnpie a (Exposition de P.mo: Extraits «lu Hégleineiil général des I'.oui oui- de la Section X; liâtes des Concours cl natures îles récompenses. — Les ballons militaires en Afrique australe Paul Alicellei, — Notice sur la télégraphie sans lil T. Il i. L'aéroslatmn en Allemagne a Cléryt. - Inhumations: Expérience-, aét'os|aliqu<s a Toulon; Les Palmes :n aileiiiiqlies et l'ai i ostation, Itulleltu des Ascensions. Mars l'uni X" :t,

Portraits d aetonalités contemporains: Jacques Faure iWilirid de Fonviellei — Modifications apporlécs aux ballons-.sondes • Georges Desain.oli), -- Ascensions seieiiltliques .1 Berlin (Gustave Illimité i — Notice sur la télégraphie sans ht iP. Il l — le ballon du comte Zeppelin tPaul Ancclle). — L'aérunautique .1 (Exposition de DU m: Section N, Aérosl.il.uu: Comité d'installation de la classe 'M: Congrès d'aéronautique i.l. Nnvtlle'.. — Aéro-Club iA. g 1er y k. — Informations: Itulletin des ascensions. Ascension périlleuse a Toulon; Les expériences «le M, Callletel; l.a liouée d'Andrée. Annuaire pour P.hm .le 1 Observatoire royal de Belgique. Avril liliMi, N" I,

Portraits il aéronautes contemporains: <"• uiito Jules Carelli (Willrid de Foiiviellev - Petite expérience de ball"tft dirigeable 'Comte Jules Carelli . — L'aéro-talnm et la carte postale illustrée (Finit" SI rails i. — Commission aéronautique internationale ia Nicolb/njl -- Eludes, sur l'ilei Incite aliiuispl'i riqiie ( a Cléry) -- Nécrologie: M Anabde Itrissniinet : M. Pierre de Itala-i h"ll (Georges Besancon' Iti ■glemelil du Grand l'nx de l'Aelo-l Jnb.

— C.oriespiiudaiu e : Lettre de M. le lieutenant Est,bel

„Ln France Aérienne'.. N- .'. |tu I" au la Mars 19110,

Bulletin riiéli'otulogique mensuel : mais l'.hio. — La Colorebo-pbilie au j'iur le jour. K. Caille --- L'Aéronautique ii l'étranger. M ii - La Colombi"iipiiic parisienne depuis les temps les plus reculés jiisqii a nos juins -uite Paul W arquez. Fédération Colombophile de Seini-el-Marne: Lil rédaction, — lievue de Presse - a la volée Parti, littéraire: Le cli.il.au des Tourelle:- devant

la pie-lente: Haronne d'.V'y. — Académie d'aéroslalion météon» bigique de Fraine.

N" i'.. Haï lâ au :il Mars P.hm Aéronautique rétrospective: Il y a douze ans: Hurleur Ox. — Appareil pour gonfler et entretenir les ballons dans l'atmosphère C. Joberl l.a Colonibophilie au jour le jour: L'alimentati'm pendant l'élevage: F. Caillé. — la France aérienne en Amérii|iu-, liaduit de l'anglais par Mad C. Joberl — Ite vue de presse. — Xéeiologie. -- A la vi dèe. - Partie littéraire Le château de> Tourelles: Haronne d'Aey Prière dune vierge: Finile Cnicliel Le capitani.- Giron: Nouvelle aérostatique : Hav mon.l lloucliard. - Académie d'aérostatioii inéleorologique en France, séance du 21 février 11)00

N" 7 Du I" au lâ Avril l'a"»). Dutlélin météorologique mensuel: Avril. - Partie odiriclle Kxpiisitii.n universelle de |!io0. lîégleiiienl des concours nati"-natix de ei.l.iiiib.iplulie. Le présent C tuberi. — Tableau des dates des concours et des prix. Aérostatioil. Exposition universelle ile IIHMl. - La coloinobiplulie algérienne: E, Caillé Exposition annuelle des aviculteurs français: Maurice Diifonr — Colombophilie militaire: K l'aillé — Devile ile presse — Académie d aci ostai ion inéleorologique «le Fiance, séance du 7 mars I'.hm N" S, Du là ail :t0 avril l'.hui. Aéronautique rétrospective II y a douze ans' Docteur Ox.

— i .iimballoiis la nature! - . . Comte Jules Carelli -■ lin progris en coloiiilioplulie: E. Caillé. — Tribune libre: A propos du Grand Prix de l'Aéio-Club. Partie lilléraire. Le l'igei.ii de Cr.ul-iniers (fours Paris 1*701. par Paul et Vnlor Maigueritte. — U

i upilainc Girmi. Kmivelte aérostatique .soilei: Bavuiond Itoocliarò

— Le clou dé l'Exposition: Toujours dans les airs: Pierre Gauthier — A la Volée

N" !•. Du I-' au L") Mai Dhki Dnlleliu inéleorologique mensuel: Mai. Partie officielle: Exposition universelle «h- P.mkl, circulaire concernant les concours de ciiloiiibnplulie - L'Aéronautique au jour le jour Pléthore d'expérimentations: IK Ox -- Ballon dirigeable «-t Poisson Conile Carelli. - A pro|m>s du dernier acculent survenu aux ateliers de Mention: C. Joberl- — La colombophilie au jour: Note-élevage eli l'.kio. K. Caillé — Hibliographie scieiililiqile : C Joberl.

— Fédération colombophile de la Seine. - La colombicolture pariMeime depuis les temps les plus reculés jusqu'à nos jour-

siiitei: P. Wacquez. — Tribune libre. — A la volée, — Parti-littéraire : Canards colombophiles, les vitesses d'antan: K. Caillé

— Variétés, l.a France aérienne a l'Exposition. — le ballon Cini-oraïua. — Académie d'aéroslalion inéleorologique <ie France Séantes des 21 mars cl (avril ltKHV

N" 10 Du là au :tl Mai l'.NlO. La colombophilie au pays des tzars. D' Ox. — ìjh coloni-biqilnlié an jour le jour: A propos des lâchers de ItmO: E. Csiilé, Le pomi d'appui ta ver ligure): Conile Jules Carelli. — L» France aeri, tuie en Normandie: lt.-uiiion solennelle de la Fédération a Itimeli -- L'Alliance de Diluirci : Programme des renoiur» de llHni. La Colombi- eliroi.ieniie: Entraînements cl concours de lituo La trance aérienne en Vendée: Pigeon — la France aérienne en Champagne: Mantice Dufnilr. — Itevue de presse Itilisalion des pigeons voyageurs dans la marine de pèche. André Chronique bibliographique Itevue -le presse étrangère, avril l!H«l M"1' C. Joberl. A la volée: La Fiance aérienne a (Exposition le ballon i'.iiieor.iina. Académie d'aérostat ion inéleorologique de France Séance du |.H avril pkio N" Il Du l«r iiu L'i Juin l'MKI. Bulletin nuli "robigiqiie mensuel: Partie oflicielle : Coin oui s de i oloinbophtlie — l.a ciilouibophilie au juin le jour. K. Caillé

- I.e veni: Ftude de le riunii' Carelli. — Fne (èie intimi'. — I.a Franri- aérienue à I Fv.posili.<n. — Bevile ile presse — ),Mi>-l<|u,'<i notes d'i-h-vagc F (lottili, Fa Francc acrienne a l'etraugcr - A la videe Soi-jété rnlnmbophiiv - l-a Manelie • de flieppe. — Aeadéinie d'acrostatiou inc|ci>rologii|Ue de Fraine Seancc dn 2 mai IIKHl.

Aus anderen Zeltsrlirlften.

Pniuiethea-s Nr. i'iin und :'»+!-, Jahrgang NF im). H W. I.. Mocde-bcrk. die Frage des Luflsi hilTcs unter besonderer Bczilg-nalime auf das Luftschiff des .trafen v. Zeppelin. IIS Spalten mit 7 Abbildungen. Verfasser verliebt den Standpunkt, dass dynamische Flug-masebinen m absehbarer Zeit noch keinen praklisehen Werth hallen, dass gegenwärtig erst die Zeil aemstatischer laiflscbilTe gekommen sei, au deren llerstelluiig vor |(K) Jahren zu denken in der Thal eine ITopie gewesen wäre. Ks lolgt eine eingehende

Betrachtung iilier das Zeppelin'sche Luftschiff, dem eine Geschwindigkeit von H. 12 in p. Sek. als wahrscheinlich erreichbare zugeschrieben wird. Zum Schluss 1 rill Verfasser den Anschauungen entgegen, dass ein Luftschiff dieser Art in Bezug auf sein Landen iinl einem Gasballon verglichen und daraus ungünstige Folgerungen gezogen werden. Kr verlangt bei solchen Fahrzeugen vorbereitete Anlagen /.um Landen und gibt eine Skizze, wie er selbst sieh einen derartigen I.uflst hilThafen vorstellt.

Journal of the l'alted Males Artillery, May .tune lfKJO A. v. I'arseval, The dragoii balloon. 7 Seiten mit l Figuren. Fortsetzung folgt. Eine l'cbersclzung der bekannten Arbeil von I'arseval.

Scientific americiui, l!l. Mai l'ioo. F. A. A Talbot, Aerial-l'bolograpbie. I Spalle, 1 Bild.

21!. Mai MHJil. l'-nunl von Zeppelins Airchip. H Spalten, f> Figuren.

Auszug aus der angeführten Arbeil von Moedebeck in Prometheus.

**S*s---

Humor und Karrikaturen.

JLufUohlffor-Moau.

Am ri .Inni il. .Is. feierte die h und K. Luli«chitfcr-Abtliciliing in Wien im llt'del de France daselbst das lOjährigc Hesleben der Militär -Aeronautischen Anstalt. Den zahlreich erselneneneu früheren und jetzigen Angehörigen der ösleireielu«i heu Lufl schifici- Ahl liei hing wurde hierbei auf künstlerisch ausgestalteten Ti-i lik.ulcii folgendes humoristische Menu hingelegt :

Meno für ein Laiidungsdiner. Sandsacksuppe mit eingekochten grossen liän^e(iis-en Fliegender Fogus aus dem Neusiedler See mit l'atagmnim Mayonnaise. Filet de Ballon — garnirl Brieftauben eigener Zucht mil Salai vom Sleiuleld llbsl und Ka.se à I Appembv

A Rets".

Fyrio' Fin liennen. Stossen, flrangcn' B Backelnnvc alien votan heginnen einen lólli-n Weltlauf duriti die Slriisscn, daliinler wte |.||.halle Truffi eill paar Kaminfeger. gefolgl vini emir wildt-n Unite Wan-Watis, die das jamtiicrlichstc licheni ansimimeli litui ab und zìi einen kiihucn Srlmapper in tlas russgesthwarz.lc o<b-r ttii'hlhestaiible Wadengeliein (ter Sturinenden riskiren. Fine F.-ka-iln.n Kiicheiiiliagonei riickl - L-i'-lit heschwiugl ■ In-ran : wn- die

liiwki beli lltegell. Wle die Fusse trippclll imi filler lli'llelldigkeil. the die Gnidigc» auf Befragen niil guli-in liewissen geleiignel halle, ila die Uosa euieli ICewis von sole ber I test htt lliiligkeil bis jel/.t noi li nielli erbra-hi -.Ielle, l.it-sc, del is ja seliauerlu 1). ilciik. niein armes Karlchfii i> mn-h nocb Bursehe bei 11 Feltrimi ' -Bosas Klagell velllerell sub III delli llepllste des dickell ISi'Illler* liieliihs. dee. futili»:! rei Angsl auf M-lt|e|ii fettglalizenden lìesichl gemali, die I ì ni leu I gasse hcrntif«lurint s-< ieniiesinane iis dir Iruiiipelergass" hai ihieii l'.iiln 11- und lìninzcugsland alien giih'ii (itistern an.crtraul und isl in wihli'in lagen dein Itentier (ìielmix g'I'olgt. -Awer. Ilei r tiubniv •. wilisell sic. -diss isch jo gryserlich. die sinu jo verlore imi Unti un imi llo.ir, keiml tur ne demi nit lichcVv AllcwaJ keiml ui'r.. giebt dir von dieser Alirede

nielli sonih-rlicli angenchm bei ohi le Gichuix zumi k. -mr kennt J'> Sie tiufTsehii ke imi-ere lloiidclle Fan de «nurage un cine gliele

wulleue Diiesch'. D'tò-iniesmane ist ob solcher Abfuhr für ihre MiKhfilsaiukcit sjirachlos stehen geblieben und ihre F'rstarrung lost sich erst dami wieder in belle Schadenfreude, als Giebtux im Wciterslllriueii mit einem Briefkasten kollulirt. sodass später noch einige Beulen zu si-hen vvaien. — am Briefkasten nämlich.

Hoch lieber Leser. Du weisst not Ii immer nicht, um was es siiti hamlelt. Die revolutionäre Benegling war vom Steinthor ausgegangen unti balle sich mit rasender File wie eine Feuerwelle Ins zum Allen Bahnhof gewalzt. IWirl war Markt — es war vielmehr bald kein Markl mehr Denn plötzlich halle sich der Aufruhr d«r Strasse auch «bin Tempel vulgo Wuarcnhaus Merkurs mit-gelln-ilt. Man eilte ins Freie, schlug die Hände über'm Kopf zusammen, wozu man naliirheli erst Marktkörhe und andere K11 mpf-iiuis-Ha-eui-W alf-n auf das F'llasler setzen niusste und stimmte dann, die Kopfe entsetzt in einem Winkel von üher -fli Grad zur Höbe gelichtet. 111 tleii allgemeinen Weliruf mit ein: -t)'r Luft-ba Hon 1 sc Ii a bger 1 s se ! ■

lud in der Thal. In geringer bauleiir. so dass man ganz, deutlich die (ìcstallcn im Schiff des Ballons luilerscheideli kolinle, baumelte, hangend und bangend 111 schwebender Fein, wie der l'nterlertianer Knill treffend bemerkle, ein niärhliger Luftballon direkt liberili Allen Üahnhof • Schoiseln-l, sie bann gewunke, soliseli nullloniiiie. ■ hänselten sich einige Spassvögc! untereinander. «Sperr's Mull uff, ■ antwortete der aber schlagferlig. -es gilt ebs umi-siiiiscli/ ,-e sehlinke- Damit meinte er den Sand, der in gelben Strähnen eben von luftiger Höhe lierahrieseile und der ein schlagender Beweis dafür war. ilass es sieh nicht um einen Fesselballon, sondern um einen ganz, normalen F r e i f a h r I ha 11 o n bandelle, lite falsche Allibi-sun: war offenbar voll einem Spassvogel linier die Menge verpllanzt Worden und die Menge schien Iii ihrem Glauben diluii das lang heruiilerhauinelnde Tau bestärkt wurden z.u seni Imi so stark war der lilaube au den Ilurchbreniler. dass einige entrüstete Badler mil stark ausgeprägtem Gerechtigkeit*-gehihl sich auf ihre Bäder schwangen, durchs Thor sausten und sich bemühten, den Deserteur einzuholen, der, höher und hoher steigend, baiti dem Auge entschwand .

Die Fieihallonfjlirl war vom -Oberrheinischen l.uflschiffer-veieint veranstaltet worden und ging um 10 Fhr früh vom l'ehungs-platz, vor tieni Steinlhor Hott von statten. (Strassb. Bürgerztg I

Ion

A' ganx Gscheidta.

lui Eesselballon steli! dcr Scpp unii M¡' Wei ;

Sic jammcrl inni \v itiseli : U mei', Scpp, o iiipi',

Wann ji-l/.l dcr Ballon plal/.l, aus is's unii g'feil!» —

• lieti', srl nel su iliiiinn . umani dcr Seppi pa g'scheidt.

■Zìi was waar' dcun naelia <ler Slrick etiba ila,

Als itass ma' si' rechi situi' sditali ra'lass'n•! ka'fl

•) herablassen.

i Fliegende BHU«

Aua der Zelt der Lex-Heinze-Bewegung.

Lelit« Zuflucht. — Wer leichtfertigen Damen eine Wohnung überlässt, mai hl sieh naeh dem neuen Gesetz, selbst wenn er keinen Gewinn daraus zieht, der Kuppelei schuldig. Es bleibt also nicht* aiideies übrig, als dieses staatlich kiui/essmiiirto Gewerbe frei in der Eüft schwebend in Fesselballons zu betreiben.

(Siniphcissiiiiu*.)

Auch daa noch.

A. : Hie Hühnerjagd ziehen Sie wohl der Hasenjagd vor? Da können Sie keinen Treiber anschiessen!

Sonntagsjäger: So'J Ilafür balie ich kürzlich einem EtlflscbilTer ein's 'naurgebraiiiit.

Fliegende Blätter.!

•,.•.».*.,•,. |m*J*J Ot* I •>*• *«whM

Hochg-efflhl.

«Darf ich fragen. mein gii-nliges Fräulein, •'»> wohl bei Ihrer Kall«' fahrl den giössten En-druck auf Sie gemai ht hat?.

•Als ich beim Ei«|sf-sleigeti die Baron« *>' tief unter inir*t*k>* «ah!» . m

(Fliegende SSÜ

Höohato Zeratreatheit. Ein Professor, der einen Mischimi et funden, steigt mit dem Ballon hoch, spring! aus de» selbstverstäudlirli — ohne Fallschirm.

I>ir HcihiktitM Itt'ifl sich »icltl für rrriiittinnilirli für ilr» iriwiifliuft/icliin liilnill ilir mit S'imrii rrrsrhriirn .Ir/urtfr« Alle Rechte vorbehalten; theilrveisc jfunüge nur mit Quellenangabe gestattet.

Die Redaktion.

Drii.k vnn M liiiManl-S. Iiailberr- Hlm-Imr* I. t. — MM.

74

-ä\c) A e r o ii a ii 11 k. (JH^"

Die Haager Friedenskonferenz und die Luftschiffahrt.

Yi>n einem Mitarlicilrr der Konferenz.

Ende Juli war ein Jahr vertranken, seil die Haager Friedenskonferenz ihre Arbeiten abschloss. Die Zusammenstellung der umfangreichen Protokolle ist kürzlich beendet worden. Kriegerische Kreignis.se in zwei fremden Erd-lln-ilen haben seitdem das Interesse an dem Werk jener Versammlung zurückgedrängt, und verhältnissmiissig wenig ist über ihre Itcrnthongen in die? Oelfentlichkeit gedrungen. Hin kurzer Rückblick auf denjenigen Theil der Konferenz-vcrhandlungeu, der das Gebiet der Luftschiffahrt berührt, dürfte daher in dieser Zeitschrift vielleicht nicht ganz unangebracht erseheinen.

In dem Cirkular des nissischen Ministers des Aeussern, Grafen Murawiew, vom 30. Dezember 181)8, welches die llasis der Haager Verhandlungen bildete, war unter den Fragen, die sich nach russischer Ansicht zur Herathung in der Konferenz eigneten, unter Nr. ¡1 auch aufgeführt •das Verbot, aus Luftballons oder durch ähnliche Mittel irgendwelche Geschoss«! oder Explosivstoffe zu werfen >. Durch die von der Konferenz beschlossene Gesehäfts-vertheiluiig wurde di«iser Gegenstand der unter Vorsitz des bekannten belgischen Staatsmannes Beernaert gebildeten ersten Kommission und von dieser zunächst wieder der unter «femsclben Vorsitz zusammengetretenen ersten Unterkommission überwiesen.

In der zweiten Sitzung dieser Unterkommission am 29. Mai kam die Frage zur Sprache. Das Verbot wurde ausser von dem russischen auch von dem niederländischen Mililärdelegirten warm unterstützt. Letzterer erblickte in der seiner Meinimg nach sehr wohl im Bereich der Möglichkeit liegenden Verwendimg von Luftballons zum Werfen von Geschossen, die mit giftigen oder einschläfernden Gasen gefüllt wären, ein hinterlistiges Mittel der Kriegsführung, das ebenso untersagt werden müsse wie z. B. Meuchelmord oder die Vergiftung von Brunnen. Die Unterkommission sprach sich nach kurzer Diskussion mit Ausnahme des «'nglis«:hcn Militärdel«!girten zu Gunsten des Verbots aus. Der rumänische Delcgirle befürwortete «'ine Einschränkung der Gültigkeit «lessclben auf 5 Jahre. Der Beschluss der Unterkommission wurde alsdann

in «ler drillen Sitzung der ersten Flenarkommission am 22. Juni zur Diskussion gestellt.

Hierbei kam der nordamerikanische Militärdelegirte auf den rumänischen Vorschlag zurück und begrümletc eingehend, warum es angebracht erscheine, die Gültigkeit des Verbots auf eine Reihe von Jahren zu beschränken. Er bewegte sich dabei im Wesentlichen in folgenden Ausführungen:

• B«'i dem gegenwärtigen Stande der Technik der Luftschiffahrt kann einerseits die militärische Wirksamkeit in Erfüllung des hier in Frage kommenden Zwecks — Werfen von Explosivstoffen — nur eine sehr geringe sein, andererseits aber steht derselben die Gefahr einer umfangreichen, durch die militärischen Interessen nicht bedingten Zerstörung von Leben und Eigenthum gegenüber, die mit den Anforderungen einer humanen Kriegs-führung unvereinbar ist. Beispielsweise werden bei der der/eiligen mangelhaften Lenkbarkeit der Luftschiffe Geschosse oder Explosiv-Stoffe, die aus denselben geworfen werden, gewisserniassen wie ein Hagelschauer wirken. Sie werden sich auf eine grössere Fläche verlheilen und einzelne Punkte mehr zufällig als auf Grund von Berechnung treffen. Dabei könnten ebenso gut harmlose Einwohner, Kirchen und H«>spitülcr als feindliche Truppen, Batterien und Befestigungen vernichtet werden. Der Nutzen würde, um so mehr als die Luftschiffe zur Zeit nur wenige Personen nufnehmen können, dabei ein geringer, der unnöthig angerichtete Schaden aber ein grossiT sein. Es ers«:heint daher zur Zeit durchaus angebracht und d«m von der Konferenz verfolgten Zwecken entsprechend, wenn ein solches Mittel der Kriegsrübrung untersagt wird.

Von der Zukunft gilt aber nicht dasselbe. Es ist -.In wohl eine Vervollkommnung «Irr I. iI'.m-Intl'aln t in dem Maasse denkbar, dass es z. B. möglich wird, Luftschiffe an der kritischen Stelle und im kritischen Augenblick eines Kampfes unter so bestimmten und konzen-trirten Bedingungen zu verwenden, dass dadurch der Sieg entschieden wird. Das Luftschiff würde durch seine

Geschosse alsdann keinen inhumanen weil überflüssigen Schaden mein* antichlen, es würde vielmehr, wie alle militärisch intensiv wirksamen Mittel, die Zerstörung lokalisiren und durch Beschleunigung der Entscheidung den Kain])f abkürzen, was gerade im Interesse der Menschlichkeit liegt. Hinein solchen Kainpfesiiiillel gegenüber darf man sieb nielit für alle Zeilen die Hände binden, es genügt vielmehr, wenn man sieh auf eine dureli das gegenwärtige Stadium der Luftschiffahrt gerechtfertigte t'nlersagung der fraglichen Art für die Dauer von zunächst 5 Jahren einigt. Nach Bedarf kann diese Frist nach Ahlauf verlängert werden, falls die LuftsehilT-fahrt bis dahin noch nicht entsprechende Fortschrille gemacht haben sollte.-

Nachdem auch der französische und englische Militür-delegirte sich den Ausführungen des Amerikaners angeschlossen hatten und der russische Vertreter deren Herechtigung anerkannt hatte, wurde die Beschränkung des Verbots auf 5 Jahre einstimmig angenommen.

Eine kurze Diskussion rief noch die Kormiilirung des Verbots hervor. Man war sieh darüber einig, dass sich dasselbe ausser auf Luftballons auch auf ähnliche Mittel, z. II. Drachen, erstrecken müsse, mit denen man, wie ein Delegirlcr hervorhob, bereits Versuche im Sinne einer Verwendbarkeit für militärische Zwecke angestellt habe. Ferner stimmte man auch darin überein, dass nur solches Werfen von Geschossen und Kxplosiv-St offen zu untersagen sei, dessen Ausgangspunkt sich in der Luft belinde, so dass z. II. aiiT dem Hrdboden befindliche Mörser davon nicht bclroflcu würden.

Schliesslich wurde von der Kommission einstimmig eine Fassung angenommen, die auch die Zustimmung des Plenums der Konferenz fand und die wir in folgendem

als -Deklaration' bezeichneten Abkommen vom 2'J. Juli wiederfinden: Die vcrlrngschliessonden Mächte willige» für die Dauer von 5 Jahren ein, das Werfen von Geschossen oder Explosivstoffen aus Luftballons oder durch analoge Mittel zu untersagen.» Die Deklaration wurde von 17 der vertretenen Staaten sofort, von den übrigr-n seitdem unterzeichnet. Sie bat keine Gültigkeit für den Fall, dass am Krieg eine Macht tbcilnimmt, welche da-Abkommen nicht unterzeichnet hat. Solche Mäilil: können dem Abkommen jedoch nachträglich beitreten. Hine Kündigung ist gestattet, tritt aber erst nach cinew Jahr in Kraft und gilt nur für die Macht, welche sie ausspricht.

Die llaager Konferenz hat sich ausserdem noch bei einer Frage ganz anderer Natur kurz mit der Luftschifffahrt zu befassen gehabt. Es war bei Herathung der Konvention über die Gesetze und Gebräuche des Kriege-, die nach laugen Verhandlungen zu Stande kam, und d* seitdem von allen 25 Mächten unterzeichnet worden i-L In Artikel 2!>, Absatz 1 dieser Konvention wird eint Definition des Begriffes <Spion- gegeben. Absatz 2 fuhrt dann als Beispiel einige Kategorien von Personen auf, für welche diese Definition nicht zutrifft, und die daher nicht als Spione behandelt weiden dürfen. Es gest-Iuel,! das, weil diesen Kategorien gegenüber die Praxis uiihi immer «lie gleiche gewesen ist. Hierhin gehören und. «die Personen, welche iu Ballons abgesandt worden sind, um Depeschen zu überbringen und im allgemeinen tm: die Verbindungen zwischen den verschiedenen Theihn einer Armee oder eines Gebiets aufrecht zu erhalt™ Liiflsebiffern dieser Art gebührt also, falls sie ergrifTcn werden, die Behandlung von Kriegsgefangenen, gleichgültig ob sie Mililürpersonen sind oder nicht.

Induktion und Deduktion in der Luftschiffahrt.

Von A. Platte, tieneraldin Die praktischen Folgerungen, welch» sich aus den bisher gewonnenen Induktionsergebnisseii') aufdrängen, sind nun folgende:

a) Jeder Körper, welcher durch irgend eine motorische Kraft zum regelrechten Fluge gebracht werden soll, muss ein so grosses Gewicht aufweisen, dass das Fhigobjekl noch von der im Körper untergebrachten motorischen Kraft in die Luft gehoben werden kann.

b) Das spe/.ili-M-he Gewicht des Flugkörpers wird immer und in jedem Falle geringer, als jenes des Wassers sein müssen, weil, wenn flies nicht der Fall ist, die Fallgeschwindigkeit des Fltigobjekles beim Landen

i. Vrrgt Jabi-üiing IHÜH. S. SIT«: |KJ«>. S. 77.

Uionsralh i. I'. in Wien.

trotz der als Segelfläche dienenden Flügel so gros-wäre, dass dasselbe beim Aufprall auf die Erde zertrümmert werden würde, ej Die motorische Kraft im Flugobjekte muss mindestens so gross beinessen werden, dass sie fähi^s!, durch ihr liebevermögen die Landungsgeschwin'li?-keil, welche beim freien Fall de* Fltigobjekles steht, und sei diese auch noch so gering, auf Xu'1 zu bringen, denn künstliche Khigobjekte vertrag»'» einen Aiil'stoss überhaupt nicht. (Siehe Luftschiff-fahrts-Zeitung Hell. 12 v. 18.18 -Zur Tlieorie ihr Iheilw. eullast. Luftschiffe.* d) Das geschilderte unentbehrliche Verhällniss zwischen Krall und Last bei Fhigobjekten kann heute mir durch eine Ibeilweise Eutlastuiig des FlugühjckU--

Hfl

durch Gasauflrieb zu Stunde gebracht werden; das durch Vornahme dieser Entlastung erzeugte Volumen des Flugkörpers wird den Schncllflug niemals bindern, da es in jedem Falle lliunlich sein wird, die Horizontalkruft des Apparates seinein Stirnwiderstande entsprechend zu bemessen, und die Schwere der Maschine, bei Anwendung des Principe« der theil-weisen Entlastung, mehr nchensäehlieh ist.

e) Zur Lenkung des SchilTes im Wellenflug, welcher nach erfolgtem Auffluge immer einzuhalten sein wird, sind bewegliche, dem Vogel proiwrlionalo, drehbare Flügel in Verwendung zu nehmen.

f) Die erwiesene Notwendigkeit der theilweisen Entlastung, aus Gründender Verkehrssicherheit, schlicsst die Möglichkeit der Herstellung rein aviatischer Apparate vollständig aus; seihst in dem Falle, dass man das zum Fluge nothwendige Verhältnis« zwischen Kraft und Last, wie es durch Induktion nachgewiesen wurde, durch dynamische Maschinen herzustellen vermöchte, wären solche Flugapparate dennoch praktisch unverwendbar, weil bei denselben die absolute Sicherheit des Verkehrs, ihres grossen Gewichts wegen, nicht verbürgt erscheint, denn diese ist nur so lange gewährleistet, als die Arbeitsmaschine tadellos ftinktionirt. Auch ein kleines, während der Fahrt eintretendes Gebrechen an der Maschine, welches nothwendig ein zeitweiliges Abstellen der Maschine bedingt, würde eine Katastrophe zur Folge haben müssen, weil die dann unhemmbare, übergrosse Fallgeschwindigkeit des SchilTes mit vernichtender Gewalt Schilf und Mann beim Landen zur Erde schleudern würde.

g) Nachdem es in der Natur kein Flugthier, welches leichter als die Luft wäre, gibt, so ist aus dieser Thatsache mit Bestimmtheit zu schliesscii, dass das gehobene Uebergewicht beim Fluge die wichtigste Rolle spielt und in der Druckkraft der Flugschwere jene ergänzende Kraft zu erblicken ist, welche allein den raschen Flug ermöglicht; die Muskelkraft reicht hierzu nicht aus.

.le grösser das Uebergewicht ist, welche'? die Flugthiere durch ihre Muskeln und der Acronaut durch den Schiffsinotor zu heben vermögen, desto ausgiebiger wird sich das Flugvermögen des Objektes gestalten, diese so erzielte Flugschnelligkeit kann niemals gefährlich werden, da die motorische Kraft des Vogels und auch des Schilfes gerade so gross bemessen wurde, dass sie jederzeit das Fluggewicht zu bewältigen vermag. Die Induktion beweist mit unwiderleglichen Thalsachen, dass die Konstruktion von rein dynamischen Luftschiffen für alle kommenden Zeiten unlöslich bleiben muss, weil es unmöglich ist, dem Flugapparate mit den

zur Verfügung stehenden Baumaterialien das richtige? spezifische Gewicht zugeben. Spezifisch schwerere Flugapparate sind aber unanwendbar, weil bei deren Benützung die drohende Gefahr des Zerschellens nie ganz beseitigt werden kann. Da aber bei öffentlichen Verkehrsmitteln die Sicherheit unbedingt zu wählen ist, so bleibt wohl den Konstrukteuren keine andere Wahl, als darauf bedacht zu sein, ihren Flugapparaten das gerade nothwendig«! spezifische Gewicht zu geben, was nur durch die Vornahme einer theilweisen Entlastung mittelst Gas-uilftr.cb zu erzielen ist.

Es ist also nicht zutreffend, wenn von Seit«? vieler Fluglechniker die Behauptung aufgestellt wird, die Lösung des Flugprobleins sei in verschu'dener Art möglich.

Nein, «las ist ausgesprochen nichl «ler Fall, weil dem Flugkörper das ihm nothwendige spezifische Gewicht eben nur durch die theilweise Entlastung ang«>cignet werden kann und somit in ihr jenes technische Mittel erkannt ist, dessen richtige Anwendung allein die Lösung denkbar macht.

Bie Nolhwendigkeit, dass sich die Flugtechniker, wenn sie Erfolge erzielen w«.llen, sehr eingehend mit dem l'rinzipe der theilweisen Entlastung zu belassen haben, geht aus d«t Sachlage hervor; es ist das nicht eine Idee, die möglicher Weise durch einen anderen, auch zum Ziele führemlcii Vorschlag zu ersetzen sein könnte, sondern sie ist absolut.

Bie nähere Prüfung der Umstünde, wie sich die Verhältnisse gestalten werden, wenn man sich endlich ent-schliesscn wird, die theilweise Entlastung in der Flug-lechnik als Gebrituchsmillel zuzulassen, führt zu grosse Hoffnungen erweckenden Ergebnissen.

Der Maschinenbau ist in den letzten Jahren durch den Aulomobilisiniis tüchtig fortgeschritten. Man baut jetzt schon Maschinen, wie Maxim und Ader es praktisch^ bewiesen haben, welche pro l'fcrdekraft nur 8 bis. U kg.

Dcnkl man sieh den Gebrauch solcher Maschinen ainh in der Luftschiffahrt als möglich, so sinkt die Grösse der anzuwendenden Enllasliingsballons auf ein Volumen, welches schon beinahe gestallet, zu hoffen, man werde die Liiflchilt'c so bauen lernen, dass sie dem Vogel bezüglich Krall, Gewicht und Volumen proportional werden, also die vollkommen«? Analoga; zwischen Vogel und Schilf erreicht wäre, was den logischen Schluss zulässt, «lass beide gleich schnell fliegen können werden.

Wenn aber au« h di<- Herstellung eines solchen idealen m«'chani.-chen Zustande* dermalen noch nicht zu erreichen und man gciiölhigt wäre, die EnlluslungsbulU.ns viel voluminöser, als es der Vogclleib ist, zu konstruiren, so ist «las für den Erfolg darum nicht Unheil verkündend, weil einmal nicht die Grösse d«-s Volumens, sondern der Stiruwidersland und die zur Verfügung stehende Arbeits-

krall für die Geschwindigkeit dos Fluges massgebend und man in der Lage ist, durch richtige Formgebung des Tragballons den Stirnwiderstand einzuschränken, und weil, was besonders zu beaehlen ist, die ans festem Material hergestellten und mit stark wirkenden Explosivstoffen betriebenen Maschinen einen vcrhfdtnissmüssig viel grösseren Nutzeffekt als die Maschine des Vogels gehen werden.

Ferner darf man die Möglichkeit nicht unbeachtet lassen, dass die hei Luftschiffen angewendeten Maschinen nicht wie beim Vogel bloss aufwärts, sondern auch nach abwärts arbeiten können, so dass bei Luftschiffen der Druck auf die Segelflächen viel grösser, als es der Vogel zu Stande bringt, gemacht werden kann, so dass die Fluggeschwindigkeit des Schiffes auch viel grösser ausfallen wird.

Die konstruktive Lösung scheint thatsächlich, wie die am Zeppclin'sehen Schiff gemachten Krfahrungen dar-thun, nur auf zu bewältigende Schwierigkeiten zu stossen, und diese werden gewiss successive ganz wegfallen.

Die einzige Hinwendung, welche man gegen den tiebrauch theilweise entlasteter Schiffe machen kann, ist die, dass man dermalen nicht in der Lage ist, genau zu bcurtheilen, welche Einwirkung der Wind auf ihren Fing nehmen wird, da hierüber jedwede Erfahrung mangelt.

Das ist wohl richtig, aber man darf nicht übersehen, dass die Gefahren, welche aus dem Winde für Luftvehikel resnltiren können, bei aviatischen Schiffen in viel grellerer Art, als bei theilweise entlasteten Schiffen auftreten werden, weil ihre dem Windangriffe ausgesetzten, immens grossen Flügelflächen die Gefahren der Windwirkung bedeutend erhöhen und, was besonders hervorzuheben ist, ihre Stabilität stetig bedrohen und es absolut kein Mittel gibt, welches geeignet erscheint, diesen Gefahren erfolgreich zu begegnen. Trotzdem unterlässt man es nicht, auf den Hau aviatischer Schiffe grosse Geldmittel auszugeben, und kaum ist eins hergestellt und, wie vorausgesehen werden konnte, durch den Wind zerstört, so beginnt man gleich wieder mit dem bau eines eben so schlecht koustruirfen Schiffes, welches natürlich bei seiner Benützung genau demselben Schicksal verfallen ist.

Die Gefahren des Windes sind hei aviatischen Schiffen absolut unbehehbar, während gründliche Erwägungen zu dem Schlüsse fuhren, dass hei theilweise entlasteten Schiffen wenigstens jenen Gefahren, welche die Zerstörung zur unmittelbaren Folge haben, begegnet werden kann.

Strömt der Wind in der Hichtung der Fahrt, so ist überhaupt keine Gefahr für das Schilf vorhanden; trifft der Wind das Schilf seitwärts, so wird es zwar aus seiner Fahrtrichtung gedrängt und das Ziel muss durch

Laviren erreicht werden, aber eine Zerstörung des Schiffe, durch Kippen ist nicht denkbar.

Feher das Verhalten theilweise entlasteter Schiffe bei Wind können nur Versuche Aurklärung bringen und auch die Mittel, welche man anzuwenden haben wird, um den Wind statt schädlich nützlich zu machen, müssen erst aus diesen Versuchen gefolgert werden; vorerst muss man sich mit der konstatirten Wahrscheinlichkeit begnügen, dass der Wind theilweise entlastete Schilfe nicht zerstören könne, während im Gegensalze hierzu die Gewissheit vorhanden ist, dass rein aviatische SehifiV immer der Demolining durch den Wind ausgesetzt bleiben werden.

Versuche mit aviatischen Schiffen werden slets erfolglos bleiben, während Experimente mit theilweise entlasteten Schiffen zu bedeutenden Ergebnissen führen können. Kann da die Wahl, was man, um die Interessen der Flugtechnik zu fördern, thun soll, zweifelhaft sein V

Welche Zeit noch zu vcrfliessen hat, bis man sieh einmal zu Versuchen mit theilweise entlasteten Schilfen bequemen wird, kann heute nicht vorausgesagt werden,

Aber dass für die Luftschiffahrt immer grössere Opfer gebracht werden dürften, ist sicher, dn das bedürfni... die Luft beschiflen zu können, von Tag zu Tag drängender nach Ifefriedignng sucht.

Es ist zu gewärtigen, dass die reichen Erfahrungen, die man neuest ens an dem Zeppelin'sehen Schiff ansammelte, benützt werden, um die verschiedenen, im Laufe tler Zeit zur Lösung der Flugfrage vorgeschlagenen Prinzipien näher und genauer, als es bisher üblich war. zu prüfen, und zwar mit kalttun Kopfe und beseelt y>mi dem ernstesten Streben, die wirkliche Wahrheit endfu-li aufzudecken.

Widmet, man sich nun einmal dieser Arbeit, «> i-t es unvermeidlich, dass allgemein erkannt werden wird, man müsse, um des Problems vollständig Herr zu werden, sich genauer, als es bisher geschehen ist, an den »'oje! hallen und sich bestreben, die neuen Schöpfungen so m gestalten, dass das Vorbild bezüglich Kraft, Gcwicl)', Volumen und Segelflächen thunlichst kongruent erreicht werde.

Solche Hestrebungen, welche streng nach den in den Naturwissensehaften so fruchtbringend gewordenen Analogieverfahren behandelt werden, müssen nach «nd nach zur Ueberzeugung führen, dass die vollkommene Lösung mit den uns zu Gebote stehenden Mitteln thatsächlich thunlieh ist und mit dieser Erkenntnis*, wenn sie eine allgemeine geworden sein wird, ist der Beginn des Fortschrittes auch signalisirt, weil die Menschen ff-wohnt sind, ihre Gedankenarbeit mit aller Energie auch praktisch zu verwerthen, wenn ein sicherer Erfolg in Aussicht zu nehmen ist.

Bisher ist man zu sanguinisch vorgegangen. Man hat es unterlassen, alle Konsequenzen zu ziehen, welche eintreten müssen, wenn man irgend eine gefasste Idee zur Ausführung bringt, da man das Selbstvertrauen, welches man fasste, nicht selbst durch Einwendungen zerstören wollte.

Das ist aber nicht wissenschaftlich gehandelt, denn bei solchen Erörterungen ist es gerade nöthig, jedes auftauchende Bedenken genau zu erledigen und es nicht unbesprochen zu lassen.

Nur auf diese Weise wird das Werk, welches man schuf, wie aus einem tJusse geformt erscheinen und auch Andern die Ueberzcugung einflössen, dass es, wenn ausgeführt, alle Hoffnungen, die man daran knüpfte, auch sicher erfüllen wird.

Zur Aufstellung jenes Prinzipcs, welches man genau zu verfolgen hat, um das Flugproblem zur Lösung zu bringen, ist es vorerst nicht nolhwendig, die Mathematik allzuviel heranzuziehen, da die Wirkungen der Kräfte, welche bei proportionalen Aendcrungen erfolgen müssen, auch ohne Rechnung sicher vorausgesehen werden können.

Das Prinzip muss aus den Thatsuchen, welche am Vogclkürper zu bemerken sind, insofern sie dessen mechanische Funktion mit Gewissheit beeinflussen und aus den Bcwegungserschcinunaen seihst richtig herausgelesen werden, und nur zur Prüfung, ob man richtig gesehen, richtig gewogen und gemessen und logisch geschlossen hat, ist es nützlich, auch die bezüglichen Rechnungen auszuführen, welche sodann, wenn ihr Resultat übereinstimmend ist, den vollen Hewcis für die richtige Auffassung auch erbringen müssen.

Die Untersuchung der verschiedenen Prinzipien ist auch keine komplizirte, weil dermalen nur die Wahl zwischen dem Ballonprinzip (mit und ohne Entlastung) und dem aviatisehen Prinzip zu treffen ist und die Basis des zu füllenden Urtheils immer nur in den Wirkungen, welche die jeweilig angewendeten Kräfte ja hervorbringen müssen, zu finden sein wird.

Aber es ist dringend nöthig, dass endlich klar und deutlich ausgesprochen wird, welches dieser Prinzipien den Leitfaden für alle zukünftigen flugtechnischen Ar-heilen zu bilden hat, ja bilden muss, denn die gegenwärtige Zersplitterung der intelligenten Arbeitskräfte schädigt den ForU-chritt gewaltig.

Es ist auch gar nicht einzusehen, warum diese Entscheidung nicht endgültig getroffen werden könnte, weil dieselbe eine rein technische Frag«; ist und das Material zur Beurthcilung vollständig gesammelt vor liegt.

Aber Niemand hält sich berufen, dieses Urtheil auf Grund eigener Autorität zu sprechen. Es würde auch gar nichts nützen, denn dem Einzelnen kann man und darf man ohne ängstliche Prüfung seiner Anträge nicht trauen.

Erst dann, wenn aus den Vereinen heraus oder wie die deutsche Luftschiffahrtgesellschaft Zeppelin es angefasst, also von vielen Berufenen gleichzeitig für ein Prinzip einhellig eingetreten werden wird, ist zu gewärtigen, dass eine Concentration der arbeitenden Kräfte in einem Sinne stattlinden wird und nach und nach praktisch brauchbare Ergebnisse heranreifen.

Zum Schlüsse dieser etwas langathmig gewordenen Ausführungen möge noch ein Umstand Besprechung finden, dor für die Wahl des Prinzipes, welches man, um das Problem gedeihlich zu lösen, vielleicht ausschlaggebend sein dürfte.

Wenn man dio Leistungen der verschiedenen Flug-thierc betrachtet, so unterscheidet man mit Leichtigkeit 2 Kategorien derselben.

Der einen Kategorie, welcher die Ueberzahl der Flugthiere angehören, ist es von der Natur nicht vergönnt, grössere Laston durch den Raum zu tragen, während der zweiten Kategorie, den Raubvögeln, die Fälligkeit, grosse Lasten durch die Luft zu tragen, eigentümlich ist.

Natürlich hat der Fluglcchniker bei seinem Nach-ahmungsgeschält alles aufzubieten, um seinen Apparaten die Transportfähigkeit der Raubvögel anzueignen, und es ist daher von hohem Interesse, die Bedingungen, welche erfüllt werden müssen, um den Apparaten grosses Tragvermögen zu verleihen, durch Induktion festzustellen.

Betrachtet man die Art, in welcher Weise die Vögel ihren Raub fassen, Iransportiren und endlich zur Landung bringen, so sieht man, dass die Raubvögel ihre Beute, von oben auf sie stossend, fassen und sodann durch die lebendige Kraft des durch den Stoss erlangten sehr gewaltigen Bewegungsmomentes, also nur theilweise durch Flügelschläge und mit dann ruhig gehaltenen Segeln in dio Höhe fliegen und ihren Flug zumeist in Wellen bis über die Stelle, an welcher sie zu landen beabsichtigen, fortsetzen; dort angelangt, lassen sie die Beute fallen und erreichen dieselbe nach Kurzem in langsamem Fluge.

Es geht aus diesem Verhallen der Raubvögel hervor, dass sie die Fähigkeil, grosse Lasten zu tragen, nur in dem Falle besitzen, wenn sio den Flug durch Fall von der Höhe beginnen, denn nur dadurch sind sie in der Lage, viele lebendige Kraft in ihrem Körper anzusammeln, welche sodann, als Arbeitskraft verwerthet, den Flug, wie er zu sehen ist, ermöglicht.

Will man daher einem Flugapparat die Fähigkeit aneignen, grosse Lasten durch die Luft zu befördern, so erübrigt kaum ein anderes Mittel, als den Flug des schwer belasteten Schiffes ebenfalls durch Fall von einer Höhe einzuleiten und im Wcllcnfhige bis über die Landungsslelle, welche auf Wasserflächen zu wählen

lof,

wäre, fortzusetzen; am Schiffe sind aber solche Einrichtungen zu treffen, dass die getragene Last durch Herunterlassen derselben sicher zur Landung komme, das Schiff selbst aber durch seinen Motor zur verspäteten langsamen Landung gebracht wird.1)

Ein solehes, anscheinend sehr schwierig auszuführendes Manöver kann mit Schiffen, welche unter Anwendung des Prinzipcs der theilweisen Entlastung hergestellt sind, nicht unschwer ausgeführt werden, denn sobald die Last am Wasser angelangt ist und das Schiß dadurch Erleichterung gefunden hat, ist bei demselben das Verhältnis« der Kraft zur Last wieder ein regel-

i) Diesem vom Verfasser verfoclitenen (iedanfcen des Wellen-lluges t>ei Luftfahrzeugen vermögen wir uns nicht anzuschließen.

D. n.

massiges und es kann selbständig nicht bloss abwärts, sondern auch aufwärLs Iiiegen und daher auch ohne schädlichen Aufstoss landen.

Wollte man aber mit einem aviatischen Schiffe in gleicher Art vorgehen, so könnte die Zerschmetterung des Schiffes nicht ausbleiben, denn sein Vcrhältniss zwischen Kraft und Last ist ein für langsame Landung des Schiffes unbrauchbares.

Es geht hieraus hervor, «lass die Möglichkeit, mit Luftschiffen grössere Lasten durch die Luft zu befördern, wohl hei Schiffen mit theilweiser Entlastung in späten Aussicht genommen werden kann, während dynamische Schiffe, wenn es je gelänge, solche zu bauen, unter allen Umständen nur sehr unerhebliche Lasten befördern könnten.

Die Geburt und erste Kindheit der preussischen Militär-Luftschiffer - Abtheilung.

Von lluchholtz. Oberstleutnant z. D.

Im Kriege von 1870—71 hatte man auch bei uns I wissens e h a 111 ichen Abhandlungen des Prof. v. Heimholt;-,

die Nützlichkeit der Ballons für die Kriegführung erkannt, | die Luftschiffahrt betreffend. Lange Zeit geschalt dann wenn auch die auf unserer Seite damit angestellten Versuche keine befriedigen-

den Resultate aufzuweisen hatten. Man sah ein, dass ein solches Kriegsmittel sich nicht erst im Gebrauchsfallc beschaffen liess, es vielmehr schon im Frieden erprobt und durch eine für den Kriegszweck ausgebildete Truppe bedient werden müsse.

Dcmgemäss erhielt gleich naeh beendigtem Kriege der Chef des Ingenieur-Korps den Auftrug, entsprechende Versuche ausführen zu lassen. Dieser betraute damit einen Offizier des Ingénieur-Comités und stellte ihm für die Versuche das aus dem Feldzug noch vorhandene bezw. erbeutete Material zur Verfügung. Da dieses Material aber unbrauchbar geworden war und dem betreffenden Offizier weder ausreichende Mittel noch die erforderlichen Mannschaften gegeben wurden, verliefen die Versuche vollkommen resultatlos und wurden sehr bald wieder eingestellt. Gleichzeitig war vom Kriegsministerium eine Kommission eingesetzt, zu der auch Prof. v. Heimholt/, gehörte, welche den Auftrag erhielt, wissenschaftliche Ermittelungen über die Luftwiderstände und die sonstigen für die Luftschiffahrt in Betracht kommenden Naturgesetze und Erscheinungen anzustellen. Auch diese Arbeilen lieferten keine besonderen praktischen Ergebnisse, waren aber vielleicht die Veranlassung zu den späteren

in dieser Richtung bei uns gar nicht«, da in der Armee und den massgebend n Kreisen wenig Sympathien für die Luftschiffahrt vorhanden waren.

Erst im Jahre 1883 wandte der

fl€

Kriegsmitiister sart v. Sehcllendorf \, vielleicht veranlasst durch die in Frankreich ausgeführten Versuche, diesem Gegensinn', wieder seine Aufmerksamkeit zu und

damalig!

Major lichholtl.

fand hierfür beim Kaiser Wilhelm I. da> bereitwilligste Entgegenkommen. Her hohe Herr hat dann bis zu seinem 'lüde der Entwickelting unserer Militär-Luftschiffahrt die regste Aufmerksamkeit geschenkt. — Noch etwa 14 Tip vor seinem Hinscheiden erkundigte er sich sehr eingehend, welche Fortschritte die Ltiflschiffer-Abtheilung neuerding> der Entwickelting des Wasserslofljp*-gemachf habe und wie die letzten Steif1-versuche ausgefallen seien. Mit Allh. Genehmigt»! erhielt dann im November 1888 der damalige Hauptmann im Eisenbahn-Regiment Buchhollz, welcher den seil September 1881 in Berlin bestehenden «Verein wr Förderung der Luftschiffahrt* mit begründet hatte, vom Kriegsminister den Auftrag, Vorschläge in Betreff der Bildung einer Luflschiffertriippe zu machen. Diesen\f>r" schlagen entsprechend wurde mit Beginn des Jahres ItWl durch Kommandirung von :i Offizieren, i Unteroffiziere» und 25) Mannschaften verschiedener Truppentheile <*'" «*

1(>7

lachenienl zusammengestellt, um vorläufig mit der Bezeichnung «Versuchsstation für Gnptif bnllons > nach Abschluss der Vorarbeiten und praktischen Versuche den Stamm für die beabsichtigte Lnftschiffer-Truppe zu geben. Die kommandirten Offiziere waren: Premier-Lieutenant v. Tschudi vom Eisenbahn-Regiment, Sekond-Lieutenunt Freiherr v. Ilagen vom Infanterie-Regiment No. 70 und Sekond-Lieutenant Moedebeck vom Schlesischen Fussartillerie-Regiment No. 6.

Ks machte anfangs grosse Schwierigkeiten, geeignete Räumlichkeiten zu finden, in denen die erforderlichen Arbeiten für die Anfertigung der Ballons und ihres Zubehörs ausgeführt werden konnten, bis es gelang, vorläufig für diesen Zweck die Gchäulichkciten des früheren Bahnhofs der Ostbalm zur Verfügung gestellt zu erhalten. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass die dort dis-

durchaus nothwendigen Halle, wodurch die Uebungen mit dem Fesselballon und die kriegsmässige Ausbildung der Mannschaften stark beeinträchtigt, einzelne Versuche sogar ganz unmöglich gemacht wurden. So konnte erst im Sommer 1887 nach Vollendung der Ballonhülle mit einem regelrechten Dienst begonnen und die Aufstellung einer erprobten Feldausrüstung für die Luftschiffer-Ab-theilung in Angriff genommen werden.

Vom General v. Bronsart war zuvörderst nur die Verwendung des Fesselballons zur Beobachtung des Artilleriefeuers ins Auge gefasst, er fand hierfür aber von Seiten der zunächst bethciligten Wuffe kein sehr bereitwilliges Entgegenkommen und dies um so weniger, da unter den obwaltenden, vorher angegebenen Umständen, naturgemäss die ersten Versuche in der beabsichtigten Richtung keine überzeugenden Erfolge auf-

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peniblen Räume den Anforderungen nicht entsprachen, da die von der Bahnverwaltiing zeilweise in Anspruch genommene grosse Halle nicht benutzt werden konnte, ausserdem waren Sleigversuehc in der Nähe des Bahnhofes der Feuersjreftihr wegen nicht angängig und musste hierzu das ganze Material nach dem entlegensten Theil des Tempelhofer Feldes geschafft und die Füllung der Ballons in der Gasanstalt von Schöneburg ausgeführt werden.

Um diesen, die Arbeiten und Versuche sehr behindernden Uebclstand zu beseitigen, wurde in der Südwesl-ecke des Tempelhofer-Feldes ein Ucbungsplutz für das Detachement eingerichtet, welches im April 1885 als neuformirte Truppe mit der Bezeichnung «Luflschiffer-Abtheilung» dahin übersiedeln konnte Leider verzögerte sich der Bau der für die Unterbringung gefüllter Ballons

PrtBlir-Liiliatl ». Tichu«i Lutum «. ttafM.

weisen konnten. Es wurde deshalb sogar einmal der Vorschlag gemacht, derartige Versuche so lange auszusetzen, Iiis es gelungen sein würde, das die Beobachtung behindernde Schwanken der Gondel bei Wind vollkommen zu beseitigen. I'nter diesen Verhältnissen wurde es der jungen Truppe sehr schwer, oft ganz unmöglich, den an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden, obwohl sie sich die grössle Mühe gab, allen Wünschen zu entsprechen.

Anfangs war das Kriegsministerium sehr entschieden gegen die Ausführung von Freifahrten und gab hierzu nach langem Widerstreben erst seine Zustimmung auf die Vorstellung hin, dass der Ballon, wenn er durch einen Zufall vom Kabel losgerissen werde, von den Offizieren doch geführt werden müsste und sie hierzu nur durch Freifahrten beruhigt würden. Dennoch wurde

in den ersten Jahren das Kommando der LiifLsehilfer-Abtheilung wiederholt darauf liingewicsen, dass ihr eigentlicher Dienst nur in der Verwendung und Bedienung von Fesselballons zu bestehen habe und Freifahrten nur insoweit auszuführen seien, wie es die Ausbildung der Offiziere und einiger Unteroffiziere durchaus erfordere. Erst später wurde dann der freie Ballon für den Nachrichtendienst belagerter Festungen in Betracht gezogen und dahingehende Versuche, wie Mitnnhme von Brieftauben, photographische Aufnahmen vom freien Ballon aus u. s. w. angestellt.

Etwaigen Versuchen, die Lenkbarkeit von Luftschiffen betreffend, stand man zuvörderst vollkommen ablehnend gegenüber, erst nachdem die vielversprechenden Erfolge, welche die französischen Capitaine Retiard und Krebs in dieser Hinsicht erzielt hatten, durch die Zeitungen bekannt gemacht und von unserem Militär-Bevollmächtigten, dem damaligen Hauptmann v. Vitlaurne, bestätigt waren, erhielt der Kommandeur der Luftsehiffer-Abthei-lung auf seinen Antrag hierzu im Jahre 1KS7 vorläufig 50000 Mark bewilligt.

Bei dieser verhältnissmässig geringen Summe konnte zuvörderst nur an die Beschaffung eines geeigneten Motors und dies auch nur bei grossem Entgegenkommen eines auf diesem Gebiet erfahrenen Fabrikanten gedacht werden. Dieser fand sich in der Gasmoloreti-Fabrik Gebr. Körting in Hannover, welche sich bereit erklärte, einen für die Fortbewegung von Luftschiffen geeigneten leichten Gasmotor zu konstruiren und der Luflsehiffer-Abtheilung gegen Vergütigung der gehabten Unkosten zu überlassen; eine Aluminium-Fabrik in Bremen war gleichfalls hereil, das hierfür verwendete Aluminium gegen eine geringe Entschädigung zu liefern.

Bei einem durch Krankheit nothwendigen Wechsel in dem Kommando der Luftschiffer-Ahtheilung wurden dann die in Aussicht genommenen, aber noch nicht zum Abschluss gekommenen Vereinbarungen vorläufig weiter hinaus geschoben und die beabsichtigten Versuche später ganz fallen gelassen.

Bei einem Rückblick auf die Entstehung und die geschichtliche Enlwickclung der preussischen Militär-Luft-schilTahrt ist es nothwendig, auch der hier mit zusammenfallenden Entwickelung der Luftschiff- bezw. Ballontechnik einige Aufmerksamkeit zu schenken. Zur Begründung einer Luftschiffertruppe bedurfte es nur einer Allerhöchsten EntSchliessung und der entsprechenden Ausführungsbestim-mungen des Kriegsministeriums, zur Erlangung einer kriegsbrauchbaren Ausrüstung für die Truppe aber zeitraubender Arbeiten und Versuche.

In Frankreich, dem Geburtslande des Luftballons, hatte schon zur Zeit des ersten Napoleon eine Luflschilfer-truppe bestanden, welche sogar in den Kriegen der Re-volutionsannee eine gewisse Rolle gespielt hatte, ausser-

dem hatte hieb aber dort, selbst nach dem Eingehen flieser Truppe, bei dem regen Interesse der Franzosen an dieser nationalen Krfindung die Ballonlechnik so weh entwickelt, dass man zur Zeit des deutsclHfranzösischcti Krieges schon eine auf reiche Erfahrungen begründete Praxis erlangt hatte, die es der Verteidigung von Paris ermöglichle, eine nicht unbeträchtliche Zahl von Ballon-fertigen zu lassen und für den Nachrichtendienst zu ver wenden. Ein licsonderes Verdienst hiervon kommt wohl dem Ingenieur Giffard zu, der durch seine Versuche in den Jahren 1KÖ2 und 18f>f>, namentlich aber durch die Verwendung grösserer Fesselballons auf den Wellaus-stellungen in London 1K.»ü> und in Paris 1K(>7 die Aufmerksamkeit erneut darauf hingelenkt und durch di> Herstelhmg dieses Ballons eine besondere Industrie in* Leben gerufen halte.

Ganz anders lagen die Verhältnisse bei uns ini Jahri 1N83 bei der Begründung der preussischen Militär-Luftschiffahrt.'/1 Wohl waren dann nach dem deutseh-frarizösischen Kriege an grösseren Orlen, in öffentliehfr. Lokalen, zur Belustigung des Publikum«. Rnllnns auf-sr.'lassen worden, theils zu freien Fahrten, theils oi> Fesselballons, aber doch stets mit der Absicht, dabei viel zu verdiene». Die Aeronaiilik befand sich eben lu>: ausschliesslich in Händen von Leuten, die bei beschränk ti'ii Mitteln nur darauf Im■■!:«■ -Iii waren, dj«> für Sehaii-atelhmgen bestimmten Ballons, nach dem Musler cinr-ihrer Koiikurreuten. so billig wie nur möglich herzustellen. Sie führten deshalb bei Herstellung des Itallon-die meisten Arbeilen, wie das Zusammennähen uwi Firnissen der Ballonhülle, Knüpfen des Balhuinelzes u.s.w.. selbst aus, ohne grosse Berücksichtigung der Brauchbarkeil bezw. Zuverlässigkeit der hierbei verwendeten Materialien. Die billigsten Stoffe und sonstigen Materialien fanden Verwendung und waren oft die Ursache zu uVn bedauerlichsten Unglücksfällen, die dann eine ganz un-gerechlfertigte Auffassung von der Gefährlichkeit der Luftschiffahrt hervorgerufen hatten.

Unter diesen Umständen fehlte es bei uns an Werkstätten, die sich mit der Herstellung von Ballons odYr einzelner Theile desselben beschäftigt und die tvAk-wendigen technischen Erfahrungen dabei gemacht liaJ-en Die .Versuchsstation Tür Kaptif-Ballons. war deshalbzn-vörderst ganz auf sich selbst angewiesen, sie iuus-sl*' Alles, was sie zur Erfüllung der ihr gewordenen Aufg»t* brauchte, sich selbst beschaffen, bezw. durch ihre Leute anfertigen lassen. Diese wiederum mussten hierin, ■w'1 sorgfältiger Prüfung der zu verwendeten Materialien, erst unterwiesen und die von ihnen gefertigten Arbeilen dann nochmals auf ihre Brauchbarkeit hin erprobt werden.

>l Zur Pormirung eines I.uftschifler-Detuchements beim ginn des Krieges IH70 mussten wir den englischen Luftsebifcr C( ix well hinzuziehen, da es hei uns an einein rolcheii fehlle.

Zu Ballonhüllen waren bisher Seide uixl leichte Bniim-wollcustoffe verwendet worden: Seide ist leicht und fest, nahm aber nach dem Firnissen mehr an Gewicht zu, als die uppretirten Baumwollenstoffe, wurde auch nach dem üebraueh leicht brüchig. Man entschloss .sich deshalb, auch in Anbetracht des weil geriiiticr-eii Preises-für letztere und zwar für einen leichten und dennoch, .sehr haltbaren Klsnsser Cretoiine. Hierbei stellte aicfa aber der Uebelstand lieruus, dass diese; Stoffe nicht gleichmässig fest waren, da sie nicht die gleiche Zahl Fäden in Schuss und Kette (Längs- und Breiteiuichtung) hatten. Ks musste deshalb für die Ballonhüllen erst ein besonderer Stoff mit einer gleichen, besonders festgesetzten Zahl Fäden in Schuss und Kette bestellt und gefertigt werden, was längere Zeit in Anspruch nahm.

Der bisher verwendete Firniss entsprach auch nicht den gebotenen Anforderungen; die damit gedichteten Hallonhöllen mussten in aufgeblasenem Zustand aufbewahrt werden, da der Stoff beim Zusammenfalten aneinander klebte: auch zerstörten die darin enthaltenen Säuren sehr häutig das Gewebe. Da alle Versuche, einen brauchbaren Firniss zu erlangen, oder selbst herzustellen, zu keinem befriedigenden Ergebniss führten, wandle man sich der Dichtung mit Guttapercha- bezw. Gummilösungen zu. Diese führten denn nach längeren sehr mühsamen Experimenten zu einem befriedigenden Resultat, es wurde auf diesem Wege mit der Zeit eine faist vollkommene Dichtung erzielt.

An die Festigkeit und Dauerhaftigkeit der für das Rallonnetz verwendeten Stricke uud Taue müssen selbstverständlich sehr hohe Anforderungen gestellt werden, da man shis

Mllitar-ftiroiaut Richart Opiti

bestrebt sein

funktionirenden Ventils. Die von unseren Luftschiffen! verwendeten waren so wenig dicht, dass sie vor jeder Fahrt verkittet wurden und deshalb nach einmaligem Oelfncn nicht mehr schlossen, es musste deshalb eine andere zuverlässigere Konstruktion gefunden werden. Dies gelang erst nach vielen Mühen und manchem vergeblichen Versuch, da einerseits die den Verschluss bewirkenden Federn nicht zu stark sein durften, um von der Gondel aus gelöst werden zu können, andererseits aber wiederum ein kräftiger Druck nothwendig war, um eine ausreichende Dichtung herbeizuführen.

Eine weitere zu lösende Frage war die Feststellung der zweckentsprechendsten Form des Ballons bei seiner Verwendung als Fesselballon, sowie die beste Art der Fesselung. Nach ausgedehnten praktischen Versuchen mit hirnen-, kugel- und walzenförmigen Ballons entschied man sich für die Kugelform, unter Befestigung des llaltetaues am Ballonring. Giffard halle bei seinem grossen Fesselballon auf der Ausstellung in Paris im Jahre 18t>7 eine ringförmige Gondel benutzt und das lialtctau hindurch geführt; dies liess sich bei der kleinen Gondel eines Militärbullons nicht ausführen, du dieselbe jede Steigung des Ballons mitgemacht haben würde. In ciitcin anderen Falle war der Ballon in der Mille durch zwei an gegenüberliegenden l'unkicn. des Netzwerkes angebrachte Seile, welche sich unterhalb der Gondel vereinigten, gefesselt worden, wobei der Korb stets eine horizontale Lage behalten halten sollte. Dies,, ltcfesliwing ija-tte nber wiederum den Nachtheil, dass hierbei das Ballonnetz nach zwei Bichtungen

muss, dem Ballon kein unnöthiges Gewicht uiilznhiirdcn. Die im Handel vorkommenden Stricke und Seile hatten nun, wie sich bei den Zerrcissproben herausstellte, eine so verschiedene Festigkeit, dass man sich entschloss, sie selbst von den Seilern der Truppe aus dem besten Hanf fertigen zu lassen. Die angestellten Untersuchungen ergaben, dass der russische Hanf bezw. die daraus gefertigten Stricke die grösste Festigkeit hatten und wurden deshalb für das Netzwerk nur solche verwendet. Der italienische Hanf besitzt auch eine grosse Festigkeit, nimmt aber mehr Feuchtigkeit auf und vermehrt dann das Gewicht sehr erheblich.

Ganz besondere technische Schwierigkeiten machte die Herstellung eines brauchbaren, ganz zuverlässig

hin Iii Anspruch genommen und da-durch verzogen und in Unordnung gebracht wurde. Nach zahlreichen Versuchen mit noch verschiedenen anderen Befestigungen entschied man sich für eine Fesselung an einem Seilkreuz im Mittelpunkt des Ballonringes, wobei das lialtctau an einer Seile der Gondel herunterlief. Als dann das Tau durch ein Drahtseil mit telephonischcr Leitung ersetzt wurde, war es leicht, die Insassen der (iondel mit der Aulfahrtstelle in telephonischer Verbindung zu erhalten.

Alle diese Vorbereitungen, Arbeiten und Versuche hatten unter den vorher angegebenen ungünstigsten Verhältnisseti so viel Zeit in Anspruch genommen, dass erst im Winter lKHl die Anfertigung eines grösseren Fesselballons unternommen werden konnte. Dieser, der wegen seiner Beziehungen zur Artillerie den Namen «Barbara-

erhielt, mit einem Inhalt von 1000 cbtn, wurde bis Knde des Jahres fertig und konnte am 31. Januar 1885 zum ersten Mal, und zwar im Schwarzen Adler > in .Schöneberg aufgelassen werden und bcwährlc sieh so gut, dass er lange Zeit als Fesselballon und zu Freifahrten verwendet werden konnte.

Ks lag in der Natur der Sache, dass man bei den besprocheneu Arbelten und Versuchen den Heistand eines praktisch erfahrenen Luflschiffcrs nicht gut entbehren konnte, und wurde deshalb der damals bekannteste Lttft-schiffer Richard Opitz hierfür gewonnen; derselbe verblieh dann später als < Militar-Aernnaul > bei der l.uft-schilferablhcilung, welcher er bis zu seinem frühen Tode angehörte.

Zum Ab- und Aufwickeln des Halletaues hezw. späteren Drahtseiles, welches anfangs mit («iiier Handwinde ausgeführt worden war, wurde später eine Lokomobile beschafft und diese nach dein in Frankreich gebräuchlichen Modell mit einer Wiiidevorrichlung versehen; doch stellten sich beim Gebrauch derselben noch mancherlei ('(-beistände heraus, die erst mit der Zeit beseitigt werden konnten. Zur Füllung des Hullons wurde zuvörderst nur Leuchtgas verwendet, da die Herstellung eines leistungsfähigen und dabei leicht Iraiisporlabelen, dauerhaften Wassersliiffgas-Kiilwickelers ausserordentliche Schwierigkeiten machte. Nachdem alle Versuche der Gasenlwickeliing auf nassem Wege, d. h. mit Zink und Schwefelsäure an der Alles zerstörenden Wirkung der Schwefelsäure gescheitert waren, wurde die Gasentwicke-lung auf trockenem Wege versucht und damit auch anfangs günstigere Resultate erzielt. Später stellten sich

uidcssen auch hierbei mancherlei l'ebelstände heraus unii dürfte die vollkommen befriedigende Lösung dieser Aufgabe wohl noch der Zukunft vorbehalten bleiben.

Ks ist vielleicht nicht ohne Werth, heute nach fünfzehn Jahren noch einmal zurückzuschauen auf die Geburt und erste Kindheit unserer Militär-Luftschiffahrt und der Arbeit und Mühen zu gedenken, die mit einer solchen neuen Schöpfung verbunden sind, deren Errungenschaften man später als ganz selbstverständlich und naheliegen-l zu betrachten geneigt ist,

Wenn man auf die geschichtliche Entwicklung der anderen Spczialtruppen und der technischen Kriegsmillel zurückblickt, wird man zugeben müssen, dass hierfür fünfzehn Jahre eine sehr kurze Zeit sind, ein Zeitraum, der kaum genügt, das Nothwendigste zu beschaffen und zu erproben, ganz abgesehen von dem Umstand, dass es der Truppe noch an jeglicher Krirgseruthruug fehlt. Es erscheint deshalb durchaus unbillig, ihre Leistungen bei IJebunjjcr, und Manövern mit denen anderer S|>eziallrupperi zu vergleichen und danach ihren Werth für die Kriegsführunp bemessen zu wollen. Es ist im Interesse ihrer weiteren Entw iekclung zu bedauern, dass es der Luftsehiffertruppr nicht vergönnt worden ist, sich an den kriegerischen Operationen in China zu belheiligen,') um dort die erforderlichen Kriegserfahrungen machen zu können.

') Wir hi-flen bestimmt darauf, dass dieser Wunsch des eK--maligcn und ersten Kommandeurs der preusaisrhen Luflschiffir-ahtheilung, welcher um die llegritndung dieser neuen Spcziallrnpj* sich sehr Verdient gemacht hat. noch in Erfüllung gehen wird

1). 11

Neoeyte Verenohe mit Registrir-Drachen»

Vom li'ilihisclirri A-sist-'nt»' llier/N cinr

Per Fessi llhcgcr, gemeinhin Drache genannt, hat in den ll'lilm ifal""" ""-tr..a;g ..in.. u-issenscbaUlichi- Bedeutung erlangt Knude Manner haben sich die Aufgabe gestellt, die rfilbselhaften Erscheinungen, welche heim Steigen und Stellen der Drachen auftreten, üii erforschen und rationell zu ergründen.

Wenn auch noch Vielen der praktische Nutzen solcher lle-Ktrebungen nicht klar ist, wir Klugtechniker sind einmülhig in der Anschauung, dass der Eesselllieger nicht zu unterschätzen ist, da er nächst dem Hullern das einzige Mittel ist, welches vorläufig bei der Erforschung der höheren Luftschichten in Betracht gezogen wird. Doch auch für viele andere Zwecke, z. It. Ilochnelui-cil grösserer Lasten, sogar Personen, für Signal- und Helene hliings-zwecko, zu photographischen und photograminelrisehen Aufnahmen, zum Messen der atmosphärischen Elektrizität, neuerdings für die drahtlose Telegraphie u. s. f.. wird der Drache bereits verwendet und gewinnt daher auch täglich mehr an Bedeutung.

Viele Flugtechniker beschäftigen sich indessen auch mit Drachen hauptsächlich deshalb, weil sie die IVherzeugung gewonnen haben, dass es kein besseres und zugleich billigeres Mittel gibt, mit welchem man die- geheimnissvollen Erscheinungen der bewegten Lufl auch nur annähernd in einer so gründlichen,

ii Hein" I.. Nickel in Wim. Kiin.il.. ilu*c )

instruktiven und zugleich fesselnden Weise kennen lernen wünle Sich aber mit dem Luftocean und seinen mechanischen Wirkunfi' vollkommen vertraut zu machen, gehört zu den unerlässlichen Bedingungen eines jeden Eliiglechnikers, der sein Fach ernst nehmen will. Darum bildet der Bau Kcssclpissvrn uml «ita Kvpcrimcnlircn mit denselben _s«; jpiasi_ eine Vorschule ..tu/jfclk praktischen Flnyie.linik.-r und wetie eiern, der ohne die Kr-nalft* von den Launen des Windes einen freitliegendcn Appanf 1,111 Drae henllächcn besteig! f

Wie ein Fussgänger, der beim Sturm und Regen mit ta*r" spanntem Kopfe, in Gedanken versunken eine Strusseneckepassir« • entsetzt den Fragmenten seines abgetakelten Schirmes nachn-nnt wenn ihn jäldings ein Windstoss erfasst, ebenso wird ein H"^ apparat. von unkundiger Hand geleitet, schonungslos ze^»rl>lllell,', werden.

Diese Erscheinungen der Luriwellen. die unter gewissen Lin-sländen bedingte Aufhebung und umgekehrt Vergrö"«erl,D* Wirkung, dann die mannigfai listen Wirbelbildungen, welchem« Gebiet der Interferenz-Erscheinungen fallen, bilden eine» der wu ligslin Kapitel der Lufldynainik und können bei Draehenversu« «*• unmeiitlicli im bergigen Terrain, häufig benbachlet werden-

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Dieser Gesichtspunkt war auch für midi bei der Wahl meines Expcrimentirfeldes massgebend, und ich habe, trotzdem mir der grosse l'lalz nächst dem Arsenal, wo die Herren Militär-LuftschitTer ihre Auffahrten machen, vom k. u. k. Keichs-Kriegsniinislcrium zur Vornahme meiner Versuche bewilligt war, dennoch da» unebene Terrain nächst Breitensee okkupirt.

Das, was bisher viele andere abschreckte, Drachenvcrsiicbe im gebirgigen Gelände vorzunehmen, wäldte ich mit Vorbedacht aus, und trotzdem mir manche Mühen und Misserfolge nicht erspart blieben, ist es mir schliesslich doch gelungen, die Drachen nicht allein sicher hoch zu hringen, sondern auch — und dies ist das Schwierigste gewesen — dieselben anstandslos zu landen. In ebenem Gelände, wo Alles glatt abläuft, hätte ich auch noch lange nicht jene nützlichen Siclierbeil.smittel zur Anwendung gebracht, welche das Manöveriren mit Drachen nunmehr so erleichtern und wären mir dieselben vielleicht noch lange verborgen geblieben.

Ich erlaube mir nun den letzten meiner Drachen, die von mir mit Type C bezeichnete Konstruktion, genauer zu beschreiben, und werde dann eine Beihe von Versuchen und die dabei gemachten Wahrnehmungen millheilen.

Der Drache Type ('. ist genau nach dem schon bekannten System der Type A konslniirt*) und hat folgende Ausmaasse: 8,2 in Länge, 4,*i tn Breite, In' qiii Tragfläche und In kg Gewicht, Das ganze Gerippe ist aus bestem Tannenholz hergestellt. Ks besteht ans einer zweiteiligen, aus oblonggekrüiiiiuleu überkanligen Stangen gebildeten Achse, welche mittelst bicunvcxprofilirtcii Traversen und dann eingelassenen Stützen eine gitterartige Stahl ver-spannung tragt, wodurch sie steif und torsionsfest erhalten wird. Auf dieser Achse sind nebst dem Horizontal- und Vertikalsleuir mittelst Schrauben sechs Armträger befestigt, welche beiderseits je drei parabolisch nach abwärts gekrümmte Hippen tragen, auf deren F.nden die mit Lcdertasehcn versehenen Flitclienüberzüge aus mit Wachs imprägnirtem Marzelin aufgesteckt werden können. Das Horizonlalsleiier ist W zur Dracbenebenc geneigt. Auf der Spitze isl noch ein kleines dreieckiges Segel angebracht. Mittelst nushängharcr Statildriibte sind die Flächen und beide Steuer so mit der Achse fixirl, dass eine Verschiebung in der Drachenebene vermieden wird.

Der Drache ist leicht zerlegbar und kann wieder in in Minuten (von H Mann) monlirl werden.

Eines der subtilsten Theilc bildet die sogenannte Waage, richtiger das Gehänge. Dasselbe isl drcithcilig und so eingerichtet, dass sich der hintere Thoil durch eine eingeschaltete Federwaage bei Windüberdruck verlängert, wodurch der Neigungswinkel verkleinert wird.

Das llorlilassen erfolgte ursprünglich durch einfaches Hochheben der Spitze bis zu ca. -Vi0 gegen den Wind. Hei dem grösseren Gewicht, der Länge der Aclise und der Steifheit der Tragflächen war dies nur schwer möglich und konnten namentlich Seilenslösse des Windes gar nicht parirt werden, was bei der Unstctigkeit der Windrichtung wiederholt ein Kenlern und in den meisten Fällen eine Beschädigung des Drachens nach sich zog.

Aus diesem Grunde habe ich auf der Spitze der Achse eine kleine Aluminiumfahne so befestigt, dass sich deren Stange stets vertikal stellen konnte, wodurch es ermöglicht war. in jedem Augenblick die Windrichtung wahrzunehmen und die Korrektion des Standes zu bewirken. Um weiters das unheilvolle Kentern zu verhindern, wurden nahe der Spitze zwei ca. 10 in lange Sturmleinen befestigt und zum Hochheben der Spitze eine f> m lange, mit einer Gabel versehene Banibusslangc verwendet. Am Steuerbals ist überdies eine 20 in lange l-andungslcinc angebracht. (Der Vorgang ist in dem nach einer Momentaufnahme gezeichneten' Bilde deutlich veranschaulicht. Vcrgl. die Lirhtdrurktafcl.)

•) Vgl. Jahrgang IWJ <kr . tllmtr. «croiuut. Miltb. >, 8. 1.

Das Ih« blassen erfolgt nunmehr in folgender Weise. Nachdem vom Haspel — dessen nähere Erklärung in dieser Zeitschrift später gegeben wird — ein genügendes Stück Stahldraht in der Windrichtung abgewickelt wurde, kann das Drahtende mittelst Karabiner an dem tiehänge befestigt werden. Sodann wird daran der Meteorograph angehängt und mittelst der Stange die Spitze gehoben. Der Steuermann hält das Vertikalstem^ am Boilen fest und je ein Mann ergreifen die Sturmleinen. Aid das Kommando: «Einrichten!- visirt der Steuermann über die Windfahne und lässt so lange den Drachen rechts oder links liewegen, bis die Drachenaclisc und der Stabldrahl mit dem Haspel in der Bichtung der Windfahne stehen, worauf er «Fertig!» ruft. — Darauf lässt man die Sturmleinen so lange nach, bis der Drache freischwebt. Ist der Wind günstig, wird »l«os> ! konimandirt, wobei die Sturmleinen gleichzeitig freigelassen werden, und dur Drache steigt ruhig in die Hube.

Die Fahrkurve dea Z-eppeltn'aohen Luftaohiffe».

Mit «in«jr Abbildung.

Die vom Königlich Würltembei gischen Vermessungsamt in Zeil.ibständen von je 3 Minuten trigonometrisch festgelegten Punkte der Fahrkiirve des Fahrversuchs des Grafen Zeppelin am 2. Juli gehen uni, im Vergleich mit anderen Beobachtungen und Notizen, Veranlassung zu einigen Belraclilungen, Die Aufzeichnungen zeigen, tabellarisch nebeneinander gestellt, uns folgendes Bild der Fahrt:

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Die Darstellung auf dem Plan zeigt natürlich nur die gerade Verbindung der trigonometrisch festgelegten 7 Funkle der Fahr-kurve nnd man kann aus ih Jnur tingellilire Ableitungen über die Fahrgeschwindigkeiten des Liiflsrhilfeg anstellen, zumal da die beobachteten Windgeschwindigkeiten auch nicht genau denjenigen entsprechen können, welche in den Höben, in denen das Luftschiff

schwebte, zur Zeil zufällig geherrscht haben. Immerhin ersehen wir auf den ersten Blick das Faktum, dass das Luftschiff seinen •OB der Windrichtung abweichenden eigenen Kurs genommen hat, eine Erscheinung, die nur der Eigenbewegung desselben zugeschrieben werden kann.

Wäre das Luftschiff von vornherein mit dem Winde getrieben worden, so hätte es hei einer mittleren Windgeschwindigkeit von I in |i, S, gegen H Uhr ¡1 Minuten das L'fer des Hodensees -i diu b Fischbach erreichen müssen.

Die grössle Eigenbewegung hatte es im Anfange des Fahrversuchs zwischen 83 und 8« Uhr Abends. Bei einer Abweichung von etwa 52° von der Windrichtung und einer mittleren Wind-

geschwindigkeit von

5,H + 2,(5

= 3,8 m p. S. (log es nur 100 - cos 52°

= 98.5 m mit der Windrichtung von seiner Abfahrtsstelle ans. während es vom Winde 3 Minuten lang getrieben 3 • «50 • 3,8 = m halle zurücklegen müssen. Diese Differenz, 68.1—98,5 = 515,5 m, muss also der Einwirkung seiner Eigenbewegung zuerkannt werden, die, auf Sekunden als mittlere Geschwindigkeit innerhalb der Zeil 803 bis 8« Uhr berechnet, H,2 m p. S. ergibt.

Man erkennt aus den zahlreichen Kommandos, dass mit

Das Kgl. Würltembergische Vermessnngsamt selzt den Aufstieg anf 7r"* Abends und die Beendigung desselben auf 8» Abend' Hierin liegt keine Unstimmigkeit mit anderen Beobachtungen, denn die Trigonometer konnten von ihren entfernten Beobachtung Stationen aus Bichl genau erkennen, ob das Luftschiff auch wirklich frei war, und haben demnach die Messungen der Fahrt vom Auflassen des Fahrzeuges ab gerechnet Das Aufsetzen des Luft. Schiffes auf die Wasserfläche konnten die Insassen bei der bereih vorgeschrittenen Zeit und damit zusammenhängender Dunkelheit besser feststellen als die Landmesser, welche sich wahrscheinlich durch den Gang der Motoren, noch auf der Wasserfläche, haben bestimmen lassen, die Beendigung des Aufstiegs auf HO Vh Abends anzusetzen. Im Uebrigen zeigt die Abweichung der Fahr-riehtung von 82t Uhr Abends an, dass es sich in diesem Augenblicke um das vorgenommene Rückwärtsfahren des mit seiner Spitze dem Lande zugekehrt gerichteten Luftschiffes handelt N ganz aufklärbar bleibt es. wie nach den Messungen um 8*1 Ihr das Luftschiff in einer Höhe von 35 m gewesen sein kann. Der mittlere Fehler der Messungen beträgt nach Angabe des Vcr-messungsamtes in der Längenangabe + 12 m, in der Höhenangabr ~ 3 Meter. Vielleicht liegt der Grund in Differenzen der Uhrea be.

; Iiiimoiiltnaxl _ -*--" ,r~~~ ~

F»krkur»o lim Z*pi»

einer ununterbrochenen Fahrt bei dem Versuch am 2. Juli in Folge der eingetretenen Störungen am Laufgewicht und an der Steuerung nicht gerechnet werden konnte. Ueberschlnglicb betrachtet, halle das Luftschiff innerhalb seiner Fahrzeil von 17 1« Minuten

Gang vorwärts . . . 7,,4 Minuten

Gang rückwärts . . . 8'/« .

Stoppen...... 1 Vi »

Summa • . 17 ';• Minuten. Es liegt auf der Hand, dass die richtige Kigenbewegung eines Luftschiffes nur bei voller Fahrt desselben gemessen werden kann. Zu einer vollen Fahrt ist das ZcppeIin'sclu- Luftschiff überhaupt nicht gekommen. Nach den stallgefundenen Störungen bestand das Fahren lediglich im Hallen des Luftschiffes über dem Hodensee, auf welchem, um eine Havarie zu vermeiden, ganz unbedingt gelandet werden musste. Aus diesem Grunde ist es falsch, vorzeitig ein Urlheil über den Verlauf dieses Unternehmens zu fällen. Man muss die Verbesserungen der Konstruktion und die Wiederholung des Versuchs abwarten, welch' letzterer nun leider von Neuem aufgeschoben werden muss. Wie mir mitgelheill wird, riss nämlich kurz vor Ausführung des am 21!. September geplanten Versuchs ein Theil der Aufhängung des Luftschiffes und es fand infolge des C.huks eine Verbiegung des Luflsclüffkörpers stall, die zunächst beseitigt werdeil muss.

lln'ishtn LuftacKiffta.

den verschiedenen Beobachtern; ein Vergleichen derselben vor dem Versuch war leider nicht geschehen. Auch die ursprünglichen Daten von Eugen Wolf zeigen 2 Minuten mehr, als in der <tot& Tabelle angegeben stellt. Zu dieser Korrektur hielt ich aiid» berechtigt, weil ich kurz nach dem Versuch meine nach der Pro! genau eingestellte Uhr mit derjenigen von Herrn Eugen Walf verglichen und hierbei die Differenz von 2 Minuten festgestellt ballt-Die Windbeobachlungen von Herrn Oberleutnant Hildebrtad' auf der Plattform der Halle waren leider auch ohne Zeilanfitf gegeben worden. Für ihn trifft dasselbe zu, was bei den Uoi-iin ssern gesagt wurde, er vermochte wegen zu grosser EnlfermH vom Aufllugsorte die Zeil der wirklichen Abfahrt nicht ebw»" sicher zu bestimmen, wie ich, der ich im Boote <Würlleruberp in nächster Nähe des Luftschiffes mich befand. Die richtige Eia-schallung der liildebrandt'srhen Windbeobachtungen konnte t">r auf Grund der Angabe der ersten Schwenkung des Luftschiffe» vorgenommen werden, welche durch das Verinessungsainl ja"1 bestimmt um HOi Uhr Abends angegeben wird.

In Bezug auf die gegebenen Kommandos ist die grosse Weit zwischen 8t« und 8"» Uhr, ein Rückwärts 5 Minuten lang, uutTrilli;. weil uns die Verbindung der trigonometrischen Messpunkle voa K'o |,1S «12 Uhr eine Abweichung um ca. 70* von der Windrtf Ii l«wf zeigt, während dieselbe von 812 bis 8»& gleich 0» ist. Man hfl

den Eindruck, als ob hier gegen HU Uhr das Kommando «Stopp!, gegeben sein musste und dass dieses um «Sil> durch das Kommando «Vorwärts!» aufgehoben worden ist- Kine Verschiebung der Aufzeichnungen im Notizbuch scheint mir nicht ausgeschlossen. Auf jeden Kall bleibt es sonst unerklärlich, wie beim Zurückfahren von Hl" bis 81* Uhr das Fahrzeug einen derartigen Winkel von ca. 11(1* beschreiben und hiervon SOI) in genau in der Windrichtung fahren konnte, eine Kichtung nach dem Lande, welcher (iraf v. Zeppelin prinzipiell entgegenzuarbeiten suchte.

H. W. L. Moedebeck.

Einige Erfahrungen bei Freifahrten.

Fortsetzung uner Artikel-Sirir vom Jiihrc mu;—hhmi.

Es ist merkwürdig, was in diesem Jahre Alles über die «Roissbahn» geschrieben wurde, Wohl das beste Zeichen, dass nirht Alles in Ordnung ist, denn «semper aliquid haeret». Unter den letzten Kl Freifahrten, die seit 1. Januar 1900 in der militär-acronaulisclien Anstalt in Wien durchgeführt wurden, ist eigentlich kein grosserer Unfall zu verzeichnen. Wenn Friclionen vorkamen, so waren sie alle in der Rcissbahn begründet: Einmal war sie zu fest geklebt und konnte nicht geölTnet werden, zweimal sogar riss sie mitten durch und dreimal entleerte sich der Ballon nicld siyfurt, obwohl die ganze Ueissh.ihii ordnungsmässigjihgetrennt war.

Besonderes Interesse erweckten die drei letzteren Falle.

Zuerst wurde konstatirt, dass immer heftiger liodenwind herrschte, dass die Reissbalm vollkommen richtig bei der Takelung des Korbes angebracht war (über der Befesligungsstelle der Schlei f-leine), dass jedoch ob des. scharfen Windes der Ration sich nicht, wie er es hätte machen sollen, richtig einstellte, sondern über die Erde dahin raste, die offene Reissbahn unten.

Erst als bei der SclilcilTahrl jlc£_llajid des_ Korbes sich auf Augenblicke an einem Grenzstein (Stock*.1 .ideaujvcrtuii, divido sich die Rcisshalin nach oben — und leer war der Bajlon. Länge der SchlcifTahrlen: 1—1';« km. Hei vier Korbinsassen etwas gefährlich.

Wie kann man solchen Vorkommnissen abzuhelfen suchen I Da müsste man den Reibungswidersland der Schleilleine bedeutend vermehren oder aber nebenbei einen kleinen Anker wieder .inordnen.

Auch die im letzten lieft (Juli 1900} der lllustrirlcn aeronautischen Mitlheilungen vom kgl. bayerischen Oberleutnant Dictcl besprochene dreieckige Reisshahn würde schon bessere Dienste thun. als wie die bis jetzt im Gebrauche belindliche.

Ein Unteroffizier der mil.-aeronautischen Anstalt (Zugführer, Hrunnef), QfT selbst si hon einige Frciüdiilcn abiohkle, acülut. vor, bei dep offenen Reissbali.u_auiii_«JtelTen» im seitlichen Sinne eine Leine einzuführen, die man nur nach dem Reissen zu ziehen hätte, um den länglichen Sehlilz nach dir Seile hin durch einen Zug an der Leine aufklaffen zu machen. Das Alles bestätigt, dass die Reissbahn wohl schon lange im Gebrauche, aber noch night . telia ist.

Interessant war eine hier vorgenommene Freifahrt mit dem Ricd i nge r'sehen Drachen-Ballon:

Eine Freifahrt mit dem Riedinger'schen Urachenballon wurde in Oesicrreich einmal unternommen und zwar am 21. Juni 1900.

Diese Fahrt war eine freiwillige und vorbereitet, um Daten für unvorhergesehene Fälle sammeln zu können.

Der Ballon, welcher vollgefüllt und mit einem Offizier (Oberleutnant Stauber des Festungs-Artillerie Regiments Xr. 2) bemannt war, wurde an einem TO in langen Tau als Fesselballon hochgelasscn und schliesslich mit einem Auftriebe von ca. 20 kg freigegeben.

An Ballast halle der Führer des Bations die Korbplache, welche ca. l.'i kg schwer ist, mit und ausserdem ein 2.i m langes K kg schweres Seil.

Der Ballon stieg nur nOO in hoch, da das automatische Ventil sofort fiinklioiiirte und der Ballon, der vier Tage bereits in Dienst gestellt war, wenig Tragvermögen aufwies.

Nach dem Ahreissen stellte sich der Drarhenliallon etwas steiler wie normal und rotirle langsam, ähnlich wie der frei-schwebende Kugelballon.

Die Landung erfolgte nacli :>T> Minuten, 21 km vom Aufstieg-plalze (Barackenlager in Bruck a. d. Leilha) bei Zurndorf in Ungarn

Der erste Aufstuss war nicht zu heftig, wiewohl der Führer von 200 m abwärts fortwährend die Venlilleine handhabte.

^Sehr unangenehm gestallele sich die nun folgende tkm weite S< lileiffahrl, bei welcher der Drachenballon die unglaublichsten Bewegungen und der Korb j^anz un vorlim g^esäTTicne tinaJ Ullberecheiibare Sprtinge JJiajrJjle,

Der Korbinsasse wurde dabei ziemlich heftig lieruingeschleu-dert und sueeessive müde und abgespannt.

Gerade im richtigen Augenblicke kamen ca. 10 handfeste Bauern aus Zurndorf, die ihre Felder bestellten, und erfassten das schon genannte 70 in lange Seil und schliesslich den Korb und den nur mehr halbvollen Ballon, welcher jetzt anstandslos entleert werden konnte.

Weder Führer noch das Material hallen Schaden genommen.

Aus dieser Imbullg leitete, jeh Nachfolgendes ah:

1. Die Landung mit einem Draeh<j.lhl]lyn^

zu bewerkstelligen, wie die mit einem modernen K,u,gclballnii, dcr_ mit einer Reissleine ausgestattet isL

2. Wenn ein Drachenhallon ahreisst, so wird er in der Regel keine besonderen Ibdien et■,, i. 'n nt und auch «las aogeliannle l'cbersi hlagcn tlesselben dilrfle ausgeschlossen sein, -"Sange dir Steuersatz intakt ja1

Sufurl wurde auch darüber nachgedacht, welche Mittel zur Verfügung stünden, um für den Ballon-Beobachter den Aufstieg mit dem Drachenballon, das Beobachten im gefesselten Ballon, sowie das Landen mit dem abgerissenen Drachenballon möglichst sicher und gefahrlos zu gestallen.

Hierbei liess ich mich von dem Umstände leiten, dass häutig bei der Hckognoszirung im Fesselballon Generalstabs-Offiziere oder solche Offiziere fungiren können, welche im LuflschilTer-diensle gar nicht ausgebildet sind oder nur sehr geringe hallon-technische Erfahrungen besitzen.

Denn wiewohl der nunmehr eingeführte 1.00 ihm. Drachen ballon zwei Personen (einen Luflsrhiffer-Oftizier und einen General -slabs-Offizier (höheren Artillerie-Offizier im Foslungs-Kriege)) auf G00 in heben soll, lehrt die Praxis, dass dies nur ganz ausnahmsweise möglich und dass in der Regel, besonders wo so schwere Kabel |S nun Stahlkabcli wie in Oeslerreich verwendet werden, nur ein Beobachter hochgenommen werden kann.

Dieser Rckognoszcnt ist in dem obengenannten Falle nun l>ci uns der ballontechnisch unerfahrene Generalstabsoflizier.

Diesem Verhaltungsmassregeln für alle möglichen und unvorhergesehenen Vorkommnisse in den paar Minuten vor dein Aufstiege mit auf die Reise als Rezepte zu gehen, schmn nicht durchführbar.

Die vielen Leinen (Telephon-Einrichtungen, Venlilleine clc.) belasten ohnehin das Gedächtnis des Neulings in hervorragender Weise, zumal der genannte Rckognoszcnt gewiss mit klopfendem Herzen und unruhig das ihm ungewohnte Observatorium besteigt.

Eine neue rothe Leine (die Reissleine) den genannten Fem !-einrichlnngen beizufügen, scheint hiermit gefährlich.

Sehr verlockend erscheinen hier die von Hauptmann Blanc des königlich-bayrischen Fuss-Artillerie Regiments Nr 2 und die

von Oberleutnant Dictcl der königlich-bayrischen Luflschiffcr-Abtheilung vorgeschlagenen und sehr brauchbaren verschiedenen Reissbahnen, aber alle diese Vorschlage Selzen lirine Ltiflsehiffer-Offiziero voraus, die schon in manch schwieriger Situation sich Erfahrung um Erfahrung gesammelt haben.

l'm dem unerfahrenen Beobachter aber Ruhe und Vertrauen zum Ballon einzuflössen, auch wenn der Bation abreisseil sollte, wurden die nachfolgenden Vorkehrungen getroffen:

1. Jeder Beobachter erhält einen Eeuerwehrgurt, der in eine Korbleine vor dem Hochlaasen eingeklinkt wird.

2. Sollte der Ballon abreissen. so ist, sobald der Korb zur Ruhe gekommen ist, der Carabiner des Gurtes auszuhacken, dann ist die «farbige Leine» so lange zu ziehen, bis der Ballon ins Fallen kommt. Die vorhandenen Leinen sind ztisamineiiziiknoleu und ä la Schleifleinn zu tiefestigen.

3. Sobald der Rallankorb den Buden berührt, hat der Insasse aufzuspringen und den Ballon seinem Schicksale zu überlassen.

Hierbei gehe ich von der Ansicht aus. dass Abreissen von Fesselballons ein sehr seltenes Ereignis« und eitle Katastrophe ist, ferner, dass unbemannte Drachenballons durch herbeieilende Leute geborgen werden können, während ein unerfahrener, unfreiwilliger Acronaul in den meisten Lagen, auch wenn der Brachenbalinn mit Beissleiue ausgerüstet wäre, kaum das Richtige und Entsprechende anwenden dürfte.

Hinterstoisser. Hauptmann.

Vorbereitungen zu Zekell'a Dauerfahrt.

Wie schon durch Zeitungsnachrichten ziemlich weil verbreitet ist. wird beabsichtig!, Ende September von Berlin ans eine Ballonfahrt von möglichst langer Hauer auszuführen. Her Zweck der Fahrt ist ein doppelter: ein rein aeronautischer und ein meteorologisch-physikalischer. Aeronautisch inlcressirt zunächst die Frage, wie lange ein frei schwebender Gasballon seine Tragfähigkeit behält, bezw. in welchem Maasse und durch welche Kintliis.se dieselbe abnimmt. Die Dauer der Fahrt ist natürlich nicht unmittelbar ein Kriterium für den Erfolg, denn dieser wird in erster Linie durch die Gunst des Wetters bestimmt. Als geeignele Zeilen können nur der Spätsommer und Herbst oder der erste Frühling in Betracht kommen; im Sommer sind die Luftschichten selten längere Zeit stabil, und der Winter verbietet sich für eine solche Fahrt der Temperatur wegen. Da ausserdem für die Füllung eines so grossen Ballons äussere Umstände eine bedeutende Holle spielen, so ist es fraglich, ob der meteorologisch günsligsle Zeitpunkt voll ausgenützt werden kann. Hie meteorologische Bedeutung einer auf lange Dauer berechneten Fahrt liegt vor Allein darin, dass der Ballon annähernd in derscllien Luftströmung fortgetragen wird, während bei den üblichen Aufstiegen und auch bei Drachen-Experimenten die Instrumente meist rasch in andere Höhen und damit in Luflmassr-n anderer Herkunft gebracht werden. Hei einer Dauerfahrt ist also die beste Gelegenheit gegeben, die Zustandsändcriingcti einer und derselben Luflmasse bei ihrer Forlbewegung zu verfolgen; es ist das ein Problem von vorwiegend theoretischer Bedeutung. Von diesem Gesichtspunkte aus ist auch die Gestalt der auf die Erde projizirtcti Flugbahn viel wichtiger als etwa diu Länge der zurückgelegten Strecke.

In der BallonlUlirung werden sich die Meteorologen Berson und Dr. Suring und der Ingenieur Mr. Alexander aus üalh ablösen; es hetbeiligt sich ausserdem an der Fahrt der Urheber des ganzen Planes Herr Zekeli. Mit grossem Danke muss die zugesagte Unterstützung der königlichen Behörden, insbesondere

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des Preussischen Meteorologischen Instituts und der Militär-Luft-schiffer-Abtheilung, anerkannt werden. Auch Sports-Kreise bring«-, dem Unternehmen reges Interesse entgegen; in einem über ibi-(irenzen Europas hinausreiebenden Netze sind sportliche Vernix aufgefordert, den Ballon durch Radfahrer oder Aulomobilfulir-werke zu verfolgen. Vielleicht bietet sich auch Gelegenheit ¿n einer Brieftaubenposl.

Den aeronautischen Erfolg hofft man durch grosse (las-menge, eine starke und gut gummirtc Ballonhülle, Abschluss d-s (iases durch ein unleres Ventil und ein sehr schweres Schlepptau zu erreichen. Der Ballon, von der Continental Caoulscbuk and Guttapercha Compagine in Haimover gebaut, fasst ca. 8500 rinn Gas. hat also einen Durchmesser von 25 m und einen Viattif; von 7i* in und liesleht aus besonders starkem Macco-Perkal mit diagonalen Querfä.leii und vulkanisirler Gummizwischcnlagv. f*t-r Stoff liegt überall mindestens zweifach, an der obem KaluUi vierfach, an der unteren dreifach, in der Nähe der Ventil* sechsfach. Die Hülle wiegt 1)00 kg. Ausser der Reissleine, weklie auf eine Iiüigc von IS m wirkt, sind zwei Tellerventilc vorhanden von denen das «diere 12ö cm, das untere 110 cm Durchinrtsrr bat und -Heil bezw. 2t) kg wiegt. Die Ventile sind mit ver-nickelten Führungs-slangen zum sicheren Oeffnen versehen, die Zugkraft der Spiralfedern beträgt ca. 55 kg. Das Netz bal ira Gewicht von 740 kg: es isl mit W Knebeln an den Bing befestift, weitere 22 Knebel dienen zur Verbindung mit dem Korbe. Itt Ballon wird mit verhältnissmässig leichtem Leuchtgas (spezif <«-wicht O.Ii) von der englischen Gasanstalt in Schöneberg gefiilll. *i dass sein Auftrieb ca. lilOO kg betragen wird. Das zu tragend Gewicht wird snh auf rund H200 kg belaufen, es bleiben som: 21J00 kg Ballast, von denen 2ÍÍ00 kg in Hallastsäcke á ftO kg v-tlieill werden sollen, während der Rest von «Hl kg als besonám schweres Schlepptau mitgenommen wird. Das Schlepptau i*t3ßiL lang und bal für die untern ISO m 415 mm Durchmesser, für f.t obem USO m .15, bezw. 30, bezw. 2ö mm: man hofTt, dass durtí. dieses Tau. indem es gewissermasseli als automatischer Ballast wirkt, die Manövrirfahigkeit des Ballons sehr gesteigert wird

Als Korb dient der auf der IWMIer Berliner Gewerbe»Ausstellung benutzte Korb des Zekcli'sohen Fesselballons; er hat in Lichten lóeiX2l-t cm Umfang, bietet also für i Personen auf längere Zeit verhältnissmässig wenig Raum. Die eine Breitseite des Korbes isl für zwei Lagerstätten eingerichtet, dl« aut schwachen Eisenträgern ruhend schnell zusammengeklappt wtnJrn können. Der Proviant ist auf drei Wochen berechnet, für *i dieser Zeil ist er in möglichst konzentrirter Forin (Aleiimnat-Bisquil, Fleischzwieback und dergl.) gewählt. Ausser den Getriid« werden noch DK) Liier Wasser milgeführt, die in drei Bfcc'v kästen an der äusseren Korliwandung vertheilt sind. An (Vi Innenseile hängen ausserdem drei Kaslen mit je 10 Tm>k>-i>-1 Elementen zur Beleuchtung (ca. HM) Brennstunden). Die Lampea (zwei 3—Ikerzig, eine lokerzig) werden durch Quecksillierdwi-lakte eingeschaltet, so dass eine Funkenbildung ausgeschlow« i*1

R. Süring.

Vorläufige Mittheilungren Uber den Internationalen Iauftaohiffer-Kontrreaa zu Paria.

16.—20. September 1900. Der Kongress wurde am 16. September Nachm. 3 l;br i<t> Observatorium zu Meudtin feierlich eröffnet. Alles war gedia" i worden, um den zahlreich Erschienenen jede Hequemliclikeil zo bieten. Die Vorbereitungen hierau, wie überhaupt die gesammte (Irganisalion des Kongresses waren bewundernswerth. Es verstell' sich von selbst, dass alle Gäste und insbesondere die deolschtai ! I mit der vollendetsten Gastfreundschaft und der lpricha'ürük'1

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gewordenen französischen Courtoisie empfangen wurden. I>ie Eröffnungsrede hielt der Präsident Herr Janssen, Mitglied des Instituts. In einer sowohl dem Inhalt wie der Form nach mustergültigen Rede gab er einen Rückblick auf die F.ntwickelung der Luftschiffahrt. Die Erwähnung unseres Märtyrers Lilient haI und diejenige der Arbeiten des deutschen Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt wurde lebhaft beklatscht. Das Hervorheben der Munifizenz des deutschen Kaisers, welche diese Arbeiten und die damit errungenen wissenschaftlichen Fortschrille ermöglicht hatte, rief einen allgemeinen stürmischen Beifall hervor.

Man schrill sodann zur Wahl de» Mureaus, welches folgendermaßen zusammen gesetzt wurde:

Vorsitzender: Herr Janssen, Stellvertreter: Oberst Renard. Schriftführer: Herr Triboulel und Hauptmann Voyer, Schatzmeister: Herr Casse.

Stellvertretende Vorsitzende: Professor Hergesell, ficneral Itykatcheff, Professor Langley, Schriftführer: Dr. Emden. Herr Alexander, Herr Pesce.

Ehrenmitglieder des Kongresses: der Unterrirhlsminister Herr G. Lcygucs, der Handelsminister Herr Millérand, der Kriegs-ininister General André, Prinz Roland Uonaparle, Oberst Lausscdat, Professor filaislicr, Herr Lochmann.

Der Kongress tagt in + Ahtlicilungen: Aviation, Aéroslalion, Instrumente und Materialien, und Jurisprudenz im Institut de France. Die Sitzungen begannen am lfi. September. Die eingehende Berichterstattung wird in Nr. 1 litui dieser Zeitschrift erfolgen. <S>

Die aeronautischen Wettbewerbe in Vlnoennea.

Mit a«n«r Abbldjng.

Am 17. Juni fand unlcr Leitung des Major* Paul Renard in Vincennes die erste Dauerwettfahrt statt. Von H I'hr Morgens an war man mit der Füllung des Ballons beschäftigt; die erste Abfahrt erfolgte um tfl» |'hr Abends. Bei dieser Auffahrt war der Ballast ausgeglichen, d. Ii. die verfügbare Menge war im Verhältnis» zum Ballonvolumen festgesetzt worden. Der übrige Ballast musste in den plombirlen Säcken wieder zurückgebracht werden.

Am Ballonslart erschienen folgende Luftschiffer:

1. Graf Henry de la Vaulx.....Rallnngrus.se ca. IfitlO ehm

2. Herr Delagarde......... . 112!) >

S. » Nicolleau......... > 1700 •

4. Graf def.aslillondeSainl Victor > 1000 >

5. Herr Justin Balzim....... > (.M> ■

6. » Jacques Faure ...... » 1550 >

7. > Rcverligat......... > MO >

8. * Jacques Balsan...... » 222G »

9. ► Georges Juchmès .... > 1000 . 10. » Georges BlancheI..... » 1100 .

Den ersten Preis, eine Denkmünze in Vermeil und eine Prämie von 500 Frcs. erhielt:

Nr. H. Herr Jacques Balsan, der sich in Begleitung von Herrn Louis Godard und Herrn Genty tiefand. Der Ballon blieb 1H Stunden 4 Minuten in der Lufl. Den zweiten Preis, eine Denkmünze in Silber und eine

Prämie von 200 Frcs., erwarb sich:

Nr. »1. HerrJacques Faure in Begleitung des Grafen de Conlades. Dieser Ballon hielt sich 11! Stunden 17 Minuten in dir Luft Den dritten Preis, Denkmünze in Bronze und 100 Frcs.. bekam: Nr. 2. Herr Delagarde in Begleitung des Vicouite de Gout de Sau ss nie: er blieb Ii Stunden 2S Minuten oben. Die weiteren Luftfahrer erreichten folgende Fahl blauer:

Nr. 5. Herr Balzon allein........¡1 Stunden 12 Min

» 10. . Ulanchet allein.......H . Iii •

Nr. 1. Graf de la Vaulx allein...... 7 Stunden 65 Min.

• 1. • de Cmalillon de Saint Victor

allein........... 6 » 44 •

il. Herr Juchmès in Regleitung vor. Herrn

und Frau Leinaire..... :t • 45

. 7. » Revcrtigat a'len . 1 . II

» 8. ► Nicolleau..........— • *"»

^PUBLIQUE FrANCAISE

JHlNiSUlU OuCoMMtUCt.Dt llWKiSmii.M&rfcSUS tr MS TlllGa'PHtt

EXPOSITION NIVERSELLE de I5OO

CorjCQulS Interrjaliotjau^ ^rcices physiqües ti de Sports

J SECTION X

p^erostfltiog

Verkleinerte Keprodutt'on in «•■ 8ajard tutwarltMi Programm« für dil WlttbtwirlN.

Die am 21. Juni veranstaltete Hochfahrt, zu der !) Ballons am Start erschienen waren, halle folgenden Verlauf:

Herr Jacques Balsan, begleitet von Fugen Godard. Hallon -Saint Louis-, MQO cbm, erreichle Höhe 6600Di, Erster Preis.

Herr Nicolleau, in llegleilung von den Herren Brentano und Peyrey, im «Touring Club-, iNOt) cbm. Höhe 4250 m.

Zweiter Preis. Herr Jacques Faure, begleitet von Herrn Riaut, Ballon -Orient., 1000 cbm, Höhe 1200 in.

Dritter Preis. Die übrigen Luftschiffer kamen zu folgenden Höhen: Herr Friand mit Ihm Corbin, Ballon 1200 cbm. 1200 in; liraf de la Vaulx mit Herrn Vallol, Ballon 1550 cbm, H700 in:

IIA

Herr Ju eli in et imi Herrn P.nusscl nnJ Herrn Hey. Dall'in

17'N) elmi. ."S'mhi in Ural Casltllon ile Saint Victor, Dallon IliUO ehm. «UHI in, Herr Victor l.ouel. Dallon SM Kl e Inn, 2.">.'iO m.

Kür die drille Wellfahrl am lö Juli begann die Kulbing um K l'lir Morgens; die erste Abfahrt erfolgte .'i Ihr Nachmittags. Ks bandelte suli dieses Mal Hin eine geschickte Landung möglichst nahe dem vorher hierfür bezeichneten (Irl.

Als Konkurrenten hallen sich folgende Herren eintragen

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1 Herr J. Mayaudon Hallongr.ca. WOOcbm.

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Graf de Ca s 1111 »n de St Victor

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Als Sieger ging (ieoffroy hervor, der in Degleitiing von Herrn de Carminili und Krau de Drives fuhr und unter Dcitiitzung von zwei übereinander befindlichen verschieilenen Lutisi n'itiiung.-n, ibren eine aus Sil. die andere aus SVV kam, sehr glücklich wenige hundert Meier vom Bestimmungsorte entfernt landete.

Dur 4 WcUtttig vereinigte am 22. Juli eine Anzahl von I falli ms in Vincennes. wie man sie bisher noch niemals beisammen gesehen halle, und es machie der l'insilili der Leitung dersellM-n. die bekanntlich in Händen des Majors l'aul Hemird und seiner Offiziere hegt, alle Khre. (lass hierbei Alles ordnungsmässig und glatt verlief.

Ks sollte mit Italiens von beliebigem Volumen ohne Gewichts-ausgleich möglichst mibe Nanleiul ;Seine-et Marne) gelandet und zuvor ih'ì Damiuerliu aufgesetzt werden.

Angemeldet waren:

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Diejenigen 4 Ballonfahrer, welche sich den beiden lleslim-iiiilttgs..iteli am meisten genähert hallen, waren 1. Herr .1. Kaute, 2 Ihn K. (iodati! .i Herr firaf de la Vatilx, I, Ihn- t.raf ti e la Valette. Ks ist ausseist int.•ressaut. hi«-r festzustellen, wie in der Ai lotiaiilik, eh. uso wie es auf allen anderen (ìcbicten clicn-

falls eingetreten ist, die Amateurs den Professionislen den ftinj ablaufen. Der Werth einer spnrlsmiissigcn Dcsohafligung mit dein Luftballon tritt hier unverkennbar hervor.

Am ii. Wettbewerb am 2'J. Juli belheiligten sich nur 6 BaUotis Wahrscheinlich hatte das schlechte regnerische Wetter viele znnvk. gehalten, denn der Liste nach hätten 12 LuflschilTer am SUf erscheinen müssen.

Die Lnftfahrer waren: I. Graf de la Vaulx im «Centaure-. ICSO cbin md einem jungen Aspiranten der Schule zu Meude-n 2. Herr Kaure im «Iteve» 1000 chm mit einpni Sapeur t.n Meiidon: :t. Herr Leloup im «Pégase» ltläOcbm; 4. Herr deSaiic Viclor im •L'Aero-Club» Ißlß cbin mit den Herren Hiant imi Vinxt .*>. Herr Dlaans im .Saint Louis> 2:110 cbin mit in Herren Comités und Roger; (i. Herr Juchmcs im <Toormr Club. 1KI:1 cbm mit Herrn David.

Ks handelte sich um eine Hochfahrt mit ausgeglichenem Dallas!. An Stelle de* nicht verbraiichsfjlhigen todlen Ballast-, hallen die Luftrahrcr. welche über grossere Dallons verfügten, ii-» angeführten Herren, bezw. Soldaten mitgenommen.

andrée-bojen.

Wenngleich das Geheimniss über das Schicksal Andrö-« Iii si irr nicht gelüftet werden konnte, so mehren sielt dorh du Nachrichten über ihn, sodass man sehr bald aus dein vorliegende: Material zuverlässigere Schlüsse wird ableiten können. Der Hfl nting frt-ilich, dass die kühnen Reisenden noch leben könnten, der' sich leider kaum heute noch Jemand hingeben.

Der neueste Kund ist im nördlichen Norwegen, am mi-crt; tifer der Provinz Kinnmarkeii bei Skjervoe Knde August dirr-Jahres gemacht worden. Man fand eine Andréc-Boje mit ein* Zelle) folgenden Inhalts:

« Dc.je Nr. 4 al» erste am II. Juli 10 l'hr Abends GreeawKhc Normalzeit geworfen. Die Reise ist bis jetzt gut gegangen. wi; fahren fort, in einer Hübe von ungefähr 2i>0 m zu n-f'' Dichtung anfangs nöidlich, zehn Grad östlich, sp.tler nünlli'l t.'i Grad östlich. Vier tliicftaubcn wurden um 5 Uhr 45 Minu-u Nachmittags abgesandt. Sie Mögen westlich. wir sind jetzt iikr dem Kisp. das sehr vertheilt nach allen Richtungen ist. Wet'rr herrlich Laune ausgezeichnet. Andrée, Strindberg, Kraenkcl.«

Kine am il Mai lulül an der Küste von Island unter65*•<>' nördlicher Hielte und 21*2K' westlicher Länge gefundene And?"-Doje enthielt folgende Von Strindherg's Hand geschrii-lK:.'

Mittheilung:

< Doje Nr. 2. Diese Hoje wurde von AndrtVs Ballon ..«ïr-Wolfen um 10 l'hr iw Aliends. G. M. T., am IL Juli lHiC »uf elwn K2" Drille und 2-V Länge Greenwich. Wir schweben (U'in hoch. Alles wohl. Andrée, Strindberg, Kraenkcl. »

In derselben Boje befand sich eine Karte mit dem in II'1 eingetragenen Kurse, den der Ballon bisher genommen ■Ui'lf welcher in gerader Linie vom Auffahrlspunkte Virgohafre Mrk dem H2" niiidl. Breite Ifl'/t" östl. Lange hinzeigt. Die Rwi"" fällt fast genau in diejenige der Isobare auf der synoptischen tnoL1'-masslichen Wetterkarte, welche Dr. Nils F.kholm (s. iii Aer™ Mitth. lK'.iH S. fWi seiner Zeit entworfen hal,

Knie weitere Andréc-Boje, leider ohne Inhalt, wurde r"" Walfängern am 11. September 189!» in König Karlsland, iWli.-Spitzbcrgcn, gefunden.

Ks berührt wunderbar, wie zwei an demselben Tage einem Zeitunterschiede von etwa einer Stunde geworfene Ityf" eine so verschiedene Drift finden können, dass die eine in lui*'"1 die andere in Kiniiinarken an Land treibt. Man kann sich de* Krscheinung kaum anders erklären, als dass die von der fahr, der .Kram- her ziemlich bekannte Drift des Nordpol0"*'" I>'",,

lieh Spitzbergen einen schwiirheren Strom östlich dieser Insel abzweigt. Der Urnstand, dass die friilicr abgewurfene Boje der östlichen Drift folgte, mag, da die später mitgegebene Karte einen weiteren geraden Kurs nach Osten zeigt, mit der Regellosigkeit und Langsamkeil der Drift, mit ihrem Fasgeschiebe und mit dem diesem in der Insel Spitzbergen vorgelagerten Hemmeis erklärt werden. Die näher der Insel ausgeworfene Boje haltu gewiss grössere Chancen, deren Küsten zugetrieben zu werden, als die spiler weiter entfernt von derselben abgeworfene.

Wir geben schliesslich zum Vergleich hier noch einmal AndriVs Taubendepesche vom Dl. Juli wieder:

«1». Juli, 12 Uhr 30 Mittags, K2* 2" nördl. Breite, 15" .V östl. Unge. Gute Fahrt nach Ost 10* Süd. An Bord Alles wohl. Dies ist meine dritte Taubenpost.

Andrée.»

Man ist verwundert darüber, dass Andrée nach drei Tagen nicht weiter vorwärts gekommen ist. Es fehlt uns bisher jegliche Nachricht von den Vorgängen des 12. Juli. Allem Anschein nach Hat der Ballon am 12. Juli Windstille mit leichtem Kurs nach Westen erhalten und somit eine Schleife beschrieben ; bezüglich der weiteren Verfolgung seiner Spur dürfen wir erst von ferneren Funden Aufklärung erwarten. H. W. L. Moedebcck.

TJjafreiwilllfre Froifahrt.

Eine unfreiwillige Freifahrt, die in der Tagespresse sehr entstellt verbreitet worden ist, erlebte am.27. Juli d. Js^jf^K^nijjs-berg Leutnant Hell der dortigen .rcslujiÄsluIlscIufTLr-Abtbeiljuuig. Der Ballon war bei sehr heftigem Winde im Westen der Festung aufgelassen worden; Leutnant Hell wurde in der jedem Luft-schiffer wohlbekannten Weise nach allen Richtungen hin gründlichst durchlüftet und gab bereits das Signal »um Einholen, als er sich plötzlich in eine andere ruhige Luft schichte versetzt fühlte. Ein Blick nach dem Barometer Uberzeugte ihn davon, dass er sich im schnellen Auffinge befand. Das Ocffnen des Ventils verhinderte den Ballon nicht, die in 1200 m befindliche Wolkenschicht zu durchbrechen und weiter bis auf 3H00 in Höhe hinaufznfliegen. wo sich alle Herrlichkeiten des reinen blauen Azurs ihm offenbarten und da» irdische Jammerthal völlig seinen Blicken entzogen war. Aber ein so traumverlorenes Dasein war in der gefährlichen Nahe der Ostsee nicht wohl angebracht. Von der Bc-sorgniss vor einein unerwünschten Ostseebade erfüllt, strebte Leutnant Hell mittelst energischen Yentilzuges wieder zur Mutter Erde zurück, die er bald durch Wolkenlücken hindurch an einem ihm wohlbekannten Fleck, den Karschauer Exerzierplatz im Süden von Königsberg, wieder erkannte. Die Fahrrichtung nach SO war eine gewisse Beruhigung, aber für den im Sinken begriffenen Ballon kam jetzt die Frage für ihn in Betracht, wie und wo wird meine Sehleiffahrt enden! Gegen 8 Uhr 15 Min. überflog er die Chaussee westlich Secligcnfeld. die Dunst- und Wolkenschicht wurde wieder in 1200 m über dem Walde von Schanwilz durchbrochen; bei Borchcrsdorf war die Flughöhe nur noch 300 m. Leutnant Hell parirte jetzt energisch gegen den Fall und stieg auf in die Leinen. Rald darauf setzte um H Uhr 2r> Min. 50 m vor dem Westrande des Friedrichsleiner Forstes der Korb auf und legte sich um.

Als nach einigen Sekunden Warten kein weiterer Sprung erfolgte und Leutnant Hell daran war, den Korb zu verlassen, fasste ein unerwarteter Windstoss den Ballon von Neuem und trieb ihn weitere 10 Meter gegen den Wald vor. Hierbei vcmestelte sich der Luftschiffcr mit seineu Sporen etwas im Tauwerk und wurde diese kurze Entfernung mit fortgerissen. Beim Hall kam er heraus und wurde mit Hülfe der herbeieilenden (.andiente bald Herr seines Gefährtes, welches er wohlerhalten nach Königsberg zurück-be förderte.

Wie sich nachträglich herausstellte, war durch das ungebärdige Benehmen des Ballons die Kabelwinde umgeworfen und hierdurch der Bruch des Kabels veranlasst worden.

Moedebeck.

Bpeltorlnl'a Ballonfahrt von Rigiflrst aus.

Spelterini erfreut uns immer von Neuem durch seine kühnen aeronautischen Unternehmen. Nur wer Oberhaupt ermessen kann, was es heisst, an einem abgelegenen Erdenwinkel alle Vorbereitungen zu treffen für eine Ballonfahrt, wie sie im Jahre 1898 von Sitten aus von Spelterini mit Erfolg organisirt worden i»L vermag die Energie dieses schweizer Luftschiffers richtig zu würdigen. In diesem Jahre genügte ihm eine Abfahrt aus einem Thal nicht mehr. Von Rigifirst aus, 1(50 m über dem Meere, wollte er abfliegen und weder Mühe noch Kosten wurden gescheut, diesen bisher nicht dagewesenen Aufstieg durchzuführen. Zu allen den Schwierigkeiten des Hinaufschaffens des gesammlen Ballonmaterials und der 21X) Gasflaschen trat am geplanten Auffahrts-tage. am 29. Juli, noch ein anderer Uebelstand ein. Jupiter t'luvius hatte seine Schleusen geöffnet und Aeolus blies orkanartig über den Regifirat hinweg, sodass der ziemlich ungeschützt dort stehende Ballon beinahe vorzeitig den Hunden seines Führers entrissen worden wäre. Aber es gelang glücklicherweise, das Fahrzeug zu fesseln, die Fahrt selbst allerdings konnte erst am 1. August ausgeführt werden.

Spelterini war begleitet vom Mitarbeiter des „Figaro" Herrn Emile Gautier und von Herrn Julius Ernst aus Winterthur. Das Welter war schön, als gegen 1,36 Uhr die Auffahrt des Ballons ..Jupiter" von statten ging. Der Ballon flog zunächst nach Nordosten und erreichte nach einer Stunde eine Höhe von 41 HO in. Die Luft war klar und durchsichtig, sodass sich den Blicken der Ballonfahrer ein herrliches Alpenpanorama enthüllte. Ein Mitfahrer, Herr J. Ernst, gibt in der „Neuen Züricher Zeitung" folgenden begeistert geschriebenen Bericht Ober die Eindrücke und über den Verlauf dieser in jeder Beziehung gelungenen Fahrt:

„Das Panorama, das sich vor unseren erstaunten Blicken aufrollte und sieh, sowohl in der Länge wie in der Tiefe, immer mehr ausdehnte, war das denkbar grossartigste.

„Insbesondere der L'cberblick über unsere Alpenwelt war einzig in seiner Art und kann weder vom Gipfel der Jungfrau, noch von irgend einer anderen Bergspitze aus in gleicher Vollständigkeit wieder gesehen werden Vor allem waren es die wunderbare Klarheit und Durchsichtigkeit der Luft, wie sie in unserer Atmosphäre eben nur nach einer Reihe von Gewillertagcn anzutreffen sind, welche denselben auszeichneten und ihn zu einem geradezu überwältigenden Schauspiel gestalteten.

„Vom Montblanc bis zum Ortler fehlte nicht eine einzige Spitze, und weit über letzteren hinaus reihten sich noch Tausende und Abertausende von schneebedeckten Gipfeln der österreichischen Alpen. Im Vordergrund des herrlichen Gemäldes präsentirten sich die gewaltigen Bergricsen der Unlerwaldner-, Urner- und Glarnerberge; in Eis und ewigen Schnee gekleidet starrten ihre rauhen Felsengipfel empor. Titiis, UriroUtock, Dammaalock nnd wie sie alle Meissen, überboten einander anfänglich abwechselnd an Grossartigkeit; später aber waren es besonders Tödi und Glitrnisch. die mit ihren Trabanten durch ihre kolossalen und wild zerrissenen Formen alles übrige in den Schatten stellten. Aber auch die Berneraipen zeigten sich in ungewöhnlicher Pracht, und hinter ihnen tauchten wie aus Eifersucht Matterhorn und Monte Rosa auf; fast gleichzeitig verlängerte sich aber der westliche Flügel der Berneraipen bis zu den Diablerets, während weiter hinten bald darauf der Montblanc sichtbar wurde. Auch

die Bündnerberge blieben niebt zurück und entfalteten sich in nie gesehener Prachl. An sie reiblen sich üsllicb die Tiroler. Je weiter das erfreute Auge schaute, um so zahlreicher wurden die Spitzen, und wenn sich auch ihre Formen nicht mehr durch die gleiche Wildheil und Plastizität hcrvorthalcn, so war doch jede einzelne als Theil der ganzen Hildes von Werth und Hedeutung. Ganz im Hintergrunde rechts glaubten wir zuletzl auch noch einige Gipfel der Seealpen zu erblicken, welche, zum Himmel emporragend, gewissennassen den Schlussstein der grossarligen Gebirgs-welt bildeten.

..Unser Kapitän bemühte sich eifrigst, die wunderbaren Ausblicke, die sich ringsum vor uns »ufthaten. auf phologra-phigehem Wege für immer zu fixiren und sich und uns auf diese Weise eine bleibende Erinnerung an diesen denkwürdigen Tag zu verschaffen.

,.Das schweizerische Hügelland mit seinen vielen Seen lag in stummer Ruhe unter uns ausgebreitet, laizern, Zug Schwyz, Einsiedeln und Brunnen wurden der Reihe nach gesehen. Aber auch Zürich mit seinem der ganzen I.ilnge nach sichtbaren See schimmerte zu uns herauf. Nur der Jura liess an Klarheit ein wenig zu wünschen übrig, da er bis auf seinen westlichen Theil durch einen Nehelslreifen verdeckt war. während sich alles, was zwischen ihm und den Alpen liegt, unsern erstaunten Blicken erschloss und dem aus dominirender Höhe gerichteten Auge eine jeder Beschreibung spottende Aussicht darbot, deren Genuss nirgends auf der Welt seinesgleichen hat. — Wonnetrunken schauten wir von unserem Fahrzeug auf all' diese Herrlichkeiten, kaum Worte findend für das Entzücken, das die Brust durchbebte. 0 Aliienland, wie bist du schon! Wie froh und slolz macht dein erhabener Anblick! Welch' Hochgefühl für ein Schweizerherz, dich aus schwindelnder Höhe frei schwebend zu überblicken und dies an dem Tage, da Freiheit und Gleichberechtigung aller ihr Siegesfest in allen Schweizergauen feiern, an dem Tage, da vor KOK Jahren dort am Gestade des Vierwaldstättersees finsterer Tyrannen Macht gebrochen und eine einige und starke Eidgenossenschaft begründet wurde!

„Versunken in das blendend schöne Bild vor unsern Augen hatten wir kaum bemerkt, das* wir inzwischen eine von unserer anfänglichen ziemlich abweichenden Bewegungsrichtung eingeschlagen hatten, und uns mehr und mehr den Glarneralpen näherten. Wir fuhren mit einer Geschwindigkeit von ca. 2t) km pro Stunde. Die Temperatur war im Schallen auf fünf Grad Celsius gesunken, ohne dass wir es gefühlt hallen, denn wir befanden uns ja in einem von Sonnenstrahlen durchwirkten Luft-und Licht meer.

„Die Stimmen hallen eine eigentümliche, durch das Fehlen jeglichen Echos bedingte Klangfarbe angenommen.

„Die grosse Trockenheit der Lufl machte sich durch das Gefühl des Durstes bemerkbar, dem jedoch laicht abzuhelfen war, da wir für Tranksame hinreichend gesorgt hatten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich für solche Fälle nur gule alkoholfreie Getränke empfehlen, da die alkoholischen immer wieder neuen Dural erzeugen.

„Ilm 3'ft Uhr befanden wir uns über der Passhöbe des Prageis; hatte sich unser ..Jupiter" bis jetzt direkt gegen den grossen Glärnischglelscher hin bewegt, so trieb er nun mehr ost-südöstlich und schien sich dem Tödi nähern zu wollen. Kleine Wolken, die etwa 1O0O m unter uns zogen, deutelen jedoch darauf hin, dass in den lieferen Luftschichten ein leichter Wind aus SE. vorherrschte, was für unsem Abstieg von guter Vorbedeutung war. Denn mit Hülfe dieser Strömung konnten wir uns ja jederzeit wieder von den gefahrdrohenden Beigiiesen in unserer nächsten Umgebung lieblicheren Gegenden zuwenden, die eine Landung ohne allztigrosse Schwierigkeilen ermöglichten. Wir

waren gerade über der Spitze des „bösen Faulen", zwischen Tin! und Glatnisch, deren Gletscher und Schneefelder uns weder <in Ruhestätte noch Obdach bieten konnten, als wir uns zum Abstic; iui Glarnerland entschlossen, das sich nun zu unseren FüsM-t ausbreitete.

„Tief unter uns rausclde die Linlh, was in einer Höhe v<t, immerhin noch HftOO m deutlich vernehmbar war. — Da« LitilliiU; iiberlliegeiid, näherten wir uns dem Kärpfstocke, an dessen Fuv das scharfe Auge unseres Fülirers eine für die Landung gecigne. Matte erspähte. Angesichts der grossen Mannigfaltigkeit Terrains schien der Abstieg srhon au sich ein gewagtes Kuntt-slück, das dank der hervorragenden Geistesgegenwart unil <•■■ si hickliehkeit unseres Kapitäns jedoch vorzüglich gelang. Ii.,. Oelfneii der Veutilklappe halle ein rasches Fallen unseres Kalle, bewirkt. — Schon war jetzt sein Schatten auf dem steilen Aldo-;, uns gegenüber sichtbar und nachdem der Anker ausgcncrfi worden war. vergingen nur noch wenige Sekunden bis uns i Sloss von unten deutlich besagh», dass wir mil Müller Erde t»".i»l.-in Berührung waren: noch einmal erhob sich zwar .Jupiter"«-' wenig, um uns dann aber unwiderruflich und ganz sarhle i; weichen Basen niederzusetzen,

„Es war 1 Uhr 15. Wir hatten in 21/» Stunden einen W ; von Ii.*» Kilomeier zurückgelegt, dabei einen der bedciileruLVi Alpenkäinnie überschritten und waren in der letzten Vieilehtm-i über 2IMK) in gefallen.

„DerOrt. wo wir uns belanden. war die sogenannte „ttalznuv, Alp Ennelsewen. zugehörig zur Gemeinde Haslen und hegt ITJUi über Meer. Die für eine Landung geeignete Stelle dehnt sielt tuir wenige |nt> i|in aus, und die ausserordentliche Tüchtigkeit m: Kapitän Spellenni kann wohl nicht besser illustrirl werden. durch diesen ebenso kühn gedachten, wie schneidig durrhgrfür.r,. Abstieg inmitten einer wilden Gebirgswelt von Fels- und Silur bähten, wo links und rechts Verderben drohende Abgründe gähn -r und Wälder und Gebüsche dein Ballon den Weg versperrt-' Sowohl mein französischer Begleiter wie ich staunten über >le grossartige Leistung, wodurch unser Führer Leih und Leben sein«i Passagiere, sowie seinen Ballon intakt in Sicherheit geb'i hatte, und dankten ihm gerührt für die ebenso geniiss- » erfolgreiche Fahrt- — In der Nähe der Landungsstelle «*r--gerade ein Dutzend italienischer Maurergesellen mit dem Krncli'-: von Stalten bescliäftigl; ihr Meister war die Person, d:- in-begrüssle. Mil seiner und seiner Leute Hülfe stiegen wir m-unserem Fahrzeug, das sich trotz den furchtbaren Slümn-n <!'■ vorausgegangenen Tage und Nächte auf der ganzen Reise » züglich bewährt halle. Alsbald sandten wir einen Bote-r. Telegrammen an unsere Lieben ab.

„Im Laufe von einigen Stunden waren die Arbeiten e..-. Entleerens. Zusammenrollen*, und Einpackens des Ballon* crlni-!1 Schwierigkeiten hol nur noch der Transport des letzlem, uc!'hr< infolge früher Dunkelheit und schlechter Wege auf den folfci'-1'-Tag verspart werden musste. Aur einfachem Heulager vc-rbr»ii'n wir die Nacht und bewerkstelligten am Morgen daran' J'1 beschwerlichen Transport thalwärls, was mil Hülfe der rzit*'; Italiener ohne den geringsten Unfall von stalten ging.

„Bald nach Mittag waren wir in Schwanden, von wo uns Ji? Bahn weiter führen sollt»-.

„Mit Stolz und Geiiugthiiuiig konnten wir auf eine gru>sarl;; und höchst eigenartige Fahrt zlirückbhc keil: noch nie vorher»*' Tödi und Glärnisch von Menscbenaugen von oben aus nächster Nähe gesehen worden, noch tue vorher haben sich SlerHul"' ° hoch üImt diesen Bergriesen hinweg bewegt; jedermann aber n''' es hegic-iflich linden, wenn wir den I. August 1900 als eine» J«'1 denkwürdigsten Daten unseres Lehens betrachten.''

In ähnlicher Weise spricht sich Gnutier begeistert »as nK '

no

allein iiher die Fahrt, sondern auch über den Kapitän des ,.Jupiter,, Herrn Spelterini (Figaro 7. K. 00,).

Die lllustrirlen Aeronautischen Mittheilungen endlich erhielten vom Landungsort Schwanden aus eine an Bord des „Jupiter" in ■KHK) m Höhe geschriebene Ballnnpostkarte. welche uns sehr bald davon benachrichtigte, dass auch der Organisator dieser eigenartigen fahrt, Herr Spelterini, von deren Vorlauf vollauf befriedigt war.

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Jaoques Faure'a Ballonfahrt über den Kanal.

Jacques Katire, welcher sich bereits in rühmlicher Weise bei mehreren Contours acronauliques der Ausstellung in Vinceunes ausgezeichnet hat, ein neuer Luflschiftcr, -qui vent vaincre et qui prend les concours sericux», wie uns aus Baris berichtet wird, hat mit seltenem Wagemutli die Ueberfalirt vun England nach Krankreich unternommen.

Herr Fanre traf am i. September mit seinem Freunde Graf Kergarion in l-ondon ein und begann am Nachmittag um 2 Uhr mit der Füllung seines IBM cbm grossen Ballons <l.'Orient». Hie Aussicht auf die geplante Ueberfalirt war anfänglich wegen südlicher Winde bei strömendem Begen eine sehr geringe. Als Abends gegen Ii Uhr der Begen aber aufhörte und der Wind nach Westen hin drehte, wurde der Entschluss gefasst, die Fahrt zu wagen. Erst um 7 Uhr HO Abends konnte das Kommando -iais!» erfolgen. Bei der inzwischen eingetretenen Dunkelheit hielt Faure sich niedrig, um den Kurs zu erkennen. Der Leuchtthurm von Chat am sowie die von ihm iiberftogene Stadl Canterbury gilben den Luftfahrern die Sicherheit, dass sie auf rechter Strasse sich befanden. Gegen 11 Uhr Abends erreichten sie die Meeresküste. Bei nebeligem Weiter flogen sie in Höhe von etwa "H> m weiter. Es war nichts zu erkennen als die Lichter der b-uchtthürme der englischen Küste und diejenigen der unter ihnen fahrenden Schiffe Um 2 Uhr rW früh erkannten sie die Lichter ion Boulogne. Der Ballon war etwas gegen Süd abgetrieben werden und landete im Dorfe Alettes in der Nabe von i'as-dc-(jilais. 9

Zimmermann Flying Machine Co.

Since the appearance of my last contribution to the cause of Aeronautics, which was published in Ibis Journal, i have been kept exceedingly busy with supplying the unprecedented demand caused by the success and sale of my Kites; over three factories have been going night and day. 1 will be pleased to mail free of charge to any reader of this publication one or more of my Kites, so that tiny may experiment with the same for themselves; f«r on its principle is based the very practical Flying Machine i have at this time under construction. My Machine is therefore a duplication of the Kite with added iniprovnieiils

It would be premature for me at this writing to attempt a detailed description of my invention, as 1 desire to give it some severe tests and demonstrate to my own satisfaction whether or not success lies in the peculiar line of investigation i have chosen to carry out. After these experiments have been made 1 shall be pleased lo give to the readers of this Journal a full account of the same, with illustration of its working parts and of its behavior in the air and so forth

1 am aware that i stand alone in the ideas which 1 have udvocatct for several years, viz: 1st. Thai a man has sufficient power within himself, supplemented and assisted by air currents to lift and propel himself on the air. 2nd. That it is a matter merely of constructing and adapting the parts of the machine, to the strength of the operator and for the purpose of extracting energy from the wind, for when the latter blows the amount of

power re«|uired from the rider will be almost nil, bnt in a calm the maximum amount of energy will be required which in any case will not be more than what is required to ride a bicycle up a sleep incline. After the Machine is onco under way, the power required to advance will be reduced.

1 do mil intend giving any mathematical formulae showing air pressures, resistances and so forth to be overcome by the rider and cross-sections of surfaces, braces and stays, but will leave them to he calculated hereafter by those who are opposed lo my way of proceeding. I imagine it will be similar to finding out how the soaring bird maintains itself in the air without the apparent expenditure of energy and on which there is so much rariancc of opinion. Suffice it lo say. that at the present lime my machine must be under the complete control of its operator, permitting him to use his maximum strength with the minimum of effort. He must be able to elevate himself at a flat incline from the level ground without any special preparation of the latter, a common road should be sufficient — for this purposes (I for one deprecate the idea of having to get on an elevation in order to float off) — the operation should be able to go along the ground just skimming over its surface if need be, whether the wind blows or not, or to float over fences or tree tops just as the occasion demands. A jaunt through the air, as we now take bicycle rides', is among its possibilities. One must be able o go up easily and as easily and safely come down.

The Machine will be readily and easily opened up for trta and as easily folded together for storage; in the latter case it will tie a small compact bundle that can be stored in the corner of a room of ones residence. The Maschine will have a supporting area of one aquare foot of surface lo every one pound of machine and operator it is designed to carry. It will be about 12 ft. in the transverse and to ft. in the longitudinal direction when opened and when closed to consist in a bundle about 7 fit long and lo weigh about 30 lbs.

i do not hope to reproduce in an inanimate machine the equivalent of nerves, blood vessels, feathers and the intricate mechanism of a birds wing, which enables it to dctccl and adjust its every feather lo every little variation in direction and velocity of air currents, but 1 can approximate the shape of the wing and reproduce its general curve and outlines. A bat is a familar illustration of a bird flying without feathers; I can substitute fabric in my Machine fur the membrane covering its wings and instead of two wings as in a bird, i shall use four as in my Kites, which will automatically adjust themselves to air currents. My Machine therefore consists of four concavo-convex wings hinged to a bird shaped body; the framing is a combination of steel tubing and ha in boo covered with cotton sheeting. My Machine will also show that we have heretofore been applying power in a manner which at once handicapped the success of Hie Machine at the start.

After i have developed the Machine with man power, a motor will be added and as a matter of course larger machines will result, increasing in carrying capacity. Development of the machine lo its full extent will necessarily be a slow process, and sometime must elapse before we will have a full fledged Hying Machine conveying passengers and freight from one continent to another, but i am sanguine and confident that the time is al band for a one-man-machine and it is this that I propose lo place before the critical public on its own merits, all i ask is fair play and suspension of judgment until the appearence of this Maschine.

Frederick, Md., Mar. 9, 1900.

Dr. Chas. Zimmerman.

Militär Aeronauti*.

Den Berichten über die Kaiser-Manöver zwischen dem Gardekorps und dem II. Armeekorps in Tömmern entnehmen wir, dass ausser zwei Luftschiffer-Abtheilungen mit Drarhenballons und dem bekannten Signalballon diesmal auch die drahtlose Tclcgraphie mit Erfolg auf dem Manövcrfelde Verwendung gefunden luvt.

In Italien ist auf dem Schiessplatze zu Maurizio am 17. Juni gegen Fesselballons ein Schiessversuch gemacht worden. Zunächst beschoss eine 9 cm-Ausfallbatteric einen Kesselballon auf 301 Kl m Entfernung und 300 m Höhe; der Ballon fiel, wie berichtet wird durch ein einziges Shrapncl. Darauf musste eine 12 cm-Be-lagerungsbatterie auf einen 5000 m entfernten 300 m hohen Ballon schiessen. Es gelang, nach 7 Schüssen das Kabet zu zerschiessen. Ein gleiches Resultat erreichte man heim Schiessen aus 15 nie Kanonen gegen einen 6000 m entfernten und HIK) m hohen Ballon* Wie viele Schüsse hierzu gebraucht wurden, ist nicht angegeben wurden. _

Bemerkung zor Bohranbenfrage.

Hinsichtlich der Schraubcnvcrsuche von Walker und Alexander, wonach ein Schraubensystem, das an der Welle fläcbenfrei war, bei einer Maschinenkrafl von ß Pferdestärken, mit einer Druck-flärhc von !l,ß qm einen Druckeffekt von 43 kg lieferte, während eine andere Schraube von 32,5 qm Fläche, mit 10.5 l'ferdekräften, nur einen Druck von 50 kg ergab, bemerke ich, dass ich ein solch starkes Schranhensyslem bereits 1HH2 erfunden und als «Fahnenschraube« veröffentlicht habe. Diese Schraube, welche elastische, selhstthätig sich einstellende Flächen hat, dürfte noch grössere Effekte erzielen, als die von den obigen Forschern versuchte, weil deren Flügel feste Anordnung hallen, was bei Flugapparaten geradezu zu Katastrophen führen kann, wenn die Maschine versagt und die Schraube still stehen muss. Die Flächen meines Schraubensystems sielten sich dann selhstthätig in die Bewegungsrichtung und hemmen nicht.

Interessenten komme ich gern entgegen, und lasse ihnen Modelle zugchen, wonach sie grosse Schrauben bauen können.

Zu bemerken ist noch, dass diese Schraube durch fortgesetzte Entspannung, mithin schnellstens wirkt, da ein gespanntes Material seine Entspanniingsarbeil auf alle Fälle, seihst gegen die stärkste Gegenströmung abzugeben im Stande ist.

Kalkberge Rüdersdorf b. Berlin, 0. August 1HO0.

Carl Duttenstedt.

Das ZeppeUn-Lnftsohiff als nenester Versnob snr Lenk bannaobung tod Gasballons tob Ober-Ingenieur v. X>oessL

(zcilachrllt d«a «ritten ingenieur- ruht archileuur-viti'idc*. bt. jahrgang, nr. .1» vom 81 an(u>t iwhi»

Man wird mit vielem Interesse die Ausführungen dieses durch sein Werk (Iber die Luflwiderstandsgeselze allerwärts bekannten, eminenten Flugtechnikers verfolgen und Mühe haben, Gründe aufzufinden, welche seiner Behauptung, es werde unmöglich sein, einen Ballon, mag er nach dem oder jenem Konstruktionsprinzip ausgeführt sein, eine grössere Eigengeschwindigkeit als 8 in pro Sekunde zu verleihen, mit Erfolg entgegentreten.

Aber eine gewichtige Einwendung muss sich Herr v. Loessl dennocli gefallen lassen und zwar die, dass Alles, was er behauptet, nur für den Ballon, welcher leichter als die Luft ist, volle Geltung besitzt.

Alle erfahrenen Aeronautcn wissen sehr wohl, dass man die Fluggeschwindigkeit eines Bations durch Auslassen von Gas beliebig steigern kann und dabei dennoch nicht senkrecht fallen muss, wenn man über eine verstellbare Segellläclic verfügt.

Dr. Danilewski hat dies durch seine kürzlich ausgefulin-n Versuche, bei welchen es ihm gelungen sein soll, einen aomki-langeii Weg hin und zurück zu Iiiegen (l4)fUehifIahrt<<ieituri{. Heft III litt Kl) schon bewiesen.') Ausserdem lehrt die TW, über die Luftschiffahrt mit nur Ihcilweisor Entlastung, dass ihr: ein gehobenes Uebergewichl der Flug von der Höhe weg mäcliir beschleunigt werden kann.

Noch ist kein Grund vorhanden, die Hoffnung aufzoprls-dass es möglich sein wird, den Ballon zu einem brauchkirr; Verkehrsmittel auszugestalten, und ganz bestimmt wird es Deutsche Luftschiffahrts-Gcsellschafl in Stuttgart nicht untrrliwr nach und nach an dem Zeppelin'schen Schiff jene Verbessern!^ -anzubringen, die es zu entsprechenden Leistungen befähijt. !'.•>'• doch nichts mehr an diesem Schiffe, als die Segellläche und ri: beträchtliches Uebergewichl, welches durch Hebescliraohen m dem SchilTsmolor bezwungen werden kann.

So lange man das Schiff leichter wie die Luft belässt, v allerdings eine ausgiebige Leitung desselben nicht zu gewärlip-n und dann bliebe Herr v. Loessl im Rechte mit seiner Behauptzr,; dass der Ballon als Verkehrsmittel nicht recht zu brauchen ist.

Platte

Aeronautisoher Lltteraturberloht.

Ernst Freiherr t. LrHimer: Die Organisation technischer Kort-(Truppen und Stäbe). Mitlheilungeu über Gegenstände Artillerie- und Geniewesens. 1000. Heft 7. Wien.

Der militärischen Kreisen rühmlichst bekannte Verfasser sp-ic in obiger Arbeit auch seine Gedanken über die Organisation i-Luftschiffer-Abtlieilungen aus.

Ausgehend von der Behauptung, dass einstweilen bei d; Militär-Lufischilfern die Verwendung des Fesselballon* wir»;-: und dass letzterer berufen ist. eine grössere Rolle im Keslünp-kriege zu spielen, wie im Feldkriege, inöchle er die Loftsrf.ifr-den Festungspionieren angliedern. Er hall ausserdem aber iir Bildung einer LuflschifTer-Abtheilung für jedes Armeekorps fr ivothwendig, möchte aber die Kadres hierfür, der gleirhmiis-vt-i Ausbildung wegen, im Frieden zu grosseren Abteilungen vereinigen und empfiehlt Feslungen für diese als Garnisonen. dV-i im Festungskriege, sagt er, wird der Ballon voraussichtlich ein-umfassendere Verwendung linden.

In Festungen, wo keine Festungspioniere sich befinden, mü* man der Fcstungsaitillerie die Luflschiffer zutheilen. Aaisrrv sollen zu allen Ablheiiungen slets Artillerieoffiziere kumiwtiJ. bleiben.

Eine Angliedeuing der Luftschiffer-Abtlieilungen an Eiseiibilc Formationen oder einzelne Truppenkörper des Pionierkorp» •** der Verfasser für nuchllieilig. Dahingegen will er einen allgeineinm «Generat-Pinnier-Inspeklor. über Feld-, Festungs-, Eisenbahn-»d; Telegraphenpioniere gesetzt sehen. Mck

R. BHnistein: Gewitterbeobachtungen bei einer IUI1'' fahrt. Meteorologische Zeitschrift. Heft«. August I*" Am s. Juni bemerkte Herr Leutnant de le Roi von WVW n 7t» m Höbe um II'5, Vormittags über Kaulsdorr (8 km S1*1 Herlin) Knistern am einsernen Korbring und sah Funken v..r etwa 70 cm Länge und 1—2 cm Durchmesser unter etwa 120' v.n oben tier gegen den Korbring fahren. Vor und nach dieser tJ' scheinung hörte mau Donner. Es wurde gelandet und die Land"*; erfolgte mit starkem Aufprall. Verfasser hat festgestellt. da*s tvt-Gewittergruppen zur Zeit auf der Erde vorhanden waren, getreint durch die Oder. Der Ballon befand sich zwischen den Gruppe" übe*

i> Tllr ili'-xj jlrtiaiiplunf vermdp?» wir nicht eiuzutrct?*!.

D Ii

einer gewitlerfreicn Gegend. Kr schliesst daraus, dass östlich der Oder die Gewitter zwischen 12 l'Iir und I L'lir Nachmittag-, gemeldet waten, dass dieselben in der Mühe die Oder überschritten haben müssten, die sonst erfahritngsmfissig die Gewitter aufhält, her Aufprall des llallons scheint ihm mit der hei abgehenden Ce-vritlerböe in Zusammenhang zu stehen.

Lord Rnjlelgh. The mechanical principles of lliglit. Memoire and Proceed. of the Manchester Society 14. Xr. 5 2f>pp. I'.'OO. Ks werden sowohl der natürliche wie der künstliche Klug kurz, aber mathematisch elegant behandelt Betreffs des ersteren vertritt Verfasser seine Ansicht, dass der Schwebeflng durch hngleicliföriiiigkeileti des Windes zu erklären sei, nähert sich aber den ihm (und leider auch vielen Deutschen) offenbar unbekannt grMiebenon Arlieiten von K. Ahlhorn i'/nr Mechanik des Vogel-lluges, Abhandlung des naturw. Vereins in Hamburg 14. iKIMIi. indem als Hauplkrafl<|ue!le der Umstand angeführt wird, dass bei dem Segeln in gekrümmter Bahn der relative Gegenwind sich ändert.

Zum künstlichen Fluge übergehend führt er zunächst seine aus Kirchliofl's Lehrsätzen abgeleiteten Beziehungen zwischen Winddrnck. Windgeschwindigkeit, Flächeninhalt und Neigungswinkel der Platte an, und tbeilt Versuche an einein kleinen (Udationsapparat mit. t) Von den Arbeiten der Wiener Kiug-techniker wird nichts erwähnt.

Auf die gleitende Bewegung einer Drachenfläche angewendet, zeigt sich, dass bei Nichtberücksichtigung von Heibllng aus-•chliesslich eine hohe Geschwindigkeit nnthwemlig ist, um ohne Knergieverlust zu schweben. Wesentlich ungünstiger ist das Prinzip des Schraubenlliegers oder des Schwingentliegers fFitzgeraldl. Narli Lord Rayleigb's Ansicht wird die Fluginascliine der Zukunft nach dem Prinzip des Drachenfliegers gebaut sein, wenngleich meld geleugnet wird, dass die Methode, einen Körper durch eine vertikal rolirende Schraube zu erhalten, gewisse Vortheilc bietet Viscre Stabilität und geringere Gefahr beim Aufsteigen). Ks wird empfohlen, bei den ersten Versuchen die Schrauben durch elektrische Motoren zu treiben, welche auf dem Boden bleiben und durch 10--15 m lange Drahte mit den Schrauben verbunden werden.

Lajrfx. Otfrled (Oberstleutnant z. Dl, Betrachtungen über die Zukunft des mechanischen Zuges für den Transport auf Landstrassen, hauptsächlich über seine Verwendbarkeit im Kriege. Angestellt auf Grund der m der einschlägigen Litleralur nie<lergeleglen Krfabrungen. Mit 20 Abbildungen. 85Seiten, Oktav. M. 1,75. E S.Mittler u. Sohn. Königl. Hofhuehhandlung, Berlin SWI2. Kochstrasse W—71. Vorhegende Broschüre gibt uns eine trelfliche l'ebersichl «brr die in den verschiedenen Staaten angestellten Versuche, den mechanischen Zug in den Armeen einzubürgern. Kür die Mililär-Luftschiffahrt kommt die Verwerlbung von Slrusscn-LokonMivcn fnr das Nachführen der Gaskolonne in Betracht. Aul Seile Sil des H'i' Iiieins finden wir auch nähere Angaben über die Erfahrungen, *ilche die englische Armee mit ihrem Ilallon-Sleam Sapper in *l"a Berkshire Manövern IS'.td und in den Manövern in Salis-lejrjf 1898 gemacht bat. Es liegt in der Tendenz des Buches, den nertli Jos mechanischen Zuges für die Armee hervorzuheben in Bezug auf dessen vielseitige Verwendung und dessen in den meisten Fällen bisher anerkannte l^istungen. Wer in Bezug auf dessen Einführung in die Mililär-Aenmaulik sich schnell über

•l Kioe panr. Shnlt, h<- l'nU r^in tiiinr ha! /i'-mrb i. (¡bi.li/i-Mig M^nticmiiatin 1 Tubilijyii vcrudenllktit «liier dem Tilel: t.lltlwi.Ur«tanil«mes»ii[ii,-i-ii mit .-inen» »ran KoUlii«i»*ppar»t. Antillen der l'hynik 67, f. \<X>, isi'j,

alles bisher auf diesem Gebiele Geschaffene orienlircn möchte, findet in dieser Broschüre von Layriz den besten Berather. Jacques Court). L'aerostation et ses applications nulitaire;. Ö Ab-

bildungen, 18 Seiten. II. Brunei et Cie. Paris Preis 1,50 Kr».

In den 3 ersten Kapiteln wird uns zunächst eine kurze allgemeine Geschichte der Luftschiffahrt, dann eine Beschreibung des Ballunmaterials und der Versuche mit Luftschiffen und Klug-mascliinen gebracht, In Kapitel IV auf Seile 2:1 beginnt erst die Militär-Luftschiffahrt mit einer geschichtlichen Einleitung und einer Beschreibung des Materials und des Dienstes der französischen Luftscliiffer-Ablheiliingcn. Längere, aber durchaus nicht immer zutreffende Betrachtungen stellt der Verfasser über das llerab-schiessen des Ballons an. Im letzten Kapitel gibt er eine Zusammenstellung der Militär-Aeronautik anderer Staaten und eine Beschreibung des deutschen Drachonhallons, von dem er wünscht, dass er bald von einem französischen Ballon übcrlmffun werde. Die Broschüre gibt die beste Zusammenstellung, welche in den letzten Jahren über französische Militär-Luftschiffahrt geschrieben ist. und kann daher empfohlen werden. Q

Dr. med. CoastnuHn Danilewsky. Ein lenkbarer Flugapparat. Charkow, Bussland. I'.HJO. Selbstverlag des Verfassers, Preis 2.50 Jt (Aus dein Russischen übersetzt.) 82 Seiten Grossoklav. 17 Figuren, eine Photographie.

Das vorliegende Buch liätte einen ganz anderen und viel bescheideneren Titel bekommen müssen, wenn es bei ernsten Flug-teclmikcin Beachtung finden sollte. «Der moderne Mensch wird kaum den ausgesprochenen Ideen eine neblige Beurtheilung gewähren»! sagl der Verfasser: <er ist viel zu viel dem schwärmerischen llirngcspüinst ergeben, mit einem Schlage einen Flugapparat zu schaffen, der selbst gegen einen «Sturmwind» zu Iiiegen im Stande wäre».

Wenngleich der Verfasser mit der von ihm gewiss persönlich gemachten Erfahrung Hecht hat, das* ein Laicnpublikum nur Fertiges würdigt und für die Fortschritte der langsamen logischen Kniwickelung einer grossen Aufgabe wenig Empfänglichkeit besitzt, so wirkt doch andererseits seine Aeusserung etwas komisch, sobald man ein Fucil aus den von ihm durch praktische Versuche erreichten Resultaten zieht. Er mag sieh aber Laien gegenüber mit einem besonderen Nimbus umgeben, wenn er seinen sachlichen Kritikern die Worte entgegenruft: ihr moderne Menschen, ihr versteht mich ja gar nicht!

Der neue Versuch von Dr. Danilewsky besteht darin, dass er seine Klappcnflügcl an einein spindelförmigen Luftballon befestigt hat, dessen Längsachse dieses Mal vertikal steht. Die Gc~ wichtsverhältnisse des Apparates sollen so bemessen sein, dass er sich in der Luft im labilen Gleichgewicht befindet und nur durch die mechanische Arbeil des Luftschiffen», durclt Flügelschlag, über die Gleichgewichtslage sich erheben kann. Der Apparat ist alsdann schwerer als die Luft und muss naturgemäss, sobald der Lufls-r hiffer mit seinem Flügelschlag aufhört, fallen. Dass er hierbei durch Schrägstellung Seiner Klügelklappcn eine horizontale Bewegung mit der Kallbewegiing verbinden muss, ist gleichfalls nicht zu bestreiten. Danilewsky will sogar beobachtet haben, dass der Flug in der horizontalen Rirhtung hierbei so stark gewesen sei, dass die vertikale Längsachse des Ballons eine Neigung bekam, sich horizontal umzulegen.

Der Experimentator entwickelt aus diesen, wie er selbst gesteht, so einfachen Versuchen die Lösung des Problems der Luftschiffahrt im Sinne des Platte sehen Wellenlhiges.

Der Umstand, dass er hierbei sehr entschieden für den Klug mit dem Winde und nicht gegen den Wind eintritt, lässt die Ver-mulliung. dass Danilewsky's «lenkbarer- Klugapparat nie andere Bewegungen ausgeführt habe und dass die erwähntuu willkürlichen

Drehungen desselben ebenso gut unwillkürliche gewesen sein können, fast zur Gewissheit werden Man vermisst bei allen Versuchen lliatsächlichc Daten üIht Windgeschwindigkeit. Auftrieb und Gewicht des Galluns. Festlegungen der horizontalen und vertikalen Projektionen der Flugbahnen, wie man dergleichen bei ernsten Forschern zu lesen und sehen gewohnt ist.

Dem neuen Apparat ISIW hat Danilevvsky auch zwei durch ein Tretwerk in Rotation zu selzende Itadpropeller mit Wciide-llügcln angefügt. Der interessanteste und werlhvollslc Theil des Küchleins sind jedenfalls die rein technischen Erfahrungen, welche der Erlinder in Itczug auf die Ausführung seiner Flügel und Itiider gemacht hat; die Konstruktionen sind sehr einfach, aber gerade darum fiir andere LiiflschiiTer, die mit ähnlichen Apparaten arbeiten, lehrreich, und ihnen sei in dieser Hinsicht das Lesen des Buches empfohlen.

Im letzten Kapitel gibt Dr. Danilew.sky eine praktische Verwendungsvorschrift seines Flugapparates vom Typus des Jahres IS'Ht, in der dessen militärische Bedeutung sehr hervorgehoben wird. Er verleugnet darin seineu Charakter als Mediziner nicht, indem er von einer «Diagnose der feindlichen Stellungen» spricht. Aber diese kleinen Spracheigentümlichkeiten, die uns sonderbar vorkommen, verzeihen wir gem. denn der Verfasser hat sich als Russe bemüht, seine Versuche deutsch niederzuschreiben, und hegt jedenfalls die l'elierzeugung. damit etwas Nützliches zu schaffen. Auch die Offenheit und Bescheidenheit seiner Darstellung, sowie seine Dankbarkeil gegen alle Diejenigen, welche ihm be-hülflich waren, verdient Achtung und Anerkennung.

Mocd check.

General A. W. Greely, Chief Signal Ofliccr F. S. A. Balloons in war. Aus llarper's Monthly Magazin, Juni, PJtlO. 17 Seiten 8". 11 Abbildungen. Nach einer kurzen Einleitung über die l-'ntwickelung der Mditär-Aeronautik in Europa gibt der bekannte Verfasser einen ziemlich eingebenden Bericht über die amerikanische Militär-Luftschiffahrt unter Benutzung der neuerlich public irten Berichte des Luftsrhilfers der föderirlen Staaten während des amerikanischen Bürgerkrieges. Mr. Lowe. Wir erfahren darin unter Anderem, dass auch die Südstaaten bei Biclunond einen aus allerhand Seidenstoffen zusammengeflickten Fesselballon benutzt hatten, der den Föderirlen am 27. Juni in die Hände liet. General Greely wird den Leistungen der damaligen amerikanischen Kriegsballons in jeder Weise gerecht. Nicht minder hebt er die bisher mit nur geringen Geldmitteln arbeitende heulige amerikanische Militär-Luftschifferabtheilung hervor, welche ihre Entstehung allein seiner Initiative zu verdanken hatte. Nach dem amerikanisch-spanischen Kriege sind Versuche mit dem deutschen Drachenballon gemacht worden, welch letzteren Greely als vielversprechende Balloiilypc bezeichnet. Die LuftschilTerabtheilung des Signalkorps ist heule ähnlich denen der europäischen Armeen organisirt worden.

M oed üb eck,

Colonel Pomnrtzew, Seclion ncrnstalii|iic de la »ortete Tcchnique de Russie. Prccis des Travaux. Paris, II. Ch. Lavaiizellc. H». KT Seiten.

Eine Hebersicht der aeronautischen Arbeiten der benannten Gesellschaft, dargestellt in den fünf Abschnitten: Studium der Atmosphäre, Aerostatik, Studium des Vogetllugcs, Widerstand der Luft, Messapparale — Propeller — Maschinen und Dr.irhenllieger. Letzterer enthält eine Aufzählung bezüglich russischer Erfindungen. Dem des russischen Idioms nicht Mächtigen, der sich über die Arbeilen unserer östlichen Nachbarn orientireti möchte, dürfte

vorliegende Hroschüre pfohlen werden.

als neueste und einzige itrosrliütc

Concours Internationaux d'Exercice* l'hvslqors et de Spwic. Seclion X Aérostat Ion. Contrôle des concours d« bailur-libres Règlement. Paris DHU). gr. X", 12 Seiten Bei iter immer mehr zunehmenden Ausbreitung des ra ' : sporls ist vorliegendes vom Major Renard und Major Hirs. im... ausgearbeitetes Konirolslalut von Interesse. Der Erfolg der Wegfahrten m Vincerate» beweis! genügend, dass das Itegli'iiii-fit I • gut überlegte niustergülügo Arbeil war.

Conroutx Internationaux d'Exercices Physiques ri de tìe*m. Section X Arrostatimi rt Colombophilie. Paris. In.;, fu lionate, gr. H*, .">!• Seilen. Ausser der gesainiiileii Organisation der Wettfahrten uni Wettlliige, die Art cler Wettfahrten, Bedingungen für Zulassiir., denselben, ihre Ausfuhrung, die Preise, Beeide und lllichlen .Je Konkurrenten, Vorschriften feezüglich Güte des Materials u. i. » enthält diese Druckschrift eine Anzahl für jeden Lilftschirler nützlicher Tabellen ütrer den l>rurk und die De-hnbarkeit. *. .1, der Ballonstoff naihweisen muss, über den Auftrieb, die (ieiwi-l und die Belastung von normalen Ballons und Hallontlicilcn i.-.: über den Ballastverbrauc h in verschiedenen Hohen.

Statuten des Wiener Aere-Club.

H Seiten.

Wien Haut. Selbstverlag: IL i

Julius B. Staub. Die Entschleierung des Geheimnisses, nur lidie lür den Fliigapparal des Menschen erforderliche T" fälngkeil der Luft beruht. — Flugblatt. W», i Seiten

Ein Erfindei blalt mit allen einem solchen anhaftenden i'il' Ihùmlii'hkeili'ii Der Verfasser möchte sein Geheimnis« nicM in das Grab nehmen und tlieilt dasseltie, wie er sagt -ein (■-fache-s Coluiiihosei >, uns lieber vorher mit. Das Heben ber Fliegen wird durch Aufeinanderprallen der vom Flügelschlage '•' unten geworfenen Luflwelleii erzeugt Wie man einen auf seit-r Theorie basircnden Flugapparat bauen soll, hält der Vcrfâs.vf ir vor — wahrscheinlich, weil er sich noch nicht klar datübvr

— h. Der Aufstieg des LiifUchtlfes des Grafen tee Zen^a

Mit t Abbildungen. Aus ..I ms. hau" Nr. :«. II. Äugest I" Ein offenbar von einem Augenzeugen slammcndcr, sicli rii.-.c aussprechender Bericht.

II. W. I- Moedebeck. Der erste Eahrversueh mit dem ZrpptllaV^ Luftschiff. Mit t» Abbildungen und einer r'lugbaJin-!''> jeklion. Im ,.Promo!Iieus-', Nr. ölül, l!MKI. Der Verfasser gibt eine Darstellung des Veilaufs du h° suche und weisl nach, dass das Luftschiff in den erst™ *" nuten seiner Fahrt eine mittlere Geschwindigkeit von ü"ir" Sekunde hatte. Erweist darauf hin, dass dieser VerstKi.k' abschliessendes l'rtheil gestattet und dass die Eigenbewi'jir&j »,r;l eine grössere Geschwindigkeit erreicht haben dürfte, wie *>* einzelnen Beobachtern auch festgestellt sei.

0. Chanute. Experiments in Flying. An aeconul of Ibe •ttl'|,r own invenlions and adventures. Aus Mc. Clure's Mai;*-"' Juni. 1IKX1. 7 Seilen H*. IM Abbildungen. Der unseren Lesern wohlbekannte Verfasser bietet i™ * liegenden Artikel eine' kurze l'ebersicht seiner, HerrinfS Pilchcr's Versuche im persönlichen Kunstfluge.

aeronautische photographie. photogrammetrische aufnahme von höhenkarten vom luftballon aus.

Von Pro,. Dr. Heb. Plnstenralder. >)

mit 2 fifjron und *in«r taf*l.

In einer früheren in dieser Zeitschrift erschienenen Arbeil habe ich die photogrammeli isehe Bestimmung des Liallonorles behandeil und zugleich ausgesprochen, dass eine genaue Bestimmung des liallonorles Vorbedingung für eine verlässliche Karlenkoiislruklioii ans Ballonauf-nalimen sei. 80 lange man allerdings das Terrain als eben ansehen darf, kann man immer dann auf die Kennlniss des liallonorles ganz verzichten, wenn die Kenntnis« von vier auf den Bildern dargestellten Tcrrainolijekton vorausgesetzt werden kann; aber schon wenn man weniger als vier, also nur drei oder gar nur zwei abgebildete Torrain-objekle kennt, ist auch bei ebenem Terrain die Kenntnis« des Ballonortes zur kartographischen Rekonstruktion desselben unentbehrlich.

Bei phedogrammetrischer Rekonstruklion thut man gut, mit Rücksicht auf den praktischen Gesichtspunkt wohl zu unterscheiden zwischen dem, was theoretisch möglich, und dem, was mit einiger Genauigkeit wirklich ausführbar ist. In letzterer Hinsicht wird man dann zugeben müssen, dass eine Höhenkarte aus Bnllonaul'nalunen bisher nicht rekonstruirbar war, obwohl die Möglichkeit hiervon seit Längerem festsleid.

Hat man nämlich von einem Objekt zwei Photographien E und E" mit innerer Orientirung, das heisst solche, zu welchen die relative Lage des zugehörigen [►erspektivisclien Centrums bekannt ist, so reichen dieselben theoretisch ohne Weiteres hin, um das dargestellte Objekt sowie die Lage der beiden Aufnahme-punktc gegenüber demselben bis auf den Massstab zu bestimmen. *) Die Kennlniss irgend einer Länge des Objekts genügt dann zur Festlegung des Massstabes. Bis jetzt ist ein in allen Fällen praktisch gangbarer Weg zur Lösung dieser Aufgabe nicht bekannt. Man bedarf dazu der von Herrn Guido Hauck so benannten gegnerischen Kernpunkte,3) d. i. der gegenseitigen Perspektiven des einen Standpunktes vom anderen aus, deren Auffindung

'j Dieser Aufsatz ist eine mit einigen Zusätzen und Kürzungen versehene Wiederholung der Abhandlung des Verfassers: «lieber die Kriiiitruklion von llölienkartoii aus IIallonaufnabmen.> Silzuiigs-■*r der II. Kl. der k. bayr. Akad. d. Wiss. DKM) 'auch separat erschienen).

l) Vergl. z. B. das Referat des Verfassers über die geometrischen Grundlagen der Photogramnielrie. Jahresbericht der Deutschen MatlHinatiker-Vereinigung. f>. Bd., S. 15.

h Ebenda S. 9. sowie die Abhandlungen des Herrn Ilauck «her die Theorie der trilinear-projcktivischen Systeme, Crelle's Juurna), Bd. 96 und 97.

beträchtlichen rechnerischen oder konstruktiven Schwierigkeiten begegnet- Indessen, selbst wenn wir einen Weg zur Lösung der genannten Aufgabe hätten, wäre damit für die photogrammetrische Terrainnufnahme vom Ballon aus wenig gedient, denn hei einer solchen handelt es sich nicht bloss um die Ermittelung der Terrainfonnen an sich, sondern speziell um ihre Beziehung zur Lot-ricblung. Eine Kurvenaufnahme des Terrains z. B., bei welcher die Ebenen der Kurven nicht horizontal sind, würde, obwohl sie die Terrainformen vollständig darstellt, wenig nützen. Zwar würde bereits die Kennlniss des Fluchtpunktes der Lotlinien auf einer der beiden photo-graphischen Perspektiven zur Herstellung der richtigen Horizontalkurven ausreichen, allein die oben gekennzeichneten Schwierigkeiten lassen es gcrathen erscheinen, sich bei der Lösung der Aufgahe nicht auf das theoretisch zulässige Minimum an Kenntnis.« des darzustellenden Objektes und der zugehörigen Lotrichtung zu beschränken. Nur so erzielt man nämlich nicht nur eine ausführbare Lösung, sondern auch Kontrollen, welche die Richtigkeit derselben sicher stellen.

Zunächst sei vorausgesetzt, man kenne Grundriss und Höhe von vier auf zwei photographischen Bildern E und E" dargestellten Punkten des Terrains A, B, C, />, sowie von den beiden photograminetrischen Standpunkten 0, und Oj (Ballonörter 1: man soll Grundriss und Höhe irgend eines weiteren auf beiden Bildern dargestellten Terrainpunktes /' linden. Später soll auseinandergesetzt werden, auf welche Weise man in den verschiedenen Fällen die Ballonörter bestimmt, bezw. wie man auf die Kennlniss eines oder zweier Terrainpunkte verzichten kann.

Zur Lösung der erstgenannten Aufgabe bedient man sich am besten der Vermittehing der beiden Perspektiven des Terrains von den jeweiligen Standpunkten auf die Grundrissebene Ea. Ks seien Ot und <), (vergl. Fig. 1) die Standunkte 1 Ballonörter), Ol0 und Oin ihre Grundrisse, /'ein Punkt des Terrains, und dessen Perspektiven von den beiden Standpunkten aus auf die Grundrissebene und /'„ dessen Grundriss. Kennt man Pt und Pt, so erhält man /'0 als Schnitt von 0,0 1\ und 0M Pt. Die Höhe P„ P des Punktes P über dein Grundriss ergibt sich zweifach aus folgenden Proportionen:

P* P ■ Oin O, = Ii: II\ = T, />„ : P, '),„

/ » /' • <>w °i = * : 111 = pt P< wobei Hl und //, die Ballonhöhen sind.

P* <■>„,

Ausserdem muss die Verbindungslinie /'s durch den Punkt Q gehen, in welchem .), 0, die Grundriss-ebeue schneidel. Nur in diesem Kall schneiden sich nämlich die beiden Strahlen O, und Pt (>t in einem Punkt des Raums. Diese Probe ist äquivalent mit der llöhenprobe, welche sich bei der doppelten Ausrechnung von /* aus den beulen Proportionen ergibt.

Somit ist die Konstruktion von Grundriss und Höbe des Terrainpunktes auf die Bestimmung von P, und P, zurückgeführt. Diese aber kann einfach auf folgende Weis«« geschehen (vergl. Fig. 1): Ks seien Av /V,, (?,, />, die 4 Punkte, welche durch Centraiprojektion von 0, aus auf die Grundrissebene aus den \ bekannten Terrainpunklen A, Ii, (', I) entstehen und sich aus deren Grundrissen Aa, /»„, ClV /.>„ und den zugehörigen Höhen ohne Weiteres konslriiiren lassen (vergl. Fig. 1). Ks ist mm das Punktfeld At, liv (?,, //,, P, der Kbene /,'„ perspektiv zum photographischen liihl A\ ll\ C. I>', l" der Kbene E' von aus, daher kann F. aus /" linear ermittelt werden. Dies

Fi*, i.

geschieht am sichersten rechnerisch, wobei man von der Bemerkung ausgeht, dass die (rechtwinkeligen, schief-winkeligen oder projektiven) Koordinaten von /*, in der Grundrissebene EQ mit den Koordinaten von P' in der Bildebene E* durch linear gebrochene Delationen ') zusammenhängen, deren Koeffizienten sich dann besonders einfach bestimmen lassen, wenn in den beiden projektiven Kbenen jene Parallol-Koordinaten j-,, ijt bezw. .r' y' eingeführt werden, welche zu den Verbindungslinien .1, (\ und Ht />, resp. A' IC und <" fr als Achsen gehören (vergl. Fig. 2). Die Delationen können dann so geschrieben werden:')

1) Siehe etwa ; r.lcbsch-I.indemann's Verlesungen über (ico-metrie, Ild. I, S. U.'rO u. ff.

8| Kbenso einfach werden übrigens die Delationen, wenn in.in an Stelle der srbiefwinkeligen Koordinaten der Funkle ihre normalen Abstände von den oben genannten schiefwinfccligcn Koordi-natennxen nimmt. Diese normalen Abstünde haben vor den schief-winkeligen den Voilheil voraus, dass sie in den Ibidem ohne weitere Konstruktion direkt mit dem Zirkel abgegriffen werden können.

1 .4- H»' -4- 1

'r'j-s.| 1

!'i ii h

Zur Bestimmung von «, ß, y, * hat man nun lolgende vier Gleichungen :

I

.i, I

(,i >\

X

— « 4- y

— » — y

= ß + y

[i]

Die Buchstaben «„ /»,, <•,, »/, bezw. o', h', c\ «* \#-zeirhneu dabei die absoluten Werlhe der Koortlinaliti der Punkte ,l„ /,,. (\, />, bezw. A\ Ii'. C\ />' im t* nannten System (vergl. Fig. 2). Aus den Gleichungen <;•) lassen sich die Konstanten der Formeln (2> folgi-fi-dermassen successive berechnen:

---q\ "rTiii>r U« F?

Ir.

Fui.

_"l_ÍJL

I

1

l

i* =

y

y_

Entnimmt man dem Bilde die Koordinaten x\ y' vm /", so kann man nun millelst der Fonnelii (2) «Ii»' Koordinaten .r,, </, des Punktes Pt der Grundrissebene linden. Die Formeln (2) sind bereits in jene Geslall gebracht, welche für den Gebrauch des Bedicnsrhiebci-am vortheilhaflesteii erscheint. In analoger Weise findet man die Koordinaten j%, ;/i von Ps. wobei man vorher

die Koeffizienten jener neuen Fonnein zn berechnen hat, durch welche der Zusammenhang zwischen den jr„ tjt des Punktes Pt der Ebene A'0 und x\, y't des Punktes pt der zweiten Photographie E" dargestellt ist. Die Koordinaten a*t, yt sind auf ein von dem früheren etwas verschiedenes Koordinatensystem bezogen, da At, Bv 0t Dt im Allgemeinen nicht mit Alt Bv (?,, />, zusammenfallen werden. Hat man so die Punkte p, und p, nach ihren Koordinaten aufgetragen, so ergibt sich p0, wie erwähnt, als Schnitt von p, ö10 und Pt Ow und die Höhe h auf doppelle Weise aus den Proportionen (1).

Will man die Rechnung vermeiden, so kann man sich zur Bestimmung der Punkte p, und Pt auch der durch 4 Punktepaare gegebenen projektiven Beziehung des Möbius'schen Netzes bedienen. Die Konstruktion eines solchen Netzes beruht darauf, dass geraden Verbindungslinien der Punkte des Feldes A', B\ C\ 1)\ P wiederum die geraden Verbindungslinien der entsprechenden Punkte des Feldes A, B, C, ]), P, entsprechen. Ausgehend von den 4 bekannten Punkten A', B\ C, [r und ihren entsprechenden A, B, (7, />, kann man deren 6 Verbindungslinien ziehen und erhält dadurch 3 weitere Schnittpunkte, die man wieder mit den 4 ursprünglichen beliebig verbinden kann, wodurch eine grosse Zahl neuer Schnittpunkte entsteht, deren entsprechende in dem zweiten Punktfcldc durch die ganz analogen Verbindungen gefunden werden. So fortfalirend lassen sich beide Punktfelder mit einem beliebig dichten Netz von entsprechenden Linien überziehen und damit auch in einander entsprechende Parzellen eintheilen, wodurch dann die Uebcr-tragung jedes Punktes des einen Feldes in das andere ermöglicht wird. (Vergl. das S. 124 citirte Referats, ö.) In dieser allgemeinen Form ist die Anwendung des Möbius'schen Netzes nicht praktisch, da sie zu viel Linien auf den photographischen Bildern erfordert. Um längeren Konstruktionen in den Ebenen der Pholo-graphiecn E' und E" aus dem Wege zu gehen, wird man ein in die Bilder mechanisch einkopirles Quadratnetz in die Grundrissebene E0 übertragen, wo es dann als Möbius'sches Netz erscheint.') Es ist dies auf rein graphischem Wege allerdings nur sehr schwierig mit der nöthigon Genauigkeit zu erreichen. Sollen die Vortheile, welche das Möbius'sehe Netz bei der Bestimmung einer grossen Zahl von Punkten bietet, nicht durch Ungenauig-keit der zeichnerischen Ausführung beeinträchtigt werden, so ist es das Empfehlenswcrtheste, die Randpunkte des Quadratnetzes der Bildebene auf dem rechnerischen Wege mittelst der Formeln (2) in die Ebene E0 zu übertragen und durch Ziehen der Verbindungslinien das Netz zu vervollständigen. Die weitere Ausführung der Nelz-

*) in dem beifolgenden plan ist ein solches möbius'sches netz eingetragen.

maschen, bezw. die Eintragung der Punkte Pt und p, geschieht dann auf dem Wege der Proportionaltheilung, indem man die projektive Beziehung der Ebenen E bezw. E" und E0 innerhalb einer Masche näherungsweise durch eine affine Beziehung ersetzt.

Neben der oben auseinandergesetzten Methode, die beiden Punklfelder p, und Pt in der Ebene E9 auf projektivem Wege aus den photographischen Bildern zu entwickeln, ist noch eine mehr elementare denkbar, die auf den Regeln der darstellenden Geometrie beruht und bei welcher man den Grundriss und Aufriss der projizirenden Strahlbüschel von 0, und 0, aus zu Hülfe nimmt. In der Praxis versagt die direkte Anwendung dieser Methode wegen ihrer Ungenauigkeit und Unbequemlichkeit. Die Genauigkeit der Methode hängt nämlich in erster Linie davon ab, wie scharf die Ermittelung der äusseren Orientirung der beiden Strahlbündel 0, und Ojj gelingt, und jeder Fehler in den Ballon-örtern oder in der Stellung der Bilder geht in vollem Betrag auf die zu konstruierenden Terrainpunkte über. Hingegen ist die projektive Methode von der Genauigkeit der Ballonörtcr fast unabhängig, solange nämlich die Ballonhöhen sehr gross gegen die Terrainhöhenunterschiede sind. Wären letztere Null, so brauchte man die Ballonörter überhaupt nicht, die beiden Punkt-fclder p, und Pt in E0 würden sich decken und direkt die Horizontalprojeklion liefern. Aber noch ein weiterer sehr wesentlicher Vortheil spricht zu Gunsten der projektiven Methode. Während man bei der Methode der darstellenden Geometrie auf die Richtigkeit der metrischen Verhüllnisse angewiesen ist und daher immer auf das Originalnegativ oder auf ein davon abgenommenes Glasdiapositiv zurückgehen muss, kann man bei der projektiven Methode ohne Weiteres mit lixirten Papier-bildcrn oder Vergrösserungen arbeiten, da ja die Veränderungen, die diese gegenüber dem Originalnegativ zeigen, sehr genau durch eine affine oder projektive Transformation ersetzt werden können und daher die Werthe der Doppelverhültnisse, auf die es bei der projektiven Methode allein ankommt, nicht beeinträchtigen. Durch die Benützung von Vergrösserungen lässt sich aber die Genauigkeit und Bequemlichkeit erheblich steigern. Wenn es sich wie in der Regel bei den Terrainauf-nulimen um die Eintragung des Konstruirten in die vorhandenen Karten handelt, so hat man bei der Methode der darstellenden Geometrie noch mit dem Papiereingang der Karte, der in der Regel nach verschiedenen Richtungen verschieden ist, zu kümplen, was bei der projektiven Methode weglüllt, sobald man die Ausgangsmasse derselben Karte entnommen hat.

Es sollen nun die Methoden erwähnt werden, die zur Ermittelung der Ballonörter Verwendung finden können.

1. Ks sei lue ganze innere, von «1er Arl <Ies Aul-nuhmcupparatcs abhängige Orientirung, also HiMwcite und Hauptpunkt des benutzten ph<itogruphis«hen Hildes bekannt, ausserdem noch 3 auf <lein Hilde erkennbare Terrainpunkte. Damit ist das Dreikanl besliuiml, welches von den drei nach den bekannten Punkten gehenden Projektionsstruhlen gebildet wird. Dieses Dreikanl bildet die Spitze einer dreiseitigen Pyramide mit dem Dreieck der gegebenen Tcrruinpunkte als Rasis. Diese Pyramide ist zu konslruircn. Man denkt sieh das Dreikanl an einer Kante aufgeschnitten und in die Ebene ausgebreitet Die Längen der Kanten sind dann so zu bestimmen, dass zwischen ihren Endpunkten die Seilen des Dreieckes der gegebenen Terrainpunkte Platz linden. Praktisch macht man diese Hestimmung durch Probiren mittelst des Zirkels. Hat man auf diese Weise die Längen der Kanten gefunden, so erhält man den Hallonorl, indem man nach einfachen Hegeln der darstellenden Geometrie die Spitze der auf das Dreieck der gegebenen Terrainpunkte gestellten Pyramide konstruirt.1)

2. Hesonders einfach wird die Konstruktion des Ballonortes, wenn der Fluchtpunkt der Vertikalen aus der Photographic entnommen werden kann. Tin letztere-zu ermöglichen, lässt man ein«' Reih« von langen Lolh-leinen vom Aequntor des Hallons herabhängen, welche dann bei der Aufnahme initphotogruphirl werden. Der Schnittpunkt der Hilder derselben gibt den gesuchten Fluchtpunkt. In diesem Fall genügt ausser der Kenntnis» der inneren Orientirung die von nur zwei Terrainpunkten. »)

Gelingt in den Fällen b) und c) die Orientirung mit der nüthigen Schärfe, so kann man versuchen, für die weitere Konstruktion ohne Kenntniss eines vierten be/.w. dritten und vierten Terrainpunktes auszukommen, indem man auf dem Weg«' der darstellenden Geometrie aus einem oder zwei Paaren von Bildern indentischer Terrainpunkte Grundriss und Höhe derselben rekonstruirt und dann nach der projektiven Methode weiter verfahrt. Freilich ist das erzielte Resultat in hohem Maasse von der Richtigkeit der Positionen der Terrainpunkte und der Lothrichtung abhängig.3)

Die oben auseinandergesetzten Methoden wurden an der Hand eines ziemlich umfangreichen Materials an

1) Verst. das S. 124 cilirte tteferat S. 2«.

S) Ebenda S. 211. lieber die praktische Anwendung dieser Ballonortsbcstimiming s. des Verfassers Ailfsa'z in den Illuslrirlen aeronautischen Milthcilungcn lKflil, S. 31, auch im Jahresbericht des MUnchener Vereins für Luftschiffahrt hir das Jahr IWS, S. XV

f| Wiederholte Erfahrungen haben gezeigt, dass die vom Aequator des Ballons herabhängenden l/olhe. deren Bilder hei c.. zur Verwendung kommen, doch nicht selten infolge der mit der Höhe wechselnden Windgeschwindigkeit ziemlich weit von der l-othrichtung abweichen, namentlich dann, wenn sich der Ballon in der Nähe des Gebirges bewegt

Hallonbildern des Münchener Vereins für LufUrhiflahrt geprüft. Speziell für Höhenaufnahmen wurden zwei Bilder verwendet, welche bei einer Vereinsfahrt am 18. NV v«'iuber 189" aufgenommen wurden und die Ortschaft Waal bei Kauf heuern aus einer relativen Höhe vor, ca. .MX» m darstellen. Die eine von ihnen wurde ver. Herrn Haron v. Hassiis mit einem dem Verein gehörigen Apparat mit konstanter Bildweite auf eine Platte vom Format 12 X 1" cm aufgenommen. Die Bildweite de? Objektivs, ein Ort host igmal von Steinbeil, belriiji \')2 mm. Die zweite Aufnahme, von Herrn Privatdnzrti! Dr. Heinke herrühren«!, wurde mit einer sogenannten Hruns-Kamera im Format H X cm gemacht. Das z» gehörige Objektiv ist ein Goerz'scher Doppel-Anasligmat mit Iii» min Bildweite. Die Ballonörter wurden nach der Methode b) aus 3 Terrainpunkten bestimmt. Es war zwar der Ballon bei d«T Abfahrt mit Lothleiiten ausgerüstet, allein in Folge eines Versehens halten sich dieselben verwirrt, so dass nicht die genügend«' Zahl (mindestens zwei von Lothleincn auf einer Photographie zur Abbildung kam. Die innere Oricnliriing der erst genannten Aufnahme wurde auf folgendem Wege bewerkstelligt. Im Inneren des Apparates beliudet sich ein rechteckig Rahmen, dessen Hinrisse auf dem Negativ zur AbbiMiitiy gelangen. In Folge <ler Einrichtung zum Wechseln il' Glasplatten ist ein absolut genaues Anliegen derselU: au den Rühmen nicht zu erreichen, man kann &W wenn die inneren Orieiitirtingselemente (I lauptpunkt tßi Bildweite) für die Ebene des Rahmens vorher bestimmt waren, aus dem Vergleich der Dimensionen des Rahmen-bildes und jener des wirklichen Rahmens die zur La?-: der Glasplatte im Moment der Aufnahme geht'irijj< Oriontirungselemente bestimmen. Es verhält sich nämfcii unter der Voraussetzung, dass die Unterschiede der beiden in Betracht kommenden Ebenen (der Rahmenebene und der Ebene der Platte) sehr klein sind, die zur Pl-at*.-gehüiige Bildweite zu der zum Rahmen gehörigen wir der Umfang des Rahmenbildes zum wirklichen RiilimeD-umfang. Der Hauptpunkt erleidet in Richtung der Rahnipr:-seiten Verschiebungen, die sich mittelst Formeln folgende; Art berechnen lassen:

wobei «/ die genannte Bildweile, n und h die Seiten d« Rahmens be«l«'utcn, bt und i, resp. <*, und at die Verkürzungen der beiden Rahmenseiten 6 resp. «», uroi 1 hezw. (i die Verdickung des Hauptpunktes in «ler Hicht.it«: der Seile a bezw. h und zwar nach der stärker verkürzten Seite hin bedeuten. Für die Dimensionen des benutzt''''

(ft

Apparats ist der Faktor . — 1,0, es können also di-

n b

Verätidertingen des Hauptpunktes in Folge der nicht-parallelen Stellung der Platte zum Rahmen mit einer

allerdings etwas geringeren Genauigkeit ermittelt werden, als die Messungsgenauigkeit auf dem Negativ beträgt. Die zugehörige Ballonhnhc wurde nach der genannten Methode dreimal bestimmt, wobei die Zahlen 957 m, 9H3 m und 915 tu, im Mittel 915 + 7 tu resultirten. Für die Höhe des zweiten Uallonortes ergab sieh in ähnlicher Weist? 81)8 m. Die horizontale Entfernung der beiden Ballonorle betrug 1(57(5 m (vergl. die Tafel Ii. Als Projektionsebene wurde eine in der mittleren Höhe von ü.T7 m des darzustellenden Terrains gelegene Horizontal-ebene gewählt. Für die weiteren Ausarbeitungen stellte ich im mathematischen Institut der Münchener technischen Hochschule Vergiösserttngen der erwähnten Ballonbilder her und zwar wurde die erste Aufnahme dreifach, die

Unterschiede an den Gebäuden, den Strassenzügen, den Wasserläufen und den Flurgrenzen, soweit letztere zu erkennen waren, aufwies, dass eine zweifellose Identi-lizirung, so wie sie für eine Höhenaufnahmc unbedingt nöthig wäre, nicht wohl möglich war. Für die bestimmten Funkte wurden zum leichteren Vergleich mit der Katastral-aufnahme die Korrekturen wegen der Erhebung der betreuenden Tcrruitipunkle über das Ausgangsniveau unter Zugrundelegung der dem Positionsblalt entnommenen Höhen gerechnet. Nach den so ermittelten Positionen wurde ein Theil des hydrographischen Netzes rekonstruirt, welches zum Vergleich mit der Kaiastraiaufnahme in der beiliegenden Tafel im verkleinerten Massslabe 1 :25000 rcprodtizirt wird. Die Verschiedenheiten gegenüber der

S-FuukrnaJda-:Konslr t. BShriünu1/*

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1

Photoc-rawmetrische Rekonstruktion nach Ballonaufnahmcn.

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zweitejdoppeli vergrössert. Um zunächst rlie Genauigkeit der nach der projektiven Methode unter weniger günstigen Verhältnissen zu gewinnenden Horizontalpnsitionen zu prüfen, wählte ich auf dem zweiten Bild E" vier in der beigegebenen Tafel 1 durch Dreiecke markirte Punkte, die ich auf dem Katasterbltttt S. W. VII. 26. im Massstabc l : 50tX) idcntifiziren konnte. Ihre Höhen entnahm ich den Horizontalkurven des Positionsblnttes Nr. 739 Waal. Ks wurden nun 120 Punkte der Photographie in die Grundrissebene mittelst der Formeln (2) übertragen. Wurden dieselben mit dem Grundriss des Ballonortcs verbunden, so mussten die Verbindungslinien durch entsprechende Punkte der Katastralaufnahme hindurchgehen. Das traf auch im Allgemeinen zu, doch stellte sich heran», dass das im Jahre 1811 aufgenommene Blatt trotz der Korrekturen aus den Jahren 1811, 1819 und 1877 soviele

Katastralaufnahme erklaren sich zum grössten Theil durch tue Veränderungen, welche das hydrographische Netz, sei es durch den natürlichen Verlauf, sei es durch künstlichen Eingriff, erlahren hat (Verlegung und theil-weise Abschnürting der ScriM'titiiicn des Singold-Baches einerseits, dann Trockenlegung des Walker Weihers andererseits). Die nicht ganz befriedigende Ueberein-sliiumung mit der Katastralaufnahme wird zum Theil auch uuf der nicht vollkommen sicheren Identilizirung der Ausgangspunkte beruhen. Um für die Höhcnatifnalime hiervon möglichst unabhängig zu sein, orientirte ich das Koordinatensystem, das zum Umrechnen der anderen Aufnahme K' diente, nicht nach Punkten der Katastralaufnahme, sondern nach auf beiden Photographien sicher zu identifizirenden Punkten der obengenannten Bekon-struktion. Dadurch fallen die etwa vorhandenen syste-

malischen Fehler derselben für die Höhcubestinummg fast vollständig hinaus. Nun wurden für etwa .50 Funkle, welche auf beiden Aufnahmen identifizirt werden konnten,1) die Hohen gerechnet und dabei das in der naclifolgenden Tabelle zusammengestellte Resultat erhalten. Da sich für jeden Funkt zwei Höhen rechnen lassen, so kann man aus der IJebereinslimmung der beiden einen mittleren Kehler einer Höhenbestimmung zu 0,92 m, denjenigen einer Höhe zu 0,65 m berechnen. Dabei stellt sich heraus, dass die vom zweiten Standpunkt aus genommenen Höhen durchschnittlich um 0,49 m grosser sind als die vom ersten Standpunkt aus aufgenommenen. Wird dieser systematische Fehler abgerechnet, so bleibt ein mittlerer zufälliger Fehler von 0,85 bezw. 0,60 in. Das Maass desselben beweist, dass die Rekonstruktion der Positionen bis auf etwa 0,2 mm bis 0,4 mm im Massstab 1 :50O) gelungen ist. Ks unterliegt keinem Zweifel, dass sich bei noeh grösserer Sorgfalt eine erhebliche Steigerung der Genauigkeit erzielen Hesse. Immerhin ist die bereits gewonnene Genauigkeit schon höher als die eines systematischen Nivellements mit den Aneroid.

Für die praktische Verwerthung ist der Zeitaufwand, welcher für die einzelnen Operationen nöthig ist, von grosser Wichtigkeit und es mögen daher einige Angaben darüber gestattet sein. Die Konstruktion eines Rallon-ortes nach der Methode 1. erfordert, sobald man die Dimensionen der Karte direkt entnehmen kann, ca. 30 Minuten Zeit, die Ausrechnung der Konstanten für die Formeln (2) etwa ebensoviel. Die Anwendung der Formeln (2) ist auf je 5 Minuten Zeitaufwand zu veranschlagen. F.bensoviel Zeit bedarf die Herstellung der Horizontalposilion und die doppelte Höhenrechnung, sodass sich die für einen kotirlen Punkt noch aufzuwendende Zeit auf 15 bis 20 Minuten beläuft. Arbeitet man mit dem Möbius sehen Netz, so ist für die Herstellung eines solchen im Massstab 1 :50)0 wohl eine mehrstündige Arbeitszeil anzusetzen. Der für den einzelnen Punkt benöthigte Zeitaufwand reduzirl sich dann allerdings unT die Hälfte, also auf ca. 10 Minuten. Knie noch weitergehende Abkürzung des Verfahrens Hesse sich durch eine rein mechanische Umzeichnung des Hallonhildcs E in die Ebene E0 mittelst eines Perspektographen ermöglichen. Dadurch, dass man nicht das Ballonbild E'

1) Die Zahl der identifizirbaren Punkte hätte sich auf einige Hundert vertuehren lassen.

selbst, sondern eine Vergrößerung desselben zur l'tii-Zeichnung benutzt, lassen sich die zu lull igen Fehler 4>.-s Verfahrens jedenfalls auf ein zulässiges Maass reducin-n. Ob ein Gleiches mit den systematischen Fehlern auch gelingt, bedarf noch genauer Untersuchung.

Tabelle der doppeIt?emcsseiien Hohe* der Terralapunktc.

         

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114*)

13,3

212

52,0

16.0

204

54,5

2,5

6,25

in;

-0,1

158

- 2,4

o.l

219

0,4

2,8

7,81

list

0,2

268

0,0

0,2

358

0,5

-0,1

Hill

             

11,8

 
             

=.14

 

Hiernach ist der mittlere Fehler einer Bestimmung:

m = +1^* = + 0,92 Meter

f 2n -f «0

und der mittlere Fehler einer Höhe Jf — 0,707 m — 0,65 Vor:

t) Der Punkt 114 liegt nicht au, dem Terrain selbst, sooAern ist die Spitze des Kirchlhums von Waal.

Verwendung der Photographie

Unter diesem Titel bringt die Zeitschrift •Prometheus» in Nr. 557 folgende interessante, hier auszugsweise wiedergegebene Mittheilung:

«Seit dem Jahre 1897 benutzen die Hussen bei der Aufnahme der Strecken für die in den fast noch gar nicht erforschten (iegenden Asiens geplanten Eisenbahnlinien mit ersichtlich gutem

bei topographischen Aufnahmen.

Erfolge die Photographie. Einer der beiden mil den betreffenilffl Vorarbeiten betrauten Ingenieure, Namens Thile, nahm, nur von einem zur Instandhaltung der Instrumente verpflichteten Mechaniker begleitet und mit Nomadenzellen ausgerüstet, eine 132 km lang«" Strecke der Transhaikalbahn bis zur chinesischen Grenze und auf der Rückreise noch eine 40 km lange Variante dazu auf, s«

welchen Arbeiten, die in der Auftnenaung von vier Dasislinicn, der hieran angeschlossenen Triangulation und HA pholographisrhcn Panoramaaufnalnnen bestanden, drei Wochen gebraurbt wurden. Die Entwicklung der Negative konnte zumeist erst an den Ruhe-stalionen staltfinden. Zu Irkutsk entwarf hierauf Thile mit dem anderen Ingenieur, Namens Ichtschouroff, eine Karte der aufgenommenen Gegenden im Massstabe 1: 18000, die für eine .1500 >|km grosse Fläche alle Wasscrläufe, Tliüler u. s. w. und die Niveaukurven für fünf russische Toisen (— 10,67 m) Höhen abstand verzeichnete und auf deren Grund die Vorarbeiten der Eisenbahn-anlagc ausgeführt werden konnten.

Nach der von Thile angestellten Kostenberechnung, in welche die für persönlichen Unterhalt und Gehälter, sowie sogar die Anschaffungspreise der Instrumente mit einbezogen wurden, kam die Aufnahme eines Quadratkilometers bei dieser, ihrem Zwecke vollkommen genügenden Kartirung auf ca. 28 JL zu stehen, wahren.! sie bei Anwendung des Messtisclis die dreifache Summe erfordert haben würde. Zudem verblieben die Hundertc von Photographiccn, die zur Zeichnung der Karte gedient hatten, als an sich selbst interessante und die Genauigkeit verbürgende authentische Dokumente.

Die beiden Ingenieure, denen solches jenseits des Balkans geglückt war, haben dieses Abnahmeverfahren im nächsten Jahre mit gleichem Erfolg auch bei den Vorarbeiten für die Eisenbahnen von Tiflis nach Kars und nach En van und bis zur persischen Grenze in den kaukasischen Gebirgsländern angewendet und benutzen es augenblicklich beim Entwürfe der Eisenbahnlinien nach Teheran und von da zum persischen Meerbusen. Für die photographischen Aufnahmen bedienen sie sich des von Pa ganin i-l'io konstruirten Phototheodoliten; für die in den zwischen Teheran und dem persischen Golfe gelegenen grossen Ebenen vorgesehenen Aufnahmen jedoch hat Thile selbst einen Panoram aap parat zusammengestellt, der aus mehreren Cameras zusammengefügt ist und von Drachen in geeignete Höhen emporgetragen werden soll.» K. v. B.

Die tragbare dunkelkammer system „hardy".

Mit 2 Abbildung»«..

Oft scheitert das Interesse an der Photographie an dem Umstände, dass man keine Dunkelkammer zur Verfügung hat, man also gezwungen ist, Nachts die Platten einzulegen und zu entwickeln. Verschiedene Erfindungen suchten diesem Uebelstande entgegenzuarbeiten, Dunkelkammerzelte in kleineren und grosseren Abmessungen wurden konstruirt, um so ein Entwickeln bei Tageslicht zu ermöglichen.

Eine neue Konstruktion, deren Vortheile später klar gelegt werden sollen, ist von Major Hardy-Paris erfunden worden: «la chambro obscure portative •, die eine Dunkelkammer mit einem Entwickelungskoffer, um mich so auszudrücken, in geschicktester Weise vereinigt.

Der Apparat besteht, wie die Abbildungen zeigen, aus einem rechteckigen Kasten von Holz oder Metall. Die beiden Schmalseiten bilden zwei lichtdicht zu verschliessende Thüren, in den Längsseiten sind, einander gegenüber, zwei Fenster angebracht, das eine aus rothem inaktinem Glas, das andere aus einer Mattscheibe bestehend, hinler der eine verschiebbare Gelbschcibe liegt. An der linken Schmalseite befindet sich eine Ocffnung für den linken Ann, an der einen Längsseite eine solche für den rechten Arm. In beiden sind Aermcl befestigt, an denen wieder l'eherarmtd angebracht sind, so dass man nach Einführung der Hände mittelst eines Gummizuges die Aermcl an den Handgelenken lichtdicht abschließen kann. Der linke Aermcl ist so weit, dass man zwischen ihm und dem daran befindlichen Ueberärmel den photographischen Apparat oder die Kassetten unierbringen kann.

Pas Innere bestellt aus zwei Räumen; der in der oberen rechten Ecke befindliche Raum ist ziemlich klein, für das Fixir-bad bestimmt und durrh eine Klappe nach innen verschliessbar; im unteren Raum befinden sich zwei Abtheilungen, die ebenfalls durch Deckel geschlossen werden können, und zur Aufnahme der Schalen für den Entwickler und ein Wasserspülbad bestimmt sind.

Sehr praktisch ist die äussere Umhüllung für den Transport. Zwei Zinkwannen, genau mit den äusseren Abmessungen des Apparates, umschlieseen ihn wie eine Kisle und dienen als Schutz gegen Beschädigungen. Man kann sie auch zum Wässern der Negative (siehe unten) benutzen. So wird der Apparat, mit einem

Tuche umhüllt und durch einen Riemen zusammengeschnürt, zu einem photographischen Koffer. Die Abmessungen sind so geringe (26 x x m cm), dass man ihn auf der Lenkstange des Rades mitführen kann.

Die Handhabung ist eine sehr einfache.

Man sctzl sich an einen Tisch, auf den man den Kasten stellt und zwar so, dass das vordere Fenster gegen das Tageslicht (grelles Sonnenlicht ist zu vermeiden) oder gegen das Licht einer davor aufgestellten Lampe zeigt. Hierauf gicsst man den Entwickler, das Wasser- und Fixirbad in die betreffenden Schalen und fuhrt sie durch die linke Seitenthür in ihre Rehälter ein, legt die Kassetten oiler den photographischen Apparat in die innere Seite des linken Aermels und schliesst den Kasten. Dann führt man

die Arme in die Ueberärmel ein, indem man sie an den Handgelenken lichtdicht durch die Gummizüge abschliessl.

Nun kann man zur Entwickelung übergehen, die man in der Durchsicht durch die beiden Fenster nach Herausheben der Platte aus der Schale kontrohren kann. Km Beschleunigen oder Verzögern kann man durch Zusatz aus den entsprechend« n Flaschen, welche an der vorderen Längsseite angebracht sind, ermöglichen. Die Details des Negatives kann man bei vorgeschrittener Entwickelung in der Durchsicht genau prüfen, indem man die Gelbschcibe herausnimmt.

Nachdem man die Platte im Wasserbad abgespült hat, lässt man sie in die obere Schale mit dem Fixirbad gleiten. Dadurch,

dass zwischen der oberen Kastcndecke und dem Rande der S< hale nur ein kleiner Raum ist, wird ein für das weiten- Entwickeln ja so gefährliches Renelzen der Hände mil del Fixirnatronlosung oder ein Ueberspritxen in den Entwickler vermieden.

Ist die Platte auslixirl, so entfernt man die Schale durch die rechte Seitenlhür.

Eine sehr sinnreiche Verwendung finden die beiden Zinkwannen, die dem Kasten als äussere l'mhUlhing dienen, bei dem Wässern der Negative. Man füllt beide mit Wasser, stellt die eine auf den Tisch, die andere auf den Erdboden. Auf ballier Höhe setzt man (etwa auf einen Stuhl.i den Kasten mit den zu wässernden Platten, ebenfalls mit wamel gefüllt. Alb' drei behaltet verbindet man durch Saugheber miteinander, indem man zwei mit Wasser gefüllte Gummischläuchc mit ihren Enden in den oberen und mittleren Kasten, und in den initiieren Kasten und unleren einführt. So entsteht ein fortgesetzter Wasserzutluss aus dem oberen Kasten in den mittleren, ein Wasserabfluss aus dem mittleren in den unteren Kasten. Zweckmässig ist es, den oberen Theil des Hebers, welrher den mittleren mildem untersten kasten verbindet, auf den Roden des Plattenwasehkaslens zu führen, damit er vor Allem das (in Folge seiner Schwere durch das ausgewaschene unterschwelligsaurc Natron nach unten gedrückte) Wasser aufsaugt und abführt.

Von Zeil zu Zeit muss im obersten Behälter frisches Wasser nachgefüllt werden, das aus dem unteren Rehälter abgegossen wird

Die Vorzüge des Apparates sind klar:

a) Er macht unabhängig von Zeit und Ort, unabhängig vom Licht bei der Entwickelung, die man genau überwachen kann.

b) Er macht ein ständiges Laboratorium überflüssig, was ja oft schwer zu errichten ist, wenn nicht ganz unmöglich

c) Der Operateur hat »eine Bewegungsfreiheit und ist mit den Augen im hellen Tageslicht (ein nicht zu unterschätzender Vortheil!; das Entwickeln strengt ihn also nicht so an wie in der Dunkelkammer.

d| Er bietet in Bezug auf Lichtdichte dieselben Garanticen wie eine photographische Dunkelkammer. Verkaufspreis: Apparat aus Holz mit Aermeldurchlass und 3 Schalen in starkem

Karton für Platten bis Fl x »k rm. vtjto. Derselbe ganz aus Metall (für die Colonicen zu empfehlen!, Frs. 50,00 Dazu Einhüllung der zwei Zinkwannen, Frs. 10.50. Tuchumhüllung und Riemen zum Transport, Frs, 15.00,

Zu beziehen durch Lapierrc. Paris, Quai Jemappes SR, sowie alle besseren Geschäfte für photographischc Bedarfsartikel.

Riec keheer.

Ooerx' Photo-Stereo-Blnoclc.

mit 6 abbildung««.

• Möglichst wenig Gepäck » ist auch für den LuflschifTer ein Losungswort geworden. Ein Fernglas aber ist unbedingt nölhig zu setner Ausrüstung, ein photographischer Apparat dringend erwünscht. Beiden Anforderungen wird — falls es sich nicht um wissenschaftliche Aufnahmen handelt — das Goerz'sche Photo-Stereo-Binocle in vollkommenster Weise gerecht.

Mehrere ausländische Erfindungen zur l/.sung des Problems, Vereinigung des Fernglases und der pholographisehen Kamera, erfüllen ihren Zweck in nur unvollständigem Maassc; zu viele Handgriffe, Umstandlichkeil in der Behandlung der einzelnen Theile u. s. w. machten den Gebrauch äusserst komplizirt. Das Pholo-Stcreo-Binocle vereint dagegen sowohl die Vorzüge grftsster Handlichkeit mit der Mannigfaltigkeit der Apparate in sich, denn es besteht aus i Apparaten:

1. einem Opernglas mit 'i'/tfachcr Vergrösserung.

2. • Feldstecher » 8*j* » »

8, einer phidographiscben Kamera für Zeit und Momentaufnahmen.

■i. einer photograpliischen Mereoskop-Kamera für Zeit im.¡ Momentaufnahmen, die heulen letzteren im Format 4.5 x & em. Wie Abbildung I zeigl, ist das Instrument nicht grösser wi-ein gewöhnliches Opernglas, ein Abschrauben und Auseinandernehmen einzelner Theile, um es zu dem einen oder anderen Zwecke zu verwenden, ist ausgeschlossen; man spart also Zeil und ist nicht der Gefahr ausgesetzt, einzelne Theile zu verliere-

j j

abbildung l.

und so den ganzen Apparat zeitweise unbrauchbar zu macS-was ja namentlich auf Bcisen störend ist.

Um den Apparat als «Opernglas» zu verwenden (2 h»'*!> Vergrösserung1, ziehe man Stift III iAbbildung I) heraus, wislarti beide Bohre für Sehzwei ke Ireigclcgt werden; dann drehe nun die drehbaren Hevolverscheiben lt, auf denen sich die l'ur •!■-Oculare und photogttphischea objektive belinden, auf den Buchstaben T (Thealer). Das Einstellen erfolgt auf die gewöhnliclf Weise am Rade «r».

Zum Geliraiich als »feldstecher» i.'! ','« fache Vergrüsseninf; zieht man ebenfalls den Sltfl III heraus, dreht die Revolver-scheiben H auf F (Feldstecher) und stelll auf gewöhnliche res ein. Die Feriiruhrobjeklive O (Abbildung Ii) befinden sich auf <Jc Klappdeckel D.

Will man mit dem Apparate «photographischc Aufnahmen» machen, so drehe man die Bevolversrheihen B Iat-bilduilg 1,1 auf P (Photographie) und ziehe den Still II hl** Hierdurch öffnel sich das linke Bohr. Man öffne nun den kupp-decke! D (Abbildung 0) mit Hülfe des Drückers K und setze die Mattscheibe M ein. Durch diese stellt man in der gcwOhnlici»-« Weise durch Drehen am Rade «r» das aufzunehmende Objek! en Ist die Entfernung des Objektes In kannl. so kann dies m> Hülfe der Skala a (Abbildung Ii, deren Zahlen die Entfern»; w Metern (1—6 in u. cci bedeutet, geschehen.

ti u n

   

1

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AM' '.Iniiu- *.

Nach dem Einstellen entfernt man die Mattscheibe M oni legi 'ii' Kasselle ein und zwar die zahlen nach .Vis-n U man eine einfache Aufnahme erzielen, so legt man eine, bn Stereoskop-Aufnahmen zwei Kassetten ein, in jedem Rohre eine-

Die Kassetten bestehen, wie Abbildung 2 zeigt, aus dünnem Stahlblech, sind mit den Nummern 1 - 21 verschen und können in l^edertaschen (Abbildung 3; zu je 21 Stück mitgefühlt «erden. Das kleine Format der Taschen (II X c"") ermöglicht einen Transport einer ganzen Anzahl vom Platten.

Abbildung -1.

Hei in (Abbildung I) belinden sich die Menden 12 und üfi: bei ihrer Verwendung verhalten sich die llelichtungszeiten, verglichen mit der vollen ObjektivötTnung (gleiche Bedingungen vorausgesetzt), wie

volle OelTnung : Utende 12 : Blende «Mi wie 1:2: 16

«7

Abbildung 4,

Je nach Beleuchtung und aufzunehmendem Objekt wendet man die einzelnen Menden an.

Nun schhesst man (natürlich immer auf demselben Punkte stehend) die Klappe D (Abbildung fi). Das folgende Spannen des Verschlusses geschieht bei einfachen Aufnahmen durch Aufziehen des Stiftes II (will man, was vorzuziehen ist. bei der Aufnahme durch das andere Hohr das Objekt beobachten, durch Aufziehen

Abbildung !>.

des Stiftes I), bei Stereoskop-Aufnahmen durch Aufziehen des Stiftes I; die Geschwindigkeit des Verschlusses wird, je nach Bedarf, durch die Schraube <s> (Abbildung 11 regulirt. Bei ganz herausgeschraubtem Still (d. h. bei ganz nach rechts geschraubtem Knopf) ist die Belichtungszeit V«» Sekunde, bei vollständig eingeschraubtem Stift (Knopf bis zum Ende nach links geschraubt) ' >. Sekunde. Durch Einstellen auf die Marke in der Mitte erhält man die mittlere Geschwindigkeit von ';'«• Sekunde.

Das Oeffncn der Kassetten erfolgt durch den Hügel B (Abbildung 5). Zur besseren Handhabung sind an ihm die Klappringe K angebracht (Abbildung 1). Die Exposition wird durch Drücken auf den Knopf c tiewirkt ; ist dieser herausgeschraubt, so urbeilet der Verschluss all Moiuentverschluss, eingeschraubt als Zcilverschluss. Bei der Aufnahme ist der Apparat genau wagrecht zu hallen und jede Erschütterung beim Abdrücken zu vermeiden. Zur Erleichterung

wäre das Anbringen einer kleinen Dosenlibelle und eines Suchers (für Stereoskop-Aufnahmen) von Vorthcil.

Nach beendeter Aufnahme schiebt man den Bügel B zurück, klappt den Deckel D herab und nimmt die Kassetten heraus, indem man auf die Nase c (Abbildung 15) drückt.

Ii H

abbildung «.

Kür Zeitaufnahme schraubt man den Apparat mittelst der Schraubenmutter «q» (Abbildung 4) auf ein leichtes Stockstativ, das mit wenig Handgriffen gebrauchsfertig ist.

Da das Instrument mit zwei vorzüglichen Doppel-Anastig-maten ausgerüstet ist (f — 75 mm), so sind die Bilder trotz der geringen Grösse (1 '/t X Cl"* vergriVsserungsfähig (bis zur Gfachen Giössc). Ein von derselben Firma hergestellter Vergrösserungs-apparat erleichtert diese Arbeit bedeutend, so dass mit ihm brauchbare Bilder in genügender Grösse hergestellt werden können. Preis des Apparates:

Gocrz' Pholo-Stereo-Rinocle mit 2 Goerz-Doppelanastig-maten, Serie III, foc. 75 mm, 1 Kassettentasche mit 21 Blechkasselten und l^deretui . . . Jt 300.—,

Kassellenlaschen extra........Jl 8.—,

Mechkassetten extra.........«dl 0.50,

Storkstativ, extra leicht.......Ji 35.—.

Der dazu gehörige Handvergrösserungsapparal (D. R. G. M. Nr. 10».»Iii) kostet 260 JL Rieckchcer.

Fouchtgewordene Neg-ative.

Wenn durch Aufbewahrung an einem ungeeigneten Orte Negative feucht geworden sind, so entstehen beim Kopiren leicht auf der Schichtseite braune Klecken, die von dem salpetersauren Silber des Papiers herrühren, welches durch die Feuchtigkeit in die Gelatineschicht übergeht und sich am Lichte bräunt. Um solche störende Flecken zu beseitigen, mische man g rothes Blutlaugensalz in 1000 cem Wasser. Nach einem Bade in dieser Lösung verschwinden die Flecken und man muss nun die Platte Doch in einer lOVigen Fixirnatronlösung tixiren, um die Platte in getrocknetem Zustande verwenden zu können.

Rieckeheer.

Panorama-Aufnahmen.

Bei Panorama-Aufnahmen gelingt es oft schwer, Kopien von gleicher Tonung herzustellen. Der Kehler liegt dann meist nicht im Kopiren und Tonen, sondern in der Plattenschicht, die bei ver-sehiedenen Platten verschieden ist. Um diesen l'ebclstand zu vermeiden, verwende man eine einzige grosse Platte und zerschneide sie in das gewünschte Format. Dasselbe Verfahren wende man beim Kopiren an, also nicht einzeln geschnittene Blätter, sondern von grossen Bogen abgeschnittene kleinere Bogen.

Rieckeheer.

Aeronautische Meteorologie und Physik der Atmosphäre.

Ein Beschluss des Internationalen Meteorologen-Kongresses zu Paris.

Die Internationale Aeronautische Kommission, die zur Zeit des Internationalen Meteorologen-Kongresses unter dem Vorsitz von Prof. Ilergesell in Paris tagte, hat in mehreren Sitzungen verschiedene interessante Ilesehlüsse gefasst. Insbesondere befasste sie sich mit dem Antrag Hergcscll-Teissercnc de Bort, eine systematische Erforschung der höheren Schichten in Angriff zu nehmen. Derselbe wurde einstimmig angenommen und ausserdem in folgender Form dem allgemeinen Kongress vorgelegt, der denselben ebenfalls einstimmig genehmigte.

Auf den Vorschlag der Internationalen Aeronautischen Kommission spricht im Hinblick auf die guten Resultate, welche die Erforschung der hohen Schichten der Atmosphäre bereits zu verzeichnen hat, der Kongress folgende Wünsche aus:

1. Es ist für den Fortschritt der Meteorologie noth-wendig,periodisch internalionulcSimultan-Auffahrten an vorher bestimmten Daten zu veranstalten.

2. Diese Auffahrten müssen durch Drnchenaufstiege und Wolkenbeobachtungen ergänzt werden.

3. Es ist wünschenswert!., dass die militärischen Luflschilfahrts-Anstallcn und die meteorologischen Institute durch ihre Regierungen aufgefordert würden, sieh an diesen Auffahrten zu betheiligen, wie es bereits in mehreren Ländern der Fall ist.

Der Kongress bittet das Internationale Meteorologische Komite, die nöthigen Schrille bei der französischen Regierung thun zu wollen, damit diese Wünsche in Frankreich erfüllt und allen übrigen fremden Regierungen auf diplomatischem Wege übermittelt werden.

Dieser Reschhiss ist von weittragender Redeutung für die zukünftige Entwickclung der Meteorologie einerseits und für die gesammle Aeronautik andererseits. Er bedeutet nichts anderes wie die allgemeine Einführung

der Aeronautik als ein Rüstzeug der Meteorologie, er stellt einen Triumph dar für die Erfindung von Charles und für die Erfindung von Arehytas. Sicherlich werden mit der Verbreitung der Aeronautik in der meleorolV gischen Praxis unsere Erkenntnis« der Gesetze, weicht das Wetter bedingen, die Entwickclung des aeronautischen Sports, der auf Luftschiffe und Flugmaschinen hinzielenden Restrebungen und die der aeronautischen Technik und Industrie Hand in Hand gehen.

Was die Internationale aeronautische Kommission durch die Beschlüsse der Konferenz in Strassburg bs'JT geschaffen und durch viele Versuche mit vielen Mühen entwickelt und unterhalten hat, die internationale aeronautische Erforschung des Luftozeans, hat so vor-treflliche Früchte getragen, dass die wissenschaftliche Luftschiffahrt in Zukunft im Etat aller wirklichen Kultui-stuaten bald nicht mehr unberücksichtigt bleiben kann

Damit wird aus der Stellung des Civil-Luftschiffers, die bisher mehr dem vagabundirenden Akrobaten glich, ein Beruf mit der Aussicht auf Anstellung im Staatsdienste.

Hoffen wir, dass auch die zahlreich in Paris versammelten gelehrten Vertreter der Meteorologie da« Ihrige dazu beitragen, dass sie sich nach deutschen unJ französischen Vorbildern von dem bequemen Schreibsessel öfters trennen und sich bei Tag und Nacht mehr der anstrengenden, aber durchaus lohnenden Berührung mit dem Elemente ihrer Forschungen hingeben.

Wenn eine solche Behandlung der meteorologischen Wissenschaft erst allgemein Verwirklichung gefunden haben wird, dürfen auch wir übrigen Sterblichen bald darauf rechnen, von ihr Nutzen ziehen zu können und von ihr zu lernen, wann wir mit und wann wir ohne Regenschirm ausgehen müssen.

H. W. L. Moedcbeck

Kleinere Mittheilungen.

Drachen-Aufstieg: vom Blue HUI bla zu 4800 m Höhe. )

Mr. Itoteli, der Leiter de-i Hluc-Ilill-Ohscrvatoriuiils, thrill uns von einer neuen Glanzleistung seiner Drachen-Versuche mit. Am Ith Juli Dato erreichte eine Gruppe von fi Drachen diu Höhe von in. Dieser Werth tthertritti sellisi die höchste in Amerika

ausgeführte wissenschaftliche Hallonfahrt (Prof Hazen gelangte im Juni 1SH7 Iiis zu W>'M m). Die Drachen trafen hei ihrem Aufstiege keine Wolken an, jedoch war der höchste Drachen

i| Wi-- un- iniU'-Ihfill wirtl, t'rrt'JiJiti' M. T'i>*. mir ito IWrl im Aiifrn-t «lirscn j»tm - in Tra|i|i< s milti-M liru<ti,ii cliif Msniiiiall,r,|iu von .*>«m>mc. rr hut damit tinnii N'-ih il Iti'Vnr«! ^e-rliaffeii. 11. H.

schliesslich kaum mit freiem Auge zu sehen. TüllO m Stahlil'»'l! wurden als Kabel ausgegeben. Der Meteorograph erreichte euv' Höhe von 4Klf» m über dein Meere. Die Temperatur sank Iiis auf den Nullpunkt bei grosser Trockenheit und einem Westwind von 12 in p. S.

Mr. Hotch hofft, dass dem Gewinnen der Montblanc-H"'10 bald der Rekord von 5000 m folgen wird.

Konferenz der Internationalen Kommission flr wlaaeneohafUlohe Luftschiffahrt la Paria,

Die Konferenz fand in Paris vom IL—15. September »l»tr Das aufgestellte Programm, welches wir hierunter mittbe,'*a

zu interessanten Verhandlungen un<l Beschlüssen Anlass gegeben, [ Uber die wir theilwcise bereit« üben beneblet haben Die aus- | fühl heben Verhandlungen folgen im näelisleii lieft

Spoziii ■•Prot; nun m.

Instrumente zum Studium der höheren Schichten der Atmosphäre.

Asstnann: F.in neuer Begislrir.o-parat titr Hegislrirballon*. tiergesell: Vorführen sehr cmplindlichcr Thermometer mit neuen

Ventilat Ii iiisvon ich I Uli ^en. Te i s serenc de Hort: Instrumente des Observatoriums in Trappe».

Versuche zur Krzielung einer künstlichen Ventilation.

Ballons, deren Ausrüstuiig and Auflassen.

Assmann: F.ine Modiiikation des Ilallons sonde.

Hergesell: Vorüibiung eines neuen seidenen Itegistrirballons mit besonderen Hallast- und Ventihoirichlungcn.

Teisserenc de Hort: Gebrauch von l'apierballons für die internationalen Auffahrten.

HtTgesell und Teisserenc de Hort: Vorschläge für eine systematische Erforschung der Atmosphäre ihncb Veranstaltung internationaler, simultaner und periodischer Auffahrten von RegistrirbaMons.

Drachen und Luftschrauben.

Lawrence-Rotch: Gebrauch der Drachen zu meteorologischen Studien.

Teisserenc de Hort: Zweijährige meteorologische Forschungen vermittelst Drachen im Observatorium Trappes,

Pernter: Leber Drachen.iiifslicge in Wien und die Verwendung des Nikcl'sclnn Drachens.

Palrik Alexander. Gebrauch der Luftsebrnube für meteorologische Forschungen.

Die letzten Silzurigeti der Konferenz werden im Observatorium in Trappes stattfinden, wo das Aullassen von verschiedenen Hegistrirballons vorgeführt werden wird.

Folgende Mittheilungen von allgemeinem, meteorologischem, Interesse, die der Erforschung der freien Atmosphäre den Hegistrirballons oder Drachen ihre Entstehung verdanken, sind von unseren Mitgliedern für die allgemeinen Sitzungen des meteorologischen Kongresses angemeldet worden:

1. Asstnann: Ueber die Einrichtung des aeronautischen Observatoriums des König), preussisi lien meteorologischen Instituts.

2. Hergesell: Uebcr die Resultate der internal ioiralcli Simultan-Fahrten, insbesondere über die Temperatur der freien Atmosphäre.

3. Hergesoll: lieber die Bewegung der Luft in den höheren Schichten der Atmosphäre.

4. Lawrence-HotiTi: l.'eber die Resultate, die vermittelst Drachenaufsliege in Bluc-lhll gewonnen wurden.

ft. Teisserenc de Bort: Hauptsächliche Ergebnisse von 2ö0 Ballonaufstiegen in Trappes.

Meteorologischer Litteratarberiohi.

WtotetMchattHrlie Liittfnhrleii, auseefllhrt vom ..Deutschen Verein zar Fitrdernng der Lufls,liilTahrt In Berlin". Unter Mitwirkung von 0. Itaschili, W. von Bezold, It. Bornstein. II. Gross, V. Kremser, U. Stade und Ii. Siirintr. Herausgegeben von K. AsNiniiiin und A. Bervon. In drei Banden. Braunschweig (F. Vicwcy und N.hn) iH'.l'J-lüOO. I". Erster Band: Geschichte und Beobachtungsiiiattiial. X. 212.

täOpp. Mit einem farbigen Vollbilde. 11» eingedruckten Abbildungen

und 59 Karten.

Zweiler Band: Beschreibung und Ergebnisse der einzelnen

Fahrten. XI, 7<K!pp. Mit i> farbigen Vollbildern. :110 eingedruckten Abbildungen und 2 Talcln.

Driller Band: Zusammenstellungen und Hauptergebnisse. /Jl.tpp Mit 20 eingedruckten Abbildungen und 2 Tafeln.

Ein in seinen ersten Anfängen bis in die Mitlc der achtziger Jahre zurückgehendes Unternehmen bat in diesem umfangreichen \Vi i ke seinen Abschluss gefunden. Die tlaupldalcn dieser wissenschaftlichen Luftfahrten, die grossarlige Unterstützung und das siele Interesse, welche der deutsche Kaiser den Arbeiten hat zu Tlioil werden lassen, sind Allen, welche die Fortschritte der Luftschiffahrt verfolgen, so hinreichend bekannt, dass mit wenigen Wullen nichts Neues gesagt werden kann. Auch eine kurze Besprechung ist natürlich ausgeschlossen. Wir bcscluänkcn uns daher im Wesentlichen darauf, eine Inhaltsübersicht zu geben, um denjenigen, welchen das Werk nicht zugänglich ist, wenigstens einen Einblick in den llharaktcr desselben zu geben.

Die erste Ablhcilung des erslen Bandes enthält die Geschichte der wissenschaftlichen Luftfahrten, geschildert von Prof. Assmann. Sie umfasst die Kapitel; Allgemeine IVbeisicht über die Entwicklung der wissenschaftlichen Luftschiffahrt bis zum Jahre 1HH7; die Beobachtungen, das Instrumentarium und dessen Verwendung bei den wissenschaftlichen Luftfahrten bis zum Jahre 1«87 und Kritik der bei denselben gewonnenen Ergebnisse; Begründung für die Berechtigung und Notwendigkeit neuer Untersuchungen; die Entwicklung der neueren wissenschaftlichen Luftfahrten. In der zweiten Abtheilung werden die wissenschaftlichen Luftfahrten des «Deutschen Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt in Berlin» besprochen, und zwar: das Balloninaleriat (Hauptmann Gross); das Instrumentarium und die Beobaclilungsmetboden (Prof. Asstnann); die Berechnungs- und Redudionsmcthoden (A. Bcrson). Die dritte Abtheilung bildet gewissermassen den Grundstock für alte folgenden Kapitel; sie enthält in möglichst ausführlicher Form das ganze bei 75 Fahrten angesammelte Beobaclitungsniaterial. Die vierte Abtheilung ist charakteristisch für die Opulenz der Ausstattung des ganzen Werkes; es ist ein Atlas graphischer Darstellungen der Flugbahnen und Haupt-Ergebnisse von 7ö Ballonfahrten. Für jede Fahrt ist gegeben: die projicirte Flugbahn mit Darstellung des Geländes, die vertikale Flugbahn nebst Angabe der Geschwindigkeit und Notizen oder bildlicher Darstellung über Bewölkung, der Verlauf der Temperatur und relativen Feuchtigkeit während der Fahrt und diu Kurve des Barographen an Bord des Ballons. Schon eine flüchtige Durchsicht dieses Allanten bietet in rein aeronautischer wie in meteorologischer Hinsicht viel Anregendes.

Der zweite, an Umfang und Arbeitsleistung ausgedehnteste Band enthält eine sorgfältige Durcharbeitung jeder einzelnen Fahrt, meist in folgender Anordnung: Zunächst ist vom Ballonführer eine Fahrlbeschreibung gegeben, dann behandelt der Meteorologe die Willerungslage unter Beifügung von einigen synoptischen Karten, femer die meteorologischen Elemente der Fusspunklc der Ballon-bahn, den Verlauf der Temperatur (durch eine graphische Darstellung erläutert} und Feuchtigkeit, die Windverhältnisse, Bewölkung und Sonnenstrahlung. Der zweite Band zerfällt in 4 Ab-Ihcilungun: t. Vorbereitende Fahrten, enthält die Fahrten aus den Jahren lKSK und lHUl ; 2. Hauptfahrten, enthält die Fahrten aus den .labten IWir, und 181M; 3. ergänzende Fahrten, enthält die Fahrten aus den Jahren INSU bis lHlüJ: 4. die Aufstiege der Re-gistrirballons (Kegistrir-Fessclballon • Meteor> und Registrir-Frei-ballons). — Die diesem Bande beigegelienen, von Hauptmann Gross entworfenen Vollbilder können als Kunstbcilagen im besten Sinne des Worts gelten. Sit- stellen spannende Episoden oder meteorologische wichtige Phänomen dar: 1. Absturz des Ballons « HiniiMdt • mit geöffnetem Ventil in einer Scbncewolke in 3000 m Höhe am 1-1. März 18!I3; 2. «Achtung Beissleino >, Landung am

m

15. Juli 1893; 3. Aureole um «leti BuMumm hallen imil Drockcn-gespenst; 4. Blick über das Wolkenmeer auf das Harzgebtigc am Morgen des 10. November 1893 in 0110 m Höbe: 5. Engwirbelnde C.umulus-Wolke, welche sich srhirinartig ausbreite! und dann auflöst (4. August 1894 in a'»00 m Höhe).

Der drille Band des Berichlwerkcs soll die in den beiden ersten Banden niedergelegten Beobachtungen und Erörterungen zusammenfassen und aus ihnen die nächstliegenden allgemeinen Schlussfolgerungen ziehen. Man hat sich dabei zur lieget gemacht, nie von dem Hoden der durch die Beobachtungen gegebenen That-sachen abzuweichen und insbesondere sich vor allen nicht ganz sicheren Schlüssen oder Verallgemeinerungen zu hüten. Bei einem Werke, das berufen scheint, als Fundament für weileie Forschungen zu dienen, wird man diesen Standpunkt durchaus billigen. Die Folge davon ist, dass die Ergebnisse manchmal nicht so weitgehend erscheinen, wie diejenigen anderer Forscher bei freierer Benutzung der Beobachtungen, bei geistreichen Kiuiihm.i'.ioncn und Extrapolationen mit weniger sicher gestellter liiundlage Eine eingehende Bericlderslatluiig der Kinzclarbcitcu wird bei der gebotenen Beschränkung nicht leicht allen Mitarbeitern gerecht werden können. Wir begnügen uns daher auch hier mit einer Kapilelangabe, holten jedoch, gelegentlich die Leser dieser Zeitschrift mit einem oder dem anderen Abschnitt in geeigneter l'm-arbeitung bekannt machen zu können.

Der dritte Band enthält: 1. die Lufttemperatur, bearbeitet von A. Berson (vertikale Temperaliirverlheilung im Allgemeinen, die Jahrcspcriude der Temperatur in den unteren und iiiitlelliohen Schichten. Beziehungen zwischen vertikaler Temperaliirverlheilung und Willerungsiage, die tägliche Periode der Temperatur und ihre vertikale Erstn-ckung. den Temperaturgaiig in und über Wolkcn-schichlen, Temperatuiumkehr, Schichten mit labilem Gleichgewicht!; 2. die Verlheilung des Wasserdampfes, bearbeitet von H. Süring (die Aenderung der Feuchtigkeit mit zunehmender Höhe; empirische Gesetze über die vertikale Verlheilung der Lullfeuchtigkeit; F.inlluss der Tages- und Jahreszeit auf die vertikale Verlheilung der Luftfeuchtigkeit; Beziehungen zwischen vertikaler Feuchtigkeitsverllieilung und Witterungslage: Bemerkungen zur Berechnung der Psychromcterangabetii; .'1. die Wolkeiibildungen. bearbeitet von H. Süring (die Struktur der Wolken, die Formen der Wolken und ihre Beziehung zur Witteriingslage, besondere Wolkengebilde); 4, die Geschwindigkeit und Bichlung des Windes, bearbeitet von A. Berson (die vertikale Aenderung der Windgeschwindigkeit und die vertikale Aenderung der Windiicblungi b. die Sonnenstrahlung, bearbeitet von H. Assmann (die aklino-inetrischen Differenzen bei unverhüllter Sonne, bei nicht unverhüllter Sonne, bei völlig durch Wolken verhüllter, unsichtbarer Sonne, während der Nachtzeit); <1. die Luftcleklricität, bearbeitet von B. Hörnstein; 7. Theoretische Schliissbelrachtiingen von W. von Bezold (die Bedeutung der wissenschaftlichen Luftfahrten im Allgemeinen, die Tempc raturverlhriliing in den Vertikalen theoretisch betrachtet, die beobachtete mittlere' Vei theiluiig der meteorologischen Elemente in der Vertikalen im Jahre und in den einzelnen Jahreszeiten).

AppnreJIs du colonel Pomortzrr puur In diHerminiition de In dlreetlon et de In Titesse du inoiiTrmcnt des nuaees et des bull uns, des dlstauees fobservees du hnlluii) et de 1» hautcur du ballen. Paris (Henri Charlcs-Liivauzcllc) 57 [ip. 8«. In diesem von der «Sertion aeroslatique de la soeicle imperiale lechnique de Dussie» herausgegebenen Heft werden vier Apparate beschrieben, voll denen die eisten drei zur Messung relativer Geschwindigkeiten und Bewegungen lusliiiiint sind Ob von der Erde aus die Wolken oder vom bewegten Ballon ans

Punkte auf der Erde gemessen werden, läuft natürlich prinzipiell auf dasselbe heraus; der Grundgedanke der Apparate i»| dakr auch derselbe.

Wir übergehen den zuerst geschilderten, ziemlich verwickelte Theodolit für Wolkenmessiingen und beschreiben gleich Jti zweiten wesentlich einfacheren Apparat. Ein Fernrohr rnn schwacher Vergrösseiiiilg und grossem Gesichtsfeld wird horizontn! und in den Meridian gestellt. Vor dem Objektiv ist ein um zw<: Axell drehbarer Spiegel angebracht; letzterer Wird gedreht, bi-das Wolkcubild den Fäden des Fadenkreuzes hinter dein Okul.ir parallel zieht, und dann die Zeil des Passireiis der Fäden und tln Stellung der Trommeln am Spiegel abgelesen. Wird der Spie-;.; nach unten gekehrt, so kann das Instrument dazu dienen, de Geschwindigkeit und üewegiingsriehtung des Bations zu bestimmen (Apparat Nr. 3'-. Meist wird man den Spiegel unter 45* neigen, so dass man Dunkle senkrecht unter dem Ballon sieht; man tu: dann einen guten Ersatz für die stets etwas unsichere Vi-rfulgunp der Hallenbahn durch Visiren am Schlepplau. Die Gesctiwindigkei'. bestimmt man wiederum, indem man die Zeil ermittelt wil.Si das anvisirle Objekt zum Passiren des Gesichtsfeldes braucht.

Der vierte Apparat dient zu Bestimmungen der KnOernttr-gi-n und der Höhe vom Ballon aus, vorausgesetzt, dass man bekannt Punkte auf der Erde sieht. Ein Zeiss'sches Belieffernrohr ist um einem Höhenkrcis versehen, die Depression des Fernrohrs mnl abgelesen. Aus einem Fesselballon in 1 -mio in Höhe liesseil sicli Entfernungen bis zu ii) km mit einer Genauigkeit von 2—J' ■ beslimmen.

Olierst Pomortzer ist schon seil Jahren mit der Konstruktiv derartiger Theodolite beschäftigt, und es ist naturgemäss seit».:, mariches darüber veri'fleiitlicht Trotzdem wird Vielen du-», zusammenhängende und sehr ausführliche, durch IM Holzschnitt-erläuterte Darstellung willkommen sein. Die Apparate werdi* von dem Mechaniker Petermann in St. Petersburg angefertigt

Meteorologische Bibliographie.

t'onite H. de la Vaulx, Guffroy, Comte du Pnysegor. E. Alauagiiy: Observalions faites le 10 avril 1900 Jjir.s une ascensioo du ballon le ■Centaure». Annuairc Snc. M<: de France, 48, Mai, S. 4. t!W0.

Dreistündige Fahrt bis zu DHU) m Höhe. Es werden lä lk-obachlungeii am Assinann'schen Aspiralions-Psychrometer mi:-getheilt.

D. Kluuipke: Ellipse du soleil du 28 mai DK»), observee cn balk'i Coitiptes Hendiis Ar Sc. Paris, 130. S. 1529-1531. IW Echpse du soleil du 28 mai, L Aeronaule 33, S, 113. 1'.*" Die Astronoiiiin Frl. Kluuipke stieg in Paris auf, um tli« partielle Soiinenlinsterniss zu beobachten. Die Sonne war ledvh meist durch die bis 3500 m reichenden Wolken verdeckt Temperatur-Ablesungen mit Assmann's Psychrometer und tut! J™ St hleiidei Thermometer,

J. Violle: Observalions arliiiomclriqucs pendanl l'eclipt* ™ 28 mai im»». Complcs Hendiis Ac. Sc. Paris 130, S.

bis dw.i, djoo.

Ausser Beobachtungen auf dem Pic du Midi (2W50 in!- werd-n du- Ergebnisse einer von Teisserenc de Dort veranstalteten Sundet-Dalloiifalitt inilgetlieilt Als Apparat diente ein nach Vi»ll'' Angaben koii-itruirler Daro-Tbernio-Actinogiaph von Bichard ,cino mit Tolool gefüllte KtlpfetSpirale in einer geschwärzten Ktipfet-kttgeb In 10 500 in Höhe war die Lufttemperatur 55', d" Slrahlungslempeialiir — 37''. während ein Jahr vorher unter ähnlichen WtMetuiigsVcihältnissen bei — 55* in 13Out) in eav

i.t:>

Strahlung von — tu" ngislnrt war. 1 Ik-i n.icl> wäre durch die Sonncntinsterniss die Strahlungsuiengc um verringert, während die strahlende Flüche der Sonnenscheihe um ',« verkleinert war

Genty: Sur une asecnsion aecoslnliqiic effectuee le 17 juin 19O0 Conipte Hendiis Ac. Sc. Paris. 180, S. 1793—1791, 1900, ISslündige Fahrt mit dem 2 ünO chm-Ballnn "Saint Louis, von Paris bis Bnussac Crcusci, Kum grösslcn Theile am Schlepp-lau. Fast während der ganzen Nacht war Gewitter, durch einen Wirbelwind wurde der Itallon lükl in emporgehoben.

J. Vallot et L. Iyecarmc: Kxpcrienee» de teh'gruphio sans Iii en bulloii. Comptos Hendus Ac. Sc. Paris, 130. S. 1:1(15 bis 1307. 1900.

Hei der internationalen Fahrt vom 12. Mai 1900 wurde der Versuch gemacht, ob es möglich sei, mittelst Herl/'srhcr Wellen dem llallon Signale zu geben, ohne dass ein U-iler von dem Cob.'lrer zur Knie rührte. Die Signale waren bis zu einer Höhe von H00 m und einer Entfernung von Ii km wahrnehmbar.

A. L. Rotrli. The use of kites In ohtain meleorological obser-vations. S.-A. Tcchnological Quartcrly, 13, Nr. 2. S 89 bis 99. 2 TaMii. l'.HUl

Sehr interessante Darstellung der gesi hichtlichon Kntwicke-lung und des gegenwärtigen Standes der Drachen-Versuche auf dem Hlue-Hill. Als Abbildungen sind beigegeben; Die Vervollkommnung der Drachenwinden von 1893—1897, der verbesserte Hargrave-Drachcn. I.amsnn's «ai-ro-curve•-Drachen, Fergusson's Drachen-Meteorograph und das Mclcorogramm des Aufstieges vom 2«. August 1898.

Kitc-Kxpcrinicnts ul Hhie Hill. Natur« 68. S. 252, IlHHft.

Hericlit über einen Aufstieg bis -1267 m am 10 Juni tilOO. Der höchste Punkt wurde mit Hülfe von 7*10 in Klavierdrahl erreicht, das Kabel wurde in Abständen von ca. 1 2*10 m durch 5 •aero-curvc-Drachen gestützt. Die drei obersten Drachen halten einen Flächeninhalt von je Ii qm, das gesammte gehobene Gewicht belntg 60 kgr.

Vf. von Beaold: Die klimalologisrhn Hedeutung der Ixbre von den auf- und absteigenden l.uflstroincn ;Zur Thermodynamik der Atmosphäre. Fünfte Mittheilung.) Silzungsber.d. k. preiiss. Akad. d. Wiss. zu Merlin 11)00. S. :i54i—;i72. UHU), fiehandclt: 1. Die mittlere Tcniperaliirvcrlhoilung in den Vertikalen, 2. der Einfluss der zusammengesetzten Konveklion auf die Millclteiiiperatiir der Hceitenkreise. Es wird gezeigt, wie die wesentlichsten Eigeiithümlichkeileii der vertikalen Teni-peraturvertheilnng in den initiieren und hohen Atmosphären-Schichten sich schon aus dem blossen Zusammcnwirken'adiabatisrh bez. pseudoadiabatisch auf- und absteigender l.uflströin« theoretisch ableiten lassen, während in die untersten Schichten die Erwärmung und Entwärmung der Erdoherlläche noch ganz wesentlich in lie-Irarht kommen. — Eine eingehender« und allgemeinere Darstellung ist in dem Schlusskapitel dos Werkes; «Wissenschaftliche Luftfahrten» gegeben.

H. Her^esel!: Die Temperatur der freien Atmosphäre. Peler-mann's Millh. 46. S. 97—112. 2 Taf. 1900. Erweiterung und Verallgemeinerung der im vorigen Hefte der Aerunaul. Mitth. S. 71 besprochenen Arbeiten des Verfassers unter Hinzuziehung ähnlicher Untersuchung. Im Interesse der Vollständig-

keil der Darstellung ist zu bedauern, dass die Arbeil nicht wenige Monate später erschienen ist. um auch die Ergebnisse der Berliner Fahrten berücksichtigen zu können.

0. Zanotti Bianco : Intorno ad alcuni recenti lavori italiani sulla constituzione tìsica dell' atmosfera fondati sulle osservazioni di James Glaislier. Alti H Accad. Se. de Torino 35, 1.100. _

M. Müller: Der räumliche Gradient. Meteor. Zeilschr. 17, S. 276 bis 27fi, 1ÎI00

Bemerkung zur Abhandlung von Bjcrknes (diese Mitiii. S. 73), dessen (oailieiil-Debnitioii bemängelt Wird.

N. .1. Föyc: Wolkenbeobarhlungen in Norwegen 1896—97. Christiania 1900, XIII, Mi pp.

Direkte Messung von Höbe, Geschwindigkeit und Richtung der Wolken m Bossekop (70" nördl. Breitet, relative Messungen an l norwegischen Slalionen.

C. Kassuer: Irisirende Wolken. S. A.: Eder's Jahrbuch für Photogr. l!KH), :>. S.. I Tafel.

V. Kassner: Ergebnisse von Beobachtungen über Wogenwolken. Meteor. Zeilschr. 17. S. 216—220.

I". A. werden die Wogenwolkcii als Vorbolen der Niederschläge untersucht.

O. Baachiii: Unsichtbare Luftwogen. Meteor. Zeilschr. 17, S. 231 bis 232.

Beobachtungen während einer Ballonfahrt am 7. Juli 18!H.

S. von Karvaay: Wolkenbeohaehlungen in O.-Gyalla im Jahre 1S98. Publik, der kön. Ungar. Beichsanslalt für Meteor. 2, <>fi S. Budapest 1900. Mit 12 graphischen Abbildungen und K Lichtdrucklafeln.

J. R. riumundon: L'evolution des cuinulus. La Nalure 28. S. 297, 1900.

Marly: Des mouvements de l'air 1'ors.qu'il renconlre des snrfaces^ de difforentes formes. Comptc.s Bendus Ac. Sc. Paris 131 S. HHI-loU 1900.

Chi die Wirkungen des VogelllUgels auf die Luft zu sludiren, hat der Verfasser ähnlich wie E. Mach die Luftfäden von Rauchwolken photographirt, welche sieh im Glaskasten mit verschieden geformten Hindernissen bilden. Einstweilen sind nur kurze Mil-Ibeihiugeii über die Versui hs-Anordnungen gemachl.

D. M. B. 8m) the: A tlieory of Itighl. Aeronaut. Journal S. 120, 1900.

A. Andrien: Scaphandre aeionauln|ue. L'Aerunaule 33, Nr. 6, S. 130— 13«, 1900.

Der Plan, ein Taucherkostüm für das Eindringen in dünne Luftschichten zu konstruiren, ist von dem Verfasser mit grosser Sorgfalt in allen Einzelheiten erdachl. Wie weit sieb die Taucherglocke und der luftdichte Anzug in der praktischen Ausführung he währen, kann wohl nur der Versuch lehren. Hoffentlich hat der Verfasser zu derartigen Experimenten Gelegenheit.

Todtenschau.

Am 19, Juni starb n Paris Prudenl-Renrf--Patrire Dagron, der bekannte Verlresscrer der Mikrophotographie. Dragon war im Jahre lKp.l zu tieaumont hei Manicrs, Departement ile In Sarthe, geboren. Die Entdeckungen von Nicpce und Daguerre veranlassten ihn, sich der photographischen Kunst zu widmen, und sein Bestreben war, diese in jeder Weise zu verbessern. Seinem Verdienst wird die Herstellung der dünnen strukturlosen Kollodium-häutihen zugeschrieben, welche für die Mikrophotographie unentbehrlich sind.

Als im Jahre tS7<> Paris belagert wurde, stellte sich Oagron dem Direktor der Post M. Ramponl zur Anfertigung von Mikrophotographien für die Taubenpost zur Verfugung. Am 12. November verlies* er im Ballon «Niepcc. mit seinen Apparaten Paris. Gleichzeitig stieg ein zweiler Ballon ■ Daguerre. auf. Der letztere wurde bei seiner Landung in Ferneres (Seinc-cl-Marne) gefangen genommen. Auch der «Niepce>, welcher hei Vitry |Seinc-el-Mariu i] landete, fiel unseren Ulanen tn die Bünde, den Insassen war es indess gelungen, mit Hülfe der Landeseinwohner zu entkommen. Auch die Apparate, welche in aller File unter der Bevölkerung zum Beiseiteschaffen vcrtheül worden waren, wurden geborgen und gelangten allerdings erst nach längerer Zeit nach und nach an ihrem Bestimmungsort Tours an. Dagron gedachte zunach-t mit seinem mitgebrachten Gehülfen Fernicpjc zusammen auf Grund seines Kontraktes mit dem Direktor der Posten in Paris. M. Ram-pont, den photographischen Depeschendienst selbstständig einrichten zu können. Da der Direktor der Posten in der Provinz M. Steenackers sowohl in Tours wie in Bordeaux bereits Organisationen für mikrophotographisrhe Depeschen vorgenommen halte, wurde er hier nicht mit offenen Armen empfangen, Als ihm die Delegation zu Tours die Ausführung ohne staatliche Kontrole verbot, stellte er sich der Regierung in der Provinz zur Verfügung.

Sein Verfahren bestand darin, dass er ein grosses Diapositiv mittelst Linsen von kurzer Brennweite mikroskopisch photogra-phirlc nach dem trockenen Verfahren. Blatler von N>'ll i|cm brachte er auf eine Bildgrösse von etwa 1 qmm. Dagron's Verfahren litt nur an dem einen l'ebelsland, dass es schwierig war. diese vielen kleinen Bilder abzunehmen und zusammenzustellen, und dass er, zunächst mit unvollkommenen Mitteln arbeitend, den an ihn heran tretenden Anforderungen nicht genügen konnte. Eine Aenderung trat sofort ein, als er am 11 Dezember sein Personal und Material in Bordeaux beisammen halte.

Durch Kombination mit dem daselbst bereits eingeführten Verfahren des Photographirens von vorerst klar in grossen Lettern

(Typt Nr. 9) gedruckten Depeschen mit dem seinigen Celan,' c die Brieftaubenposl auf eine bisher ungekannle Stufe Buh Leistungsfähigkeit zu bringen. Die Häufchen, welche den Tauivn in Federposen an der Milhdsrhwanzfeder befestigt wurden, hat!« eine Grösse von HB bis HH qmm. Ein jedes Hänichen Dmfav.it etwa 2 "Hin Depeschen. Eine einzelne Taube trug etwa 12 bis |i Hänichen. Die am meisten ausgenutzte Taube brachte KKin Depeschen. Im Ganzen wurden in der Zeit vom 7. Januar • I. Februar 214) oflicielle und «71 private Depcsclierihäuhher. :r> «t Federposen von Dagron abgesandt. Von jenen Tauben kamn wegen der ungünstigen Witlerungsverbältnisse der Winterszeit mir drei d. h. .">' in Paris an. Diese brachten von 95Uli) ah-gesandten Depeschen über tÜHMM in die Stadt hinein. Die f>t\ erziehe hieraus eine Einnahme von 1:12 525 Francs.

Sehr bedauerlich ist es, dass es diesem um sein Vattrlarrl wohl verdienten Mann späterhin nicht besonders gut ergangen k Die Regierung bewilligte ihm ein Stipendium zur Erziehung Miaa beiden Kinder — das war Alles, was das dankbare Vaterland Ih ihn noch übrig halle, wie sein Historiker Wilfrid de Fomitlli uns im < l'Aeronante > inillheilt. Er versuchte später durch müns pliolographiscbe Verkleinerung der Generalstabskarte sein Gliitt zu machen und legte eine solche dem Generalslabe vor; ah? auch hierin erlebte er eine Enttäuschung, indem der UcMtlbU die Vervielfältigung der Generalstabskarle nur für sich allein als zu Recht bestehend erklärle.

Als ihm ausserdem auch noch verboten wurde, aus 'i''= Verkauf seiner für Brieftaubendepeschen hergestellten Mikmph> tographien seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, weil hicrJu'-t. das Geheimnis» seines Verfahrens verralhen werden könnte, nl er sich veranlasst, seine Erfindungsgabe auf ein anderes Gclu*-zu werfen. Er erfand eine neue Kopirlinte, mit welcher elvi 12 Abzüge gemacht werden konnten. Aus dem Verkauf die-'* Tinte bezog er eine Rente, welche für seinen Lebensunterbji1 bis zu seinem Tode ausreichend war.

Sei endete ein tliäliges Erlinderleben, beständig verfolgt <• der Undankbarkeit der Mitwell, welche ihm die materiell« Ausbeutung seines Schaltens vorenthielt. Die Nachwelt wird an wahrscheinlich bemühen, seinen Verdiensten in ehrenvollen Ausdrücken gerecht zu werden aber — das Grab deckt den schaffendin Geist für alle Ewigkeit zu und keine nachträgliche Ehrung verruf mehr die Bitterkeit und Trübsal des Lebens demjenigen M>n5f zu nehmen, dessen Leben nunmehr der Vergangenheit an?'-''^

Hl

Vereins Mittheilungen

Deutscher Verein zur Förderung der Luftsrlilflulirt (Berlin).

Der „Deutsche Verein zur Förderung der Luftschiffahrt"

eröffnete am Montag den 21. September sein Winterhalbjahr mit einer zahlreich besuchten Versammlung, in der naturgemäss das Hauptinteresse den Nachrichten zugewandt war, welche im Laufe des Vormittags Uber die leider vorzeitige Beendigung der wissen-

schaftlichen Daiierballonfahrt eingelaufen waren, aber wAhre"'' des Nachmittages keine Ergänzung erhallen ballen. Bekannt »er zur Zeil nur. dass bei einer von dem Wunsch, bei dem ungünthC"' nach dem Meere gerichteten Winde die Fahrt zu vcrlangsair.1-' veranlassten Schleppkahn das Schlepptau hängen geblieben sc Die Verinuthung lag nahe, dass die Fahrt nicht werde furlgcsi"1-"1 werden können. {Die später eingelaufenen Nachrichten haben I* bestätigt. Das Tau ist in den Baumwipfeln des Wollersdorf» Fen^'

hängen geblieben, der Ballon hat entleert und dif Fahrt bis auf günstigeres Wolter verlegt werden müssen. Hie Luftschiffersind unversehrt, die 14 Brieftauben hat man nach Sonnenaufgang fliegen lassen?.

Die Tagesordnung brarbte zunächst geschäftliche Mittheilungen über die Finanzlage des Vereins, welche recht günstig ist. Dann wurden 2:1 neue Mitglieder aufgenommen und die Herren Teisserenc de Bort und Marvin. welche der letzten Sitzung des Vereins am 18. Juni beigewohnt, zu korrespondirenden Mitgliedern ernannt. Eine lebhafte Debatte knüpfte sich an die Frage des Fortbeslandes der Vereinszeitschrift. Die Angelegenheit wird vom Vorstande weitergefordert werden. Einer der dem Verein gehörigen Ballons muss ansrangirt werden, nachdem (Hl Fahrten damit gemacht worden sind. Er ist zwar noch vollkommen fest, aber nicht mehr gasdicht. Um letzleren Defekt zu beseitigen, soll er der Fabrik zur Behandlung mit „Ballonin" zur Verfügung gestellt werden, über dessen vorteilhafte Eigenschaften die Meinungen noch gelheilt sind, namentlich über seine Wetlerbcständigkoit. — Den Vortrag des Abends hielt Geheimer Hegieiungsratli l'rof. Dr. Assmann über den aeronautischen Kongress in Paris, dem er heigewohnt hat Der Kongress fand im Anschluss an den vom 10. - 16. September tagenden internationalen Meteorologen-Kongress vom In.—20. September statt, und es waren ziemlich dieselben Männer, welche in beiden Kongressen und der sich anschliessenden Konferenz der internationalen, aeronautischen Konimission das Wort führten. Beide deutschen Vertreter, Professor Ilergesell-Strassbiirg und der Hedner, he-theiligten sich lebhaft an den Verhandlungen, auch durch Vorträge. Vertreten waren ziemlich alle civilisirten Staaten, einschliesslich Nordamerika, Australien und Japan. Das Hauptergebnis, das auf der Konferenz der gleichzeitig unter Vorsitz von Prof. Hergesell tagenden internationalen aeronautischen Kommission erzielt wurde, ist die Vereinbarung, dass bis auf Weiteres in allen der internationalen Gemeinschaft angehörigen Ländern, zu denen jetzt auch England, Schweden, Norwegen und Rumänien getreten, an jedem ersten Donnerstag im Monat Ballons-sonde-Fahrtcn stattfinden sollen, ausgerüstet mit denselben Instrumenten und nach denselben Metboden. Bei Besprechung der mit Instrumenten gemachten Erfahrungen und bei Wahl der anzuwendenden Thermographen, Barographen und Hydrographen hatte der Redner die Gentiglhitung, das von ihm erfundene Aspirations-thermomeler, im Auslande nach dem Erfinder benannt, einstimmig als «las geeignetste gewählt zu sehen. Dagegen wurde dem von deutscher Seite empfohlenen Verfahren, den Ballast de» Ballonsonde durch in einer Ballonette milgcführlcn Luft zu ersetzen, auf Empfehlung von Teisserenc de Bort d< ssen durch mehr als 2tX) Fahrten woblerprobler Ballon-sondc aus Papier vorgezogen, welcher den Vorzug grosser Billigkeit in der Herstellung und schon vorhandener zweifelloser Erfolge besitzt. Dieser Ballon, dessen Flugfähigkeit in der Höhe von 10-, 12-, LI-, auch 14000 m ebenso erwiesen ist, als in die Weite, nachdem am letzten Tace 1H5W ein Exemplar davon von Paris bis nach dem Müggelsee gellogen, ist mit einem ganz leichten Netz versehen, das gleich dem Ballon bei Auffindung und Bergung der beigegebenen Instrumente meist verloren geht. Im letzten Augenblick vor dem Aufstieg wird er mit Baltaslsäckclien behängt, welche je aus einer engen OefTnung den Sand langsam hcrausncscln lassen, sodass die massige Auf-falirlsgeschwindigkeil von :j —6 m in der Sekunde nicht Überschritten wird. Herr Teisserenc de Bort hat in Trappes bei Paris zur bequemeren Lancirung der Ballons-sonde eine drehbare Ballonhalle anlegen lassen, welche «lie Auslassöffnung stets nach dem Winde einzustellen erlaubt; die Kongressteilnehmer wohnten einem solchen Auflassen bei und wurden mit Rücksicht auf die gctrofTcnen Vereinbarungen genau über diu ganze Methode Unterricht«!!. Von den Bcobachtungskurven sollen nur die bis zur Er-

reichung des Gleichgewichtszustandes des Ballons, also bis zum erreichten höchsten Punkt, verzeichneten, bei Feststellung der Ergebende Berücksichtigung linden, weil alle ferneren Aufzeichnungen der Instrumente durch die nnkontrollirbarcn Einflüsse der Sonnenstrahlung allzu unsicher sind. Bei Meinungsaustausch über die Resultate der Ballon-Beobaclitungen ergab sich, dass der Rekord des am 26. Juli in Tegel aufgelassenen Drachens von 4360 m erreichter Höhe inzwischen durch die von Teisserenc de Bort erreichte Hübe von 5200 m übertrolTen worden ist. Festgestellt wurde, dass Unglücksfälle, wie mit jenem Tegeler Ballon, aus denselben Ursachen auch anderweit sich ereigne! haben. Diese Urs.iibeii Ingen übereinstimmend in dem angewandten Clavier-saileii-Drahl, der, in IJiiige von 1000 m geliefert, bei Drahtlängc von 7000 m, wie sie hier in Frage kommen, 6 Schleiss- odor I>ill)s(ellen besitzt, welche niemals die Festigkeit des Drahtes erlangen, zumal an dem Draht, der oben 0,8 min, weiterhin 0,9 mm und in den unteren Längen 1,00 mm stark gewählt wird, zuletzt ein Gewicht von H.">—90 kg hängt. Der Draht des am 26. Juli aufgelassenen Tegeler Drachen-Ballons ist nach genauer Feststellung bei 7 100 m, die von der Rolle abgelaufen waren, an einer Lötstelle gerissen. Der Ballon flog, mit dem nachgeschleppten Draht leider manches Unglück anrictitend, von 7 Uhr Abends bis 7 Uhr früh Ins jenseits Forst in der Lausitz und verfing sich hier in Waldhäume. Er trug bei Auffindung nur ein kurzes Drahtende nach. Üehcimrnlh Assmann wohntu am Sonntag den 16. auch der Auffahrt von 25 Ballons des Acro-C.lub in Vinccnnes bei, die einen imposanten Anblick gewährle. Es war eine Wettfahrt in dem Sinne, dass jeder Ballonführer nach Vorausschickung eines Piloten zwei Orte «les Geländes bezeichnete, zwischen denen er landen wollte. Wer einem der von ihm bezeichneten Orte am nächsten käme, sollte Sieger sein. Die Ballons flogen einer nach dem anderen in kurzen Zwischenräumen auf. — Von der IJebcns-würdigkeit des allen Kongress!heilnehmern in Paris bereiteten Empfanges konnte der Redner nicht genug berichten. Ks will ihm scheinen, dass die deutschen aeronautischen Erfolge allseitige Anerkennung fanden. In je«lem Falle ist der auf dem Kongress erreichte Erfolg einer Regelung der künftigen Arbeiten nach einein gemeinschaftlichen Plane sehr bemerkenswert! — Zum Schluss dankte im Namen der Versammlung Hauptmann Gross dem Redner für seine würdige Vertretung des deutschen Luftschiflalirlsvercins auf dem Pariser Kongress! — Die Beschlussfassung über Veranstaltung weiterer Vereinsfahrten wurde vertagt.

Der Aeroclnb in Wien.

Der Aeroclub in Wien hat seine Statuten herausgegeben. Nach diesen ist sein Zweck die Fliege und Förderung der Luftschiffahrt. Diese Aufgabe soll erreicht werden durch Veranstaltung von Ballonfahrten, durch Anseliaffung eines Platzes mit den nöthigen Baulichkeiten hierfür, durch Anschaffung und Erhaltung von Ballons und allen hierzu benötigten HUIfsmitleln; ferner durch Förderung aller der Luftschiffahrt dienenden Institutionen, durch Vorträge, Anlage einer Bibliothek, Unterweisung der Glubmitglicder in der Behandlung und Führung von Ballons, durch Erdleitung von Anerkennung»- und Ehrendiplomen sowie von Medaillen an Mitglieder, welche dem Vereine besondere Dicnsle geleistet, oder an Personen, welche sich auf dem Gebiete der Luftschiffahrt besonders hervorgethan haben.

Der Club unterscheidet Ehrenmitglieder, Stifter, lebenslängliche und ordentliche Mitglieder. Die letzteren zahlen eine Einschreibgebühr von 50 Kronen und einen Jahresbeitrag von fit) Kronen. Die Offiziere, welche den militärischen Luftschifferkurs absolvirt haben, zahlen nur 20 Kronen Einschreibgebühr und 24 Kronen Jahresbeitrag.

I.ts

Vorsitzender des Vereins est zur Zeil Herr Itiiiiiiliii;inti II in terst oisser, Kommandant dt»r k. u. k. Lurtsr liillerablhciliing. l>cr Stellvertreter ist Herr Victor Silberer in Wien,

Schweiler Verein für Luftschiffahrt.

Am 2t. August bildete sirli im ("afe St. Koch zu Lausanne ein Verein unter obigem Namen, mit dein Zwecke, alle tragen der Luftschiffahrt zum (iegenstande seiner Beschäftigung zu machen.

Herr Louis Kaiser legte Iii beredten Worten die Niil/Iielikeit eines solchen Vereins dar und wies auf die Ziele hin, die er in sein Arbeitsprogramm aufnehmen müsse. Mau schritt alsdann zur Bildung eines provisorischen Gründuiigsaussi-Iltisses, dem die Heuen Alberl Barbey als Präsident. Zuinhrtinner als Schriftführer, Naelher. Ingenieur, als Schatzmeister und Louis Kaiser als Techniker angehören Man beabsichtigt in anderen schweizer Städten analoge Gründungen anzuregen.

Aus französischen LtiftschMTer-Vereincii.

I.

Hie Monatsschrift «L'Aeron:uale>, das Organ der Sociele Fran-caise de navigalion aerieniu- bringt ans den alle Monate wenigstens einmal, meist zweimal stattfindenden Sitzungen dieser Gesellschaft den Beweis, dass frisches Leben in diesem Verein pulsirt. Den Gerichten aber stattgehabte l.'t Sitzungen dieses Jahres (bis Knde Juli) Ist ZU entnehmen, dass bcgrcillichcr Weise die Vorbereitungen für den vom 15. -2n. September in Aussicht genommenen iulcrnalionalcn Luflschiffahrts-Kongrcss ein Hauptinteresse bildeten. N.Hclistdem tritt wachsende Antlieilnahme an den Leistungen des • Aem-f'.lub>, in dem alle an die Luftschiffahrt sich knüpfenden Sportinleressen der französischen Gesellschaft zusammenlaufen, in den Vordergrund. Ks wird regelmässig über Fahrten berichtet, welche von diesem jungen bereits ."Ion Mitglieder zahlenden Verein in beträchtlicher Anzahl veranstaltet wurden, und es scheint, nnch dem Beifall zu schliessen, den ein im Kcbruar gehaltener Vortrag des Grafen de la Vaulx im Verein gefunden, dass man voll und ganz den Gedanken zustimmt, welche der liedner in die Worte • Vnlgarisation de rAcromtuliipic zusammenlasst. Wenn die Luftschiffahrt bisher v.-rbällnissmässig geringere Fortschritte gemacht hat. als man in dem Jahrhundert der grossen Krlindungen erwarten durfte, so sieht Graf de la Vaulx die Erklärung darin, dass die grosse Menge zu ihr sich kühl verhalten und die Beschäftigung mit ihren Problemen bis Vor Kurzem ausschliesslich entweder den Gelehrten oder unwissenden Phantasten überlassen habe. Das werde steh ändern, wenn der Sport sieh der Luftschiffahrt bemächtige und Viele, die sie praktisch erprobt, sich mit ihr nachdenklich beschäftigen und über die gestellten Aufgaben grübeln werden. — (Graf de In Vaulx hat stclier Hecht in dieser Ansicht, denn die kurze Geschichte des Fahrrades und des Automobilismus gibt den Beweis dafür, und auf dem Gebiet der Photographie spricht der Amateur heule so entschieden das ersle Wort und gibt seit 10 Jahren so ausnahmslos der Knlwiikelting ihn- Dichtung, dass man blind sein müsste, den praktischen Werth der Liebhaberei zu verkennen. Auch von dem für die ernstere Stimmung der älteren Volksgenossen häutig allzu lärmenden, modernen Sport gilt das versöhnende Wort : «Pro palna est. dum ludere viilcmur>.: Interessante Dinge wurden in den IH Sitzungen in grosser Anzahl verhandelt, Wir erwähnen ohne Anspruch auf Selbständigkeit, die folgenden: Den 17, um die EntWickelung der Luftschiffahrt und des Ballon-Nachrichtenwesens während der Belagerung von Paris verdienten Männern, darunter der vor Kurzem verstorbene Hagren, Erliuder der Mtkro-Photo-

grapluc. wird ein von liaillmldi ausgeführtes Denkmal gesct.-l werden, das zur Zeil in Vinccnnes ausgestellt ist, - - Der gut--Erfidg. von dein die Auffahrt zur Beobachtung des Lenniden-Phl-Dörnens im November 1WI> begleitet gewesen ist, insofern in geringer Erhebung ein wolkenloser Himmel erreicht wurde, wahrer.] auf der Erdoberfläche dichter Nebel lagerte, tiat den Gedanken hantigerer Benutzung des Ballons zu astronomischen Beobachtungen nahegelegt. In Verfolg dieses Gedankens ist auch an. 2h. Mai. dem Tage der nahezu totalen Soiinenfinslerniss, ein Ballen aufgestiegen, den U.A. die am Pariser Observatorium beschäftig! Astrononun Frl. Dr. Klumpke begleitete. Die Dame hat über dic.e Fallit, auf der sorgfältige Teiuperaturbeiib.'icbliingen angeslt-ü; wurden, in der Sitzung vorn 7. Juni Bericht erstattet. Leider waren die Wohnverhältnisse diesmal so ungünstig, dass die Sonne im entscheidenden Augenblick sich in einem Dunslschh-i. t verbarg und Messungen vom Eintritt und Alistritt des Monde-nicht gemacht werden konntet). — ; Damen sind beiläufig öfteii Thcilnchiucrinn.cn an Auffahrten, die der ■< Aero-C.luli> veranstaltet So halle ein im Mai aufgestiegener, von dem Luflschiffer Mall.-; geführter Ballon ausser dein Baron Langsdorf! und dein Grafel de l'oiltades die Herzogin d'l'zös au Bord. Damen können nach den Satzungen der Sociele de navigalion aerienne auch gleichberechtigte Mitglieder des Vereins werden ') und sind es zum Theil bereits, dem entsprechend haben sie auch Zutritt zu den Sitzungen denen gewöhnlich durch Verinittelung des Bildwerfers vermehr;-.-Abwechslung gegeben wird.'- — Die Sitzung vom I. März war/-einem grossen Theil dem vom Vorsitzenden M. W. de Fonvielli erstanden Bericht über das Werk gewidmet, welche» unter ihr. Auspizien des Berliner Vereins zur Förderung der Luft st lntTal von den Herren Assninnn. Beison n. A. herausgegeben wonim ist und in Paris lebhaftester Anerkennung liegegncle. In ciik späteren Sitzung wurde auch der im ■ Proniotheiis> enthalte-Mor-debcck'sche Bericht über das Zeppelin'sr.he l.ultscbiff in 1VI>.-: setzung vorgetragen- Am 5. März, und 5. April hielt M. F Uran einen beifällig aiifgenoinmenen Vortrag über den Vogelflug; z.r. H, Mai sprach Eric Bruce von der Londoner Aeronaulical Society über die mit dem Ballon im Triinsvaalkriege gemacltti-n F.rlei rtingeii, Vor Ladysniitb wurde ein Fesselballon von einer Kugel durchbohrt, kam aber ohne Sehaden für die Bemannung in langsamem Fall zu Boden und konnte in wenigen Stunden nach erfolgter Beparalur, seine zwei Narben stolz zur Schau tragend wiedei aufsteigen. — Wiederholt war die Aildriclix'srhc Erfindiin; lies -Scaphandro aeronautiipie • Gegenstand der Erörterung Min versieht darunter eine der TancheiMeldung nacherfundeiie Kit -düng, welche der grosse Höhen erreichende Luftsclnlfer aiileg-". soll, um in ihr durch geschickt angeordnete Sauerstoflbeliäll-: ebenso genügende Leheuslufl. als durch eine Hülle dichter um', warmer Luft Schutz gegen die Wirkungen der dünnen Luft urxl der Kälte zu linden. Der der Erfindung zu Grunde liegende Gedanke Wurth- allseitig als sehr gut und die damit viiraussicMlic'i gegebene Möglichkeit, Höhen von 10—I20O0 m zu erreichen, *k für die Wissens! haft sehr wünschenswert)) bezeichnet. - Ven Interesse ist auch ein Bericht über Vergiftung von zwei keim Entlüften eines Wasserstoff-Ballons beschäftiglen Hilfsarbeitern in Folge von Arsenikgehalt des Gases. Es wird empfohlen, das bis gegebenen Falles der einfachen Probe zu unterziehen, dass man in ein Ftämnnhen davon kaltes Porzellan hält, welches sali bo Vorhandensein von Arsenik sofort mit einem metallischen lieber zug bedeckt- — Endlich ist noch eine ausführlich durch Zeichnungen an der Wandtafel erläuterte Mittlieilung von Charles du llauvel in der Sitzung vom 15, Februar bemerkenswerth, weil sir

Ii In tli> -er ll'-m-lititi- iil ,1er Oln-irtieiiiia, hc Verein für LiiflrtliitTilif i» Str.i*.l.,ir^ liiiluiln. hcn.l vor;e;;iti^i n. Ii. 11.

eine nein- Ausfülirunesform einer alleren Idee des Grafen de Dion beliandelt, deren Zweck ist, einen zu vollen resp, zu stark angeschwollenen Ballon von Gas zu befreien, ohne das Gas durch Ausströmen zu verlieren. Der Erfinder hatte seine 1881 schon veröffentlichte Erfindung • Lufltaschc» genannt. Die neue Aus-führungsform zeigt statt der letzteren einen gewöhnlichen Ballon

mit einem Rohr von 2 cm Durchmesser und einer solchen Anordnung, «lass unter dem Ventil eine Rolle angebracht und über diese ein Seil gelegt ist, welches an einer Seite den bei Nichtgebrauch srhlalf herabhängenden Ballon, an der anderen Railaststücke als Gegengewicht trügt. Das Seil ist durch das oben gedachte Verbindungsrohr gezogen. A. F.

■ hg"

Patente in der Luftschiffahrt.

deutschland.

mit 10 abbildungen.

t>. b. p. 112264. — Henry Boliiet & Cie. (Laftsehlffnhrl-gesellsehaft ^Koae**) In Paris. — Starrer Ballon mit nuerwunden. ttitenlirt vom II. Mai IH'.KI ab.

Bekannt sind starre Ballons mit blasebalguhnlichcn Vorrichtungen, welche eine Ausdehnung der Gasfüllung gestalten, sowie auch starre Ballons mit inneren Gashüllen aus biegsamem Stolfe, die zum Füllen der Ballons dienen.

Die Erlindung besieht in der Anordnuni' von biegsamen Zwischenwänden im Innern starrer Ballons, welche sowohl eine Ausdehnung und Zusammenziehung des im Innern befindlichen Gases ohne Gasverlust gestatten, als auch die Füllung des Ballons erleichtern.

Die Erfindung ist dargestellt an einem Luftschiffe derjenigen Art. bei welcher zwei mit leichtem Gase gefüllte Ballons mil nach aufwart» treibenden Schrauben versehen sind zwecks Herstellung des Gleichgewichtes zwischen dem totalen l'ebergewichl und dem Gewicht der verdrängten Lufl.

Pitt. «•

Fig. 1 ist eine Oberansicht des Luftschiffes, bei welcher der eine der beiden Ballons abgedeckt dargestellt ist; Fig. 2 ist eine Vorderansicht, bei welcher der eine Ballon im Schnjtl gezeigt ist; Fig. B ist eine in grösserem Massstahe gehaltene schaubildliche Ansicht eines der Ballons, dessen Hülle oder Leberzug Iheilweise abgedeckt ist, um das Innere erkennen zu lassen.

Die Balhinkörper sind aus einem sehr steifen Rindwerke gebildet, zweckmässig bestehend aus zwei Systemen von reifenförmig gebogenen Aluminiumröhren a b, welche strahlenförmig an ihnen angeordnete Rohre c tragen und durch Kreuzstücke d zusammengehalten werden. Dieses Gestell wird von einer Hülle «der einem Deherzuge von Seide umgeben, welcher aus kappen-förnügen Theilcn </ und h besteht, von denen die untere duich ein oder mehrere Löcher v mit der Atmosphäre in Verbindung steht.

Das Innere jedes Ballons ist durch von den Rohren c getragene Scheidewände i in Abtlieilungen getheill und in jetler dieser Abtlieilungen befindet sich eine biegsame, aus undurchdringlichem Gewebe bestehende Zwischenwand ./, deren Ränder

einerseits an der äusseren Hülle <i h. andererseits an den benachbarten Scheidewänden i" befestigt sind. Diese Zwischenwände halten eine genügende Ausdehnung, so dass sie sich entweder gegen die obere Hälfte g oder gegen die unlere Hälfte h der Ballonhülle legen können; sie werden durch Gegengewichte j* im Gleichgewichte gehalten, welche längs der Scheidewände »', beispielsweise in Innern von Rohren i", die den senkrechten Durchmesser jeder Abtheilung einnehmen, sich bewegen. Die Schnur eines jeden Gegengewichtes wird über eine kleine Bolle geführt und an einer leichten Leistein der Mitte der biegsamen Zwischenwand jbefestigt.

Diu den Ballon mit leichtem Gase zu füllen, muss man zunächst die Luft aus dem zwischen den biegsamen Zwischenwänden und der oberen Hälfte der Ballonhülle eingeschlossenen Baum entfernen. Zu diesem Zwecke haben die oberen Räume der Ahlheilungen der Ballons unter sich durch ein durchlöchertes Rohr r Verbindung, welches durch ein Rohr * (Fig. 2) mit einer Säugpumpe verbunden ist. Hat die Saugpumpe eine Luftleere in den Abtlieilungen hergestellt, so legen sich die biegsamen Zwischenwände gegen den oberen Theil der Ballonhülle. Jetzt lässt man das leichte Gas bei gewöhnlichem Drucke so lange eintreten, bis die Abtheilungen so weit gefüllt sind, dass unter den biegsamen

i

Fig. a.

Vig. 3.

Zwischenwänden nur noch ein zur Ausdehnung des Gases noth-wenrliger Raum verbleibt. Die beiden Ballonkörper stehen durch in das Innere des oberen Ueberzuges reichende, kreuzweise versteifte Rohre !• mit einander in Verbindung (Fig. 1 und 2).

Die Ränder der kappenförmigen Ballonhüllen ff und A sowie die Ränder der biegsamen Zwischenwände tragen schmale Alu-miniumhänder m (Fig. Mi, die auf der Innenseile mit Kautschuk o belegt sind; sie werden unter sich bezw. mit den Scheidewände« i durch Verschrauhung verbunden. Die äusseren Enden der Ballonhüllen sind an Aluminiumkegeln p befestigt, so dass ein vollkommen dichter Abschluss erzielt wird.

D. R. p. 112506. — Puul Nlpkow in Berlin. — Bad mit

beweglichen Schaufeln für Luft- und Wasserfahrzeuge. I'ulenlirt vom 11. September 1897 ab.

In seiner einfachsten Ausführung und nächstliegenden An-wenduiigsform ist das Flügelrad ein Propeller für Wasserfahrzeuge nach Art der bekannten Duuipfsi hin'sschaufelräder mit gesteuerten Schaufeln. Von diesen unterscheidet sich das Flügelrad jedoch

1 JO

durch die unsymmetrische, den Vogcllhigeln nachgebildete Ausführung der einzelnen Schaufeln, durch die elastische Angliedcrung der Scbaufelflärhen an deren steife Vorderkante und endlich durch die eigenartige Steuerung der letzteren. Die Steuerung kann nach irgend einem der für derartige Zwecke geeigneten Mu-Ier durchgeführt sein; etwa nach dem Vorbilde der bekannten sogen, «Patenträder» von Ruchanan, Üldham und Morgan oder auch nach dem bei den Segelriidcrn von Wellner und von Koch zur Anwendung gebrachten Verfahren. Wesentlich für das Flugrad ist dabei einzig die Abmessung der Kiemente der Steuerung, welche so zu wählen ist, dass sämmtlicbe Schaufeln bei widerstandsloser Rotation des Hades stets sich selbst und einander parallel bleiben wie in Fig. 6 angedeutet.

beginnt ein derart ausgeführtes Flügelrad hei hnrizontalei Ruhestellung der Flächen (Fig. 4, in einem mehr oder weniger

Fig. *. Fig. i.

trägen Medium sich zu drehen — etwa unter Wasser, wie eingangs angenommen, in zweiteiliger Anordnuiij' an einem Schiffskörper—, »o werden augenscheinlich die jedesmal an der Vorderseite des Hades in abwar liger Bewegung beluidlit hen Flächen sich elastisch aufbiegen, die an der rückwärtigen Hadscile aufwärts bewegten Flächen sich dagegen niederbiegen, während die oben und unten am Itade das W»ss< r nur scharfkantig treffenden Flächen in der neu traten Ruhelage vei harren, wie in Fig. fi angedeutet.

Der Grad der Riegung der Flächen hängt natürlich von dem Widerslande des Wassers u. s. w. und der Federkraft der Flächen ab.

Fig. «. !"'>»-• '•

Bei diesem Vorgang erfährt, wie leicht ersichtlich, die Had-axe und damit der Schiffskörper von Seilen der Flächen *t und in (Fig. 5) einen Antrieb in einer der Ruhestellung der Flächen parallelen Richtung, während die gleichzeitig auftretenden verti-calen Drucke, weil gleich und von entgegengesetzter Richtung, von dem Drehmoment abgesehen, sich aufheben.

F.ine derartige Aufhellung der bei *« ;Fig. 5) auftretenden, vertikal nach oben gerichteten Dnukkoinponenle kann nalurgcuiäss nur eintreten, wenn — wie bei dieser ersten Ausfnhrungsform des Flügelrades vorausgesetzt — der bei der Aufbiegung und bei der Niederbiegung der Flächen zu überwindende elastische Widerstund genau gleich gross ist und die einzelnen Flächen in ihrer Ausführung thunlichst mit einunder übereinstimmen.

Aus der beschriebenen ersten, hauptsächlich als Propeller verwendbaren Ausführungsfoim des Flügelrades ergiebl sich eitle zweite, wenn der Widerstand gegen die Niederbiegung der Flächen, der bei der Form I ebenso gross ist wie der Aufbiegungsw h stand, kleiner als der Aufhiegungswiderstand genommen wird, oder ganz verschwindet oder aber einen negativen Werth erhält; im erstereil Falle werden die Flächen bei ruhendem Bade die ac« Fig. 1 ersichtliche Lage beibehalten, im anderen Falle wird die Ruhelage der Flächen unbestimmt sein; im letzteren werden die Flächen sich etwa einstellen, wie aus Fig. (5 ersichtlich.

Hin in dieser Weise geändertes Flügelrad zeigt in Umdrehun: versetzt bezüglich der Einstellung der Flächen an der Vorderseite keinerlei Abweichung von der Darstellung (Fig. n); an der rückwärtigen Radseite dagegen folgen die Flächen, wie leicht ersichtlich, nach Art der Wetterfahnen der Linie des jedesmal kleinster. Widerstandes und stellen sich demgemäss grösstenlbeils langen! ia! zum Radumfaiig (Fig. 7). Da hiernach die aufsteigenden Flächen der rückwärtigen Radseile Arbeil nicht verbrauchen, so kiniiml denselben auch keinerlei Betiction auf die Radaxe und den Schiffskörper zu, während die der Aufhicgung der vorderen Flachen entsprechende Doppel Wirkung als horizontaler Hewegungsantrieb und vertikale Tragkraft oder Hebung voll zur Geltung gelangt.

Eine Ausnutzung der tragenden und aufwärts hebenden Wirkung der beschriebenen zweiten Ausfuhrungsform des Flügelrades kann bei gewöhnlichen Wasserfahrzeugen kaum erfolg-n. dagegen dürfte deren Verwendung heim Bau von Enterwasserbool-n und Flugapparaten von Nutzen sein; auch ein neuartiges Wassel-fabrrad ist mit seiner Hülfe denkbar: etwa ein Dreirad, bei welchem die Pneumatiks durch Untcrwasscrfliigeträder ersetzt werden.

Für den Bau von Flugapparaten eignet sich das Flügeln' auch der ersten Form im Vergleiche zu den bekannt gewordener, radartigen Konstruktionen — s. die Patentschriften 71 ¡103 iWe 11 nc r und 73H03 (Koch) — besser vermöge der höchst charakteristischen Eigeiithümlicbkeit, dass sämmtlicbe Flächen infolge der gewählten Anordnung nothwendig jederzeit, gleichgültig ob das Bad sieb dreht oder nicht, als Fallschirme, also tragend wirken müssen-während bei dem Koch'sehen Rade nur die jedesmal im Zenitli In bildliche Schaufel trägt und das Wellner'sche Segelrad seiner ganzen Bauart nach auf irgend welche Ausnutzung der Faltschirmwirkung verzichtet.

D. R. P. 113854. — Job. Mich. Breiner la Lelpzlg-Condr-

Witz, — LuiischilT. Palenlirt vom 18. März. 1W9 ab.

Bei Luftfahrzeugen, deren Steuerung durch von Hand oder Motor angetriebene Schrauben erfolgt, ist es zur Erzielung einer leichten Lenkbarkeit äusserst wichtig, dass die Steuerschrauben im Mittel der der Luft sich entgegenstellenden Widerstände, da* sind die Ballonflächin, angreifen, wenn anders das Fahrzeug nicht durch Wirkung der Schrauben in Schräglage gebracht oder gar in Schaukelbewegung versetzt werden soll, wodurch das Fahrzeug eine unerwünschte Alilenkung erhalten und die Insassen in Gefahr gebracht werden könnten.

Weiter ist es von grosser Wichtigkeil, dass der durch die Schrauben in Bewegung versetzten bezw. von diesen nach hinten gedrängten Luft ein thunlicbst ungehinderter Abzug gestaltet wird, da andernfalls diese Luft gegen die betreffenden BallnnllÄrhen gedrückt und dadurch die Wirkungsweise der Steuerschrauben in Frage gestellt werden würde.

Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Luftfahrzeug, bei welchem durch eigenartige Anordnung zweier Tragballons es möglich gemacht ist, die Steuerschrauben im Mittel der Ge-saminlballunll.iche angreifen zu lassen, wobei gleichzeitig der von

Iii

«ler jeweilig wirkenden Steuerschraube in Richtung der Ballon-lläche bewegten Luft ein freier Abzug gegeben wird, so dass das Fahrzeug eine grosse Steuerfähigkeit erhält und die Fahrt sich - jhig gestaltet, d. h. die Gondel sieb immer in horizontaler Lage erhält.

In beiliegender Zeichnung ist Fig. 8 eine Seitenansicht und Fig. 9 eine Vorderansicht des Luftfahrzeuges.

An dem aus Stangen und Streben gebildeten Gestell des Fahrzeuges sind die beiden keilförmigen Italiens b V versetzt über einander liegend angeordnet, von welchen b sich vor der vertikalen Mittelslange des Gestelles und b' hinter derselben befindet, durch welche Anordnung der Ballons es möglich wird, die die

Fi«, h.

Iforizontalhewegung bewirkenden Schrauben * g" thunlichsl im Mittel der Hallonfläche zu befestigen, so dass durch Wirkung dieser Schrauben während des Fahrens weder eine Lagenveränderung der Gondel bezw. des ganzen Fahrzeuges erfolgt, also auch keine Kippgefahr vorhanden ist, das Fahrzeug vielmehr sich immer ruhig und ohne jede Schwankung vorwärts bewegt.

Ausserdem ist es durch die besondere Anordnung der Ballons möglich geworden, im Mittel beider eine von vertikaler Welle getragene Schraube *' anzubringen, welch letztere den Zweck hat, das Aufsteigen oder Niederlassen des Fahrzeuges zu bewirken, während die Füllung de-Ballons selbst nur das Eigengewicht des Fahrzeuges und event. der Bemannung zu tragen hat.

Es empfiehlt sich, die Schraube *" in ihrer Achslage veränderbar einzurichten, so dass mit Hülfe derselben das F'ahrzeug nach rechts oder links gesteuert werden kann.

Die Schrauben « k4 *" können mittelst eines Motors oder auch von Hand angetrieben werden, und ist es zweckmässig, den Antrieb der auf vertikaler Welle sitzenden Schraube »' ausrückbar zu gestalten, weil dieselbe nur beim Auf- und Abstieg in Wirkung zu treten hat und beim Vorwärtsfahren nicht in Thätigkeit ist.

Dadurch, dass die keilförmigen Ballons b b' versetzt über und hinter einander angeordnet sind, sowie die Treib- und Steuerschrauben » tt" i/' sich in den Mittelebenen der jeweilig in Frage kommenden Gesainmlballoniläclien befinden, wird erreicht, dass das Fahrzeug dem Steuer bezw. der Steuerschraube leicht folgen kann, wie auch die Vorwärtsbewegung sich rasch und ruhig voll-

i-üA—rl

" y:-;to*:-p,

ziehen kann, indem die von den Vorderflächen der Ballons durchschnittene bezw. die von der Steuerschraube *" in Bewegung gesetzte Luft nur verhältnissmässig geringen Widerstand an den Schrägtlächcn der BalTons b b' und ungehindert zwischen den beiden letzteren hindurch nach hinten gelangen kann.

D. R P. H285S. — Herrn. Campe In Berlin. — Luftschiff mit Jalousieklnppenflügeln. Patentirt vom 26. Oktober 1899 ah.

Gegenstand vorliegender Erfindung bildet eine Anordnung Für Luftschiffe mit den bekannten Jaluusicklappenflügcln. Das Neue des Gegenstandes bildet ein verstellbarer Flügelrahmen mit einem Stellrahmen, welcher gestaltet, die Klappen nach der einen oder anderen Seile aufschlagen zu lassen.

In den beiden, irt Fig. 10 bis 14 dargestellten Klappflügeln befindet sich je ein Stellrahmen a <i, welcher in dem Flügelrahmen

   

L.V't

 

Hl

         
   

i

     
   

f

     
           

Fit, lo.

Fiff.

Fht. ii. Kitr- i*. Fi«. »• Fig. l*.

vertikal verschiebbar ist. Dieser Stetlrahmen kann durch eine Schnur b b von der Gondel aus horhgezogen werden (Fig. 12 und 14), so dass die Klappen entweder nur nacli links oder nur nach rechts aufschlagen: oder derselbe kann heruntergelassen werden i.Fig. 1H), um die Klappen von der einen Seile auf die andere zu bringen. Je nachdem das Luftschiff vor oder rückwärts, rechts oder links sich bewegen soll. Fig. 15 und tß veranschaulichen diesen Vorgang naher, indem bei Fig. 15 die Klappen nach links aufschlagen, dagegen bei Fig. lfi nach rechts und das Luftschiff dadurch eine Fig. lö entgegengesetzte Richtung annimmt.

Zur Öffentlichen Auslegung gelangte Patentanmeldungen

in der Zeit vom .10. Mai bis 8. August 1900. Einspruchsfrist zwei Monate vom Tage der Auslegung an. Aktenzeichen J 4H98. Flugapparat. Otto Isemann ia Köln. Klapperhof 10. Angemeldet 10. September 1S98, ausgelegt 2«. Juli 1900.

Aktenzeichen N 5027. Rad mit beweglichen Schaufeln für Luft- und Wasserfahrzeuge. Zusatz zum Patent 112506. Paul Nlpkow In Kerlin, l'ferstr. 2. Angemeldet 1. Dezember 1898. ausgelegt 2. August 1900.

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Zeitschriften-Rundschau.

(Erschienen bis zum 20. Seplomlicr.)

„Zeitschrift für LntUcliifTalirt und Physik der AtmoNpliKrc".

Heft 4. 1900. April.

Wellner: Die Flugmaschinensysteme. — Jacob: Die Bolle der Gravitation in der Avialik. — Nimführ: l'eber Segel- und Wullenflug. — Kleinere Mittheilun^en : Der Afroclub in Wien. — Die Ballon-Wettfahrten in Pans, 1900. Heft 5. 1900. Mai.

Wellner: Die Flugmaschinensysteme (S<bloss). — v. laiessl: Die Jagd nach dem Ballon. - Jacob; Die Bolle der Gravitation in der Aviatik (Schluss). - Vereinsnachrichten: Deutscher Verein zur Förderung der Luftschiffahrt in Berlin. Protokoll der Versammlung am 30. April 1900. — Vereinsfahrten am 7., 21. und 28. April 1.100. Wiener flugtechnischer Verein. Protokolle der Vlenarversammhingen am 12. und 2»i. Januar. 'j. und 2:1. Februar, $1. März und 6. April l'.lOO. Protokoll der XIII. ordentlichen Generalversammlung am 27. April 1900. Bêcheuse hallsberiiiil des Ausschusses.

Heft 6. 1900. Juni. Kress: Caplivschrauhe. — Wellner: Apparat zum Sichtbar-machen der Fadenliiiien bei Luftwiderstandserscheinungen. — Fuchs: Die Fhlgarbeit. — Vereinsnarhrichlen ; Deutscher Verein zur Förderung der Luftschiffahrt in Berlin, Protokoll der Versammlung am 28. Mai UNK). Vcrcinsfahrtcn am 28. April, 5., 10., 12. und Ii. Mai 1900. - Umschau: Reglement des grossen Preises des Al'-roclubs in Paris.

„The Aeronautical Journal". July 1900. Nr. 15. Vol, IV.

Notices of the Aeronautical Society. — Aeronautic* at the Pans Exhibition. — 1, The Aeronautical Exhibits 2. The Aeronautical Competitions 3. The International Aeronautical Congress.

— Mr. Erie Stuart Bruces Address to the Membres of La Société Francais« de Navigation Aérienne on The Aeronautical Society of Great Britain and the Work of the Membres of ils Council. The Secretary Bird and Ins Flight, by .Major B. Baden-Powell. — On Forms of Surfaces impelled through the Air and their Effects in sustaining Weights, by F. H. Wenhain, C. E. (with Diagrams). -- Letter to the Editor. — Mr. Hargrave's Paper oil Sailing Birds, by Professor G. F. Fitzgerald, F. R. S. — Count Zeppelin's Air Ship. — Notes: The Duration of the Lifting Power of Balloons.

— Lady Balloonists. —- The Paris Balloon Races. — The Descent of a French Balloon and Kile in England. — War Balloons and International Law. Obiturary : Monsieus Dagron. — Foreign Aeronautical Periodivals. — Notable Articles. — Applications for Patents. _

„L'Aeronante". Bulletin mensuel illustré de la Société française de NatliraUoa aérienne. Juin. 1900. N6 il. Société française de Navigation aérienne; séances des 17 mai et 7 juin; M. E. Wagner, secrétaire. — Skaphandre aéronautique de M. Albert Andrieu. Concours internationaux Course en longueur du 17 juin 19110. (Bourse en hauteur du 24 juin 1900. — Renseignements divers. — Nécrologie : Prudent René Patrice Dagron. - H* liste du Congrès aéronautique de 1900. — Délégués officiels.

Juillet. 1900- N" 7. Société française de Navigation aérienne; séances des 21. juin et 5 juillet 1900 ; M, Wagner, secrétaire. — Eloge de Dagron par M. de Fonvielle — Similitude mécanique des corps plongés par M. le capitaine Marcotte. — Divers.

Aiigusl. 19WJ. N" H. Exposition Universelle. — Liste des récompenses aux exposants. — Société française de Navigation aérienne; séance du 17 juillet 1900; M. Wagner, secrétaire. — Sur les Eclipses pa/ MI,,J Dorolhée Klumpké. — Récit d'ascension par M. J. de Raisiné-- 3 notes de M. Emmanuel Aimé. — 9« liste du Congres international d'aéronautique. — Délégués officiels.

„I,*Aérophile". Revue mensuelle illustrée de l'aéronautique et des

sciences qui s'y rattachent. Mai 1900. N" 5. Portraits d'aéronautes contemporains: M. Victor Sitbcrer (Willrid de FonvielleV — L'emploi des cerfs-volants en météorologie Jules Vincent). — La catastrophe de Chalais-Mcudon (Georges (iéoi. — Concours d'objectifs a long foyer pour la téléphijto-graphie en ballon.

„La France Aérienne". N* 13. Du 1« au 15 Juillet 1900

Bulletin météorologique : Juillet l!Ktl>. — Noie de la Rédaction

— Les Exhibitions ¡1 Vincennes: Docteur Ox. — Partie ofticielle Cominuniralion de M. l'ingénieur Johert au Congrès des Sociétés savantes au Palais de la Sorbonne. •— Revue de Presse. — Chronique bibliographique: Docteur Ox. — Chronique des ascensions: V. Louet. — La Colombophilie en Vendée (suite i : Pigeon. — L'Alliance de Rihorel. — A la Volée. — Nouveautés littéraires: M""-" C. Joberl. — Académie d'aérostalion météorologique de France : Procès-verbaux des séances des lfi mai et fi juin l'.M1

N* IL Du 15 au 31 Juillet 1900.

La Colombophilie algérienne: E. Caillé. — A propos do Btclieis de Vincennes, lettre île M. Conil, président de la Société r>Hiroiidelle> de Paris. — l-es concours de pigeons voyageurs à l'annexe de Vincennes : G.-ll. D. — Une b'-le colombophile i Bennes: M. Dufour. Fédération colombophile de la Vendée, règlement des concours pour 1900: André. - Revue de Presse E. Lassagne. — Correspondance: leltre de M. Vincent. — A 1» volée : Concours de ballons à Vincennes, 1" épreuve dite de plus longue durée; 2" concours dit d'altitude: Justin Balzon, lieutenant l/ouet. — Académie d'aérostation météorologique de France: Séance du 20 juin 1900.

N* 15. Du 1" au 15 Août 1900.

Bulletin météorologique mensuel. — Partie officielle: Congres international d'ornithologie, communication de M. Deneuve. — A propos de la dirigeabililé des aérostats (avec figure), Comte Jules Carelli. l»c ir concours de ballons au bois de Vincennes, G.-H. D. — Libre tribune: Lettre de M. Bourguignon à M. Conil.

— Nécrologie : II.-A. Loy, docleur Ox. — La France aérienne a Lyon, A. Durbiant. Fèlc de la Société «Le Messager Troyen..

A la volée. — Variétés: Echos d'Exposition, Baronne d'Acy,

— Académie d'aérostalion météorologique de France, séance du 4 juillet 1900.

N" 1«. Du 15 au 31 Aoflt 1900. Bulletin météorologique: Août 1900. — L'Aéronautique au jour te jour: Le capitaine comte Zeppelin: Docteur Ox. — La Colombophilie au jour le jour: E. Caillé. — Concours de ballons à Vincennes, 15 juillet et 22 juillet: V. Louet. — Ascension à Douai : Louis N«ippcr. — Aéronautique et colombophilie à t'annexe de Vincennes: G.-H. D. — La France aérienne dans la Loire-Inférieure. — Nécrologie : Docteur Ox. — Revue de presse. — A la volée. — Académie d'aérostalion météorologique de France procès-verbaux des séances des 19 juillet et 1« aoùl 1900.

N« 17. Du 1«' au 15 Septembre isjoo. Bulletin météorologique. Septembre. — La Colombophilie au jour le jour. — Pigeons, mer cl bateaux: E. Caillé. — L'aéronautique au jour le jour. A propos de la dirigeabilité des aérostats : Roberto Guérin. — Les courses do ballons a l'aérodrome de Vincennes : G.-H. D. — Tableau d'honneur. — Colombophilie et lirs aux pigeons. — La France aérienne en Vendée. — La France aérienne en Italie- : catastrophe aéronautique à Naptes.

— La France aérienne en Amérique: Revue de presse étrangère.

— Résultats de concours colombophiles. — A la Volée.

N" IN. Du 15 au 30 Septembre 1900. L'Aéronautique au jour le jour: D* Ox. — La Colombophilie au jour le jour: E. Caillé. — A propos de la dirigeabilité des aérostats : Comte Jules Carelli. — Aéronautique et colombophilie à l'aérodrome de Vincennes: G.-H.-D. — D'Angleterre en France : Nckam. — Un professeur modèle : F. André. — Ascension a Sar-trouville: V. Louet. — Ascension à Evrcux. — Un début aérien: Gueudet. — A la volée. — Partie littéraire : A travera l'atmosphère : Avant-propos : E. Cruchel. — Physionomie aérienne do Paris: A. de C.

Humor und Karrikaturen.

Badlers Klage.

Unsereins ist jetzt wirklich nicht zu beneiden. Auf der Strasse darf man aufpassen, dass man nicht in die Glasscherben und an die Fussgängcr radelt, schauen muss man, dass man nubt von einem Motorwagen umgefahren wird und nun, da die lenkbare Luftschiffahrt wieder einen Schritt vorwärts gethan hat, soll man auch noch nach oben schauen, damit nicht am Ende so ein Luftonkel auf einem landet!

Hooh Zeppelin I

Kein Wunder, wenn ich Dich nun preise; Den Tag schon ahn" ich, tiefbewegt, Wo man dem Kind zur Lebensreise Ein Luftschiff in die Wiege legt; Wo gleichsam auf der Himmelsleiter Der Musensohn zum Liebchen klimmt Und vor der Hausfrau und dem Schneider Behend und sicher Rcissaus nimmt. Ad roerm: Liebchen! — Wolkenwände —: Welch' ein entzückend Rcndez-vous! «Komm, süsse Else zum Gelände Der sechsten Wolke morgen früh!» Nun mögen Blitze glüh'n und krachen, Wir lenken aufwärts meilenweit Und landen endlich unsern Nachen In stiller Welteneinsamkcit . . .

•Jugend»)

Nicht mehr zu Pegasus vorwogen, Der soviel Sonntagsmucken bat, Kulschir' ich auf dem Regenbogen — Ich wähle Deinen Apparat. Und werd' ich milde, werf ich Anker, Und halte, wo ich Lust bah", an, Am steilsten Pik des Gaurisanker, Am Vorgebirge des Montblanc. Natürlich wird sich auch bemächl'gen Der neuen Kunst die Obrigkeit, Dieweil's ja doch von niederlrächl'gen Sujets in Menge förmlich schneit. Dass niemand elwan mittelst Gondel Durch des Gesetzes Maschen lief: So folgt auch, ein getreuer Blondel, Im Luftballon der Detektiv. Jawohl, — Du machtest jusl Epoche, Als Du nach langem Zaudern jäh Am 1. d., vorige Woche, Aufstiegst vom blauen Bodensce! Wir, die wir aus dem Erd-Arreste Uns stündlich sehnen zu entflich'n, Wir wünschen feurig Dir das Beste — Glückauf — vieledler Zeppelin!

Die vermeintliche Kiesenwurst.

Maxi.

Iii

Eine Sohlane. Luftschiffer (von seinen Ballonfahrten erzählend): -Einige Male bin ich schon wahrem! der Nacht gefahren.« — Friulein: «Das muss aber recht gefährlich sein. ■ Luftschiffer: «Nicht gefährlicher als am Tage.« Fräulein: «Das meine ich aber doch; denken Sie mal, wie leicht Sie in der Dunkelheit mit dem Ballon irgendwo anrennen können.»

(Swinemünder Zeitung.)

Im Zeitalter des lenkbaren Luftschiffes.

Frau v.M.: Aber nur das Interessanteste, bitte, Herr Braun!

Vorleser: Gewiss, Gnädige, wie immer. Ich habe mir in der Zeitung die bemerkenswerthesten Notizen angezeichnet, damit ich ohne Aufenthalt weiter lesen kann.

Frau v. M.: Wir beginnen doch wieder mit der Tageschronik?

Vorleser: Gewiss, Gnädige, wie immer. (Entfallet die Zeitung, lehnt sich zurück.) Unverantwortliche Fahrlässigkeit Der Unfug, ohne Beleuchtungskörper auf der Gondel zur Nachtzeit herumzufahren, reisst in letzter Zeit unter den Passanten wieder stark ein. Man kann nicht eindringlich genug vor dieser Fahrlässigkeit warnen. Man erinnere sich der Unglücksfalle, die sich schon auf diese Weise durch Zusammcnsloss der Luftschiffe ereignet haben. Die Sicherheitsbehörde hat sich veranlasst gesehen, eine Reihe scharfer Verordnungen gegen den erwähnten Unfug zn erlassen.

Frau v. M. (revolutionär): Die Sicherheilsbehörde thäle auch besser, sich ihre scharfen Erlässe zu erlassen. Nicht einmal bei Nacht kann man ein ruhiges Firmament haben! Mir wird immer ganz schwindelig, wenn ich zum Himmel hinaufschaue und oben die Unmenge Blendlaternen dnreheinanderschiessen sehe. Wie ein toller Slernschnuppentanz! Man wird ganz nervös. Wie schön muss es doch früher gewesen sein; ein ruhiger, stiller Himmel, am Horizont einige leichte Wölkchen, hie und da eine Schwalbe. Und weit und breit kein Luftschiff! Haben Sic so viel Phantasie, sich das vorzustellen? (Seufzend:) Ich kenne die Idylle nur aus alten Gemälden.

Vorleser (pflichtschuldig seufzend): Ja. es muss schön gewesen sein !

— Ein bedauerlicher Unglücksfall passirte vorgestern unserem allseits hochgeachteten Professor Sommer. Aus einer Gondel, die vom Lande Waaren zum Markte brachte, Cel ein Handkorb mit Eiern hinab, wodurch Kopf und Oberkörper des Herrn Professors nicht unerheblich besudelt wurden. Eine ernstere Verletzung war glücklicherweise nicht nachzuweisen. Nach dem

Besitzer der Eier wird vergebens gefahndet. Das ist nun *r|„ • der zweite derartige Unglücksfall, der heuer dein Professor aisl-V.e Das eiste Mal war es Apfelmus. — Ein Bubenstreich, der hn ■ Nacht vollführt wurde, wirft wieder einmal ein grelles Licht ai. die Verrohung unserer «gebildeten» Jugend. Eine Gesellsrl v Studenten, die von einem «Commerse» kam, setzte einen t:r bezechten Kollegen im Zimmer der Spracblehrerin F. ah. Ii Fräulein pflegt bei offenem Fenster zu schlafen, ihr Zimmer Ii im fünften Stockwerke. Die beklagenswcrthe Dame erlitt cm. Ncrvenchoe.

Vorleser: Der Rentier O. Baum wurde wegen genchlh-erhobenen Blödsinns unter Kuralcl gestellt. Er trug sich näit.i ■ mit dem Rau einer Eisenbahn.

Frau v. M. (kopfschüttelnd): Auf was für Ideen solch > r Narr kommt! Gehen wir nicht zur Genchtssaal-Bubrik über?

Vorleser: Bitte sehr. Reim Bezirksgerichte. Der Kaufrnnr.-K. wird wegen Schmähung zu einer Geldstrafe von 30 R. vcrurtl n K. hat den Kaufmann L. einen «Ballon» geheissen. Der Rirhb: begründet das Unheil in folgender Weise: Die Titulimng mit «er. Namen der früheren Transportmittel — Pferd, Esel. Maulthier -wurde als Ehrenbeleidigung betrachtet. Es ist nicht ersichtlich, warum der Ballon, das jetzige Transportmittel, in strafreclitli.:n Hinsicht hinter den früheren Transportmitteln zurückstehen si.li'f

G reichen: Mama, was ist das, ein Pferd?

Frau v. M.: Dieses Thier, mit der eisernen Stange im Miimr und dem llalsricmen. das wir vorige Woche in der Mcnagn.' gesehen haben.

Frau v. M.: Es beginnt bereits zu dunkeln. Ich glaiilv wir werden an der Gondel das Liehtsignal in Fluss bringen, s/fl.-i kommen wir mit der strengen Sicberheilsbehörde in Ko' ■ Sehen Sie einmal, Herr Braun, wie goldig da unlen der Sc im Widerschein der Abendsonne erglänzt.

Vorleser (mit ungebeuchelter Bewunderung): Ein hcnlirliri Anblick!

Frau v. M.: Ist sonst noch etwas Bcmeikeaswerthes im Blatt?

Vorleser: Der l-cilailikel behandelt die bekannte Kra;' des Luftbesitzes. Die Begicrung will die Luit über den Grundstücken besteuern. Je tiefer das Grundstück gelegen ist. des!" höher soll die Luflsleuer sein, weil die Luftsäule dort höher i<l. als über höher gelegenen Grundstücken.

Frau v. M.: Nun, sebhessen wir für heute die Zeitunr-lektüre. Ich glaube, es ist Zeil, wieder nach Hause zu s«'r<lr Grebben, ich habe Dir doch schon oR untersagt, nach den Schwaiba zu haschen. Lass' doch die Thierchen!

(«Neue Freie Presse., Wien) Rosenberger

/>»> IMuhtioti hält stirh vi>hl für iriinitirorth'ih für ihn tri**/ iwlmflli' hrn Inhalt ilrr mit Xunirii irrs/liiiwn Afl*<tri<. Alle Rechte vorbehalten; theiltveite Auszüge nur mit Quellenangabe gestattet.

Die Redaktion.



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